Skip to content

Radar Onlines verborgene Schande aufdecken: Die Wahrheit darüber, was Michael Jackson in seinem Schlafzimmer hatte (und nicht hatte) – Teil 2

by

Original: http://www.allforloveblog.com/?p=10678

MJ Ritts In the closetWas Michael „In The Closet“ behielt … Ist vielleicht nicht ganz so sensationell.

In der Zeit seit ich Teil 1 dieser Serie am späten Freitag gepostet habe, lag der Fokus überall in den Social Media hauptsächlich auf Radar Onlines unfassbar sittenwidrigem Verhalten, die Dokumente in ihrer ursprünglichen Story vom 20. Juni zu fälschen, die sie als „offizielle“ Polizeidokumente ausgegeben haben. Mein Ziel in Teil 1 war hauptsächlich, einen breiten Überblick über die Story zu bieten und die sensationssüchtigen Medienbehauptungen zu widerlegen, dass dies „neue“ oder „kürzlich ausgegrabene“ Berichte waren. Zweitens habe ich die Leser daran erinnert, dass in den Originalberichten niemals behauptet wurde, dass auf Neverland Kinderpornographie gefunden wurde – mit einer Stellungnahme, die sowohl von der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft, als auch Richter Melville unterzeichnet wurde. Dann diskutierte ich kurz an, wie Radar Online einige Informationen gefälscht hat und stark übertriebene Behauptungen über die Gegnstände gemacht hat, die in den echten Berichten waren.

Am späten Freitag, als ich gerade Teil 1 gepostet habe, fing die Kacke richtig zu dampfen an, als sich der kanadische Künstler Jonathan Hobin an die Medien wandte, um die Welt wissen zu lassen, dass eines der Fotos, die Radar Online fälschlicherweise als „Beweis“ für Michaels „kranken, verdrehten und beunruhigenden Vorrat“ an sexuellen Bildern von Kindern in Wahrheit Teil von Hobins bekannter Kollektion namens In the Playroom war. Es ist tatsächlich ein Kunstbuch mit Fotografien, das die Darstellung von Kindern zum Thema hat, die Opfer von Gewaltverbrechen geworden sind. Es ist eine Kollektion, die „schockierende Kunst“ als Aufforderung für soziales Erwachen einsetzt, um sich damit auseinanderzusetzen, was mit Kindern in unserer modernen Gesellschaft passiert. Weitere Nachforschungen haben ergeben, dass die Medien über diese Kollektion und den Autor ziemlich ausgiebig berichtet haben. Es gab Berichte auf Vice.com und eine umfangreiche Rezension für The Huffington Post von Priscilla Frank im Jahr 2013 – ja, die selbe Huffington Post, die auf den MJ Story Zug aufsprang und Radar Onlines Lügen, dass ein Bild von dieser Kollektion angeblich Teil von Michaels „Vorrat“ an „verstörenden Bildern“ war, Wort für Wort wiederholt hat.

Das folgende schrieb die Huffington Post 2013 über Jonathan Hobins Buch:

Obwohl Kindheit im Allgemeinen als eine Zeit der Unschuld und Glückseligkeit dargestellt wird, ist die Wahrheit oft weit düsterer. Der Fotograf Jonathan Hobin fängt unsere Kindheitsfaszinationen in seiner polarisierenden Serie „In The Playroon“ mit den dunkelsten Aspekten des Erwachsenenlebens ein. Die Serie bildet bestürzende historische Momente wie die Angriffe am 11. September 2001 und JonBenèt Ramseys Tod nach. Wir traten mit Hobin in Kontakt, um mehr zu erfahren…

Beachtet, dass JonBenèt Ramseys Foto hier explizit erwähnt wird, was bedeutet, dass sich The Huffington Post genauso wie andere Medienoutlets der Herkunft dieses Fotos als Teil einer Kunstkollektion offensichtlich bewusst waren.

american-idolJonathan Hobins Foto „American Idol“ wurde fälschlicherweise als ein Foto in MJs Sammlung zum Zeitpunkt der Razzia auf Neverland 2003 ausgewiesen

Aber der wirklich entscheidende Faktor ist, dass Hobins Buch erst 2008 veröffentlicht wurde! Also war dieses Buch unmöglich etwas, das Michael Jackson 2003 besitzen konnte, als die Razzia auf Neverland stattfand!

Dasselbe Foto war 2013 Teil einer Huffington Post Slideshow über Hobins Werk – damals gab es keine Erwähnung, dass es irgendetwas anderes als ein Kunstwerk ist!

Hobin hat versucht, sich an die Medien zu wenden und die Wahrheit über das Foto und seinen Ursprung zu verbreiten. Bislang ist mir nicht bekannt, dass ihn jemand beim Wort nahm.

Jonathan Hobin@JonathanHobin Jun 23Ottawa, Ontario

Im the artist of the infamous photo. Who wants the real story? @CBCNewsArts @CNN @vicecanada @TMZ http://dailym.ai/28NbKmO  via @MailOnline

hobin-tweet

Ich bin der Künstler von dem berüchtigten Foto. Wer möchte die wahre Geschichte?

Aber interessanterweise hat das ursprünglich 88 Seiten starke Dokument, das Radar Online gepostet hat, als Hobin sich geäußert hat – und als andere Medienoutlets angefangen haben, darüber zu breichten, dass Radar Online zumindest einen Teil der Dokumente gefälscht hat, über Nacht plötzlich 27 Seiten verloren und ist auf nur mehr 61 Seiten zusammengeschrumpft. Das ist eindeutig ein Fall von Spurenverwischung! Ohne Widerruf und ohne formeller Entschuldigung bedeutet die Geste der bloßen Entfernung dieser plump gefälschten Bilder und Dokumente garnichts. Sie haben den Schaden angerichtet, indem sie diesen gefälschten Mist überhaupt veröffentlicht haben – jetzt, da sie ertappt wurden, versuchen sie, es zu vertuschen.

Und zu allem Übel haben sie und ihre Kohorten jetzt, da Radar Online wegen der Fälschung offizieller Polizeiberichte ins Scheinwerferlicht geraten ist, eine weitere Ablenkung kreiert – eine, die noch bestürzender ist, da sie haltlose Spekulationen über Michaels eigene Kinder und Neffen umfasst. Wenn das nicht die ultimative Diffamierung ist, dann weiß ich es auch nicht! Ich weiß, dass es an der Zeit ist, dass das aufhören muss; dieser Wahnsinn ist so verrückt geworden, dass sich jeder – wie es scheint – alles was er will über Michael oder seine Familie ausdenken kann – oder seine Kinder (von denen einer – lasst uns das nicht vergessen – immer noch minderjährig ist!) und es wird von den Medienoutlets gedruckt, die sich niemals die Mühe machen werden, die Story einer Faktenprüfung zu unterziehen. Es ist sogar noch erschreckender als das. Man kann tatsächlich über alles spekulieren und somit eine Atmosphäre erzeugen, in der die Leute glauben, es sei ein Fakt. Was sie machen, ist jede Menge Rauch zu erzeugen, um zu verdecken, dass es kein Feuer gibt. Das ist eine alte Medientaktik, aber leider eine, die oft den gewünschten Effekt hat.

Wie dem auch sein, ich denke, ich gestatte meinem Ärger, mich abzulenken und mich selbst zu überholen. Was ich mit dieser Serie beabsichtigt habe, war Radar Onlines Behauptungen damit zu widerlegen, von dem ich über den Michael Jackson Fall und was gefunden wurde (und dem, was nicht gefunden wurde) weiß, dass es der Wahrheit entspricht – die Wahrheit von sensationalisierter Fiktion zu trennen. Und der beste Weg, um das zu tun, ist die Dokumente Punkt für Punkt durchzunehmen und jeden Gegenstand oder jede Ausgabe anzusprechen, wie sie in Erscheinung treten. Die Basis dafür werden selbstverständlich die ursprünglichen 88 Seiten sein, die Radar Online in der Zwischenzeit gelöscht hat – nicht, weil ich deren Fabrikationen weiter sensationalisieren möchte, sondern weil ich denke, dass es wichtig ist, dass jeder weiß, womit sie versucht haben durchzukommen (ich glaube nicht, dass sie wirklich dachten, nicht erwischt zu werden, sondern dass sie einfach sehen wollten, wie sehr und wie lange sie die Story ausschlachten können, bevor sie die Wahrheit einholt). Den Fakt, den wir uns am meisten vor Augen halten müssen, wenn wir diese Gegenstände überprüfen, ist, dass viele dieser Dinge bereits einer Fehlinterpretation und dem Versuch ausgesetzt waren, sie aus dem Zusammenhang ihrer ursprünglichen Intention gerissen zu betrachten – denkt daran, die Staatsanwaltschaft hat hart daran gearbeitet, daraus einen Fall von „möglichem“ Kindesverführungsmaterial zu bilden, da sie keine wirklichen Beweise hatten, auf denen sie ihren Fall aufbauen konnten. Radar Online (wie auch Vanity Fair und andere) fügten dem, was in vielen Fällen bereits eine grobe Fehldarstellung war, einfach nur eine weitere Schicht Effekthascherei hinzu. Von scharfsichtigen Fans wurde auch berichtet, dass viele der „Fake“ Bilder aus Internetquellen entnommen wurden, denen Identifizierungsinformationen anhaften, die auf Wade Robsons und Jimmy Safechucks Anwälten zurückzuführen sind. Ihr werdet das sehen, wenn wir und durch die Dokumente arbeiten und zu den gefälschten Bildern kommen.

Hier ist die erste Seite des Dokuments:

RO-report-88-pages (2) (1)

Die ersten drei Seiten fehlen wie erwähnt, also beginnt das Dokument mit Seite 4. (Update: Eine Analyse des Inhalts dieser fehlenden Seite ist hier zu finden. [Übersetzung folgt; Anm.d.Übers.])

Der erste Gegenstand, auf den eingegangen wird, ist Gegenstand #507, eine Zeichnung eines Jungen in einem Kreis, die in einen Notizblock gezeichnet wurde. Auf dem Blatt wurden von irgendjemandem Vermutungen notiert, die auf ein Blatt Papier geschrieben wurden, das sich oben auf befunden hat, aber es konnte nicht festgestellt werden, was dort geschrieben wurde. Jeder, der mit Michaels Kunststil vertraut ist, weiß allerdings, dass sich das nach einer typischen Zeichnung anhört, wie er sie gerne gemacht hat. Viele seiner Skizzen sind öffentlich einsehbar (einige davon sind durch eine schnelle Googlesuche zugänglich) und wir können sehen, dass Michael typischerweise Selbstportraits von sich selbst als Kind, andere berühmte Figuren und Cartooncharaktere oder Szenen, die irgendwie an das Wesen der Kindheit erinnern, gezeichnet hat. Im Folgenden sind einige sehr typische Beispiele seiner Kunstwerke zu sehen:

MJ Zeichnungen

MJ Zeichnungen 2

MJ Zeichnung 3

MJ Zeichnung 4

MJ Zeichnung 5

Folglich ist es sehr naheliegend, dass die beschriebene Zeichnung den oben angeführten Beispielen im Stil und Inhalt sehr ähnlich sein könnte. Bemerkenswerterweise wird über die Zeichnung nichts weiter gefolgert, außer, dass sie „forensisch ausgewertet“ werden müsste, um die verborgenen Schreibereien zu studieren. Übersetzung: Sie wussten, dass sie damit Zeit verschwendeten, indem sie überhaupt darüber sprachen, da es nur eine Zeichnung eines Jungen war, der in einem Kreis sitzt (interessanterweise hätte das eines von Michaels vielen Selbstportraits sein können, in dem er sich selbst im Scheinwerferlicht darstellt, aber ohne es tatsächlich gesehen zu haben, ist es schwer zu sagen. Alles, was ich mit Sicherheit weiß, da ich mit Michaels Style und den Themen vertraut bin, die er gerne in seinen Kunstwerken darstellte, ist, dass es typisch ist).

Fahren wir fort:

Als nächstes wird ein Buch beschrieben, das in der Spielhalle gefunden wurde, The Fourth Sex: Adolescent Extremes. Der Bericht beschreibt es als ein Buch über Jugendliche und die Gegenkultur mit „ein paar“ Bildern von offensichtlich Erwachsenen „ohne Kleidung oder zum Teil bekleidet“. Ich habe über dieses Buch ein paar Nachforschungen angestellt (was offen gesagt nicht schwer war – eine schnelle Google-Suche ist üblicherweise alles, was erforderlich ist, da dies völlig legale Kunstbücher waren und immer noch sind) und habe herausgefunden, dass das ganze Projekt Teil einer italienischen Kunstausstellung war, die im Jänner 2003 in Florenz eröffnet wurde. Wie auf der pittidiscovery Webseite angegeben, war das Ziel des Projekts:

„eine Gelegenheit der Reflexion über die zunehmende Wichtigkeit der Jugendlichen in unserer Gesellschaft. Eine Gesellschaft, in der die Veralterung sexueller und demografischer Identität gesellschaftliche Änderung auf gewalttätige, widersprüchliche Art und Weise reflektiert. Das vierte Geschlecht gehört den Jugendlichen. Ein sexuell unbestimmter Moment, in dem geschlechtliche Mehrdeutigkeit vorherrscht. Jugendliche sind weder Jungs oder Mädchen, noch Männer oder Frauen. Sie gehören zu einem parallelen, fließenden Universum im Zustand des Werdens. Sie sind mit der Gegenwart eng verbunden, doch tragen sie sinnbildlich die Saat der Zukunft in sich.

Jugend ist nicht nur eine Übergangsphase im Menschenleben, es ist auch ein mentaler Zustand, ein existenzieller Zustand mit einem überwältigenden Einfluss auf Lebensgewohnheiten und Trends. Jugendliche sind omnivore, rastlose Konsumenten, abgelenkt und doch aufmerksam, leicht zu überzeugen aber auch unabhängig. Jugendliche wollen nicht ausgeglichen sein, sie lieben die Extreme in allem: von Mode über Kunst bis Musik…

Nicht im Gleichgewicht zwischen Gegenwart und Zukunft erscheinen uns Jugendliche sowohl fahrig als auch seltsam passiv. Sie mögen ihrer Welt auf aggressive Art Form geben, aber gleichzeitig sind sie gezwungen, sich mit den Etiketten, den Urteilen und den Formeln der Erwachsenenwelt zu arrangieren.

Von Experten aller Art beobachtet und studiert, in ihren Verhaltensmustern überwacht, repräsentieren Jugendliche ein entscheidendes Segment in der Konsumstrategie. Sie verehren Kleidung und Musik. Sie wollen um jeden Preis cool sein. Die Modebranche beobachtet das Teenageruniversum genau, sowohl als eine Quelle der Inspiration, als auch als eine wichtige Zielgruppe, während sie zeitgenössische Kunst erforscht, wird der Mythos der ewigen Jugend ausgebeutet und analysiert. Von der Rebellion der historischen Avantgarde über die Gegenkultur der Sechziger bis zu den Zweifeln und Unsicherheiten der Generation X, hat zeitgenössische Kunst die Jugendlichkeit als ein unverzichtbaren Bezugspunkt betrachtet, die sich mit ihren radikalen Gesten, Verstößen und ihrer Unduldsamkeit auseinandersetzt.

Die Ausstellung The fourth sex. Adolescent Exremes beobachtet und porträtiert das ruhelose Territorium der Teenager: eine unglaubliche Ressource kreativer Energie. Die Show entzündet eine Serie emotionaler Feuer, wo sich Vorstellungen in neuen Bedeutungskonstellationen treffen und entgleisen. Die Gegenstände in der Show reflektieren das komplexe Universum der zeitgenössischen Kultur: Mode, Kommunikation, Kunst, Musik, Film… Die Themen sind viele und sie berühren zwangsläufig einige der Nervenzentren unserer Gesellschaft. Über Jugend zu sprechen, bedeutet nicht nur über junge Leute zu reden, sondern auch deren ruhelose Beziehung mit der Erwachsenenwelt zu thematisieren. Das bedeutet nicht nur, die positiven Energien dieser Altersgruppe darzustellen, sondern auch die Unsicherheiten und Ängste zu erkunden, die zu entsetzlichen, extremen Gesten führen können.

Die beiden Kuratoren Francesco Bonami und Raf Simons beabsichtigen eine Ausstellung auszuarbeiten, die für sich genommen ein Ausdruck der Jugendsprache ist, indem sie ausdrucksvolle Codes und Disziplinen vermischen. Aus der Vielfalt der Teenagersprachen Inspiration schöpfend, wird The fourth sex ein Raum sein, in dem unterschiedliche Ideen und Trends veröffentlicht werden, die die Show in einen Ort der Begegnung und Öffnung transformieren.

Die Ausstellung, die von einer Gruppe junger Architekten, den Cliostraats, in Stazione Leopolda errichtet worden ist, beleuchtet die Stärke, die Schwäche und die Versprechen des vierten Geschlechts. Das Buch/der Katalog bietet nicht nur eine vielfältige Fotomontage der Bilder in der Show, sondern auch ergänzendes ikonographisches Material, wie Bilder von Kunst, Mode, jugendlichen Ikonen und legendären Filmen. Der Band ist auch eine Anthologie der interessantesten Texte auf dem Gebiet der Jugend, in dem ein Mix aus Poesie, Literatur, aktuellen Ereignissen, Journalismus und Essays all den Widersprüchen und Mehrdeutigkeiten eines unglücklichen Alters, das wie niemals bedauern werden, Form und Farbe gibt.”

Nachdem erheblicher Raum verschwendet worden ist, um das Buch zu beschreiben, gibt der Bericht deutlich an: „In diesem Buch erfüllt kein Material die gesetzlichen Bestimmungen, um als Kinderpornographie betrachtet zu werden.“ Gewöhnt euch daran, diese Phrase zu hören; das ist eine, die bei nahezu jedem beschriebenen Gegenstand auftauchen wird! Das einzige, das sie versuchen konnten, war zu behaupten, dass solches Material verwendet werden könnte, um ein Kind zu verführen. Das wiederum wird oft zur Sprache kommen, weil, erinnert euch, das alles war, um weiterzumachen und die Staatsanwaltschaft versuchte verzweifelt, einen Fall darauf aufzubauen!

Nun, das ist alles, wofür ich heute Zeit habe, aber ich werde am Mittwoch damit weitermachen, euch auf die Reise durch Michael Jacksons echte und „ausgedachte“ „gehorteten“ Pornos mitzunehmen. Entschuldigt, wenn es nicht so erregend ist wie die Boulevardberichte. Das ist die Wahrheit selten.

In der Zwischenzeit ist hier ein cooles Widerlegungsvideo, das sich wie ein Lauffeuer verbreitet. Teilt es und sorgt dafür, dass es sich noch weiter verbreitet!

Und vergesst nicht zu unterschreiben:

„We’ve Had Enough“ („Wir haben die Nase voll“) – Ein Aufruf an die Fan-Community, sich gegen verleumderische Boulevardmedien zur Wehr zu setzen.

Lest Firpo Carrs Statements, die Radar Online ebenfalls widerlegen! Es besteht aus zwei Teilen. Er gibt ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie unschuldige Dinge, die MJ nicht einmal gehörten, als „Beweis“ verbucht worden sind!

http://firpocarr.com/firpofiles0625a2016.html

http://firpocarr.com/firpofiles0625b2016.html

Radar Onlines verborgene Schande aufdecken: Die Wahrheit darüber, was Michael Jackson in seinem Schlafzimmer hatte (und nicht hatte) – Teil 1

by

Original: http://www.allforloveblog.com/?p=10653

Michael Jackson Zitat

„Ich habe die Welt mehr als 8 Mal umrundet. Ich besuche genauso viele Spitäler und Waisenhäuser, wie ich Konzerte gebe. Aber natürlich wird darüber (von der Presse) nicht berichtet. Das ist nicht der Grund, warum ich das mache, für die Berichterstattung. Ich mache das, weil es mir am Herzen liegt. Und es gibt so viele Kinder in der Stadt, die noch nie die Berge gesehen haben, die noch nie auf einem Karussell gewesen sind, die noch nie ein Pferd oder Lama gestreichelt haben, sie noch nie gesehen haben, also wenn ich meine Tore öffnen kann und diese Glückseligkeit sehen kann, eine Explosion brüllenden Lachens von den Kindern und sie laufen zu den Fahrgeschäften, sage ich „Danke, Gott.“ Ich fühle mich, als hätte ich Gottes zustimmendes Lächeln gewonnen, weil ich etwas mache, das anderen Menschen Freude und Glück bringt.“ – Michael Jackson

Es schmerzt mich wirklich, Michaels Todestag damit zu verbringen, die Lügen und Verzerrungen der Medien zu entlarven, die diese Woche Schlagzeilen gemacht haben, aber das hier war leider keine dieser kleinen trashigen Boulevardstories, die ignoriert werden können. Dies ist eine Vendetta, der dank der billigen Taktik eines speziellen Infoportals, das ich schon vor langer Zeit dahingehend „geoutet“ habe, dass es ein persönliches Interesse daran hat, Michael Jackson zu verleumden und sein Vermächtnis zu beflecken, Flügel gewachsen sind. Ja, andere Infoportale haben diese Story ebenfalls aufgegriffen und mit ihnen werde ich später ein Hühnchen rupfen. Aber größtenteils haben sich diese Infoportale einfach nur dem ewig gleichen copy-paste-Journalismus schuldig gemacht, den wir schon so lange anprangern – ihr wisst schon, ein Outlet druckt es und all die anderen stürzen sich darauf wie ein Haufen hungriger Haie, weil sie nicht auf die Zugriffe auf ihre Seite verzichten möchten. In diesem Fall nahmen sich zumindest ein paar die Zeit, um die Polizei in Santa Barbara zu kontaktieren, und die Stellungnahme, die sie bekommen haben, war entscheidend, um zu beleuchten, was hier wirklich vor sich geht. Wie auch immer – mein Punkt ist, obwohl andere Outlets diese flaschen Geschichten aufgegriffen und verbreitet haben, müssen wir dort anfangen, wo das Übel herkommt – bei Radar Online.

Aber lasst uns zuerst damit beginnen, einige der verdrehten Mythen und glatten Lügen auffliegen zu lassen, die derzeit kursieren. Ich bin seit sieben Jahren ein engagierter Michael Jackson Rechercheur. Ich habe alle Aspekte des 2005 gegen ihn eingebrachten Falls studiert – in dem er völlig rehabilitiert wurde – und den Jordan Chandler Vergleich von 1993. Und was ich nicht weiß, kann ich sehr rasch von engagierten Forschenden bekommen, die noch umfassender und fundierter informiert sind als ich. Hier wird es einzig und alleine darum gehen, die Sensationsgier der Medien von sachlichen Wahrheiten zu trennen – und seid geduldig, weil das eine Weile dauern kann; das ist nicht etwas, das ich in einem einzigen Post ordentlich festmachen kann, obwohl ich natürlich wünschte, ich könnte es.

Das erste, das wir ansprechen müssen, ist, dass die Informationen und Angaben in diesen Berichten NICHT neu sind und dass dies keine „kürzlich ausgegrabenen“ Berichte sind – all diese Informationen waren sowohl der Staatsanwaltschaft, als auch der Verteidigung 2004 bekannt, als die Anklage und der Grand Jury Prozess begannen. Tatsächlich gelangten einige dieser Informationen damals an die Öffentlichkeit und kursieren nach den Anhörungen in der Presse, was eine Stellungnahme von Michaels Anwalt Thomas Mesereau zur Folge hatte (die von Richter Melville unterzeichnet wurde, der bestätigte, dass keine Kinderpornographie gefunden wurde).

Mesereau Statement Kinderpornographie

Datum: Dienstag, 21. September 2004

STELLUNGNAHME VON MICHAEL JACKSONS ANWALT THOMAS A. MESEREAU, JR.

Michael Jacksons Verteidigungsteam hat erfahren, das Informationen bezüglich vermeintlicher Fotos in den Medien kursieren, die angeblich von Mr. Jacksons Wohnsitz beschlagnahmt wurden. Diese Information ist falsch. Die Staatsanwaltschaft hat bestätigt, dass das falsch ist.

Wir fordern einen umgehenden Widerruf von jeder Nachrichten- oder Medien-Organistaion, die solch eine Meldung machte. Journalistische Integrität ist ein wichtiger Faktor in der gesamten Berichterstattung. Diese Art der Berichterstattung ist verantwortungslos. Mr. Jackson steht wie jedem anderen Menschen in Amerika ein fairer Prozess zu. Dieser Fall wird in einem Gerichtssaal ausgefochten, nicht in den Medien. Mr. Jackson ist unschuldig und wird rehabilitiert werden.

ANMERKUNGEN: Jacksons Anwalt Tom Mesereau hielt heute eine kurze Pressekonferenz in Alabama ab, wo er ein neues Gerücht anspricht, das von Celebrity Justice verbreitet wurde und besagt, dass auf Jacksons Neverland Ranch Nacktfotos von Jungs gefunden worden sind.

Mesereau, der eine Sondergenehmigung vom Richter erhalten hat, um die Stellungnahme zu verlesen, sagt, dass die Foto-Story FALSCH ist. Weiters sagt er, dass die Staatsanwaltschaft ebenfalls bestätigt hat, dass die Story falsch ist.

Es wurden keine Nacktfotos – keine Kinderpornographie – gefunden, wie von Celebrity Justice und ihren „der Staatsanwaltschaft nahestehenden Quellen“ behauptet.

Letztendlich wurden die meisten dieser Objekte als unzulässig erachtet, weil es handelsübliche Kunstbücher waren, die jeder legal erwerben kann. Die „Sadomasochismus“ Bücher waren Erwachsenenbücher mit Erwachsenen (er besaß ein Exemplar von Madonnas „Sex“, ein Buch, das in den frühen 1990ern legal in Buchläden verkauft wurde) und nichts davon entsprach der rechtlichen Definition von Kinderpornographie – tatsächlich kann einiges davon überhaupt nicht als Pornographie bezeichnet werden, sondern als Kunst. Das ließ die Staatsanwaltschaft in der ziemlich peinlichen Situation zurück, in der sie einen Fall auf Michaels legaler Erwachsenenpornographiesammlung aufbauen mussten, die – sagen wir einfach – gesund, aber nicht unüblich war für einen alleinstehenden Kerl. Lasst uns nicht vergessen, dass diese Leute schließlich in seinen Privatbereich eingedrungen sind. Aber im Grunde genommen zwang das die Staatsanwaltschaft zu dem Versuch, einen Fall von Kindesmissbrauch gegen einen Mann aufzubauen, gegen den die einzigen „Beweise“, die sie hatten, Ausgaben von Hustler, Playboy, Penthouse, Barely Legal und ähnliches waren – zusammen mit, nun, jeder Menge Kunstbüchern. Das, was man nicht vergessen darf, ist, dass die Staatsanwaltschaft niemals auch nur ein Schnipsel eines wie wir es nennen würden „entscheidenden Beweises“ hatte – etwas, das normalerweise ganz einfach zu einem „Fall abgeschlossen“ Schuldspruch führt. Es gab keine expliziten an Kinder geschriebenen Liebesbriefe, keine Fotos von ihm selbst oder Kindern bei Sexualakten, keine Videobänder von ihm mit Kindern bei anzüglichen Handlungen, keine aufgezeichneten Telefongespräche, keine online „Sex Chats“ – in anderen Worten, keines der Dinge, die in den meisten Fällen zu einem einfachen Schuldspruch führen können. Man darf nicht vergessen, dass Michael über zehn Jahre lang unter ständiger Überwachung durch das FBI stand. Die Berichte kamen letzenendes zu dem Schluss, dass nichts gefunden wurde. Während der Razzia 2003 wurden all seine Computerfestplatten beschlagnahmt, aber die Durchsuchung der über sechzehn Computerfestplatten ergab einzig, dass er gelegentlich ein paar legale Pornoseiten besucht hat, wo er sich als „Dr. Black“ und „Marcel Jackson“ eingeloggt hat. Reizvoller Klatsch, ja. Illegal, nein.

madonna sexMadonnas „Sex“ – Ein Buch, von dem man weiß, dass Michael es erworben hat, ist typisch dafür, was die Staatsanwaltschaft als „Sadomasochismus“-Bücher in seiner Sammlung bezeichnet hat

In Ermangelung solcher schwerwiegender Beweise lief der Fall im Wesentlichen auf das Wort des Anklägers Gavin Arvizo gegen Michaels hinaus. Ab diesem Punkt war die einzige Hoffnung der Bezirksstaatsanwälte Tom Sneddon und Ron Zonen, ihre Anklage als eine Rufmordkampagne aufzubauen. In ihrem verzweifelten Versuch, „Beweise“ aus fehlenden Beweisen zu erzeugen, wurden die Kunstbücher (ohne Erfolg) als Bücher vorgebracht, die der Definition entsprechen „könnten“, was ein Fallbuchpädophiler besitzen würde, und die legale Pornographie wurde als „Vorbereitungsmaterial“ dargestellt (ein Argument, dass die Jury ebenfalls nicht überzeugt hat – besonders, nachdem Gavin Arvizo im Kreuzverhör zugegeben hat, dass das Magazin, von dem er zuerst behauptet hat, dass es ihm von Michael gezeigt wurde, in Wahrheit erst fünf Monate nach dem angeblichen Vorfall veröffentlicht worden ist).

Das Problem ist, dass es in Abwesenheit jeglicher Hardcorebeweise zunehmend schwieriger wird, eine Jury davon überzeugen zu können, was jemandes „Absichten“ mit einem bestimmten Foto oder Kunstbuch sind. Man kann nicht feststellen, was jemandem durch den Kopf geht, oder ob jemand gewisse Materialien – legal oder nicht – für sexuelle Befriedigung nutzt. Das driftet in den Bereich des „begründeten Zweifels“ ab und ist nichts, was bewiesen werden kann. Das einzige, was ein Richter und eine Jury tun können, ist, auf bestimmte gezeigte Beweismittel zu blicken und zu fragen: Ist das Pornographie oder ist es das nicht? Und wenn es Pornographie ist, ist es legal? Man darf nicht vergessen, dass etwas, das im Grunde genommen keine Kinderpornographie ist, nicht als zulässiger Beweis angeführt werden kann, weil es nicht kriminell ist – zumindest sicherlich nicht in den Vereinigten Staaten – Kunstbücher oder legale Erwachsenensexbücher zu besitzen, ganz gleich, wie „anschaulich“ die Bilder sind (von denen in den Medienberichten auch einiges sehr übertrieben wurde, aber eines nach dem anderen).

Die ursprüngliche Radar Online Story, die am 20. Juni publiziert worden ist, räumt sogar ein, dass diese Berichte von 2003 sind und keine neue Information, aber sie verdrehten ihre Story auf solche Art und Weise, dass es den Anschein erweckt, als wäre das eine Information, die irgendwie „neu an die Öffentlichkeit gelangt ist“ oder als wäre es ein „neu entdeckter“ Beweis, der irgendwie – aus welchen unheimlichen Gründen auch immer – während dem Prozess nicht ans Licht gebracht wurde. Das ist schlicht nicht wahr, da alle offiziellen Gerichtsdokumente, die sich auf den Fall von 2005 beziehen, eindeutig zeigen, dass diese Objekte sowohl der Staatsanwaltschaft, als auch der Verteidigung bekannt waren. Viele dieser Objekte wurden an dem berüchtigten als „Porno Tag“ bekannt gewordenen Tag vor der Jury erörtert und vorgelegt (ein Tag, an dem Michaels sehr religiöse Mutter sich dazu entschieden hat, außerhalb des Gerichtssaals zu bleiben). Was nicht behandelt wurde, wurde schlicht nicht behandelt, weil es nicht als pornographisch erachtet wurde und deshalb unzulässiges Beweismittel war. Michael Jackson war einer der eiferndsten Strafverfolgungen ausgesetzt, die für eine Einzelperson überhaupt möglich ist. Er hatte einen Bezirksstaatsanwalt, der es sich zu seinem persönlichen Lebensziel machte, ihn hinter Gitter zu bringen – oder ihn dauerhaft aus Santa Barbara zu vertreiben, was ihm letztlich gelungen ist. Das war eine Staatsanwaltschaft, die den Globus auf der Suche nach „Opfern“, Beweisen und jeglichen Zeugen durchkämmt hat, die gewillt waren, herauszukommen, ungeachtet der Glaubhaftigkeit, und die im Verlauf Millionen an Steuergeldern ausgegeben hat. Zugegebenermaßen hatten Sneddon und Zonen ihre ungeschickten Momente, aber einer Sache könnten sie niemals beschuldigt werden – nicht gründlich gewesen zu sein oder eine halbherzige Ermittlung verübt zu haben, die Beweise tatsächlicher Kinderpornographie übersehen hätte. Tatsächlich wurde in diesen Berichten nichts übersehen oder zurückgehalten. Es war einfach keine Kinderpornographie, weder damals noch heute.

Das ist ein wichtiger festzustellender Fakt, weil ich denke, dass viele von den tendenziösen Medienberichten den Eindruck bekommen, dass diese angesprochenen Objekte irgendwelche „schockierenden, neuen Knalleffekt“ Enthüllungen sind, die gerade erst ans Licht gekommen sind. Das ist schlicht nicht wahr. Das alles sind alte Nachrichten von vor zehn Jahren und es gibt hier absolut nichts in diesen Berichten, das nicht bereits vor Gericht behandelt worden ist – zumindest jene Objekte, die es über die Offenlegungsphase geschafft haben. Die Medien versuchen, diese Story auf diese Art und Weise zu verdrehen, weil sie so anzüglichere Schlagzeilen und Klick-Köder erschaffen, aber wenn man das Kleingedruckte liest, müssen die meisten an einem gewissen Punkt zugeben, dass dies eigentlich alte Dokumente sind, die ins Jahr 2003 zurückreichen, als die Entdeckungsphase für den Prozess im Gange war. Es gibt hier also nichts Neues und nichts, das den Anwälten, dem Richter oder der Jury nicht bekannt gewesen ist, als Michael 2005 vor Gericht gestellt und freigesprochen wurde.

Kommen wir zur nächsten Frage … warum jetzt? Nun, das reicht zurück zu den engen Verbindungen zwischen Radar Online (mit dem ehemaligen Leiter Dylan Howard) und den Anwälten von Wade Robson und Jimmy Safechuck, sowie einem gewissen verräterischen „Freund“ der Jackson Familie – Stacy Brown. Stacy Brown, der Karriere damit machte, mit Schweinereien bei den Boulevardmedien hausieren zu gehen. Robson und Safechuck haben beide Zivilklagen gegen Michael Jacksons Estate ausstehend und Radar Online wurde deren Verbündeter und bereitwilliges Sprachrohr. Wir wissen von der Stellungnahme des Santa Barbara Sheriff’s Departments, dass sie die Dokumente nicht an Radar Online oder irgendeine andere Medienquelle ausgehändigt haben:

Einige Dokumente scheinen Kopien der Berichte zu sein, die von den Mitarbeitern des Sheriff’s Office verfasst worden sind, sowie Beweisfotos, die von den Mitarbeitern des Sheriff’s Office aufgenommen worden sind – durchsetzt mit Inhalten, die anscheinend auf das Internet oder unbekannte Quellen zurückzuführen sind. Das Sheriff’s Office gab keine dieser Dokumente und/oder Fotos an die Medien weiter. Das Sheriff’s Office veröffentlichte all seine Berichte und die Fotos als Bestandteil der vorgeschriebenen Entdeckungsphase an die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung.

Aber was am verstörendsten ist – und ein Fakt, den der Rest der Medienoutlets, die diese Story gebracht haben, absichtlich übersieht – ist Radar Onlines Bereitschaft, offizielle Dokumente und Fotos zu fälschen. Viele der Medienoutlets, die die Originalstory kopiert haben, haben ihre Information jetzt aktualisiert und diese Stellungnahme inkludiert. Das ist zumindest ein Schritt in die richtige Richtung, nehme ich an, aber das berücksichtigt immer noch nicht deren offensichtliche Bereitschaft, eine Story zu bringen, die von eben jenen Behörden, die in diesem Fall ermittelt haben, offensichtlich als falsche Information identifiziert wurde.

Lasst uns nochmal diese offizielle Stellungnahme ansehen, die vom Santa Barbara Sheriff’s Department veröffentlicht worden ist – die wesentlichsten Passagen sind hervorgehoben:

Einige Dokumente scheinen Kopien der Berichte zu sein, die von den Mitarbeitern des Sheriff’s Office verfasst worden sind, sowie Beweisfotos, die von den Mitarbeitern des Sheriff’s Office aufgenommen worden sind – durchsetzt mit Inhalten, die anscheinend auf das Internet oder unbekannte Quellen zurückzuführen sind. Das Sheriff’s Office gab keine dieser Dokumente und/oder Fotos an die Medien weiter. Das Sheriff’s Office veröffentlichte all seine Berichte und die Fotos als Bestandteil der vorgeschriebenen Entdeckungsphase an die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung.

Dies ist eine öffentliche Stellungnahme, dass Radar Online vorsätzlich Informationen gefälscht hat und diese als offizielle Polizeidokumente ausgegeben hat. Ich werde im nächsten Post weiter ins Detail gehen, welche Teile authentisch sind und welche gefälscht, und einen detaillierten Bericht über jene Gegenstände verfassen, die tatsächlich in den offiziellen Berichten aufgezählt und in dem Versuch, „Beweise“ zu fingieren, stark aufgebauscht wurden.

Die Stellungnahme mach desweiteren klar, dass jemand anderes als eine offizielle Quelle dafür verantwortlich ist, Radar Online mit dieser Information versorgt zu haben – jemand (oder mehrere), der diese bösartige Verleumdungskampagne zeitlich genau so festgelegt hat, dass sie mit den Erinnerungen und Feierlichkeiten von Michaels Todestag zusammenfallen – eine Zeit, in der die Gefühle seiner Familie, Freunde und Fans am verwundbarsten sind.

Hier sind Links zu vielen Medienoutlets, die die Story bereits zurückgezogen haben und sie als die boshafte Radar Online Falschmeldung entlarvt haben, die sie auch ist:

http://www.washingtontimes.com/news/2016/jun/23/authorities-rebut-claims-child-porn-found-michael-/?utm_campaign=shareaholic&utm_medium=twitter&utm_source=socialnetwork

http://www.usatoday.com/story/life/people/2016/06/22/michael-jacksons-family-sheriff-respond-child-porn-allegations/86225804/

http://www.people.com/article/michael-jackson-estate-blasts-porn-reports

BET hat die Story überhaupt gelöscht, wie es aussieht.

Am schädlichsten für die Falschmeldungs-Täter war diese Stellungnahme von Ron Zonen selbst, einem der Staatsanwälte, der gewiss Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt hätte, um den „Beweis“ gegen Michael Jackson zu bekommen, nach dem er sich so verzweifelt gesehnt hat:

zonen-statement

Der ehemalige Santa Barbara Bezirksstaatsanwalt-Oberassistent Ron Zonen, der half, Jackson strafrechtlich zu verfolgen, erinnert sich an die Besichtigung der an den Fall geknüpften vorliegenden Dokumente und sagt PEOPLE, dass die Strafverfolgung Erwachsenen-Pornomagazine und –videos entdeckt hat, jedoch nichts, das Kinderpornographie darstellt.

„Es gibt allerhand konventioneller Pornomagazine.“, sagt Zonen. Dinge wie Playboy, Penthouse. Es gab eines namens Barely Legal. Das war eine Publikation, wo junge Frauen darstellt sind, die vermutlich über 18 Jahre alt sind, aber ausgewählt wurden, weil sie viel jünger aussehen.“

Die Strafverfolgung entdeckte auch ein Buch mit „masochistischen“ Zeichnungen.

Bezüglich Artikel im Zusammenhang mit Kindern sagte er „Es gab Fotos von nackten Kindern, aber die waren nicht sexueller Natur.“ „Das waren keine Kinder bei sexuellen Aktivitäten und es gab keine Kinderpornographie. Es gab keine Videos von Kindern. Es gab Videos, die beschlagnahmt wurden, aber das war konventionell sexuelles Erwachsenen-Material. Keine Kinder waren involviert.

Er sagt, die Bilder von nackten Kindern zeigen Kinder „die im Bach spielen, auf Bäume klettern, Naturfotos, Nudistenkolonien und solche Dinge.“, sagt er. „Sie stammten aus Fachpublikationen. Ich kann mich nicht dazu äußern, ob sie für Pädophile bestimmt waren oder als künstlerische Fotobücher.“

Lasst uns auf die wichtigsten hier getroffenen Aussagen zurückkommen: „… es gab keine Kinderpornographie. Es gab keine Videos mit Kindern.“

Also worum geht es bei diesem ganzen Rummel dann überhaupt? Ihr würdet schockiert und überrascht sein! Offensichtlich verwenden die Medien Wörter wie „schockierend“, „erschütternd“, „widerlich“ und so weiter, um einen Klick-Köder zu erzeugen. Ich habe hier die gleiche Taktik benutzt. (Glaube ich wirklich, dass Radar Online irgendein Schamgefühl hat? Nee!) Wenn man das diskutierte Material und die Bilder beleuchtet und analysiert, stellt sich nicht nur heraus, dass alles aus legalen Quellen stammt (Kunstbücher und derartiges), sondern dass die erotischen Bilder von Erwachsenen sind! Also… was soll das eigentlich? Es scheint genau genommen so, dass über Michael Jacksons Geschmack bezüglich Kunst und Erwachsenenerotika ein riesiger Mediensturm erschaffen wurde. Wie ich bereits zuvor gesagt habe: Klatschfutter? Ja, vielleicht. Beweis für kriminelles Verhalten? Nein. Und Radar Online pfuscht absichtlich in vielen dieser Bilder herum, um sie eindeutiger „erscheinen“ zu lassen als sie eigentlich sind, wie das folgende Beispiel zeigt. Auf der rechten Reite ist das Bild, wie Radar Online es gepostet hat. Auf der linken Seite ist das Originalbild aus dem Buch, dem es entnommen wurde. Wie ihr sehen könnt, hat Radar Online die Genitalien mit schwarzen Balken abgedeckt, damit es so scheint, als seien die jungen Männer nackt, obwohl sie in Wahrheit Shorts anhaben.

Radar Online FakeIch werde im Laufe der nächsten Tage mehr zu diesem Thema posten, aber für jene, die es in der Zwischenzeit nicht mehr erwarten können, mehr über den Umfang von Michael Jacksons Pornosammlung zu erfahren, ist hier eine sehr gute, umfangreiche Liste. Für’s Protokoll, die in dieser Liste angeführten Artikel sind die einzigen wirklichen Pornos, die gefunden wurden. Eine hervorragende Serie über die in Michaels Sammlung gefundenen Kunstbücher – viele davon sind der Ursprung des aktuellen Medienwahnsinns – kann hier gefunden werden. Soweit ich das beurteilen kann, war das der erste Post dieser Serie. Ihr könnt hier beginnen und euch von hier durch den Rest der Serie durchklicken.

Hier gibt es noch viel, viel mehr zu sagen, da ich Radar Online in den kommenden Tagen Lüge für Lüge zerstören und entlarven werde. Aber da der 25. Juni naht, möchte ich diese Abschiedsworte hinzufügen: Vor sieben Jahren haben wir einen erstaunlichen Künstler, Mann und Menschenfreund verloren. Von Ferguson, Missouri und Black Lives Matter über Paris, Frankreich und ganz aktuell als Folge der Tragödie in Orlando, bleibt Michaels Musik die Musik, um unseren Planeten zu heilen. Woran liegt es, dass sich die Leute immer wieder Michaels Musik zuwenden, wenn uns eine Tragödie trifft oder wenn es ein neues Erwachen für die Notwendigkeit gibt, uns als eine globale Familie zu vereinen?

Teilnehmer einer Gedenkveranstaltung für die Opfer von Orlando singen „Heal The World“

Michael Jackson war ein seltenes Geschenk für den Planeten, jemand, der diese Art der Behandlung sicherlich nicht verdient hat (und immer noch nicht verdient). Ich sagte es neulich in den Social Media und werde es hier wiederholen: Wenn die Welt viel mehr Zeit damit verbringen würde, seinen Worten zuzuhören, statt sich zwanghaft damit zu beschäftigen, was er in seinem Schlafzimmer hatte, würden wir es besser haben. Michaels Privatleben wurde bereits genauestens analysiert. Er wurde einem äußerst strapaziösen und öffentlich demütigenden Prozess ausgesetzt, der nichts der Fantasie überlassen hat – seine innere Heiligkeit völlig durchwühlt, seine privatesten Besitztümer zur öffentlichen Einsichtnahme ausgestellt, sogar sein eigener Körper wurde geschändet.

Mein Punkt ist, dass es hier nichts Neues zu sehen gibt. All diese „Beweise“ wurden vor einem Jahrzehnt bei Gericht zerlegt. Also warum springt Radar Online so hämisch auf diese fingierte Verleumdungskampagne und würgt jahrzehntealte Informationen hoch, für die Michael Jackson vor langem vor Gericht gestellt und freigesprochen wurde? Meine Vermutung, die wahrscheinlich nicht allzuweit daneben liegt, ist, dass das alles Teil eines sorgfältig abgestimmten Plans ist, um das Estate in einen Vergleich mit Robson und Safechuck zu drängen. Und in Radar Online haben sie den perfekten, willigen Komplizen – ein Outlet, das nichts dagegen hat, alle Regeln des Fairplays zu biegen, oder sogar Informationen zu fälschen, um eine leichtgläubige Öffentlichkeit aufzuhetzen und glauben zu lassen, dass eine Liste an Artikeln, die vor zwölf Jahren überprüft und als „Beweis“ abgelehnt wurde, irgendwie eine Titelseitennachricht wert ist.

Michael im SpitalEr war ein Geschenk an die Welt, der viel mehr verdient hat, als das, was ihm gegeben wurde

Das erste, an das ich vielleicht seltsamerweise dachte, als diese Story eingeschlagen ist, war die kürzlich neu aufgeflammte Kontroverse über die Konföderiertenflagge. Präsident Obama sagte, dass die Konföderiertenflagge dauerhaft in einem Museum seinen Ruhestand antreten soll, wo sie als Teil der Geschichte in Erinnerung bleiben kann, aber nicht als Trotzreaktion für ein Ideal im Wind weht, das nicht mehr existiert. Dasselbe empfinde ich über all diese hochgewürgten Informationen aus Michael Jacksons Prozess. Jene Dokumente (die echten) befinden sich seit mehr als einem Jahrzehnt im Archiv des Bezirks Santa Barbara. Sie sind Teil der Geschichte, aber nicht mehr relevant. Der Prozess endete am 13. Juni 2005 in einem Freispruch in allen vierzehn Anklagepunkten und Michael Jackson starb am 25. Juni 2009.

Aber ebenso wie es ein paar Leute gibt, die niemals akzeptieren werden, dass der Bürgerkrieg 1865 endete, gibt es auch eine Splittergruppe, die niemals akzeptieren wird, dass Michael Jackson 2005 von einem Gerichtshof völlig entlastet worden ist. Zu diesem Zweck werden sie weiter lügen, alte Geschichten aufwärmen und boulevardisieren, um die Wahrheit zu verdrehen und ja, sogar neue „Beweise“ fälschen, wo keine existieren. Es ist ein nur spärlich verschleierter Versuch, eine alte Schlacht in Gang zu halten, die schon lange gekämpft – und gewonnen wurde.

Wenn Du das liest und zustimmst, dass wir bessere Gesetze brauchen, um die Verstorbenen vor dieser Art von Verleumdung zu beschützen, unterschreibe bitte diese Petition für die Anti-Diffamierung Vermächtnis Recht Advokaten. Das ist eine Initiative, die, wenn sie als Gesetz verabschiedet wird, den Hinterbliebenen von verstorbenen Personen die gleichen Gesetze und Absicherungen gegen Verleumdung und Beleidigung durch die Medien ermöglicht, wie dies derzeit lebende Personen haben.

„We’ve Had Enough“ („Wir haben die Nase voll“) – Ein Aufruf an die Fan-Community, sich gegen verleumderische Boulevardmedien zur Wehr zu setzen.

UPDATE: Das ist eine ziemlich brisante Information, die gerade durch die kanadische Presse ans Licht gekommen ist (vielen Dank an meine Freunde sanemjfan und Melanie, die diese Eilmeldung auf Twitter und FB geteilt haben): Der Künstler, von dem eines der Fotos stammt, das Radar Online dem Polizeibericht von 2003 „fälschlicherweise hinzugefügt“ hat, der kanadische Künstler Jonathan Hobin, hat bestätigt, dass dieses Foto BIS 2008 NICHT EINMAL EXISTIERT HAT und deshalb UNMÖGLICH im Zuge der Razzia 2003 konfisziert worden sein kann!

Das hat Radar Online ursprünglich berichtet:

ramsey-image

„In einem Buch, das Jackson Room to Play (Raum zum Spielen) nannte, gibt es ein zutiefst bestürzendes Foto einer [ermordeten Kinder-Schönheitskönigin] Jon Benet Ramsey Doppelgängerin mit einer Schlinge um ihren Hals“, enthüllt der Insider. „Es gab auch Fotos und Videos von sadomasochistischem Sex, Bondage, Transsexuellen – ,Tussen mit Schw-nzen‘.“

Die ganze Geschichte hinter dem Foto ist auf der CBS News Seite zu finden.

Jonathan Hobin erklärt in einem Auszug aus dem obigen Artikel:

Die meisten Werke, auf die sich der Radar Online Bericht bezieht, sind in Wirklichkeit keine Pornographie, sondern Bilder, die laut Hobin online aus Kunstbüchern entnommen wurden.

„Die Leute manipulieren den Kontext der Kunst für ihre eigenen teuflischen Zwecke. Ich denke, das lässt sich auf armseligen Journalismus und die Aufregung zurückführen, die durch das Erzeugen von nicht existierendem Drama entsteht.“ sagte er.

Hobin glaubt, dass es am besten wäre, wenn die fragliche Polizeibehörde die Behauptungen dementiert, um dieser Fehlinformation ein Ende zu bereiten.

„(Das Sheriff’s Department) hätte sich unverzüglich zu Wort melden und mitteilen können, dass dies jemandes Versuch ist … eine schon vorhandene polizeiliche Untersuchung zu korrumpieren.“ sagte er.

„Ich wünsche mir, dass sie umgehend das Wort ergreifen … jeder von Vanity Fair über Daily Mail zu wem auch immer spricht über diese Sache, die angeblich existiert, und auf gewisse Weise frage ich mich, ob hier eine Art von Absicht von ihnen vorliegt, dass sie dieser Diskussion erlauben, sich fortzusetzen, wenn sie dem sofort ein Ende bereiten könnten.“

Hier habt ihr es also … noch mehr Beweise, dass dieses Schundblatt die Wahrheit verfälscht und boulevardisiert. Michael wird jetzt auf Basis eines Fotos beschuldigt, dass 1. nach keiner rechtlichen Definition Kinderpornographie ist und dass er 2. zum Zeitpunkt der Razzia unmöglich besessen haben kann.

„We’ve Had Enough“ („Wir haben die Nase voll“) – Ein Aufruf an die Fan-Community, sich gegen verleumderische Boulevardmedien zur Wehr zu setzen.

by

Original: https://antidefamationlegacylawadvocates.org/2016/06/20/weve-had-enough-an-appeal-to-the-fan-community-to-take-a-stand-against-slanderous-tabloids/

AdLLaw

Meine Aufgabe bei Michael’s Dream Foundation besteht unter anderem darin, bei den Nachrichten über Michael Jackson am Laufenden zu bleiben. Das ist etwas, das ich täglich mit dem Ziel mache, interessante Artikel über ihn zu teilen – insbesondere, wenn über seine humanitäre Arbeit und sein Vermächtnis berichtet wird.

Leider gehören die unzähligen Boulevardartikel ebenfalls zu diesem Bereich, den ich durch meine Recherche aufdecke – keinen davon teile ich. In den 27 Jahren, die ich ein Michael Jackson Fan bin, habe ich nicht ein einziges Mal einen Boulevardartikel über ihn geteilt und ich habe mit Sicherheit nicht vor, dies jetzt zu tun; ich werde wiederholen, was Michael selbst gesagt hat – ich lese sie nicht. Der Umstand, dass etwas geschrieben wird, macht daraus nicht zwangsläufig „Wahrheit“. Ich schenke diesen Artikeln nicht noch mehr Aufmerksamkeit, als sie verdienen. Stattdessen ignoriere ich sie. Warum würde ich einem Artikel Aufmerksamkeit schenken wollen, der eindeutig mit absurden Lügen über einen Mann übersäht ist, dem ich seit vielen, vielen Jahren gefolgt bin und über den ich schon so lange recherchiere?

Aber heute stieß ich auf einen Artikel, den ich nicht ignorieren konnte. Ich weiß nur zu gut, dass es Radar Online großes Vergnügen bereitet, negative Dinge über Michael zu posten; sie verbeißen sich an dem Kindesmissbrauchsprozess 2005 wie ein Hund an seinem Knochen. Die Tatsache, dass Michael durch ein EINSTIMMIGES Urteil von ALLEN Anklagepunkten freigesprochen wurde, scheint ihnen nicht in den Kopf zu gehen. Natürlich ignorieren sie alle konkreten Fakten in ihrem Streben, ihre Leserschaft zu vergrößern und aufrechtzuerhalten. Heute gingen sie allerdings zu weit…

In einem widerlichen Artikel unter dem Titel „Paedo Proof? Never before seen – Cop Reports Expose Michael Jacksons Sick Secrets” (Paedo Beweis? Nie zuvor gesehen – Polizeireport enthüllt Michael Jacksons kranke Geheimnisse) gehen sie soweit und sagen, dass Michael ein „manipulatives drogen- und sexbesessenes Raubtier“ war. Im Verlauf des Artikels verweisen sie auf Dokumente, die „obszöne Fotos und Videos von Männern, Frauen, Jungs und Mädchen in perversen Positionen“ zeigen und „Medikamente, um Sexsucht zu behandeln, mit mehreren Rezepten, die von einer Vielzahl von Ärzten für Leute ausgestellt wurden, die dem Star nahestanden“. Der Artikel fährt fort und gibt an, dass Michael sogar „sexy Fotos seiner eigenen Neffen in deren Unterwäsche nutzte, um junge Burschen zu erregen“. Und laut ihnen „teilte ein Ermittler Radar mit, „dass die Dokumente Jackson als ein manipulatives drogen- und sexbesessenes Raubtier entlarven, das Blut, eindeutig sexuelle Bilder von Tieropfern und perversen Geschlechtsakten nutzte, um Kinder seinem Willen zu unterwerfen.“ Dem nicht genug, ergänzte die „Quelle“, dass „er auch widerliche und regelrecht schockierende Bilder von Kinderquälerei, Nacktfotos von Erwachsenen und Kindern, Frauen-Bondage und Sadomasochismus besaß.“

Ich werde nicht fortfahren, diesen beleidigenden Artikel zu zitieren. Das Ganze ist peinlich, widerlich und verursacht so viel Wut, dass jeder Fan spüren kann, wie sein Blut den Siedepunkt erreicht.

Aber wie zum Hohn bietet der Artikel einen Link an, wo man sich diesen sogenannten „Beweis“ selbst ansehen kann. Und was habe ich dort gefunden? Den Beweis, dass Radar Online diesen „Beweis“ mit dem Ziel, Michael zu verleumden und die Wahrheit zu verzerren, völlig aufgebauscht hat. Die unter dem Link dargestellten Bilder sind überhaupt nicht das, worüber berichtet wurde.

Also warum ärgerte mich dieser spezielle Artikel mehr als andere, die ich gesehen habe? Tatsächlich postete Radar Online nur wenige Tage zuvor einen Artikel über Michaels „bizarres Sexualverhalten“; angeblich nachdem Bobby Brown behauptet hat, dass er gesehen hat, wie Michael seiner Schwester einen Klaps auf den Hintern gab, als er mit Janet Jackson zusammen war. Erkenne ich darin „bizarres Sexualverhalten“? Nein, das tue ich nicht. Mein Bruder tat dasselbe, als wir aufwuchsen – und auch im Erwachsenenalter. Das nennt sich „Geschwister-Neckerei“. Ist mein eigener Bruder demzufolge ein Sexualstraftäter, weil er exakt dasselbe Verhalten zeigte? Nein, ist er nicht. Wenn ich andererseits den gleichen Gedankengang einschlage wir die Boulevardmedien – mein Bruder ist kein exzentrischer Popstar, der seine Privatsphäre verzweifelt beschützt.

Ich schweife ab.

Der wahre Grund für meine heftige Wut auf diesen Artikel war die Bosheit dahinter. Hier wurden nicht einfach absurde Lügen über Michael gedruckt. Dieser Artikel geht weiter. Er wagt sich auf das Gebiet der Verleumdung, der Diffamierung und darüber hinaus. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass es weniger eine Pressemeldung, sondern viel mehr ein persönlicher Angriff gegen Michael war – und lasst uns daran denken, dass Michael leider nicht mehr hier ist, um sich selbst zu verteidigen. Wer auch immer diesen Artikel geschrieben hat, sein Hass und seine Bitterkeit bis zu dem Punkt einer Vendetta gegen Michael waren sofort erkennbar. Beim Lesen zwischen den Zeilen (wie ich es oft tue, wenn ich irgendeinen Nachrichtenbeitrag über Michael lese), konnte man das toxische Gift sehen, dass von jedem einzelnen getippten Wort heruntertropft. Diese Person wusste ganz genau, was sie tat und das Timing von solch einem Artikel spricht Bände. Fünf Tage vor dem 25. Juni? Wohl kaum ein Zufall. Ich weiß nicht, wer dahinter steht. Diese Information wurde nicht veröffentlicht … wie praktisch.

Oh, und obendrein liefert der Artikel eine nur spärlich verschleierte Andeutung, dass weitere Vorwürfe und Zivilprozesse gegen Michael eingebracht werden sollten. „Anything for money“ vielleicht?

Warum tauchen diese Artikel nun fast 7 Jahre nachdem uns Michael verlassen hat auf? Wegen dem Zivilprozess, der 2017 stattfinden soll. Und wenn Du denkst, dieser hier war übel – warte auf den nächsten und den danach. Sie werden schlimmer werden, besonders von einer Seite, die dafür bekannt ist, sehr gegen Michael Jackson eingestellt zu sein.

Es wäre so einfach, diesen beleidigenden Artikel zu lesen, wütend zu werden, wegen Michaels Situation traurig zu sein und es zu vergessen. Michael ist nicht mehr unter uns, oder? Gewiss macht es nichts mehr aus. FALSCH! Nachdem ich den besagten Artikel gelesen habe, sprach ich mit ein paar Fans darüber und wie ich sind sie es leid, leid, leid, diese Lügen immer wieder zu sehen. Und wisst ihr, was noch schlimmer ist? Die Tatsache, dass die Urheber dieser Lügen ungestraft davonkommen. Natürlich könnte man Radar Online kontaktieren und sie beten, es zurückzunehmen, aber höchstwahrscheinlich friert zuerst die Hölle zu, bevor sie das machen. Wenn sie arrogant genug sind, diesen Unsinn zu posten, werden sie sich nicht entschuldigen und zugeben, dass sie sich völlig daneben benommen haben. Stattdessen werden sie damit weitermachen, Gift zu posten, um Michaels Ruf, Vermächtnis und vergesst nicht – seine Kinder – zu beschädigen, weil sie die Freiheit dazu haben. Wie kann das denn richtig sein?

Es ist nicht richtig und das wird es nie werden. Sieben schmerzvolle Jahre sind vergangen und selbst jetzt zerlegen und verstümmeln die Medien Michaels guten Namen, um Profit zu machen. Sie haben nach sieben Jahren nicht aufgehört; sie werden auch in absehbarer Zeit nicht damit aufhören. Erinnern wir uns daran, dass Michael die berühmteste Person auf der Welt war und ist. Sein Andenken wird auf folgende Generationen hinaus weiterleben. Und wenn wir nicht JETZT handeln und etwas unternehmen, wird auch das verleumderische Verhalten der Medien fortbestehen.

Noch nie war es so wichtig wie jetzt, uns zu vereinen und die AdLLaw Initiative zu verwirklichen. Sollte diese Initiative als Gesetz verabschiedet werden, dann kann Michaels Ruf und Vermächtnis nicht länger von den Aasgeiern der Boulevardblätter befleckt werden. Und jene, die versuchen, das Gesetz zu brechen, werden für ihr Handeln zur Verantwortung gezogen. Wäre es nicht ein wunderschöner Tag, wenn es den Boulevardmedien nicht mehr erlaubt ist, die Namen und Reputationen jener, die verstorben sind und sich nicht selbst schützen können, zu diffamieren? Handelt JETZT und dieser Tag kann viel früher kommen. Aber damit das passieren kann, braucht es mehr als eine Person, um es zu realisieren.

Michael sprach oft über Einheit und die Wichtigkeit, sich zu vereinen, um einen Wandel herbeizuführen. Er hat völlig Recht. In der Vielzahl liegt die Stärke. Einer oder zwei können keinen Unterschied machen. Aber eine oder zwei Millionen schon. Wir, seine Fans, sind bekannt als seine „Soldaten der Liebe“. Er solidarisierte sich mit seinen Fans und beschützte sie um jeden Preis. „Verletzt meine Fans nicht“ war seine Botschaft, weil er uns genau so sehr liebte wie wir ihn lieben. Wenn er mit uns Schulter an Schulter stehen konnte, können wir ihm dann die gleiche Solidarität entgegenbringen? Jetzt ist die Zeit, in der er uns am meisten braucht und der kommende Zivilprozess wird das noch mehr verstärken. Er erbat seinen Tag vor Gericht; den hatte er und er hat gewonnen. Für manche ist das dennoch nicht genug. Hass gegen Michael und die Tatsache, dass er völlig rehabilitiert wurde – es wird immer noch von den Medien und deren giftigen Artikeln angeheizt. Hätte Michael das toleriert? Zur Hölle, nein! Warum sind wir also im Begriff, es zu tolerieren?

Es ist die Zeit gekommen, um für Michael einzutreten und alles in unserer Macht stehende zu tun, um seinen Ruf zu beschützen. Schürt dieses Feuer in euren Bäuchen und denkt an die Bilder von Michael während dem Prozess 2005. Denkt an das Gefühl des gebrochenen Herzens, als ihr diese entsetzliche Traurigkeit in seinen Augen gesehen habt. Denkt an diese Freude, die ihr erlebt habt, als Michael freigesprochen wurde. Michael und seine Fans machten all das gemeinsam durch. Doch sofern wir nicht gegen die Medien Stellung beziehen, wird all das umsonst gewesen sein. Keine andere Berühmtheit wurde von den Medien so grausam angegriffen wie Michael Jackson. Er durchlebte das sein Leben lang und es machte sein Leben zu einem Elend. Die Berichterstattung über den Prozess 2005 wurde als „Prozess durch die Medien“ tituliert. Er hätte als von den Medien „vor Gericht gestellt, verurteilt und gehängt“ tituliert werden sollen und nächstes Jahr werden wir alles wieder von vorne erleben. Es war beim ersten Mal entsetzlich genug. Aber der Unterschied ist, dass Michael damals seine Meinung sagen und sich selbst verteidigen konnte. Dieses Mal kann er das nicht. Und darum fällt es UNS zu, etwas GEMEINSAM zu tun.

Es gibt kein „I“ (ich) in „us“ (uns). Und man kann „unite“ (sich vereinen) nicht aussprechen, ohne „you“ (du) und „I“ (ich) zusammenzufügen.

Kerry Ward, MDF Admin

*****

„Beschützt das Vermächtnis der Verstorbenen und die geistige Gesundheit ihrer Hinterbliebenen“ (AdLLaw Initiative)

Link zur Petition: http://petitions.moveon.org/sign/protect-the-legacy-of

Wir richten uns an das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten, den Senat der Vereinigten Staaten und Präsident Barack Obama

Verabschieden Sie ein Gesetz, das die Verstorbenen zu jenen einreiht, die, wenn sie diffamiert werden, denselben Rechtsschutz haben können, indem Sie deren Familienmitgliedern eine Gesetzesgrundlage bieten, auf der sie einen zivilen Klageanspruch aufbauen können.

Die Anti-Diffamierung Vermächtnis Rechts Advokaten betrachten dieses Gesetz wie jedes andere; als eine Abschreckung für die meisten und ein Mittel gegen die schwerwiegenderen Täter. Wenn eine Person verstorben ist, kann nahezu alles über sie gesagt oder geschrieben werden. Selbst Unbekannte können zur Zielscheibe werden, was bedeutet, dass wir und unsere Liebsten in Gefahr sind.

Wir hoffen, es wird ausschlaggebend sein, um den Gesetzesentwurf zu verabschieden oder zu einem Bestreben beider Parteien zu machen.

https://antidefamationlegacylawadvocates.org/

Petitionshintergrund

Wir ersuchen alle Leute – die Mitglieder unseres Kongressorgans und den Präsidenten der Vereinigten Staaten, die Initiative der Anti-Diffamierung Vermächtnis Rechts Advokaten oder AdLLaw (Ad Law) zu unterstützen.

Ursprünglich dachten wir, mit Kalifornien zu beginnen. Der kalifornische Gerichtsjustizrat erstellte einen Entwurf für eine Initiative. Obwohl es für Kalifornien konzipiert wurde, bekundet das Dokument eindeutig, dass wir dieses Gesetz auf nationaler Ebene verwirklicht sehen wollen.

https://antidefamationlegacylawadvocates.org/2013/07/18/anti-defamation-legacy-law-advocates-adllaw-initiative/

Ziel dieser Initiative ist es, ein Gesetz zu verabschieden, das die Verstorbenen unter jenen einreiht, die juristisch betrachtet diffamiert werden können, wodurch deren Familienmitgliedern eine Gesetzesgrundlage geboten wird, auf deren Basis sie einen zivilen Klageanspruch aufbauen können. Wir sehen dieses Gesetz wie jede andere Zivilklage. Solch ein Gesetz wäre weder unbegründet, noch eine Zauberpille, um alle Missstände zu kurieren, aber in den meisten Fällen eine realisierbare Abschreckung gegen die Verleumdung eines Verstorbenen und ein denkbares Mittel, um sich mit ernstzunehmenderen Tätern zu befassen.

In den letzten 5 Jahren überstieg die Liste der Verstorbenen, die ungeheuerlich diffamiert worden sind, die Marke des Üblichen oder des zu erwartenden. Die Liste reicht von den Berühmten über die Unbekannten.

Wir Amerikaner sind mit vielen Rechten gesegnet, aber mit ihnen gehen Verantwortlichkeiten einher, um sicherzustellen, dass wir niemandem mit unserem gefährlichen Verhalten schaden. Vorsätzliche Diffamierung eines Verstorbenen richtet viel mehr an, als nur die Gefühle der Hinterbliebenen zu verletzen, es kann deren Gesundheit und Wohlbefinden durch falsche öffentliche Wahrnehmung, Meinungen und ergriffene Maßnahmen gefährden. Wir schätzen die Rechte des amerikanischen Ersten Verfassungszusatzes, aber in unserer Verfassung befindet sich nichts über das Ablegen eines falschen Zeugnisses als Rechtsanspruch.

Wir erbitten dringend, die Anti-Diffamierung Vermächtnis Rechts (AdLLaw) Initiative zu unterstützen.

https://antidefamationlegacylawadvocates.org/

Forest Lawn besuchen und überdenken

by

Original: https://dancingwiththeelephant.wordpress.com/2016/06/16/visiting-and-revisiting-forest-lawn/

Post vom 16/06/2016

Willa: Letzten Juni besuchte unsere Freundin und regelmäßige Mitarbeiterin Eleanor Bowman den Forest Lawn Memorial Park, wo Michael Jackson beerdigt ist. Ich habe nie viel darüber nachgedacht – ich schätzte, ich habe einfach angenommen, dass es ein schöner Friedhof ist, wo viele Hollywoodstars begraben sind – aber Eleanor erklärte, dass es viel mehr als das ist. Zum Beispiel sagte sie, dass sich im Großen Mausoleum am Forest Lawn lebensgroße Reproduktionen von Michelangelos Statuen befinden, die wie die Originale in Marmor gemeißelt sind.

Eleanors Emails entfachten meine Neugier und so begann ich nachzuforschen. Ich fand heraus, dass Forest Lawn auf Basis einer ganz unüblichen Vision gestaltet wurde, wie ein Friedhof sein könnte – ein fröhlicher, öffentlicher Ort, an dem die Leute in Verbundenheit mit der Natur großartige Kunstwerke erleben können und die Leben ihrer geliebten Menschen feiern. Tatsächlich half er, die gängigen Vorstellungen über Friedhöfe zu verändern. Der Gründer Hubert Eaton schrieb 1917 „Ich werde danach streben, Forest Lawn im Gegensatz zu anderen Friedhöfen zu erbauen, so wie sich Sonnenschein von Dunkelheit unterscheidet, so wie sich ewiges Leben vom Tod unterscheidet.“

Dieses Jahr nähern wir uns also dem siebenten Jahrestag von Michael Jacksons Tod und wir würden gerne über Forest Lawn sprechen, über Dr. Eatons Vision, wie sie sich auf Michael Jacksons Ideen über Kunst beziehen und ob Forest Lawn eine geeignete letzte Ruhestätte für ihn ist. Eleanor, vielen Dank, dass Du Deine Gedanken mit uns teilst!

Lisha: Wow, das klingt nach einem faszinierenden Thema. Ich hatte keine Ahnung, dass Forest Lawn solch eine ungewöhnliche Geschichte hat. Eleanor, vielen Dank, dass Du bei uns bist. Ich kann es kaum erwarten, mehr darüber zu lernen.

Eleanor: Hi, Willa und Lisha. Und danke für die Einladung, um erneut über meinen Lieblingsmenschen zu sprechen.

Letztes Jahr besuchte ich meinen Sohn Shaw in LA und mir war bewusst, dass der Jahrestag von Michaels Tod nahe lag. Ich wollte etwas tun, um mich ihm irgendwie näher zu fühlen und ihn zu ehren. Und mein Sohn, der mich vor ein paar Jahren bei Laune hielt, indem er mich an den Toren der ursprünglichen Jacksonresidenz in Hayvenhurst vorbeifuhr, ging auf meine Stimmung ein und verbrachte den ganzen Tag damit, mich zu Orten zu bringen, die mit Michael in Verbindung stehen.

Willa: Oh, wirklich? Du und Dein Sohn habt also eine private Michael Jackson Tour gemacht?

Eleanor: Ja, das haben wir. Und es war ein wundervoller Tag!

Willa: Das klingt nach richtig viel Spaß! Es gibt professionelle Michael Jackson Touren, die hunderte Dollar kosten, aber eine eigene Tour zu machen klingt viel besser.

Lisha: Ich stimme zu. Seit ich dieses YouTube Video mit dem Titel „Ultimate Michael Jackson Fan Tour (Red in L.A.)“ gesehen habe, wollte ich selbst eine Do-It-Yourself Tour machen:

Willa: Ich liebe dieses Video, Lisha. Und wie toll, dass Du mit Deinem Sohn eine „Do-It-Yourself Michael Jackson Tour“ machen konntest, Eleanor! Wo wart ihr überall?

Eleanor: Zuerst waren wir in Hombly Hills (Hombly Hills grenzt an Beverly Hills), um das Haus zu besichtigen, in dem er lebte, als er sich für This Is It vorbereitet hat. Es nimmt einen ganzen Block ein und liegt auf einem steilen, tortenförmigen Stück Land mit dem Haus obenan, die Vorderseite blickt auf Terrassengärten und darüber hinaus über LA hinaus. Die Doppelgarage befindet sich direkt auf der Strasse, das Garagentor war geöffnet und ich konnte mir MJ vorstellen, wie er sein Haus betrat und verließ. Die Nachbarschaft ist so schön und friedlich: gewundene Gassen, die mit wunderschönen Bäumen und Blumen gesäumt sind. So grün und ruhig.

Als nächstes fuhren wir nach Hollywood und ich fand seinen Stern am Walk of Fame. An diesem Abend gingen wir ins La Cabanita, einem mexikanischen Restaurant in Glendale, das eines von Liz Taylors liebsten war, und wir konnten uns MJ und Liz beim gemeinsamen Abendessen vorstellen. (Das Essen war großartig!)

Aber der beste und bewegendste Teil des Tages war für mich der Besuch des Forest Lawn. Sehr ruhig. Eine Hügellandschaft mit weitgehend ebenerdigen Grabstellen. Natürlich mit Ausnahme des Großen Mausoleums, wo die reichen und berühmten, einschließlich MJ, beerdigt sind – eine Art Kathedrale für die Toten. In Elizabeth Taylors Krypta gibt es auf beiden Seiten wunderschöne Zweige weißer Orichdeen und einen riesigen Marmorblock mit ihrem Namen. Oben auf war eine enorme Statue eines Engels.

Willa: Ja, es ist wirklich wunderschön. Hier ist ein Foto, das ich online gefunden habe:

Elizabeth Taylor Krypta

Eleanor: Das Gebäude ist ein echtes Kulturerlebnis. Ich habe niemals etwas Vergleichbares gesehen. Überall Nachbildungen von Michelangelos Skulpturen, wie Du erwähnt hast, Willa. In Originalgröße. Und ein riesiges mit Glasmalereien verziertes Fenster, das eine Kopie von Leonardo da Vincis Letztes Abendmal zeigt. Wirklich übertrieben, aber doch… passend für diese Leute, die irgendwie unsere kulturellen Archetypen repräsentieren, denke ich.

Ich sagte Shaw, dass ich an Evelyn Waughs The Loved One und Jessica Mitfords The American Way of Death erinnert wurde, beides kulturelle Kritiken der US, beide vom Forest Lawn inspiriert und beide repräsentierten alles, was ich über Forest Lawn wusste. Ich meine, Forest Lawn ist selbst eine kulturelle Ikone, wenn ein Friedhof eine Ikone sein kann.

Willa: Ich weiß, was Du meinst, Eleanor. Er veränderte wirklich das Aussehen von Friedhöfen im ganzen Land. Ich habe nicht realisiert, wie signifikant er war, bis Du mir darüber erzählt hast und ich begonnen habe, ein wenig zu recherchieren. Tatsächlich wusste ich nur sehr wenig über Forest Lawn. Aber nachdem Du mein Interesse angeregt hast, besuchte ich Kalifornien und Forest Lawn – etwas, das ich ohne Deine Ermunterung vermutlich nicht gemacht hätte – und ich war überrascht davon, wie wunderschön er ist. Es fühlt sich an wie ein Park. Tatsächlich ist es ein beliebter Ort für Hochzeiten, was ziemlich ungewöhnlich ist für einen Friedhof…

Lisha: Hochzeiten? Das kann nicht Dein Ernst sein! Ich kann mir zu einem Friedhof nichts Gegensächlicheres vorstellen als eine Hochzeit!

Willa: Ich war auch schockiert, als ich das gelesen habe. Also habe ich David Macdonald dazu befragt. Die Forest Lawn Gesellschaft hat eigentlich sechs separate Friedhöfe – oder Gedenkparks, wie sie es nennen – und Mr. Macdonald leitet die Glendale Anlage, wo sich Michael Jackson befindet. Toni Bowers und ich besuchten Kalifornien letzten November und vor unserem Ausflug kontaktierten wir Mr. Macdonald. Er nahm uns netterweise mit auf eine Tour und während wir herumgingen, fragte ich ihn, ob es stimmt, dass Ronald Reagan dort geheiratet hat. Er sagte ja, tausende Leute haben dort geheiratet und es ist immer noch ein beliebter Ort für Hochzeiten. Tatsächlich sagte er, dass er selbst dort geheiratet hat. Ich war von all diesen Hochzeiten wirklich überrascht. Das war überhaupt nicht das, was ich bei einem Friedhof erwartet habe.

Lisha: Das ist so cool, dass Du dort warst! Und die Hochzeiten sind einfach so überraschend – ich kann es mir einfach nicht vorstellen.

Ich googelte und fand dieses Foto von Ronald Reagan und Jane Wymans Hochzeit 1940, die in der Wee Kirk o‘ the Heather abgehalten wurde, einer Kirche am Forest Lawn:

reagan-wyman-wedding

Das Brautpaar sitzt im „Wunschsessel“ der Kirche, einem Steinmonument, auf dem auszugsweise steht „Das Glück wird für immer auf das Brautpaar lächeln, das an ihrem Hochzeitstag in diesem Sessel sitzt.“ Forest Lawns Hochzeitskoordinatorin Mildred Broking sagte der Los Angeles Times, dass „Ein Paar in den 40ern, wenn es nicht im Wee Kirk vermählt wurde, einfach nicht verheiratet war… Es war der Eliteort, um zu heiraten.“

In einer Million Jahren hätte ich niemals vermutet, dass eine Friedhofskirche „der Eliteort“ für eine Hochzeit werden könnte!

Eleanor: Das hätte ich auch nicht, Lisha, und ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich mich mit dem Gedanken wohlfühle.

Willa: Es ist auf jeden Fall unerwartet, oder? Aber in gewisser Hinsicht ist es ein Testament für den Erfolg von Dr. Eatons Vision. Er war nicht der Meinung, dass ein Friedhof ein trauriger Ort sein sollte, sondern vielmehr ein Ort der Feierlichkeit. Tatsächlich hat Mr. Macdonald gesagt, dass Forest Lawn die populärste Touristenattraktion in Los Angeles war, bevor Disneyland errichtet wurde, und er zieht immer noch viele Besucher an – wenngleich natürlich nicht annähernd so viele wie Disneyland. Es ist einfach schwer vorstellbar, dass ein Friedhof solch ein beliebter Ort ist.

Lisha: Das ist wirklich etwas. Es klingt so, als hätte Dr. Eaton wirklich die Art in Frage stellen wollen, wie Leute über den Tod zu denken gewöhnt waren.

Willa: Ja, das denke ich auch.

Lisha: Ich weiß, dass der Père Lachaise Friedhof in Paris ebenfalls viele Touristen anzieht, aber ich dachte, das läge an den berühmten „Bewohnern“ wie Jim Morrison, Oscar Wilde, Èdith Piaf und Frèdèric Chopin. Besucher finden Gefallen daran, die Gräber der historischen Personen zu finden, die dort begraben sind.

Willa: Und das trifft auf Forest Lawn ebenfalls zu. Es ist erstaunlich, wieviele berühmte Leute aus vielen unterschiedlichen Bereichen dort beigesetzt wurden, einschließlich Schauspielern, Musikern, Athleten und Politikern. Dort sind Clark Gable und Carole Lombard, Humphrey Bogart und Lauren Bacall, Gracie Allen und George Burns, Mary Pickford, Ethel Waters, Sammy Davis Jr, Sam Cooke, Nat King Cole, Red Skelton, Casey Stengel – sogar Dr. Suess. Hier ist eine Liste mit über 1000 berühmten Leuten, die dort begraben sind.

Eleanor: Danke, Willa. Ziemlich umfangreich.

Willa: Es ist eine lange Liste, oder? Aber ich denke, es gibt noch etwas anderes am Forest Lawn, das all die Besucher und die Hochzeiten erklärt. Dr. Eaton stellte ihn sich als einen Ort für die Lebenden, wie auch die Toten vor.

Es wird erzählt, dass er am Neujahrstag 1917 in den Hügeln in Forest Lawn spazieren ging und plötzlich eine Vision hatte, was es sein könnte. Er kam nach Hause und schrieb auf, was als „Das Bekenntnis des Erbauers“ bekannt wurde. Es wurde in eine Wand nahe dem Eingang zum Großen Mausoleum in Stein gemeißelt. Hier sind ein paar seiner Worte:

Ich glaube an ein glückliches ewiges Leben…

Deshalb weiß ich, dass die heutigen Friedhöfe falsch sind, weil sie ein Ende darstellen, statt einem Anfang…

Ich werde mich bemühen, Forest Lawn anders zu erbauen, anders als andere Friedhöfe, so wie sich Sonnenschein von Dunkelheit unterscheidet, so wie sich ewiges Leben vom Tod unterscheidet…

Forest Lawn wird ein Ort werden, an dem junge und alte Liebende es lieben werden, zu flanieren und das Glühen des Sonnenuntergangs zu betrachten, für die Zukunft zu planen oder in vergangenen Erinnerungen zu schwelgen; ein Ort, an dem Künstler studieren und entwerfen; wo Lehrer glückliche Kinder hinbringen, um die Dinge zu sehen, von denen sie in Büchern gelesen haben…

Dr. Eaton stellte sich Forest Lawn also tatsächlich als einen Ort für Liebende vor! In diesem Sinne – dass es ein Ort ist, an dem Liebende flanieren, Künstler entwerfen und ein Ort, den Schüler in Exkursionen besuchen, um großartige Kunstwerke zu sehen – unterscheidet er sich sehr von den meisten Friedhöfen.

Lisha: Das ist solch ein radikales Konzept – das Ende des Lebens als neuen Anfang zu feiern, wie wir normalerweise über Hochzeiten denken, und nicht über Beerdigungen. Es wandelt das Konzept einer Beerdigung in eine Feier des Lebens und der Liebe, statt in das endgültige tragische Ende.

Willa: Ich denke, Du hast Recht, Lisha.

Lisha: Auf der Forest Lawn Webseite findet man eine interessante Geschichte über die allererste Statue, die Dr. Eaton 1915 für den Friedhof erworben hat – bekannt unter dem Namen Duck Baby. Der Gedanke, Kunst in einem Friedhof aufzustellen, war damals so ungewöhnlich, dass der Erwerb einige Kontroversen hervorrief und zunächst vom Vorstand abgelehnt wurde. Duck Baby stellt ein lachendes Kind dar – voller Leben – dass Entenbabys in seinen Armen hält. Eine wunderschöne Statue wie diese aufzustellen, war solch eine andere Art, über Beerdigungen zu denken, und viele hatten Schwierigkeiten damit, sich das Konzept vorzustellen.

duck-baby forest lawn

Eleanor: Ja, es ist wirklich ganz anders. Und nicht jeder teilte oder bewunderte Eatons Vision. Besonders nicht zu Beginn. Forest Lawn besitzt eine lange Geschichte und hat viele Kotroversen entfacht; oft wurde er als Beispiel für amerikanischen Kommerz und Geschmacklosigkeit betrachtet. Jessica Mitford führte ihn als Beispiel dafür an, wie man es nicht macht. Und Evelyn Waugh nutzte ihn, um das amerikanische Leben zu verspotten.

Da meine Vorstellungen über Forest Lawn einzig auf diesen beiden Büchern basierte, hatte ich selbst einige Vorbehalte darüber, ob er eine geeignete Grabstätte für Michael Jackson ist. Aber natürlich ist er nicht wirklich begraben, sondern beigesetzt. Für mich schien es fast schon entweihend für ihn, ihn irgendwo beizusetzen. Er schien sich selbst so sehr als Teil der Natur zu fühlen, seinen Körper von seiner geliebten Erde zu trennen, schien gegen alles zu sein, woran er glaubte. Einäscherung schien angemessener zu sein.

Willa: Das ist ein wirklich guter Punkt, Eleanor. Ich meine, Michael Jackson schrieb in „Planet Earth“ im Grunde einen Liebesbrief an die Natur, als er sagte:

In meinen Adern spürte ich das Geheimnis
Der Zeitkorridore, der Geschichtsbücher,
Lebendige Gesänge aus alter Zeit, die in meinem Blut pochen,
Tanzten den Rhythmus von Ebbe und Flut,
Deine Nebelwolken, dein elektrischer Sturm
Waren turbulente Stürme in mir.

Es ist schwer vorstellbar, dass der Mensch, der diese Worte geschrieben hat, seinen Körper von der Natur und dem Kreislauf des Lebens getrennt gehalten haben wollte – im Inneren eines Metallsarges weggesperrt, der dann mit Gestein ummantelt wird. Aber ich verstehe auch, warum seine Familie und Fans einen Ort haben wollen, um ihm zu gedenken und seim Leben ein Denkmal zu setzen.

Eleanor: Ja, ich stimme zu. Auf der einen Seite schien er sich so im Einklang mit der Natur gefühlt zu haben, so sehr als Teil davon. Ich sehe seine Kunst gerne als Ausdruck der Natur, die in seinem Tanz durch seinen Körper fließt. Seine Stimme singt die Lieder der Natur.

Ich machte allerdings einen Realitätscheck und obwohl ich denke, dass eine Feuerbestattung passender gewesen wäre, war er schließlich Michael Jackson und das wäre einfach nicht passiert. Nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es keinen angemesseneren Ort für den King of Pop als Forest Lawn geben könnte.

Willa: Interessant, dass Du das gesagt hast, Eleanor, weil ich am Forest Lawn unter anderem gelernt habe, dass eine anfängliche Definition eines „Mausoleums“ „eine Grabstätte für Könige“ ist. Es ist also angemessen, dass der King of Pop dort beigesetzt wurde, wie Du gesagt hast.

Eleanor: Das wusste ich nicht! Es ist also wirklich passend für Michael.

Willa: Ja, das ist es. Aber Forest Lawn war auch ein früher Befürworter der Einäscherung. Laut Forest Lawn: the First 100 Years, einem Buch, das veröffentlicht wurde, um ihre Hundertjahrfeier zu zelebrieren, „wurden 1906 in den Statuten unter den frühesten Zielen von Forest Lawn Anlagen für ein Krematorium aufgeführt“ und sie errichteten 1917 ein Krematorium, als Einäscherung für viele Leute noch ein sehr verstörender Gedanke war und nicht annähernd so akzeptiert war wie heute. Tatsächlich war das „Zerstreuen der Mythen“ über die Feuerbestattung zu Beginn eine ihrer vielen Herausforderungen.

Aber obwohl sie immer noch Kremierungen anbieten, sind sie nicht dafür bekannt. Bekannt sind sie für das Große Mausoleum, das wunderschöne Gelände und die vielen Berühmtheiten, die dort beerdigt oder beigesetzt wurden.

Eleanor: Ja, und Forest Lawn ist vielleicht der einzige Friedhof der Welt, der die Ressourcen hat, um ihn vor verrückter Liebe und Hass zu beschützen. Der Teil des Mausoleums, wo er verschlossen aufbewahrt wird – was auch mit seinem goldenen Sarg zu tun haben mag. Ich weiß nicht. Weiß es jemand von euch? Ich konnte nicht hinein, als ich dort war, also musste ich mich damit begnügen, mir vorzustellen, wie es im Inneren ist.

Willa: Nun, das Große Mausoleum ist riesig und während Teile davon für die Öffentlichkeit zugänglich sind, ist der Großteil privat. Da ist das Hauptgebäude, das 1917 erbaut wurde, und dann wurden im Laufe der Jahre Erweiterungen angebaut. Die erste war Azalea Terrace 1919 und dann machten sie alphabetisch aufsteigend weiter bis Jasmine Terrace. Michael Jackson ist in der Holly Terrace, die 1949 angefügt wurde. Ich habe eine Webseite gefunden, wo ein historisches Foto abgebildet ist, das 1952 aufgenommen wurde, bevor Iris und Jasmine Terraces gebaut wurden. Die Holly Terrace ist rot markiert:

holly-terrace-photo-taken-1952

Das Große Mausoleum ist also ein riesiges Bauwerk, oder eine Serie von Bauwerken, und große Teile davon sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, Familienmitglieder können allerdings jederzeit hinein. Tatsächlich glaube ich, dass alle Terrassen privat sind. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, dass das so ist. Ich weiß, dass die Holly Terrace für die Öffentlichkeit gesperrt ist und Michael Jacksons Familie entschied sich, ihn dort unterzubringen. Laut einem Artikel des Time Magazins, der am Tag seiner Beerdigung veröffentlicht wurde, waren Sorgen über die Privatsphäre ein wesentlicher Faktor bei ihrer Entscheidung.

Mr. Macdonald erzählte uns, dass die Jackson Familie sogar den gesamten Alkoven erworben hat, wo sich Michael Jackson befindet, der etwa ein Dutzend Grabräume in den Wänden beinhält, die seine Krypta umgeben. (Mr. Macdonald war sich nicht sicher, wieviele es genau sind). Ich nehme also an, dass seine Mutter dort eines Tages beigesetzt werden wird, zusammen mit anderen Familienmitgliedern.

Lisha: Das ist wirklich interessant. Davon habe ich noch nie gehört.

Willa: Ich auch nicht. Man kann das Äußere der Jackson Alkoven übrigens im obigen Bild sehen. Es ist die Ausbuchtung auf der rechten Seite der Holly Terrace (der rote Teil). Hier ist ein besseres Foto mit Blick auf die Alkoven, wo er sich befindet:

michael-jackson-alcove-outside-2

Und hier ist ein Foto der Jackson Alkoven von innen, das ich auf Pinterest gefunden habe:

michael-jackson-alcove-in-holly-terrace

Die wunderschönen Fenster mit Glasmalerein, die seine Krypta umgeben, werden die Himmelfahrt-Fenster genannt und basieren auf Nicola D’Ascenzos „Christi Himmelfahrt“, einem aufwendigen Fenster in der Church oft he Good Shepherd in Scranton, Pennsylvania. Die Steinplatten auf beiden Seiten des Alkoven markieren den Platz, wo weitere Särge in die Wände eingefügt werden können.

Eleanor: Vielen Dank für dieses Foto, Willa.

Willa: Es ist wunderschön, oder? Und Du musst Dir all die Blumen ansehen. Obwohl Fans die Holly Terrace nicht betreten dürfen, sagte Mr. Macdonald, dass sie versuchen, den Fans so weit wie möglich entgegenzukommen. Er sagte, dass sie aus Sicherheitsgründen nichts in seine Krypta bringen können, dass nicht vom Forest Lawn stammt. Aber wenn Fans einen Strauß im Forest Lawn Blumenladen kaufen, wissen sie, dass es sicher ist und bringen ihn zu seinem Sarg. Fans aus aller Welt machen das regelmäßig, sagte er, und es gab viele Blumengestecke, als wir dort waren.

Eleanor: Ich wünschte, ich hätte das letztes Jahr gewusst. Als wir angekommen sind, gingen wir zum Mausoleum und drückten einen Knopf auf der Außenseite der Tür und eine düstere, körperlose Stimme aus dem Inneren sagte uns, dass es geschlossen war; dann dirigierte sie uns aber zu der Tür, die Michael Jacksons Ruhestätte am nächsten ist.

Willa: Ja, es gibt dort einen Bereich in der Nähe des Haupttores zur Holly Terrace, der zu einer ständigen Gedenkstätte geworden ist. Als wir dort waren, waren dort frische Blumen, Briefe und selbstgemachte Poster – und das war im November, was nicht gerade eine besondere Zeit im Michael Jackson Kalender ist – nicht wie Juni oder August.

Eleanor: Ja. Die Terrasse außerhalb der Holly Terrace wurde zu einem Treffpunkt für Leute, die gekommen sind, um Michael zu ehren. Es gab frische Blumen in der Nähe der Tür und Liebesbriefe. Ich kaufte Blumen bei dem Blumenhändler und als ich zurückgekommen bin, standen ein paar Leute herum und unterhielten sich leise. Ich legte meinen Strauß zu den anderen und dann kam ein sehr netter älterer Mann mit australischem Akzent und sagte, er würde für meine Blumen eine Vase mit etwas Wasser füllen, damit sie in der heißen Sonne länger halten würden. Ich fühlte so viel Liebe – die Liebe, die uns Michael Jackson in seiner Kunst und seinem Leben gegeben hat, gaben wir einander. Das berührte mich wirklich sehr und meine Augen füllten sich mit Tränen.

Willa: Das klingt wunderschön, Eleanor. Wir haben keine Fans gesehen, als wir dort waren, aber ein paar Fans waren vor uns an diesem Tag dort und Mr. Macdonald sagte, dass Fans so ziemlich jeden Tag kommen. Und ich war auch tief berührt davon, dort zu sein – mehr, als ich erwartet hätte. Ich muss sagen, dass ich Michael Jacksons Präsenz am Forest Lawn nicht wirklich gespürt habe. Ich fühle ihn viel stärker, wenn ich seine Musik höre oder seine Kurzfilme oder Konzertmitschnitte sehe. Aber es war sehr bewegend und es gibt am Forest Lawn Aspekte, die es besonders für ihn geeignet machen, denke ich.

Zum Beispiel wollte Dr. Eaton Forest Lawn zu einem Ort machen, der mit Statuen und Gemälden gefüllt ist, wo Leute ohne viel Geld an einem wunderschönen Ort spazieren gehen und großartige Kunstwerke erleben können. Es gibt dort also fantastische Bildhauerkunst, wie zum Beispiel sehr schöne handgemachte Nachbauten von Michelangelos David und The Pieta und ein faszinierendes Werk mit dem Namen The Mystery of Life von dem italienischen Bildhauer Ernesto Gazzeri. Hier ist ein Bild:

mystery-of-life-2

Es gibt auch eine ungewöhnliche Szene von Vincenzo Jerace mit dem Namen Christ and the Children. Laut Forest Lawn: the First 100 Years erzählte Eaton die Geschichte von Jeraces Statue sehr gerne:

Er erzählte den Zuhörern, dass er glaubte, dass Christus eine wunderbare, warmherzige Persönlichkeit haben musste, um Kinder und Erwachsene anzuziehen. Aber die Kunst hat Ihn meistens entweder in Todesqualen am Kreuz dargestellt oder mit einem sehr düsteren Gesichtsausdruck. Eaton suchte und suchte nach einer Christus-Darstellung, die Freude ausstrahlt. Nachdem es ihm nicht möglich war, solch ein Kunstwerk zu finden, versammelte er eine Gruppe italienischer Bildhauer und erklärte ihnen seine Vision. Die meisten antworteten, dass sie das nicht machen können, da ihnen ihre Religion gelehrt hat, dass Christus für ihre Sünden gelitten hat und es wäre nicht angemessen, einen lächelnden Christus zu zeigen. Ein Künstler allerdings, Vincenzo Jerace, sagte Eaton, dass er es versuchen würde. Das Ergebnis ist diese Statue, die als „der lächelnde Christus“ bekannt ist.

Hier ist ein Foto von Jeraces Statue:

jerace-2

Lisha: Wow, das ist wirklich wunderschön!

Willa: Ja, und die Geschichte dahinter gefällt mir sehr. Dort gibt es auch fantastische Glasmalereien. Es gibt die Nachbildung von Leonardo da Vincis Letztes Abendmahl als Glasmalerei, wie Du schon vorher erwähnt hast, Eleanor; der italienische Künstler Caselli Moretti brauchte sieben Jahre, um es mit Hilfe der Originalskizzen da Vincis zu erschaffen. Und es gibt die Himmelfahrts-Fenster in Jacksons Alkoven. Des weiteren gibt es in einem Untergeschoß des Großen Mausoleums einen wunderschönen Ort namens Poet’s Corner (Dichterecke), wo Szenen aus der Poesie auf Glas nachgebildet wurden. Als Toni und ich dort waren, stand die Sonne tief am Himmel und schien direkt durch diese Fenster und es raubte uns einfach den Atem. Es war unbeschreiblich schön.

Lisha: Das würde ich wahnsinnig gerne sehen. Es klingt absolut großartig.

Willa: Oh, das war es! Ich habe versucht, Fotos zu machen, aber ich konnte dieses Licht einfach nicht einfangen. Ich fürchte, ich bin keine sehr gute Fotografin…

Was ich also versuche rüberzubringen, ist, dass es am Forest Lawn überall Kunstwerke gibt, sowohl im Mausoleum, als auch überall in den Gärten verteilt, und besonders die Statuen der Kinder erinnerten mich sehr an Michael Jackson. Hier ist zum Beispiel eine Statue von einem Mädchen und einem Jungen, die zu der Gravur von Dr. Eatons „Erbauerbekenntnis“ hinaufblicken:

builders-creed forest lawn

Eleanor: Hmmm. Erinnert mich an Neverland.

Lisha: Genau das habe ich auch gedacht!

Willa: Das denke ich auch, besonders wegen der Art, wie sie sich an den Händen halten, mit dem Welpen in einem Wagen. Statuen wie diese sind der Grund, weshalb ich finde, dass Forest Lawn sehr passend für Michael Jackson ist.

Lisha: Weißt Du, da ich noch nicht dort war, fällt es mir schwer, mir diesen Park mit all der Kunst und den Michelangelo Repliken vorzustellen. Er scheint ungewöhnlich zu sein. Ich fand auf You Tube ein paar Urlaubsaufnahmen, die mir halfen, es mir besser vorzustellen:

Mein Bauchgefühl sagt mir, Michael Jackson würde diesen Ort lieben. Es scheint in vieler Hinsicht ein idealer Ruheplatz für jemanden zu sein, der sich so sehr dafür engagierte, die Welt mit Hilfe von Kunst und Schönheit zu einem besseren Ort zu machen.

Willa: Dem stimme ich zu. Es fühlt sich richtig an, dass er an einem so schönen, mit Kunst gefüllten Ort ist.

Eleanor: Eine perfekte Ruhestätte für einen Künstler, besonders für einen Pop Künstler. In seinen frühen Jahren war Forest Lawn ein Symbol für das, was jetzt als Pop-Kultur bekannt ist, aber dann sah man das Nebeneinander von „Pop“ und „Kultur“ als sich widersprechend an, oder gar als schwachsinnig, was den alten britisch/europäischen Snobismus gegenüber den Vereinigten Staaten und ihrer eher demokratischen Herangehensweise an Kunst widerspiegelt, ein Ansatz, der durch amerikanischen Film und Popmusik veranschaulicht wird. Lange Zeit wurde „Kultur“ und Kunst mit der Alten Welt identifiziert und nicht mit der Neuen, und mit der Elite anstatt mit der breiten Masse.

Willa: Genau, und Dr. Eaton wollte diese Kluft überbrücken und „hohe“ Kunst – oder wenigstens Repliken hoher Kunst – für jeden zugänglich machen, auch für Schulkinder.

Eleanor: Es ist interessant, dass Forest Lawn und so viele der Menschen, die dort begraben oder beigesetzt sind, so eng mit dem Film verbunden sind, einer Kunstform, die darum kämpfen musste, ernstgenommen und als Kunst anerkannt zu werden, so wie es auch bei der populären Musik der Fall war. Und dass Forest Lawn teilweise der gleichen Kritik ausgesetzt war – wie die von Mitford und Waugh ausgeteilte – die auch Michael Jackson verfolgte.

Zum Beispiel wurden sowohl Forest Lawn als auch Michael Jackson beschuldigt, „kommerziell“ zu sein. Das Los Angeles Magazine beschrieb Forest Lawn als ein „Freizeitpark-Nekropolis“, und drückte mit anderen Worten aus, was Jessica Mitford mit „der Kitsch von Forest Lawn war nur eine ausgeklügelte Strategie, um die Scheckbücher der Trauernden zu schmieren“ beschrieb.

Lisha: Das ist sogar irgendwie witzig!

Eleanor: Ja, und die Analyse Mitfords liegt vermutlich garnicht soweit daneben. Ich kann mir nicht vorstellen, was es kostet, im Mausoleum beigesetzt zu werden.

Willa: Ja, aber der Eintritt ist frei. Jeder, der das Gelände besuchen und sich die Kunstwerke ansehen möchte, kann das kostenlos tun. So bezahlen die Wohlhabenden nach ihrem Tod dafür, dass Kunst für jeden zugänglich ist. Aber ich vermute, du hast Recht, Eleanor – ich nehme an, dass es sehr teuer ist, eine Gruft im Mausoleum zu kaufen.

Eleanor: Mitford sah in Forest Lawn eine Möglichkeit, den Tod in ein Gewerbe zu verwandeln, und Film und Pop-Musik werden ebenfalls als Gewerbe bezeichnet – oder als Entertainment-Industrie in einen Topf geworfen – oder in LA einfach nur als „Das Geschäft“ bezeichnet. Erfolg in diesen Bereichen bringt sicherlich Vermögen und Ruhm mit sich. Und Michael Jackson wurde oft dafür kritisiert, seinen Fokus auf Verkaufszahlen zu legen.

Lisha: Oh, lasst mich bloß erst garnicht anfangen mit dieser alten Sache über die Zweiteilung von Kunst und Kommerz! Es ist wirklich an der Zeit, das hinter sich zu lassen. Mir fiel auf, dass es die gleichen Kritiker des Kommerzes sind, die auch alle Michael Jackson Alben ausser Thriller ignorieren. Als Kultur sind wir wirklich in der Meinung steckengeblieben, dass kommerzieller Erfolg und Kunst nicht vereinbar seien. Als ob Michael Jackson irgendeine „Schuld“ daran trägt, das meistverkaufte Album aller Zeiten zu haben.

Eleanor: Ich weiß, Lisha. Das ist deprimierend. Und falsch! Er setze die Verkaufszahlen nicht so sehr mit Geld gleich, sondern sah sie als einen Indikator dafür, wie viele Menschen er mit seiner Kunst erreichte – und veränderte.

Willa: Genau. So interpretiere ich es auch, Eleanor. Er versuchte, die Welt zu verändern, und dazu brauchte er eine globale Zuhörerschaft.

Eleanor: Sein kommerzieller Erfolg spiegelt auch einen Level an kulturellem Wert wieder, der einem Schwarzen üblicherweise nicht gewährt wurde. Es war also sehr wichtig – besonders für ihn.

Lisha: Ich stimme dir zu, Eleanor, und denke, dass kann man garnicht genug betonen. Es gibt auch die kulturelle Vorstellung darüber, dass nur das „original“ Kunstwerk einen hohen Wert besitzt, während jedes Duplikat oder jede Kopie, egal wie gekonnt sie sein mag, eine wertlose Replik ohne jeden „wirklichen“ künstlerischen Wert ist.

Mir scheint, dass diese Denkweise auch bei der Abwertung aufgezeichneter Musik eine Rolle spielt, von der oft angenommen wird, dass sie eine geringere Qualität habe, da sie industriell vervielfältigt und an die Massen verkauft wird, anstatt den kulturellen Eliten vorbehalten zu sein.

Willa: Das ist eine wirklich interessante Verbindung, Lisha.

Eleanor: Und wenn man darüber nachdenkt, warum sollte Kunst nur wenigen vorbehalten sein und nicht für viele da sein? Warum sollte es nur etwas für Kenner sein? Forest Lawn als Symbol für die Popkultur ist der perfekte Ruheplatz für den King Of Pop.

Lisha: Dem stimme ich zu.

Eleanor: Manche Kritiker haben Forest Lawn als eine Art Disneyland für Tote abgelehnt, aber ich denke, Michael Jackson hätte dem wegen seiner Wertschätzung für Pop-Kultur und Disney positiver gegenübergestanden. Vielleicht würde ihm der Gedanke gefallen, in einem Disneyland für Tote zu sein!

Lisha: Hey! Ist das nicht tatsächlich so? Ist nicht Walt Disney auch dort begraben?

Willa: Ja, ist er – oder besser gesagt, es gibt einen privaten Garten, der ihm gewidmet ist und in dem seine Asche verstreut wurde. Hier ist ein link zur Beschreibung und Fotos seines Gartens, in dem auch eine Statue der kleinen Meerjungfrau steht.

Anscheinend waren Walt Disney und Dr. Eaton gute Freunde und Disney wollte bei Dr. Eatons Beerdigung Sargträger sein, er war jedoch wegen seinem Lungenkrebs zu krank, um daran teilzunehmen. Stattdessen wurde er als Ehren-Sargträger aufgeführt und starb 3 Monate später. Sein Neffe Charles Disney war ebenfalls ein guter Freund Dr. Eatons und schrieb nach seinem Tod eine Hommage an ihn.

Lisha: Verrückt. Die Welt ist wirklich klein, oder? Ich habe auch gelesen, dass es ein wunderbares Kunstmuseum auf Forest Lawn gibt. Momentan ist dort noch bis zum Jahresende eine Ausstellung mit Werken von Eyvind Earle zu sehen, einem der legendären Trickfilmzeichner Disneys. Ihm werden einige der beeindruckenden Hintergrund-Animationszeichnungen in Dornröschen und Peter Pan zugeschrieben.

Willa: Wow, und was könnte passender sein, wenn man Michael Jacksons Liebe für Disney und Peter Pan bedenkt?

Lisha: Ganz meiner Meinung. Diese Ausstellung würde ich gerne sehen und ich glaube, Michael Jackson hätte das auch ziemlich interessiert.

Eleanor: Ohne Zweifel. Michael Jackson war fasziniert vom Film, besonders von Disney, und verrückter Weise wurde das hügelige Gelände, auf dem sich jetzt Forest Lawn befindet, früher als Film-Location benutzt. Birth Of A Nation (Die Geburt einer Nation) wurde z.B. dort gefilmt.

Lisha: Was!? Die Geburt einer Nation wurde tatsächlich dort gefilmt, bevor es ein Friedhof wurde?

Eleanor: Ja! Ist das zu fassen?

Lisha: Nein!

Willa: Wow, das war mir völlig unbekannt. Wirklich unglaublich.

Eleanor: Ich erwähnte das meinem Sohn gegenüber und er erinnerte mich daran, dass zu der Zeit, als die Filmindustrie neu war – und das war sie, als Geburt einer Nation gedreht wurde – und bevor LA zur heutigen Größe angewachsen war, die Umgebung Hollywoods oft als Drehort genutzt wurde, so wie es heute auch mit LA selbst getan wird. Bedenkt man Michael Jacksons Interesse für Film und seinen Bestreben, selbst im Filmgeschäft zu sein, sowie die persönliche Signifikanz, die Geburt einer Nation für ihn hatte, ist es interessant, dass seine Grabstätte an dem Ort ist, die einst Set dieses Films war. (“I ain’t scared of no sheets!”- „Ich habe keine Angst vor Bettlaken“)

Willa: Das ist wirklich schaurig, nicht wahr? Das bringt ein ganz neues Ausmaß zur Bedeutung Forest Lawns als seine letzte Ruhestätte. Wie Joe Vogel mit uns im letzten Jahr in einem Post (Junge, gehört das Mädchen zu dir?) besprach, hatte „Geburt einer Nation“ unglaublichen Einfluss auf die Bildung amerikanischer Vorstellungen über Film und Rasse – immerhin wird in dem Film der Klu Klux Klan glorifiziert. Und Joe sieht Black or White als eine Antwort auf diese rassistische Geschichte.

Wie wundervoll ist es also, dass Menschen aus aller Welt nun zu diesem Ort kommen – genau der Platz, an dem „Geburt einer Nation“ gefilmt wurde – um dort Michael Jackson zu ehren. Was für eine Wende! Unbeschreiblich!

Lisha: Du hast Recht, Willa, das dreht wirklich den Spieß um, oder? Es ist schön, so darüber zu denken. Wie Du bereits gesagt hast, kommen nahezu täglich Besucher, um Michael Jackson als einem der berühmtesten und bedeutendsten Künstler unserer Zeit ihre Ehre zu erweisen. Das ist weit entfernt von der rassengetrennten Zukunft, die sich „Geburt einer Nation“ ausmalt. Es ist so befremdlich daran zu denken, dass dieser Film zur damaligen Zeit weitgehend gelobt und akzeptiert wurde.

Eleanor: Ja, wirklich befremdlich. Und Forest Lawn war zu Beginn in ähnlicher Manier isoliert – für Afroamerikaner, Chinesen und Juden gesperrt.

Willa: Das ist ein weiterer wichtiger Punkt, Eleanor. Und jetzt ist Michael Jackson deren berühmtester „Bewohner“, der Leute aus der ganzen Welt anzieht. Das ist wieder wie ein Akt der Rückgewinnung.

Wisst ihr, zu Beginn war Forest Lawn auch bei deren Kunst ziemlich ausschließend. Der Schwerpunkt ihrer Sammlung lag definitiv auf europäischer Kunst und Tradition, besonders der italienischen Renaissance – Dr. Eaton besuchte Europa wieder und wieder auf der Suche nach Kunst für Forest Lawn.

Aber sie wurden jetzt einschließender, sowohl hinsichtlich der Frage, wer dort begraben wird, als auch der Kunstgattungen, die dort ausgestellt werden. Zum Beispiel besuchte der Dalai Lama Forest Lawn am 29. Juni 2000, um eine neue Skulptur zu segnen – das Shi-Tro Mandala – und sie scheinen sehr stolz darauf zu sein, dass er Forest Lawn während seinem Besuch als „einen heiligen Ort“ anerkannte.

Lisha: Das ist erstaunlich! Ich hatte keine Ahnung.

Eleanor: Wow. Ein heiliger Ort. Ich liebe es. Nun, für mich ist er heilig, weil Michaels Grab dort ist. Aber ich mag den Gedanken, dass der Dalai Lama ihn ebenfalls als heilig ansieht.

Willa: Mir geht es genauso. Nun, vielen Dank, Eleanor, dass Du mich darauf aufmerksam gemacht hast, was für ein besonderer Ort Forest Lawn ist, und mich dazu ermuntert hast, ihn zu besuchen!

Lisha: Und danke, dass Du heute mit uns darüber gesprochen hast. Ich habe von euch beiden so viel gelernt.

Eleanor: Danke nochmal für die Einladung.

Übersetzung: M.v.d.L. & Doris

Die Jagd der Staatsanwaltschaft auf weitere Opfer

by

Original: http://michaeljacksonallegations.com/the-prosecutions-hunt-for-other-victims/

Um den Fall gegen Michael Jackson 1993 zu belegen, interviewten Polizeibeamte 40-60 Kinder (laut einigen Quellen sogar bis zu 100), die entweder mit Jackson oder auf seiner Neverland Ranch Zeit verbracht haben. Keines dieser Kinder bestätigte die Story der Ankläger. Sie alle sagten den Behörden, dass sie niemals von dem Star belästigt wurden und dass er niemals irgendetwas Unangebrachtes mit ihnen gemacht hat.

Frustriert über das Fehlen bekräftigender Opfer, setzte die Polizei während der Befragungen der Kinder fragwürdige Taktiken ein, um den Chandler-Fall zu unterstützen. Die Eltern dieser Kinder wandten sich an Jacksons Anwalt Bert Fields, um sich über diese Belästigungen durch die Polizei zu beschweren. Fields schrieb 1993 diesen Brief an Willie Williams, den Polizeichef von Los Angeles:

Sehr geehrter Polizeichef Williams!

Ich vertrete Michael Jackson. Mein ganzes Erwachsenenleben lang war ich ein überzeugter Befürworter des LAPD. Ich habe Jack Webb jahrelang vertreten. Während meiner Arbeit mit Jack an Dragnet und Adam-12 habe ich viele Polizisten kennengelernt, für die ich bis heute Respekt und Bewunderung empfinde. Ihre relativ wenigen Polizisten, die jeden Tag ihr Leben riskieren, um uns zu beschützen, verdienen unsere uneingeschränkte Wertschätzung.

Manchmal verliert allerdings selbst ein engagierter Polizist die Wichtigkeit von Fairness und der Achtung der Rechte des Beschuldigten aus den Augen, wenn er an einer bedeutsamen Ermittlung arbeitet.

In den laufenden Ermittlungen gegen Michael Jackson betraten die ermittelnden Beamten das Zuhause von Minderjährigen und verhörten diese unter hohem Druck, manchmal in Abwesenheit ihrer Eltern. Mir wurde mitgeteilt, dass ihre Beamten verängstigten Jugendlichen ungeheuerliche Lügen erzählt haben – wie zum Beispiel „wir haben Nacktfotos von Dir“ – um sie dazu zu drängen, Anschuldigungen gegen Mr. Jackson zu erheben. Natürlich gibt es von diesen Jugendlichen keine solchen Fotos und sie haben keine wahrheitsgetreuen Anschuldigungen vorzubringen. Aber ihre Beamten zeigen sich bereit, jedes Mittel einzusetzen, um potentielle Beweise gegen Mr. Jackson zu generieren.

Darüber hinaus haben ihre Beamte den Eltern gesagt, dass ihre Kinder belästigt worden sind, obwohl die fraglichen Kinder das unmissverständlich bestritten haben. Sie haben Mr. Jackson auch einen „Pädophilen“ genannt, obwohl er nicht angeklagt wurde, geschweige denn verurteilt.

Und Minderjährige und deren Eltern zu schikanieren ist nicht alles. Die in Mr. Jacksons Wohnsitz durchgeführte Durchsuchung führte zu der Entwendung vieler Gegenstände aus seinem persönlichen Besitz, einschließlich seines Adressbuchs, das die Namen und Adressen potentieller Zeugen beinhält. Wir haben gefordert, jene Aufzeichnungen entweder zu retournieren oder auf unsere Kosten zu kopieren. Dies wurde abgelehnt, um die Verteidigung in ihren eigenen Ermittlungen in diesem Fall zu behindern.

Diese Taktiken sind nicht nur unangemessen, sie sind skandalös…

Selbst die New Yorker Polizei, die nicht für ihre Vornehmheit bekannt ist, unterließ diese Art der übereifrigen Offensive gegen Woody Allen, dem eine ähnliche Straftat vorgeworfen wurde. Warum gewährt das LAPD Michael Jackson nicht das gleiche Maß an Ausgewogenheit und Fairness?

Ich fordere Sie auf, diesen Verstößen ein Ende zu bereiten. Untersuchen Sie diese Vorwürfe so gründlich wie möglich, aber machen Sie dies auf eine Art und Weise, die mit Ehrlichkeit, guter Sitte und den hohen Standards im Einklang stehen, die mich einst stolz auf das LAPD machten.

Mit freundlichen Grüßen,

Bertram Fields [1]

Eine Tonbandaufzeichnung der Befragung von Schauspieler Corey Feldman aus dem Jahr 1993, die 2005 während Jacksons Prozess öffentlich wurde, dient als Beispiel dafür, wie solche Befragungen durchgeführt wurden. Feldman, der mit Jackson befreundet war, seit er ein Teenager war, wurde von Sergeant Deborah Linden befragt und ungeachtet dessen, dass er ihr wiederholt sagt, dass Jackson niemals irgendetwas Unangebrachtes mit ihm gemacht hat, suggeriert sie weiterhin, dass etwas passiert sein muss und drängt ihn über eine Stunde lang dazu, dass er etwas belastendes über den Sänger sagt.

Tatsächlich sagt Feldman Linden sogar, dass er als Kind belästigt worden ist, allerdings nicht von Michael. Er nennt sogar den Namen seines Belästigers (der Name wird in dem folgenden Video nicht offenbart) – ein Fakt, den die Ermittlerin völlig ignoriert. Sie scheint nur daran interessiert, belastende Aussagen über Michael Jackson zu bekommen. Feldman war zum Zeitpunkt der Befragung 22 Jahre alt, aber auch viele Kinder machten ähnliche Befragungen durch, manchmal in Abwesenheit ihrer Eltern.

Hier sind Auszüge aus Feldmans Befragung:

Corey: Werden Sie Michael Jackson ins Gefängnis schicken?

Corey: Mit Michael ist niemals etwas passiert.

Corey: Wenn da etwas wäre, das ich für all diese Jahre verheimlicht hätte, dann würde ich nichts lieber tun wollen, als es genau jetzt zu sagen – um sicherzustellen, dass Michael die Hilfe bekommen würde, die er bräuchte.

Sgt. Linden: Was mir daran Sorgen macht, ist, dass wenn da etwas passiert; wenn etwas passiert ist, das Sie uns nicht sagen… Sie würden es deshalb nicht sagen.

Corey: Ich kann mich nicht in die Lage versetzen, um zu überlegen „würde ich oder würde ich nicht?“, weil nichts passiert ist!

Corey: Dort war ein Bett in dem Raum und er bat darum, dass ein Zustellbett hinaufgebracht werde. Das Zustellbett wurde gebracht und wir redeten für eine Weile, bis wir müde wurden und er bestand darauf, dass ich im Bett schlafe und er nahm das Zustellbett, weil er nicht das Gefühl hatte, dass es höflich wäre, wenn er das Bett genommen hätte.

Corey: Wir blieben die ganze Nacht auf und redeten und solches Zeug. Wir beteten gemeinsam, bevor wir schlafen gingen und er trug seinen Pyjama. Und ich trug meinen Pyjama.

Corey: Wir gingen ins Jacuzzi… wir redeten… nichts passierte.

Sgt. Linden: Was habt ihr getragen?

Corey: Badehosen.

Sgt. Linden: Im Jacuzzi.

Corey: Ja. Er… Ich glaube, er hatte… er hatte eine zusätzliche Badehose, die er mir zugeworfen hat.

Sgt. Linden: Sie haben etwas seltsam ausgesehen, als ich Sie über das Jacuzzi befragt habe.

Corey: Habe ich?

Sgt. Linden: Ja.

Corey: Ähm…

Corey: Er hat sich niemals unpassend verhalten. Ich meine, in keiner Weise… wissen Sie. Ich meine, er hat mich höchstens berührt, wenn er mir zum Beispiel einen Klaps aufs Bein gab, wissen Sie, wenn wir darüber redeten, dass ich abgenommen habe.

Corey: Ich wurde belästigt, also weiß ich, wie es sich anfühlt, diese Gefühle durchzumachen, und glauben Sie mir, die Person, die mich belästigt hat… wenn er das gewesen wäre, wissen Sie, der mir das angetan hat, dann wäre dies eine völlig andere Geschichte, weil ich da draußen wäre… an vorderster Front, wissen Sie, ich würde sofort etwas unternehmen, damit dieser Mann bekommt, was er verdient.

Sgt. Linden: Wir haben viele Leute befragt und wir sind immer noch dabei. Wir haben bis jetzt nichts aufgedeckt, das ihn entlasten würde.

Sgt. Linden: Wir hören einiges darüber, dass Michael niemals ein Kind verletzen würde. Natürlich würde er das nicht. Er liebt Kinder und er würde sie nicht verletzen… nicht körperlich. Ich glaube nicht, dass Michael, wenn er Kinder belästigt, dies tut, weil er sie verletzen will. Er tut es, weil er sie liebt.

Sgt. Linden: Steht Ihnen Ihr Glaube an ihn und Ihre Liebe für ihn im Weg, um uns etwas zu sagen?

Corey: Alles, was ich Ihnen gesagt habe, stimmt und da ist… ich meine, es ist nichts passiert.

Sgt. Linden: Ich befürchte so sehr, dass Sie uns nicht sagen, wenn etwas passiert ist, weil es so schwer sein würde, uns dies zu sagen…

Corey: Nein.

Corey: Sie wissen nicht, wie oft ich mein Gehirn gequält habe und mich gefragt habe „Ist da etwas, das ich vergessen habe? Ist das etwas, wissen Sie, von dem ich denke, dass es nicht passiert ist und in Wirklichkeit ist es passiert.“ Wenn ich irgendetwas finden könnte, würde ich Ihnen das gerne mitteilen, aber es ist nichts passiert. [2]

Indem sie diese unzulässigen Verhörmethoden nutzte, konnte die Polizei einen jungen Buben, den 13 jährigen Jason Francia, zu der Behauptung drängen, dass ihn Jackson unpassend berührt habe, als er ihn gekitzelt hat. Der Junge bestritt anfänglich jegliches Fehlverhalten des Stars, aber als ihn die Vernehmer unter Druck setzten und ihn dorthin lenkten, dass er ihnen die Antworten gab, die sie hören wollten, gab er nach. Als Jason Francia im Prozess 2005 von Jacksons Anwalt Thomas Mesereau befragt wurde, warum er in seinen Polizeibefragungen 1993-94 schwankte, ob er überhaupt von Jackson gekitzelt worden ist, sagte er: Ich versuchte herauszufinden, wie ich da raus komme.“ [3], wobei er sich auf den hohen Druck während der Befragung durch die Polizei bezog. Details zu Jason Francia, den unzulässigen Polizeibefragungen, die zu seinen Vorwürfen führten und seiner Aussage 2005 sind hier zu finden: http://michaeljacksonallegations.com/jason-francia/

Während einer Pressekonferenz, die nach Jacksons Verhaftung im November 2003 weltweit ausgestrahlt wurde, rief Bezirksstaatsanwalt Thomas Sneddon Opfer von Jackson dazu auf, sich zu melden. Hierfür richtete die Staatsanwaltschaft sogar eine Webseite für vermeintliche Opfer ein. Darüber hinaus schickten sie sowohl 1993, als auch 2003-2004 Beamte um die ganze Welt, um Kinder zu befragen, die mit Jackson Kontakt hatten und beide Male fanden sie nichts.

Während sich die Staatsanwaltschaft abmühte, glaubwürdige und bekräftigende „Opfer“ für ihren Fall zu finden, meldeten sich viele Kinder und deren Eltern, um Jackson zu unterstützen. Sie gaben gegenüber den Ermittlern an, dass ihnen Jackson niemals irgendetwas Unangemessenes getan hat; darüber hinaus verteidigten ihn einige dieser Kinder in der Öffentlichkeit.

Das brachte die Staatsanwaltschaft in solch eine verzweifelte Lage, dass sie sich während Jacksons Prozess 2005, als sie ihre Beweise für ihre sogenannten „vorherigen bösen Handlungen“ eingebracht haben, auf Zeugen stützten, die in den Fall nicht direkt involviert waren – statt auf die angeblichen Opfer selbst. Sie riefen ehemalige Angestellte Jacksons in den Zeugenstand, die mit dem Entertainer noch ein Hühnchen zu rupfen hatten, die sich mit ihren Anschuldigungen gegen Jackson zuerst an die Boulevardmedien wandten statt an die Behörden und die finanzielle Motive hatten, um ihn zu beschuldigen.

Obwohl die Staatsanwaltschaft sowohl 1993, als auch 2005 Mühe hatte, glaubwürdige und bekräftigende „Opfer“ für ihren Fall zu finden, ruhten die Medien nicht. Um die Sensationsgier anzuheizen, versprachen und zahlten sie Leuten, die gewillt waren, verleumderische Behauptungen gegen Jackson zu machen, hohe Geldsummen. Die Rolle der Medien in der Erschaffung falscher Anschuldigungen gegen Michael Jackson wird im folgenden Artikel besprochen: http://michaeljacksonallegations.com/the-medias-role-in-the-allegations-against-michael-jackson/

Quellen:

[1] Brief von Michael Jacksons Anwalt Bertram Fields an den Polizeichef von Los Angeles, Willie Williams, von 1993

[2] Band von Corey Feldmans Polizeiverhör (Dezember 1993), das 2004 oder 2005 von Celebrity Justice veröffentlicht wurde

[3] Jason Francias Aussage in Michael Jacksons Prozess (4.-5. April 2005)

„Apropos Vitiligo…“ Hatte Michael Jackson Vitiligo?

Das ist eine Übersetzung eines Berichts, der auf der Seite einer Vitiligo Klinik & Forschungszentrums veröffentlicht wurde. In dem von John E.Harris (einem Arzt und Wissenschaftler,der klinische Studien und Forschung über Vitiligo betreibt) geschriebenen Artikel wird über die immer wiederkehrende Behauptung, dass Michael Jackson Bleichcreme benutzte um seine Haut willentlich zu bleichen und dass er es einfach deshalb tat weil er „weiß werden“ wollte, aufgeklärt und es wird beschrieben, was es mit der Creme Benoquin, die auch Michael verwendete, auf sich hat.

Originalartikel:

http://www.umassmed.edu/vitiligo/blog/blog-posts1/2016/01/did-michael-jackson-have-vitiligo/

Apropos Vitiligo…“

Hatte Michael Jackson Vitiligo?

Ob du es glaubst oder nicht, bei der Google Suche im Zusammenhang mit Vitiligo ist Michael Jackson einer der am häufigsten gefragten Begriffe. Das kommt daher, dass er die wohl bekannteste Person ist, die behauptete an Vitiligo zu leiden, und dieser Krankheit wird nachgesagt, für eine Reihe seiner bekannten Eigenheiten, wie dem Tragen eines einzelnen weißen Handschuhs, verantwortlich zu sein. Aber die wohl am kontroversesten geführte Diskussion über Michael Jackson betrifft die Tatsache, dass seine Haut mit der Zeit heller wurde und er beschuldigt wurde, sich einer hautbleichenden Behandlung zu unterziehen. In Kombination mit verschiedenen kosmetischen Operationen (an Nase und Kinn) ließ das vermuten, er wolle nicht mehr wie er selbst aussehen, sondern eher wie jemand anders – einige sagten, er „wollte weiß aussehen“. Die Diskussion ist kompliziert, so wie sein Leben, aber ich glaube, in diesem Artikel kann ich ein paar Dinge aufklären.

Zweifelsohne war Michael Jackson ein unbeschreiblich talentierter Performer, wohl einer der besten in der Geschichte. Ich erinnere mich daran, sein Video Thriller gesehen zu haben und dass ich einfach nur völlig erstaunt darüber war, wie innovativ er war, ganz zu schweigen davon, dass er ein großartiger Sänger, Songschreiber und Tänzer war. Sein Ruhm begann schon als Kind, im Alter von sechs Jahren, als er zusammen mit seinen Brüdern als The Jackson 5 auftrat, und er verbrachte fast sein ganzes Leben im Licht der Öffentlichkeit.

Das ist für niemanden einfach, aber stellt euch vor wie bei ihm, der wohl berühmtesten Person der Welt, als junger Mann weiße Flecken auf der Haut erschienen, auch auf den Händen und im Gesicht. Er war sicherlich verwirrt und beschämt (so wie es vielen Menschen, die an Vitiligo leiden geht, die aber NICHT ständig vor der Kamera stehen und von aller Welt gesehen werden), und wahrscheinlich wußte er nicht genau, was vor sich ging. Und als er dann anfangs die Diagnose bekam, waren seine Ärzte sicher nicht in der Lage voraus zusagen, welches Ausmaß es annehmen würde, oder ob es ihm gelingen könnte, es erfolgreich mit Make-Up und Kleidung zu verdecken.

Wir wissen, dass Michael Jackson bekannt gab Vitiligo zu haben, obwohl das erst nach jahrelangen Gerüchten über sein „Weißwerden“ und seine vielen Operationen geschah. Der bekannteste Anlass, bei dem er über seine Vitiligo sprach, ist sein Interview mit Oprah in ihrer Show von 1993. Er sagte, seine Haut hätte ungefähr in der Zeit nach Thriller, das 1982 veröffentlicht wurde, angefangen sich zu verändern, also war er etwa 24 Jahre alt, als es begann und die Krankheit war zu dem Zeitpunkt des Interviews schon seit zehn Jahren fortgeschritten. Er war ein 24 Jahre alter Mann, eine für seine Musik, seinen Tanz und seine Musikvideos weltbekannte Person, und er litt an einer Krankheit, die sein Aussehen zu verändern begann und schwer zu verstecken war. Ich habe viele Patienten mit Vitiligo kennengelernt und behandelt, und ich kann sagen, dass es für viele von ihnen verheerend ist, auch für diejenigen, die nicht im Licht der Öffentlichkeit stehen. Sie ziehen oft Aufmerksamkeit auf sich, werden angestarrt, werden angehalten und gefragt („Haben sie sich verbrannt?“ ist eine verbreitete Frage), und manchmal verweigern Kassierer auch Geld aus ihren Händen anzunehmen.

Michael Jackson, der sich selbst als Perfektionist bezeichnete, der nie mit seiner Musik oder seinem Aussehen zufrieden war (er sagte, er vermeide es, in den Spiegel zu sehen, weil er es hasse), musste sich sehr unsicher gefühlt haben, als diese weißen Flecken auf seiner Haut erschienen.

Der einzelne weiße Handschuh erschien 1983 zum ersten mal (zusammen mit seinem ikonischen „Moonwalk“), das war kurz nachdem Thriller herausgekommen war und zu dem Zeitpunkt, den er als Beginn seiner Vitiligo nannte. Seine frisch ausgebrochene Vitiligo könnte der Grund gewesen sein, den Handschuh zu tragen – denn obwohl die Krankheit normalerweise beide Körperhälften befällt, kann sie in einem kleinen Bereich auf einer Seite, zum Beispiel an der Hand, beginnen. Aber der Handschuh wechselte immer wieder die Seite, und sein Kostümbildner gab an, er sei verwendet worden, damit das Publikum seine schnellen Handbewegungen besser verfolgen könne. Er trug Make-Up um die Flecken abzudecken, was er im Interview mit Oprah bestätigte. Aber mit der Zeit, und sicherlich zur Zeit des Interviews, zeigte er keine enthüllenden Vitiligo Flecken, sondern er schien komplett weiß zu sein, im Unterschied zu früheren Fotos, auf denen er dunkle Haut hatte.

vitiligo2002

Konnte DAS eine Folge von Vitiligo sein? Was ist mit der Bleichcreme, von der oft behauptet wurde, dass er sie benutze um „weißer auszusehen“?

Ja, Vitiligo kann den Großteil, wenn nicht sogar das gesamte Pigment der Haut zerstören, so dass man keine Hautpigmente mehr hat. Das ist jedoch sehr selten und es dauert viele Jahre, ein Prozess, während dem immer wieder Flecken auf der Haut auftreten. Es ist daher wahrscheinlich, dass nicht die Vitiligo alleine für diese signifikante Veränderung der Hautfarbe verantwortlich war. Aber es gibt eine Behandlungsmethode, die bei Vitiligo Patienten die verbleibenden Pigmente der Haut entfernen kann. Die Behandlung erfolgt mit einer Hautcreme mit dem Namen Monobenzone oder Benoquin (monobenzyl ether of hydroquinone), und es ist faktisch die einzige von der FDA (Behörde für Lebens- und Arzneimittel) zugelassene Behandlungsmethode für Vitiligo.

Info: BENOQUIN

In den meisten Fällen ist diese Creme jedoch wirkungslos – es sei denn, man hat Vitiligo. Es ist also nicht einfach so, dass jemand „weiß werden“ möchte und diese Creme dazu benutzen kann. Es ist eine wirkliche Vitiligo Behandlung, behördlich geprüft, für Menschen, die lieber ihre verbleibenden Pigmente entfernen möchten, anstatt gefleckt zu bleiben.

Ich habe es Vitiligo Patienten verschrieben und sie waren mit dem Ergebnis immer zufrieden. Es ist also nicht wirklich überraschend, dass Michael Jackson zur Behandlung seiner Vitiligo Benoquin benutzte, und deshalb veränderte sich seine einheitlich schwarze Hautfarbe zu einer sehr weißen. Oprah sagte in einem Interview nach Michael Jacksons Tod, dass es tatsächlich so war, dass er keinerlei Pigment in der Haut seiner Hände gehabt hätte, sie seinen eigentlich wie durchscheinend gewesen. Genau das verursacht Benoquin, und es wirkt relativ schnell, innerhalb von einem etwa 12 Monate dauernden Gebrauch. Von Bildern Michael Jacksons ausgehend, scheint sich seine Hautfarbe irgendwann während den späten 1980er Jahren signifikant geändert zu haben, was auch dazu passen würde, dass er die Diagnose Anfang der 1980er bekam, eine Zeit lang probierte, damit klar zu kommen und sich dann für den Weg entschied, Benoquin zu benutzen.

Hatte Michael Jackson Vitiligo? Nach seinem Tod bestätigte sein Autopsiebericht, dass bei der Untersuchung seiner Haut „Bereiche von hellen und dunkel pigmentierten Regionen“ vorhanden waren, und Vitiligo war in seiner Anamnese aufgeführt. Zudem wurde eine Tube Benoquin 20% Creme in der Auflistung seiner Medikamente aufgeführt, was bestätigt, dass er diese von der FDA- Behörde zugelassene Behandlungsmethode anwendete. Er hatte auch eine Tube BQ/KA/RA (Benoquin 8%, Kojic acid 1%, und retinoic acid 0.025%), eine weitere effektive Darreichungsform von Benoquin, als auch Hydroquine Lotion 8% (die dabei hilft verbleibende Pigmentation aufzuhellen), und UVA Anthelios XL Sunscreen (Sunblocker), das für jeden Vitiligo Patient ratsam ist, besonders dann, wenn sie ihre Haut depigmentiert haben. Die mikroskopische Untersuchung seiner Haut ergab einen Mangel an Pigmenten und eine verminderte Anzahl von Melanozyten, wie es meistens bei Vitiligo der Fall ist, mit oder ohne den Gebrauch von Benoquin, und die offizielle Diagnose des Berichts lautete Vitiligo.

michael-jackson-vitiligo

Nur selten erscheinen Fotos von ihm, auf denen seine depigmentierte Haut zu sehen ist und eines davon zeigt seine zu Großteil depigmentierten Arme mit einigen verbliebenen Pigmentflecken.

Es ist also keine Frage, dass Michael Jackson Vitiligo hatte, wie er es auch selbst angab und wie es die Autopsie bestätigte. Es scheint so, dass er Benoquin dazu benutzt hat um die Depigmentierung seiner Haut zu unterstützen, aber nicht weil er „weiß werden“ wollte, sondern weil es eine zugelassene Behandlungsmethode bei Vitiligo ist. Er war ein bemerkenswerter Mann, ein selbsterklärter Perfektionist, der ohne Zweifel durch seine sichtbare Vitiligo belastet war, was ein wichtiger Faktor für das Meiden der Öffentlichkeit in seinen späteren Jahren, seinen Medikamentengebrauch (der schliesslich seinen Tod verursachte), und seine Frustration über das Eindringen der Medien in sein privates Leben sein könnte.

Hatte er Vitiligo? Ja, aber er ist sicherlich kein gutes Beispiel dafür, wie es aussieht, wenn man diese Krankheit hat, weil er sehr gut darin war, sie zu verdecken und schliesslich seinen Zustand mit der Depigmentierungs Creme Benoquin behandelte. So wie für viele meiner Vitiligo Patienten fühle ich mit ihm und hoffe, dass die Menschen diese Krankheit und die Auswirkungen auf die Betroffenen eines Tages erkennen, und ihnen mit Sympathie begegnen. Ich hoffe auch, dass wir irgendwann bessere Behandlungsmethoden haben, oder sogar Heilungsmethoden für Patienten, die meine Hilfe beanspruchen.

Mehr Informationen über Michael Jackson und Vitiligo hier:

https://all4michael.com/2011/05/05/michael-jackson-und-vitiligo/

Übersetzung: M.v.d.Linden

*********************

“Speaking of Vitiligo…”  Did Michael Jackson have vitiligo?

Posted On: Monday, January 18, 2016  Posted By: John E. Harris

Believe it or not, among the most commonly searched terms with vitiligo on Google Search is Michael Jackson. That’s probably because he is the most famous person to have claimed to suffer from vitiligo, and the disease is rumored to be responsible for a number of his well-known quirks, like wearing a single white glove. But possibly the most controversial discussion about Michael Jackson is the fact that his skin seemed to get lighter over time, and he was accused of using a bleaching treatment on his skin. That, combined with multiple plastic surgeries that changed a number of his features (nose, chin, etc), suggested that he wanted to look less like himself, and more like someone else – some have said he “wanted to look white”. The discussion is complicated, as was his life, but I think there are a few things that I can clear up in this post.

Michael Jackson was undoubtedly an incredibly talented performer, maybe one of the best in history. I remember seeing his music video Thriller, and being utterly amazed at just how innovative he was, not to mention a great singer, songwriter, and dancer. His fame began as a young child (6 years old) when he sang with his brothers in the Jackson Five, and so he spent almost his entire life in the public eye.

That is not easy for anyone, but imagine him as a young man, maybe the most famous person on earth, when white spots started to appear on his skin, including his hands and face. He was likely embarrassed and ashamed (like many people with vitiligo who AREN’T constantly on camera for the world to see), and probably did not know exactly what was happening. And if he did get diagnosed early, his doctor wouldn’t be able to tell him how extensive it would become, or whether he would be able to successfully hide it with clothing and makeup.

First, we know that Michael Jackson stated that he had vitiligo, although this was not until many years after rumors were flying about his “turning white” and his many surgeries. The best-known occasion on which he addressed his vitiligo was during an interview with Oprah on her show in 1993. He said that his skin started to change sometime after Thriller, which was released in 1982, so he was about 24 years old when it started, and he had progressed for about 10 years at the point of the interview. He was a 24-year old man, one of the most famous people on earth for his music, dancing, and music videos, and he acquired a disease that started to change his appearance and was very difficult to hide. I have met and treated many patients with vitiligo, and I can tell you that for many, even those who are not public icons, it is devastating. They often become the focus of attention in any public place, getting stared at, stopped and asked questions (“did you get burned?” is a common one), and cashiers even refuse to take money from their hands.

Michael Jackson, the self-proclaimed perfectionist who was never happy with his music or his appearance (he said he hated to look in the mirror and tried not to), must have been very self-conscious about the white spots appearing on his skin.

The single white glove made its appearance in 1983 (along with his signature “moonwalk” dance move), which was right after Thriller was released and when he said his vitiligo started. His new onset vitiligo may have been the reason for starting to wear the glove – while the disease typically affects both sides of the body, it can begin in a small area on one side, like the hand. But the single glove was switched between hands over time, and his costumer said that it was used so the audience could track his quick hand moves. He wore makeup to help cover up the spots, a point that he made in the Oprah interview. But over time and certainly by the time of the interview, he did not have the telltale white spots of vitiligo, he just appeared completely white, which was a big difference from earlier photos in which he had black skin. Could vitiligo do THAT? What about the bleaching cream that many accused him of using in order to “look more white”?

Yes, vitiligo can remove most, if not all, of the pigment in someone’s skin, such that they have no skin color. However that is very rare, and it usually takes many years to do this, with spots appearing during the process. So it’s not likely that vitiligo alone was responsible for his significant transformation in skin color. There is a treatment, though, that can remove the remaining pigment in someone’s skin if they have vitiligo. The treatment is a skin cream called monobenzyl ether of hydroquinone (monobenzone, or Benoquin), and it is, in fact, the only FDA-approved treatment for vitiligo.

But in most cases, using this cream doesn’t work unless you have vitiligo, so it is not as simple as someone “wanting to look white” and using the cream. It is a bona-fide vitiligo treatment, approved by the FDA, for people who would rather remove their remaining pigment than continue to look spotted. I have prescribed this for vitiligo patients, and they have always been happy with the results. So it is not too surprising that Michael Jackson would use Benoquin to treat his vitiligo, and this is why he went from having clearly black skin to very white skin. In fact, Oprah commented in an interview after Michael Jackson’s death that he had no pigment in the skin of his hands, that they were essentially translucent. Benoquin would do that, and could do it relatively quickly, after about 12 months of use. From available pictures of Michael Jackson, his skin color seemed to change significantly sometime in the late 1980’s, which would make sense if he was diagnosed in the early 80’s, tried to treat it for a while, and then decided to go the other way and use Benoquin.

Vitiligo1

Vitiligo2

Did Michael Jackson have vitiligo? After his death, his autopsy report stated that there were “patches of light and dark pigmented areas” on examination of his skin, and vitiligo was listed as a diagnosis in his medical history. In addition, a tube of Benoquin 20% cream was noted among his medications, revealing that he did use this FDA-approved treatment for vitiligo. He also had a tube of BQ/KA/RA (Benoquin 8%, Kojic acid 1%, and retinoic acid 0.025%), another effective formulation for Benoquin, as well as hydroquinone 8% lotion (which would help to lighten any remaining pigment), and UVA Anthelios XL sunscreen, a good idea for anyone with vitiligo, especially if they had depigmented their skin.

Microscopic examination of his skin revealed a lack of pigment and reduced number of melanocytes, which is most consistent with vitiligo, with or without the use of Benoquin, and vitiligo was the official diagnosis on the report. Rare photos of him when his skin was exposed appear to show his depigmented skin, and one (above) shows his largely depigmented arms with some remaining spots of pigment.

So there is no question that Michael Jackson had vitiligo, by his own admission and according to his autopsy after his death. He did appear to use Benoquin to help depigment his skin, but not because he “wanted to be white”, but as an FDA-approved treatment for his vitiligo. He was a remarkable man who was a self-proclaimed perfectionist who was undoubtedly stressed by his vitiligo and visibility, and this may have been an important factor in his avoidance of the public later in life, his use of drugs (which was ultimately the cause of his death), and his frustration about the press’s invasion into his private life.

Did he have vitiligo? Yes, but he’s probably not a great example of what it looks like to have the disease, since he was very good at covering it up and, eventually, treated his condition with the skin depigmenting cream Benoquin. As with many of my patients with vitiligo, I hurt for him, and hope that someday people will recognize the disease, its effect on those who suffer from it, and have sympathy for them. I also hope that someday we will have better treatments and, eventually a cure, for patients who seek my help. 

Die entlarvten Lügengeschichten in Wade Robsons Klageschrift

by

Hierbei handelt es sich um eine zusammenfassende Übersetzung der Postings Wade Robson is requestet to admit that he is a liar, Wade Robsons fake story of home alone at Neverland & The missing bed in Wade Robsons stories vom Vindicating Michael Blog.

Nachdem das Folgende eine sehr ausführliche Analyse von Wade Robsons Lügen ist, möchten wir an dieser Stelle ein PDF der Übersetzung in Form eines E-Books anbieten. Hier geht’s zum Download Wade Robsons Klageschrift 6 Zoll (z.B. für Standard-Ebook-Reader) oder Wade Robsons Klageschrift 10 Zoll (z.B. für Standard-Tablets).

*****

Manchmal reicht es, einige Gerichtsdokumente noch einmal zu lesen und damit aufzuhören, die Verhaltenskomplexitäten des „armen Jungen“ Wade Robson zu betrachten, um die Einfachheit des Falles in all seiner brutalen Nacktheit zu sehen.

Diese wohltuende Abwechslung ereignete sich, als ich auf der Suche nach dem $1,62 Milliardenbetrag war, den der „arme Junge“ jetzt verlangt. Im Zuge dessen habe ich nicht nur seine aktuellen Gerichtsdokumente gelesen, sondern auch die Aussagen der ganzen Robson Familie im Prozess 2005.

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was das für ein Schlüsselerlebnis war. Tatsächlich lesen sich die aktuellen Gerichtsdokumente am besten, wenn man sie mit jenen Aussagen von damals in Verbindung setzt. Das öffnet einem die Augen nicht nur bezüglich der krassen Falschheit von Robsons aktueller Story, sondern auch bezüglich seines unglaublichen Egos, Zynismus, seiner Undankbarkeit, Eifersucht, Abgebrühtheit und natürlich seiner Geldgier.

Die drei Dokumente aus dem Jahr 2005 sind die Aussagen des 22-jährigen Wade Robson, seiner Mutter Joy Robson und seiner 25-jährigen Schwerster Chantal Robson.

Chantal und Joy RobsonChantal und Joy Robson 2005

Die zwei aktuellen Dokumente von Robson sind seine am 19. Februar 2014 eingereichte zweite, abgeänderte Klageschrift und gewisse am 25. Juli 2014 eingereichte „besondere Beweisfragen und Geständnisanträge“.

Ziel ist es, Robsons Lügen (welche viele sind) zu lokalisieren und die tatsächlichen Ereignisse wieder herzustellen, wie sie wirklich passiert sind und nicht, wie sie von diesem Typen zusammengereimt wurden.

All das ist reine Restaurationsarbeit, wie in der Kunst, also lasst es so sein, wie es sein soll – sorgfältig, methodisch und originalgetreu bis ins kleinste Detail. In Verleumdungsfällen wie Robsons, besonders wenn die verleumdete Person nicht mehr für sich selbst sprechen kann, darf kein Detail als „unwichtig“ betrachtet werden. Jedes Bruchstück ist von Bedeutung, da es die Bruchstücke des ursprünglichen Gemäldes sind, die uns dabei helfen, das ganze Bild bis zu seinem wahrhaftigen Selbst wiederherzustellen.

Jene, die darauf erpicht sind, Michael Jacksons Charakter zu diffamieren, haben hart daran gearbeitet, ihre falsche Story so konsistent wie nur irgend möglich zu machen. Lügen können allerdings grundsätzlich nicht makellos sein, da sie das gekünstelte Produkt eines bösen Verstandes sind, also wird ein aufgedecktes falsches Detail hier und dort und auch in den wesentlichen Teilen der Story zu einem offensichtlichen Schwindel hindeuten.

Mein Ziel ist es gar nicht so sehr, Robson und seine Lügen zu diskreditieren, sondern die unschuldige Wahrheit über Michael Jackson wiederherzustellen und den Skeptikern zu beweisen, dass die Wahrheit eine absolute Sache ist und sogar in vollkommen unmöglichen Situationen erreicht werden kann.

Wie die erste Klageschrift, führt auch die geänderte keine „sexuellen Handlungen“ näher aus (da sie stark editiert ist), sie zählt jedoch wahrscheinlich sämtliche Paragraphen des kalifornischen Strafgesetzbuches auf, die es zu den unterschiedlichen Formen der Belästigung gibt, was impliziert, dass die Klage das volle Spektrum davon abdeckt. Der Pluspunkt dieses Dokumentes ist allerdings, dass es Robsons Story wiedergibt.

Die „besonderen Beweisfragen“ führen einen an ein breites Themenspektrum heran, zu dem der Kläger von dem „Unternehmen“ (MJJ Production) Informationen möchte. Die 143 Punkte erstrecken sich von der Identifizierung „aller Geschäftseinheiten, in denen der Verstorbene im Zeitraum von etwa 1990 bis 1997 Eigentümerinteresse hatte“ bis zu „allen Personen, denen das Unternehmen Entgelt bezahlte, um Klagen wegen fahrlässiger Zufügung seelischen Leides durch den Verstorbenen aus der Welt zu schaffen“. Kurzum: die Beweisfragen des Klägers wollen alles.

Ein neugieriger Kopf wird an dem Dokument „Geständnisanträge“ das meiste Interesse haben, in dem die 93 Punkte die Angeklagten dazu auffordern, verschiedene Dinge zuzugeben – einschließlich der angeblichen „sexuellen Handlungen“, von denen MJJ Productions und das Estate offenbar vermeintlich gewusst haben sollen.

Die meisten Geständnisanträge sind irrsinnig, selbst die unschuldigsten. Hier ist ein Beispiel eines Geständnisantrages, dass „der Verstorbene Robson gesagt hat, dass er ein Filmregisseur wird“. Na und?

Wade Robson Klageschrift Punkt 17Eingeständnisantrag NR. 17: Geben Sie zu, dass der VERSTORBENE Wade Robson im Zeitraum von etwa 1990 bis 1997 gesagt hat, dass Wade Robson ein Filmregisseur werden würde.

Natürlich scheinen die „Geständnisanträge“ der fesselndste Teil der Sammlung zu sein, aber nachdem ich sie mit den Aussagen der drei Robsons im Prozess 2005 verglichen habe, hinterließ das Dokument den größten Eindruck nicht wegen der Enzyklopädie der dort aufgezählten angeblichen Sexualverbrechen, sondern weil all das Gute, das Michael für diese Familie getan hat, als etwas Böses und Niederträchtiges dargestellt wird.

Das trifft einen am meisten, wenn man einen Vergleich zieht zwischen der schönen Geschichten, die alle Robsons über ihre Freundschaft mit Michael im Prozess 2005 erzählt haben, und den nüchternen Äußerungen von Robsons vorliegender Klageschrift, wo all das Gute, das Michael für sie getan hat, auf den Kopf gestellt und in der abscheulichsten Art und Weise dargestellt wird.

Zum Beispiel verlangt die Auflistung das Geständnis, dass die „erwidernde Partei für Wade Robson arrangierte, in einem oder mehreren Musikvideos des Verstorbenen zu tanzen“, Visa für die Familie beantragte, als sie sich in den USA niederließen, Robsons Mutter mit ihrer Anstellung half und dafür gesorgt hat, dass Zahlungen an sie erfolgen, obwohl ihr temporäres Visa dies nicht vorsah, ein Album für Wade bei Michael Jacksons Plattenfirma veröffentlichte und viele weitere bösartige Handlungen beging.

Die Aufzählung der Verbrechen gegen die Menschlichkeit lesen sich am besten vor dem Hintergrund der Aussagen der Familie, da man nur so erkennt, dass es das brennende Verlangen dieser Familie war, all diese bösartigen Dinge zu bekommen, über die sich Robson jetzt beklagt.

Die Ungeheuerlichkeit seiner jetzigen Lügen und seine Undankbarkeit sind monumental und jenseits jeder denkbaren Beschreibung. Zumindest habe ich nicht die passenden Worte, um es zu formulieren.

Deshalb mache ich einfach meine eigene erste Aufzählung der Geständnisaufforderungen (13 Punkte) und richte sie an Robson, seine Familie und auch an jene, die immer noch zwischen den Stühlen sitzen und „nicht wissen, was sie darüber denken sollen“, arme Dinger.

Um es für alle einfacher zu machen, werde ich versuchen, der Struktur des Dokuments zu folgen, das von Robsons Anwälten bei Gericht eingereicht wurde. Der einzige Unterschied ist, dass meine Punkte detaillierter sein werden als die einzeiligen Anträge von WR, was die Öffentlichkeit wegen dem völligen Mangel an Details nur verwirrt.

Einige Aufforderungen werden nur zu Informationszwecken sein, weil sie notwendig sind, um den Schauplatz des Verbrechens (natürlich Robsons Verbrechen) zu beschreiben.

Geständnisaufforderung Nr. 1

Gebt zu, dass Robson in seiner Klageschrift den Zeitpunkt von Michael Jacksons Einladung, ein Wochenende auf Neverland zu verbringen, mit Februar 1990 benennt. In ihren Aussagen von 2005 variiert der von der Familie genannte Zeitpunkt ihres ersten Besuchs auf Neverland allerdings – Joy Robson (Mutter) spricht vom Jänner 1990; Wade und Chantal Robson sprechen vom Jahr 1989.

Nun gebt zu, dass die Abweichungen bezüglich des Anfangs der Story, wie auch einiger anderer Punkte, klar zeigen, dass die drei Familienmitglieder nicht versucht haben, ihre Aussagen abzusprechen und dass ihre Aussagen spontan waren und nicht von Michael Jackson oder jemand anderem gecoacht wurden.

Geständnisaufforderung Nr. 2

Wade Robson und Michael JacksonRobson mit 5 Jahren

Gebt zu, dass Robson und seine Mutter Michael Jackson 1987 in Australien nach einem Tanzwettbewerb kennengelernt haben, bei dem MJ zu treffen der erste Preis war. Im Grunde war es nur ein Meet-and-Greet Event.

Michael freute sich, Wade Robson in seinem „Bad“ Outfit zu sehen und bot ihm an, am nächsten Tag in seiner Show aufzutreten. Das zweite Mal trafen sie ihn am Tag nach der Abendvorstellung, als Wade und seine Mutter zu seinem Hotelzimmer gingen und ein paar Stunden darüber sprachen, was Wade machen wollte.

Nachdem Michael Australien verließ, hatten sie zwei Jahre lang keinen Kontakt miteinander. Wade Robson tanzte weiterhin mit seiner Truppe, der Johnny Young Talent Company in Australien, Brisbaine.

Gebt also zu, dass Michael Jackson nicht versuchte, in irgendeiner Art und Weise mit der Robson Familie in Verbindung zu bleiben.

In seiner Aussage 2005 beschrieb Wade Robson es wie folgt:

„Ich traf ihn zum ersten Mal, als ich fünf Jahre alt war. Ich denke, es war ‘87. Und Michael tourte, er machte die „Bad“ Tour. Und ich imitierte ihn zu diesem Zeitpunkt als Tänzer. Und er hielt diese – es war in Verbindung mit Target oder so was, hielt diese Art Tanzwettbewerbe ab, überall, wo er hinreiste. Also nahm ich an einem der Tanzwettbewerbe teil und gewann ihn, kam ins Finale und gewann dieses und dann war der Preis, Michael zu treffen. Also traf ich ihn nach einem seiner Konzerte in Brisbane, Australien. Und es war genauso wie eine Art Meet-and-Greet Raum. Und wir trafen uns und ich war in meinem ganzen, wissen Sie, „Bad“ Outfit und alles. Er lachte irgendwie und flippte aus wegen meinem Outfit und fragte, ob ich tanze. Ich sagte „Ja“. Und er bat mich, mit ihm in der Show am nächsten Abend aufzutreten. Also nach – am Ende des Konzerts kam ich auf die Bühne und performte mit ihm in der Show. Die nächsten – die nächsten – ich denke innerhalb der nächsten paar Tage machten meine Mutter und ich uns auf, um ihn in seinem Hotelzimmer zu besuchen und wir blieben für ein paar Stunden. Das war in Brisbane, Australien. Redeten nur darüber, was ich machen wollte. Und dann war es das fürs erste. Und für die nächsten zwei Jahre hatten wir überhaupt keinen Kontakt. Und ich führte meine Tanzkarriere in Australien fort. Und dann reiste mein Ensemble, das Tanzensemble, nach Amerika, um eine Aufführung in Disneyland zu machen. Also gingen wir alle.”

Geständnisaufforderung Nr. 3

Gebt zu, dass die Aufführung der Johnny Young Talent School in Disneyland, wo Wade Robson tanzte, nur für einen Tag angesetzt war – es war der 26. Jänner, an dem dort der Australia Day gefeiert wurde.

Die Tanzschule wurde von Disneyland eingeladen und Michael hatte nichts damit zu tun. Tatsächlich wusste er nicht einmal, dass die ganze Robson Familie in den USA angekommen war. Die Familie bestand aus Wade, seiner Schwester, seiner Mutter, seinem Vater und zwei Großeltern.

Hier ist Wade Robsons Auftritt vom 26. Jänner 1990 (ein interessanter Anblick):

Geständnisaufforderung Nr. 4

Gebt zu, dass die Klageschrift den Eindruck erweckt, dass die Familie Michael Jacksons Telefonnummer hatte oder die von seiner Sekretärin Norma Staikos und dass sie ihn gleich nach dem Auftritt kontaktierten und ihn „am folgenden Tag“ trafen, weil der 26. Jänner in der Klageschrift nicht als Datum des Auftrittes erwähnt wird.

In Wirklichkeit schaffte es die Familie erst am siebenten Tag nach dem Auftritt (am Donnerstag, 1. Februar), Norma Staikos Telefonnummer zu bekommen. Sie riefen sie in der Hoffnung an, dass Michael sich an den Jungen erinnern würde, den er zwei Jahre zuvor in Australien getroffen hatte. Zu ihrer großen Freude erinnerte er sich und Norma Staikos arrangierte einen Besuch in Michael Jacksons Aufnahmestudio am Tag nach dem Telefonat, dem 2. Februar 1990.

Vergleicht das mit dem Text der Klageschrift:

„Als der Kläger 7 Jahre alt war, reiste der Kläger mit seiner Familie nach Kalifornien, weil das Tanzensemble des Klägers, Johnny Young Talent School, eingeladen war, in Disneyland aufzutreten.

Die Mutter des Klägers, der Vater, die Schwester (nicht der Bruder) und die Großeltern mütterlicherseits begleiteten den Kläger, da die Reise auch ein Familienurlaub werden sollte. Nach dem Auftritt kontaktierte die Mutter des Klägers Norma Staikos (die persönliche Assistentin des Verstorbenen bei MJJ Productions) und für den Kläger wurde für den nächsten Tag, 2. Februar 1990, ein Treffen arrangiert, um den Verstorbenen in einem Aufnahmestudio in Van Nuys, Kalifornien, zu treffen. Nach diesem Treffen lud der Verstorbene die ganze Familie ein, das Wochenende auf seiner Ranch in Santa Barbara, „Neverland“, zu verbringen, was sie taten.“

Gebt zu, dass Robsons Klageschrift die obigen entscheidenden Details weglässt, um den Eindruck zu erwecken, dass die Familie im Zeitraum zwischen 26. Jänner und 1. Februar nicht nach Michael suchte, sondern dass sie eine Art zuvor verabredetes Treffen mit ihm hatte. Des weiteren entsteht der Eindruck, dass sie die Einladung in sein Aufnahmestudio und dann nach Neverland ganz nüchtern angenommen haben (während in Wirklichkeit ihre kühnsten Träume wahr wurden).

Geständnisaufforderung Nr. 5

Gebt zu, dass Joy Robson 2005 in ihrer Aussage auch bestätigt, dass es keinen zuvor verabredeten Besuch gab und dass sie nach Wades Auftritt „herum telefonierten“ und versuchten, Michaels Nummer zu bekommen, bevor sie schließlich an Norma Staikos gerieten. Es war also der sehnlichste Wunsch der Familie, Michael zu sehen, und nicht anders herum.

F. Erinnern Sie sich an das erste Mal, als sie Neverland besucht haben?

A. Ja. Das war im Jänner 1990.

F. Und wie kam es zu diesem Besuch auf Neverland?

A. Als wir dort waren, telefonierten wir herum und versuchten, Michael wieder zu finden. Er hatte uns gesagt, wir sollten ihn kontaktieren, wenn wir in die Vereinigten Staaten zurückkehren. Also telefonierten wir herum und wurden schließlich mit seiner persönlichen Assistentin verbunden, die zu dieser Zeit Norma Staikos war, und sie rief Michael an. Er erinnerte sich an uns sagte, er würde uns gerne wieder sehen. Also trafen wir uns mit ihm in einem Aufnahmestudio, in dem er damals gearbeitet hatte.

F. Und es gab keine Vereinbarungen, als sie Mr. Jackson das erste Mal trafen?

A. Nein.

Geständnisaufforderung Nr. 6

Gebt zu, dass Wade Robson in seiner Aussage 2005 sogar noch mehr Details zu deren Beharrlichkeit liefert, Kontakt mit Michael herzustellen. Es stellte sich heraus, dass sie raffinierter Weise die gesamte Videosammlung von Wades Tanzmaterial der letzten zwei Jahre bei sich hatten, um es Michael zu zeigen und ihn für sein Talent zu interessieren. Und als Michael all seine Videos gesehen hatte, war er wirklich begeistert davon.

Wade Robson sagte dazu:

A. Wie ich sagte, hatten wir keinen Kontakt mit Michael oder ähnliches. Irgendwie geriet meine Mutter in Kontakt mit Michaels damaliger Sekretärin, Norma Staikos.

A. Sie redete mit Michael über – wir wollten sehen, ob wir wieder mit ihm in Kontakt treten und ihn wieder treffen können. Sie redete mit Michael. Michael erinnerte sich an mich, als ich ihn als Fünfjähriger getroffen habe, wollte mich wieder treffen. Also war ich mit meiner Mutter, Schwester, meinem Vater und den Großeltern dort. Wir alle trafen ihn im Record One Aufnahmestudio. Und das war – das war ‘89.

A. Wir trafen uns mit ihm. Er war mitten in, wissen Sie, arbeitete an Musik und diesen Dingen. Er machte gerade Fotoaufnahmen im Studio. Wir machten einige Fotos mit ihm. Meine Familie und ich gingen in seinen – wie einen Green Room, und spielten ihm einige Videos vor, von all dem Tanzen, das ich in den letzten zwei Jahren gemacht habe. Und, wissen Sie, er war einfach wirklich begeistert, schaute sich alles an, was ich gemacht habe. Und am Schluss lud er meine Familie und mich am Wochenende auf die Ranch ein.

Geständnisaufforderung Nr. 7

Gebt zu, dass Robson in seiner Aussage klar macht, dass Michael sie für ein Wochenende nach Neverland einlud, nachdem er die Sammlung der Videos gesehen hat, in denen Wade tanzt und er wirklich von seinem Talent inspiriert war.

Robson hatte in der Tat ein außergewöhnliches Talent dazu, wie Michael Jackson zu tanzen. Hier ist ein weiteres Video von seinem Auftritt bei Star Search in Australien 1990:

Gebt zu, dass ihr von dem, was ihr gesehen habt, sehr begeistert seid (wie ich auch). Es überrascht uns also überhaupt nicht, dass Michael auch begeistert und inspiriert war von Wades Talent. Michael hat sicher sein Potenzial erkannt und da wir seinen ständigen Wunsch kennen, anderen zu helfen, können wir sicher sein, dass er daran dachte, auch Wade Robson zu helfen und ihm einen Karrierestart zu verschaffen.

Sein Glaube in Wade Robsons Talent wird sehr gut durch eine Nachricht verdeutlicht, die er einst an Robson schrieb, um ihn zu ermutigen: „Du bist jetzt meine größte Inspiration.“

Joy Robson sagte ebenfalls aus, dass Michaels Interesse an Robson darin begründet lag, dass er Wades Potential sah und dass es für Michael war, als würde er sein früheres Ich im Spiegel sehen:

F. VON MR. MESEREAU: Warum haben Sie Wade erlaubt, so viel Zeit mit Michael Jackson zu verbringen?

A. Sie verstanden sich gut. Sie – sie waren sehr ähnliche Menschen. Ich erinnere mich daran, dass mir Michael schon früh gesagt hat, dass es sei, als würde er in den Spiegel schauen, er sah sich selbst. Sein Interesse war darin begründet, dass er Wades Potential sah. Und Wade liebte alles, was Michael tat und wollte so viel lernen, wie er nur konnte.

Geständnisaufforderung Nr. 8

Wade Robson Star Search 1990Wade Robson bei Star Search 1990

Gebt zu, dass Wade Robson, selbst als er noch in Australien lebte, keine Mühe scheute, wie Michael Jackson auszusehen. Sogar seine Haare sahen aus wie Michaels und sein „australisches“ Abbild erinnert einen total an einen Nachbau von MJ, nur in klein.

Tatsächlich gab MJ Wade Robson den Spitznamen „Kleiner“, als er ihn 1987 als Fünfjährigen zum ersten Mal sah, und der Name hielt sich.

„Der in Australien geborene Wade, der bei der bekannten Talentshow Star Search als Tänzer „Downunder“ nationale Anerkennung gewann, stieg schnell zur Spitze junger Darsteller auf, nachdem er einen Michael Jackson Tanzwettbewerb in Brisbane gewonnen hatte. Der Gewinn ermöglichte ihm, mit seinem Idol auf der Bühne im Brisbane Entertainment Centre zu tanzen und der kleine Wade – von Michael als „Kleiner“ bezeichnet – stahl ihm die Show und gewann das Herz des Superstars.“ (http://onwiththeshow.com.au/the-inside-story-on-life-in-michael-jacksons-shadow-1995/)

Joy, Chantal and Wade Robson in LA

Joy, Chantal und Wade Robson präsentieren Wades erstes Album QUO

Lasst uns als Randbemerkung ebenfalls zugeben, dass Wade Robson, sobald er in den Vereinigten Staaten ankam, sein Image dramatisch verändert hatte.

Er färbte seine Haare und rasierte seinen Kopf, womit er klar machte, dass er auf der Suche nach einem neuen Image war und eine Karriere einschlagen wollte, die weit davon entfernt war, einfach nur MJ und seinen Tanz zu imitieren.

Lasst uns ebenfalls einräumen, dass Michael ihn bestimmt in diesem Streben nach Unabhängigkeit für seine Identität unterstützt hat, da Robson sonst seinen alten à la Michael Jackson Style beibehalten hätte.

Geständnisaufforderung Nr. 9

Gebt zu, dass Wade Robsons derzeitige Klageschrift mit keinem Wort erwähnt, wie es dazu kam, dass sich Wade und Chantal Robson in ihrer ersten Nacht auf Neverland in Michaels Zimmer wiederfanden und dass sie nicht ausführt, wie die Kinder selbst ihre Eltern anflehten, um dort bleiben zu können.

Die Klageschrift verschweigt, dass sie alle zusammen mit MJ im Zimmer der Eltern waren und Wades Kostüme besprachen; es wurde spät, aber die Kinder wollten, dass der Spaß weiterging und sie flehten ihre Eltern an, bei MJ bleiben zu dürfen und diese stimmten zu, nachdem sie zuerst um sein Einverständnis baten. Er sagte: „Oh, absolut. Wenn sie bleiben wollen, ist das prima.“

Joy Robson beschreibt es wie folgt:

A. Nun, den ersten – den ersten Abend, den sie aus waren, machten sie das Übliche auf Neverland, spielen. Und später am Abend kamen sie alle zurück in die Suite, in der sich mein Mann und ich aufhielten, und meine Eltern waren ebenfalls bei uns. Wir redeten alle gemeinsam in der Suite. Und Wade imitierte Michael eine Zeit lang und hatte viele Kostüme von Michael, die wir gemacht haben. Und Michael schaute sie sich an und wir redeten halt alle darüber. Und dann wurde es spät und meine Kinder, sowohl Chantal als auch Wade, meine Tochter sagte „Können wir bei Michael bleiben?“ Und mein Mann und ich schauten zu Michael und sagten „Naja, wenn das für Dich ok ist.“ Und er sagte „Oh, absolut. Wenn sie bleiben wollen, ist das prima.“

F. Und haben Sie ihrem Sohn und ihrer Tochter erlaubt, in seinem Zimmer zu bleiben?

A. Ja.

Wade Robson erklärte in seiner Aussage sogar, warum sie bei Michael bleiben wollten – sie haben einen neuen Freund gefunden und wollten ihm nicht von der Seite weichen. „Das ist bei jedem Kind so“, sagte Robson.

A. Ich erinnere mich, dass Chantal das auch wollte.

F. Was hat Sie dazu bewogen, ihn zu fragen, ob sie in seinem Zimmer bleiben können?

A. Nun, das ist bei allen Kindern gleich. Wenn Du – wissen Sie, wenn Du einen besten Freund hast oder einen neuen Freund gefunden hast, möchtest Du immer im gleichen Raum mit ihm sein.

Geständnisaufforderung Nr. 10

Nun gebt zu, dass die Aussagen der Robsons im Prozess 2005 ab diesem Punkt dramatisch von allem abweichen, was Wade Robson jetzt behauptet.

Wades Aussage von 2005 gibt an, dass er in der ersten Nacht (Samstag, 3. Februar) in MJs Bett im Erdgeschoss geschlafen hat und dass seine Schwester Chantal bei ihnen war, genau wie in der nächsten Nacht. Um präziser zu sein, war sie laut ihm die „ganze Zeit“ mit ihnen im selben Bett.

Im Zuge der Erläuterung machte Wade auch klar, dass er nicht „mit“ Michael Jackson geschlafen hat – er schlief nur in seinem Bett.

F. In Ordnung. Nun, Sie waren sieben Jahre alt, als Sie das erste Mal mit Mr. Jackson geschlafen haben, stimmt das?

A. Ich habe im selben Bett mit ihm geschlafen. Aber ja, ich war sieben.

F. Haben Sie meine Frage anders verstanden als das?

A. So klang es.

F. In Ordnung. Aber Sie haben im selben Bett mit ihm geschlafen, als Sie sieben Jahre alt waren, stimmt das?

A. Ja.

F. War jemand anderes mit ihnen in diesem Bett?

A. Meine Schwester, Chantal Robson.

F. Sie war zehn Jahre alt, stimmt das?

A. Ja.

F. Stimmt es, dass in diesem Raum nirgendwo ein anderer Erwachsener war, als sie mit Mr. Jackson ins Bett gekrochen sind?

A. Richtig.

F. Und Sie haben während dieser Woche tatsächlich weiterhin mit Mr. Jackson geschlafen, als sie sieben Jahre alt waren, stimmt das?

A. Ja.

F. War ihre Schwester während dieser Woche auch die ganze Zeit da?

A. Ja.

F. War sie auch mit ihnen in diesem Bett?

A. Ja.

Heute sagt er, dass Chantal in der ersten Nacht bei ihnen war, in der nächsten Nacht „äußerte“ sie jedoch angeblich „Bedenken darüber“, schlug vor, dass sie beide im Obergeschoss schlafen und als Wade ablehnte, ging sie alleine nach oben und so fingen die „sexuellen Aktivitäten“ angeblich an.

Die zweite, abgeänderte Klageschrift (Punkt 10-11) beschreibt es mit einer unverfrorenen Lüge wie folgt:

„In der ersten Nacht des Wochenendes am oder um den 3. Februar 1990 schliefen der Kläger und seine Schwester im Schlafzimmer des Verstorbenen im selben Bett mit dem Verstorbenen im Erdgeschoss.

In der nächsten Nacht äußerte die Schwester des Klägers, die 3 Jahre älter als der Kläger war, Bedenken darüber, mit dem Verstorbenen im selben Bett zu schlafen und schlug vor, dass sie beide im Obergeschoss schlafen. Der Kläger lehnte ab und schlief erneut mit dem Verstorbenen im Erdgeschoss. Die sexuellen Aktivitäten begannen in oder um diese Nacht, dem 4. Februar 1990. <Text redigiert>

Das war der Beginn des sexuellen Missbrauchs des Klägers durch den Verstorbenen, der im Verlauf der nächsten 7 Jahre regelmäßig die im Paragraph 22 beschriebenen sexuellen Handlungen enthielt.“

Was für eine schreckliche, schreckliche Geschichte. Der Missbrauch begann also in der zweiten Nacht und das Mädchen konnte es nicht sehen, weil sie im Obergeschoss des Schlafzimmers war und so begann also der Albtraum für den armen Wade Robson?

Ja, es wäre wirklich fürchterlich schrecklich gewesen, wenn nur nicht Chantal Robson eine völlig andere Geschichte erzählt hätte.

Diese Lüge ist der erste Akt seiner fiktionalen Story und nur eine Ouvertüre zu vielen, vielen weiteren. Wenn Du denkst, dass der Rest seiner Erzählung auch nur ansatzweise besser wird, stehst Du vor einer großen Enttäuschung – je weiter Du voranschreitest, desto lächerlicher wird es.

Wade Robson Klageschrift*LÜGE* In der nächsten Nacht äußerte die Schwester des Klägers, die 3 Jahre älter als der Kläger war, Bedenken darüber, mit dem Verstorbenen im selben Bett zu schlafen und schlug vor, dass sie beide im Obergeschoss schlafen. Der Kläger lehnte ab und schlief erneut mit dem Verstorbenen im Erdgeschoss. Die sexuellen Aktivitäten begannen in oder um diese Nacht, dem 4. Februar 1990. *LÜGE*

Geständnisaufforderung Nr. 11

Das Problem ist, dass die fast 26 jährige Chantal 2005 in ihrer Aussage das Gegenteil von dem sagte, was Wade heute behauptet.

Sie sagte, dass sie in der ersten Nacht nicht in Michaels Privatsphäre eindringen wollte und schließlich in der Erwartung nach oben ging, dass ihr jüngerer Bruder folgen würde (entweder lehnte er ab, oder er war bereits eingeschlafen, als sie nach oben ging).

Ihre Erklärung für ihr Verhalten ist verständlich – es war ihr erster Besuch auf Neverland und im Gegensatz zu den anderen hatte sie Michael erst zum zweiten Mal in ihrem Leben gesehen, also gewann ihre natürliche Zurückhaltung die Oberhand und sie beschloss, MJ zu verlassen, um nicht in seine Privatsphäre einzudringen.

In der zweiten Nacht hatte sie allerdings schon eine viel engere Freundschaft mit Michael und ihre vorherigen Überlegungen machten ihr nicht mehr sehr zu schaffen. Die Kinder waren offensichtlich so müde, dass beide – Wade und Chantal – in Michaels Bett einschliefen ohne darüber nachzudenken, ob es angebracht war oder nicht. Sie sagt, dass hinter ihrem Schlafen im Erdgeschoss kein „Plan“ stand – sie schliefen einfach ein und das war es.

Die Zusammenfassung der Geschichte ist also, dass Chantal nicht in der ersten, aber in der ZWEITEN Nacht in Michaels Bett schlief. Das erste Mal kommt auch nicht in Betracht, da sie zuerst im Bett war, aber später ihre Meinung geändert hat und nach oben ging.

Lasst mich euch noch einmal daran erinnern, dass Wade Robson behauptet, dass der angebliche Missbrauch in der zweiten Nacht begann, die er in MJs Zimmer war.

Uns muss ebenfalls bewusst sein, dass Chantal nicht wusste, dass er zehn Jahre später irgendetwas in dieser Art behaupten würde und deshalb beschrieb sie es in ihrer Aussage 2005 wie es wirklich war. Folgendes hat sie gesagt und dabei ist zu beachten, wie nachdrücklich ihre Worte sind:

F. Sie verbrachten also die allererste Nacht auf Neverland in Mr. Jacksons Schlafzimmer?

A. In seinem Schlafzimmer, ja.

F. Und in dieser ersten Nacht schliefen Sie im Erdgeschoss des Schlafzimmers, richtig?

A. Nein.

F. Sie schliefen im Obergeschoss?

A. Ja.

F. Haben Sie – oder ich werde das anders ausdrücken. Wurden Sie am 2. Mai 2005 von Scott Ross, einem Ermittler für Michael Jackson, befragt?

A. Ja. Ich bin nicht sicher, ob es dieses Datum war, aber ja.

F. Das war erst vor ein paar Tagen?

A. Ja.

F. Und haben Sie Mr. Ross gesagt, dass Sie sich daran erinnern, die erste Nacht im Erdgeschoss geschlafen zu haben und Wade ging nach oben und schlief mit Mr. Jackson?

A. Nein. Es war genau anders herum.

F. Okay.

A. Michael und Wade schliefen – Michael und Wade schliefen im Erdgeschoss und ich schlief im Obergeschoss in der ersten Nacht.

F. In Ordnung. Also schliefen Mr. Jackson und Wade gemeinsam in einem anderen Bereich als Sie?

A. Ja.

F. Warum war das so?

A. Weil ich nach oben ging.

F. Warum gingen Sie nach oben?

A. Weil ich etwas älter war und das Gefühl hatte, als würde ich in Michaels Schlafzimmer eindringen, deshalb ging ich nach oben.

F. Weil Sie Mr. Jackson etwas Privatsphäre geben wollten?

A. Ja.

F. Und er war zu dieser Zeit allein mit Ihrem Bruder?

A. Ja.

F. Und Ihr Bruder war sieben Jahre alt?

A. Ja.

F. Und in dieser Nacht schlief Ihr Bruder im selben Bett mit Michael Jackson?

A. Ja. Ich sagte ihm, er solle mit mir nach oben kommen.

F. Sie sagten ihm, er solle mit Ihnen nach oben kommen?

A. Ja.

F. Lag das daran, weil Sie das Gefühl hatten, er sollte nicht mit einem erwachsenen Mann in einem Bett schlafen?

A. Ganz und gar nicht.

F. Also warum haben Sie ihm gesagt, dass er das tun soll?

A. Weil ich nicht wollte, dass Michael das Gefühl hatte, dass zwei Leute in seinen Raum eindringen.

F. Etwas ließ Sie in dieser Nacht unbehaglich fühlen, oder?

A. Nein, ganz und gar nicht.

F. Haben Sie Mr. Ross nicht vor ein paar Tagen gesagt, dass Sie sich in der zweiten Nacht wohler gefühlt haben?

A. Ja, wohler mit meiner Freundschaft mit Michael.

F. Und in der nächsten Nacht haben Sie im selben Bett mit Michael Jackson geschlafen?

A. Das habe ich.

F. Wessen Idee war es, dass Sie in Mr. Jacksons Bett geschlafen haben?

A. Es war eigentlich unsere Idee.

F. Wie bitte?

A. Mein Bruder und ich. Es war eigentlich kein Plan. Wir schliefen einfach ein.

Geständnisaufforderung Nr. 12

Gebt zu, dass Wades eigene Schwester, die drei Jahre älter ist als Wade und damals zehn war, von einer völlig anderen Zeitabfolge sprach, was seine aktuelle Theorie davon, „wie der Missbrauch begann“ grundsätzlich widerlegt.

Er behauptet, dass es in der zweiten Nacht begann. Und sie sagt, dass ihr zehnjähriges Ich in genau dieser Nacht mit dem siebenjährigen Wade in einem Bett schlief.

Selbst wenn wir uns vorstellen, dass der Schlaf des Mädchens sehr tief war und sie deshalb nichts gehört oder gesehen hat, ist es nicht vorstellbar, dass irgendein Missbraucher bewusst einen Tag wählen würde, an dem er einen direkten Zeugen seiner unrechtmäßigen Aktivitäten haben würde.

Das besonders schöne und ironische an dieser Situation ist, dass Chantals Aussage gegenüber Wades jetziger Story Vorrang hat, da sie vor zehn Jahren ausgesagt hat, als ihr nicht bewusst war, dass ihre unschuldige Stellungnahme Wade Robsons späterer Behauptung widersprechen würde. Man kann darüber nur staunen, wie ein unschuldiges Wort, das zehn Jahre zuvor ausgesprochen wurde, heute nachhallt und ein großes Unrecht korrigiert.

Chantal hatte keinen Grund, darüber zu lügen, wo sie in jenen Nächten schlief. So oder so stellte sich heraus, dass sie eine Nacht mit Wade zusammen war und die andere Nacht nicht und es ist nur die Reihenfolge jener Nächte, die unterschiedlich war.

Gebt des weiteren zu, dass es zum Zeitpunkt ihrer Aussage im Prozess 2005 keinen Unterschied gemacht hat, in welcher der Nächte sie im Erdgeschoss geschlafen hat und die einzige Tatsache, die für die Jury von Bedeutung war, war, dass Wade zumindest bei einer dieser Gelegenheiten mit Michael alleine war. Ob es nun die erste oder die zweite Nacht war, spielte damals keine Rolle.

Allerdings spielt es heute eine sehr große Rolle.

Gebt zu, dass Chantal sogar einen negativen Eindruck bei der Jury hätte hinterlassen können, als sie 2005 auf ihrer Geschichte beharrte, da sie hätten denken können, dass die Familienmitglieder nicht ganz konsistent waren in ihren Aussagen und sie gewann nichts, als sie ihre Geschichte erzählte. Sie bestand allerdings wiederholt darauf, dass es so war, wie sie es beschrieben hat und da sie die ältere und zuverlässigere der beiden war, können wir absolut glauben, was sie gesagt hat.

Gebt auch zu, dass diese sehr kleinen Unterschiede in ihren Aussagen erneut klar machen, dass die Mitglieder der Robson Familie ihre Aussagen 2005 nicht abgesprochen haben, was bedeutet, dass sie niemand vor ihren Aussagen gecoacht hat – weder Michael, noch sonst jemand. Wenn sie jemand gecoacht hätte, wären ihre Aussagen völlig deckungsgleich gewesen.

Geständnisaufforderung Nr. 13

 Wade Robson

Gebt zu, dass Chantals Beharren, in der zweiten Nacht in Michaels Bett geschlafen zu haben, bedeutet, dass der „Missbrauch“ nicht am 4. Februar 1990 begonnen hat und dass uns Wade Robson jetzt schrecklich belügt.

Tatsächlich ist diese Diskrepanz in seiner Story ein unmittelbarer Beweis für seine Lügen.

Wenn Du in Deiner Kindheit missbraucht wurdest, geraten solche Dinge einfach nicht in Vergessenheit. Sie prägen sich in ihrer Gesamtheit in Deiner Erinnerung ein – in der Zeit, dem Ort und Verhältnis zu allen anderen Ereignissen dieses Zeitraums bis ins kleinste Detail. Du erinnerst Dich an die Reihenfolge und wie eines zum nächsten führte. Du erinnerst Dich an die seltsamsten Details, den Gesichtsausdruck, Deine Gedanken und sogar die Gerüche.

Es ist schlicht unmöglich zu vergessen, in „welcher Nacht es passierte“ (wenn es überhaupt passierte). Nur jene, die solche Erfahrungen nie durchgemacht haben, können glauben, dass es egal ist, ob es die erste oder zweite Nacht Deines Aufenthaltes war.

Nein, der Zeitpunkt ist sehr wichtig; wenn Dir so etwas jemals passiert ist, wirst Du es nie wieder vergessen. Nie wieder.

Umfangreiche Diskussion in der Nacht

Schon der nächste Absatz der Klageschrift wird Dich wieder wundern. In dem Versuch, seine Story glaubwürdig erscheinen zu lassen, fügte Robson seiner Beschreibung ein Detail hinzu, das sie allerdings nur noch lächerlicher macht – besonders jetzt, da wir wissen, dass seine eigene Schwester neben ihm im selben Bett lag.

Unser Darling Robson behauptet, dass sein siebenjähriges Ich und MJ in der zweiten Nacht diskutierten und die Diskussion fand nicht irgendwann am Nachmittag statt, wie man sich das vielleicht vorstellen könnte, sondern gerade während der Nacht und in genau diesem Bett.

Wenn wir nicht gewusst hätten, dass Chantal genau im selben Bett mit Wade war, wäre dieses Detail sicher unbemerkt an uns vorbeigegangen, aber da wir nun wissen, dass sie ihre Unterhaltung leicht hätte mitanhören können, macht diese kleine Ergänzung die ganze Situation lachhaft.

Wie konnte der angebliche Feind sicher sein, dass das Mädchen schlief und nicht nur mit geschlossenen Augen da lag? Und wie konnte er eigentlich sehen, ob ihre Augen geschlossen waren, wenn es tiefste Nacht war? Und was war der Sinn dahinter, die Angelegenheit während der Nacht zu diskutieren und nicht irgendwann am Morgen, wenn es zumindest eine Garantie dafür gab, dass das Mädchen nicht zuhört?

Nein, nichts davon passt zusammen. Dieser faule Typ konnte nicht einmal die Aussage seiner eigenen Schwester im Prozess 2005 lesen, um all diese unglaublichen Fehler zu vermeiden…

Die Punkte 11-12 der Klageschrift beschreiben seine Story wie folgt:

„Die sexuellen Aktivitäten fingen in oder um die Nacht des 4. Februar 1990 an. <> In dieser ersten Nacht fing der Verstorbene an, dem Kläger zu sagen: „Wir können niemals irgendjemandem sagen, was wir machen. Die Leute sind ignorant und sie würden niemals verstehen, dass wir uns lieben und dass wir es so zeigen. Wenn das jemals jemand herausfindet, wären unsere Leben und Karrieren vorbei.“ Der Kläger schwor dem Verstorbenen, dass er es niemals einer Seele erzählen würde.”

Was für eine wahrlich ausgedehnte und umfangreiche Diskussion, besonders, da sie angeblich genau unter Chantals Ohren stattfand! Offensichtlich war Robson bei seiner Klageschrift so auf die Notwendigkeit fokussiert, zu erklären, warum er seinen Eltern am nächsten Morgen nichts erzählt hat, dass er sich dazu entschieden hat, seine Lüge mit einer weiteren Rüsche zu dekorieren – „ihm wurde gesagt, es nicht zu tun – deshalb“.

Nun, das hätte er nicht tun sollen. Das Ergebnis ist, dass wir jetzt die Wahrheit kennen – es gab nicht nur keine Belästigung in der zweiten Nacht (wenn überhaupt), sondern es gab auch keine Diskussion mit MJ darüber. All das war schlicht unmöglich, da Chantal ein direkter Zeuge davon gewesen wäre, aber sie hat nie etwas gehört oder gesehen – ganz einfach, weil es nie passiert ist, deshalb.

Schnitzer wie diese passieren oft, wenn Lügner versuchen, ihre Story überzeugend zu machen. Sie strecken ihre Zunge raus und denken „Was kann ich hier noch hinzufügen, um es glaubhafter erscheinen zu lassen?“, erfinden dies und jenes und übertreiben es, was zu einem völlig gegenteiligen Ergebnis führt. Jedes neue Detail diskreditiert seine Story nur weiter und kann sogar den ganzen Betrug freilegen.

Also lasst uns nicht zu herablassend auf kleine Details blicken. Der Teufel steckt im Detail und nicht darin, was sie Dir vor die Nase halten und Dich sehen lassen wollen. Schau Dir an, was sie Dich nicht sehen lassen wollen und das wird Dir dabei helfen, den Dingen auf den Grund zu gehen.

Lasst uns auch feststellen, dass echte Kinderschänder ihre Verbrechen niemals auf solch riskante Weise begehen. Darum ist es so schwer, sie zu erwischen. Sie sind extrem vorsichtig und treffen jede Vorsichtsmaßnahme, um niemals irgendwelche direkten Zeugen zu haben für das, was sie tun. Michaels Verleumder möchten euch glauben machen, dass der angebliche Missbraucher jeder Logik trotzte und sich nicht um direkte Zeugen seines angeblichen Verbrechens kümmerte, aber in Anbetracht der Tatsache, dass ein Vater und Großvater bei dem Besuch dabei war, wäre ich mir nicht zu sicher, wenn ich Du wäre…

Und im Übrigen, wenn Du annimmst, dass MJ in Aktivitäten wie diesen furchtlos war, warum dann dieses ganze Aufsehen über das Ertönen eines bestimmten Alarms, wenn sich jemand seinem Zimmer nähert? Eine gute Story sollte in all seinen Details konsistent sein, also wenn jemand im Flur ein Problem war, war die Anwesenheit eines zehnjährigen Mädchens im selben Bett dann nicht auch ein kleines Problem?

Es würde uns auch nicht schaden, uns an Macaulays Vater Kit Culkin zu erinnern, der Michael als einen „absoluten Angsthasen“ beschrieb und einen „Kerl, der von seinem eigenen Schatten völlig verängstigt ist“. Das Lexikon definiert „Angsthase“ als „jemanden, der vor fast allem Angst hat“ und dieses kleine Detail von Michaels Charakter hilft Robsons Story auch nicht gerade weiter, auch wenn MJs Verleumder versuchen, uns einen selbstsicheren Feind zu schildern, dem es nichts ausmacht, ein Kind zu missbrauchen, selbst wenn sich ein direkter Zeuge genau im selben Bett befindet.

Wade Robson Klageschrift Schweigen*LÜGE* In dieser ersten Nacht fing der Verstorbene an, dem Kläger zu sagen: „Wir können niemals irgendjemandem sagen, was wir machen. Die Leute sind ignorant und sie würden niemals verstehen, dass wir uns lieben und dass wir es so zeigen. Wenn das jemals jemand herausfindet, wären unsere Leben und Karrieren vorbei.“ Der Kläger schwor dem Verstorbenen, dass er es niemals einer Seele erzählen würde. *LÜGE*

Ein weiteres tragisches aber falsches Detail: Robson – alleine zu Haus auf Neverland

Je weiter Du voranschreitest, desto absurder wird Robsons Erzählung. Nur einen Schritt weiter kannst Du die nächsten Lügen ernten. Einen ganzen Haufen davon findet man gleich im nächsten Absatz des Schriftstücks, das eine bemerkenswerte Episode in Robsons Leben beschreibt und in seiner Falschheit auch völlig bemerkenswert ist.

Punkt 13 der Klageschrift behauptet allen Ernstes, dass die Familie den armen Jungen nach dem ersten Wochenende auf Neverland zurückließ und er musste dem angeblichen Feind ausgeliefert ganz alleine dort bleiben!

Schaut euch den blanken Horror dieser Beschreibung an:

„Die Familie des Klägers verließ die Ranch am Montag, um ihren Road Trip fortzusetzen, ließ allerdings den Kläger zurück, um bei dem Verstorbenen zu bleiben. Der Kläger schlief jede Nacht im Bett des Verstorbenen und jede Nacht fand sexueller Missbrauch statt. Die Familie des Klägers kehrte am kommenden Wochenende zur Ranch zurück, um bei dem Kläger zu sein. Der Kläger schlief wieder im Bett mit dem Verstorbenen, während die Familie wo anders im Haus schlief. Der sexuelle Missbrauch setzte sich in jeder dieser Nächte fort.“

Was für eine tragische (und originelle) Story. Der Junge wurde angeblich nur zwei Tage nach ihrer Bekanntschaft mit MJ von seiner ganzen Familie alleine gelassen und sie kamen erst nach einer Woche zurück! Und schaut euch an, was ihm dort passiert ist!

Einen kleinen Jungen bei einem beinahe Unbekannten zurückzulassen ist in der Tat so ein befremdliches Vorkommnis, dass man sich gar nicht entscheiden kann, wer hier der schlimmere Kriminelle ist – die Eltern und Großeltern, die das Kind angeblich bei einem fast Unbekannten zurücklassen oder der Mann, der für sein angeblich unangebrachtes Verhalten beschuldigt wird.

Wenn wir Robsons Story glauben, stellt diese Episode seine ganze Familie in der Tat als eine Bande von Zuhältern dar, die bereit ist, ihren Sprössling an jemanden zu prostituieren, den sie kaum kennen. Das ist der Eindruck, den diese Story erzeugt – aber natürlich nur, wenn Du es glaubst und es nicht als die Erfindung eines perversen Verstandes erkennst.

Um zu überprüfen, ob hinter dieser seltsamen Episode irgendeine Wahrheit steckt, müssen wir ein hartes Stück Arbeit leisten – die Prozessaussagen aller Robsons durcharbeiten, die korrekte Chronologie für ihre Aktivitäten bestimmen und herausfinden, wer wann wo war. All das dient nur dazu, ein kleines Detail zu überprüfen, aber die Arbeit hat sich gelohnt.

Lasst uns anschauen, woran sich Wades Schwester Chantal diesbezüglich erinnert.

Was Chantal Robson gesagt hat

In ihrer Aussage im Prozess 2005 erwähnte Chantal mit keinem Wort, die Woche zwischen den beiden Wochenenden auf Neverland gewesen zu sein und sie sprach auch nicht davon, dass Wade oder irgendjemand sonst von ihnen dort während ihres ersten Besuchs in den Vereinigten Staaten alleine gelassen wurde.

Sie sagte aus, dass der Besuch in zwei Wochenenden aufgeteilt war und dass sie beide Male dort war und jedes Mal in Michaels Zimmer schlief. Sie stellte klar, dass sie insgesamt vier Mal dort geschlafen hat und das deckt sich absolut mit unserem Verständnis ihrer Chronologie – sie besuchten Neverland für ein Wochenende, dann verließen sie Neverland und kamen für ein weiteres Wochenende zurück. Im Laufe der nächsten Woche reisten sie nach Australien ab.

Chantal sagte folgendes:

F. Wie oft denken Sie, waren Sie in Michael Jacksons Raum?

A. Ich bin dort wohl viele Male ein- und ausgegangen. Geschlafen habe ich dort vier Mal.

F. War Ihr Bruder Wade immer dort, wenn Sie in Michael Jacksons Zimmer geschlafen haben?

A. Ja.

Chantal erinnerte sich auch an ihren Ausflug nach Los Angeles, den sie mit Michael gemeinsam unternommen haben. Dieser fand nach dem zweiten Wochenende statt:

F. Wissen Sie, ob ihre Familie mit ihm gereist ist?

A. Ja.

F. Was wissen Sie darüber?

A. Ich weiß, dass mein Bruder und meine Mutter in Vegas waren. Ich ziehe das zurück. Ich war mit ihm in Los Angeles. Bei meiner ersten Reise. Ich fuhr nach Los Angeles, nur ich und meine Mutter. Entschuldigung, ich und mein Bruder.

Und das ist praktisch alles, was wir von Chantal zu diesem Thema erfahren.

Die Aussage ihrer Mutter Joy war viel länger und sie hatte viel mehr zu sagen über ihren ersten Besuch in den Vereinigten Staaten (und Neverland).

Was Joy Robson gesagt hat

Von Anfang an hat Joy Robson klargestellt, dass sie nur für ein Wochenende auf Neverland eingeladen wurden und dass sie dieses Wochenende dort verbracht haben. Eine Woche später kamen sie zurück und verbrachten ein weiteres Wochenende dort.

Tom Sneddon war hartnäckig in seinen Fragen und versicherte sich, dass zwischen den beiden Wochenenden eine Woche lag. Sie stellte noch einmal klar, dass sie nicht für eine ganze Woche dort waren und einmal erwähnte sie sogar, dass „sie alle“ die Ranch „verlassen“ haben, bevor sie woanders hingefahren sind.

Hier sind ein paar Auszüge aus ihrer Aussage:

F. Und dann wurden sie auf die Ranch eingeladen, für ein Wochenende, wenn ich das richtig verstanden habe?

A. Korrekt.

F. Sie waren also nicht die ganze Woche dort?

A. Nein.

F. Nur für das Wochenende?

A. Ja.

F. Sind sie für ein zweites Wochenende zurückgekehrt?

A. Ja.

F. Und lag da ein Wochenende oder mehr als eine Woche dazwischen?

A. Es war eine Woche dazwischen.

F. Es war also das folgende Wochenende, an dem sie zurückgekehrt sind?

A. Ja.

F. Und als sie bei dieser Gelegenheit zurückgekehrt sind, wer von ihrer Familie war anwesend?

A. Mein Mann, meine Tochter, mein Sohn und meine Eltern.

F. Nun, waren ihr Mann und ihre Eltern bei dem ersten Besuch bei Ihnen?

A. Ja.

F. Erinnern Sie sich, unter Eid ausgesagt zu haben, dass Ihre Eltern und Ihr Mann in San Francisco unterwegs waren, als Sie die Ranch das erste Mal besucht haben?

A. Nein, das waren sie nicht – wir waren am Wochenende alle dort. Sie verließen – wir alle reisten ab, um nach San – nein, sie fuhren in der zweiten Woche nach San Francisco. Wir fuhren mit Michael zurück nach Los Angeles.

Die Chronologie ist völlig klar. Ein Wochenende auf Neverland, eine Woche wurde wo anders verbracht, ein weiteres Wochenende auf Neverland. Dann fuhren Joy und ihre Kinder mit Michael nach Los Angeles, während ihre Eltern und ihr Mann nach San Francisco fuhren. Später in dieser Woche trafen sie sich wieder und flogen zurück nach Australien.

Es gibt absolut keine Erwähnung des armen Jungen, der von ihnen verlassen auf Neverland zurückblieb. Joy Robsons Aussage schließt das einfach aus – sie sagt ganz klar, dass sie nicht die ganze Woche dort verbracht haben und dass es eine Pause zwischen den beiden Besuchen gab. Ein weiteres Detail der Geschichte bestätigt auch, dass ihr Sohn mit der Familie zusammen war, als sie zum zweiten Mal nach Neverland kamen:

F. Und als sie bei dieser Gelegenheit zurückgekehrt sind, wer von ihrer Familie war anwesend?

A. Mein Mann, meine Tochter, mein Sohn und meine Eltern.

All das steht in direktem Widerspruch zu dem, was Wade Robson uns jetzt sagt – er wurde dort nicht zurück gelassen und folge dessen gab es auch keinen Missbrauch. Es geschah nicht nur nicht in der „zweiten Nacht“, sondern es geschah auch nicht in der folgenden Woche. Robson war schlicht nicht dort und hier gibt es nichts weiter zu erörtern.

Ist das also eine weitere seiner offensichtlichen Lügen? SCHON WIEDER??? Nun, ich fürchte, so ist es. Es klingt unglaublich, aber Robson lügt tatsächlich in jeder seiner Angaben.

Jene, die sich immer noch an Strohhalme klammern, um Robsons Situation zu retten, sind eingeladen, über das Folgende zu reflektieren. Wenn der kleine Junge wirklich im Haupthaus Neverlands zurückgelassen worden wäre, wäre dieser Umstand schwer zu verbergen gewesen. Manche Hausmädchen hätten das sicher bemerkt und würden sich erinnern. Allerdings hat das kein Hausmädchen erwähnt, auch nicht Blanca Francia, die 1990 Michael Jacksons persönliches Hausmädchen war und sein Zimmer täglich gereinigt hat. Sie ist ebenfalls eine von der erpresserischen Sorte und hätte es garantiert bemerkt, wenn es dort irgendetwas zu bemerken gegeben hätte, doch nicht einmal sie sagte ein einziges Wort.

Robsons Unterstützer werden natürlich toben, dass wir seiner Mutter kein einziges Wort glauben sollen. Sie werden sie eine Zuhälterin, eine Goldgräberin und dergleichen nennen. Aber laut Robsons Story wurde er nicht nur von seiner Mutter auf Neverland zurückgelassen, sondern auch von seinem Vater, Großvater und auch der Großmutter!

Deuten seine Unterstützer also an, dass alle aus seiner Familie Zuhälter sind? Und ist Robson bereit, die Ehre aller für diese $1,62 Milliarden, die er jetzt verlangt, zu opfern?

Ich stimme allerdings zu, dass wir einen Punkt erreicht haben, an dem das Wort der Mutter gegen das des Sohnes steht. Einer von ihnen ist definitiv ein Lügner und zur Wahl steht, dass entweder Joy Robson damals gelogen hat oder Wade Robson jetzt lügt und ihr werdet zustimmen, dass beide Optionen nicht sehr schön sind.

Um zu entscheiden, wer der Lügner ist, erinnern wir uns an ein paar weitere Details.

Zu allererst sagte Joy Robson 1993 vor der Grand Jury unter Eid aus, wo sie von niemand geringerem als Tom Sneddon verhört wurde (natürlich in Abwesenheit des Verteidigungsanwaltes, da diese dort nicht zugelassen wurden). Wade Robson wurde ebenfalls unter Eid verhört. Also wurden die 2005 von ihnen berichteten Tatsachen auch von ihren früheren Aussagen untermauert und keiner der beiden erwähnte jemals, dass Robson bei ihrem ersten Besuch in Neverland „zurückgelassen“ wurde.

Die andere Überlegung ist, wenn Joy wirklich Leichen im Keller gehabt hätte und Angst hatte, dass ihre Kinder ihr Geheimnis offenbaren würden, hätten sich die drei zusammengesetzt und ihre Aussagen für den Prozess 2005 auf Joys Version abgeglichen. Das hätte die Kinder zu ihren Komplizen gemacht (aber natürlich nur, wenn wir Robsons aktueller Lüge Glauben schenken).

Das interessante an ihren Aussagen ist allerdings, dass sie weit davon entfernt waren, einheitlich zu sein und das legt nahe, dass sie wahr, ungekünstelt und nicht gecoacht waren. Zum Beispiel werdet ihr überrascht sein, von Wade Robsons Aussage 2005 zu lernen, dass er sagte, während seines ersten Besuchs auf Neverland eine Woche dort verbracht zu haben, nur sagte er, dass er nicht alleine war sondern mit seiner Familie.

Er konnte sich nicht an ein zweites Wochenende auf Neverland erinnern und behauptete sogar, dass sie unmittelbar nach der „Woche“ „alle nach Australien zurückflogen“. Da war keine Erinnerung an eine Reise nach Los Angeles oder den Sightseeing-Trip seiner Großeltern.

Kurz um, die 2005 von ihm gelieferte Chronologie war völlig albern, aber in diesem Fall zeigt sie, dass Wade Robson nicht gecoacht war.

Die Erinnerungen eines Siebenjährigen

Wade Robson in Michaels KleidungWade Robson trägt 1990 das Shirt, das Michael Jackson in dem TV Spezial Motown 25 getragen hat und den Hut, den ihm der Sänger gegeben hat. Foto: Ian Waldie

Die Art, wie sich der 22-jährige Wade Robson an die 15 Jahre zurückliegenden Ereignisse erinnerte, wird euch sicher zum Lächeln bringen.

Seine Erinnerung an seinen ersten Besuch in den Vereinigten Staaten mit sieben Jahren war bei bestimmten Dingen so vage und undeutlich, dass man sich nur wundern kann, wie gut er sich jetzt an alles erinnern kann. Zehn weitere Jahre sind vergangen und plötzlich kann er sich an jedes Detail erinnern? Was für ein interessantes Phänomen.

Seine damalige Erinnerung war voller spannender Eindrücke, wies allerdings nur wenige korrekte Details bezüglich Zeit und Ort auf:

A. … wir fuhren, meine ganze Familie fuhr zu der Ranch. Und, wissen Sie, wir blieben, ich weiß nicht, für etwa eine Woche oder so.

F. Und in welchem Jahr etwa war ihr erster Besuch auf Neverland, Mr. Robson?

A. Das war 1989.

F. Okay. Und mit wem gingen Sie beim ersten Mal nach Neverland?

A. Wir gingen mit meiner Mutter, meiner Schwester, meinem Vater und meinem Opa und Oma.

F. Und wie lange blieben sie während diesem Besuch?

A. Ich denke, es war etwa eine Woche.

F. Und nachdem sie eine Woche auf Neverland verbracht haben, was machten sie?

A. Wir gingen nach Australien zurück.

F. Erinnern Sie sich an ihren zweiten Besuch auf Neverland?

A. Nein.

Was für eine großartige Chronologie. Er dachte also, dass sein Aufenthalt auf Neverland eine Woche dauerte. Und seine ganze Familie war bei ihm:

„wir blieben, ich weiß nicht, für etwa eine Woche oder so.“

Und dann gingen sie nach Australien zurück. Da war kein zweites Wochenende auf Neverland, kein Trip nach Los Angeles, keine Reise nach San Francisco von seinem Vater und Großeltern – es war nur eine „Woche“ mit Michael, die mit der ganzen Familie verbracht wurde und das war’s.

Ist das eine Lüge? Nein, das ist es nicht – es ist nur die Erinnerung eines Kindes. Versuch Dich an etwas zu erinnern, als Du sieben Jahre alt warst und Du wirst feststellen, dass Du Dich nur an jene Fragmente erinnern kannst, die den größten Eindruck hinterlassen haben, sowohl positiv wie negativ. Sie tauchen als Flashback hier und da auf, ohne Verbindung dazwischen und ohne klare Abfolge und Chronologie der Ereignisse.

Die älteren Familienmitglieder können Dir natürlich mehr über Deine eigene Kindheit erzählen und auf Basis ihrer Beschreibungen, Fotos, Videos usw. wirst Du ein mehr oder weniger zusammenhängendes Bild Deiner Kindheit haben, aber Du wirst zustimmen, dass Deine eigenen Erinnerungen nur die strahlendsten und emotionalsten Momente Deiner frühen Vergangenheit bewahrt haben.

Genauso hat Wades Erinnerung nur die strahlendsten Momente dieser Reise festgehalten – und das war die Zeit, die sie mit Michael Jackson verbracht haben.

Michael war alles, was damals für ihn zählte und deshalb schrumpfte ihre beinahe einen Monat lange Reise in die Vereinigten Staaten in seiner Erinnerung auf nur eine Woche. Es ist klar, dass er sich an nichts erinnerte außer der Zeit, die er mit Michael verbrachte, während all die anderen Ereignisse der Reise völlig aus dem Gedächtnis verschwunden sind.

Wenn man ihn damals gefragt hätte, wo sie sich in LA aufgehalten haben, bevor oder nachdem sie sich mit Michael getroffen haben, hätte er es nicht sagen können – er konnte sich nur an die Zeit erinnern, die er mit Michael verbracht hatte. Seine Eindrücke verkürzten sich auf eine durchgehende Woche, „nach der sie alle nach Australien abreisten“ und das ist alles.

Robsons Aussage über seine späteren Jahre wurde detaillierter und präziser, da er älter wurde, aber seine Erinnerung an die Zeit, als er 7 Jahre alt war, war bruchstückhaft wie Deine oder meine an dieses Alter. Wenn uns etwas wirklich Großartiges oder Schreckliches zustößt, erinnern wir uns daran, während die alltäglichen Ereignisse, die nicht mit Emotionen unterlegt sind, verschwinden. Prüfe Dich selbst und Du wirst erkennen, dass die einzigen Vorfälle, an die Du Dich erinnern kannst, jene sind, die durch starke Emotionen im Gedächtnis geblieben sind – Freude, Angst, Glück, Sorge, Kummer, Schock, Erstaunen usw. Der Rest davon ist fast leer – es sei denn, der Eindruck des Ereignisses war wirklich stark.

Robsons Erinnerung war also typisch für sein Alter und obwohl seine Chronologie eigentlich völlig falsch war, sagte er die Wahrheit, als er 2005 darüber aussagte.

Robson erinnerte sich auch klar und deutlich daran, dass seine Schwester Chantal immer bei ihm war, als er bei Michael war. Für ihn war es wieder eine „Woche“ und technisch gesprochen war sein Eindruck korrekt – sie waren tatsächlich zwei Wochenenden (vier Tage) bei Michael und ein paar weitere Tage verbrachten sie mit ihm in Los Angeles am Ende ihrer Reise. Und alles zusammengenommen war der Zeitraum in der Tat ungefähr eine „Woche“. Die einzige Unstimmigkeit war, dass es kein durchgehender Kontakt mit MJ war, sondern die gesamte Zeit, die er mit ihm verbracht hatte – zusammengesetzt aus getrennten Gelegenheiten.

Hier ist ein Beispiel für Robsons Erinnerung an den Spaß, den sie dort gemeinsam mit seiner Schwester Chantal hatten – Fahrgeschäfte, Golfwagen, Tiere, Videos und sogar ein Jacuzzi. Er erinnerte sich klar und deutlich daran, dass sie bei drei oder vier Gelegenheiten mit ihm in Michaels Bett geschlafen haben (was sich mit Chantals Worten deckt) und dass sie „während dieser Woche“ ständig bei ihm waren:

F. Okay, an welche Aktivitäten können Sie sich erinnern, als Sie Neverland zum ersten Mal besuchten und etwa eine Woche dort verbrachten?

A. Nun, zu diesem Zeitpunkt hatte er nur wenige Fahrgeschäfte. Wir sahen uns Filme im Kino an. Wissen Sie, wir spielten Videospiele. Wir fuhren in Golfwagen herum, sahen uns die Tiere an. Diese Dinge.

A. Einmal gingen meine Schwester und ich, meine Schwester und ich und Michael in den Jacuzzi auf der Neverland Ranch.

F. Und wissen Sie ungefähr, wann das war?

A. Nein. Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen. Ich glaube, dass es beim ersten Besuch war, als ich ’89 dort war.

F. Erinnern Sie sich, was Mr. Jackson in dem Jacuzzi an hatte?

A. Soweit ich mich erinnere, trug er Shorts.

F. Nun, Sie sagten, ihre Schwester war manchmal in Mr. Jacksons Zimmer, richtig?

A. Ja.

F. Und erinnern Sie sich, wie oft das der Fall war?

A. Ich erinnere mich nur während diesem ersten Ausflug, den wir dorthin machten, daran. Also es waren – es waren, wissen Sie, drei oder vier Nächte oder so ungefähr.

F. Ok. Aber Sie schliefen im selben Bett mit ihm, als sie sieben Jahre alt waren; ist das korrekt?

A. Ja.

F. Und war jemand anderer mit Ihnen in diesem Bett?

A. Meine Schwester, Chantal Robson.

F. Sie war zehn Jahre alt, ist das richtig?

A. Ja.

F. Ist es richtig, dass dort kein anderer Erwachsener irgendwo in diesem Raum war, als Sie mit Mr. Jackson ins Bett gekrochen sind?

A. Richtig.

F. Und Sie haben während dieser Woche in der Tat weiterhin mit Mr. Jackson geschlafen, als Sie sieben Jahre alt waren, ist das richtig?

A. Ja.

F. War Ihre Schwester während dieser Woche ebenfalls die ganze Zeit dort?

A. Ja.

F. War sie ebenfalls in diesem Bett bei Ihnen?

A. Ja.

Ich weiß nicht, wie Robson seine damalige Version, in der „Chantal die ganze Woche bei ihm war“ und „immer in einem Bett mit ihm schlief“ mit seiner jetzigen tragischen Story in Einklang bringen wird, in der „er dort eine Woche lang ganz alleine zurückgelassen wurde“. Hier passt etwas definitiv nicht zusammen, aber lasst das Robsons Problem sein und nicht unseres.

Nähern wir uns dieser Angelegenheit stattdessen von einer anderen Seite und schauen, ob Robson jemals erwähnt hat, alleine auf Neverland gewesen zu, ohne seiner Mutter. Gibt es in seiner Aussage irgendeinen Hinweis darauf, dass er dort jemals alleine war?

Nein, es gibt absolut keinen Hinweis darauf. Er erinnert sich an eine Gelegenheit, wo ihn seine Mutter nicht nach Neverland begleitet hat. Es war nur einmal und fand 1993, drei Jahre nach ihrem ersten Besuch in den Vereinigten Staaten, statt. Inzwischen hatte er Jordan Chandler bereits kennen gelernt und er war alleine auf Neverland, weil dort auch andere Kinder waren, einschließlich Jordan Chandler, Macaulay Culkin und Brandy Jackson.

Sehen wir uns weitere Auszüge aus Robsons damaliger Aussage an:

A. … meistens besuchten meine Mutter und ich die Ranch gemeinsam. Ich denke, einmal war ich alleine dort, ohne meine Mutter. Es waren andere Leute dort.

F. Gab es Gelegenheiten, wo Sie Mr. Jackson zur Neverland Ranch kommen ließ?

A. Mich kommen ließ?

F. Ja. Sie anrufen und fragen, ob Sie kommen und dort sein möchten; Sie auf die Neverland Ranch einladen?

A. Uns einladen, ja.

F. Okay. Ohne ihre Mutter?

A. Meinen Sie, dass er fragte, ob ich ohne meiner Mutter kommen würde?

F. Oder nur Sie wurden eingeladen und Sie sind alleine gekommen.

A. Ich erinnere mich an ein einziges Mal, dort gewesen zu sein – Entschuldigung. Das einzige Mal, an das ich mich erinnere, dort gewesen zu sein, war dieser – dieser Ausflug, von dem wir gesprochen haben – ich alleine mit Jordie Chandler und Macaulay.

F. Nun, erinnern Sie sich, wie oft Ihre Mutter mit Ihnen Neverland besucht hat?

A. Es war jedes Mal, außer dieses eine Mal, von dem ich gesprochen habe, als ich mit Jordie Chandler und Macaulay dort war.

Trotz all dieser beharrlichen Fragen erinnerte sich Robson an nur eine Gelegenheit, bei der er ohne seine Mutter auf Neverland war. Es war drei Jahre nach seinem ersten Besuch dort und er war dort nicht alleine, sondern mit Jordan Chandler und Macaulay Culkin.

Und das war alles.

Für vernünftige Menschen wäre das genug, um das Thema Wade Robson ein für alle Mal abzuschließen, also überlasse ich euch die Entscheidung, ob ihr wirklich noch mehr Beweise für seine Lügen braucht. Ich selbst bin allerdings sehr daran interessiert, warum sich Robson dazu entschieden hat, eine schreckliche Story zu erfinden, in der er im zarten Alter von sieben Jahren von seiner Familie verlassen wurde. War ihm nicht klar, dass sie von den Worten seiner Mutter einfach widerlegt werden konnte? Also warum versuchte er es überhaupt?

Warum diese Lüge?

Der erste Grund, den ich hier sehe, ist, dass Robson gehofft hat, dass niemand die Zeugenaussagen seiner Mutter und Schwester im Prozess 2005 wirklich überprüfen würde und dass er nicht damit gerechnet hat, dass diese Widersprüche aufgedeckt werden.

Der zweite Grund ist, dass es nicht seine Absicht ist, irgendjemandem irgendetwas zu beweisen. Seine Absicht ist zu schockieren und zu rennen und so viele schockierende Aussagen zu tätigen, wie das überhaupt nur möglich ist und diese über die Medien ohne jeglichen Beweis zu verbreiten. Sein Fall ist einzig für die Öffentlichkeit gedacht und ist eine Art Verhandlungsprozess mit dem MJ Estate – „solange ihr mir keine eineinhalb Milliarden gebt, werde ich damit weitermachen, Michael durch den Dreck zu ziehen. Haltlos oder nicht haltlos, aber der Schock meiner Anschuldigungen ist immer noch da.“

Der dritte Grund ist, dass Robsons Story ein reines Skelett ist und etwas Fleisch benötigt, das daran wächst. Es reicht nicht, zu behaupten, dass er einfach „belästigt“ wurde – es soll eine Story sein mit all den zugehörigen Details und Schrecken. Also je mehr bildhafte Details hinzugefügt werden, desto mehr wird die Öffentlichkeit darüber sprechen. Deshalb entstand die tränenreiche Story über einen einsamen Jungen, der von seiner Familie verlassen und erst eine Woche später wieder abgeholt wurde. Lasst die Leute das Schicksal des armen Jungen diskutieren, seine skrupellose Familie und deren mögliche Motive. Das wird ihnen etwas zum Besprechen geben und sie daran hindern, darüber nachzudenken, dass selbst die wichtigsten Eckpfeiler der Story völlig verrückt sind.

Und schließlich ist der Hauptgrund, warum er diese Geschichte erfand, weil er seine vorliegende Klageschrift mit seiner Aussage im Prozess 2005 vereinbar machen musste. Die Niederschrift der Aussage enthielt praktischerweise das Wort „Woche“, was aus der vagen und unsicheren Erinnerung eines Kindes resultierte und somit eine Gelegenheit bot, die Robson nicht zu verspielen beabsichtigte. Er nutzte das aus und bildete daraus eine Horrorgeschichte, in der er von seinen naiven Eltern verlassen und eine Woche lang von seinem Idol missbraucht wurde.

Wir haben bereits gesehen, dass es in den Aussagen der drei Robsons absolut nichts gibt, was dieses verrückte Szenario bestätigt. Er war nicht eine Woche lang dort, wie seine Mutter bereits mehrmals unter Eid gesagt hatte (obwohl ihm seine Kindheitserinnerungen diesen Eindruck vermittelt haben), seine Familie und seine Schwester waren die ganze Zeit bei ihm (wie er es selbst gesagt hatte) und er war nicht 1990 das erste Mal alleine auf Neverland, sondern drei Jahre später, als er mit anderen Kindern dort war (wie Robson selbst erklärt hat).

Der Trip nach LA im Februar 1990

Der einzige verbleibende Punkt ist ein Ausflug von Joy, Wade und Chantal gemeinsam mit Michael nach Los Angeles und ein dortiger Aufenthalt für wenige Tage, bevor sie schließlich nach Australien abgereist sind.

Obwohl wir dieses Thema noch nicht besprochen haben, können wir zumindest eine Zwischenbilanz machen – alles, was Wade Robson bis zu diesem Punkt in seiner Klageschrift angegeben hat, ist eine LÜGE.

ALLES!

Und das lustigste daran ist, dass sich Robson jetzt an jedes kleine Detail dieser Horrorgeschichte erinnert, während er sich zehn Jahre zuvor an absolut nichts erinnert hat.

Ich frage mich, wie Du dieses merkwürdige Phänomen erklären würdest?

Wade Robson Klageschrift 2*LÜGE* Die Familie des Klägers verließ die Ranch am Montag, um ihren Road Trip fortzusetzen, ließ allerdings den Kläger zurück, um bei dem Verstorbenen zu bleiben. Der Kläger schlief jede Nacht im Bett des Verstorbenen und jede Nacht fand sexueller Missbrauch statt. Die Familie des Klägers kehrte am kommenden Wochenende zur Ranch zurück, um bei dem Kläger zu sein. Der Kläger schlief wieder im Bett mit dem Verstorbenen, während die Familie wo anders im Haus schlief. Der sexuelle Missbrauch setzte sich in jeder dieser Nächte fort. *LÜGE*

Bis jetzt haben wir erst Punkt 13 seiner am 19. Februar 2014 eingereichten „zweiten, abgeänderten Klageschrift“ erreicht. An diesem Punkt fahren wir fort. Er lautet wie folgt:

Am folgenden Montag traf sich der Kläger gemeinsam mit seiner Mutter und seiner Schwester mit dem Verstorbenen in seinem Apartment am Wilshire Boulevard im Stadtteil Westwood, Los Angeles, das gegenüber eines Holiday Inns gelegen ist, während der Vater und die Großeltern des Klägers ihre Autoreise für ein paar weitere Tage fortsetzten. Der Kläger schlief mit dem Verstorbenen in seinem Bett im Westwood Apartment; die Mutter und die Schwester des Klägers hielten sich auf der anderen Straßenseite im Holiday Inn Hotel auf. Der sexuelle Missbrauch ereignete sich auch in jeder dieser Nächte. Im Verlauf dieser Woche kehrte die gesamte Familie nach Australien zurück.“

Dieser Absatz ist von enormer Bedeutung – er wird dabei helfen, viele andere Details bezüglich Michael Jackson zu erfahren und das Bild als Ganzes zu begreifen. Deshalb wird dieser Abschnitt nicht nur jene Tage abdecken, die die Robsons in Los Angeles verbracht haben, sondern er wird sich auch über ihren Besuch im Mai 1990 erstrecken, wo Wade Robson und seine Mutter nach Los Angeles zurück gekehrt sind, um an Michaels Werbespot für LA Gear teilzunehmen und laut deren Aussage für ganze 6 Wochen in den Vereinigten Staaten blieben.

Aber lasst uns zuerst klären, was in dem obigen Absatz mit „am folgenden Montag“ gemeint ist.

Die zeitliche Abfolge entsprechend dem US-amerikanischen Kalender

Der „folgende Montag“ war der 12. Februar 1990, welcher der Beginn der letzten Woche der Familie in den Vereinigten Staaten war.

Laut Robsons Dokumenten endete ihr Besuch in den Vereinigten Staaten irgendwann „im Verlauf dieser Woche“ nach „ein paar weiteren Tagen“, die sie außerhalb Neverlands verbrachten. Nach dem zweiten Wochenende auf Neverland teilte sich die Familie auf und Wades Vater und Großeltern fuhren nach San Francisco, während Wade mit seiner Mutter Joy und Schwester Chantal zurück nach Los Angeles fuhren, dieses Mal mit Michael Jackson. Nach diesen paar Tagen traf sich die Familie wieder und „im Verlauf dieser Woche“ reisten sie nach Australien ab.

Mein Kalender von 1990 zeigt die paar Tage, die die Familie mit Michael in LA verbracht hat, als Montag, 12. Februar bis Mittwoch, 14. Februar. Donnerstag, 15. Februar war höchstwahrscheinlich der Tag, an dem sich die Familie wieder in Los Angeles traf (sie sollten sich treffen und ihre Koffer packen, oder?) und Freitag, 16. Februar ist wahrscheinlich das Datum für ihre Abreise nach Australien.

Für den Fall, dass sie das Land einen Tag später verlassen haben, kann ihre Zeit in LA gemeinsam mit Michael um einen Tag verlängert werden, aber das ist das absolute Maximum. Diese Variante scheint allerdings unwahrscheinlich zu sein, da es in der Klageschrift „im Verlauf dieser Woche“ heißt und nicht am Ende der Woche, also soweit wir wissen, könnte die Abreise bereits am Donnerstag, 15. Februar gewesen sein.

Da der Zeitraum, den sie in LA verbracht haben, sowohl verkürzt als auch verlängert werden kann, habe ich die goldene Mitte von drei Tagen gewählt, die sie mit Michael gemeinsam verbracht haben.

Alles in allem blieben die Robsons etwa dreieinhalb Wochen in den Vereinigten Staaten (die Ankunft fand wahrscheinlich einen Tag vor dem Auftritt in Disneyland am 26. Jänner 1990 statt).

Von den maximal 24 Tagen verbrachten sie laut dieser Schätzung sieben Tage mit Jackson, was genau die „Woche“ ist, an die sich Wade erinnern konnte.

Vier der sieben Tage wurden bereits untersucht. Wir haben festgestellt, dass an diesen Tagen nicht einmal theoretisch ein Missbrauch stattgefunden haben kann.

So kommen wir nun zu den letzten in etwa drei Tagen ihres Aufenthalts in den Vereinigten Staaten und das Folgende wird ein Versuch werden, die Wahrheit hinter den weiteren Lügen wiederherzustellen, die uns Robson über diesen Zeitabschnitt erzählt.

Der Toys“R“Us Shop

2005 stellte Tom Sneddon ähnliche Fragen und irgendwann schnitt er mit Joy Robson das Thema eines Toys“R“Us Shops an. Wir sind an diesem Thema auch sehr interessiert.

Tom Sneddon sagt, dass der Einkauf in der Nacht stattfand. Das war für MJ üblich, da es seine einzige Chance war, eine Menschenschar zu vermeiden. Das macht den Ausflug zu dem Spielzeuggeschäft nur möglich, wenn die Robson Familie während der Nacht mit Michael zusammen war, ungeachtet davon, wo das war.

Diese nächtlichen Gelegenheiten können nun an den Fingern einer einzigen Hand gezählt werden. Darunter befinden sich 1) zwei Nächte während des ersten Wochenendes auf Neverland, 2) zwei Nächte während des zweiten Wochenendes auf Neverland und 3) zwei oder drei Nächte, die mit MJ mit Joy Robson und ihren Kindern in Los Angeles verbracht hatte.

Im Prozess 2005 erinnerte sich Joy Robson an diesen Ausflug zu Toys“R“Us. Sie begleitete ihre Kinder nicht dorthin und konnte sich nicht wirklich daran erinnern, wann dieser Ausflug stattfand, aber sie war sich sicher, dass es nicht während des ersten Wochenendes war, wahrscheinlich nicht während des zweiten Wochenendes und alles, woran sie sich gerade noch erinnern konnte, war, dass die Kinder mit MJ wahrscheinlich nach Geschäftsschluss dorthin fuhren:

F. VON MR. SNEDDON: Fuhren Sie während dem ersten Wochenendausflug nach Neverland zu Toys“R“Us?

A. Nein.

F. War das das zweite Wochenende?

A. Ich bin nie zu Toys“R“Us gefahren.

F. Sind Ihre Kinder zu Toys“R“Us gefahren?

A. Ja.

F. An welchem dieser Wochenenden sind sie gefahren?

A. Ich erinnere mich nicht.

F. Aber Sie erinnern sich an einen Ausflug?

A. Ja.

F. Und sie fuhren mit Mr. Jackson?

A. Ja.

F. Und das war Stunden nachdem das Geschäft geschlossen hatte?

A. Ich erinnere mich nicht.

F. Und ihnen war erlaubt, alles zu kaufen – oder erlaubt, alles zu bekommen, was sie wollten und Mr. Jackson zahlte dafür, richtig?

A. Ich denke schon.

Lasst uns versuchen, die Toys“R“Us Episode dahingehend einzukreisen, wann und wo sie tatsächlich stattgefunden haben könnte.

Joy Robson sagt, dass der Ausflug nicht während des ersten Wochenendes stattfand und das stimmt. Das erste Wochenende war ein geschäftiges. Am Samstag, 3. Februar 1990 nahm Michael einen Award aus Japan via Satellit entgegen und verbrachte deshalb nur einen Teil des Tages mit den Robsons. Aufgrund der großen Zeitverschiebung (Japan liegt 17 Stunden vor den Vereinigten Staaten) wäre die Zeremonie in den Vereinigten Staaten zu Mitternacht des vorigen Tages gewesen, wenn sie am Sonntagabend Ortszeit abgehalten worden wäre, und wenn die Zeremonie in Japan am Sonntagmorgen stattfand, wäre sie in den Vereinigten Staaten am späten Samstagnachmittag gewesen.

Die letztere Variante passt besser zu den Aussagen der Robsons. Joy sagte, dass sie als erstes auf Neverland eintrafen und sogar noch Zeit hatten, sich im Haus umzusehen, bevor Michael eintraf. Er kam irgendwann am Nachmittag, also hatten sie am 3. Februar eigentlich nur sehr wenig Zeit für einander, bevor es Abend wurde (und die Kinder fragten, ob sie die Nacht in Michaels Zimmer verbringen können).

Sonntag, 4. Februar war eine weitere voll ausgefüllte Nacht. ABC sendete ein Tribut zu Sammy Davis‘ 60sten Jahr im Showbusiness und Michael und die Robson Familie sahen sich die Zeremonie mit Sicherheit im Fernsehen an. Es war ein äußerst propagiertes Event – die Einnahmen der Show, 250.000 $, kamen dem United Negro College Fund zugute und Michael sang dort das Lied „You were there“ als Hommage an Sammy Davis, der an Kehlkopfkrebs litt. Zu diesem Zeitpunkt konnte er kein Wort mehr sprechen und er starb wenige Monate nach Ausstrahlung der Show. Die Show wurde im November des Vorjahres aufgezeichnet, ausgestrahlt wurde sie aber am 4. Februar 1990 und nachdem es solch ein emotionales und bedeutsames Event war (das später den Emmy für herausragende Musik gewann), schaute es Michael sicherlich live im Fernsehen – höchstwahrscheinlich gemeinsam mit der Robson Familie.

Also fand der Ausflug zu Toys“R“Us gewiss nicht während ihres ersten Wochenendes auf Neverland statt.

Hier ist Michaels Hommage an Sammy Davis Jr.:

Könnte der Ausflug zu Toys“R“Us während ihrem zweiten Wochenende auf Neverland stattgefunden haben?

Es sieht so aus, als wäre das auch nicht der Fall gewesen.

Um das festzustellen, könnte eine Karte eine große Hilfe sein und Google Maps zeigt uns, dass sich die nächstgelegendsten Toys“R“Us Filialen zu Neverland in Santa Maria und Santa Barbara befinden (die Orte, an denen später die beiden Grad Jurys im Chandler Fall sitzen werden), und beide Orte sind ziemlich weit entfernt von der Ranch – einer liegt mehr als 40 Kilometer nördlich und der andere mehr als 60 Kilometer südlich. Beide Entfernungen sind wirklich zu weit, besonders in Anbetracht dessen, dass es ein nächtlicher Ausflug war, wie Tom Sneddon behauptet hat.

Landkarte Neverland RanchSanta Maria liegt mehr als 40 Kilometer nördlich von Neverland und Santa Barbara mehr als 60 Kilometer südlich davon

Aber wenn beide Wochenenden ausgeschieden sind, wann könnte dieser Ausflug stattgefunden haben?

Hier rufen wir uns zurück ins Gedächtnis, dass Michael und die drei Robsons nach dem zweiten Wochenende auf Neverland nach Los Angeles fuhren. Die Karte zeigt, dass Los Angeles ein ganzes Netz an Toys“R“Us Filialen hat und mehrere davon sind nicht weit entfernt vom Wilshire Boulevard in Westwood, wo es heißt, dass Michael dort seine Eigentumswohnung hatte. Möglicherweise war der Besuch dieses Shops der einzige Grund, warum Michael überhaupt mit der Familie nach LA fuhr.

Los Angeles Toys R Us ShopsToys“R“Us Filialen sind im westlichen Teil von Los Angeles weit verbreitet und nicht weit entfernt vom Wilshire Boulevard in Westwood, wo es heißt, dass Michael dort seine Eigentumswohnung hatte. Ein nächtlicher Besuch dort nach Geschäftsschluss ist eine denkbare Option

Nicht, dass der Besuch eines Spielzeuggeschäftes für uns von solch großer Bedeutung ist. Michael kaufte gerne Spielzeug und besuchte Toys“R“Us Filialen bei jeder sich bietenden Gelegenheit und wenn ein paar Kinder dabei sind, war er wahrscheinlich nicht mehr zu stoppen.

Das korrekte Timing für diesen Besuch ermöglicht uns allerdings, ihn einer dieser Nächte zuzuordnen, die Wade, Chantal und Michael gemeinsam in Los Angeles verbracht haben und festzustellen, dass sie nicht in einem Schlafzimmer, sondern in einem hell erleuchteten Spielzeuggeschäft verbracht wurde.

War das eine passende Nacht für den „Missbrauch“? Wohl kaum. Die Fahrt zu dem Geschäft und retour dauerte wohl mindestens eine Stunde, ganz zu schweigen von der Zeit, die dort mit dem Aussuchen und Ausprobieren verschiedener Spielsachen verbracht wurde, genauso wie das natürliche Verlangen von Kindern, mit ihren Spielsachen zu spielen, als sie zurückkehrten.

Und die Tatsache, die das alles krönt, ist, dass Chantal in der Nacht von dem Besuch des Spielzeuggeschäfts wieder bei ihrem Bruder war, und das die ganze Nacht lang!

Von den drei möglichen Nächten für den „Missbrauch“ ist eine bereits ausgeschlossen. Was ist mit den beiden verbleibenden?

Das Holiday Inn

Punkt 13 in Robsons Klageschrift beschreibt ihren Aufenthalt in LA auf sehr seltsame Weise. Auf der einen Seite wird angegeben, dass sich Joy, Wade und Chantal aufmachten, um „mit MJ in seinem Apartment in Westwood zu verweilen“ und auf der anderen Seite „hielten sich seine Mutter und Schwester im Holiday Inn auf der anderen Straßenseite auf“. Wie war es denn nun? Waren die beiden in MJs Apartment oder im Holiday Inn?

Wie sollen wir das verstehen?

„Am folgenden Montag machten sich der Kläger, seine Mutter und Schwester auf, um mit dem Verstorbenen in seinem Apartment am Wilshire Blvd. im Stadtteil Westwood, Los Angeles zu verweilen, das gegenüber des Holiday Inn Hotels gelegen ist. <> Die Mutter und die Schwester des Klägers hielten sich im Holiday Inn auf der anderen Straßenseite auf.“

2005 versuchte Tom Sneddon ebenfalls, ihre Erinnerungen darüber zu entwirren, wer sich bei ihrem ersten Besuch in Michaels Wohnung wo aufhielt und was der Unterschied war zu ihrem zweiten Besuch in den Vereinigten Staaten im Mai 1990, als sie an einem Werbespot gearbeitet hatten und sich 6 Wochen im Holiday Inn aufgehalten haben.

Sneddon nannte ihre Reise nach LA im Februar 1990 einen „Jänner-Besuch“, aber abgesehen davon ist sein Timing okay. Lest diesen Teil seiner Vernehmung von Joy Robson und ihr werdet vermutlich erkennen, dass es einen enorm wichtigen Fakt enthält.

Sie erinnert sich, dass sie während ihres Winterbesuchs in LA bei MJ mit ihrer Tochter Chantal ein paar Tage in MJs Wohnung verbrachte und dort auf dem Boden schlief.

F. Als Sie im Mai zurückgekommen sind, war das deshalb, weil Ihr Sohn bei einem L.A. Gear Werbespot mitmachte?

A. Ja.

F. Nun, als Sie damals wegen dem L.A. Gear Werbespot dort waren, stiegen Sie im Holiday Inn ab?

A. Ja. In Westwood.

F. Und Sie waren dort für etwa sechs Wochen?

A. Ja.

F. Und Mr. Jackson hatte eine Eigentumswohnung auf der anderen Straßenseite?

A. Ja.

F. Und bei einigen Gelegenheiten waren Sie mit ihnen in der Eigentumswohnung und Sie und Ihre Tochter, oder Sie, schliefen auf dem Boden; erinnern Sie sich daran?

A. Ich denke, dass meine Tochter und ich am Boden geschlafen haben – das war bei dem ersten Ausflug. Es war nicht während dieser Zeit.

F. Der erste Ausflug im Jänner?

A. Ja.

F. Gab es einen Zeitpunkt, zu dem Sie Mr. Jackson im Jänner in seiner Eigentumswohnung besucht haben?

A. Ja.

F. Nun, diese Besuche im Holiday – diese Besuche bei Mr. Jackson, als Sie im Holiday Inn waren, viele dieser Anrufe von Mr. Jackson waren sehr spät in der Nacht, ist das nicht richtig?

A. Ja, er hat gearbeitet.

MR. SNEDDON: Streichen Sie das wegen ausweichender Beantwortung, Euer Ehren.

DAS GERICHT: Ich streiche das letzte – nach „Ja“.

Nun wissen wir, dass die Familie im Februar 1990 nur wenig bis gar keine Zeit im Holiday Inn verbracht hat, obwohl für die drei Reservierungen gemacht wurden.

Joy schlief möglicherweise einmal dort, als die Kinder Spielsachen kaufen gegangen sind, aber die beiden verbleibenden Nächte waren sie und ihre Tochter sicherlich mit Wade und Michael zusammen, da sie in Michaels Eigentumswohnung am Boden geschlafen haben.

Das nagelt eine weitere Lüge Robsons fest – seine Mutter und seine Schwester waren nicht im Holiday Inn, wie er in seiner Klageschrift behauptet hat.

Zumindest schliefen sie nicht dort. Stattdessen schliefen sie mit Wade zusammen in Michaels Apartment.

Und das bedeutet, dass Wade in allen drei Nächten, die sie in Los Angeles verbracht haben, niemals mit Michael alleine war – in der Shoppingnacht wurde er von seiner Schwester Chantal begleitet und in den verbleibenden beiden Nächten waren seine Mutter und seine Schwester bei ihnen in derselben Eigentumswohnung und haben dort auf dem Boden geschlafen.

Das fehlende Bett in Wade Robsons Kriminalgeschichte

Warum auf dem Boden schlafen?

Jedes Mal, wenn wir hören, dass jemand in Michaels Apartment auf dem Boden geschlafen hat, fragen wir uns, warum es der Boden war und nicht das Bett. Warum sollte eine erwachsene Frau wie Joy mit ihrer zehnjährigen Tochter Chantal auf dem Boden schlafen, statt in einem Bett, und dann auch noch in zwei aufeinanderfolgenden Nächten?

Euer Unterbewusstsein suggeriert euch, dass es dort vielleicht nur ein Bett gab, das von Michael und Wade belegt war (?) Nun, gebt zu, dass es das ist, was euch in den Sinn kam – besonders, da Wade unverhohlen behauptet, dass er in Michaels Bett in seinem Westwood Apartment am Wilshire Boulevard geschlafen hat:

„Der Kläger schlief mit dem Verstorbenen in seinem Bett im Westwood Apartment; die Mutter und die Schwester des Klägers hielten sich auf der anderen Straßenseite im Holiday Inn Hotel auf.“

Die Story über „den Aufenthalt seiner Mutter und Schwester im Holiday Inn“ wurde gerade als Lüge enttarnt, aber wie wahr ist Wades Story über das Schlafen in MJs Bett und gibt es einen Weg, sie nachzuprüfen?

Und hier kommt der Moment, um uns an die Aussage von Michaels Dienstmädchen Blanca Francia zu erinnern. Ein Detail daraus wurde plötzlich enorm bedeutsam für uns.

Im Prozess 2005 bezeugte Blanca Francia, dass es in Michaels Eigentumswohnung am Wilshire Boulevard keine Betten gab – sie waren schlicht nie dort, in keinem der Räume:

A. Wie – eine Art Apartment, Suite. Nannte es „The Hideout – Das Versteck“.

F. Wo war das; wissen Sie das?

A. Ich weiß, dass es am Wilshire ist.

F. Okay. War dort ein Bett in dieser Residenz?

A. Nein.

F. Niemals?

A. Niemals.

F. Die ganze Zeit, in der Sie dort sauber gemacht haben?

A. Ja.

Wieder und wieder fragten sie der ungläubige Staatsanwalt und der Verteidiger wegen einem Bett in der Wilshire Eigentumswohnung und wieder und wieder wiederholte sie dasselbe – in dem Hideout-Apartment in der Eigentumswohnung am Wilshire Boulevard gab es kein einziges Bett:

F. Okay. Lassen Sie mich eine Frage über das Hideout stellen. Sie haben erwähnt, dass es in dem Hideout kein Bett gab. Wo schlief Mr. Jackson?

A. Er schläft in einem Schlafsack.

F. In Ordnung. Die ganze Zeit, die er in dem Hideout verbrachte?

A. Ja. Dort gab es kein Bett.

F. Pardon?

A. Dort gab es kein Bett.

F. Okay. Nun, Sie haben ausgesagt, dass es in dem Apartment, das Mr. Jackson besitzt und das Sie „The Hideout“ nannten, keine Möbeln gab, richtig?

A. Mhm.

F. Gab es dort überhaupt ein Bett?

A. Nein.

F. Okay. Nun, wo hat er – ich habe Sie gefragt, wo er geschlafen hat und Sie sagten in einem Schlafsack. Beschreiben Sie uns den Schlafsack. Was für eine Art Schlafsack war das?

A. Ein gewöhnlicher Schlafsack, in dem man schläft.

F. Schlafsack für eine Person? Für zwei Personen? Wie groß?

A. Ein normaler.

F. Nur ein normaler Schlafsack?

A. Ja.

F. War dieser Schlafsack immer offen oder war er eingerollt?

A. Er war offen.

F. Immer?

A. Nun, wenn ich ihn gemacht habe, habe ich versucht, ihn wie ein Bett zu machen, wissen Sie.

F. Gab es dort irgendwelche Decken auf dem Schlafsack oder unter dem Schlafsack?

A. Ja, dort waren Decken.

F. Welche? Auf dem Schlafsack oder –

A. Auf dem Schlafsack, ja.

F. Lag der Schlafsack einfach auf dem Boden?

A. Ja.

F. Gab es dort einen Teppich am Boden?

A. Ja.

Überraschung – Überraschung, aber Blanca Francia macht absolut klar, dass es in Michael Jacksons Eigentumswohnung am Wilshire Boulevard überhaupt keine Betten gibt. Die Einrichtung in Michaels Hideout war extrem spärlich – ein Tisch, ein Sessel, ein Fernseher und Schlafsäcke am Boden. Sie sagte sogar, es gäbe dort keine Möbel.

Warum? Höchstwahrscheinlich nutzte Michael die Wohnung, um dort zu tanzen und zog es vor, die gesamte Fläche mit möglichst wenigen Möbeln zu verstellen.

SchlafsackEin Standardschlafsack für eine Person

Also wo schliefen sie dann alle?

Michael und alle anderen schliefen in Schlafsäcken am Boden.

Die Schlafsäcke hatten eine Standardgröße – nur für eine Person. Also höchstwahrscheinlich hatte jeder seinen eigenen Schlafsack, der geöffnet am Teppich lag und das ganze Schlafarrangement war offenbar auch ein sehr offenes.

DoppelschlafsackEin nicht standardmäßiger Doppelschlafsack für zwei Personen. In Michael Jacksons Eigentumswohnung gab es nur normale Ein-Personen-Schlafsäcke

Michaels Verleumder werden natürlich sagen, dass es nicht von Bedeutung ist, ob es dort ein Bett gab oder nicht – Missbrauch kann auch ohne Bett stattfinden und dem stimmen wir zu.

Wade Robson macht uns gegenüber ein klares Statement, dass er „in einem Bett mit Michael geschlafen hat“ und dort geschah sein „Missbrauch“ „wieder“ in jeder dieser Nächte.

Und nun finden wir heraus, dass dieses Statement völlig fiktional ist und kein Standbein hat.

Erstens gab es dort schlicht und einfach kein Bett und zweitens war es uns absolut unmöglich, den Moment auszumachen, an dem der angebliche Missbrauch begann, geschweige denn, wann er „wieder“ stattfand!

Ist es einem echten Missbrauchsopfer möglich, zu vergessen, ob es dort ein Bett gab oder nicht?

Definitiv nicht.

Ich habe bereits mehrfach geschrieben, dass sich die schrecklichen Dinge, die Dir in Deiner Kindheit passiert sind, in ihrer vollen Gesamtheit in Deinem Gedächtnis einprägen, einschließlich der Tageszeit, dem Ort, der Umstände, der Details und sogar der Gerüche.

Wenn Du so etwas wirklich in Deiner Vergangenheit erlebt hast, kommt es als Flashback zurück, wenn Du Dich an exakt demselben Ort befindest mit all den Details, die dazu gehören. Es ist Dir nicht möglich, ein einziges Detail der Szene zu verändern und Du siehst Dich selbst noch einmal als kleines Selbst, das in den Aufzug einsteigt – und dort war er, jemand in einem dunklen Mantel, dem Du nicht einmal bis über die Taille schauen konntest…

Erinnerungen

Und selbst wenn seit diesem Vorfall dreißig Jahre vergangen sind, wirst Du Dich trotzdem daran erinnern, dass es im Aufzug passiert ist und nicht in einem Zimmer oder dem Stiegenhaus desselben Gebäudes.

Die Abweichung ist einfach unmöglich, weil Dich Dein Flashback dazu bringt, es in exakt denselben Umständen zu sehen und wieder zu erleben und exakt so wie es war, ohne einer einzigen Veränderung.

Wenn Wade Robson jetzt also von irgendeinem Missbrauch spricht, der auf einem „Bett“ stattgefunden hat und wir finden heraus, dass dort in Wirklichkeit garkeines war, bedeutet das, dass er etwas Fiktionales beschreibt, weil wenn es dort kein Bett gab, gab es auch keinen Missbrauch.

Immer noch skeptisch? Dann erinnere Dich an einen Unfall, den Du hattest, als Du mit einem Fahrrad eine Berglandschaft hinuntergefahren bist und in voller Fahrt in einen Baum gekracht bist. Wird es Dir möglich sein, irgendetwas in diesem Bild zu verändern, wenn Dir jemand sagt, dass Du eigentlich auf einer großen Straße warst und in eine Säule gekracht bist? Obwohl der Unfall an sich absolut derselbe ist, wird Deine Erinnerung niemals zustimmen, dass sich der Unfall, der auf einer Landstraße passiert ist, stattdessen auf einer Straße in der Stadt ereignet hat. Solch ein Austausch ist einfach ausgeschlossen und das ist alles, was dazu zu sagen ist.

Dasselbe gilt für Robson. Wenn das Verbrechen angeblich im Bett stattgefunden hat und Du findest heraus, dass es dort gar kein Bett gab, ist das ein unwiderlegbarer Beweis, dass es kein Verbrechen gab.

Zusammenfassung:

Erinnert ihr euch an Robsons albtraumhaften Bericht, dass „in der zweiten Nacht“ dies und jenes begann und der Verstorbene dem Kläger sagte, er müsse es geheim halten und dass „die sexuellen Handlungen während der gesamten darauffolgenden Woche jede Nacht stattfanden“ usw.? Schrecklich, oder?

Und was ist wirklich passiert? Das Folgende haben wir herausgefunden:

Kalender Jänner Februar 1990Kalender von Jänner-Februar 1990 in den USA

  • Ihre Ankunft in den USA könnte am Tag vor dem 26. Jänner gewesen sein, der in Disneyland gefeierte Australia Day. An diesem Tag tanzte Wade mit der Johnny Talent Time School und imitierte Michael Jacksons „Smooth Criminal“. Der Auftritt fand nur an einem Tag statt.
  • Die Familie versuchte dann über eine Woche lang, Michael zu kontaktieren, da sie weder seine, noch die Telefonnummer seiner Sekretärin hatten.
  • Als das Treffen letztendlich arrangiert wurde, trafen sie ihn in seinem Aufnahmestudio und sie wurden eingeladen, ein Wochenende auf Neverland zu verbringen. Das war laut Robsons aktueller Klageschrift von 3. bis 4. Februar.
  • In der ersten Nacht während ihrem ersten Wochenende auf Neverland gab es keinen Missbrauch, da Robson selbst nichts über diesen Tag gesagt hat.
  • Der Missbrauch fand nicht „in der zweiten Nacht“ auf Neverland statt und es gab auch keine nächtliche „Diskussion“ darüber, da auch seine Schwester Chantal diese Nacht in Michaels Bett verbracht hat.
  • Dann kam eine Unterbrechung von einer Woche, in der sich die gesamte Familie nicht auf Neverland aufhielt. Die Unterbrechung wurde von Wades Mutter sowohl während ihrer Aussage 2005, als auch in ihrer Aussage unter Eid vor der Grand Jury 1993 bestätigt (höchstwahrscheinlich sagte Wade 1993 während seiner eigenen Aussage unter Eid vor den beiden Staatsanwälten von Los Angeles und seinem eigenen Anwalt dasselbe.). Also gab es keine Episode unter dem Titel „ihn eine Woche zurücklassen“ und demzufolge gab es keine sexuellen Handlungen, die in diesem Zeitraum angeblich stattgefunden haben sollen.
  • Am zweiten Februarwochenende (10. bis 11. Februar 1990) kam die Familie nach Neverland zurück und verbrachte zwei weitere Tage dort. Auch am zweiten Wochenende fand kein Missbrauch statt, weil Chantal wieder im selben Bett mit Wade geschlafen hat. Beide haben das bestätigt, somit ist das zweite Wochenende hinsichtlich sexueller Aktivitäten ebenfalls ausgeschlossen.
  • Am darauffolgenden Montag (12. Februar) fuhren Wade, seine Mutter Joy und seine Schwester Chantal für etwa drei Tage gemeinsam mit Michael nach Los Angeles zurück, während Wades Vater und die Großeltern nach San Francisco gereist sind.
  • An einem dieser Tage unternahmen Wade, Chantal und Michael eine nächtliche Shoppingtour zu Toys“R“Us, womit diese Nacht für einen möglichen Missbrauch ausgeschlossen werden kann.
  • Es passierte auch nicht in Michaels Eigentumswohnung, da es dort das in seiner Klageschrift beschriebene Bett einfach nicht gab.
  • Im Verlauf dieser Woche traf sich die Familie wieder und reiste nach Australien ab.
  • Alles in allem blieben die Robsons etwa dreieinhalb Wochen in den Vereinigten Staaten.
  • Von den maximal 24 Tagen verbrachten sie laut dieser Schätzung sieben Tage mit Jackson (im Kalender grün markiert), was genau die „Woche“ ist, an die sich Wade erinnern konnte.

Weiters haben wir herausgefunden, dass Wade Robson seine falsche Story mit einer Menge verlogener Details ausgeschmückt hat, um seine Story „realistischer“ und „glaubhafter“ zu machen.

Also lasst uns schließlich feststellen, dass Wade Robsons „zweite, abgeänderte Klageschrift“ von Anfang an Lügen erzählt. Sie beginnt mit einer großen Lüge und fährt im Verlauf seiner Behauptung damit fort.

Kurzum, wir haben aufgedeckt, dass Wade Robson ein LÜGNER ist. Und hiermit wird er aufgefordert, Manns genug zu sein, um dies zuzugeben.

Wer hat dir erlaubt dich einzumischen?

by

Who Gave You the Right to Take Intrusion?

Quelle: Dancing with the Elephant
Post vom 10/03/2016


Lisha:
In einem früheren Post sprachen wir über die Entwicklung von Michael Jackson‘s Ghosts, der als unvollendeter bereichsübergreifender Kurzfilm als Werbung für Addams Family Values begann bis hin zu einem 38-minütigen Meisterwerk, welches seltsamerweise nie angemessen veröffentlicht wurde. Beide Filme zeigen den Bürgermeister einer Kleinstadt, der eine wütende Meute bei ihrem Versuch, den ortsansässigen Sonderling aus seinem Zuhause und aus der Stadt zu zwingen, anführt. Leider kommt die Geschichte der Wahrheit ziemlich nahe, wenn man in Betracht zieht, was tatsächlich in Michael Jacksons Leben passierte.

Willa: So ist es wirklich. Es ist fast so, als hätte er vorhersagen können, was passieren würde.

Lisha: Das ist schon unheimlich. Nach Jahren der Schikane durch die Gesetzeshüter und der Diffamierung durch die Medien durchsuchte „eine wütende Meute“ aus dem Department des Sheriffs Michael Jacksons Zuhause und versuchte ihn aufgrund fadenscheiniger „Beweise“ anzuklagen, was offen gesagt an der Gutgläubigkeit zerrte. Als die Fakten vor Gericht dargelegt wurden, war Michael Jackson vollkommen entlastet – ein Hinweis darauf, dass der Fall von vorn herein niemals vor Gericht hätte gebracht werden dürfen.

Aber sogar nach seinem Freispruch wurde Michael Jackson darüber informiert, dass er immer noch wegen böswilliger Strafverfolgung in Gefahr sei. Trotz seines Reichtums, seines Ruhms und seiner bewiesenen Unschuld verließ Michael Jackson sein Zuhause und floh aus dem Land.

Willa, ich weiß, wir sind alle aufgewühlt über das, was in diesem Fall passierte, aber je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr bin ich wirklich tief beunruhigt. Es ist einfach nicht okay für mich, dass irgendeine Autorität der Regierung einen unschuldigen Mann und seine Familie aus seinem Zuhause und aus der Stadt zwingen kann. Und es stört mich außerordentlich, dass dies auch noch im Gleichschritt mit der Infotainment-Branche erreicht wurde. Journalisten sollten Autoritäten hinterfragen und Machtmissbrauch aufdecken und sich nicht der Haltung der Meute anschließen!

Willa: Genau. Darum werden die News-Medien manchmal auch die Vierte Gewalt genannt. Wir haben eine Regierung bestehend aus drei Zweigen oder „Gewalten“ – die Präsidentschaft, den Kongress und den Obersten Gerichtshof – die eine gegenseitige Kontrolle gewährleisten sollen, und dann gibt es noch die News-Medien als einen weiteren Zugang zur gegenseitigen Kontrolle. Daher kommt der Begriff der „Vierten Gewalt“. Aber was passiert, wenn die Medien bei der Bereitstellung ihrer kritischen Betrachtung scheitern und stattdessen nur den Machtmissbrauch in Schwung bringen? Es ist wirklich beängstigend darüber nachzudenken.

Lisha: Es ist erschreckend. Es ist wesentlich in einer Demokratie, dass die Medien ihre Recherchen an allen Stellen der Regierung durchführen. Wenn sie dies nicht tun, haben wir allen Grund alarmiert zu sein. Aber um ehrlich zu sein, bin ich nicht sicher, ob die Medien oder die Staatsanwaltschaft ihre Aktionen im Fall Michael Jackson voll und ganz verstanden haben.

Willa: Oder die Auswirkungen ihrer Aktionen.

Lisha: Ja, und ich denke nicht, dass die allgemeine Öffentlichkeit aufgehört hat darüber nachzudenken, welch heikle Situation dies ist.

Willa: Das sehe ich auch so.

Lisha: Ich würde also gern tiefer gehen und versuchen, Michael Jacksons Vertreibung von Neverland in eine gewisse Art historischen Kontexts setzen, in einen Versuch Licht darein zu bringen, wie so etwas „im Land der freien Bürger“ passieren konnte. Ich würde gern im Besonderen über die Rassenpolitik in den Vereinigten Staaten reden und über die Geschichte der Vertreibung, die in den afroamerikanischen Gemeinschaften im ganzen Land passiert ist.

Kürzlich bin ich auf einen Dokumentarfilm aus dem Jahr 2007 mit dem Titel Banished (Vertrieben), gedreht und erzählt von Marco Williams, gestoßen. Er hat mich wirklich zum Nachdenken über die schmerzliche Historie von Vertreibungen in den Vereinigten Staaten gebracht, und darüber wie diese Historie in Michael Jacksons Auszug aus Neverland widerhallt. Hier ist ein Link, für diejenigen, die den Film gern ansehen würden:

Banished

(Für jene, die den YouTube Link nicht öffnen können, sind hier zwei andere Quellen: eine Beschreibung des Films und ein Artikel in der Washington Post darüber.)

Willa: Wir sollten vielleicht davor warnen, dass die Dokumentation etwa 90 Minuten lang ist, aber wenn ihr die Zeit habt, es anzusehen, es lohnt sich wirklich. Ich konnte einfach nicht aufhören darüber nachzudenken, Lisha, seit du es mir mitgeteilt hast.

Lisha: Ich auch nicht, Willa. Es ist schwer, den Gedanken daran wieder loszuwerden.

Willa: So ist es wirklich, und es zeigt, dass es in den Vereinigten Staaten ein wiederkehrendes Muster gibt, seit der Bürgerkrieg die Sklaverei als legale Einrichtung beendet hat, nämlich dass missgünstige Weiße erfolgreiche Gemeinschaften Schwarzer zerstören und deren Eigentum beschlagnahmen. Es beginnt im Allgemeinen mit falschen Anschuldigungen gegen einen schwarzen Mann – dass er eine weiße Frau vergewaltigt oder in irgendeiner Form einen sexuellen Angriff getätigt habe. Dann rotten sich Weiße zu einem Mob zusammen und er wird entweder gelyncht oder ihm wird mit Lynchjustiz gedroht. Die Gewalt breitet sich aus, weiteren schwarzen Einwohnern wird geraten ihre Häuser zu verlassen, wenn ihnen daran gelegen ist ihr Leben zu retten, und so gut wie alles, was sie besitzen, ist für sie verloren. Das Muster ist jedes Mal bemerkenswert ähnlich, und es gibt überraschende Ähnlichkeiten zum Fall Michal Jackson.

Lisha: Daher so schockierend. Besonders wenn man in Betracht zieht, dass so gut wie jeder Fall von Vertreibung mit einer nicht bewiesenen Beschuldigung sexueller Gewalt beginnt.

Willa: Genau, aber diese Beschuldigung dient nur als Rechtfertigung für das wirkliche Motiv, nämlich die Zerstörung oder Konfiszierung des Eigentums Schwarzer.

Was wir immer wieder sehen, sind schwarze Hauseigentümer, schwarze Geschäftsinhaber und ganze schwarze Gemeinschaften, die dazu gezwungen werden, sofort die Flucht zu ergreifen und so gut wie all ihr Hab und Gut zurückzulassen. Dies finde ich besonders beunruhigend seit ich einmal in einer Studie gelesen habe, dass eine in die Vereinigten Staaten eingewanderte Familie grundsätzlich erst nach fünf Generationen genügend Vermögen erwirtschaftet hat, um gut und gern als Familie der Mittelklasse anerkannt zu werden, was bedeutet, dass sie für einen tragischen Vorfall wie einen Hausbrand oder den Tod des Hauptverdieners genug abgesichert ist und nicht die gesamte Familie zurück in die Armut befördert wird. Wenn eine Gemeinschaft also ihr Vermögen und all ihre materiellen Güter verliert, ist sie nicht nur jetzt verarmt, sondern für Generationen.

Lisha: Ich sehe es auch so, dass die Konsequenzen für die vertriebenen Familien und für die gesamte Gemeinschaft weitreichend sind. Es ist schwer für mich, die Tatsache, dass das Gesetz diese Vorgänge tatsächlich unterstützt, gefühlsmäßig zu erfassen. Nachdem die Opfer terrorisiert und gezwungen wurden, ihre Häuser zu verlassen, wurde ihnen ihr Eigentum oft durch das Gesetz zur Ersitzung auf legalem Weg weggenommen.

Während die besonderen Rechtsverhältnisse in Michael Jacksons Vertreibung von Neverland andere sein mögen, sind die Gesamtumrisse doch identisch: Jemand aus der dominanten Kultur darf – ungeachtet der rechtmäßigen Eigentümerschaft – entscheiden, wer bestimmten Raum beanspruchen darf und wer nicht – und die Handlungen, die dazu geführt haben, die Kontrolle über diesen Ort zu erlangen, werden seltsamerweise niemals hinterfragt oder vollständig untersucht. Am Ende ist der Besitz und Reichtum Schwarzer verloren und jemand aus der vorherrschenden Kultur bemächtigt sich eines Grundstücks, das einmal rechtmäßig von jemand anderem erworben wurde.

Willa: Ja, in vielen Fällen führen falsche Anschuldigungen zu sexuellem Fehlverhalten schließlich zu einer legalen Übertragung von Eigentum, wie du sagst, Lisha. Und die Personen, die Gewalt gegenüber den schwarzen Grundstückseignern geübt haben, werden fast nie für ihre Taten verantwortlich gemacht.

Lisha: Genau richtig. Und reden nicht nur über den Verlust von Grundstücken, sondern auch über den Verlust ihres Lebens. Viele, viele afroamerikanische Männer haben auf diese Weise ihr Leben verloren. Das ist ein schrecklicher Teil unserer Geschichte, von dem ich nicht glaube, dass er ehrenvoll gelöst wurde. Eigentlich glaube ich, dass diese Geschichte noch andauert, aber auf eher subtile Art und Weise. Jermaine Jackson nannte die Verhaftung seines Bruders in einem CNN Interview von 2003 „nichts anderes als modernes Lynchen“ und ich bin geneigt ihm Recht zu geben. Während ich sicherlich nicht die verübten abscheulichen Morde mit einem Fall vergleichen möchte, der in einem fairen Prozess und 14 Nicht-schuldig-Urteilen endete, stimme ich Jermaine Jackson zu, dass diese gewalttätige Geschichte sich immer noch in weniger offensichtlichen Formen abspielt.

Thomas Mesereau gab Charles Thomson, Jamon Bull und Q vom MJ Cast ein Interview am 13. Juni 2015, dem zehnten Jahrestag des Freispruchs Michael Jacksons vor Gericht. Wie Mesereau schon früher dargelegt hat, legte er Michael Jackson eindringlich nahe, sein Zuhause zu verlassen und nie wieder zurückzukehren, indem er ihn warnte, dass er dort niemals mehr sicher sein würde (bei 1:13:17 im Interview):

Bull: Äußerte Michael Ihnen gegenüber nach dem Urteilsspruch klar und deutlich, dass er die Vereinigten Staaten so bald verlassen und in den Mittleren Osten aufbrechen würde?

Mesereau: In keiner Weise … Als ich am Anfang den Fall übernahm und den Staatsanwalt und die Sheriffs traf und zum Asservatenschrank ging, um die Beweismittel zu sichten, die sie konfisziert hatten, hatte ich das deutliche Gefühl, dass sie sich gerade ganz obenauf fühlten. Sie waren dabei, sich für den meistbeachteten Prozess aller Zeiten vorzubereiten. Sie hatten das Gefühl, dass sie gar nicht verlieren konnten. Sie fühlten sich wie Filmstars und fühlten keinen Schmerz. …

Und ich erinnere mich, einige von diesen Polizeibeamten, diese Sheriffs, beobachtet zu haben, wie sie eine zweite Durchsuchung (von Neverland) durchführten. Und einige von ihnen haben irgendwie seine Kunstwerke angefasst. Es war sozusagen eine Art dämonischer Ausdruck auf ihren Gesichtern, etwa wie „Wir haben den großen Michael Jackson unter unserer Kontrolle. Er mag vielleicht mit all seinem Reichtum und Ruhm der große Michael Jackson sein, aber wir kontrollieren ihn“. Und ich hatte ein deutliches Gefühl, dass die Grausamkeit und der Missbrauch, dem er bei einer eventuellen Verurteilung und Inhaftierung ausgesetzt sein könnte, gewaltig gewesen wäre. Ich meine, für mich handelte es sich hier um einen Fall von Todesstrafe. …

Ich sagte zu Michael Jackson, er solle Neverland verlassen und nicht zurückkehren. Und er schien ein wenig schockiert über das, was ich sagte, zu sein. … Ich sagte, er könne dort niemals wieder in Frieden leben. Sie haben es ruiniert. Ich wusste nicht, wo er hingehen würde. Ich wusste nicht, dass er in den Mittleren Osten ging, bis er uns in unserem Büro schließlich aus dem Mittleren Osten anrief. Aber ich drängte ihn inständig dazu, zu gehen und nicht zurückzukehren. Ich sagte, du weißt schon, dass viele Dinge im Leben ihre Zeit und ihren Ort haben. Die Zeit von Neverland ist vorbei. Du wirst hier nicht mehr sicher sein. Du weißt, du kannst so eine Sache nicht noch einmal durchstehen.

Also verließ Michael Jackson Neverland, denn er fürchtete das, was Staatsanwälte ihm und seiner Familie antun könnten.

Willa: Wow Lisha, dieses Interview hatte ich bisher noch nicht gehört. Danke für’s Teilen. Mesereaus Beschreibung der Polizei auf Neverland ist einfach schaurig, besonders die Stelle wie sie „seine Kunstwerke anfassen“ und erpicht darauf zu sein scheinen „den großen Michael Jackson unter unserer Kontrolle“ zu haben. Es ist entsetzlich darüber nachzudenken, was die Polizei getan haben könnte oder was ihm im Gefängnis hätte widerfahren können. Wie Mesereau bereits sagte „Ich hatte ein deutliches Gefühl, dass die Grausamkeit und der Missbrauch, dem er bei einer eventuellen Verurteilung und Inhaftierung ausgesetzt sein könnte, gewaltig gewesen wäre.“ Wenn man es so betrachtet, denke ich, es war richtig, Michael Jacksons Fall wie einen Fall mit Todesstrafe zu behandeln.

Lisha: Das denke ich auch. Es war keine triviale Angelegenheit. Es ist eindeutig für mich, dass das, was Michael Jackson passierte, ein Akt der Gewalt war und dass er gezwungen wurde sein Zuhause aus Angst zu verlassen. Obwohl die Gewalt eine andere Form annehmen kann, als wir es in den historischen Fällen beim Lynchen, den Erschießungen und Vertreibungen gesehen haben, wurde Michael Jackson nichtsdestotrotz Gewalt und Angst angetan. Das Endresultat ist, dass er gezwungen war, aus seinem Zuhause zu fliehen und dass er fast auch seine Freiheit und seine Familie verloren hätte. Außerdem erlitt er auch noch enorme finanzielle Verluste. 2008 berichtete AP, dass „Michael Jackson die Neverland Ranch aufgegeben und es einer von ihm teilweise kontrollierten Firma notariell übertragen hat.“

Wie wir also wissen hat Michael Jackson tatsächlich die Kontrolle über Neverland verloren, und es steht nun zum Verkauf. Ich habe Spekulationen gehört, dass seine Nachlassverwaltung (Estate) – je nach finalem Verkaufspreis – wohl ganz und gar nicht von dem Verkauf profitiert. Ich persönlich möchte keine dieser Theorien unterstützen, dass Michael Jacksons komplizierte Schuldenlage der Grund für diesen Verlust war, ohne zuerst die unzähligen Millionen in Betracht zu ziehen, die die Strafverfolgung und die Medien ihn gekostet haben.

Willa: Genau. Wenn man den Verlust von Neverland auf seine anwachsenden Schulden schiebt, übersieht man die Tatsache, dass die falschen Anschuldigungen gegen ihn seiner Karriere und seinen Einkünften auf massivste Art und Weise Schaden zufügten und ihn zwangen Schulden zu machen. In dem Artikel, den du gerade zitiert hast, steht: „Jackson kämpfte darum, seine Schulden zu bezahlen, seit sein finanzielles Reich nach seiner Verhaftung 2003 zusammenzustürzen begann.“ Eigentlich begann das Problem viel früher mit den Anschuldigungen 1993.

Wie also in den drei Fällen in der Banished Dokumentation untersucht, führten Rassenneid und falsche Behauptungen über sexuelles Fehlverhalten gegen einen erfolgreichen Schwarzen zum Verlust seines Eigentums. Es ist tragisch, besonders wenn du daran denkst, wie sehr er Neverland geliebt hat und wie hart er dafür gearbeitet hat, es zu dem besonderen Ort zu machen, an dem er vor neugierigen Blicken sicher sein konnte.

Lisha: Es ist tragisch. Und es gibt einen direkten kausalen Zusammenhang zwischen den falschen Anschuldigungen, den offiziellen Reaktionen darauf und den anhaltenden Verlusten aus Einkommen und Eigentum. Ein Großteil der Verluste kann ziemlich genau in harter Währung ausgerechnet werden wie die gecancelten Werbeverträge und Filmangebote. Aber Michael Jacksons Zuhause und seine Lebensgrundlage waren so viel mehr als nur ein Ort zum Leben oder eine Art sein Geld zu verdienen.

Intrusion 1

Willa: Ja, Neverland war sehr viel mehr als ein Zuhause, und seine Kunst war so viel mehr als eine Einkommensquelle. Das war sein Leben. Es ist wirklich herzzerreißend.

Lisha: Das ist es.

Willa: Aber es ist ebenso herzzerreißend, wenn irgendjemand anderer sein Zuhause verliert. Und wenn wir dies durch die historische Linse betrachten, wird sehr deutlich, dass dies Teil eines größeren Musters ist.

Lisha: Das sehe ich auch so. Es ist ein größeres Muster von Gewaltversuchen, um die Wurzeln von Intoleranz zu verschleiern.

Willa: Absolut. Ich habe kürzlich eine weitere Dokumentation mit dem Titel The Night Tulsa Burned (Die Nacht, in der Tulsa brannte) gefunden, und sie konzentriert sich auf einen speziellen Fall der Vertreibung: den Rassenaufstand von Tulsa, Oklahoma im Jahr 1921, aus dem nicht weniger als 300 Tote und 8000 Obdachlose hervorgingen. Gemäß einem Artikel im Feuilleton der New York Times 2011 handelt es sich um das „Ereignis von Rassengewalt mit dem wohl größten tödlichen Ausgang in der Geschichte der Vereinigten Staaten“. Hier ist ein Link zu der Dokumentation, die etwa 45 Minuten lang ist:

The Night Tulsa Burned

Lisha: Ich bin so froh, dass du dies geteilt hast, Willa, denn für mich macht der Aufstand von Tulsa so eindeutig klar, warum wir sogar 2016 immer noch für Rassengerechtigkeit und „Black Lives Matter“ kämpfen.

Der Historiker Jelani Cobb stellte kürzlich in einem Artikel des New Yorker fest, dass, obwohl der Rassenaufstand von Tulsa einer der schlimmsten Vorfälle von inländischem Terrorismus in der US Geschichte darstellt, kaum auf diese Art darauf Bezug genommen wird:

Die Webseite des F.B.I. zum Sprengstoffattentat in Oklahoma City 1995 listet dieses als „den schlimmsten nationalen Terrorismusakt in der Geschichte der Nation“. Diese Bezeichnung übersieht die Unruhen von Tulsa im Jahr 1921, in denen ein weißer Mob, aufgebracht durch die fadenscheinige Anschuldigung, ein schwarzer Teenager habe versucht eine junge Weiße zu belästigen, für sie einsprang und dem anschließend ein Freibrief dafür ausgestellt wurde, den schwarzen wohlhabenden Stadtteil Greenwood angegriffen zu haben, woraus mehr als 300 schwarze Todesopfer hervorgingen. Aus gewisser Sicht stellte das Murrah Attentat den schlimmsten Akt nationalen Terrorismus‘ unserer Geschichte dar, aber, wie die Nachkommen der Überlebenden aus Greenwood wissen, war es wahrscheinlich nicht einmal der schlimmste Vorfall in der Geschichte Oklahomas.

Cobb macht eine sehr bedeutende Feststellung: Der Verlust des Lebens von Schwarzen wird oft abgeschwächt oder vergessen, sobald die vorherrschende weiße Kultur Geschichte Revue passieren lässt. Ein Hauptgrund liegt im Grunde darin, dass im Fall Tulsa die Polizei und die Medien selbst an den Gewalttaten beteiligt waren. Eine lokale Zeitung gab falsche, aufrührerische Informationen heraus, um den Aufstand anzustacheln, und die Polizei stand dabei und sah zu, als etwa 300 schwarze Einwohner Tulsas ermordet wurden. Kaum zu glauben, aber die Nationalgarde nahm über 6000 schwarze Bürger in Haft, während ihre Häuser und Geschäfte zerstört wurden. Und niemand wurde jemals für den Terror, der sich an jenem Tag ereignete, verhaftet oder verurteilt.

Willa: Ja. Es klingt unglaublich, aber genau so hat es sich ereignet. Eigentlich ist es so, dass es je mehr du über die Einzelheiten des Aufstandes erfährst, umso unfassbarer wird. Offenbar hatte ein schwarzer Teenager, Dick Rowland, der an einem Schuhputzstand im Stadtzentrum von Tulsa arbeitete, einen Aufzug betreten, damit er eine der wenigen Toiletten, die in dieser rassengetrennten Stadt für Schwarze zur Verfügung standen, aufsuchen konnte. Es scheint, als wäre er beim Betreten des Aufzuges gestolpert und gegen die junge weiße Fahrstuhlführerin Sarah Page gefallen. Er wurde angeklagt, Sarah Page angegriffen zu haben und verhaftet, aber sie weigerte sich Anklage zu erheben und viele weiße Geschäftsleute verteidigten ihn und sagten aus, dass dies nicht seiner Natur entspräche.

Es verbreiteten sich allerdings Gerüchte zu diesem Vorfall und an jenem Nachmittag veröffentlichte The Tulsa Tribune einen aufrührerischen Artikel, in dem Rowland entweder der Vergewaltigung oder der versuchten Vergewaltigung bezichtigt wurde. Am Abend desselben Tages versammelte sich ein Mob von etwa 2000 Leuten am Gerichtsgebäude und Gewalt brach aus. Die Polizei setzte dem Mob Widerstand entgegen und schützte Rowland so davor, gelyncht zu werden, aber sie verhafteten nicht jene weißen Männer, die den Mob anführten. Stattdessen verhafteten sie Tausende schwarzer Männer, wie du sagtest Lisha, und brachten sie in Untersuchungsgefängnisse, so dass ihre Häuser und Geschäfte schutzlos waren.

Weiße Männer mit Fackeln streiften daraufhin durch Tulsas Stadtteil Greenwood, setzten Häuser und Geschäfte der Schwarzen in Brand. In der Dokumentation beschreibt es George Monroe, ein Überlebender des Aufstandes, auf diese Art:

Ich werde mich Zeit meines Lebens daran erinnern, wie vier Männer mit Fackeln in unser Haus kamen. Meine Mutter sah sie kommen und versteckte uns vier Kinder unter dem Bett. Und von dort unter dem Bett konnten wir sehen, wie sie zu den Gardinen gingen und sie ansteckten, um unser Haus abzubrennen.

Ich finde, dieses Bild des weißen Mobs, der mit flammenden Fackeln in der Hand durch Greenwood streifte, erinnert auf unheimliche Weise an die Eröffnungsszene aus Ghosts.

Intrusion 2

Lisha: Genau! So geht es mir auch. Monroes Kindheitserinnerung ist einfach grausam. Wie in der Geschichte von Ghosts betrat der Mob Greenwood nicht mit der Absicht, einen Verbrecher zu suchen (sie wussten ja, dass sich Rowland bereits in Gewahrsam befand). Die Meute durchstreifte Greenwood, um Leute herauszuholen, von denen sie glaubten, dass sie anders wären als sie, trotz der Tatsache, dass sie sich auf ihrem eigenen Grundstück befanden und den gleichen Anspruch auf Recht und Schutz hatten wie jeder andere.

Willa: Das ist eine sehr wichtige Feststellung, Lisha – Rowland befand sich im Gefängnis, als der Mob in Greenwood einfiel. Das unterstreicht wirklich noch einmal die Tatsache, dass die falschen Anschuldigungen gegenüber Rowland nur ein Vorwand waren. Darum ging es bei dem Aufstand gar nicht. Die wahre Motivation war rassenbezogener Neid.

Vor dem Aufstand war der Bezirk Greenwood eine der wohlhabendsten schwarzen Gemeinden der Vereinigten Staaten – ein so reicher Stadtteil, dass der Agent T. Washington ihn als „Negro Wall Street“ bezeichnete. Während der wirtschaftlichen Entwicklung der späten 1910er und frühen 1920er Jahre – einer Zeit, die als die „Roaring Twenties“ (die brüllenden Zwanziger) bekannt wurde, weil sie in finanzieller Hinsicht solch eine Boomzeit darstellte – wurden viele Geschäftsleute, auch die schwarzen Geschäftsleute, sehr wohlhabend. Und der Historiker Scott Ellsworth stellt in der Dokumentation fest: „Für einige weiße Leute ist ein Schwarzer mit Vermögen, damals wie heute, jemand, der Neid hervorruft.“ Als das Vermögen Schwarzer also größer wurde, brachen quer durch die gesamte Nation Rassenaufstände aus. Ellsworth sagt weiter:

Die wichtige Sache, an die man im Zusammenhang mit Rassenaufständen während dieser Zeit erinnern sollte, ist die, dass sie durch Weiße, die in schwarze Gemeinden einbrachen, charakterisiert wurde … sie griffen Geschäfte Schwarzer , griffen die Häuser Schwarzer an.

Also stellten die Beschuldigungen sexuellen Fehlverhaltens lediglich einen Vorwand dar, eine Art Rechtfertigung weißer Aggression gegen schwarze Eigentümer, während die wahre Motivation Rassenneid und offensichtlicher Landraub war.

Lisha: Ja, das ist das Muster. Als Schwarze erfolgreich wurden, folgten wirtschaftlicher Neid, unbewiesene Beschuldigungen und Gewalt Weißer gegenüber Schwarzen. Die falschen Anschuldigungen der Vergewaltigung machen umso wütender, wenn wir uns das wahre Problem der sexuellen Gewalt Weißer gegenüber Schwarzen ansehen, die sich quer durch die gesamte US-Geschichte zieht.

Willa: Ja, das ist ein schmerzvolles Erbe mit tiefen Wurzeln in unserer Geschichte. Die Vergewaltigung schwarzer Frauen durch weiße Sklavenhalter war Jahrhunderte vor dem Bürgerkrieg allgemeine Praxis. Tatsächlich hatte Thomas Jefferson, ein US Präsident und der Verfasser der Declaration of Independence (Verfassung der Unabhängigkeit) Kinder mit einer seiner Sklavinnen – einer Frau, die selbst die (schwarze) Tochter seines (weißen) Schwiegervaters, also die Halbschwester seiner Frau, war. Es scheint stillschweigend akzeptiert worden zu sein, dass sich weiße Männer Zugriff zu den Körpern schwarzer Frauen verschafften.

Allerdings waren im umgekehrten Fall die Körper weißer Frauen schwarzen Männern nicht erlaubt, auch nicht durch Heirat. Rassenmischung war in vielen Staaten illegal, bis der Oberste Gerichtshof 1967 diese Gesetze schließlich strich. Das geringste Anzeichen einer sexuellen Beziehung zwischen einem schwarzen Mann und einer weißen Frau, auch wenn es einvernehmlich war, blieb ein leicht entzündliches Problem, und viele schwarze Berühmtheiten wurden deswegen zur Zielscheibe, als würden (weiße) Autoritäten ein Exempel statuieren. Wir sehen dies bei Jack Johnson, Chuck Berry, Malcolm X und vielen anderen.

Michael Jackson sprach darüber 2005 in seinem Interview mit Jesse Jackson:

Die Jack Johnson Story … mit dem Titel ‚Unforgivable Blackness‘ (Unverzeihliches Schwarzsein). Es ist eine erstaunliche Geschichte ab 1910 über diesen Mann, der Schwergewichtsweltmeister war und in eine Gesellschaft gedrängt wurde, die seine Position und seinen Lebensstil nicht akzeptieren wollte. Und was sie ihm alles zugemutet haben. Und wie sie Gesetze geändert haben, um ihn einsperren zu können, um ihn wegzusperren hinter Gitter, nur um ihn irgendwie aus dem Weg zu schaffen.

Jack Johnsons nicht akzeptierte „Position und Lebensstil“, den Michael Jackson erwähnt, beinhaltet seinen Titel als Schwergewichtsweltmeister, die Darstellung seines aufwendigen Lebensstils und seine zahlreichen Beziehungen mit weißen Frauen, einschließlich dreier Ehen. Wegen seines Erfolgs und seiner Weigerung Erwartungen in Bezug auf seine Rasse zu erfüllen, wurde er zur Zielscheibe weißer Autoritäten und aufgrund des Mann Acts ins Gefängnis gebracht. Darauf bezog sich Michael Jackson, als er sagt, dass „sie Gesetze änderten, um den Mann einsperren zu können“.

Lisha: Ja, offenbar beabsichtigte man mit dem Mann Act ursprünglich, Frauen davor zu bewahren, in staatenübergreifende Prostitution gelockt zu werden. Das Gesetz musste erheblich gebeugt werden, um Jack Johnson verurteilen zu können. Rechtlich gesehen ist es schwer zu glauben, dass es dazu benutzt wurde, um ihn einzusperren zu können.

Willa: … und dasselbe Gesetz wurde später genutzt, um Chuck Berry einsperren zu können. Es gab ebenso einen Versuch, es gegen Michael Jackson einzusetzen, wie Charles Thomson in einem Post (Deutsche Übersetzung hier) über die seinerzeit veröffentlichten FBI Dateien zum Fall Michael Jackson mit Joie und mir erörtert hat. Charles sagte, die Dateien enthüllen, dass „Tom Sneddon, der Staatsanwalt, der Jackson verfolgt hat, das FBI dazu zu bringen versuchte, Jackson aufgrund des Mann Act anzuklagen“.

Lisha: Ich weiß nicht, ob die Verbindung zwischen dem Erfolg Schwarzer und staatlicher Anklage noch eindeutiger sein könnte, wirklich.

Willa: Ja. Michael Jackson sah seinen Fall eindeutig als Teil einer langen Historie weißer Autoritäten, deren Zielscheibe erfolgreiche, schwarze Persönlichkeiten waren. Als Jesse Jackson ihn zum Beispiel fragt: „Wie gehst du damit um?“, antwortet er:

Ich gehe damit um, indem ich mir andere Personen als Beispiel nehme, die in der Vergangenheit solche Art von Dingen durchmachen mussten. Mandelas Geschichte hat mir viel Kraft gegeben – was er durchgemacht hat. Die Jack Johnson Geschichte … Und Muhammad Alis Geschichte … All diese Geschichten, auf die ich zurückgreifen und die ich lesen kann, geben mir Kraft.

Intrusion 3

Lisha: Es leuchtet ein, dass schwarze Berühmtheiten in Bezug auf diese Art des Angriffs besonders verletzlich sind, speziell wegen ihres Reichtums und ihres Erfolgs. Dies trifft besonders auf diejenigen zu, die sich nicht in die Schablone der „Modellminderheit“ pressen lassen wollen, wie Jack Johnson, Muhammad Ali und Michael Jackson. Ali hat öffentlich verkündet, dass er sich der Geschichte Jack Johnsons stark verbunden fühlt. Es überrascht nicht, dass sich auch Michael Jackson mit der Geschichte beider identifizierte.

Intrusion 4

Hier ist etwas, das mir schon eine ganze Weile auf die Nerven geht, so dass ich wirklich mal mit dir darüber sprechen möchte – es ist Bill Mahers Reaktion auf das Jesse Jackson Interview, das du gerade erwähnt hast. Vorher habe ich Bill Maher als einen unserer klügsten Comedians betrachtet. Aber hast du diesen Clip von ihm gesehen, wie er Michael Jackson herabsetzt, während er versucht Reverend Jackson in seinem Interview mit ihm bloßzustellen? Es verstört mich, dass dieser Kommentar so viel Gelächter hervorruft:

Bill Maher talking about Michael Jackson with Rev. Jesse Jackson

Willa: Ich stimme dir zu, das Gelächter des Publikums ist sehr störend, und genauso ist es Bill Mahers Umgang damit. Ich meine, sie lachen, weil er ihnen die Stichworte dafür gibt. Aber es ist interessant, das, was Maher sagt, mal zu betrachten. Er beginnt, indem er Jesse Jackson erzählt:

Er (Michael Jackson) verglich sich diese Woche mit Jack Johnson, Muhammad Ali und Nelson Mandela. Nun, als ein Anführer der Bürgerrechtsbewegung, der wirklich, wirklich an der Festungsmauer gestanden hat – ich meine, Sie waren da bei Martin Luther King, als er erschossen wurde, Sie marschierten, ich meine, Sie haben den Feuerwehrschlauch abbekommen – dies muss Sie verärgern …

Es muss Sie wütend machen, wenn Leute diesen Vergleich anstellen, wenn es sich nun wirklich nicht um eine Sache der Rasse handelt.

Bill Maher scheint also zu denken, dass Rassismus etwas war, was 1965 in Alabama passierte, nicht etwas, was es 2003 immer noch in Kalifornien gibt. Die Reaktion der Polizei auf Martin Luther King ist für Maher eindeutig Rassismus, aber er erkennt nicht, dass der Umgang der Polizei mit dem Fall Michael Jackson genauso in das Muster von Rassismus passt.

Aber ich denke, Jesse Jacksons Antwort auf Maher war brillant:

Heute Abend lieben wir alle Nelson Mandela. 27 Jahre lang sahen wir ihn als Terrorist. Wir lieben ihn seit 1990 (als er aus der Haft entlassen wurde). Heute lieben wir alle Dr. King. Er wurde als einer der meist gehassten Männer Amerikas mit einer Zielscheibe auf seinem Rücken getötet. Jetzt lieben wir alle Jack Johnson. Er wurde aufgrund seiner Rasse aus dem Ring ausgeschlossen. Und das ist der Punkt, ob du Jack Johnson bist oder Paul Robeson oder Martin King oder Mandela, anscheinend sind Schwarze, wenn sie sehr hoch aufsteigen, in der Schusslinie. Michael sieht sich selbst in dieser Linie, und das ist seine Grundaussage.

Lisha: Ich gebe dir Recht, Willa, Reverend Jackson trifft den Nagel auf den Kopf. Seine Reaktion ist nichts anderes als brillant.

Willa: So ist es. Erst mal setzt er Michael Jacksons Aussage in einen historischen Kontext, der zeigt, dass es tatsächlich ein Muster gibt, erfolgreiche schwarze kulturelle und politische Führer anzugreifen. So wie Jesse Jackson sagt: „ … anscheinend sind Schwarze, wenn sie sehr hoch aufsteigen, in der Schusslinie“.

Aber noch wichtiger ist meiner Meinung nach Jesse Jacksons Feststellung, dass Nelson Mandela keine beliebte Persönlichkeit war, als er sich im Gefängnis befand, dass Martin Luther King nicht beliebt war, als er Märsche anführte und Lyndon Johnson unter Druck setzte, und dass Jack Johnson nicht beliebt war, als er die herrschenden Weißen innerhalb und außerhalb des Boxrings herausforderte. Sie wurden damals scharf kritisiert und sogar ausgelacht, und so war es bei Michael Jackson.

Intrusion 5

Michael Jackson mit Coretta King und Red Fox

Lisha: Gut gesagt. Ich bin froh, dass Rev. Jacksons, Whoopi Goldbergs und Dr. Wests Reaktion sich so von Bill Mahers und Alec Baldwins unterscheiden. Jackson, Goldberg und West zögern anzunehmen, dass die Anschuldigungen der Polizei und die Berichte der Medien richtig seien, und sie scheinen nicht viel Vergnügen daran zu haben, Witze über sie zu machen. Obwohl West noch nicht überzeugt davon ist, wie schwerwiegend Michael Jacksons Situation ist, drückt er doch seine Sorge darüber aus, dass er einen fairen Prozess erhält. Er nimmt nicht automatisch an, dass dies passieren wird. Demgegenüber nehmen Maher und Baldwin die Strafverfolgung und Geschichten der Medien für bare Münze, und sie scheinen sich ziemlich über die Vorstellung, dass Michael Jackson verhaftet werden könnte, zu amüsieren. Dies scheint die Unterhaltung über Rassengrenzen tatsächlich zu spalten.

Sowohl Maher als auch Baldwin lassen erkennen, dass sie glauben, Michael Jackson sei irgendeiner Sache schuldig – kein Beweis erforderlich – und dass die Anklagepunkte gegen ihn in keinem Zusammenhang mit Rassenverfolgung stehen würde. Noch einmal, es ärgert mich, dass sie es beide so lustig finden, besonders nachdem Rev. Jackson gerade erklärt hat, dass Michael Jackson seine Würde und ein ordentliches Gerichtsverfahren abgesprochen wurde.

Maher: Aber das alles, weil er schwarz ist? Wirklich? Wenn dies Countrysänger Alan Jackson wäre, der mit kleinen Jungen schläft …?

Baldwin: .. Du bist bei dir zu Hause und du bist unvorstellbar reich. Und jemand kommt zu dir nach Hause und du gibst ihm Alkohol und siehst Pornos im Internet an und so weiter. Dann rennt dieser Typ zur Tür raus und verklagt dich dafür, dass du versucht hast, ihm etwas anzutun. Du bekommst das, was du verdienst, weil du ein Idiot bist, dass du dich selbst in diese Situation gebracht hast. Er ist ein Trottel, dass er sich in diese Situation gebracht hat.

Ihre Feststellungen setzen folgende unbewiesene Fakten voraus: 1.) Schlafen mit Jungen, 2.) ihnen Alkohol zu geben, und 3.) Pornos im Internet anzusehen. Wenn du dir jedoch die Beweise anschaust, ist es eindeutig, dass dies ganz und gar nicht die Fakten sind. Es ist sehr aufschlussreich, dass diese Mutmaßungen von zwei weißen Diskussionsteilnehmern kommen, während jeder andere ein „nicht so schnelles“ Verhalten bei der Annahme der Medien-/Anklage-Version der Ereignisse an den Tag legt. Wenn wir uns die Geschichte des Rassismus‘ in diesem Land betrachten, ist es nicht schwer herauszufinden, warum farbige Menschen nicht automatisch davon ausgehen, dass Staatsanwälte und die Medien die Wahrheit erzählen würden.

Willa: Das ist wahr. Ich glaube auch, dass Jesse Jackson eine sehr wichtige Aussage damit gemacht hat, als er sagte, dass wie wir Nelson Mandela heute sehen, und wie wir Martin Luther King und Jack Johnson heute sehen, sich völlig von dem unterscheidet, wie sie damals gesehen wurden. Geschichte ist nicht unveränderlich – sie wird ständig neu geschrieben.

Darum ist es so wichtig, dass Michael Jacksons Unterstützer diese Probleme ansprechen und dies immer weiter tun, bis die Anschuldigungen gegen ihn in ihrem korrekten Kontext gesehen werden. Die Geschichte von Michael Jacksons Leben wird immer noch geschrieben, wie Toni Bowers es so gut in einem kürzlich veröffentlichten Artikel (Deutsche Übersetzung hier) im Los Angeles Review of Books angesprochen hat, und nun ist es an jenen von uns, die sich darum kümmern, diese Geschichte schreiben zu helfen.

Lisha: Das sehe ich genauso. Michael Jacksons Fans spielen eine wichtige Rolle bei der Hinterfragung der Medien und der Reaktion der Regierung auf ihn. Es ist so wichtig weiter darüber zu reden!

Michaels Interview mit Piers Morgan von 1999

English: http://mjjjusticeproject.wordpress.com/2012/06/07/michael-jackson-1999-interview-with-piers-morgan/

Über die Arbeit an Invincible:

MJ: Ja, ich stecke mitten in dem Album. Ich habe es etwa halb fertig und es ist eine Parade wunderschöner Songs und ich lege alles, was ich habe dort hinein. Ich lege mein Herz und meine Seele hinein, weil ich nicht sicher bin, ob ich wirklich noch einmal eins mache. Das könnte mein letztes Album sein. Ich werde – als nächstes werde ich Soundtrack Alben machen. Soundtracks für Filme, aber keine richtigen Pop-Alben mehr.

Was hofft Michael mit dem neuen Album zu erreichen?

MJ: Ich möchte die Welt berühren. Ich möchte das Herz, die Gefühle der ganzen Welt berühren, alle Menschen, vom Kind bis zu älteren Leuten, vom Farmer in Irland bis zu der Frau, die in Harlem die Toiletten putzt, ich möchte jede Bevölkerungsgruppe durch die Liebe und die Freude und die Schlichtheit der Musik erreichen.

Michael-Jackson-Fulham Football clubMichael zu Besuch beim Fulham-Football-Club 

Über seinen überraschenden Besuch des Fulham-Football-Clubs:

MJ: Weißt du, ich habe keine Ahnung von Sport und Mr. Mohamad Al Fayed hat mir soviel erklärt. Ich hatte so viel Spass in Fulham, dass ich jetzt Fan bin, ich bin schon süchtig danach, und vielleicht sieht man mich jetzt öfters bei Spielen. Ich fand es großartig! Es hat mich überrascht. Ich musste einige Fragen stellen, weil ich die Spielregeln nicht kannte, aber als ich mich etwas auskannte, hat es wirklich Spass gemacht. Jeder schrie und jubelte (Yaaaa!) Ich bekam schon so etwas wie Lampenfieber, aber es war toll. Es war verrückt, als ich dieses Schreien hörte, weil ich aufstehen und tanzen wollte. Ich bin es gewöhnt, die Leute schreien zu hören, wenn ich performe. (lacht)

Über seine Freundschaft zu Prinzessin Diana, und wie er sich fühlte, als sie starb:

MJ: An dem Tag, als die Nachricht kam, hatte ich ein Konzert, und der Arzt weckte mich auf und teilte mir die Nachricht mit und ich brach buchstäblich zusammen. Sie mussten mir Riechsalz geben und alles. Ich sagte mein Konzert ab weil… ich weinte wochenlang um sie und Dodi, denn ich dachte, sie sind ein himmlisches Paar. Ich fand sie passen wundervoll zusammen, also warum sollten sie nicht zusammen sein können? Es war schön, einfach schön. Und ihr Herz – was sie überall auf der Welt getan hat, weißt du, sie war eine Wohltäterin wie Mutter Theresa, und ich hielt sie für einen wunderbaren Menschen. Sie hat gezeigt, dass sie sich wirklich um Menschen und Kinder kümmerte. So wie ich es tue. Sie hat mich oft angerufen und private Gespräche mit mir geführt, denn die Presse ging so hart mit ihr um, genau, wie sie mit mir umgehen – sie brauchte einen Seelenverwandten, um zu Reden. Sie fühlte sich genauso gejagt wie ich, verstehst du? Sie brauchte jemand zum Reden und sie rief mich oft an, um darüber zu sprechen. Ich fühlte mich nie trauriger, ich habe nicht mehr so getrauert, seit Kennedy ermordet wurde. Es brach mir das Herz und ich weinte so viel.

Lady-Diana-michael-jackson-Prince Charles

Worüber er mit Diana gesprochen hat:

MJ: Allgemein gesagt, über die gleichen Gefühle zu bestimmten Problemen… die Leute nebenan wissen nicht wie das ist, aber ich hatte das, seit meiner Kindheit. Und sie wurde plötzlich da hineingeworfen, deshalb fühlte sie etwas anders, als ich, denn ich hatte es mein Leben lang. Ich sagte: „Wachse darüber hinaus, wachse darüber hinaus“. Ich bin mit den schlimmsten Schmerzen auf die Bühne gegangen. Ich bin mit Zahnschmerzen auf die Bühne, und bin mental darüber hinaus gewachsen. Ich sagte ihr, einfach darüber zu stehen und stark zu sein, willensstark, und dann, weißt du, dann kann dich niemand verletzen. Nur du kannst dich verletzen, und sei kühn, sei mutig.

Was „Vater sein“ für seine Karriere bedeutet und welche Ambitionen er für seine Kinder hat:

MJ: Ich denke sehr viel über die Kinder nach und was ich mir für sie wünschen würde, aber sie müssen ihren eigenen Weg gehen. Ich würde es aber lieben, sie mit Kunst vertraut zu machen. Also mit Regie-führen und Filmen.

Michael erzählte uns, seine Kinder lieben besonders die Musik seiner Schwester Janet. Wir fragten, welchen Song sie besonders mögen und er fing spontan an zu singen.

MJ: The Knowledge, Rhythm Nation – alle Lieder mit einem guten Groove. (er beatboxt)

Wir fragten Michael nach seiner Reaktion auf die Jugoslawien-Krise.

MJ: Ich musste den Fernseher ausschalten. Ich weine jeden Tag, aber es ist nicht genug, den Kopf abzuwenden und so zu tun, als gäbe es das alles nicht. Ich würde dort hin fliegen, wenn ich könnte. Ich würde gerne dort hin fliegen, es sehen und helfen und etwas tun. Ich spende Einnahmen für diese Flüchtlinge, für diese Familien.

Ich schrieb ein Lied, „What More Can I Give“, für das ich alle Stars zusammentrommeln möchte und wenn ich es hier in England tun könnte, wäre das klasse. Vielleicht sollte ich es hier in England tun.

Das solltest du.

MJ: Es heisst „What More Can I Give“. Ich schrieb es und möchte die Einnahmen an die Familien in Jugoslawien spenden. Vielleicht sollte ich es hier tun, anstatt in Amerika, mit alle euren englischen Stars, und die Amerikaner können auch hierher kommen. Etwas was mir bei „We Are The World“ nicht gefiel, war die Idee von „USA für Afrika“, es war, als würde man den Rest der Welt diskriminieren. Ich fragte auch die Bee Gees und andere Bands und sie sagten „sie sind nicht hier geboren“. Ich sagte, das ist mir egal. Ich möchte nur der Welt zeigen, dass man sich kümmert.

Ich bin nicht politisch, und ich spreche nicht über Politik und Religion, aber ich halte es für völlig ignorant und falsch, Menschen zu verletzen, unschuldige Kinder zu verletzen wegen irgendwelchen politischen Auseinandersetzungen. Ich halte es für Genozid; es ist falsch. Ethische Reinigung? Das ist ignorant, es ist dumm.

Queen Elizabeth Hospital for Children

Michael bringt Minnie und Mikey zum Queen Elizabeth Childrens Hospital

Wir fragten, ob er England liebe und ob es irgendwelche Pläne gebe, hierher zu ziehen.

MJ: Ich würde gerne in London leben und ich liebe es sehr, nur ist die Presse hier sehr hart zu mir, obwohl ich nur versuche Gutes zu tun. Ich besuche Krankenhäuser und bringe den Kindern Geschenke, und wenn ich abgereist bin schreiben sie: „Wako Jako verlies das Krankenhaus und hat die Kinder völlig ignoriert.“ Und das verletzt mich sehr, denn das letzte mal lies ich extra Minnie und Mickey Mouse aus Disney-Land Paris einfliegen, und nahm sie als Überraschung mit zu den Kindern, und ich brachte ihnen Taschen voller Geschenke und alles. Ich nahm mir Zeit für die Kinder und sie machen sich über mich lustig.

Als nächstes sprach Michael sehr emotional über seine Gefühle zu seiner Arbeit mit Kindern.

MJ: Es berührt mich sehr. Wenn es nicht für die Kinder wäre… (beginnt zu weinen) Wenn es nicht für die Kinder wäre, würde ich das Handtuch werfen. Ich würde mich umbringen, das Leben wäre mir gleichgültig. Sie sind meine Inspiration, sie… sie inspirieren mich. Alles was ich tue, jeden Song, den ich schreibe, jeder Tanz, alles was ich tue. Man versucht, das gegen mich zu verwenden, es ist einfach unfair und ich bin sehr aufgebracht deswegen.

Wir wollten wissen, ob der Druck durch Kritiken in letzter Zeit besser geworden sei, ob die Kritiker überhaupt je aufhören.

MJ: Sie sollten aufhören, denn ich bin nur ein Mensch, der aufrichtig und gut sein will und Menschen glücklich machen möchte, ich möchte ihnen Eskapismus bringen mit dem Talent, das Gott mir gegeben hat. Dafür schlägt mein Herz. Das ist alles, was ich tun möchte, das ist alles. Ich will damit sagen: “Lasst mich in Ruhe, lasst mich das tun, was ich tun möchte“, und das bedeutet zu Teilen, zu Geben und den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und dazu beizutragen, dass sie sich glücklich fühlen.

earth-song-brit-awards

Wir fragten Michael, wie er es empfindet, wenn Leute sagen, er würde Kinder verletzen.

MJ: Ich würde mir eher die Pulsadern aufschneiden, bevor ich das tun würde. Ich könnte das nie. Niemals.

Wir baten Michael, ein wenig über seine Freundschaft zu Elizabeth Taylor zu sprechen.

MJ: Ich sah sie erst bevor ich abgereist bin, denn sie ist die Patentante von Prince und ich treffe sie sehr oft. Jeden Mittwoch (oder Donnerstag) gehe ich mit Elizabeth ins Kino. Ich könnte zu Privatvorstellungen in die Warner Bros. Studios gehen, aber sie möchte nicht dahin, sie möchte, dass ich mehr ausgehe, weil ich so zurückgezogen lebe, deshalb forciert sie das. Sie ist die einzige Person, die mich dazu bringt, in die Öffentlichkeit zu gehen. Also laufen wir einfach rein und wenn der Film dann zu Ende ist, gibt es da eine Menschenmenge, die uns applaudiert.

 

Michael Jackson und „choreographische Versionierung“

by

Original: https://dancingwiththeelephant.wordpress.com/2016/02/11/michael-jackson-and-choreographic-versioning/

Post vom 22/02/2016

Lisha: Diese Woche sind Willa und ich hocherfreut, dass uns die Tanzgelehrte Elizabeth June Bergman Gesellschaft leistet. In den letzten fünf Jahren hat Elizabeths Faszination an Michael Jackson ein paar Forschungsarbeiten auf dem Gebiet „MJ Tanzstudien“ hervorgebracht. Derzeit treibt sie ihre Arbeit über Jackson als Doktorandin im Tanzstudienprogramm der Temple Universität voran. Elizabeth hat auch einen MFA (Master of Fine Arts) in Tanzperformance der Universität Iowa (2009). Sie unterrichtete viele Tänze und somatische Formen einschließlich Yoga, Ballett, modernem Tanz und Improvisation, sowie Tanzgeschichte und Theoriekurse.

Letzten Herbst traf ich Elizabeth bei der Mid-Atlantic Popular and American Culture Association Konferenz, wo sie eine faszinierende Präsentation mit dem Titel „Allusions, Citations, and Cultural Literacy: Michael Jackson’s Choreographic Versioning“ (Anspielungen, Zitate und kulturelle Bildung: Michael Jacksons choreographische Versionierung) gab. Wir hatten so eine wundervolle Unterhaltung über MJ und „choreographische Versionierung“, dass ich es nicht erwarten kann, heute eingehender mit ihr zu sprechen! Willkommen, Elizabeth.

Willa: Ja, vielen Dank, dass Du bei uns mitmachst, Elizabeth. Ich freue mich sehr, mehr über Deine Arbeit zu hören.

Elizabeth: Vielen Dank, dass ihr mich eingeladen habt. Ich verfolge Dancing with the Elephant seit langem und bin so geehrt, an der Unterhaltung teilzunehmen. Ich halte seit 2012 kurze Vorträge über Michael Jacksons Tanz bei wissenschaftlichen Konferenzen und genieße jetzt die Betreuung und Organisationsstruktur, die ein Doktorandenprogramm zu meinem expandierenden Projekt über Jackson als Tänzer und Tanzschaffender beiträgt.

Lisha: Das ist so wundervoll zu hören. Ich habe mir Deine beeindruckende Liste der wissenschaftlichen Forschung über Michael Jackson angesehen und ich muss sagen, ich denke; Du machst eine wirklich wichtige Arbeit. Von all der dringenden Forschung, die über Michael Jackson gemacht werden muss, ist das meiner Meinung nach vielleicht ganz oben auf der Liste.

Willa: Ich stimme zu. Es gibt immer mehr Forschung über Michael Jacksons Musik, seine Kurzfilme und selbst seine Persona, aber die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit seinem Tanz scheint dahinter zurückzubleiben. Ich denke, dass Deine Analysen wirklich wichtig sind.

Lisha: Möchtest Du für den Anfang vielleicht kurz erklären, was Du mit dem Ausdruck „choreographische Versionierung“ meinst?

Elizabeth: Ja, „choreographische Versionierung“ ist der Ausdruck, den ich in letzter Zeit verwendet habe, um Jacksons Zitierungen von und Hommagen an Entertainer wie James Brown, Fred Astaire, Bob Fosse, Jerome Robbins usw. auszuarbeiten, über die ich im Frühjahr aufgefordert wurde zu schreiben, nachdem ich einige Kommentare zu diesem YouTube „Mash Up“ Video von Bob Fosse gelesen habe, der als Die Schlange in The Little Prince auftritt, unterlegt mit MJs Billie Jean:

Lisha: Das ist so eine herrliche Performance! Ich habe oft gelesen, dass Michael Jackson ein ziemlicher Fan von diesem Film war. Obwohl ich da definitiv einige sehr Jackson-artige Bewegungen sehe, weiß ich nicht genau, was der Grund dafür ist.

Willa: Ich stimme zu. Es gibt einige Posen, die wie exakte „Zitate“ scheinen, wie diese bei 2:54:

Bob Fosse Michael Jackson Billie Jean

Wir alle haben Michael Jackson eine ähnliche Pose in „Billie Jean“ einnehmen gesehen. Hier ist ein Video, das einige dieser ikonischen Posen nebeneinander stellt:

Da ist ebenfalls sein Kostüm. Fosses schwarzer Hut (obwohl es eine Melone ist und kein Fedora) und seine weißen Gamaschen, die mit glitzernden Strasssteinen bedeckt sind und zu schwarzen Hosen und Schuhen kombiniert sind – das alles scheint Michael Jacksons „Billie Jean“ Garderobe sehr ähnlich zu sein.

Aber über die bestimmten Posen oder das Kostüm hinaus ist es vor allem die Art, wie sich Bob Fosse bewegt und die Art, wie er seinen Körper bewegt – zum Beispiel die Art, wie er seine Arme völlig streckt oder seine Knie beugt oder seine Füße schiebt. Es gibt beginnend bei 4:20 sogar ein bisschen Moonwalk in dem Video, das Du geteilt hast, Elizabeth. Aber ich weiß nicht, wie ich die Ähnlichkeit genau erklären kann.

Elizabeth: Willa, Deine Beobachtungen sind unglaublich scharfsinnig! Es ist schwierig, genau zu artikulieren, welche besonderen Eigenschaften und Bewegungen Fosses Jackson beeinflusst haben, da Jacksons Style so hybridisierend war, aber ich sehe eine elegante Kantigkeit, ausgestreckte Arme und rhythmisch isolierte Akzente von Hals, Schultern, Kopf und Becken, die von Dir erwähnte Serie rückwärts schiebender Schritte, bestimmte Posen, in denen die Arme in die Seite gestemmt werden und natürlich der kesse schiefe Hut und die behandschuhten Jazz-Hände in Fosses Schlangen-Choreographie als Teil dessen, was Jackson bewusst geliehen haben könnte.

Willa: Die „Jazz-Hände“! Ja, ich weiß genau, was Du meinst.

Elizabeth: Natürlich war Fosse auch von Astaire inspiriert, also könnten einige dieser gerade von mir erwähnten Merkmale leicht auf Astaire und seine Einflüsse zurück reflektiert werden. Das Video machte dennoch seine Aussage: Jackson wurde offensichtlich von Fosses Style und Bewegungsvokabular beeinflusst. Das waren keine Neuigkeiten: Jackson äußerte sich über sein Interesse an Fosses Arbeit. Hier ist ein Screenshot, den ich im Internet aus der Bad 25 Dokumentation (bei etwa 1:23:43) von einer von Jackson verfassten Notiz gefunden habe:

Michael Jackson Bad 25 Doku Notiz Bob Fosse

Willa: Wow, das ist wundervoll! Ich kann mich nicht erinnern, diese Notiz jemals zuvor gesehen zu haben, aber sie zeigt, dass Michael Jackson sehr gewissenhaft darin war, „die Größten zu studieren“ und bestimmte Traditionen und Choreographien auszuwählen, um gewisse Stimmungen oder Gefühle zu erzeugen. Zum Beispiel sagte er in diesem MTV Interview, dass er sich dachte, der Zombie-Tanz in Thriller sollte mit „einem jazzigen Schritt“ beginnen, um die richtige Stimmung zu erzeugen. Und die von Dir geteilte Notiz, Elizabeth, zeigt, dass er genau wusste, wo er nach Inspiration für die Smooth Criminal Choreographie suchen musste.

Ich habe oft gelesen, dass er ein „geborener“ oder „intuitiver“ Tänzer war, was zu einem gewissen Grad stimmt, denke ich – sogar Michael Jackson selbst deutete an, dass Tanzen etwas angeborenes erfordert, etwas, mit dem Du geboren wirst. Aber das ignoriert die Tatsache, dass er ebenfalls ein Tanzgelehrter war und sehr bewusst Inspiration von einigen der Besten schöpfte: James Brown, Fred Astaire, Jackie Wilson, Bob Fosse und sogar Marcel Marceau.

Elizabeth: Jackson war unglaublich begnadet als Tänzer und Musiker, besonders hinsichtlich rhythmischer Schärfe. Aber wie Du klar gemacht hast, war er ein scharfsinniger Student! Da ich selbst einen tänzerischen Background habe, finde ich den Ausdruck „angeboren“ in Bezug auf Tanz etwas problematisch, besonders wenn man das historische Gepäck berücksichtigt, das schwarzen Tänzern in den Vereinigten Staaten aufgedrängt wird. Jede Art von Tanz ist angelernt, entweder in einem sozialen oder familiären Umfeld, durch eine Schüler-Lehrer- oder eine beratende Beziehung.

Ich denke, mein Zögern, Jacksons Tanz diesen Rahmen zu geben, stammt von meinem Verständnis, dass zu sagen, etwas ist „angeboren“, die Anstrengung und Intelligenz potenziell verleugnet, die das Erlernen und Perfektionieren erfordert. Es stimmt, dass Jackson keine als typisch „offiziell“ betrachtete Tanzstunde besucht hat und er hat darüber gesprochen, dass Tanzen etwas Angeborenes erfordert, aber der Grund, warum mich diese Begriffe stören, liegt in der Wichtigkeit, seine unglaublichen Anstrengungen und die leidenschaftliche Intelligenz hervorzuheben, die er einbrachte, um Tanztechniken zu lernen – sowohl durch Nachahmen der Bewegungen von James Brown, die er als Kind im Fernsehen gesehen hatte, als auch während der Zeit, die er etwa mit Bruno „Pop n Taco” Falcon oder jedem der anderen Tänzer/Choreographen im Studio verbrachte, mit denen er im Laufe der Jahre zusammengearbeitet hatte.

Aber ich schweife ab! Wir reden über Jacksons „choreographische Versionierung“, was ich gleich ausführlicher erläutern werde. Es war nicht nur das YouTube Video von Jackson/Fosse, das mich darüber nachdenken ließ, sondern es war vor allem der Titel eines anderen YouTube Videos, welches die gleichen Aufnahmen aus The Little Prince darstellt, der mir unter die Haut ging – „Michael Jackson’s Famed Style and Moves are Fosse Knock-offs“ (Michael Jacksons berühmter Stil und seine Bewegungen sind billige Fosse Kopien).

Lisha: Ich muss sagen, dieser Titel ärgert mich auch.

Elizabeth: Gell?! Der YouTube User, der das Video gepostet und betitelt hat, hat nicht unbedingt ein nuanciertes Verständnis der Geschichte rassenbezogener Politik in amerikanischer Entertainment- und Popkultur. Ich verstehe Bob Fosse als Teil der Tradition des amerikanischen populären und theatralischen Tanzes – des Borgens, sich an etwas anlehnen, und dem Verwenden von Bewegungen aus Volkstänzen, genauso wie von anderen Künstlern. In seiner Performance und choreographischen Karriere improvisierte Fosse mit den Vorgaben seiner Vorgänger im populären Entertainment, genauso wie er sich an Gesellschaftstänze verschiedener Epochen angelehnt hat.

Lisha: Da ist so wahr. Du weißt, dass Willa und ich vor noch nicht allzu langer Zeit darüber in einem Post über Fred Astaire und Michael Jackson gesprochen haben. Weil sich Künstler ständig gegenseitig mit den Arbeiten anderer beeinflussen, muss man sich irgendwann fragen, wer sich wem bemächtigt?

Elizabeth: Genau. Ich habe die Art wirklich geschätzt, wie Du und Willa die beunruhigende Geschichte rassenbezogener Stereotype im Hollywood-Musical in diesem Blog in Angriff genommen habt und Astaires Beteiligung an dem, was heute als sehr anstößig betrachtet wird. Kulturelles Leihen ist keine Einbahnstraße, aber wer Anerkennung bekommt und wer daraus Kapital schlägt, basiert leider oft auf rassenbezogener Politik.

Willa: Das ist ein wirklich wichtiger Punkt, Elizabeth. Joe Vogel schrieb über dieses Phänomen hinsichtlich Musik in einem Artikel (Die missverstandene Macht von Michael Jacksons Musik) im Atlantic vor ein paar Jahren:

Die kulturellen Gatekeeper verfehlten nicht nur, die ursprüngliche Gesetzmäßigkeit dieser neuen musikalischen Stile und Formen zu erkennen, sie tendierten auch dazu, die Verdienste der afroamerikanischen Männer und Frauen als Wegbereiter entweder zu übersehen oder herabzusetzen. Für weiße Kritiker war der King of Jazz nicht Louis Armstrong, nein es war Paul Whiteman; der King of Swing war nicht Duke Ellington, es war Benny Goodman; der King of Rock war nicht Chuck Berry oder Little Richard, es war Elvis Presley.

Elizabeth: Großartiger Verweis, Willa. Ich respektiere Joe Vogels Arbeit über Jackson so sehr und was er über amerikanische Musik sagt, trifft definitiv auf amerikanischen Gesellschafts- und Modetanz zu, obwohl die „ursprünglichen Urheber“ dieser Tänze normalerweise Bevölkerungsgruppen waren und keine bestimmten Personen: der Charleston, der Lindy Hop, der Twist, Hip Hop usw. sind alles Beispiele für gesellschaftliche Tanzformen, die von weißen Künstlern genutzt wurden. Dieses Thema war Gegenstand verschiedener wissenschaftlicher Studien über populären Tanz in Amerika – tatsächlich habe ich gerade erst ein kürzlich erschienenes Buch von der Tanzwissenschaftlerin Anthea Kraut zu Ende gelesen, das sich explizit mit den Fragen des Eigentums im Tanz beschäftigt. Das Kapitel „Das Stehlen von Schritten und charakteristischen Bewegungen“ aus Choreographing Copyright: Race, Gender, and Intellectual Property Rights in American Dance (Choreographierendes Copyright: Rasse, Geschlecht und das Recht des geistigen Eigentums im amerikanischen Tanz) betrachtet Methoden des „Borgens“, formelle Neuerung und das Erhalten von Anerkennungen im Jazz Tap und anderen Tanzformen, die in schwarzen Bevölkerungsgruppen verschmolzen sind.

Willa: Oh, das ist interessant. Es ist also ein Borgen von einer Gemeinschaft von Tänzern und nicht von einer identifizierbaren Person, die angeführt und vielleicht abgegolten werden könnte?

Elizabeth: Absolut – und macht es das nicht komplizierter? Das berühmte Tänzerehepaar Irene und Vernon Castle ist ein Paradebeispiel dafür, wie kulturelle Aneignung von gemeinschaftlich verfassten „Folk“ Quellen erfolgt: sie nahmen Ragtime und andere Gesellschaftstänze, die in schwarzen Gemeinschaften entstanden, veränderten sie, damit sie einem weißen Publikum gefallen und machten daraus eine komplette Perform- und Ausbildungskarriere. (Zufälligerweise wurden sie 1939 von Fred Astaire und Ginger Rogers in dem Film The Story of Irene and Vernon Castle gespielt.) Ich wurde inspiriert von Brenda Dixon-Gottschilds Werk über – wie sie es nennt – das „Unsichtbarmachen“ von afrikanistischer Ästhetik und Beteiligungen in amerikanischer Performance, was auf nicht genannte Einflüsse verweist – sowohl gemeinschaftlich, als auch individuell.

Aus diesen Gründen ist es wichtig, daran zu denken, dass rassenbezogene Dynamiken eine wesentliche Rolle dabei spielen, wer Anerkennung und Berühmtheit erlangt. Fosses Style ist wiedererkennbar und markant und ich bestreite sein immenses Talent als Choreograph und seine Beiträge zum Jazz und amerikanischen Musiktheater nicht; ich beschuldige ihn auch nicht der kulturellen Aneignung. Er hielt anderen ihre Verdienste zugute, wo dies nötig war: Fosses erstes Performing-Duett hieß „The Riff Brothers” – zu Ehren des unglaublich talentierten afroamerikanischen Jazz-Stepp-Teams The Nicholas Brothers. Ich wäre nicht überrascht, wenn einige der Dancing with the Elephant Leser Fayard und Harold Nicholas neben den Jackson Geschwistern in The Jackson’s Variety Show auftreten sahen:

Aber gemeinhin sind Fosse und Astaire die weit bekannteren Namen – teilweise wegen ihrem privilegierten Status als weiße Künstler. Deshalb warf der Titel des YouTube Videos, dass Jackson vorwirft, Fosse „zu bestehlen“, bei mir einige Fragen über ästhetische und kulturelle Werte auf, und über die Geschichte des Rassismus und der kulturellen Aneignung in der amerikanischen Unterhaltungsindustrie im Allgemeinen.

Lisha: Es ist wirklich besorgniserregend, wenn wir beobachten können, wie das immer wieder rassenbezogene Grenzen zu überschreiten scheint. Es ist schlichtweg eine Einbahnstraße, wenn es darum geht, enorm einflussreiche, bahnbrechende afroamerikanische Künstler zu würdigen. Wir haben so viel darüber gehört, dass Michael Jackson von Fred Astaire borgte, aber wenig bis garnichts darüber, wieviel Fred Astaire schwarzen Tänzern vor ihm schuldete.

Elizabeth: Absolut. Angesichts dieser Geschichte empfinde ich es als wichtig, Jacksons Tanz in schwarzer, diasporischer Ästhetik und semantischen Theorien zu verwurzeln.

Lisha: Ich stimme zu.

Willa: Ich auch und ich denke, das ist etwas, das Michael Jackson selbst versucht hatte. Wenn er seine Mentoren würdigte, nannte er fast immer sowohl Schwarze als auch Weiße aus vergangenen Tagen und implizierte, dass es eine lange Tradition des Borgens zwischen ihnen gab. In diesem Zusammenhang ist es interessant, dass einer der Mentoren Fred Astaires ein schwarzer Tänzer war, John W. Sublett, dessen Künstlername John W. Bubbles war. Ich habe gehört, dass Michael Jacksons Schimpanse Bubbles seinen Namen zu Ehren Subletts bekam, der solch einen großen (allerdings kaum anerkannten) Einfluss auf Fred Astaire hatte.

Elizabeth: Ich habe einiges über Astaire gelesen und habe mich das selbe zu Beginn dieser Woche gefragt!

Lisha: Wow, das wusste ich nicht! Was für ein interessanter Gedanke.

Willa: Das ist eine faszinierende Möglichkeit, nicht wahr? Und es ist schwer zu glauben, dass es reiner Zufall war, wenn man Michael Jacksons Wissen über Tanz und Fred Astaire im speziellen bedenkt.

Hier ist ein großartiges Video, das nebeneinanderstellende Vergleiche von Michael Jackson mit vielen unterschiedlichen Tanzmentoren enthält, einschließlich John W. Sublett, Bill Bailey, Eleanor Powell und im besonderen James Brown und Fred Astaire:

Lisha: Das ist ein großartiger Vergleich, Willa. Ich liebe besonders das Schattentanzsegment. Es ist großartig, diese Clips nebeneinander zu sehen.

Willa: Das ist es wirklich.

Lisha: Elizabeth, als wir zuvor miteinander gesprochen haben, hast Du erwähnt, dass Du ursprünglich den Ausdruck „choreographische Kuration“ verwendet hast statt dem Konzept der „Versionierung“. Was ist der grundlegende Unterschied und wo kommt der Begriff „Versionierung“ her?

Elizabeth: Ein vorausgegangenes Gespräch mit der Tanzgelehrten Sherril Dodds hat mich dazu veranlasst, von „Kuration“ Abstand zu nehmen, was Museen und proeuropäische „hohe Kunst“ bedeutet, und genauer zu betrachten, wie verschiedene Formen afroamerikanisch kulturellen Ausdrucks theorisiert wurden. Viele Autoren stellten die historische Reflexivität, zitierende Anlehnung und intertextuelle Eigenschaft schwarzer kreativer Praktiken fest und haben sich für diese Praktiken verschiedene Begriffe ausgedacht, aber ich habe mir den speziellen Ausdruck „Versionierung“ von dem Tanzgelehrten Thomas F. DeFrantz ausgeborgt, der Versionierung als „die Generationsüberarbeitung ästhetischer Ideale“ oder „einen Weg, eine alte Geschichte neu zu erzählen“ definiert.

Willa: Das klingt nach einer großartigen Weise, über das „Borgen“ zu denken, das unter Tänzern stattfindet.

Elizabeth: Absolut! „Versionierung“ ist für mich der richtige Ausdruck dafür, was Jackson mit der Zitierung bestimmter Künstler und seiner Einarbeitung verschiedener gesellschaftlicher oder einheimischer Tanzstile macht. DeFrantz selbst borgt sich diesen Ausdruck von der Arbeit des Kulturtheoretikers Dick Hebdiges über karibische Musik, Cut ’n’ Mix. Hebdige behauptet, dass die Basis aller afroamerikanischer und karibischer Musik dieses Prinzip des Borgens in seinem Innersten hat und er spricht die bedenkliche, eurozentrische Tendenz direkt an, die Praktiken der Wiederholung und Revision zu verunglimpfen, die in diesen Formen gefunden wird.

Natürlich weisen viele amerikanische Gattungen, die sich aus der Verbindung von schwarzen und weißen kulturellen Ausprägungen entwickelt haben – Tanz im Musiktheater in meinem Beispiel – Anlehnung, Pastiche oder Versionierung als Teil ihrer Traditionen auf. Es ist meine Absicht, dass der Ausdruck „choreographische Versionierung“ Jacksons Hommagen und Zitierungen als Teil einer schwarzen diasporischen Tradition der Expression in Verbindung gebracht werden und die kulturellen Vorurteile enthüllt werden, die Vorwürfe des Plagiats oder der fehlenden Originalität gegenüber Jacksons Verwendung der Werke anderer Künstler zum Ausdruck gebracht haben. Meine kurze Erwiderung auf den Poster des YouTube-Videos, das mir Sorgen gemacht hat, ist, dass „bestehlen (ripping off; von rip-off (Diebstahl, Plagiat))“ nicht dasselbe ist wie „sich an etwas anlehnen (riffing on)“.

Willa: Das ist eine großartige Weise, das auszudrücken, Elizabeth!

Lisha: Das ist es! Kann ich diesen Satz von Dir klauen?

Elizabeth: Ha! Natürlich!

Willa: Und es erinnert mich an die Kontroverse über Michael Jacksons „Stehlen“ des Moonwalks; und jenen, die es vor ihm gemacht haben, nicht ausreichend Anerkennung zukommen haben zu lassen, die nach dem Erscheinen von Steve Knoppers Biographie aufkam. D.B. Anderson spricht dies in ihrem Review über Knoppers Buch an. Diese Kontroverse scheint nicht zu verstehen, wie künstlerische Traditionen funktionieren und wie Künstler aller Art – Maler, Bildhauer, Bühnenautoren, Poeten, Musiker und Tänzer – immer auf früheren Werken aufgebaut haben. Und das passiert nicht einfach nur in der afroamerikanischen Gemeinschaft, sondern in der gesamten Kunstgeschichte. Shakespeare wäre nicht Shakespeare, wenn er nicht so sehr von seinen Vorgängern geborgt hätte.

Elizabeth: Ich stimme zu, der Gedanke an einen Künstler als eine Art völlig innovatives, originelles Genie ist ein absoluter Mythos. Niemand kreiert in einem Vakuum; jede Kunst ist ein Dialog von Ideen und Variationen aus bestehenden Formen. Jackson war ein Meister darin. Ich muss allerdings sagen, dass ich gerade einen Vorschlag für eine Kongresspräsentation eingereicht habe, der, wenn er akzeptiert wird, mich dazu zwingen wird, mich durch die Komplexität durchzuarbeiten, dass Jackson Astaire, Brown usw. so viel öffentliche Anerkennung zuteilwerden ließ und der relativen Anonymität der Tänzer und Choreographen, mit denen er gearbeitet hat (besonders außerhalb der Musikvideo- und kommerziellen Tanzindustrie). Das kann zum Teil mit Branchengepflogenheiten erklärt werden – Choreographen waren in der Vergangenheit auf der Liste der Anerkennungen nicht weit oben. Du musst Dir nur die IMDB [Internet Movie Database] für Anerkennungen im choreographischen Bereich ansehen, um das zu realisieren.

Bezüglich der Knopper-Kontroverse: wenn das Aufmerksam-machen auf die etwas willkürliche und vage Anerkennung, die Jackson den Tänzern gegeben hat, die ihm den Moonwalk gelehrt haben, beabsichtigte, Jackson als „nicht originell“ zu diskreditieren, würde ich sagen, dass es in Anbetracht unserer Diskussion über die Natur des Borgens im amerikanischen Gesellschafts- und Modetanz und der Tatsache, dass Jackson für den Tanzschritt immer andere Quellen angab (wenn auch vage), eine armselige Strategie war.

Willa: Ja, das tat er, obwohl er „vage“ war, wie Du sagst, und Megan Pugh bietet in ihrem neuen Buch American Dancing from the Cakewalk to the Moonwalk eine interessante Interpretation an, warum das so ist. Pugh stellt fest, dass Michael Jackson von den Soul Train Tänzern Casper Candidate, Jeffrey Daniel und Damita Jo Freeman (die so eine beeindruckende Tänzerin war, dass Pugh spekuliert, sie hätte die Inspiration für „Dancing Machine” gewesen sein können) unterrichtet wurde, wie man „rückwärts gleitet“, aber das verriet er der Presse nicht:

[W]enn Interviewer Michael Jackson befragten, wie er gelernt hat zu moonwalken, gab er ihnen eine andere Herkunftsgeschichte. Er sagte, er habe es sich von „diesen schwarzen Kindern in den Ghettos“ angeeignet, die „den phänomenalsten Rhythmus von allen auf der Welt haben. … Nur durch Harlem fahren in den späten 70ern und frühen 80ern, … Ich habe diese Kids dieses uh rückwärts gleiten machen gesehen, wie eine Art Tanzillusion.“ Er nahm „einen mentalen Film davon“ auf, fuhr nach Hause und begann zu üben.

Jackson verheimlichte nicht einfach seine Quellen. Er betonte, dass er keinen Unterricht brauchte: er konnte sich alles selbst aneignen. Er stellte sich selbst auch als Kanal der schwarzen Kultur dar, im Besonderen der New Yorker. Es war ein Gebot für Authentizität, ein Bestreben, die Straßenkultur des berühmtesten schwarzen Stadtviertels Amerikas anzuzapfen.

Während er also bestätigte, dass er den Moonwalk nicht erfand, wie Du klar gemacht hast, Elizabeth, führte er seine konkreten Lehrer nicht an, und Pugh scheint zu denken, es ginge darum, sich selbst „zu jener Zeit, als Hip Hop, der aus den Straßen New Yorks kam, seine eigene Arbeit zu überschatten drohte“ etwas Street-Credibility zu verschaffen.

Elizabeth: Ich lasse Megan Pughs Meinung diesbezüglich nicht komplett unberücksichtigt, weil ich denke, dass der kommerzielle Kontext, in dem Jackson gewirkt hat, als Einfluss auf seine Arbeit betrachtet werden muss. Ich argumentierte in einem unveröffentlichten Tagungsbericht, dass Bad aus der „gereizten“ Gesellschaft der Straßenkultur der späten 80er Jahre Kapital schlug, aber ich habe im selben Bericht erkannt, dass Jackson und sein kreatives Team bestrebt waren, auf die größeren sozialen Probleme aufmerksam zu machen, die Verbrechen in den Innenstädten und Bandengewalt hervorrufen, der West Side Story sehr ähnlich. Von Empathie und einem Verlangen nach sozialer Gerechtigkeit angeregt, aber vielleicht von dem Mechanismus des Kapitalismus vorkompliziert?

Wir sehen die gleiche Debatte in dem Diskurs rund um Beyonces Formation Video. Ich denke, wir sollten wachsam bleiben gegenüber Gruppen, die von politischen und sozialen Botschaften im Kern der Arbeit dieser Aktivisten-Künstler ablenken wollen, selbst wenn es wichtig ist, den wirtschaftlichen Zusammenhang zu betrachten, in dem diese radikalen Äußerungen getätigt werden. Jede Analyse von Jacksons Werk muss sich mit viel Komplexität und manchmal scheinbaren Widersprüchlichkeiten auseinandersetzen, aber ich bin persönlich engagiert, die weit verbreitete Geschichte über sein Leben in eine bedeutende Diskussion über sein unglaubliches Schaffen zu verändern, wie auch ihr das macht. Gott sei Dank gibt es diesen Blog und die Denker, die ihre Stimmen in diesem Bestreben beisteuern.

In einer ähnlichen Stimmung habe ich woanders geltend gemacht, dass Jacksons Versionierung von Astaires und Browns Tanzschritten und theatralischem Stil eine strategische Positionierung seiner selbst inmitten der Entertainmentgrößen war. Die relativ unbekannten Tänzer, die ihm den Moonwalk beigebracht haben, hatten nicht das kulturelle Kapital, das Jacksons berühmte Idole hatten (obwohl Jeffrey Daniel ein bekannter Soul Train Tänzer war und ein Teil der Discogruppe Shalamar, die von Soul Trains Don Cornelius zusammengestellt wurde; und natürlich trat Daniel später in einigen Kurzfilmen Jacksons auf und co-choreographierte Bad mit Gregg Burge). Es war allerdings, wie ich bereits erwähnte, nicht die Vorgehensweise der amerikanischen Entertainmentindustrie, die Arbeit der Choreographen und Tänzer in den Vordergrund zu stellen.

Es gibt so viele Nuancen und Komplexitäten in Jacksons Werk und kreativem Prozess; das Thema der „Anerkennung zollen“ ist nur eines davon, und es ist eines, das auch dem generellen Desinteresse der Medien an den Künstlern hinter den Kulissen zugeschrieben werden könnte, anstatt Jacksons Handlungen. Wie viele Fans wissen werden, gibt es bemerkenswerte Interventionen in der „Tradition“ der Entertainmentindustrie, die choreographische und getanzte Arbeit nur wenig anzuerkennen: zum Beispiel rückt die grandiose Dokumentation The Man Behind the Throne von der schwedischen Filmemacherin Kristi Grunditz aus dem Jahr 2013 über Vincent Paterson, einem langjährigen choreographischen Mitarbeiter Jacksons, Patersons Arbeit mit Jackson und Madonna in den Mittelpunkt.

Willa: Das ist wirklich ein wichtiger Punkt, Elizabeth. Im Allgemeinen erhielten die Choreographen nicht die Anerkennung, die sie verdienen, auch bekamen sie nicht das Geld, das sie verdienen – genau wie die Tänzer. Aber Michael Jackson versuchte offensichtlich, die Dinge ein wenig gerechter zu machen. In ihrem Buch sagt Megan Pugh, dass sie eine private Unterhaltung mit Paterson hatte, in der er sagte, „dass Jackson seine Tänzer in „Smooth Criminal“ unter einen SAG-Vertrag (Screen Actors Guild – Gewerkschaft für Schauspieler) nahm, um ihnen die gleiche Entlohnung zu garantieren, die auch Schauspielern bezahlt wurde.“

Er inkludierte am Ende vieler seiner Kurzfilme auch Anerkennungen – etwas, was Künstler in ihren Videos nur selten machten – und er stellte sicher, dass sowohl Choreographen, als auch Regisseure, Produzenten und Drehbuchautoren angeführt wurden. Zum Beispiel enthält der Abspann von Thriller dieses Bild:

Michael Jackson Thriller Credits

Er gibt auch Michael Peters eine Topbezahlung. Der Abspann von You Rock My World enthält dies:

Michael Jackson You Rock My World Credits

Die Talauegas sind nicht gerade bekannte Namen – sie haben sicherlich nicht die Starpower von Fred Astaire oder nicht einmal die von Hermes Pan – aber Michael Jackson ist gewissenhaft darin, ihnen ihren Anteil zu geben. Und der Abspann von Moonwalker beginnt mit Smooth Criminal und enthält folgendes:

Michael Jackson Moonwalker Credits

Also während Michael Jackson Jeffrey Daniel nicht namentlich erwähnt haben mag, als er gefragt wurde, wie er den Moonwalk gelernt hat, ging er weiter als die meisten Künstler, indem er Daniel für seine Arbeit Anerkennung gab.

Elizabeth: Danke, dass Du die Screenshots von diesen Abspannen eingebracht hast, Willa! Du hast Recht, es ist so wichtig zu beachten, dass Jacksons sehr öffentliche Anerkennungen in diesen Beispielen eine einfache Schilderung verkompliziert, in der Jackson keine Anerkennung zollte, wo im Falle des Moonwalks Anerkennung nötig war. All die Choreographen, mit denen Jackson gearbeitet hat, sprechen in unvorstellbar hohen Tönen von ihm als Künstler und Mensch, was auf das Maß an Respekt hindeutet, den er ihnen in Arbeitssituationen entgegenbrachte. Er versuchte, ihnen die gleiche Absicherung zu geben, die Schauspielern gewährt wurde.

Der spezielle Fall des Moonwalks mag ein Beispiel für eine versäumte Gelegenheit gewesen sein, den bestimmten Tänzern, die ihm den Tanzschritt beigebracht haben, Anerkennung zu zollen, aber ich persönlich habe kein Problem damit, zu akzeptieren, dass Michael Jackson ein komplexer und widersprüchlicher Mensch war. Ich finde nicht, dass das Anerkennen der Auslassungen, die er in der Repräsentierung seines kreativen Prozesses in den Medien machte, zwangsläufig sein Vermächtnis als ein kreatives Genie reduziert oder mindert. Das ist, als würde man sagen, Martin Luther King Jrs. unglaublich machtvolle Botschaften über soziale Gerechtigkeit seien von seiner persönlichen Geschichte der Untreue beeinträchtigt. Wir haben irgendwie den Wunsch, dass unsere Helden frei von Komplexität sind, was uns für Enttäuschung und Ernüchterung anfällig macht. Für mich macht der Umstand, dass Jackson ein komplexer, sich verändernder und unvollkommener Mensch war wie jeder von uns, sein kreatives Werk – und seine künstlerische Botschaft von Liebe und Mitgefühl – so viel inspirierender.

Lisha: Und wie Du so überzeugend argumentiert hast, ist es viel komplizierter als man denken mag, einem Journalisten schnell und genau zu erklären, wo eine Tanzbewegung herstammt! Es gibt nicht immer eine einfache Antwort.

Elizabeth, ich weiß, dass Du Dich Michael Jacksons Werk auch durch die theoretische Linse der „kinästhetischen Empathie“ genähert hast, und ich denke, dieses Konzept kann wirklich hilfreich sein, um Michael Jacksons Werk zu verstehen. Möchtest Du „kinästhetische Empathie“ etwas näher erklären?

Elizabeth: Ich werde es sehr gerne versuchen! Grundsätzlich steckt hinter kinästhetischer Empathie die Idee, dass Du durch das Betrachten eines anderen Körpers aufgrund Deines eigenen verkörperten Wissens etwas von dieser Körpererfahrung nachempfindest. Sehr vereinfacht dargestellt bedeutet das, dass ich nachempfinden kann, wie sich jemand fühlt, weil ich meine eigene verkörperte Erfahrung mit den Positionen, Bewegungen oder der Energetik habe, mit denen jemand anderes mit seinem Körper eine spezielle Emotion ausdrückt.

Willa: Wow, das ist faszinierend, Elizabeth! Ein sehr wichtiges Buch für mich, eines, das wirklich verändert hat, wie ich die Welt sehe, ist The Body in Pain: the Making and Unmaking of the World von Elaine Scarry. Das ist ein faszinierendes Werk und nur schwer in wenigen Worten zu beschreiben; ich bin sicher, dass ich ihm nicht gerecht werde, aber Teil ihrer Argumentation ist, dass die Körperlichkeit unser wichtigster Prüfstein dafür ist, was real ist und was nicht – sie ist so wichtig für unser Verständnis, was real ist, dass sie dazu genutzt wird, Dingen Realität zu verleihen, die unwirklich scheinen, wie Ideologien. Zum Beispiel werden die Folgen eines Krieges durch die Narben von verwundeten Soldaten und den Leichen jener, die getötet wurden, real.

Dennoch ist diese Körperlichkeit, die so wesentlich ist für unser Konzept der Realität, in vielfacher Weise nicht zu beschreiben, besonders das Erfahren von Schmerz. Das ist einer der Gründe, warum der Körper dazu genutzt werden kann, etwas von ihm getrenntes zu belegen – sogar etwas, das ihm gegenüber feindlich ist, wie Krieg. Wir können direkt neben jemandem sitzen, der rasende Kopfschmerzen hat, und dies nicht bemerken; und selbst wenn er versucht, es uns zu beschreiben, ist es schwer, in Worten auszudrücken, wie sich der Schmerz genau anfühlt. Ärzte kämpfen schon lange damit. Mehr noch, extremer Schmerz macht Sprache unmöglich und beschränkt den Leidenden auf undeutliches Schreien und Stöhnen. In diesem Sinne behauptet Scarry, dass wir in unserer eigenen Körperlichkeit eingesperrt sind – eine innere Erfahrung unseres eigenen Körpers – die wir nicht ausdrücken können.

Es ist also wirklich interessant, darüber nachzudenken, wie einige Aspekte der inneren Erfahrung des Körpers ohne Worte mitgeteilt werden könnten – dass ich, wenn ich zum Beispiel mit ausgestreckten Armen im Regen stehe, einige der selben körperlichen Empfindungen erfahren kann, die Michael Jackson während des Drehs von Stranger in Moscow gespürt hat, und möglicherweise anfangen kann zu verstehen, „wie es sich anfühlt“ – zumindest im körperlichen Sinn.

Elizabeth: Ich liebe es, dass Du diesen wunderschönen Moment in Stranger in Moscow erwähnst, weil es definitiv eines der Videos ist, an die ich im Zusammenhang mit dem Konzept gedacht habe (ungeachtet der Tatsache, dass es nicht sehr „tänzerisch“ ist). Ich möchte Scarrys Buch über das Versagen der Sprache, subjektiven Schmerz auszudrücken, lesen, da ich großen Zweifel habe, dass es möglich ist, sich völlig körperlich einzufühlen, obwohl mich die Vorstellung des „Zusammengehörigkeitsgefühls“ als Teil der Bekämpfung von Rassismus, Sexismus, Bigotterie usw. fasziniert und hoffnungsvoll macht. Denn natürlich ist meine verkörperte Erfahrung eine andere als Deine verkörperte Erfahrung!

Deswegen ist das Konzept der kinästhetischen Empathie ein umstrittenes Thema in Tanzstudien. Die Idee wurde das erste Mal in den 1930ern von Tanzkritiker John Martin mit den unterschiedlichen Begriffen „kinästhetisches Mitgefühl“, „Metakinese“ und „innere Nachahmung“ dargelegt. Martins Konzept davon, wie dieses ästhetische Körper-zu-Körper-Verständnis funktioniert, legt keine Rechenschaft ab über kulturelle, rassenbezogene oder geschlechterspezifische Unterschiede, unterschiedliche körperliche Verfassung oder jegliche Verschiedenheiten. Die Tanzgelehrte Susan Leigh Foster veröffentlichte 2011 ein Buch über das Thema, das diese essentiellen Untermauerungen der Theorie der kinästhetischen Empathie aufwühlte. Wie ich vorher erwähnt habe, ist jede Art der körperlichen Angewohnheit angelernt, entweder gesellschaftlich geprägt oder in einem formelleren pädagogischen Kontext gelehrt, somit folgt sie diesen unterschiedlichen Kulturen, und Bevölkerungsgruppen werden unterschiedliche „Archive“ von verkörpertem Wissen haben, die faktisch unterschiedliche Dinge bedeuten.

Willa: Das macht sehr viel Sinn, Elizabeth. Unterschiedliche Angewohnheiten führen zum Aufbau unterschiedlicher Muskeln und unterschiedlichem Muskelgedächtnis, was einen großen Einfluss darauf hat, wie wir Bewegung erfahren. Das ist ein etwas verrücktes Beispiel, aber ich lebte eine Zeit lang in Südostasien, wo es nicht unüblich ist, dass sich der Oberteil der „Toilette“ unten am Boden befindet. Islamische Frauen, selbst ältere islamische Frauen, hatten offensichtlich überhaupt kein Problem mit den tiefen Kniebeugen und der benötigten Balance, um diese Toiletten zu benutzen – schließlich nutzten sie diese ihr ganzes Leben lang. Aber viele ausgewanderte Amerikanerinnen und Europäerinnen hatten große Probleme damit. Ich persönlich hätte gerne eine Griffstange zum Festhalten gehabt!

Von dem her stelle ich mir vor, dass ein 50-jähriger Michael Jackson, der einen Tanzschritt ausführt, den er sein Leben lang gemacht hat – wie diesen James Brown Shuffle, den er mit 10 Jahren während seinem Vorsingen bei Motown so perfekt aufgeführt hat und den er zeitlebens bei Konzerten vorführte – ein ganz anderes Erleben hätte, als ein 50-jähriger, der dies zum ersten Mal versucht.

Elizabeth: Ganz richtig! (Und zwei großartige Beispiele, Willa.) Folglich erweitert sich unser verkörpertes Erfahren, wie wir die Bewegungen eines anderen wahrnehmen und uns damit identifizieren. Es gab eine interinstitutionelle Gruppe aus Großbritannien, die die Theorie der kinästhetischen Empathie erforschte und darüber in einem multimodalen Projekt berichtete, das „Watching Dance“ heißt. Sie fanden heraus, dass die Reaktionen des Publikums tatsächlich von der Erfahrung und der Kenntnis der unterschiedlichen Tanzformen eingefärbt sind, die von ihrer Studie inkludiert sind.

Ich bin eine sehr kompetente Tänzerin in den Tanzformen, die ich jahrelang gelernt habe, aber ich bin ziemlich gescheitert in meinen kurzen Bestrebungen, den Moonwalk oder eine Popping und Locking Technik zu beherrschen. Ich kann mir nicht in der gleichen Art vorstellen, wie es sich in meinem Körper anfühlen würde, wenn ich jemand anderen sehe, der eine der Techniken ausführt, die auf schlagenden Isolierungen basiert – wie Popping und Locking – wie ich das bei einer Balletttänzerin während eines raumfüllenden Sprungs durch die Luft kann. Einen Tanz zu betrachten, in dem ich persönlich nicht bewandert bin, erzeugt definitiv eine verkörperte Reaktion, aber ich „fühle“ oder identifiziere mich mit den Tänzern nicht in der gleichen Art und Weise. Schließlich ist die Idee der kinästhetische Empathie eine, die durch kulturelle und gesellschaftliche Aufschrift limitiert ist – was jemand gelernt hat – aber trotzdem denke ich immer noch, dass kinästhetische Empathie in Bezug auf Jacksons Werk, das Selbstlosigkeit als einen Weg postuliert, soziale Kluft und Vorurteil zu überbrücken, erwägenswert ist.

Ich beginne gerade meine Recherche darüber, wie sich gewisse Beispiele aus Jacksons Werk indirekt an dieser Vorstellung beteiligen und wie wahrnehmende, fühlende Körper die Folge seines Rufs nach Nächstenliebe und sozialer Gerechtigkeit sind. Wie könnte kinästhetische Empathie mit der größeren Idee der Empathie zusammenhängen und wie könnte das moralisches Handeln anregen?

Willa: Das sind wirklich faszinierende und wichtige Fragen.

Elizabeth: Ich denke schon! Jacksons Botschaft der sozialen Gerechtigkeit fordert oft empathische und selbstlose Reaktionen auf andere in Not ein. Welche Kunst könnte also Leute dazu zwingen, sich über das Leiden oder die Schmerzen anderer Gedanken zu machen, und wie prägen unsere eigenen körperlichen und somatischen Erfahrungen unsere Fähigkeit, auf andere zu reagieren und uns mit anderen zu identifizieren? Ich denke, dass Jacksons bloße Formulierung dieser Frage kraftvoll ist. Wie Du vorher zitiert hast, Willa: „wie fühlt es sich an?“ Natürlich stellen Jacksons Songtexte diese Frage auf vielfältige Weise, doch als Tanzgelehrte, die von der Macht der Performance überzeugt ist, interessiert mich eine performative, körperliche Inszenierung dieser Frage am meisten.

Lisha: Was ihr beide sagt, ist für mich als Musikerin völlig faszinierend. Streng nach meiner eigenen Erfahrung urteilend würde ich das auch in den Klang übertragen. Ich habe keinen Zweifel daran, dass manche Musiker empathischer sind als andere. Sie stimmen sich irgendwie auf das ein, was sie um sich herum hören und harmonieren mit anderen Musikern in einer Art, die es so wirken lässt, dass sich in dem Raum nur ein Instrument befindet. Es ist ein unglaubliches Gefühl, mit Akteuren zu arbeiten, die das können, und das ist etwas, das ich deutlich in Michael Jackson erkenne.

Ein perfektes Beispiel ist „State of Shock“ mit Mick Jagger. Michael Jackson vermischt in dieser Aufnahme seine Stimme so vollständig mit Jaggers, dass es fast so ist, als wäre es eine Stimme. Ein weiteres Beispiel, von dem ich weiß, dass es viele verstehen werden, ist „I Just Can’t Stop Loving You“. Phasenweise ist es schwer zu erkennen, wo Siedah Garretts Stimme aufhört und Michael Jacksons anfängt. Das ist ziemlich beeindruckend.

Willa: Das ist es wirklich und es ist interessant, diese Fähigkeit als Teil von Empathie zu betrachten.

Elizabeth: Ich liebe es, dass Du musikalische Empathie zur Sprache gebracht hast, Lisha, weil Musikalität natürlich im Körper und dem Muskelgedächtnis verwurzelt ist.

Lisha: Das ist auch mein Gefühl.

Elizabeth: Musikalität ist wie die Fähigkeit, sich „gut“ zu bewegen, eine „Gabe“, die manche leichter erreichen als andere, genau wie etwas durch stetige Anstrengung und Arbeit erlernt und verfeinert wird. Tanz und Musik drücken das Weltbild und die Wertvorstellungen der Kultur, in der sie erschaffen wurden und praktiziert werden, wie Sprache aus. Als ich mich durch dieses Projekt gearbeitet habe, habe ich realisiert, dass ich die Wissenschaft über Musik und Empathie oder über Klang und Empathie untersuchen muss; besonders, da sie mit interkultureller Kommunikation oder Fehlkommunikation zusammenhängen.

Lisha: Ich bin auch daran interessiert, mehr darüber zu wissen. Im Besonderen bin ich an der Frage interessiert, die Du zuvor aufgeworfen hast: „Wie prägen unsere eigenen körperlichen und somatischen Erfahrungen unsere Fähigkeit, auf andere zu reagieren und uns mit anderen zu identifizieren?“ Du musst uns über Deine Forschungsarbeit am Laufenden halten und wieder kommen, um Deine Erkenntnisse mit uns zu teilen.

Elizabeth: Das werde ich bestimmt. Diese Unterhaltung war so inspirierend! Sie hat auch manche meiner Gedanken rund um das Thema der „Anerkennung zollen“ Jacksons verlagert. Ihr seid beide so bewandert in allem, was mit Michael Jackson zu tun hat und ich kann euch beiden gar nicht genug für dieses reichhaltige und nachdenklich stimmende Gespräch danken. Ich werde eure unschätzbaren Beteiligungen an der Entwicklung meiner Gedanken zu diesen Themen bestimmt auf all den Plattformen anführen, auf denen sie veröffentlicht werden.

Lisha: Ich danke Dir, Elizabeth!

Willa: Ja, vielen Dank, dass Du uns besucht hast, Elizabeth. Ich liebe Deine Art, die künstlerische Tradition als „anlehnen an (riffing on)“ und nicht als „bestehlen von (ripping off)“ vorangegangenen Künstlern zu betrachten! Und ich bin so fasziniert von der Idee der kinästhetischen Empathie.

Ich möchte auch alle wissen lassen, dass Los Angeles Review of Books heute Morgen einen neuen Artikel von Toni Bowers veröffentlicht hat. Er beginnt mit einem Review von Steve Knoppers neuer Biographie, entwickelt sich allerdings zu so viel mehr und er knüpft an einige der Dinge an, über die wir heute gesprochen haben. Zum Beispiel weist Toni darauf hin, dass „sich diese sagenhaften Tanzschritte schließlich nicht selbst perfektioniert haben. Jackson tat das, mühevoll.“ Hier ist der Link zu der Übersetzung von Tonis Artikel: Review über MJ: The Genius of Michael Jackson.