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Eine Tour durch Neverland mit Brad Sundberg, Teil 1+2

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Teil 1

Original Post: Dancing With The Elephant
Post vom 5. Mai 2016

 

Lisha: Willa und ich sind begeistert, dass sich uns heute Brad Sundberg, ein Toningenieur, der Michael Jacksons technischer Leiter für die Alben Dangerous und HIStory gewesen ist, anschließen wird. Über das Studio hinaus entwarf und installierte Brad Musik- und Videosysteme gewissermaßen für jede Ecke des Grundstücks von Michael Jacksons grandioser Neverland Valley Ranch. Zusätzlich zu den ganz persönlichen Audio- und Tanzstudio-Systemen entwarf Brad außerdem mit genau derselben Detailverliebtheit Soundsysteme für die Außenbereiche des gesamten Geländes.

In einem kürzlichen „In the Studio with MJ“-Seminar war ich so fasziniert von Brads Beschreibung von Neverland und seiner Arbeit dort, dass ich mehr wissen wollte! Vielen Dank, Brad, dass du heute für einen tieferen Einblick in die Neverland Ranch bei uns bist.

Willa: Ja, herzlich willkommen, Brad. Danke, dass du wieder mal hier bist! Nach allem, was ich bisher über Neverland gehört habe, war es nicht nur Michael Jacksons Zuhause, sondern auch eine Erweiterung seiner künstlerischen Gedankenwelt. Es ist fast so, als wäre Neverland ein lebendiges Kunstwerk. Ich bin daher wirklich sehr neugierig darauf, mehr über dieses relativ unbekannte „Kunst“-Werk zu erfahren.

Lisha: Ich muss sagen, Brad, dein Seminar hat mir ein Gefühl für Neverland vermittelt, das ich vorher so nie hatte. Wir alle haben Fotos und Luftaufnahmen von dem Grundstück gesehen, aber ich denke nicht, dass ich eine wirkliche Vorstellung vom wahren Ausmaß und der Grandezza des Grundstücks hatte, bevor ich deine Beschreibung gehört habe.

Brad: Ok, was ich also versuchen will, ist, euch ein Gefühl für die Größe von Neverland zu geben, und zwar auf eine Art und Weise, als würdet ihr es zu Fuß durchqueren.

Lisha: Ja, ich denke, die meisten von uns können sich Neverland vom Boden aus gesehen nicht so gut vorstellen.

Brad: Genau. Neverland war riesig. Weißt du, ich bin nicht aus Texas, aber ich meine nicht, dass es so groß wie eine Texas-Ranch war, aber es war 2.800 Morgen groß. Für einen Amerikaner sind das im Grunde 2.880 Footballfelder, wenn ich mich nicht irre. Es war riesig.

Lisha: Es gibt viele kleine Städte, die nicht dieses Ausmaß haben!

Brad: Richtig. Wenn du also nach Neverland kamst, war es vor allem … Ich bin zahllose Male nach Neverland gefahren. Ich wohnte außerhalb von Pasadena, Kalifornien, und Neverland ist nördlich von Santa Barbara. Du fährst also nach Santa Barbara, biegst vom Freeway ab und dann beginnst du dich seitlich an einem Berg hoch zu schlängeln. Und es ist eine Art zweispurige Bergstraße. Bel Air und Beverly Hills sind eine Million Meilen entfernt. Hier gibt es Salbeisträucher und Rinder und steile Schluchten, weit, weit weg von L.A. Ich brauchte also zweieinhalb Stunden, zwei Stunden und zwanzig Minuten, so was in der Art, um von Pasadena bis zu Michaels Tor zu gelangen.

Wenn man also die Straße auf Neverland zu fährt – und wahrscheinlich haben dies einige eurer Leser getan – sind es etwa sieben Meilen die Figueroa Mountain Road entlang, und es ist nur eine ebene, ziemlich unauffällige Straße. Ich muss euch eine Sache erzählen: In diesem Teil des Landes – es wird einigen Leuten Angst machen – gibt es jede Menge Tarantulas (Vogelspinnen). Und ich kenne mich mit Tarantulas so gut aus wie mit dem Schreiben einer italienischen Oper, nämlich gar nicht. Aber Tarantulas leben offensichtlich im Boden und –ich schweife vom Thema ab, aber ich beeile mich – ich weiß nicht, in welchem Monat sie herauskommen, aber ich glaube, es ist so im März oder April oder so. Und du fährst so die Figueroa Mountain Road hinunter, und während du fährst, hörst du nur pop, pop, pop – du fährst über Tarantulas, und sie knallen.

Lisha: Ew!

Brad: Ich will nicht gerade sagen, dass die Straße mit ihnen bedeckt war, aber es gab Zeiten, da wich ich aus, weil ich nicht auf diese kleinen Kerle treten wollte! Aber es waren so viele von ihnen da, dass du sie nicht vermeiden konntest.

Willa: Oh, nein!

Brad: Sie kommen aus dem Boden heraus, und versuchen sich aufzuwärmen und etwas zu essen zu finden. Ich sah niemals wirklich viele auf der Ranch, sondern es war immer draußen auf der Straße, die zur Ranch führte. Zu einigen Zeiten im Jahr waren sie überall auf der Straße und das war wirklich gruselig.

Du kommst also nach Neverland, und das erste, worauf du zukommst, ist das Außentor – eine Art Wachtor. Und dort musstest du sagen, wer du bist, und sogar ich – und ich beweihräuchere mich nicht selbst – aber Mann, jedes Mal, wenn ich nach Neverland kam, musste ich auf der Liste stehen und vorher angekündigt sein, und ich musste diese drei- oder vierseitige Freigabe quittieren, dass ich nicht darüber reden werde – was ich natürlich mache.

Lisha: Jedes Mal? Jedes Mal, wenn du dahin kamst?

Brad: Jedes einzelne Mal. Jedes. Einzelne. Mal. Jeder im Auto musste dieses Blatt unterzeichnen. Wer auch immer gerade der Wächter war, kannte mich und sie sagten: Hey Brad, wie geht’s? Und sie hatten die Freigabe bekommen und yeah. Wir mussten das jedes einzelne Mal machen.

Nun bist du also drin, und es sieht da genauso aus wie draußen. Da sind Salbeisträucher, und kennst du Zypressenbüsche? Die sind typisch für Kalifornien. Ziemlich niedrig, grün – nicht hübsch, sondern sie sehen wüstenartig aus. Und du fährst hoch, über einen Hügel, und ich werde es nie vergessen – jetzt haben auch andere Leute schon darüber geschrieben, ich bin nicht der einzige – aber du erklimmst diesen Hügel, und ich glaube, irgendwo da oben war ein Schild, auf dem „Welcome to Neverland“ stand, mit einem kleinen Engel oder einem Kind oder so etwas drauf.

Du fährst um eine Ecke über diesen Hügel, und dann beginnst du auf der anderen Seite wieder hinunter zu fahren. Es war nicht wie ein steiler Anstieg in den Alpen oder so – es war einfach nur eine Straße, die über den Berg führte. Und von dort sah man dann den weißen Zaun und das grüne Gras. Und dann fährst du ein bisschen weiter und siehst die Fontänen und die Eichen. Und ich glaube, Michael drückte sich mal in etwa so aus, dass es wie in Der Zauberer von Oz sei, wo sich alles von Schwarz-Weiß in Farbe verwandelt. Und so war es wirklich. Es war sehr, sehr dramatisch, auf der anderen Seite wieder herunterzukommen … es war dann wie „Heiliger Strohsack, wie konnte ich das ahnen?“ Denn du kannst nichts davon von der Straße aus sehen. Dies ist locker eine oder eineinhalb Meilen vor der Ranch, bevor du die Ranch überhaupt sehen kannst. Ist das verständlich für euch?

Willa: Absolut. Rabbi Boteach spricht darüber ein wenig in seinem Buch. Da gibt es ein Zitat, in dem Michael Jackson sagt:

Weißt du, es ist fast ein psychologischer Akt … Die Leute schwangen sie (die Tore) auf und fanden es wirklich merkwürdig und zerlumpt, du hast also psychologisch das Gefühl, du würdest wirklich zu einer Ranch kommen, ich wollte es also in einen Farbfilm verwandeln , wenn du um die Kurve kommst, wie es in Der Zauberer von Oz der Fall ist.

Es ist also genau so, wie du es beschreibst!

Brad: Ja. Ich meine, die Wachhütte und das Tor, sie waren ganz nett. Aber erst, wenn man zum zweiten Tor – dem verzierten Tor – kam, begann es ein wirkliches Statement zu sein.

Willa: Das Tor, über das er in dem Zitat spricht, ist also das erste Tor? Und dann gibt es noch ein zweites Tor?

Brad: Ja, da ist das Sicherheitstor draußen an der Straße, und dann ist innen drin noch das, was er das „verzierte Tor“ nannte. Wenn du also zum zweiten Tor kamst – wie ich schon sagte, ich schätze nur mal so – dann hattest du bereits etwa eine Meile oder sogar eineinhalb Meilen seit dem ersten Tor zurückgelegt.

Dann kam ein riesiger Parkplatz, der sich linker Hand vor diesem Tor befand. Und das war so, weil, wenn wir sehr viele Gäste hatten, es den meisten Leuten nicht erlaubt war, ihre Autos oder Busse zur Ranch selbst mitzunehmen. Man musste am zweiten Tor anhalten und dort parken. Und dann ging man normalerweise durch das verzierte Tor. Die Leute haben all diese Bilder von dem schwarzen, verzierten Tor mit dem Goldwappen und allem gesehen. Und an dem Punkt also wurden die Busse entladen. Ihr wisst ja, es kamen Kinder aus L.A. oder Santa Barbara oder aus anderen Orten, oder Kinder von Make a Wish oder ähnlichem. Das war so etwas wie der Sammelpunkt. Dann gingen sie durch das Tor. Und dort wartete die kleine Eisenbahn auf sie.

Wenn die Leute also aus ihren Autos und Bussen ausstiegen, wollte Michael sie auf eine beeindruckende Art und Weise willkommen heißen. Er bat mich daher darum, genau am Tor ein riesiges Soundsystem zu installieren. Bis zu der Stelle gab es also keine Musik, es gab auch keine Lampen. Ich erinnere mich daran, dass es stockdunkel war, wenn ich Neverland nachts verließ und das verzierte Tor hinter mir gelassen hatte. Da war einfach nichts auf dem Hügel.

Unsere Gäste erschienen also an dem Tor, das Tor öffnete sich, und wir überfluteten sie mit Musik. Und ich meine nicht nur ein paar Lautsprecher, die an einer Kette herunterhingen. Ich meine, wenn ich mich nicht irre, waren es wahrscheinlich 20.000 Watt.

Lisha: Wow!

Willa: Ich verstehe nicht viel von Elektrizität, aber das klingt nach viel.

Brad: Das ist eine kleine Konzertanlage. Sie bauten uns im Grunde ein kleines Häuschen, so etwa wie die Hütte am ersten Tor – ich meine, keine Hütte, nichts auf Neverland war jemals eine Hütte – aber sie bauten sie nur für das Equipment, weil wir so viel Strom brauchten. Michaels Worte mir gegenüber waren: „Ich will es so laut haben, dass der Bus wackelt.“ Also bauten wir einfach diese Monsteranlage. Und so wurden die Leute willkommen geheißen. Also spazierten sie durch das Tor, Musik ertönte, und so betraten sie sozusagen Michaels Welt.

Lisha: Aufregend. Gab es irgendwelche Lichtentwürfe?

Brad: Ja, gut dass du es erwähnst! Ich habe die Beleuchtung nicht installiert, aber wir hatten einen Spezialisten für Glasfaserinstallation, und während der Nacht explodierte das Zeichen förmlich vor Helligkeit. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob es einfach nur weißes Licht war oder farbiges. Ich glaube, es waren einfach weiße Lichter. Aber man konnte Glasfaser-Beleuchtung sehen – weißt du, sehr disneyesque – die von links nach rechts flackert. Es gab also Tausende von Glasfasern in diesem Zeichen.

Willa: Es geht um das Neverland-Zeichen über dem Tor?

Brad: Ja, es geht um das große, schwarze Neverland-Zeichen, und darüber ist das große, goldfarbene Wappen. Das ganze Ding war nachts einfach unglaublich schön.

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Man ging also da durch und wurde dann von einem oder mehreren Angestellten erwartet. Und dort wartete auch die kleine Eisenbahn. Michael stand sehr auf Kostüme – wisst ihr, er griff zum Beispiel etwas von Disney auf, so dass einfach fast jeder auf der Ranch kostümiert war. Ihr wisst schon, nicht albern, aber die Jungs, die auf der Eisenbahn und den Karussells arbeiteten, sie trugen diesen formellen Schaffner-Look mit einer Schaffnermütze und schwarzem Jackett und all dem.

Das war also eine Erfahrung. Du bist eine andere Welt eingetreten.

Lisha: Und ich habe Hausangestellte in Uniform gesehen, stimmt das? Zu der Zeit war es nicht in Mode für wohlhabende Leute, dass ihre Angestellten Uniformen trugen, aber ich habe Bilder von den Angestellten auf Neverland in Hausmädchen-Kostümen gesehen – die Art Hollywood-Look?

Brad: Yep! Alle Typen von der Security trugen Uniform. Hinten auf der Pferderanch trugen sie Cowboy-Bekleidung. Die Feuerwehrleute trugen Feuerwehrkleidung, und sie waren echt. Also, ja.

Lisha: Und es handelt sich hier die ganze Zeit um Elemente des Theaters, richtig? Wir haben Garderobe. Wir haben Klang. Wir haben Beleuchtung. Wir haben diesen spektakulären Eingang und so weiter. Es ist sehr theatralisch, seht ihr das nicht auch so?

Brad: Absolut. Und sehr durchgeplant. Es gab auf Neverland nichts, was dem Zufall überlassen oder übersehen wurde.

Es gab also den kleinen Bahnhof direkt beim großen Tor, und es gibt etwas, über das ich in meinen Seminaren spreche, und das sind die Details von Neverland. Da ist dieser Bahnhof mit seinem sehr sehr kleinen Haus – wisst ihr, vielleicht in der Größe einer Veranda aus dem Süden, oder einem sehr großen Gazebo. Aber dieses Ding verfügt über ein Schieferdach, einen Baustil und wunderschön gedrehte Geländer und Säulen.

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Ich versuche gerade, mich an den Begriff zu erinnern, aber da sind kleine Sachen auf den Pfeilern, so etwas wie Plaketten – kleine Malereinen und aufgedruckte Dinge. Es ist einfach hinreißend, und dies ist erst die erste Bahnstation!

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Lisha: Unglaublich. Hier ist die erste Bahnstation, wie sie jetzt auf der Webseite der Sycamore Valley Ranch von Sotheby’s gezeigt wird:

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Erinnerst du dich an den Namen des Architekten oder Designers?

Brad: Also, Tony Urquidez war der Auftragnehmer. Ich weiß nicht, wer der Architekt war, aber Michael war ziemlich gut darin die örtlichen Jungs einzusetzen.

Lisha: Glaubst du, dass er an den Entwürfen beteiligt war?

Brad: Oh, ich bin sicher, dass Tony es war. Ich glaube das ganz sicher.

Lisha: Glaubst du, dass Michael Jackson auch beteiligt war?

Brad: Ich bin sicher, dass er möglicherweise einige Skizzen oder ähnliches erstellt hat, aber ich glaube, er war wahrscheinlich ein wenig mehr in den Gesamtentwurf involviert. Er entsandte Tony auf kurze Reisen. Er und Tony reisten zusammen und besuchten verschiedene Vergnügungsparks und verschiedene Städte und sahen sich einfach die Architektur an, um Ideen zu erhalten. Also ja, Michael war sehr bestimmt darin, was er wollte. Aber dann hatte er auch wieder großen Spaß daran sich mit kreativen Leuten zu umgeben und dabei zuzusehen, was sie am Ende auf den Tisch brachten. Also, ich denke, es war die Kombination aus allem.

Willa: Brad, du hast vorhin erwähnt, dass bezüglich der Effekte alles sehr sorgfältig erdacht wurde. Wie würdest du also die Gesamtwirkung des ersten Tors, des Wegs, des verzierten Tors, der kleinen Haltestation beschreiben? Was ich meine, ist, welche Wirkung, denkst du, beabsichtigte er damit?

Brad: Nun, ich möchte gar nicht versuchen, in seinen Kopf zu kriechen, aber es war sehr theatralisch. Und du hast die Bühne betreten. Weißt du, dies war eine Art Einleitung – der Song beginnt. Und deshalb willst du die Leute nicht sofort mit allem überfluten. Sie waren gerade nach einer zweistündigen Fahrt angekommen, haben geparkt, sie waren endlich da und es ist fast so, als würde sich die Spannung langsam aufbauen, verstehst du?

An diesem Punkt also betraten die Gäste die Eisenbahn. Und es ist nicht so, dass jeder Tag gleich war, aber die Art, in der wir es entworfen hatten, war so, dass sie dort die Bahn betraten und dann das Haus passierten. Das Haus war so etwas wie sein privater Wohnsitz. Aber die Bahn fuhr am See vorbei, und an den Schwänen und dem Schwanenboot. Und dabei spielte Musik, da waren diese großartigen Eichen, und so wurden die Besucher ganz langsam zum Themenpark gebracht.

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Willa: Und es gab tatsächlich zwei voneinander unabhängige Eisenbahnen – ist das richtig?

Brad: Ja. So konnte Michael anderen Gästen, je nachdem, wer es war, einfach mit dem Golf Cart entgegenfahren oder andere Dinge unternehmen. Man konnte zu Fuß zum Haupthaus gehen, aber ich sage euch – auf Neverland zu Fuß von einem Punkt zum nächsten zu gelangen, da musstest du traben! Es war ein schöner kleiner Fußmarsch, um vom verzierten Tor zum Haus zu gelangen. Aber das Haus ist das erste, worauf man sich zubewegt. Da gibt es Wiesen. Da sind die Gästehäuser – ich glaube, da sind fünf oder sieben Gästehäuser. Ich hab es vergessen. Und dann kommt man zum Haupthaus.

Aber von da aus kann man dann weiter nach links runtergehen, und wieder ist es ein Geländemarsch, aber man geht an der Security vorbei und an der Videothek, in der Michael oben einige Memorabilia hat. Dann gehst du weiter den Hügel hinauf und dann gelangst du zu der großen Bahnstation. Und die Leute kennen die Bilder davon mit der Blumenuhr und den sich bewegenden Figuren. Das war ein weiteres absolutes Stück Kunst. Dort erklang Musik. Es gab Grillenzirpen und klassische Musik und alle möglichen Dinge.

Lisha: Was hatte es mit den Geräuschen der Grillen auf sich?

Brad: Nun, ob du es glaubst oder nicht, aber in diesem Teil Kaliforniens ist es wirklich still. Michael wollte auf gewisse Weise immer eine bestimmte Atmosphäre erzeugen. Also versteckten wir Lautsprecher in den Hecken, aus denen von uns aufgenommenes Grillenzirpen erklang. Und ebenso spielte überall Musik, so dass es all diese übereinander geschichteten Klänge gab. Wir hatten Vögel, deren Gezwitscher man aus den Bäumen hörte. Es war lustig, denn wenn man alles ausschaltete, war es fast unheimlich still. Michael wollte immer, dass etwas da war – auch wenn die Leute es nicht wirklich wahrnahmen – etwas, was sich einfach in die Atmosphäre von Neverland einfügte.

Lisha: Es gab also ein Outdoor Klangdesign auf Neverland?

Brad: Ja. Wir hatten diese Fels-Lautsprecher, die wir von einer Firma mit dem Namen Rockustics aus Colorado bezogen. Sie klingen wirklich gut, aber wisst ihr, statt zwei von ihnen zu haben, oder vier oder sechs, hatten wir so an die 300 von ihnen, verteilt über die ganze Ranch. Wir nutzten sie für Musik, und wir hatten Vögel. Also, wir hatten unsere eigenen Vogelhäuser, die wir selbst gebaut hatten, mit Lautsprechern drin.

Aber dann ging man hoch zu dieser riesigen Bahnstation, und das ist einfach, ich zitiere jetzt niemanden, aber ich bin sicher, ihr habt Sachen über Walt Disney gelesen. Walt benutzte einen bestimmten Ausdruck, als er Disneyland baute, und es klingt lustig, wenn ich es sage, aber es sollte so sein, dass, wenn man zu einem Jahrmarkt oder etwas ähnlichem ging, dass da unbedingt ein „Weenie“ sein musste (Anmerkung d. Übers.: i.S. eines ‘visuellen Magneten’). Es muss etwas da sein, was die Aufmerksamkeit der Leute erregt. In Disneyland ist es das Schloss. In Epcot ist es der riesige Golfball. Und auf Neverland war es für mich diese große Bahnstation. Sie war wirklich wunderschön und man konnte sie aus großer Entfernung sehen.

Wenn ich mich nicht irre, konnte man den Bahnhof eigentlich fast auf Anhieb erkennen, wenn man diesen ersten Hügel überquert hatte. Das Ding war prachtvoll. Du bist da reingegangen und da kam auch der große Zug an.

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Es gab also zwei Eisenbahnen auf Neverland. Da war die kleine Bahn, die wirklich für den Transport der Leute genutzt wurde. Die große Eisenbahn war dagegen mehr eine Attraktion. Es war wirklich eine Dampflokomotive, The Katherine, und sie war wirklich, wirklich schön.

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Willa: Es war also eine Dampflok? Sie wurde tatsächlich mit Dampf betrieben?

Brad: Oh ja.

Willa: Wow, das wusste ich bisher noch nicht. Das ist wunderbar!

Brad: Ja, die große Lokomotive war eine echte, aufgearbeitete Dampflokomotive. Sie schickten eine Gruppe von uns nach, ich glaube, es war Mt. Pleasant, Iowa, und dort wurde die Lok instandgesetzt. Es war eine alte, noch funktionierende Dampfmaschine, eine Dampflok, und sie restaurierten das ganze Ding in Mt. Pleasant. Wir waren also zwei Wochen da draußen, wenn ich mich richtig erinnere.

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Lisha: Hast du auch an dem Soundsystem für die Lok gearbeitet? Ist das der Grund, warum du dahin entsandt wurdest?

Brad: Ja. Wir haben für den gesamten Sound und die Beleuchtung, die Stromaggregate und das alles gesorgt. Michael war auf eine positive Art ungeduldig. Wenn eine neue Attraktion für den Park erwartet wurde, wollte er unbedingt an genau dem Tag damit fahren. Sie schickten uns also eigentlich deswegen weg, damit wir außerhalb ganz in Ruhe an den Sachen arbeiten konnten, so dass wenn die neue Sache auftauchte, wir sie im Grunde nur noch anschließen mussten und er sofort draufspringen und mit dem Spielen anfangen konnte. Er wollte nicht zwei Wochen warten, ehe wir die Musik in der Bahn installiert hatten. Er wollte, dass wir woanders die Musik einbauten und er es dann sofort fertig zur Nutzung hatte.

Willa: Es ist großartig, dass er so aufgeregt deswegen war. Wie ein Kind, das ein neues Eisenbahnset bekam, nur dass es eine echte Eisenbahn war!

Brad: Oh, allerdings!

Willa: Hatte er auch einen Wasserturm, um die Dampflok mit Wasser zu befüllen?

Brad: Oh ja. Genau bei der Bahnstation, auf der Rückseite rechts, da war ein Wasserturm. Er war echt.

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Ich glaube, die Wärmequelle war Propangas. Sie schaufelten keine Kohle – so authentisch war es auch wieder nicht. Aber nein, es war nichts Künstliches daran. Es war alles echt. Es gab zwei oder drei Typen, die – kleines Wortspiel – trainiert waren, die Bahn zu versorgen. Es war nicht so etwas, wo man sein zwölfjähriges Kind reinspringen und an den Hebeln ziehen lassen konnte. Es gab Stellen auf der Ranch, an denen du jeden Spaß haben konntest, den man sich nur vorstellen kann, aber es gab genauso Sachen wie diese, die wirklich echt waren.

Willa: Das ist unglaublich.

Brad: Wenn man also an der großen Bahnstation war, war es im Prinzip – mir fällt kein besseres Wort ein – fast so wie eine riesige Sanduhr, wo eine Schleife an jedem Ende war und dann ein langer Weg in der Mitte, der einen am Theater vorbei führte. Es war eine Haltestelle am Theater, wo man abspringen konnte. Und das ist das, was ich die hohe Seite des Tals nennen würde. Wenn man auf Neverland ganz hinunter ins Tal guckt, war die große Eisenbahn zu deiner Linken und die kleine Bahn war rechts. Sie nahmen dich beide den ganzen Weg mit zur Rückseite des Tals.

Von der großen Bahn aus konnte man also am Theater abspringen oder in einer großen Schleife am Zoo mit den Schimpansen und Giraffen und allem weiterfahren. Wenn man also am Bahnhof war, konnte man entweder die Bahn nehmen oder zu Fuß zum Theater gehen, wenn man wirklich ein paar Kalorien verbrennen wollte. Ich hatte damals kein Smartphone mit GPS, aber ich vermute, die Strecke betrug fast eine dreiviertel Meile vom Bahnhof zum Theater.

Es war einfach riesig. Als wir dort gearbeitet haben, hatten wir immer unsere Trucks oder Autos auf dem Gelände, weil wir da normalerweise nicht mit Gästen waren, oder höchstens einer kleinen Gruppe von Gästen. Es war für uns ziemlich schwierig, da zu arbeiten, wenn bis zu drei Busladungen an Leuten dort unterwegs waren. Aber dann sprang man auf ein Golf Cart, um sich fortzubewegen.

Jetzt geht es wieder zurück zu der kleinen Bahn, hinüber zur anderen Seite des Hauses – ganz auf der anderen Seite – und das war der Ort, wo das Tipi-Dorf und der Wasserpark waren. Das war eine der einzigen Stellen, an denen keine Musik verlegt wurde. Wir wollten es dort wirklich authentisch halten.

Willa: Im Tipi-Dorf?

Brad: Ja, da gab es damals keinen Strom. Da waren einfach nur die Tipi-Zelte und der Wasserpark. Und das war der coolste Wasserpark, den es je gegeben hat. Das gab es nur auf Michael Jacksons Ranch, dass, wenn Kinder dahin kamen, es Fässer mit bereits gefüllten Wasserballons gab, die alle für sie vorbereitet waren. Und man musste dann einfach nur noch ausflippen. Sie hatten dort auch Feuerwehrschläuche und Wasserwerfer. Natürlich hat Kalifornien inzwischen ziemlich schlimme Dürreperioden erlebt, so dass es mittlerweile etwas verpönt ist, aber damals war es einfach keine große Sache.

Willa: Ich stelle mir gerade vor, ich wäre die Person, deren Job es ist, die Wasserballons zu füllen!

Brad: Also, ich habe gehört, dass Neverland zu seinen Spitzenzeiten – ich möchte nicht übertreiben und es gibt Leute, die mehr darüber geforscht haben als ich – aber ich habe gehört, dass es da etwa 100 bis 110 Angestellte gab. Etwa 60 oder 70 davon waren Gärtner. Die Gestaltung der Landschaft war einfach nur hinreißend. Es gab dort Gärtnereien und jederzeit frische Blumen.

Also ja, ich bin sicher, sie hatten jemanden, der nur die Wasserballons für Tage mit besonderen Veranstaltungen befüllte. Sie hatten Leute, die die Karussells betrieben und Tierpfleger und Gärtner und Hausangestellte und Köche, und dann noch allein die Mitarbeiter für die Ranch – ich meine, der für die Instandhaltung verantwortliche Ranch Manager und all die anderen Leute hinter den Kulissen. Es war ein voll entwickelter Betrieb. Ich habe in meinem Leben schon auf einigen erstaunlichen Anwesen gearbeitet, aber das hier war eine vollkommen andere Dimension. Wirklich einzigartig.

Lisha: Es klingt eher nach einem Hotel, insofern, dass es da so viele Angestellte gab, die rund um die Uhr im Einsatz waren, oder? Es hört sich an, als wären nicht alle Angestellten abends nach Hause gegangen.

Brad: Es war alles sehr gut durchgeplant. Es war nicht so, dass die Karussellbetreiber morgens um vier beim Auto Scooter bereitstanden und sich fragten, ob jemand kommen würde. So war es ganz und gar nicht. Es war genau geplant, dass, wenn eine Gruppe an einem Samstag kam, alle Karussellbetreiber da waren, und dann waren die Karussells vielleicht sechs Stunden oder so geöffnet. Wenn VIP-Gäste da waren, ja, dann konnte man um drei Uhr morgens Spaghetti bekommen, wenn man wollte. Ich denke nicht, dass so viele Leute das machten. Ich meine, so groß war es nicht. So viele Gäste gab es nicht. Aber ja, Michael wollte seine Gäste bis ins letzte Detail verwöhnt wissen.

Willa: Wie in einem Resort.

Brad: Ja. Ich habe also die Ranch sozusagen in Drittel aufgeteilt. Ich habe euch quasi durch das erste Drittel mitgenommen, das aus dem Wachtor, dem verzierten Tor, den Wiesen, dem Haupthaus, dem Wasserpark und dem großen Bahnhof besteht. Wenn ihr euch Neverland als Surfbrett oder etwas Ähnliches vorstellt, ist es das untere Drittel, das ich beschrieben habe.

Lisha: Ok, hier ist also für unsere Leser eine Karte von Neverland, die die Surfbrett-Analogie und die Unterteilung in Drittel ganz gut wiedergibt:

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Außerdem sind hier noch ein paar kürzlich gemachte Drohnenaufnahmen von dem Grundstück, das nun (wieder) Sycamore Valley Ranch heißt, für diejenigen, die es noch nicht gesehen haben!

Bleibt dran, um Teil 2 von Brads Beschreibung von Neverland nicht zu verpassen, und vielen Dank an dich, Brad, dass du so großzügig bist und uns auf deinem Spaziergang über die Neverland Valley Ranch mitnimmst!

Teil 2

Original Post: Dancing With The Elephant
Post vom 12. Mai 2016

 

Lisha: In Teil 1 unserer Tour über die Neverland Valley Ranch gab uns Brad Sundberg einen detaillierten Einblick in das erste Drittel von Michael Jacksons unglaublichem Zuhause, einschließlich dem Wachtor, dem magischen „verzierten Tor“, den Bahnstationen, Wiesen, Wasseranlagen, Gästehäusern und dem Haupthaus. Die Gäste auf Neverland fuhren normalerweise eine Meile oder so auf dem Grundstück, ehe sie das verzierte Tor erreichten. Dort konnten sie ihre Autos parken und durch das Tor gehen und dann eine Bahn besteigen, die sie zum nächsten Abschnitt des Grundstücks brachte. Das bedeutet, dass überhaupt die meisten Gäste am Haupthaus vorbeifuhren. Stimmt das, Brad?

Brad: Ja, wobei die meisten Leute das Haupthaus nicht betraten. Das war wirklich Michaels privates Zuhause. Aber VIP-Gäste wohnten dort sicherlich und wenn er seine Freunde einladen wollte, es bedeutete für ihn, dass er tun konnte, was er wollte.

Aber dann erreicht man das zweite Drittel, den mittleren Teil, und da war der Vergnügungspark. Und das ist es hauptsächlich, was die Leute auf den Luftaufnahmen gesehen haben. Ich hatte Gäste in meinen Seminaren, die an besonderen Tagen dort waren. Sie durften in diesen Park gehen. Wenn man also als Gast auf Neverland eingeladen war, war es wahrscheinlich das, was man zu sehen bekam.

Da war es auch, wo das Theater stand – dieses große, wunderschöne Theater auf der linken Seite des Tals.

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Und es war wirklich ein Tal. Um noch einmal zu meinem Surfbrett-Vergleich zurückzukommen, dann wäre es so, wie wenn das Surfbrett vor dir liegen würde und es hätte Berge an beiden Seiten. Man ging einfach nicht so oft auf diese Berge, es sei denn man hatte ein Motorrad oder ein Pferd oder so. Die meisten Aktivitäten spielten sich unten im Tal ab.

Der Großteil unserer Arbeit drehte sich um die Konstruktion der Musikanlagen und der Systeme für den Park. Es gab dort eine kleine Bühne, auf der man ein Barbershop Quartett oder ähnliches auftreten lassen konnte. Es gab den Zipper und Autoscooter und das Riesenrad und das Karussell und es schien, als ob es nie aufhören würde. Er fügte ein Fahrgeschäft hinzu, und einen Monat später rief er mich an und sagte, er hätte noch eins gekauft und ich konnte mir Gedanken über neue Ideen dafür machen.

Lisha: Wenn er dich anrief, sprach er dich also darauf an, was du musikalisch damit machen würdest, oder?

Brad: Ja, oder ich fuhr hoch und wir hatten dazu ein Meeting in seiner Bibliothek, oder besser noch, er liebte Meetings im Schloss. Und er breitete einige Pläne aus und sprach darüber, was als nächstes kommen würde. Er war da sehr bestimmt.

Es war schon irgendwie eine coole Beziehung zwischen uns, bei der er – und es betraf sicherlich nicht nur mich, sondern ich denke, Tony oder verschiedene Leute, die dort arbeiteten, würden etwas ähnliches sagen – uns erzählte, was er vorhatte, aber dann auch wieder unsere Ideen hören wollte. Wisst ihr, kriegen wir das hin? Oder: Was hältst du davon? Er diktierte es nicht, auf keinen Fall. Wie ich immer sage, wenn du mit Michael arbeiten willst, dann must du selbst etwas auf den Tisch bringen. Du kannst dich nicht einfach dahinsetzen und auf Anweisungen warten. Du musst auch schon Ideen beisteuern.

Willa: Er wollte also deine Vorstellungen über die Art des Sounds hören? Oder wie er bereitgestellt werden sollte? Oder …?

Brad: Also, ich gebe euch ein witziges Beispiel. Michael wollte überall Musik haben. Überall, überall, überall. Er wollte nicht eine Stelle auf dieser Ranch haben, an der es einfach nur still sein würde. Er kam also eines Tages zur mir und sagte „Ich habe ein Riesenrad gekauft.“ Ich sagte: „Natürlich hast du das. Warum solltest du nicht?“ und er sagte: „Ich möchte Musik auf dem Riesenrad.“

Nun, ich bin ein Kerl. Ich verstehe was von Geometrie und Elektronik und Physik, und all diese Dinge ergeben vollkommenen Sinn für mich. Also denke ich über ein Riesenrad nach und stelle mir ein Rad vor, das sich dreht. Und dann sind da an diesem Rad 16 kleine Räder, die sich alle drehen. Aber da kann man nicht überall Kabel verlegen, weil sich das Kabel nach zwei Umdrehungen verdreht hat und zerreißt.

Willa: Oh, daran habe ich gar nicht gedacht.

Brad: Na ja, ich möchte euch nicht mit zu vielen solcher Sachen langweilen. Aber bei Beleuchtung und Dingen wie diesen hat man große Teile Kupfer und Bürsten, um den Strom zum nächsten Paar Räder weiterzuleiten. Aber Musik ist ein völlig anderes Tier. Es wird wirklich verzwickt, Stereo-Lautsprecher und Kabel zu verlegen.

Also haben wir uns diesen komplizierten Plan ausgedacht, in jede Gondel ein Batteriepaket, einen Radio Receiver und einen Verstärker und Lautsprecher zu verlegen, um dann Musik in jede einzelne Gondel zu übertragen. Und ich entwarf die ganze Sache für ihn und sicherte ihm zu, dass ich das machen kann. Aber ich sagte auch, du meine Güte, Michael, die Kosten dafür, und all die Batterien aufzuladen und das ganze Kopfzerbrechen darüber. Ich sagte, lass die Leute doch einfach mal durchatmen! Lass sie mit dem Rad ganz nach oben fahren, dann können sie den Park sehen, sie können alles hören, die Kinder lachen hören. Wir müssen sie nicht mit noch mehr Musik überfluten.

Und glücklicherweise stimmte er zu, denn ich wollte das nicht bauen. Ich dachte so bei mir, dass dies die verrückteste Sache sei, die ich je entworfen habe. Und es hätte funktioniert! Ich hatte einen ziemlich guten Entwurf. Aber der entscheidende Punkt war, dass er wirklich zuhörte. Es war wirklich schön, wenn ich ab und zu mal etwas bearbeiten und sagen konnte: Nur weil wir es tun können, heißt das nicht, dass wir es tun sollten. Er war also damit zufrieden. Er gestand mir ein enormes Maß an Freiheit zu.

Und ich möchte eigentlich einen Punkt noch ausführen. Ich war ein Kind! Ich meine, ich bin fünf Jahre jünger als Michael, und wir gestalteten Neverland, als ich in meinen Zwanzigern und beim Großteil der Arbeit in den Dreißigern war. Ich arbeitete also mit ihm und Bruce im Studio, wisst ihr, Woche für Woche und Monat für Monat. Und dann, als das eine Projekt fertig war, zog er mich da heraus und wir bauten dort Dinge auf. Und das ist Michael Jackson! Er hätte die beste Audio-Firma in L.A. engagieren können. Er hätte Leute aus Berlin einfliegen können, wenn er gewollt hätte. Und die Tatsache, dass er es mich tun ließ und dass er mir vertraute, macht mich bis zum heutigen Tag wirklich demütig und bedeutet mir so viel.

Ich bin nicht reich geworden. Ich war zu dumm! Ich berechnete einen fairen Preis, aber ich durfte lernen. Er ließ mich auf Neverland lernen, und das ist etwas, was ich niemals vergessen werde. Er ließ mir ein ungeheures Maß an Freiheit und im Gegenzug gab ich Blut, Schweiß und Tränen. Es gibt kein einziges Projekt, das ich auf Neverland fertigstellte und auf das ich nicht stolz war. Wir gaben absolut alles, was wir hatten auf dieser Ranch. Und ich war nicht der einzige. Aber ich bin immer wirklich stolz darauf gewesen, dass er mir so sehr vertraute. So, und jetzt beende ich meine Sonntagsrede …

Lisha: Ich kann definitiv erkennen, warum er dich so sehr schätzte.

Brad: Es ist etwas, was mir bis heute viel bedeutet.

Also, überall auf der Ranch – und wir kommen in ein paar Minuten zum Zoo – alles, was ich euch beschreibe, da ist immer Musik. Und Michael wählte, nun er wählte wahrscheinlich 80 Prozent der Musik sorgfältig aus. Er hatte eine Playlist, und dann rief er mich an und sagte: Ok, ich möchte, dass du mir eine CD machst, und ich möchte diesen Song und jenen Song und den Song.

Und dann wiederholte er sich. Er liebte den Song „Carol Anne’s Theme“ aus dem Film Poltergeist. Er ist irgendwie tief bewegend und wunderschön. Also wollte er „Carol Anne’s Theme“ zweimal abgespielt haben – nicht zweimal hintereinander, sondern erst kam „Carol Anne’s Theme“ und dann vielleicht „My Favorite Things“ aus The Sound of Music, und dann etwas von Debussy, und dann wollte er wieder „Carol Anne’s Theme“. Und ich sagte: Michael, das hatten wir doch gerade. Wir haben diesen Song vor 9 Minuten gespielt. Und er sagte: Nein, aber er ist so schön, ich möchte ihn nochmal. Und man konnte mit ihm darüber nicht streiten! Es ergab keinen Sinn, aber es funktionierte!

Und man hörte überall Musik. Man bestieg die Eisenbahnen, und da gab er mir ein wenig mehr Freiheit. Ich konnte irgendwie spielen, was ich wollte, aber es war immer klassisch. Wir spielten niemals Michaels eigene Musik. Das war absolut verboten.

Lisha: Hier ist die Playlist, die Brad uns bei seinem Seminar und auf Facebook gezeigt hat:

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Brad: Jetzt, in den vergangenen Jahren wurde mir erzählt, dass Leute, die nach 2004, 2003, 2005 dort waren, berichteten, dass überall Michaels Musik gespielt wurde, was etwas enttäuschend ist, denn das war niemals das, was er wollte. Er war sehr entschlossen hinsichtlich der Tatsache, dass er nirgendwo auf der Ranch seine eigene Musik spielen lassen wollte.

Man hatte also einfach dieses Gemisch an Musik, und man wusste nicht, wo sie her kam. Sie war einfach überall.

Willa: War es also dieselbe Playlist, überall wo man hinging? Oder hatten verschiedene Karussells im Vergnügungspark auch verschiedene Musik?

Brad: Ja, die Fahrgeschäfte waren unterschiedlich. Wenn man ging oder auf einer Bahn fuhr oder so etwas, war es dieselbe opulente, schöne Musik. Aber dann hatten wir auf jedem Fahrgeschäft sehr ausgesuchte Musik, genau für dieses Fahrgeschäft. Und er wählte so gut wie alle dieser Musikstücke aus. Wir mussten also diese riesigen Soundsysteme bauen. Und ich bin ein Vergnügungspark-Junkie. Ich liebe Vergnügungsparks. Ich liebe Disneyland. Wir besaßen Jahreskarten für Disneyland, lange bevor es als cool galt. Ich liebe also die Art Dinge. Also ja, das Karussell zum Beispiel – auf dem wollte er Janets Songs gespielt haben. Das war zu der Zeit, als Rhythm Nation angesagt war. Wir hatten also einige von Janets Songs, die wir auf dem Karussell abspielten.

Auf dem Zipper, welches sein Lieblings-Fahrgeschäft war … Kennst du den Zipper?

Lisha: Ja, kennst du es, Willa?

Willa: Ist es nicht eine Art doppeltes Riesenrad, aber es kippt dich kopfüber?

Brad: Ja, es ist einfach das verrückteste, großartigste Fahrgeschäft. Das war sein Lieblingsgerät, und aus irgendeinem Grund mochte er den Song „Owner of a Lonely Heart“ von Yes. Und großer Gott, jeder, der auf diesem Fahrgeschäft mitfuhr, musste diesen Song immer wieder und wieder hören. Es ergab nicht wirklich Sinn, aber das war Michael! Und es blieb dir nichts anderes übrig, als es zu akzeptieren. Das ist es, was er mochte.

Ich denke, auf gewisse Art war er sehr … hm, welches Wort suche ich? Nicht vorhersehbar, aber er mochte ein festes Programm. Ich habe bisher noch nicht so darüber nachgedacht, aber ich glaube, das es war so etwas wie: Ich bin auf dem Zipper, also werde ich „Owner of a Lonely Heart“ hören. Und so war es einfach. Du hast es nicht geändert. Du hast es nicht korrigiert. Es war das, was er wollte.

Willa: Vorhin hast du etwas so Faszinierendes gesagt. Du sagtest, dass durch das Wachtor zu gehen und an dem Salbeibusch vorbeizufahren und durch das verzierte Tor zu gehen vergleichbar mit der Einleitung zu einem Song gewesen wäre. Und nun, im Vergnügungspark, scheint es fast so als würdest du irgendwie einige der Strophen bekommen, die verschiedenen Strophen des Songs.

Brad: Ja. Ich will nicht versuchen zu poetisch zu werden oder so etwas. Aber Neverland bestand wirklich irgendwie aus einem Anfang, einem Mittelteil und einem Schluss, wie ein Song. Am Anfang hast du das verzierte Tor, diesen „Wo bin ich?“-Moment, diesen wunderschönen Eingang.

Und dann kommst du zum Themenpark und das war einfach Verrücktheit: die Super-Rutsche und die Auto Scooter und den Sea Dragon, und Musik hämmerte von überall. Und das Theater war genau da, und es war groß und dramatisch und plakativ.

Und dann gingst du, vielleicht später am Tag, zum Zoo. Und der Zoo war viel beruhigender. Also ja, in diesem Sinn war es fast wie ein Intro, Strophen, Refrain, eine Überleitung, Refrain, Fade-Out.

Willa: Oh, das ist faszinierend! Das ist wirklich faszinierend.

Brad: Michael liebte Dramatik. Du konntest Neverland an einem ganzen Tag erleben, und am Ende dieses Tages streicheltest du eine Giraffe und hast eine Ente gefüttert oder so, und es war wieder still. Es war sehr, sehr beruhigend.

Also ja. Ob es nun konstruiert oder zufällig war – ich neige dazu, es war konstruiert – es funktionierte wirklich für viele Menschen als eine einzigartige Erfahrung.

Lisha: Das ist faszinierend, wie es sich auf gewisse Weise entwickelte, auf eine irgendwie kalkulierte Art.

Brad: Ja. Allerdings haben wir auch viel vermasselt! Wir probierten Dinge aus. Er wollte diese albernen, ihr wisst schon, diese kleinen Autopia Cars wie in Disneyworld? Eigentlich kleine Go-Karts. Nun, wir hatten diesen aufwendigen Go-Kart-Track, der die eine Seite des Berges hinaufführte, rüber zur Super-Rutsche. Und es war wunderbar! Ich meine, es war gepflastert, und ich habe keine Ahnung, wie viel Zeit und Geld in den Bau dieser Go-Kart-Bahn gesteckt worden ist. Das war nicht irgendeine kleine Achterfigur. Das war echt – an der Seite des Berges hoch und unter den Bäumen hindurch. Es war wunderschön!

Und diese blöden Autos waren nicht stark genug, Leute seitlich den Berg entlang mit hochzunehmen, besonders Erwachsene, und die Leute wurden aus den Autos gestoßen! Ich bin nicht sicher, warum wir keine größeren Motoren bekamen, aber ich glaube, an dem Punkt hatte man schon so viel Geld ausgegeben, dass man die Ausgaben drosseln musste. Also brachten sie die Go-Karts zu einem ebenen Track hinter dem Theater. Es war nicht annähernd so cool, aber wenigstens sind die Leute nicht mehr aus den Autos gefallen.

Willa: Als Mutter denke ich, dass das Fahren mit großen Motoren für die Kinder ein Sicherheitsproblem gewesen wäre!

Brad: Ja, es gab eine Menge Dinge, bei denen du dir auf die Unterlippe beißen musstest und dir sagtest „Ich hoffe, niemand stirbt auf diesem Ding!“ Aber, uh …

Willa: Oh, nein!

Brad: Ich mache Scherze! Aber ihr habt vielleicht Bilder von der Super-Rutsche gesehen. Die Rutsche war total witzig. Es ist eine von diesen großen, gelben … Ich glaube, sie hatte vier Bahnen oder so.

Nun gut, für Michael durfte nichts jemals normal sein. Es musste alles auf Level 11 hochgekurbelt werden. Sie fanden also Teflonspray oder so etwas. Ich weiß nicht, ob sie das Zeug von der NASA bekamen oder wo es her kam. Aber du saßest in einem Jutesack und sie sprühten den Sack mit diesem Spray ein … und es war furchteinflößend! Ich liebe solches Zeug, aber du wurdest so schnell, dass du über diese Huckel geflogen bist und dachtest, du würdest dir deinen Rücken brechen und gelähmt sein! Und Michael lachte einfach nur, bis er sich fast in die Hosen machte. Besonders bei mir, wisst ihr, ich bin nicht gerade ein kleiner Typ. Und ich rutschte auf diesem Ding runter, dass es fast wie 90 Meilen pro Stunde schien, prallte einfach nur von Huckel zu Huckel.

Willa: Es tut mir leid, ich wollte nicht lachen!

Brad: Es ist so, als würdest du jemanden umbringen! Oder eine weitere Sache war der Auto Scooter. Ich liebte Auto Scooter. Und wir hatten ziemlich glückliche Umstände. Wir reisten ein bisschen, und so waren wir mehrere Male in Europa. Und es tut mir leid, ich bin etwas seltsam. Wenn es im Umkreis von 40 Meilen irgendwo einen Vergnügungspark gibt, dann muss ich da hin. So bin ich einfach. Museen interessieren mich weniger, aber bring‘ mich zu einem Freizeitpark.

Und so landeten wir auf dem Tivoli in Kopenhagen, welcher einer von Michaels Lieblingsparks war. Das war erst vor ein paar Jahren, nachdem Michael gestorben war. Sie hatten dort Auto Scooter und es war die seltsamste Sache, denn es war, als würde ich zurück nach Neverland geworfen.

Ich versuche kein Klischee aufrechtzuerhalten, aber in Europa gibt es völlig andere Standards als in den Vereinigten Staaten. Ich meine, es geht volle Fahrt voraus, man kracht mit Leuten zusammen und denkt, man schlägt sich die Zähne aus, während in den USA dies alles ohne Risiko und unter Beachtung von OSHA (Occupational Safety and Health Administration) gehandhabt wird und jedermann sicher zu sein hat.

Nun, bei Michael war nicht viel von OSHA zu bemerken. Seine Auto Scooter waren unerhört schnell. Sie gingen einfach ab. Man dachte, man wird sich selbst umbringen! Dann füllten wir das Zelt mit Rauch und Schwarzlicht und Stroboskoplicht und dann noch einem riesigen Sound System. Wir spielten Joe Santriani – das war normalerweise der Soundtrack da drinnen – und dann zogen diese Auto Scooter mit voller Geschwindigkeit ab. Hier war es dasselbe: Michael starb fast vor Lachen! Es war – ich sage es wirklich ungern – aber es war grenzwertig gefährlich. Aber es machte so viel Spaß, dass man sich einfach nicht darum kümmerte.

So könnte ich über jedes einzelne Fahrgeschäft reden, aber eine weitere richtig coole Sache in dem Erlebnispark war das Schloss. Ich weiß nicht, ob die Leute es schon von Fotos kennen. Wenn man ganz weit zurückgeht, habe ich einige wirklich coole Bilder von dem Park, als er gebaut wurde, und es war ein Baumhaus. Michael ging da normalerweise hinauf und beobachtete Leute von dem diesem Baumhaus, und es war cool, aber keine große Sache.

Nun, wir hatten so viel Equipment unterzubringen, dass wir einen Ort für all die Elektrik und unsere Racks und Verstärker und das alles brauchten. Also entschieden wir, am Grund des Baumhauses einen Raum zu bauen. Also, noch mal, hier handelt es sich um Michael Jackson, und da kannst du nicht etwas Normales machen. Also entwickelte es sich ziemlich schnell zu einem Schloss.

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Und so kam niemand jemals in den unteren Teil des Schlosses, denn es war nur ein Equipment-Raum, und dort bewahrten wir unsere ganzen Klamotten auf. Aber es gab ein großes Obergeschoss auf dem Schloss. Und darauf war auf einer Seite ein Arbeitszimmer. Und es handelte sich hierbei um einen wirklich coolen Raum, in dem Michael Meetings abhielt. Wir saßen da oben und sprachen über Fahrgeschäfte, die noch kommen sollten. Oder wenn er einen Telefonanruf oder so machen musste, konnte er da raufgehen. Es gibt kein Funknetz auf Neverland und damals waren Mobiltelefone ohnehin noch ziemlich unausgereift und simpel. Es war also einfach ein Ort, an dem er Verbindung aufnehmen konnte. Wisst ihr, wenn er VIP’s zu Besuch hatte und sie waren draußen unterwegs, dann konnten sie einen Lunch oder ähnliches im Schloss einnehmen. Es war einfach so besonders und so anders – ein wirklich, wirklich schönes kleines Stück Architektur.

Dann gab es noch überall über den Park verteilt Disney-animierte Schmetterlinge und den Elefant, der nachts Wasser in die Luft sprühte, nur dass es kein Wasser war. Es waren einfach Lichter.

Und dies ist noch eine weitere Sache. Tagsüber bestand der Park aus Spaß. Es war ein Vergnügungspark, wie ihn niemand in seinem Garten hatte. Aber in der Nacht wurde dieser Ort durch – ich weiß nicht, ob es Millionen waren – aber Zehntausende kleiner, funkelnder Lichter in den Bäumen beleuchtet.

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Eigentlich schwöre ich, dass es so war. Ich sollte nicht schwören, aber ich glaube, es stimmt. Es gibt diese gigantischen Eichenbäume überall verteilt in Neverland. Überall im ganzen Park, sollte ich sagen.

Willa: Das sind die Bäume, die man in dem Video Say, Say, Say sieht, richtig? Es wurde dort gedreht.

Brad: War es so?

Willa: Ja. Jene großen Eichen, die man im Say, Say, Say Video sieht, stehen auf Neverland.

Brad: Ok. Nun, die waren bedeckt, und ich meine wirklich bedeckt, mit kleinen, glitzernden Lichtern – wisst ihr, diese winzig kleinen Lichter. Und jeder Baum hatte das, was man eine Leistung von 200 Ampere nennt. Und jetzt schlafen eure Musikfachleute gleich ein, wenn ich das sage, aber das ist das Äquivalent eines normal großen amerikanischen Wohnhauses. Ein normal großes Haus erhält 200 Ampere Elektrizität. Das ist viel Strom, die diese albernen Bäume für die Beleuchtung brauchten.

Lisha: Das ist pro Baum?

Brad: So wurde es mir gesagt. Wisst ihr, ich will jetzt keinen Lügendetektor-Test machen. Aber es war einfach eine enorme Menge an Strom, der die Ranch versorgte.

Aber daher kam die ganze Beleuchtung. Wir hatten keinerlei Straßenbeleuchtung. Es waren alles entweder Lichter in den Bäumen oder Lichter vom Vergnügungspark, und das war’s. Und in der Nacht … ich war schon an einigen wunderschönen Orten, aber Neverland bei Nacht rangiert so weit oben. In seinen besten Jahren, wenn die Fahrgeschäfte und die Musik liefen, und es war alles erleuchtet, dann würde ich es ziemlich sicher auf eine Stufe damit setzen, mitten in Disneyland oder in Paris zu sein. Es war ein wirklich, wirklich, wirklich magischer Ort.

Willa: Das klingt wunderschön.

Lisha: Eine Menge von dem, worüber wir sprachen, wie das System der Eisenbahn und der Park und die Blumen und die Uhren und solche Dinge, erinnern mich so sehr an Walt Disney. Und wir wissen, dass Michael Jackson ein riesiger Bewunderer von Walt Disney war, der ständig die Grenzen zwischen Realität und Phantasie durch Kunst und Animation verwischte, bis er schließlich Disneyland baute. Und die Idee von Disneyland basierte darauf, dass du in diese Phantasiewelt eintauchst, die er vorher durch Kunst erschaffen hat.

Brad: Geschichten, ja.

Lisha: Es klingt für mich so, dass Michael Jacksons Neverland so ähnlich ist, und ich frage mich über deine Ansicht darüber. Du kennst Disneyland sehr gut und du bist außerdem wirklich auf der Ranch gewesen und kennst diese auch sehr gut. Aber gab es irgendeinen grundlegenden Unterschied zwischen diesen Orten?

Brad: Also, lass mich mal überlegen. Disneyland zählt an sehr vollen Tagen 70.000 Besucher, und auf Neverland waren einige Hundert – das wäre ein Unterschied! Ich meine, es waren natürlich ganz unterschiedliche Erfahrungen. Neverland war atemberaubend bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass es jemandes Garten war. Ja, es war nicht Disneyland, aber dafür, dass man im Pyjama aus dem Haus gehen und in diesen Park gehen konnte, war es einfach – und ich sage jetzt nicht, dass ich das getan habe – aber diese Erfahrung war mit nichts zu vergleichen.

Michael wusste, dass ich Disneyland liebte und ich bin mein gesamtes Leben lang Disney Fan gewesen. Macht euch gefasst auf etwas wirklich Schmalziges, aber ich habe meiner Frau sogar auf dem Mississippi-Dampfer von Disneyland den Heiratsantrag gemacht.

Willa: Oh, wirklich!

Brad: Ja, und das war sogar im selben Jahr, in dem ich Michael zum ersten Mal traf. Wir hatten also unsere kleine Disney-Verbindung. Wir waren nie zusammen in Disneyland. Wir sprachen immer darüber, aber für ihn war es eine Tortur, dorthin zu gehen. Also befragte er mich zu den Neuheiten und was er sich ansehen sollte.

Also ja. Neverland – es gab sicherlich, ich vermute ihr nennt es einen Wink oder Tribut an Disney, über den ganzen Ort verteilt. Und umgekehrt. Ich meine, die kreativen Köpfe haben mehr Arbeit geleistet, als ich wirklich damals wusste, wie die animierten Figuren. Wenn man das Theater betrat, gab es die zwei Dioramen. Eines von ihnen zeigte Pinocchio und das andere Cinderella. Und man drückte einen Knopf und die Dinge wurden zum Leben erweckt – da gab es Lichter und Musik und Bewegung und das alles. Und ich glaube, das haben die kreativen Köpfe erdacht. Ich denke, Michael gab ihnen die Aufgabe es zu bauen. Also ja, es fehlte weiß Gott nicht an Anspielungen auf Disney.

Willa: Ich habe gerade dieses Video von dem Pinocchio-Diorama aus der Zeit, als es in die Auktion gehen sollte, gefunden. Ich fürchte, die technische Qualität ist nicht allzu gut, aber es vermittelt einen Eindruck dessen, was passierte, wenn man den Knopf drückte:

Lisha: Das ist so interessant! Ich habe ein Foto des Cinderella-Dioramas gefunden, das den Moment darstellt, in dem die gute Fee Cinderellas Lumpen in ein wunderschönes Ballkleid verzaubert.

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Beide Darstellungen beschäftigen sich also mit Transformation: Der Moment, in dem Pinocchio auf magische Weise von einer Puppe in einen echten Jungen, und der Moment, in dem Cinderella von einem Hausmädchen in eine Prinzessin verwandelt wird.

Willa: Das ist eine faszinierende Beobachtung, Lisha! – besonders im Hinblick darauf, dass Verwandlungen solch ein wiederkehrendes Thema in Michael Jacksons Werken waren. Mir ist zum Beispiel aufgefallen, dass es eine kleine Szene in dem Smooth Criminal Segment von Moonwalker gibt, das in eine Ecke des Pinocchio-Dioramas integriert wurde, wobei ich mir vorgestellt habe, dass die Kreativen dies als kleines Überraschungselement eingefügt haben. Es scheint hier nicht ganz hinzupassen, aber gleichzeitig ist es doch irgendwie passend, da Moonwalker voll mit Verwandlungen ist. So verwandelt sich die Hauptfigur, Michael, in einen Sportwagen und einen Roboter und in ein Raumschiff, und ebenso sind da psychologische Verwandlungen. (Nebenbei gesagt, es gibt auch sehr viele Spinnen in Moonwalker, was mich an das erinnert, was du vorhin über die Tarantulas auf der Figueroa Mountain Road gesagt hast, Brad.)

Lisha: Brad, kannst du dich erinnern, wie Michael dazu stand, dass sein eigenes Bild zu dem Pinocchio-Diorama zugefügt wurde?

Brad: Meine Erinnerung ist, dass Michael den Smooth Criminal in dem Diorama nicht mochte, er hatte nur sehr wenige Abbildungen von sich selbst in den öffentlich zugänglichen Bereichen von Neverland.

Ein andere Sache, die du erwähnt hast und über die ich eine Sekunde lang nachgedacht habe, ist die, wie man in Disneyland in Geschichten oder Filme eintauchte. Wisst ihr, Michael hätte eine Art Michael Jacksonland errichten können, in dem die Auto Scooter – ihr müsst wissen, ich spinne jetzt mal einfach – aber wir hätten Sachen wie einen Thriller-Auto-Scooter oder ähnliches thematisieren können, man hätte „Thriller“ abspielen und eine Horde Zombies da haben können.

Nicht in einer Million Jahren hätte er so etwas gemacht. Noch hätte ich es jemals vorgeschlagen. Das war nicht das, was er wollte. Er wollte etwas, was sowohl Kinder als auch Erwachsene lieben und schätzen. Im Gegenteil, da war fast eine auffallende Abwesenheit von allem, was mit Michael Jackson zu tun hatte, auf Neverland, mit Ausnahme von Michael selbst. Klingt das einleuchtend für euch?

Lisha: Absolut.

Willa: Es scheint, als versuchte er wirklich, diese Phantasieerfahrungswelt zu erschaffen, und die Phantasien, derer er sich bediente, sind alle von einer Art nostalgischer Kindheitsgeschichten, wie das Tipi-Dorf und die Cowboys – du sagtest, die Leute im Zoo waren wie Cowboys gekleidet – und die Dampfmaschine. Das alles ruft Vorstellungen an nostalgische Geschichten aus der Kindheit und an Spiele hervor, die besonders Jungen in der Vergangenheit gespielt haben.

Brad: Also, wenn es ein Thema gab, das sich durch ganz Neverland zog, dann war es Peter Pan. Natürlich wird es Neverland genannt, da haben wir also schon einmal Hinweis Nummer Eins. Es ist lustig – ich habe vor ein paar Monaten einen Post auf Facebook geschrieben. Wisst ihr, die Leute schicken mir Bilder, und ich habe jetzt eine ziemlich erstaunliche Sammlung von Bildern über Neverland, die ich von den Leuten bekommen habe. Und ich habe mir eines Tages einen Stapel von ihnen angesehen, und da war ein Bild dabei, das mich erstarren ließ.

Auf der Rückseite des Hauses war eine Art Büro. Und in diesem Büro, mit Blick auf den Barbecue-Bereich auf der Rückseite des Hauses, gab es diese Peter Pan Figur. Sie war wahrscheinlich etwa 24 Inches (ca. 61 cm), vielleicht sogar 30 Inches (76 cm) hoch – so was in der Art. Und jedes Mal, wenn ich daran vorbei ging, nahm ich sie genau wahr. Sie bewegte sich nicht. Es war nichts Besonderes daran. Es war einfach diese coole Figur von Peter mit an die Hüften gelegten Händen und seinem kleinen, albernen Hut und allem, wie er irgendwie stolz auf den Garten und den Barbecue-Bereich sah.

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Und wisst ihr was? Es war einfach so typisch. Das ist die coolste Sache. Und auch wenn Michael Rolls Royces und eine Dampfmaschine und alles, was man sich vorstellen kann, hatte, da war etwas an Peter Pan, das mich einfach umhaute. Das war wahrscheinlich mein kleines Lieblingsteil auf der Ranch. Denn das war er. Ich meine, Michael sah sich selbst als Peter Pan. Wir haben nie darüber gesprochen. Ich meine, ich will nicht, dass es verrückt klingt. Aber ihr wisst, Michael hatte diese Peter-Pan-Verbindung.

Als mir jemand dieses Bild schickte, hatte ich plötzlich einen Kloß im Hals, einfach weil es eine wirklich coole Erinnerung an Neverland war.

Willa: Das Tipi-Dorf ist eine weitere Referenz an Peter Pan. Ich meine, da gibt es ein Tipi-Dorf in Peter Pan – das ist ein Teil in der Geschichte.

Brad: Oh ja. Und in dem großen Bahnhof, oben an der Decke des Bahnhofsgebäudes – es war nicht voll beweglich -, aber da gab es diesen fliegenden Peter Pan und ein paar der anderen Figuren. Sie waren irgendwie an Seilen oder Stangen da oben aufgehängt. Sie schwebten also über dir, wenn du die Bahnstation betreten hast.

Willa: Oh cool! Ich habe gerade einen interessanten Post gesehen, der Bilder von Peter Pan und Tinkerbell im Kampf mit Captain Hook auf Neverland zeigt. Waren es diese in den Dachsparren der Bahnstation?

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Brad: Ja, großartige Fotos! Es gab etwas, was ich vor ein paar Minuten über den großen Bahnhof erwähnen wollte. Michael hatte oft riesige Gruppen an Gästen, besonders wenn seine ganze Familie zu Besuch kam. Sein Wohnhaus selbst war ziemlich seltsam, ich denke, es gab nur vier Schlafzimmer, vielleicht auch fünf. So viele Zimmer gab es gar nicht. Und es gab nur ungefähr fünf Gästehäuser. Also, seine Familie ist riesig, und dann hatte er noch Freunde und andere Leute da. (Brad) Buxer hat mir also erzählt, dass in dem Bahnhof tatsächlich Leute geschlafen haben.

Willa: Wirklich?

Brad: Oh, sie schliefen überall! Sie schliefen im Theater – sie waren überall verteilt. Aber der Bahnhof war eigentlich wirklich nur als Bahnhof gedacht. Da bestand niemals vorher der Gedanke, dass da drinnen Betten benötigt werden würden. Also, ich weiß nicht, ob sie da auf Luftmatratzen oder ähnlichem schliefen. Aber es gab da kein Badezimmer! Und Buxer hat berichtet über … ich weiß nicht, ob es die Brüder waren, Tito oder wer auch immer – wisst ihr, wenn du mitten in der Nacht aufgewacht bist, dann musstest du den ganzen Weg runter zum Haupthaus gehen, um die Toilette zu benutzen. Niemand hat jemals darüber nachgedacht, gee, dass man hier vielleicht ein Badezimmer einbauen könnte, weil hier eventuell Leute schlafen würden. Es war nur dafür gedacht: Komm rein, schnapp dir ein paar Süßigkeiten und spring auf den Zug.

Aber Michael wohnte hier, Mann, und das war sein Haus. Es war keine kleine Zwischenstation!

Willa: Und der Bahnhof – das ist doch etwas, was er selbst dazu gebaut hat, richtig? Er war nicht Teil der Sycamore Valley Ranch, als er sie kaufte?

Brad: Korrekt. Das erste Mal, als ich dort war – wisst ihr, jedes Mal, wenn ich darüber rede, höre ich von einigen meiner Seminargäste leises Gekicher – aber meine allererste Aufgabe auf Neverland war, die Musikanlage in seinem Schlafzimmer, in seinem Raum, zu installieren. Ich habe also große Lautsprecher an jeder Seite seines Bettes angebracht, und ich zog Kabel und baute diese coole, kleine Anlage in sein Schlafzimmer ein.

Und es gab dort wirklich nicht so sehr viel mehr. Ich meine, es gab das Haupthaus, und dann waren da Wiesen auf der ganzen Rückseite. Ich weiß nicht, wann das Theater gebaut wurde, aber ich denke, er ließ es bauen, bald nachdem er das Anwesen gekauft hatte. Ich habe das Theater nicht gebaut. Lee Tucker von Warner Studios baute es. Aber dann blieb ich da mit all den anderen Projekten hängen.

So, nun also zum dritten Abschnitt – wenn man schließlich fertig war mit dem Park, konnten die Gäste auf die Bahn springen, entweder die große oder die kleine Bahn, und dann hoch zum Zoo fahren. Oder man konnte da hoch gehen. Im Grunde war es so, als der Park immer größer wurde, kam er immer näher an den Zoo. Wenn ihr also auf meinen Vergleich mit dem Surfbrett zurückblickt, begann sich der obere Teil des mittleren Bereichs dem entfernteren, also dem Zoo, anzunähern.

Man kann dann also zum Zoo. Der Streichelzoo war wirklich cool. Alles war wunderschön. Ich meine, es war gepflegt wie sonst nirgends auf der Welt. Die Leute dort fegten und machten sauber. Der Streichelzoo war eins der Dinge, die später hinzugefügt wurden. Wir hatten ihn nicht in den ersten Jahren. Ganz am Anfang, ich glaube, da gab es nur … die Elefanten waren ziemlich früh da. Kimba, den Löwen, gab es ziemlich früh. Die meisten Gäste bekamen Kimba nicht zu sehen. Kimba wurde irgendwie oben auf dem Berg zurückgehalten, weil er immer so wütend war!

Willa: Oh, nein!

Brad: Er war einfach kein freundliches Tier. Aber wenn man ganz früh morgens oder um die Zeit des Sonnenuntergangs zur Ranch ging, das war die Zeit, in der Kimba gefüttert wurde. Und das Tier konnte brüllen, so dass man sich zu Tode ängstigte! Ich meine, du konntest das Gebrüll zwei Meilen entfernt hören. Es war einfach dieses wunderbare, wütende, coole Brüllen.

Ich möchte nicht, dass es so klingt, als wäre er nicht gut behandelt worden, denn so war es nicht, aber er war einfach nicht weich und knuddelig, á la „Komm spiel mit mir.“ Ich meine, er war einfach ein … Er war schwierig. Also hielten wir ihn ein wenig weiter von den Kindern entfernt, weil wir sie nicht ängstigen wollten.

Aber wir hatten den Pferdestall. Wir hatten den Schlangenstall. Dabei handelte es sich um ein weiteres, einfach vollkommenes Kunstwerk, auf eine ganz eigene Art und Weise.

Lisha: Der Schlangenstall?

Brad: Ja, sie nannten ihn die Reptilienscheune. Sie war genau an der gegenüberliegenden Straßenseite. Nun seid ihr oben im Zoo. Und dort befindet sich auch die Feuerwehr. Auf Neverland gab es, glaube ich, immer zwei rund um die Uhr tätige Feuerwehrmänner in der Feuerwache. Dies waren Auflagen vom County, wenn ich mich nicht irre. Genau gegenüber war der Pferdestall, und dann kam die Reptilienscheune.

Du gingst in die Reptilienscheune, und in dem ersten Raum waren all diese Käfige. Es ist lustig, wenn ich an all diese Dinge denke, denn dieser Vorraum war irgendwie nicht gerade beeindruckend. Man ging hinein und er war voller Terrarien – fast so, als würde man auf eine Wissenschaftsmesse oder so etwas gehen. Und es ist irgendwie cool – es ist wie, yeah ok, mir geht’s gut. Mach, dass wir hier rauskommen.

Aber dann kam man durch eine zweite Tür – ich habe so noch nie darüber nachgedacht – und plötzlich war man an einem ganz anderen Ort.

Willa: Weißt du, das erinnert mich an das, was du vorhin schon über das erste Tor gesagt hast, und dass es nicht beeindruckend ist. Dass man aber dann durch das verzierte Tor geht und Wow! Plötzlich ist man in einer anderen Welt.

Brad: Ja! Ich schwöre, ich habe nicht übertrieben! Aber ich habe wirklich noch nie vorher daran gedacht. Ich dachte immer, der Vorraum war irgendwie langweilig. Aber so wurdest du empfangen. Und dann gab es diese kleinen – wir nannten sie Geschwafel – 30-sekündigen Aufnahmen, wisst ihr, wie in Disneyland: Behalte deine Hände und Arme zu jeder Zeit im Fahrzeug!

Du gingst in diesen Raum und ich machte eine Aufnahme von einem der Tiertrainer. Sein Name war Brock, nicht zu verwechseln mit Brick (Price), sondern Brock. Es gab Brick und Brock! Und Brock hatte diese wundervolle, tiefe Bassstimme, wisst ihr. „Willkommen im …“ Ich kann es nicht mal nachmachen – ich habe nicht so eine tiefe Stimme. Aber es war so etwas wie „Willkommen in der Reptilienscheune. In diesem Raum hoffen wir euch etwas über die einzigartigen Wesen aus der ganzen Welt beibringen zu können. Bitte klopft nicht auf die Käfige.“

Willa: Hier ist ein Audioclip von dem Geschwafel, den ich in einem Post auf deiner Facebook Seite gefunden habe.

Brad: Ja, und dann ging man durch ein zweites Paar Türen, und da war dann diese dunkle, wirklich coole Gang. Es war einfach ein langer Gang bis ganz hinten an das Ende der Scheune. Und dann waren da an beiden Seiten des Gangs diese wunderschönen Terrarien aus Glas, und das ist noch nicht einmal der richtige Ausdruck dafür. Dies waren Gehege. Ich meine, sie waren wahrscheinlich sechs Fuß breit, so in etwa, und ich weiß nicht genau, drei oder vier Fuß tief bei fünf Fuß Höhe. Ich meine, sie waren riesig. Und für einige der großen Schlangen waren sie sogar noch größer. Dort waren die Klapperschlangen und die Kobras und die netzartige Python und Madonna, die Albino-Python. Und sie waren einfach wunderschön!

Lisha: Hier ist ein Bild von „Madonna“.

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Brad: Ich glaube, sie hatten einen fulltime Schlangenbetreuer und mindestens einen oder zwei Assistenten. Nun sind wir ganz und gar nicht mehr auf der Wissenschaftsmesse. Jetzt sind wir fast in einer vollkommenen, Sea World ähnlichen Umgebung. Diese Gehege waren wundervoll – handbemalt, mit Wasser gefüllt. Sie waren wirklich, wirklich sehenswert. Und dann hatte jedes Gehege seine eigene kleine Geschichte, die als 30-Sekunden-Story über die Schlange und wo sie herkam, erzählt wurde.

Aber dann wollte Michael … Eigentlich glaube ich, es war meine Idee. Ich sagte: “Kann ich nicht ein bißchen Spaß haben?” Und sagt:“ Yeah, was immer du willst.“ Also baute ich über die gesamte Länge des Gangs diese versteckten Lautsprecher ein, ganz unten zu Füßen der Leute. Es war ziemlich dunkel hier und wir hatten Grillenzirpen und es war irgendwie … nicht unheimlich, sondern sehr authentisch. Und ich hatte etwas in meinem Vorgarten aufgenommen, in jeder Ecke. Ich hatte Efeu statt Gras in meinem Vorgarten, also nahm ich eine Kühlbox – wie eine Igloo Kühlbox mit einem Seil dran – ich setzte sie an das Efeu und nahm die Geräusche auf. Dann überspielte ich es auf ein Wiedergabegerät.

Und etwa alle neun oder zehn Minuten gab es Leute in der Reptilienscheune, die sich die Schlangen ansahen und sich dabei umguckten. Dann hörten sie dieses Geraschel am anderen Ende des Gangs und dann zischte es aus den Lautsprechern, den ganzen Gang hinunter, an ihnen vorbei. Und sie sprangen hoch und dachten, ein paar blöde Schlangen wären aus ihrem Gehege ausgebrochen! Michael starb fast vor Lachen! Er hielt es für die lustigste Sache.

Also jetzt wisst ihr, es waren all diese kleinen Details, die … die Gäste konnten das alles auf keinen Fall an einem Tag aufnehmen. Wir bauten so viele Überraschungen und coole kleine Leckerbissen ein, dass man wirklich lange, lange Zeit brauchte, um alles zu erforschen.

Als nächstes kamen die Alligatoren. Und dann ging man ein bisschen weiter, und da waren dann die Schimpansen – ein riesengroßes Schimpansengehege. Und dann die Elefanten. Ich erzähle den Leuten in meinen Seminaren oft, dass das einzige Mal, das ich auf Neverland angeschrien worden bin, war, als ich meine Hand in den Elefantenkäfig gesteckt habe.

Willa: Oh!

Brad: Weisst du, es ist Alltagswissen. Aber es sind große, sehr schöne Tiere und ich wollte ihn streicheln. Und Mann, diese Tiertrainerin kam und riss mir den Kopf ab! Sie sagte, steck’ niemals, jemals, aber wirklich niemals deine Hand zwischen einen Stahlzaun und einen Elefanten! Weil sie es einfach nicht besser wissen. Ich meine, sie lehnen sich einfach mit ihren 4000 Pfund gegen deine Hand, und schon hast du eine Waffel statt einer Hand! So habe ich erfahren, dass ich dies niemals tun sollte.

Eine andere Sache, die ich wirklich schön fand zu berühren, waren Michaels wunderschöne Giraffen. Ich bin niemals wirklich unter Giraffen gewesen. Wer ist das schon? So etwas begegnet uns nicht sehr oft in L.A.! Aber er zog diesen Boden. Man ging nach oben wie auf zwei Freitreppen, und dann hatten sie da oben diese großen Körbe mit Futter. Und so befandest du dich plötzlich buchstäblich Auge in Auge mit diesen schönen Tieren und hast sie gefüttert. Ich nutzte jede Gelegenheit – wisst ihr, wenn ich dort einen Tag lang arbeitete – schaute ich auf jeden Fall bei den Giraffen vorbei, bevor ich nach Hause fuhr. Sie sind solch wunderschöne, sanfte Riesen. Und sie lehnen tatsächlich ihre großen Köpfe gegen deine Brust, während du sie fütterst … Wirklich, wirklich coole Sache.

Willa: Wow!

Brad: Ich will damit also sagen, dass es so weiter und weiter und weiter geht. Aber ihr wisst …

Angenommen, ich habe nun meine Bahn verpasst und wurde am Giraffengehege zurückgelassen und muss auf eigene Faust zurück zum verzierten Tor kommen. Wenn ich schätzen soll, würde ich sagen, bedeutet das einen Fußmarsch von gut 45 Minuten. Wenn man, ihr wisst schon, den Kopf senkt und anfängt loszugehen. Es war riesig. Man ging nicht wirklich zu Fuß herum auf Neverland. Man ging in dem Bereich zu Fuß, in dem man sich gerade befand. Aber aus dem Grund gab es ja die Eisenbahnen und die Golf Carts, und ich habe Bilder gesehen, wo sie Straßenbahnen hatten. Weil es zu groß war, um es zu Fuß abzulaufen. Ich glaube nicht, dass die Leute eine Vorstellung davon haben, wie groß es war.

Lisha: Und wir reden ja nur über den Teil des Grundstücks, der erschlossen war, richtig? Ich meine, der Großteil des Grundstücks war nicht erschlossen, ist das korrekt?

Brad: Ja. Ich habe einige Bilder gefunden – ihr wisst schon, wie Luftaufnahmen – die zeigen, wie groß es war, denn, yeah, es ging auf jeder Seite die Seiten der Berge hinauf.

Lisha: Hier sind die Luftaufnahmen von der Sotheby’s Sycamore Valley Ranch Website:

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Brad: Ganz hinten, am anderen Ende der Ranch – vorbei an den Giraffen und allem – war die Scheune für die Eisenbahn. Und ich glaube nicht, dass da irgend jemand wirklich hin ging. Da gab es nichts zu sehen. Aber dorthin kam die kleine Bahn nachts für Reparaturen und solche Dinge. Und das war schon so weit da hinten, seit die Ranch erschlossen wurde.

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Und dann, dahinter brauchte man ein Motorrad oder ein Pferd oder ein Quad oder etwas anderes, um Michaels Land weiter zu erkunden. Also ein großes, großes Grundstück.

Lisha: Wie viel des Grundstücks, würdest du sagen, war erschlossen?

Brad: Wisst ihr, ich weiß einfach nicht, wie weit es ging. Aber ich nehme an, wenn ich schätzen sollte, würde ich sagen ein Viertel bis ein Drittel, etwas in der Art. Aber viel von dem Ganzen war einfach da, ich meine, Michael hatte kleine Gazebos, ich würde sagen, er hatte zwei oder drei Gazebos oben auf dem Berg. Und er war ein Witzbold! Ich meine, er nahm sein Golf Cart oder sein … Wie nennt man diese dreirädrigen Dinger, die so absurd gefährlich sind? Wahrscheinlich fuhr er ein Quad. Ich glaube, er fuhr ein Quad.

Lisha: OK.

Brad: Ja, er fuhr mit diesen Dingern hoch zu seinen Gazebos. Er liebte es, da oben zu sein mit einem Fernglas, damit er die Leute, die Arbeiter und Gärtner, beobachten konnte, wie sie die Sachen bauten. Und sogar dort – es war die verrückteste Sache – da war ein Gazebo, dass weit oben über dem Park war, und ich weiß nicht wie sie dort oben Strom gelegt haben, aber sie hatten dort Elektrizität. Und eins ist gewiss, Mann, er wollte Musik da oben haben! Und ich so, Michael, niemand wird jemals da nach oben kommen. „Nein, aber ich muss Musik haben. Ich muss meine Musik haben!“ Da waren wir also und schleppten Lautsprecher auf den Berg. Ich meine, da waren Wege. Und fast überall, wo man ging – ich meine nicht auf den Pferdewegen – aber an jeder Stelle, wo er hingehen konnte oder wo Gäste hingehen konnten, musste fast überall Musik spielen.

Es gab eine Art Witz, immer wenn er die Ranch verließ. Wisst ihr, fast jeder auf der Ranch hatte ein Radio, und wenn Michael auf der Ranch war, wurde von ihm immer als „dem Eigentümer“ gesprochen. Sie sagten nicht, Michael Jackson ist auf dem Grundstück. Es gab nur eine Ankündigung: „Der Eigentümer wird in fünf Minuten hier sein.“ Und das bedeutete so etwas wie, ihr wisst schon, jeder muss sich gut benehmen. Wenn Michael die Ranch verliess, dann verkündete die Security am letzten Tor: „Der Eigentümer hat die Ranch verlassen.“ Und dann kamen diese Rufe von den Gärtnern: „Stellt die Musik aus! Bitte, stellt die Musik aus!“ Du kannst Debussy und The Sound of Music eine gewisse Zeit hören, aber dann kannst du es nicht mehr aushalten!

Willa: Das ist lustig!

Brad: Wenn er also weg war, machten sie die Musik aus. Aber Mann, wenn er da war, dann musste sie laufen!

Lisha: Interessant!

Brad: Das ist also meine kleine virtuelle Tour auf Neverland.

Lisha: Wow, das ist faszinierend. Vielen, vielen Dank, Brad! Das ist wirklich unglaublich.

Willa: Das ist es wirklich! Und ich bin so fasziniert von dem Gedanken, dass ein Besuch auf Neverland vergleichbar damit ist, sich durch einen Song zu bewegen. Ich muss darüber wirklich noch weiter nachdenken.

Brad: Yeah.

Lisha: Da stimme ich zu. Du hast uns so vieles zum Weiterforschen und Nachdenken dagelassen.

Brad: Habt ihr noch abschließende Gedanken oder Fragen?

Willa: Also, wir würden hier gern einige Bilder einfügen, um die Dinge, über die du gesprochen hast, zu illustrieren. Ich weiß, du hast einige Bilder auf deiner Webseite und dort gibt es viele Bilder von Neverland. Hast irgendwelche speziellen Dinge, deren Abbildungen du uns empfehlen könntest?

Brad: Nun, jeder hat die Bilder vom Park gesehen. Aber ich würde sagen, das Karussell war Michaels Kronjuwel. Jedes dieser Pferde und Tiere war, glaube ich, handgeschnitzt. Das waren wirklich wunderschöne Kunstwerke. Und soweit ich weiß bemalte David Nordahl, der einer von Michaels bevorzugten Künstlern war, fast alle diese Tiere mit der Hand.

Willa: Oh, wirklich? Das wusste ich nicht.

Brad: Das Karussell ist also definitiv etwas, was die Leute sehen sollten. Ihr wisst ja, es gibt Bilder von der Super-Rutsche und dem alten Go-Kart-Parcours. Aber niemals habe ich eine Abbildung der Reptilienscheune gefunden. Mann, wenn einer eurer Leser davon ein Foto hätte, das wäre ein echter Leckerbissen. Ich habe gesucht und gesucht, um eins zu finden, aber vergeblich.

Willa: Ok, wir werden das ganz sicher weiterleiten. Und vielen Dank an dich, dass du dich zu uns gesellt hast!

Lisha: Ja, danke noch mal, Brad, dass du so großzügig warst mit deiner Zeit und deinem Wissen.

Brad: Danke an euch beide. Habt einen wunderschönen Abend!

Willa: Auf Brads Vorschlag hin ist hier also ein YouTube Video von dem Karussell auf Neverland, bei dem man sich auf Kunst an den Pferden und den anderen Tieren konzentriert hat:

Während unserer Unterhaltung mit Brad erwähnte er die unglaubliche Fokussierung auf die Details auf ganz Neverland, und das kann man in der künstlerischen Darstellung der Karusselltiere wirklich sehen.

Lisha: Ja. Das erinnert mich an einige meiner liebsten Fotos aus dem Artikel „Inside Neverland Ranch“ auf der Terrastories Webseite:

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Eine weitere großartige Quelle ist Rob Swinsons Buch Maker of Dreams. Creating Michael Jacksons Neverland Valley Park, in dem viele detaillierte Fotografien des Karussells auf Neverland, wie auch viele Informationen über die Entstehung und Gestaltung des Parks zu sehen sind. Hier ist ein Aufmacherfoto von der Facebook Seite 25th Anniversary of Neverland Valley Amusement Park.

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Gemäß Swinson ist dies „ein Foto des ‚Butterfly Cherub Horse‘ mit in die Mähne eingewebten Blumen, das Robert Nolan Hall, Chance Rides Inc. persönlich für Michael als ganz spezielles, persönliches Geschenk nach Maß angefertigt, dekoriert und bemalt hat. Michael wusste zur Zeit der Auslieferung nicht, dass es sich auf seinem neuen 50’ Grand Karussell als eines der 60 unterschiedlichen Menagerie-Tiere und -pferde befand.“

Swinsons Buch würdigt außerdem Oliver „Brick“ Price von WonderWorks in Canoga Park, Kalifornien als ein bedeutendes Mitglied des „Dream Teams“, das dabei half, Neverland Wirklichkeit werden zu lassen. Brick Price wird nächsten Monat einer der Special Guests bei Brad MJU Seminar sein. Ich habe gehört, das ist etwas, was man nicht verpassen sollte!

Diane Collins Interview mit Michael, 1983

Übersetzung eines wunderbaren Interviews, das Diane Collins 1983 mit Michael führte. Man sollte sich unbedingt die Zeit nehmen, dieses Interview im Video anzuhören, es lohnt sich!

 

Diane: Michael, ich habe gehört, dass du Tiere magst. Stimmt das?

Michael: Ja, das stimmt. Wenn wir auf Tour waren, in unterschiedlichen Ländern und Staaten, bin ich immer überall auf der Welt in die Zoos gegangen um all die Tiere zu sehen. Ich kann mit ihnen fühlen und liebe sie mehr, als ich sagen kann.

Diane: Wie Menschen?

Michael: Yeah.

Diane: Stimmt es auch, dass es auf deinem Grundstück einen kleinen Michael Jackson Zoo gibt?

Michael: Also Zoo würde ich es nicht nennen, aber ich habe einige Tiere. Ich bin noch dabei, mehr Tiere anzuschaffen.

Diane: Was für Tiere?

Michael: Die ich schon habe?

Diane: Mhmhh

Louie Llama

Michael: Also, ich habe ein Lama, ein wunderbares Tier. Er ist größer als ich und stammt aus Peru, Südamerika, und er war im Zirkus. Sein Name ist Louie. Er ist wirklich süß und mag Menschen und zeigt Tricks. Und ich habe ein Mufflon Schaf. Er sieht aus wie ein Widder. Die meisten Leute denken, er ist ein Widder, aber das ist er nicht. Er war auch im Zirkus, sie sind zusammen aufgewachsen. Sein Name ist Mr. Tibbs. Ich habe auch eine etwa 6 Fuß lange Boa Constrictor. Er heisst Muscles und ich nehme ihn mit ins Studio. Diana Ross ist gerade hier und wir ziehen seine Haut ab, weil er sich etwa 2 – 3 Mal im Monat häutet. Sie hatte etwas Angst vor ihm, aber jetzt ist sie ganz entspannt.

Diane: Sie fasst ihn an?

Michael: Oh ja! Und ich habe zwei Rehe. Sie heissen Prince und Princess. Sie sind sehr süß, ich habe sie mit der Flasche aufgezogen. Sie sind wirklich süß. Und ich habe auch alle möglichen Vögel und anderes.

Diane: Hast du einen Liebling?

Michael: Tier?

Diane: Mhmhh.

Michael: Ich denke, Louie und Prince und Princess.

Prince Princess

Diane: Du wirst als der weltbeste Künstler angesehen. Was ist dein Geheimnis, Michael?

Michael: Einfach das zu lieben, was ich mache, es mit ganzem Herzen zu tun und ehrlich zu sein. Ich kann es nicht wirklich auf eine Formel bringen oder sowas. Es ist einfach… einfach Großartiges schaffen zu wollen und es auch zu tun.

Diane: Und ich nehme an, das zu lieben, was man tut, hat auch viel damit zu tun…

Michael: Yeah, einfühlsam und liebevoll zu sein, und sein Herz in seine Arbeit zu legen.

Diane: Ist Aufrichtigkeit etwas sehr bedeutendes für dich?

Michael: Oh ja, sehr bedeutend. Es gibt nichts besseres, als einen Song zu schreiben, bei dem du dich wirklich gut fühlst, wie „Billie Jean“ oder „Beat It“ und „Startin’ Somethin’“, solche Sachen. Und du fühlst dich sehr belohnt, wenn du es vollendet hast, weil du hart daran gearbeitet hast.

Diane: Ok, ich dachte du sprichst von der Ehrlichkeit im täglichen Leben, aber du meintest in musikalischer Hinsicht, dir treu zu bleiben und das auf ein Album zu übertragen.

Michael: Ja.

Diane: Dein Publikum erwartet auf jedem Album, das du herausbringst, neue und aufregende Dinge von dir. Wird es leichter oder schwerer, die hohen Standards zu erfüllen?

Michael: Es wird schwerer, denn ganz gleich was du tust, du konkurrierst mit deinem vorherigen Produkt und jeder erwartet mehr. Es ist wie beim Film. Du siehst dir „Star Wars“ an und dann „Empire Strikes Back“, und du erwartest mehr. „Jedi“… du erwartest immer mehr und deshalb versuchst du wirklich, dich jedes mal selbst zu übertreffen. Und das ist schwer. Wie auch bei den Bee Gees, mit „Saturday Night Fever“ und dann kamen sie mit „Spirits Having Flown“, und das ist wirklich hart. Aber ich glaube daran, Besseres zu erreichen. Wenn du wächst, solltest du besser werden, weißt du. Es ist wie mit dem Sprichwort: „Je älter, desto besser.“

Diane: Und ist nicht körperlich und persönlich es aufzehrend, deine Alben zu toppen?

Michael: Nein, es ist eine Herausforderung. Es macht Spass. Es ist wie ein großes … ich sollte es nicht „Spiel“ nennen, aber ich habe viel Spass dabei. Es ist… für etwas bezahlt zu werden, was du liebst, ist wirklich eine Freude, denn viele Leute arbeiten und hassen ihren Job, es ist furchtbar. Aber ich werde für etwas bezahlt, was ich liebe. Deshalb macht es viel Spass, ich habe eine tolle Zeit.

Diane: Ok. Du sagtest, dass du dich auf der Bühne wohler fühlst, als irgendwo sonst. Was begeistert dich noch, ausserhalb der Bühne?

Michael: Ich träume von der Bühne (lacht) – spiele mit meinen Tieren und solche Dinge. Ich gehe nicht viel aus. Du wirst mich nicht in einer Disko oder in einem Nachtclub finden. Diese Orte machen Spass, wenn man gerne dorthin geht. Aber wenn ich an solche Orte gehe, wird es zur Arbeit anstatt zum Vergnügen. Sie sagen über die Lautsprecher durch, dass ich da bin und spielen all meine Platten und ich gebe Autogramme und…

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Diane: …und bist wieder auf der Bühne!

Michael: Yeah, es ist kein Vergnügen. Ich habe Verkleidungen und alles mögliche ausprobiert, aber es funktioniert nicht. Aber es ist ok, es macht mir nichts aus.

Diane: Wenn ich mich entspanne, wie ich es nenne, dann lese ich oder ich spiele. Bei dir sind es die Tiere, wie du es sagtest?

Michael: Ja, sicherlich die Tiere, oder mit Kindern zusammen zu sein, was ich sehr liebe. Ich liebe Kinder, die Kleinen, und ich spiele mit ihnen, oder wir schwimmen, all solche Dinge.

Diane: Du bist seit dem Alter von 5 oder 6 Jahren im Musikgeschäft. Was denkst du, wie dein Leben gewesen wäre, wenn du nicht das musikalische Talent hättest?

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Michael: Oh je, das kann ich mir wirklich nicht vorstellen. Ich habe keine Ahnung, was ich dann machen würde. Weil… das scheint so passend für mich zu sein, ich bin hier, um genau das zu tun… es ist mein Beitrag zum Leben, das zu tun, was ich tue und mein Herz hineinzulegen. Und was immer ich an Gutem tun kann, das tue ich, denn ich liebe die Menschen und ich liebe es, sie glücklich zu machen. Es gibt nichts besseres, als einen Nummer 1 Hit zu haben, nicht für dein Ego, ich hasse Ego. Es ist aus dem Grund, weil die Leute es gekauft haben und es lieben und es geniessen, und das ist gut. Und ich danke all den Leuten die… also ich kann großartige Musik herausbringen, aber es braucht all die Leute im Hintergrund, die Discjockeys, die Programmchefs, all die vielen unabhängigen Leute, die es geschehen lassen, und das weiß ich zu würdigen.

Diane: Würdest du sagen, Michael Jackson steht mit 60 Jahren immer noch auf der Bühne?

Michael: Hmmm… ja, wahrscheinlich werde ich mehr schreiben und Filme machen, Regie führen und solche Dinge. Immer noch aktiv, aber mehr im Hintergrund, anderen Leuten bei ihrer Entwicklung helfen und ihnen zeigen, welche Richtung sie einschlagen können.

Diane: Wie du zuvor gesagt hat, ist dein Privatleben durch den Erfolg im Showgeschäft fast ganz verloren gegangen. Wie gehst du damit um, in die Öffentlichkeit zu gehen? Gehst du gar nicht mehr aus, weil du befürchtest, fotografiert zu werden, oder Autogramme geben zu müssen? Hast du einen Weg gefunden, trotz all dem noch ein Privatleben ausserhalb deines Hauses zu haben?

Michael: Hmm… das beste Privatleben findet zuhause statt, wenn man für sich alleine ist, denn alles, was ich tun möchte, habe ich hier. Hier kann ich tun und lassen was ich will, ganz wie es mir beliebt. Aber wenn man wo anders hin geht, ändert sich das. Ich werde überrannt von Autogrammwünschen… es macht mir nichts aus, Autogramme zu geben, es ist in Ordnung. Weißt du, es gehört zu meinem Job dazu.

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Diane: Denkst du darüber nach, für ein paar Jahre auszusteigen, oder vielleicht für ein Jahr? Einfach die Zeit zu geniessen und nur an dich zu denken, und eine Auszeit von Michael Jackson zu nehmen, ohne Musik aufzunehmen, Filme und Showbusiness – wirst du so etwas einmal tun?

Michael: Ich bin eher der Typ Mensch der schon nach einer Woche Auszeit glaubt, faul zu sein, ich denke dann, dass ich hinterher hänge. Ich bin gerne aktiv. Ich liebe es, kreativ zu sein. Ich habe ständig neue Ideen für neue Songs, ich sehe immer in die Zukunft, suche den Sound von morgen. Ja, weil die Musik sich ständig verändert, jede Minute, und es ist wichtig, nicht zu einem alten Hut zu werden. Das ist ein altmodischer Ausdruck.

Diane: Ja, aber deine Songs werden als Klassiker angesehen. Werden sie irgendwann zum alten Hut?

Michael: Nein, denn für mich werden großartige Melodien niemals alt. Das wichtigste sind großartige Melodien, einige der alten Motown oder Beatles Songs sind einfach phänomenal und werden nie altmodisch werden. Aber der Sound und die Musik verändern sich, das wird alt werden – der Sound der Instrumente. In den Sechzigern gab es z.B. viele elektrische und akustische Gitarren und jetzt ist alles computerisiert, Synthesizer-Sound, der alles übernommen hat, und das ist anders. Aber die Melodien sind nach wie vor da, nur die Musik hat sich verändert.

Diane: Ja, ich verstehe worauf du hinaus willst.

Du hast gesagt, dass du Kinder magst, genauer gesagt, kleine Kinder. Aber wie steht es mit Heiraten und dann vielleicht ein paar Kindern? Ist das noch weit entfernt, Michael?

Michael: Ich hab’ keine Ahnung. Das kann ich nicht beantworten.

Diane: Ok, ich will dich nicht damit belästigen. Hast du irgendwelche TV Specials geplant?

Michael: Hmm… nicht dass ich wüsste. Ich bekomme alle möglichen Angebote, von Specials über eigene Serien, bis hin zu Cameo-Auftritten, oder Zeichentrickserien. Aber am liebsten möchte ich Filme machen, das interessiert mich.

Diane: Welche Art Filme?

Michael: Etwas, was völlig anders ist, und aufregend. Etwas, was nie zuvor gesehen wurde. So, wie Star Wars sich auf die ganze Filmindustrie ausgewirkt hat. Plötzlich gab es da einen völlig anderen Look, eine ganz neue Art, Filme zu machen, Kreaturen, die sich im Weltraum bewegten, anstatt auf der Erde… man schlägt einen völlig anderen Weg ein.

Diane: Ist Star Wars einer deiner Lieblingsfilme?

Michael: Ja, und E.T.

Diane: E.T.?

Michael: Ja.

Diane: Aha. Nachhause telefonieren, E.T. an Michael.

Michael: Ja, Steven Spielberg ist einfach genial.

Diane: es scheint, deine Kreativität scheint sich in allen Bereichen deines Lebens. Musikalisch bist du sehr futuristisch, du siehst in die Zukunft und machst Pläne. Und auch beim Film möchtest du etwas nie zuvor da gewesenes. Und ich habe versucht mir vorzustellen, was für ein Film das sein könnte. Ich weiß es nicht. Könntest du mir eine Vorstellung davon geben, was es sein könnte, das im Film bisher noch nie da war?

Michael: Das würde ich gerne tun. Ich bekomme unzählige Skripte… seit dem ich „The Wiz“ gedreht habe. Seitdem kommen massenhaft Skripte. Beim Film ist es sehr wichtig selektiv zu sein, das zu finden, was für dich das richtige Vehikel ist. Und ich liebe es, das Publikum damit zu überraschen, dass ich in eine völlig andere Richtung gehe, als gedacht. Es gibt da einige Projekte, die mich sehr interessieren, aber ich möchte wirklich nicht sagen, um was es geht, denn ich will in eine völlig andere Richtung gehen und die Leute überraschen.

Diane: Nicht einmal ein winziger Hinweis?

Michael: Es wird etwas… etwas futuristisches… es wird etwas ganz andersartiges sein. Das ist alles, was ich dazu sagen möchte.

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Diane: Ok. Also im Grunde ist „andersartig“ das Schlüsselwort für Michael Jackson?

Michael: Yeah.

Diane: Du hast „The Eagles“ als eine deiner Lieblingsgruppen genannt. Hat ihr Song „Hotel California“ deine Songs „Hartbreak Hotel“ oder „Thriller“ inspiriert?

Michael: Nein. „Heartbreak Hotel“ inspirierte Rod Temperton dazu, „Thriller“ zu schreiben. Er hat mir gesagt, dass er „Heartbreak Hotel“ sehr mag, mit all diesen Sound-Effekten. Er versuchte mit seiner Arbeit einen Schritt weiter zu gehen, etwas zu erschaffen, das Drama, Sound-Effekte und Musik integriert. Und es hat funktioniert. Denn jetzt probieren viele Leute diese ganzen Dinge, wie Pink Floyd oder auch Rod Temperton mit „Thriller“. Viele andere kommen jetzt mit Sound-Effekten auf ihren Platten… unterschiedliche Effekte, das ist gut.

Diane: Dann war es wie ein Prototyp für das, was jetzt passiert?

Michael: Hmm.

Diane: Gibt es schon eine vorläufige Terminplanung für eine Jacksons Tour mit Jermaine und Janet?

Michael: Also… vielleicht irgendwann nach diesem Sommer. Aber wir haben noch keinerlei Termine festgelegt. Wir sind wirklich noch nicht sicher. Und dann… soweit es Janet und Jermaine betrifft haben wir auch noch nicht darüber gesprochen. Wir haben über Jermaine gesprochen, aber wenn wir es tun, wird es eine Überraschung sein, ich kann es nicht mit „ja“ oder „nein“ beantworten. Manchmal ist er unberechenbar, es kann sein, dass er an einem Tag sagt „ich glaube, ich werde eine Auszeit nehmen“, denn er ändert seine Meinung so schnell. Das letzte was ich hörte war, dass er sagte, er ziehe auf eine Insel, die er kaufen wollte, und jetzt ist er wo ganz anders hingezogen. Und dann ist er auf Boote abgefahren, und dann wieder auf etwas anderes, es ändert sich ständig. Ich kann es also wirklich nicht für ihn beantworten.

Diane: Sind die Gold- und Platin Auszeichnungen und Preise immer noch ein Anreiz und eine Inspiration für Michael Jackson, immer weiter zu machen?

Michael: Sie sind immer aufregend, die Gold- und Platin Auszeichnungen. Man darf es nur nicht zu ernst nehmen und zuviel über das Vergangene nachdenken, denn dann steckt man bei dem Erreichten fest, anstatt weiter großartige Werke herauszubringen. Manchmal hole ich all meine Gold- und Platin Auszeichnungen hervor und sehe sie an und versuche, es nicht zu ernst zu nehmen. Es gibt da noch soviel mehr, das ich tun möchte und dann vergisst du das andere.

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Diane: Ist es schwer, nicht an all das zu denken? Das Rampenlicht, den Superstardom? Dein Name steht sicher auf gleicher Ebene wie Muhammad Ali, wenn nicht sogar höher. Man kennt dich überall. Wie du gesagt hast, du kannst nicht vor die Tür gehen, jeder kennt Michael Jackson. Ist es schwer, sich selbst nicht all zu wichtig zu nehmen?

Michael: Hmm, nein, eigentlich ist es ganz leicht, weil ich viele Dinge einfach ausblende. Ich sehe mich selbst genau so, wie dich, oder die Leute hier im Zimmer. Ich bin menschlich, genau wie du. Ich bin nichts Besseres als du. Vielleicht habe ich ein bestimmtes Talent, mit meiner Kunst, der Musik und dem Tanz und dem Drama und all dem, das ganze Showbusiness, aber von der menschlichen Seite betrachtet, bin ich genau so wie du.

Diane: Ein ganz gewöhnlicher Mensch?

Michael: Ja, und deshalb gibt es keinen Grund für mich zu denken, ich sei besser als du, oder müsste auf Wolken schweben, denn in meinem Bereich gibt es viele Leute, die so sind, und die meisten davon stürzen ab. Wirklich, denn sie fangen an, die Leute, die ihnen geholfen haben, schlecht zu behandeln, und sie vergessen, woher sie kommen, und sie vergessen diejenigen, die ihnen geholfen haben, dahin zu kommen, wo sie sind. Aber das ist wirklich wichtig. Deshalb denke ich an all diejenigen, ich danke jedem von ihnen.

Diane: Du schützt dich also vor dem Absturz indem du einfach menschlich bist wie jeder andere.

Michael: Ja. Ich glaube auch nicht an Scheitern, ich denke noch nicht einmal darüber nach. Ich habe das völlig aus meinem Wortschatz gestrichen, das Wort „Versagen“, denn ich glaube nicht daran.

Diane: War das Teil deiner Erziehung? Zielorientiert zu sein, und nicht an ein Versagen zu glauben, dieses Wort nicht einmal zu benutzen? Ist das etwas, was dein Vater dir beigebracht hat?

Michael: Ja, sie haben mir viel beigebracht, meine Mutter und mein Vater – wie man trainiert und willensstark wird, und andere Dinge, aber es ist einfach etwas, an das ich sehr stark glaube.

Diane: Ok, also wir sagten ja schon, du bist im Alter von 5 oder 6 Jahren ins Showbusiness gekommen. Wünschst du dir manchmal, du könntest noch einmal zurückgehen und deine Kindheit ansehen und sie etwas anders gestalten? Denn im Grunde hast du die Kindheit verpasst, hast du nie gedacht, dass man dich in die Welt der Erwachsenen gestossen hat?

Michael: Natürlich ist es etwas völlig anderes, auf der Bühne und auf Tourneen aufgewachsen zu sein, es ist keine normale Kindheit. Also ist es anders. Ich meine, ich habe es gemocht, es war ja nicht so, dass ich Eltern hatte, die mich mit Gewalt zum Star machen wollten, die mich zu etwas zwangen, was ich nicht wollte. So war es nicht. Wäre es so gewesen, hätte ich es sicher nicht bis heute durchgehalten. Ich wäre schon an einer Überdosis gestorben, oder so. Aber ich geniesse es ja… ich liebe es. Es gibt nichts besseres, als auf der Bühne zu stehen, ich kann es nicht mit Worten beschreiben. Wenn die Lichter dich erfassen, dann spürst du diesen besonderen Spirit und du willst, dass es nie zu Ende geht. Das ist die Wahrheit.

Diane: 24 Stunden auf der Bühne… du würdest 24 Stunden auf der Bühne verbringen, wenn du könntest?

Michael: Mhh, mhh…

Diane: Du bereust also keine einzige davon?

Michael; Nicht eine Minute, nicht eine Minute.

Diane: Es ist vorgesehen, dass du Peter Pan portraitierst. Wann wird dieser Film voraussichtlich veröffentlicht?

Michael: Das ist momentan noch ein Projekt, an dem ich interessiert bin, das noch in der Entwicklung ist. Ich wurde von verschiedenen Leuten gefragt, ob ich diesen Film machen möchte, und bisher habe ich noch nicht wirklich zugesagt. Ich habe das Script bisher noch nicht gelesen. Ich warte also ab.

Dinane: Du hältst mich am Laufenden, ja?

Michael: Ja.

Diane: Ok, ich sehe dich als schwarzes Musikgenie. Aber deine Anziehungskraft geht weit darüber hinaus. Findest du es schwierig, während deiner Performance gleichzeitig ein weißes und ein schwarzes Publikum anzusprechen? Machst du Gedanken über diesen Aspekt?

Michael: Nein, ich denke nicht in Kategorien wie „Hautfarbe“ oder „Rasse“. Wenn ich einen Song schreibe, denke ich nicht „der Song ist für die Weißen und jener ist für die Schwarzen“. Ich schreibe einfach und es kommt einfach heraus, ich bin von allem beeinflusst, was ich höre. Und es kommt einfach so heraus, ich denke, das war schon immer so, seitdem ich ein Kind war. Es ist die musikalisch Summe von allem, mit dem ich aufgewachsen bin. Ich denke nicht in in Kategorien, wie „Hautfarbe“, weil ich nicht an so etwas glaube, wirklich nicht.

Diane: Du sagst also, dass Musik keine Farbe hat.

Michael: Sie hat keine Farbe, sie ist für jeden. Sie ist für die ganze Welt, jeder soll sie genießen.

Diane: Michael, du stehst als Entertainer und Superstar ständig im Rampenlicht, ist es schwer, dabei eine „schwarze“ Perspektive beizubehalten, und ich meine das nicht auf musikalischer Ebene, sondern auf deiner privaten Ebene. Ist es schwer zurück zu blicken und sich seiner Wurzeln bewusst zu sein?

Michael: Nein, das ist niemals schwer. Ich muss einfach nur in den Spiegel sehen. Das ist alles, was ich tun muss, oder meine Hände ansehen.

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Diane: Ok, an der Stelle kannst du nun noch etwas an deine Fans ausrichten. Was möchtest du sagen?

Michael: Also, ich möchte sagen, eigentlich gibt es nur ein Wort, das ich sagen möchte, ich danke euch und ich liebe euch.

Hier ist Michael Jackson, und ihr hört:

Diane: Diane Collins mit Michael Jackson.

……………………………………………………………………………….

Script english: http://www.mjtranslate.com/pl/interviews/1753

Übersetzung: M.v.d.L.

“Vor allem anderen war Michael Liebe.”

In jeder Generation gibt es eine Handvoll Menschen, die auf diese Welt kommen, mit der Fähigkeit, sie zu verbessern, durch ihr höheres Bewusstsein über die Kraft der Liebe. Für diese Menschen ist Liebe nicht nur ein Gefühl, sondern ein Zustand, ein Weg, dieser Welt zu begegnen. Sie erstrahlen in einem Licht; haben einen Lebensstil, der Freundlichkeit, Fürsorglichkeit, Mitgefühl und Empathie beinhaltet. Durch ihre Fähigkeit sich mit der Liebe zu verbinden, haben sie das Potential, die Welt zu heilen. Michael Jackson war einer dieser Menschen. -Linda Higgins

http://www.michaeljacksontributeportrait.com/article.php?article_id=229

In every generation, there are a handful of people who come into this world equipped with the ability to change it for the better because of their heightened sense of awareness about the power of love. Those people understand love, not as a feeling, but as a state of being, a way of relating to the world. They have a certain light about them; a way of living that encompasses being kind, caring, compassionate and empathic. Through their ability to connect to love, they have the potential to heal the world. Michael Jackson was one of them.

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Als der kleine Prinz einschlief, nahm ich ihn in meine Arme und machte mich wieder auf den Weg. Ich war bewegt. Mir war, als trüge ich ein zerbrechliches Kleinod. Es schien mir sogar, als gäbe es nichts Zerbrechlicheres auf der Erde. Ich betrachtete im Mondlicht diese blasse Stirn, diese geschlossenen Augen, diese im Winde zitternde Haarsträhne, und ich sagte mir: “Was ich da sehe, ist nur eine Hülle. Das Eigentliche ist unsichtbar …”

Was mich an diesem kleinen eingeschlafenen Prinzen so sehr rührt, ist seine Treue zu seiner Blume, ist das Bild einer Rose, das ihn durchstrahlt wie die Flamme einer Lampe, selbst wenn er schläft … Und er kam mir noch zerbrechlicher vor als bisher. Man muß die Lampen sorgsam schützen: ein Windstoß kann sie zum Verlöschen bringen …

– Antoine de Saint-Exupéry – Der Kleine Prinz

As the little prince was falling asleep, I picked him up in…

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Radar Onlines Fälschung, um den siebten Jahrestag von Michael Jacksons Tod zu begehen

by

Original: https://vindicatemj.wordpress.com/2016/06/25/radar-onlines-fake-to-mark-the-seventh-anniversary-of-michael-jacksons-death/

Hierbei handelt es sich um sehr wichtige und aufschlussreiche Aspekte bezüglich des Lügenkonstrukts von Radar Online. Ich habe lediglich den Beginn ausgelassen, da diese Inhalte bereits sehr ausführlich in Ravens Posts (Teil 1 & Teil 2) behandelt wurden. Raven verweist auch in ihrem Artikel für die Huffington Post auf die folgende Analyse.

*****

Seltsamer Zufall

Das Problem ist, dass der Polizeibericht, der während dem Entdeckungsprozess 2004 veröffentlicht wurde und bis vor kurzem für alle zugänglich war, zusammen mit all den anderen Dokumenten aus dem Prozess 2005 plötzlich aus dem Internet verschwunden ist. Um genauer zu sein, weist die offizielle www.sbscpublicaccess.org Seite eine Fehlermeldung auf, wenn man versucht, darauf zuzugreifen. Also entweder hat sich die Internetadresse des Santa Barbara Gerichts plötzlich geändert, oder irgendwelche Hacker haben sich daran zu schaffen gemacht, um sie für User unzugänglich zu machen.

Was auch immer der Grund ist, das Phänomen des Verschwindens an sich ist interessant, weil es ein zu großer Zufall ist, dass dies genau zu dem Zeitpunkt passiert, als ein großer Fake über Jackson durch alle Medien wütet.

Ohne dem authentischen Dokument kann alles an seiner Stelle präsentiert werden und da das ganze Register der Dokumente auf der Gerichtsseite nicht eingesehen werden kann, wird die Überprüfung unterbunden, ob das aktuelle Dokument tatsächlich etwas „neues“ ist oder ob es ein altes Dokument ist, das bereits im Prozess 2005 geprüft wurde – nur in einer gefälschten und viel skandalöseren Variante.

Glücklicherweise wurde der echte Polizeibericht vor sechs Jahren von uns heruntergeladen, als wir unsere Posts machten und hier ist er noch einmal:

https://drive.google.com/file/d/0B-stfayCXLjudXY1b0d2c2JoSUU/view?pref=2&pli=1

Dem vollen Register der Santa Barbara Gerichtsdokumente nach zu urteilen (das ebenfalls von uns heruntergeladen worden ist), wurde der Polizeibericht am 8. Juni 2004 bei Gericht eingereicht. Am 16. Juni 2005 wurde er per Gerichtsbeschluss entsiegelt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht – also hatte jeder, der daran interessiert war, reichlich Zeit, ihn sich anzusehen.

Daher sind die Fragen wie „Warum wurde er erst jetzt veröffentlicht?“ voller Vortäuschung und falscher Empörung, die ausschließlich für die Uneingeweihten bestimmt sind. Die Medien wussten absolut darüber Bescheid, da der Bericht von der Staatsanwaltschaft vorgelegt wurde und ein komplettes anti-Jackson Dokument war, in dem jeder Papierfetzen und sogar Magazine mit Leuten am Strand als „Material, um Kinder zu verführen“ präsentiert worden ist.

Es lag in dieser Befugnis, dass er im Prozess geprüft wurde, also gibt es jetzt keinen Grund zu behaupten, dass sie ihn niemals gesehen haben – die Medien hatten damit vor elf Jahren ihren großen Tag.

Wo ist Seite 3?

Der Vergleich der ersten Seiten beider Berichte bietet uns eine weitere Überraschung. Das erste, das man in der abgeänderten Radar Online Variante sieht, ist eine handgeschriebene Notiz, die besagt, dass „Seiten 1-3 fehlen“.

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Diese Notiz wurde nicht von der Polizei gemacht und könnte von jenen stammen, die sich an dem Originaldokument zu schaffen gemacht haben – der ursprüngliche Polizeibericht hat eine Seite 3 und das bedeutet, dass diese Seite in der gefälschten Variante vorsätzlich entfernt worden ist.

Hier ist Seite 3 aus dem echten Polizeibericht:

sheriffs-report-page-3

Die Entfernung hat wegen der möglichen Gründe natürlich meine Neugier geweckt. Seite 3 muss etwas beinhalten, das die Autoren des „neuen“ Textes verstecken wollten und eine genaue Untersuchung lässt mich vermuten, was das sein kann.

Die fehlende Seite beginnt wie folgt:

„Das nächste von mir geprüfte Beweisstück war Gegenstand Nummer 505. Dieser Gegenstand wurde beschrieben als drei Bücher mit Fotos von nackten und zum Teil bekleideten Kindern. Dieser Gegenstand wurde im Keller des Video/Spielhallen Bereichs gefunden.

Nach dem Öffnen der Beweisverpackung fand ich die Gegenstände in einer zweiten, verschlossenen Papiertüte vor. Ich öffnete den Verschluss der zweiten Papiertüte. Im Inneren des Pakets fand ich drei Hardcover-Bücher. Das erste Buch hatte den Titel Underworld, Autor Kelly Klein. Das zweite Buch hatte den Titel Room To Play, Autor Simen Johan. Das dritte Buch hatte den Titel Drew and Jimmy, Autor John Patrick Salisbury.“

Bitte berücksichtigt, dass Seite 3 die Nummer des Gegenstandes angibt, die diese drei Bücher umfasst, was wiederum erlaubt, sie im Laufe des Prozesses ausfindig zu machen – im Gerichtssaal bezogen sich die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung meist auf die Nummer des Beweisstücks und nicht auf die Buchtitel, also ohne Seite 3 wäre es schwieriger, die Übereinstimmung zwischen ihnen zu bestimmen.

Der Kriminalbeamte gibt seine Beschreibung zu jedem dieser Bücher ab und im letzten Absatz auf der Seite sagt er, was er später für jeden einzelnen in Michaels Besitz gefundenen Gegenstand wiederholen wird – dass nicht ein einziges davon als ,Kinderpornographie‘ betrachtet werden kann (obwohl er jedes Mal hinzufügt, dass sie benutzt werden könnten, „um ein Kind zu verführen“):

„Keines der oben angeführten Bücher enthält Material, das illegale Aktivitäten (einschließlich sexueller Handlungen mit Kindern) abbildet. Keines der Bücher erfüllt die gesetzlichen Bestimmungen, um als Kinderpornographie eingestuft zu werden. Basierend auf meiner Ausbildung kann solch ein Material als Teil eines Vorganges verwendet werden, „um ein Kind zu verführen“.

Wenn man die oben angeführte Schlussfolgerung des Sheriffs mit dem vergleicht, was einem die Medien derzeit erzählen, wird man erkennen, dass die Dinge, die sie behaupten, glatte Lügen sind – keiner dieser Gegenstände hat irgendetwas mit den sogenannten „Kindesmissbrauchsbildern“ zu tun, über die die Boulevardmedien toben und all ihre Hysterie dreht sich in der Tat um Garnichts.

Die erotischen Magazine wie Hustler, Playboy usw. wurden tatsächlich in Michaels Haus gefunden und der Jury tagelang Seite für Seite gezeigt, was Michaels Mutter aus Verlegenheit rot werden ließ, aber sie hatten nichts mit Kinderpornographie zu tun, wie die Medien das derzeit suggerieren. Es gab nicht ein einziges Stückchen davon in Michaels Haus – weder in Magazinen, Büchern oder Videos – und der Polizeibericht macht diesen Punkt für jeden glasklar.

Den einzigen Missstand, den die Polizei betreffend dieser Bücher aufgeworfen hat, ist, dass sie verwendet werden „könnten“, um Kinder zu verführen. Nun, „könnten“ ist kein Beweis, besonders da jeder im Prozess ausgesagt hat, dass sie niemals irgendetwas Unangemessenes in Michaels Besitz gesehen haben (nur die Arvizos haben behauptet, dass sie einige Magazine gesehen haben) und darüber hinaus stellt sich immer noch die große Frage, ob Michael diese Bücher überhaupt je in seinen Händen hatte.

Und das bringt uns zu einem weiteren Punkt zurück, den die Medienlügner der Öffentlichkeit von Seite 3 nicht wissen lassen wollten – die drei dort erwähnten Bücher waren in einer verschlossenen Papiertüte und wurden im Keller der Spielhalle gefunden und nicht in Michaels Haupthaus.

Der Punkt, dass sie „verschlossen“ waren, klingt ziemlich interessant. Die Polizei verpackte alle beachtenswerten Gegenstände aus Neverland in einer speziellen Verpackung, die der Kriminalbeamte später geöffnet hat, als er seine Bestandsaufnahme gemacht hat. Aber diese drei Bücher waren bereits zuvor verpackt und sahen aus wie ein verschlossenes Paket.

Ein verschlossenes Paket hätte ein Weg gewesen sein können, wie die Bücher überhaupt auf Neverland eingetroffen sind (zum Beispiel mit einem begleitenden Schreiben, das die Bücher nennt). Danach hätte es im Keller aufbewahrt und niemals von Jackson gesehen werden können, bis die Polizei Neverland durchsucht hat und alles beschlagnahmt hat, dass sie als passend erachtet haben.

Dies ist die einzige Erklärung, die ich für diese doppelte Verpackung finden kann, die selbst der Kriminalbeamte wichtig genug fand, um sie zu notieren – offenbar war das ungewöhnlich für ihr polizeiliches Standardverfahren.

Natürlich ist das eine dieser „mag sein“ Situationen, aber wenn der Kriminalbeamte seine Vermutungen über das Verführen von Kindern geäußert hat, warum können wir nicht das gleiche über die verschlossene Papiertüte machen?

Der Fundort von diesem Paket ist auch beachtenswert. Das Haupthaus war nur der Familie und einem engen Kreis von Michael Jacksons Freunden zugänglich, während das Spielhallengebäude für alle geöffnet war und jeder hätte dort alles ablegen können, was in irgendwelchen Taschen mitgebracht wurde. Wenn man berücksichtigt, dass Neverland von tausenden Leuten besucht wurde, war das Einschmuggeln jeglicher Gegenstände überhaupt kein Problem.

Hier ist ein Video, das die Spielhalle zeigt (die in einem separaten Gebäude auf der Ranch untergebracht ist) und einer Horde von Leuten – Erwachsene und Kinder gleichermaßen – die sich dort amüsieren:

Die Chronik der Massenbesuche auf Neverland zeigt, dass es am 12. Oktober 2003 von 200 Mitgliedern der US Air Force und ihren Familien besucht wurde, die den ganzen Tag dort verbracht haben. Und ein Jahr später, am 13. September 2004, öffnete Michael die Tore zu seiner Ranch für eine besondere Wohltätigkeitsveranstaltung, die von vielen Prominenten besucht wurde und höchstwahrscheinlich auch von der breiten Öffentlichkeit.

Bitte prägt euch diese Daten ein, da sie wichtig sein könnten.

Neben der physischen Anwesenheit hunderter Gäste auf Michaels Territorium gab es auch einen stetigen Strom an Geschenken von seinen Fans (und nicht-Fans) und diese riesige Menge musste irgendwo gelagert werden, bis er sich schließlich selbst damit vertraut gemacht hat, und dieser Ort könnte der Keller der Spielhalle oder irgendein Dachboden gewesen sein, wo verschiedenste Geschenke aufbewahrt wurden ohne von Jackson überhaupt gesehen oder geöffnet worden zu sein.

Das Argument, dass ich anzubringen versuche, ist, dass der auf Seite 3 genannte Keller der Spielhalle als Fundort dafür sprechen könnte, dass Michael Jackson diese Bücher überhaupt nicht gesehen hat und dass sie dort von jemand anderem hätten eingeschleust werden können.

Das Buch mit dem Titel „Room to Play“ war unter diesen drei Büchern im Keller der Spielhalle und es ist eines, über das die Medien am lautesten schreien. Das Folgende bezieht sich mit Sicherheit auf dieses Buch: „Widerliche Bilder von nackten Teenagerjungs, Kinderquälerei und Tieropfern, die auf Michael Jacksons Neverland Ranch gefunden worden sind, wurden in einem nie zuvor gesehenen Polizeibericht offenbart.“

Nun, lasst uns anschauen, worum es in diesen drei Büchern ging.

Underworld

Das erste auf Seite 3 genannte Buch trägt den Titel „Underworld“. Der Kriminalbeamte beschrieb es wie folgt:

„Ich überprüfte jede Seite des Buchs mit dem Titel Underworld und habe keine eingefügten Bilder und/oder Texte gefunden, die nicht wie ein ursprünglicher Teil des Buchs erscheinen. Das Buch enthielt zahlreiche Fotos von teilweise und/oder völlig entkleideten Männern, Frauen und Kindern. Der Großteil der Bilder in diesem Buch ist von Leuten, die nur ihre Unterwäsche tragen.“

Die Autorin dieses Buchs ist Kelly Klein, die sich als Modefotografin und Frau von Calvin Klein herausgestellt hat. Ihre Webseite gibt an, dass sie seit über 25 Jahren in die Modeindustrie eingebunden ist und ihr „Underworld“ ist eine Art Werdegang der Unterwäsche, beginnend in den 1880ern bis in die 1990er. Das Vorwort von Anne Rice lautet:

„Hier sind Fotos – 154 schwarzweiße und farbige – von bekleideten und unbekleideten Männern und Frauen, die in der Zeit zwischen den 1880ern und den 1990ern von Jacques-Henri Lartigue, Imogene Cunningham, Steven Meisel, Bettina Rheims, Helmut Newton, Kurt Markus, Ellen von Unwerth, Andre Kertesz, Louis Dahl-Wolfe, Brassai und 75 anderen aufgenommen worden sind.“ (Veröffentlicht am 12. November 1995 von Knopf)

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Das Foto von Kelly Klein im Vogue Magazin zeigt uns eine Frau, die aus Sicht der Boulevardmedien schuldig ist, ein Buch mit „widerlichen Fotos“ erschaffen zu haben, das „ein düsteres und erschreckendes Bild von Jackson zeichnet“.

Die überwältigende Mehrheit der Fotos in „Underworld“ sind jene von jungen und alten Männern und Frauen. Sehr wenige sind von Kindern und diese sind in etwa so:

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Das Vorwort zu dem Buch von Anne Rice lautet:

„Klein hat einen hervorragenden Geschmack für Fotonarren: Brassai, Man Ray, David Salle, Sally Mann, David Hockney, Cindy Sherman und unbekannte Fotografen von aufmerksamkeitsstarken Szenen. Die Nebeneinanderstellungen sind gut: Christy Turlington ergänzt perfekt ein 1930 Lartigue Model; eine Bruce Weber Szene passt zu einer Playtex Werbung von 1945. Man sieht hier eine Seite des todgeweihten Models Gia mit Lockenwicklern, über die einem selbst die Enthüllungs-Biographie Thing of Beauty nichts sagen kann.“

Der Kommentar eines Lesers gibt an, dass ihn die Fotos in dem Buch an die Calvin Klein Plakatwerbungen erinnern (die auf den Straßen für alle sichtbar hingen, auch für Kinder):

„Möglicherweise von den Unterwäsche Plakatwerbungen ihres damaligen Ehemanns Calvin inspiriert, führt Underworld eine üppige Kollektion überwiegend schwarzweißer Fotos von Leuten in verschiedenen Stadien der Entkleidung zusammen. Einige sind von berühmten Fotografen wie Robert Mapplethorpe, andere sind ,unbekannt‘.“

Tim Appelo, der für Seattle Weekly, die New York Times und People über Kunst schreibt, hinterließ ebenfalls einen Kommentar, in dem er sagt Das ist ein gutes Buch, das für einen guten Zweck gemacht wurde, wobei der sich offensichtlich auf den Fakt bezieht, dass Kelly Klein alle Einnahmen der CFDA Foundation Fund for AIDS spendet.

Nun, und Radar Online und all die anderen Boulevardblätter sagen, dass es „krankes und verdrehtes Material“ ist – um diese Kontroverse zu lösen, schlage ich diesen Blättern vor, niemals Calvin Kleins Werbung zu drucken und alle Fotos von Männern in Unterwäsche und Frauen in Bikinis sollten völlig von ihren Seiten entfernt werden, da sich diese Blätter an die höchsten moralischen Standards zu halten scheinen und sie sollten ihren Lesern nicht erlauben, auf diese Schandtaten zu blicken.

Room To Play

Wie ihr bereits wisst, ist „Room To Play“ eines der Bücher, um die es bei dem derzeitigen Medienhype geht und darum erfordert es eine viel genauere Betrachtung.

Der Polizeibeamte beschreibt es wie folgt:

„Ich habe jede Seite des Buchs mit dem Titel Room to Play überprüft und habe keine eingefügten Bilder und/oder Texte gefunden, die nicht wie ein ursprünglicher Teil des Buchs erscheinen. Dieses Buch enthielt zahlreiche Fotos von Kindern, einige davon erschienen modifiziert, zum Beispiel wurde „Morphing“ benutzt, um die Fotos durch Verstärkung der anatomischen Merkmale der Kinder zu sexualisieren. Viele der Fotos zeigten den Intimbereich der Kinder.“

Das Internet bietet heute viel mehr Informationen über dieses Buch als bei unserer ersten Analyse vor sechs Jahren. Auch die Amazon Buchbeschreibung ist jetzt informativer und der Kommentar des Herausgebers dazu klingt in der Tat beängstigend. Er lautet:

„Simen Johan kreiert ein surreales und erzählerisches Bild über korrumpierte Jugend. Seine Bilder der Kinder und Jugendlichen sind durch digitale Manipulation erstellt und kombinieren Gesichts- und Körperteile, die Leuten unterschiedlicher Volksgruppen, Alter und Geschlecht gehören. Seine fiktionalen Identitäten sind in ebensolchen fabrizierten Szenarien abgebildet, die mit Referenzen zu kunsthistorischer Tradition und freudianischer Sexualität vollgestopft sind. Das poster-perfekte Finish seiner Drucke täuscht über die verstörende Art der Inhalte hinweg; ein pubertierendes Mädchen spielt vor einer idyllischen Strandkulisse mit einem Hula Hoop Reifen, welcher Blutergüsse an ihrer Taille hinterlässt; ein androgyner Teenager krault den Kopf eines toten Schafes, auf dem Fliegen zu landen beginnen .“

Von Simen Johan: „Meine Fotografien sind Kompositionen aus Mehrfachbilderfragmenten, die ich digital manipuliert und kombiniert habe; sie umfassen sowohl Bilder, die ich selbst fotografiert habe, als auch gefundene Bilder. Mein Ziel ist es, durch Kombination unterschiedlicher Elemente künstliche Szenarien zu kreieren, die flüchtig bekannt erscheinen und zahlreiche Assoziationen erzeugen. Ich möchte ein Gefühl der Vertrautheit hervorrufen, das den Betrachter dazu verleitet, seiner oder ihrer eigenen Erfahrung, Vorstellung und Kenntnis mit/von bestehender, populärer Bildsprache zu erlauben, ein Tool zu werden, um mein Werk zu interpretieren.“

Wenn ihr mich fragt, sind die Fotos und Kollagen in „Room To Play“ in der Tat unangenehm anzusehen, da sie offensichtlich unglückliche und vernachlässigte Kinder zeigen – die Art der Szenen, die Michael immer traurig gemacht haben.

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Die Kinder in diesem Buch sehen verwahrlost und schmutzig aus, sie sind sich selbst überlassen und betätigen sich in merkwürdigen Aktivitäten in ihrer trostlosen Umgebung.

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In einer der Kollagen kombiniert der Fotograf den Körper eines Kleinkindes in durchnässter Unterhose mit dem Gesicht eines älteren Jungen (aus irgendeinem Grund mit einer Zarenkrone). Das Bild vermittelt ein düsteres Gefühl und verdeutlicht den Gedanken des Kriminalbeamten bezüglich „Morphing“ und seinen Kommentar über den „Intimbereich von Kindern“.

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Und wenn man diese armen Kinder lächeln sieht, hat man das beunruhigende Gefühl, dass dieses Lächeln eher einer Tragödie nahekommt, als Glück und Freude.

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Kurzum lässt einen das Buch mit einem unbehaglichen Gefühl zurück, dass etwas sehr böses und verkehrtes in der Welt vernachlässigter Kinder vor sich geht. Es beinhält allerdings gewiss keine Kinderquälerei und die verschiedenen toten Tiere auf den Fotos können nicht als „Tieropferungsszenen“ bezeichnet werden.

Es ist auch nicht ersichtlich, wie diese Fotos dazu benutzt werden können, um „Kinder zu verführen“, aber es ist völlig klar, dass Szenen wie diese Michael erstens empört und traurig machen würden, da er Erwachsene dazu aufrief, Kindern genau das zu ersparen.

Und zweitens sind diese Fotos definitiv nicht die Art Fotos, mit denen er sich umgeben wollte – er mochte fröhliche Kindergesichter und die gefühlsbetonte Lieblichkeit und das engelsgleiche Aussehen der Gemälde seiner Wahl verärgerte manche Leute sogar. Sie belächelten Michael und nannten es „Kitsch“.

Nun, die Fotos in Room To Play sind gewiss kein „Kitsch“ und deshalb sind sie absolut nicht Michaels Stil. Und in Verbindung mit der Tatsache, dass dieses Buch in irgendeinem Keller aufbewahrt wurde, möglicherweise sogar in einem verschlossenen Paket, lässt mich vermuten, dass Michael es weder gesehen, wahrgenommen oder geöffnet hat.

Was meine Aufmerksamkeit allerdings am meisten erregt hat, ist das Jahr, in dem das Buch „Room To Play“ veröffentlicht wurde.

Das Buch hat nur zwei Auflagen – eine vom 1. August 2002 und eine vom 1. Februar 2003. Beide Zeitpunkte liegen sehr nahe beieinander und fallen ebenfalls in die Zeit von Bashirs Dokumentation über MJ, den darauf folgenden Medienwahn, die polizeiliche Untersuchung von Arvizos Unterstellungen und die spätere Polizeidurchsuchung Neverlands.

Damit sich dieses Buch zum Zeitpunkt der Polizeidurchsuchung auf Neverland befand, müssen wir annehmen, dass MJ kurz nach seiner Veröffentlichung zur Buchhandlung geeilt ist, um es zu kaufen. Aber wenn man bedenkt, wie beschäftigt er 2002 war (Blankets Geburtstag, der Bruch mit Sony, ein achtmonatiges Interview mit Bashir) und dann erst 2003 – und wenn man bedenkt, wie wenig Zeit Michael überhaupt auf Neverland verbracht hat, klingt diese Variante etwas unwahrscheinlich.

Leider wissen wir nicht, welche Ausgabe auf Neverland gefunden wurde, da uns sonst eine Fülle an Informationen zur Verfügung stehen würde.

Wenn es zum Beispiel die Februar 2003 Ausgabe gewesen ist, könnten wir mehr als sicher sein, dass dieses Buch von irgendeinem MJ „Gönner“ auf Neverland untergeschoben wurde. Anfang Februar 2003 wurde Bashirs Dokumentation im Fernsehen ausgestrahlt. Am 18. Februar hat die Polizei von Los Angeles eine Untersuchung des Arvizo Falls begonnen (später wurde sie mangels Beweisen geschlossen). Das Amt für Familien und Kinder schaltete sich ebenfalls ein und befragte die Arvizos (am 20. Februar), und seit dieser Dokumentation bis zum Prozess fokussierte sich die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf Neverland.

Die Androhung einer jederzeitigen Polizeidurchsuchung schwebte über der Ranch und es war gewiss nicht der beste Zeitpunkt, um irgendwelche Bücher zu kaufen, die den Verdacht der Polizei erregen könnten.

Außerdem gab es außer der Cascio Familie und Michaels Verwandten weder 2002, noch 2003 Besuche von Kindern auf Neverland, also gab es in der Tat niemanden, dem diese Bücher gezeigt werden konnten, um angeblich „Kinder zu verführen“. Tatsächlich waren die Arvizios die einzigen Fremden, die Neverland besuchten (September 2002 und Februar-März 2003), aber sie sagten niemals auch nur ein einziges Wort über irgendwelche Bücher.

Michaels Hater werden natürlich sagen, wenn es keine Kinder gab, denen das Buch gezeigt werden konnte, musste er es für sich selbst gekauft haben – diese Version ist allerdings auch nicht besser. Wenn sich Leute etwas für sich selbst kaufen, bewahren sie es nicht an irgendeinem entfernten Ort auf, sondern haben es in ihrer Nähe. Wenn man sich vorstellt, man müsste in den Keller der Videospielhalle gehen, um ein Buch durchzublättern, das ein im Staub spielendes Mädchen zeigt, wird man erkennen, wie absurd das Ganze ist.

Die Möglichkeit, das Buch (oder alle drei) dort einzuschleusen, war allerdings absolut gegeben. Erinnert ihr euch an den 12. Oktober 2002, als zweihundert Familien Neverland besucht haben und an das Charity Event am 13. September 2003? Und vergesst bitte nicht den Aufenthalt der Arvizos bei zwei Gelegenheiten und Martin Bashir als einzigen Fremden, der die Ranch während seiner achtmonatigen Interviewsession mit Michael regelmäßig besucht hat.

Und wie konnten wir vergessen, dass Bashir und Victor Gutierrez (ein langjähriger Michael Jackson Hater und notorischer Lügner) kurz nach der ersten Dokumentation begonnen haben, gemeinsam an einem weiteren ihrer fiktionalen Filme über MJ zu arbeiten?

Ist all das nicht bedenkenswert, wenn man einen Moment der Stille hat und in der Lage ist, sich selbst aus dem Albtraum des aktuellen Medienwahns in die Realität zurückzuholen?

Drew and Jimmy

drew-and-jimmy-bookFoto aus „Drew and Jimmy“

Das dritte Buch, das von der Polizei im Keller der Spielhalle beschlagnahmt worden ist, trägt den Titel „Drew and Jimmy“. Der Autor schreibt über seine beiden Cousins und illustriert es mit ihren Fotos (noch dazu in ihrer Kleidung).

Amazon beschreibt das Buch wie folgt:

„John Patrick Salisburys erstes Buch (Drew & Jimmy) ist das Ergebnis einer fünf Jahre andauernden Reflexion über die Vergangenheit seiner Familie. Ursprünglich aus einem isolierten Bauerndorf in Nordkalifornien stammend, gingen Salisbury sieben Generationen voraus. Familienangehörige leben immer noch hier und Salisbury erlebt seine Vergangenheit durch die Leben seiner Cousins Drew und Jimmy indirekt im Geiste noch einmal. Das resultiert in einem ergreifenden und bewegenden Portrait der Kindheit im ländlichen Amerika.“ – Jack Woody.

Der Polizeibericht sagt folgendes über diesen großartigen Fund:

„Ich überprüfte jede Seite des Buchs mit dem Titel Drew and Jimmy und fand keine eingefügten Bilder und/oder Schriften, die kein ursprünglicher Teil des Buchs zu sein scheinen. Das Buch enthielt zahlreiche Fotos von zwei kaukasischen männlichen Jugendlichen, die in ihren frühen bis mittleren Teenagerjahren zu sein scheinen. Die Buben auf diesen Fotografien sind überwiegend bekleidet, vereinzelte Fotographien zeigen sie in Badehosen.“

Und, was soll’s? Das ist es, was die Medien „krankes und verdrehtes Material“ nennen?

Natürlich sind wir noch nicht über die Seite 3 hinausgekommen, aber selbst diese drei Beispiele zeigen, wie übertrieben und falsch die Medienangaben sind. Wir haben uns bereits vor sechs Jahren auch die restlichen Bücher und Magazine angesehen und keines davon zeigt „Kinderpornographie“ oder „Bilder von sexuellem Kindesmissbrauch“, wie es auch das Polizeidokument klar und deutlich darlegt – was wir hier gerade sehen, ist also in der Tat ein schwerwiegender Verleumdungsfall, komplett mit gefälschten Fotos und einem manipulierten Polizeibericht.

Das Estate von Michael Jackson hat ihn bereits als Fälschung tituliert und mein einziger Wunsch ist es, dass Radar Online und die anderen für die boshafte Verleumdungskampagne bezahlen müssen, die sie erneut gegen Michael Jackson begonnen haben.

Die Stellungnahme des Estates vom 21. Juni lautet wie folgt (das Fettgedruckte stammt von mir):

Am kommenden Samstag vor sieben Jahren hat die Welt einen erstaunlichen Künstler und Humanitär verloren, der hilfsbedürftigen Kindern in aller Welt hingebungsvoll geholfen hat. Michael Jacksons Fans, einschließlich den Vollstreckern seines Nachlasses, ziehen es vor, den wundervollen Gaben zu gedenken, die Michael hinterlassen hat, statt seinen guten Ruf erneut vom Boulevardschund durch den Dreck gezogen zu sehen.

Alles in diesen Berichten, einschließlich dem, was das County von Santa Barbara „Inhalte, die aus dem Internet oder aus unbekannten Quellen zu stammen scheinen“ bezeichnet, ist falsch, und wurde zeitlich zweifelsfrei mit dem Jahrestag von Michaels Ableben abgestimmt. Jene, die Michael weiterhin mittels schäbigen Internet „Klickködern“ schamlos ausbeuten, ignorieren, dass er 2005 von einer Jury in jedem einzelnen der 14 anzüglichen, in einer gescheiterten Hexenjagt gegen ihn vorgebrachten Anklagepunkte freigesprochen wurde.

Michael bleibt betreffend dieser Anschuldigungen im Tod ebenso unschuldig wie er es zu Lebzeiten war, auch wenn er nicht mehr hier ist, um sich selbst zu verteidigen. Genug ist genug.

Das Estate von Michael Jackson

http://www.billboard.com/articles/news/7415547/police-reports-michael-jackson-alleged-pornography-collection

Allerdings, genug ist genug. Alle vernünftigen Menschen sollten sich selbst fragen, warum die Medien über Michael sogar nach seinem Tod Blödsinn verbreiten und warum sie auf Fälschungen zurückgreifen müssen, um ihren „Fall“ gegen Jackson zu bekräftigen.

Die Frage, warum sie das immer noch machen, ist schwer zu beantworten – das ständige Verleumden Michael Jacksons könnte eine bewährte Methode sein, um ihr Geld zu verdienen und die Gewinne zu steigern, es könnte allerdings auch eine Kampagne sein, die von irgendjemanden inszeniert wurde, der Michael immer schon seines Ruhms, Geldes und guten Rufs entledigen wollte. Jetzt machen sie dasselbe mit Michaels Estate und hoffen, es finanziell ausbluten zu können, indem sie die Leute abschrecken, Michaels Musik zu hören und zu kaufen und neue fiktionale „Opfer“ ermutigen, sich zu melden und ihre Klagen gegen den verstorbenen Michael Jackson einzureichen.

Warum sie in ihrer boshaften Kampagne gegen Jackson auf Fälschungen zurückgreifen müssen, ist sehr leicht zu beantworten – sie haben einfach nichts echtes, um es gegen Jackson vorzubringen.

Eine weitere Frage, die sich die Leute stellen sollten, ist, warum die Medien die wahren Tatsachen über Michael ignorieren und ihn niemals als die Person zeigen, die er wirklich war.

Wenn wir zum Beispiel über die Bücher sprechen, die Michael wirklich gelesen hat, werdet ihr überrascht sein, dass er ein Bewunderer der Sufi-Poesie war, die er nach seinen Konzerten zu lesen pflegte; mit dieser Gewohnheit erstaunte er seine Freunde und Bekannten  (ein Post über die Bücher, die Michael mochte, ist hier).

Und wenn wir über die Bilder sprechen, mit denen Michael sich umgab, haben euch die Medien niemals über das Gemälde erzählt, das Michael in seinem Schlafzimmer genau über seinem Bett hatte, auch 1993 – genau zu dem Zeitpunkt, als er laut denen angeblich in irgendeine fiktionale „Belästigung“ Jordan Chandlers verwickelt gewesen sein soll.

Ich wette, dass niemand von euch weiß, welches Gemälde das ist. Die Medien haben niemals darüber berichtet, obwohl das Bild sensationell ist, da es Michaels wahre geistige Haltung zeigt und die Anliegen, die für ihn am wichtigsten waren.

Ihr denkt, es war ein Bild von irgendeinem Kind? Ein Bild einer jungen Frau oder eines Mannes? Oder vielleicht das Bild seiner Mutter? Oder ein Bild von Michael selbst, das ihn in irgendeinem pompösen Stil darstellt, worüber die Medien so gerne reden? Oder irgendetwas Perverses wie ein „gequältes Tier“, was euch die Medien gerade einreden wollen?

Nein, keine dieser Vermutungen ist korrekt.

Das Gemälde über Michaels Bett war ein Bild von Jesus Christus.

Ein wirklich noch nie zuvor gesehenes Bild

Da weder die Medien, noch die Staatsanwaltschaft und noch nicht einmal die Verteidigung jemals über dieses Gemälde gesprochen haben, habe ich ganz zufällig davon erfahren – aus dem Video, das nach Oprahs Interview mit Michael Jackson 1993 entstanden ist.

Dieses lustige Video zeigt Oprah, Liz Taylor, Michael Jackson und andere Leute beim Anschauen des gerade aufgezeichneten Interviews. Die Aufnahme wurde auf einem großen Fernseher gezeigt, der sich am Fußende von Michaels Bett befindet, was mich feststellen ließ, dass das Bett faktisch der einzige Ort war, von wo aus man dort fernsehen konnte.

Das Bett war tatsächlich ein sehr großes und zu diesem Zeitpunkt wurde es von mehreren Leuten besetzt, die sich das Video ansehen, einschließlich Debby Rowe, Arnold Klein und anderen. An einem gewissen Punkt beginnt die Kamera, im Raum herumzuschwenken und hält ein Gemälde über Michaels Bett fest. Zu meinem schieren Erstaunen entpuppte es sich als ein Abbild von Jesus Christus… Michael hatte also das Abbild Jesus Christus‘ über seinem Bett und niemand hat uns davon erzählt?

Aber warum wurde das niemals erwähnt? Die Medien, die Staatsanwaltschaft und all diese zahlreichen „Zeugen“ sprachen über jedes kleine Detail in seinem Schlafzimmer, jedes Buch und Kleidungsstück in jedem Keller, Schrank und Dachboden in dem Haus und auf der Ranch, aber niemand hat jemals den Elefanten im Raum erwähnt – das Bild von Christus in seinem Schlafzimmer, genau über seinem Kopf?

Liegt es daran, dass die Behauptung, er habe direkt unter diesem Gemälde angeblich „Verbrechen an Kindern“ begangen, dem Ganzen einen Touch an Unwirklichkeit gegeben hätte und diesen Fakt gegenüber der Jury zu erwähnen stand außer Frage, da es ihnen die Augen geöffnet hätte, was für ein Mensch Michael wirklich war?

Die Tatsache, dass Michael dieses Gemälde für den zentralen Ort in seinem Haus gewählt hat, bedeutet in der Tat, dass Jesus Christus sein täglicher und nächtlicher Begleiter war, der Gegenstand seiner regelmäßigen Gebete und ein Aufpasser über alles, was in Michaels Zimmer vor sich ging, wenn er dort seine Gäste empfing.

Ich weiß nicht, wie es euch damit geht, aber diese Entdeckung erschütterte mich völlig. Nicht nur, dass das etwas Neues über Michael war, aber die Tatsache, dass dies niemals von der Presse erwähnt wurde, war schlicht der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Hier ist das Gemälde, von dem ich spreche – es ist ein Screenshot von dem Video und es reflektiert offenbar die Raumbeleuchtung, die wie Kerzenschein unter dem Gemälde aussieht:

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Bei ungefähr 2:05 könnt ihr es mit euren eigenen Augen sehen. Bitte vergesst nicht, das Video auf euren Computer herunterzuladen, um es wieder hochladen zu können, wenn es jene, die es gerade besonders gut mit Michael Jackson meinen, von Youtube entfernen, wie sie es mit dem echten Polizeibericht gemacht haben.

Da wir gerade von diesem Bericht reden – ich habe vergessen, euch zu sagen, dass das Original viel kürzer war als die 88-seitige Version von Radar Online. Momentan wurde er auf 60+ Seiten verkürzt, da die offensichtlichsten Fakes gelöscht worden sind, aber er ist immer noch weit von dem echten Dokument entfernt, das nur 48 Seiten hatte.

Und während sie immer noch daran „arbeiten“ ist hier das Video, das ihr genießen und dabei sehen könnt, wie Michael wirklich war!

Update

Dank unserer Leserin Annemarie haben wir jetzt ein Foto von Michaels Bett auf Neverland mit dem Bild von Christus darüber und wir haben erfahren, dass dieses ganz besondere Abbild Christus‘ Das heilige Herz von Jesus genannt wird.

Es kommt aus der katholischen Tradition und besitzt eine besondere Bedeutung; darum hat Michael es offensichtlich ausgewählt. Das heilige Herz von Jesus stellt seine göttliche Liebe für die Menschheit dar.

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Dieses Bild von Christus wurde 1673 erschaffen, als eine französische Nonne eine Vision von Ihm mit seinem von Liebe entflammten Herzen hatte – eine Vorstellung, die in großem Gegensatz zu den strikten Tendenzen dieses Jahrhunderts stand.

Seine Botschaft ist, unsere Liebe und uns selbst jedem zu geben, den Gott in unser Leben bringt.

Diese Seite sagt darüber:

Darum geht es bei der Andacht an das Heilige Herz. Es ist die Ausübung selbstloser Liebe gegenüber selbstsüchtigen Menschen. Wir geben uns Menschen hin, die sich uns nicht hingeben.

Ist das nicht exakt die Beschreibung davon, wie Michael Jackson sein Leben und seinen Glauben gelebt hat?

Die Grenzen verwischen: Die Michael und Prince Saga (Neuauflage des Allforloveblog-Posts vom Jänner 2011 mit neuer Einleitung und neuem Schluss)

by

Original: http://www.allforloveblog.com/?p=10508

Michael und Prince Gemälde

Anfang 2011 schrieb ich eine zweiteilige Serie über die Saga der „MJ vs. Prince“ Rivalität. Der kürzliche Tod von Prince entzündete einige dieser Vergleiche erneut (sowohl auf positive, als auch auf negative Weise) und es scheint angebracht, diese Serie erneut aufzugreifen. Ich habe jetzt beide Teile zu einem Post zusammengefasst, sowie den ursprünglichen Inhalt überarbeitet und aktualisiert. Damals wollte ich viele Mythen der „wer ist besser“ Frage durchtrennen, die in erster Linie immer schon eher ein von den Medien befeuerter Wettkampf war (und immer noch ist). Aber dabei stellen sich viele Fragen darüber, warum und wie diese Vergleiche überhaupt begonnen haben, und – vielleicht noch wichtiger – was das darüber aussagt, wie wir schwarze männliche Künstler auch heute noch betrachten.

Michael Speed Demon

Sicherlich war die Musikwelt immer schon voller Wettbewerbe dieser Art, beginnend in den 1950ern, als die Leute darüber debattierten, wer den Titel „King of Rock’n’Roll“ tatsächlich verdient hat – Elvis Presley, Chuck Berry oder Little Richard? In den 60ern ging es weiter, als die Fans die Tugenden der Beatles im Vergleich zu der Düsternis der Rolling Stones diskutierten. Aber in den 80ern, als Michael Jackson und Prince die beiden meistverkauften Sänger des Jahrzehnts wurden, wurde Rasse zu einem Faktor in einer Art und Weise, wie wir sie noch nie zuvor gesehen haben.

Prince am Motorrad

Die Spielregeln haben sich völlig verändert. Es war nicht länger ein Wettbewerb zwischen weiß und schwarz oder zwischen zwei britischen Gruppen mit ähnlichem Arbeiterklassenhintergrund, die die gemeinsame Blues-Tradition erweiterten und dann sehr unterschiedliche musikalische Wege beschritten haben. Hier ging es um zwei schwarze Männer, die ihre bescheidenen Anfänge im mittleren Westen Amerikas hatten – beide aus derselben Generation, im selben Sommer geboren – die das Erscheinungsbild der Popmusikszene völlig veränderten, und obendrein alle Regeln und Erwartungen darüber in Frage stellten, wo der „Platz“ eines schwarzen Mannes in der Musikindustrie zu sein hat. Und obwohl es stimmen mag, dass Künstler wie James Brown den Weg lange vor Michael oder Prince gebahnt haben, ist das Level des kommerziellen Crossover-Erfolgs, den seine Wunderkinder Michael und Prince zwanzig Jahre später erreicht haben, etwas, das sich selbst der Godfather des Souls niemals hätte erträumen können. Aber darin könnte einer der fundamentalsten Unterschiede zwischen den beiden liegen. Während beide begabte Schüler in der Schule von James Brown und Jackie Wilson waren, könnte eingewandt werden, dass Michael diesen Wurzeln treuer blieb, wohingegen Prince schon früh als „die Parusie von Jimi Hendrix“ angepriesen wurde – ein exotischer, auffälliger, schwarzer Mann an der Gitarre, der Hendrix‘ Faszination an apokalyptischen, astralen Themen teilte.

Michael Jackson James BrownWährend beide Künstler offensichtlich aus James Browns Schule kamen, könnte eingewandt werden, dass MJ diesen Wurzeln am treuesten blieb…

Als der Purple Rain Soundtrack Mitte der 1980er das einzige Album wurde, das bedeutend genug wurde, um es mit dem phänomenalen Erfolg von Thriller aufzunehmen (und als es begann danach auszusehen, als würde es auf die Frage hinaus laufen, wessen Poster die meisten Zimmerwände der weißen Teenagermädchen zierten), konnten die Medien jedoch nicht widerstehen – und die „Rivalität“ war geboren.

Prince… Prince schien oft eher wie die Reinkarnation von Jimi Hendrix

Jimmi Hendrix

Ich stamme aus derselben Generation wie Michael und Prince. Natürlich bedeutete das, dass ich wie jedes Kind meiner Generation mit den Jackson 5 aufgewachsen bin. Aber Michaels Erwachsenen-Solokarriere, die mit Prince’ Karrierestart zusammenfiel, überschnitt sich auch mit meinem eigenen Erwachsenwerden. Als junge Erwachsene liebte ich sowohl die Musik von Prince, als auch die von Michael Jackson, aber wie bei vielen jungen Leute dieser Ära schwankte meine Präferenz und Loyalität für einen der beiden abhängig davon, in welcher Phase ich mich gerade befand. Schon früh liebte ich Michaels funkige Grooves. Aber Mitter der 80er, als ich in meine rebellische „Headbanger“-Phase kam, schien Prince eher meinen Geschmack zu treffen. Er schien kantiger zu sein und sein avantgardistischer Stil kam meiner düsteren Stimmung zu dieser Zeit sehr gelegen. Jetzt darauf zurückblickend scheint vieles der „wer ist besser“ Rivalität in Wirklichkeit seine Wurzeln in der damals sehr „Rockismus“-geprägten Agenda zu haben, Michael Jacksons Erfolg zu zerstören. Und auf welchem Weg hätte das besser erreicht werden können, als seine Popularität gegen einen anderen schwarzen Künstler auszuspielen, der mehr „Rock“-Plausibilität zu haben schien?

Michael Jackson Black or White

Sicherlich war beiden sehr bewusst, wie sie gegeneinander ausgespielt wurden. Ihre Rivalität war niemals persönlich; beide machten es im Laufe der Jahre sehr deutlich, dass ihr Respekt für den anderen aufrichtig und enorm war. Sie waren niemals „beste Kumpel“, aber ihre Lebenswege kreuzten sich oft; sie hängten einige Male zusammen ab, spielten gemeinsam Basketball im Paisley Park; matchten sich sogar beim Ping Pong, um Sherilyn Fenn zu erobern. Der Wettbewerb spielte dennoch bis zu einem gewissen Grad in ihre jeweiligen Egos.

Prince 2

Wie alle erfolgreichen Künstler hatten beide eine sehr wetteifernde Ader. Sie waren beide getriebene Perfektionisten, die jeden innovativen Karriereschritt des anderen aufmerksam verfolgten, wie zwei berechnende Schachspieler, die beide nach der Chance Ausschau hielten, den anderen „Schachmatt“ zu setzen. Das war nicht boshaft; es kam eher von einem tiefen, instinktiven Überlebensdrang in einem Business, das sie beide als halsabschneiderisch erkannten. Genauer gesagt inspirierte jeder den anderen dazu, nachzuhaken und noch härter zu arbeiten. Zu der bekannten literarischen Rivalität zwischen Ernest Hemingway und F. Scott Fitzgerald wurde gesagt, dass „sie beide am anderen beneideten, was sie selbst nicht hatten.“ Im Fall von Michael und Prince schien es eher so zu sein, dass sie beide beneideten – und vielleicht sogar fürchteten – was beide in sich selbst sahen, wenn sie den anderen ansahen. Es mag der Fairness halber erwähnt werden, dass Michaels „tafferes“, härteres Image der „Bad“-Ära zu großen Teilen Prince zu verdanken ist, aber am interessantesten ist, wie ihre Leben und Karrieren sehr parallele Wege zu beschreiten schienen, allerdings in entgegengesetzte Richtungen – zum Beispiel, wie Michael als sehr frommer Zeuge Jehovas erzogen wurde und bewusst ein blitzsauberes Image und eine ebenso tadellose Bühnenrolle beibehalten hatte, sich vom Glauben losriss und sich für ein „böseres“ Image (wie Prince es einst hatte) entschied – während der vormals „bösere Junge“ der beiden eine viel spirituellere Phase begonnen hatte und sein Image säuberte. Während der 90er, als Michael Jackson sich die Hörner abzustoßen schien – was er sich selbst im vorherigen Jahrzehnt nicht erlaubt hatte – beschritt Prince einen Pfad, der schließlich in seiner Konvertierung zu demselben Glauben gipfelte, von dem Michael sich gelöst hatte. Kurz gesagt wurde er mehr zu einem Prophet und weniger zu einem Lustknaben für „Darling Nikki“.

Michael Jackson und Prince waren beide maßgeblich daran beteiligt, die Definition eines schwarzen Popkünstlers auszureizen, indem sie Hits schrieben, welche die Grenzen zwischen Pop, Hard Rock und Funk verwischten. Sie waren beide Innovatoren im Videosektor (obwohl ich denke, dass hier einige Michael im Vorteil sehen), beide wurden respektierte Legenden mit zahlreichen Musikpreisen, beide kämpften ihre eigenen Schlachten gegen die Plattenindustrie, erlitten ähnliche persönliche Tragödien und suchten spirituelle Antworten – sie nahmen sogar dieselbe Religion an, allerdings in unterschiedlichen Lebensabschnitten. Sie waren beide Gegenstand prüfender Blicke der Medien bezüglich ihrer Sexualität und des zum Teil geschlechterverschwimmenden Appeals. In beiden Fällen entzündete der vorzeitige und unerwartete Tod eine globale Welle bestürzter Trauer und liebevoller Nostalgie, die ebenso schnell durch die grauenhafte Sensationsgier der Medien getrübt wurde.

Was genau war die Essenz ihres Appeals? Vielleicht war es die Quittung für all jene Jahre, in denen hübsche weiße Jungs wie Elvis Presley die Musik für sich beansprucht und den Markt beherrscht hatten, während sie es schafften, alle Mädchen zu bekommen, und natürlich war das alles vollkommen „sicher“, denn Typen wie Elvis waren hygienisch sauber, weiß … und „sicher“.

Aber bei allen Gemeinsamkeiten waren es vor allem ihre Unterschiede, die wirklich Öl ins Feuer der „Rivalität“ gossen. Obwohl ich behaupten möchte, dass ihre Unterschiede vielleicht gar nicht so ausgeprägt waren wie manche denken, und in manchen Fällen vollkommene Mythen waren (so wie die unkorrekte Annahme mancher Fans von Prince, dass Michael nicht seine eigene Musik geschrieben oder keine Instrumente gespielt habe), können wir die Tatsache nicht ignorieren, dass es ihre Unterschiede waren, die schließlich die meisten Fans dazu veranlasste, ihre Wahl zu treffen, wem sie sich zugehörig fühlten, abhängig von persönlichen Präferenzen.

Michael Jackson Destiny TourMichael war in den frühen 80ern der süße, adrette Junge von nebenan…

 

Prince 3… und Prince war der schmutzige Junge, den du in einer versteckten Seitenstraße triffst und dich nicht traust deiner Mama davon zu erzählen. Aber …

Schon früh wirkte Michael mehr wie eine adrette, disney-esque Persönlichkeit. Obwohl frühe Videos wie Billie Jean und Beat it deutlich machten, dass er definitiv sexier geworden war und sein Jackson 5 Image verschärft hatte, fühlte es sich doch niemals schmutzig an. Selbst als seine Musik richtig rockte, blieb da immer der Glanz des Pop. Im Gegensatz dazu kam Prince viel kantiger rüber, mehr wie ein aktualisierter Jimi Hendrix als ein Popkünstler. Er spielte elektrische Gitarre. Er sang schmutzige, anzügliche Lyrics – und er gab dem Ganzen den Anschein, als wären sie auch wirklich so beabsichtigt!

Michael Jackson Dangerous Tour… alles war dabei sich zu verändern!

Michael Jackson In the Closet…und wie!

Kurz gesagt, trotz aller Gemeinsamkeiten schienen sie – zumindest auf den ersten trügerischen Blick – das genaue Gegenteil von einander zu sein. Mitte der 80er Jahre schienen die Grenzen ziemlich klar gezogen. Michael Jackson war wie eine Ein-Mann-Version der Beatles – poppig, geschliffen, sauber und glücklich. Prince war die Ein-Mann-Version der Rolling Stones – dunkel, schmutzig, ein wenig gefährlich und voller Angst.

Oder in anderen Worten, wenn du die meisten Mädchen in den 80ern gefragt hast, welchen Typen sie mit nach Hause nehmen würden, um ihn ihrer Mutter vorzustellen, wäre die meistgegebene Antwort sicherlich Michael Jackson gewesen. Prince war mehr wie der schmutzige Junge, den du in einer Seitenstraße getroffen hast und dich nicht trautest, irgendjemandem davon zu erzählen.

Aber es dauerte nicht lange, dass diese klar gezogenen Trennlinien ziemlich verschwammen.

Genau wie die Beatles im Laufe der 60er Jahre schrittweise dunkler und angstbeherrschter wurden, so wurde auch Michael schließlich eine dunklere, wütendere und sexuell gesehen offensivere Persönlichkeit. Und umgekehrt erfand Prince, während er in seinem Privatleben spiritueller wurde, sich selbst auf der Bühne neu und wurde eher zu einem Propheten als zu einem Lustknaben für Darling Nikki.

Soweit es um das „wer ist besser“ geht, denke ich, dass das ein wirklich überflüssiger Streitpunkt ist, der mich nicht interessiert. Beide haben ein Vermächtnis, das unerreichbar ist. Beide haben durch die blanke Zahl gewonnener Awards und ihrer entsprechend verkauften Tonträger bewiesen, was in ihnen steckt. Sie haben beide einige der beständigsten Klassiker der Popmusik der vergangenen 30 Jahre geschrieben. Wenn es stimmt, dass Prince mehr Instrumente als Michael spielte und dass er besser darin war, dann ist es genauso wahr, dass allein Michael Jacksons Tanztalent ausreichte, um ihn in eine gänzlich andere Stratosphäre zu katapultieren. Konträr zu dem populären Mythos, der von vielen Prince Fans aufrechterhalten wird, spielte Michael Jackson sehr wohl Instrumente. Er spielte ziemlich gut Klavier und Gitarre und auf dem posthum veröffentlichten Titel „Don’t Be Messin‘ Around“ hört man Michael deutlich Klavier spielen. Es stimmt, er betrachtete sich selbst nicht als einen „von anderen Musikern bewunderten Musiker“ im technischen Sinne; er war sehr ehrlich darin, seine eigenen Talente diesbezüglich zu beurteilen, die er als ganz ordentlich, aber nicht außergewöhnlich einschätzte. Was Michael allerdings besaß, war eine unheimliche Begabung, vollständige Arrangements zu komponieren, die in vollem Umfang in seinem Kopf entstanden sind, und die er bekanntermaßen in einen Rekorder beatboxte, wobei er den Klang jedes einzelnen Instruments festhielt.

Einer der geläufigen Mythen ist, dass Prince ein erfolgreicherer Songschreiber war. Das ist allerdings auch nicht wahr. Sowohl Michael, als auch Prince gehörten zu den erfolgreichsten Songschreibern unserer Generation. Es wurde oft erzählt, dass Michael buchstäblich hunderte Songs für jedes seiner Alben geschrieben hat. Der einzige Grund dafür, warum es so erscheint, dass Prince der produktivere der beiden war, ist, dass viel mehr seiner Songs veröffentlicht wurden, entweder auf seinen eigenen Alben, oder von anderen Künstlern gecovert, während Michael, der der wählerische Perfektionist war, der er war, dazu tendierte, mehr zurückzuhalten und oft jahrelang auf Songs herumbrütete, wenn er nicht das Gefühl hatte, dass sie seinen Standards genügten. Und beide erhielten wohl den gleichen Umfang an Kritik – oft von denselben Gruppierungen – als sie weniger tanzbare, flippige Grooves entwickelten und ihr Schaffen stattdessen sozialbewusster wurde.

Prince Klavier

Michael Jackson Klavier

Wenige würden bestreiten, dass Prince ein Musiker war, der von anderen Musikern bewundert wurde. Hier ist eine seiner besten Darbietungen auf der Gitarre – von den Rock and Roll Hall of Fame Awards 2004:

Aber Michael war auch keine Niete. Hört euch sein Bossa Nova Style Klavierspiel in „Don’t Be Messin‘ Around“ an:

Herkunft und Familiennamen

Prince Roger Nelson und Michael Joseph Jackson kamen beide im Sommer 1958 auf die Welt. Die Geburt von Baby Prince ereignete sich nur etwas mehr als zwei Monate vor der Michaels am 7. Juni 1958 (Michaels Geburt war am 29. August). Interessanterweise machte Madonna die Trilogie der künftigen Superstars der 80er Jahre, die während des Sommers 1958 geboren wurden, mit ihrer Ankunft nur wenige Wochen vor Michael am 16. August, komplett. Sowohl Michael als auch Prince gaben ihre verheißungsvollen Debüts im mittleren Westen Amerikas. Anders als Michael kam Prince aus einer relativ kleinen Familie mit nur zwei Kindern, er selbst und eine jüngere Schwester. Michael begann im Alter von fünf Jahren zu arbeiten, Prince wurde erst ein Star, als er bereits erwachsen war. Allerdings zeigte sich bei beiden schon in sehr jungem Alter ihre erstaunliche Begabung und ihr Talent, und beide hatten Väter mit musikalischem Hintergrund. Joe Jackson spielte Gitarre in einer örtlichen Band, die sich The Falcons nannte. Prince‘ Vater, John Nelson, trat mit einer Jazz-Gruppe, dem Prince Rogers Trio, auf. Beide wurden mehr durch ihre Väter als durch ihre Mütter in eine Musikkarriere gepusht. Natürlich, wir alle kennen die Geschichte darüber, wie Joe Jackson seine Söhne dazu gebracht hat, zu den phänomenalen Jackson 5 zu werden. Ähnlich wird der Vater von Prince zitiert, der gesagt haben soll: „Ich habe meinen Sohn Prince genannt, weil ich wollte, dass er alles das tut, was ich eigentlich vorhatte.“

https://en.wikipedia.org/wiki/Prince_%28musician%29

Der irgendwie ungewöhnliche Vorname, den John Nelson für seinen Sohn gewählt hat, war auch der Name, der seit vielen Jahren in Michaels Familie mütterlicherseits weitergegeben wurde. Prince Albert Screws (später geändert in Scruse), Michaels Großvater mütterlicherseits, trug den Namen wie sein Vater vor ihm. Obwohl Michael selbst der weitverbreitete Name „Michael“ gegeben wurde, setzte er die Tradition mit der Geburt seiner eigenen Söhne fort, die nun den Namen ihres Urgroßvaters tragen.

Zwei verschiedene Familien, drei verschiedene Generationen von Prince!

Prince ScruseMichael Jacksons Großvater mütterlicherseits, Prince Albert Scruse

 

Prince 4Prince Roger Nelson

 

Prince-Jackson-and-Blanket-Jackson-2009-prince-michael-jackson-27746427-800-1100Michael Jacksons Söhne, Prince Michael und Prince Michael II (aka Blanket)

Und … wollt ihr einen WIRKLICHEN Twilight Zone Moment? Der Mädchenname von Prince‘ Mutter war Mattie Shaw. Michael Jacksons Großmutter mütterlicherseits trug den sehr ähnlichen Namen Martha (Mattie) Upshaw!

Berührung mit einer höheren Macht

Sowohl bei Michael als auch bei Prince gab es bereits in einem sehr jungen Alter Anzeichen, dass sie außergewöhnlich sensible Kinder waren, mit der Fähigkeit von einer Spiritualität zu zehren, die ihrem Alter weit voraus war. Bevor Michael überhaupt zehn Jahre alt war, weinte er bei den Bildern hungernder Kinder im Fernsehen und sagte seiner Mutter, dass er, wenn er groß genug wäre, allen Kindern auf der Welt helfen würde (und genau das hat er getan!). Von Prince wird gesagt, dass er mit Epilepsie geboren wurde. Aber in einem sehr jungen Alter verschwanden die Krämpfe auf mysteriöse Weise. Später berichtete er in einem Interview von einem Ereignis, das stattfand, bevor er alt genug war, um sich daran zu erinnern:

„Meine Mutter erzählte mir eines Tages, dass ich zu ihr kam und sagte ‚Mom, ich werde ab jetzt nicht mehr krank sein’ und sie fragte ‘Warum?’ und ich sagte ‚Weil ein Engel es mir gesagt hat’“.

people.com/people/article/0,,20275184,00.html

Awards und Auszeichnungen

Es besteht kein Zweifel, soweit es um Music Awards geht, hat Michael mehr gewonnen. Michael Jackson hat 18 Grammys gegenüber 7 von Prince, zusätzlich 26 AMA Awards (im Vergleich dazu hat Prince 4), 40 Billboard Awards und 13 World Music Awards. Insgesamt beträgt Michaels Anzahl an gewonnenen Awards sage und schreibe eindrucksvolle 387!

https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_awards_and_nominations_received_by_Michael_Jackson

Allerdings hat Prince den einen Award gewonnen, der Michael Jackson sein gesamtes Leben hindurch versagt blieb – nämlich den Academy Award! (Für Purple Rain als besten eigenen Song im Jahr 1985).

Ganz nebenbei: Welches ist der Award, den sie beide gewannen und in derselben Anzahl? Antwort: Der Golden Globe. Sie haben ihn jeder einmal gewonnen, Michael 1971 für Ben und Prince für The Song of the Heart aus dem Film Happy Feet, 2007.

Eine vollständige Auflistung aller Awards, die Prince gewonnen hat oder für die er nominiert wurde, findet man hier:

http://www.aceshowbiz.com/celebrity/Prince/awards.html

Der Fluch des „einen Großen”

Wo willst du noch hin, wenn dein eigenes Album nicht nur das bestverkaufte Album des Jahrzehnts (in Michaels Fall, aller Zeiten) ist, sondern eins der zwei kultigsten Alben der Dekade? Für Michael und Prince wurde es zur größten Herausforderung ihrer jeweiligen Karriere, den Erwartungen nach Thriller und Purple Rain gerecht zu werden. Für beide bedeutete dies, dass jedes folgende Album mit diesen zwei verglichen wurde. Obwohl sie meiner Meinung nach mit besseren Werken weitermachten, würde ihr kommerzieller Erfolg – oder dessen Fehlen – jedes Mal an diesen zwei Alben gemessen werden – die Alben, die sie beide definiert und schließlich begrenzt hatten.

Michael Jackson Thriller Cover

Prince Purple Rain Cover

Die Mädchen in der Band

Weibliche Gitarristen waren immer noch eine Neuheit in den frühen 80ern, als Prince Lisa und Wendy als Teil von The Revolution einstellte. Niemals jemand, der sich von Prince ausstechen ließ, war Michaels Antwort die blonde Bombe Jennifer Batten. Obwohl nie ausdrücklich die Rede davon war, dass Michael es absichtlich mit Prince aufnehmen wollte, sagte Jennifer Batten selbst, als ich an ihrer Q&A Session bei der Fanvention 2010 teilnahm, dass Michael ein ganz spezifisches Bild im Kopf hatte, wie genau diese Gitarristin aussehen sollte – und sie, das farblose, kleine Mädchen mit Brille und braunem Haar wurde diesem Image entsprechend verwandelt! Während Wendy und Lisa ihr Spiel mit den lesbischen Fantasien der Männer trieben, bot Jennifer ihren eigenen geschlechterübergreifenden Kontrast zu Michaels männlicher Energie als nordische Rockgöttin mit einer stählernen Gitarre!

Wendy und LisaWendy und Lisa

 

poster_jennifer-battenJennifer Batten

Madonna

Prince sang ein Duett mit Madonna auf ihrem Album von 1989 Like a Prayer und spielte Gitarre in mehreren Songs, einschließlich dem Titelsong. Es ist nicht bekannt, ob er Madonnas Toy Boy wurde, obwohl ich sicher bin, dass Miss „Express Youself“ zumindest ihr Bestes gegeben hat, so wie ich sie kenne!

Madonna Michael JacksonHat Madonna Michael zu ihrem Toy Boy gemacht? Nun, wir wissen, sie hat sich definitiv voll dafür eingesetzt!

Michael und Madonna hatten geplant, zusammen In the Closet aufzunehmen, waren sich aber schließlich uneinig über Madonnas Konzept für das Video. Es ist nicht bekannt, ob sie zu 100% erfolgreich dabei war, Michael zu ihrem Toy Boy zu machen, obwohl sie einmal gebeichtet hat, sie hätten „wild geknutscht”.

Dirty Diana vs. Darling Nikki

Als ob es nicht schon gereicht hätte, dass sie bereits als Rivalen in jeder Hinsicht wahrgenommen wurden, hatte sich sogar jeder von ihnen mit seinen eigenen Groupies ausgestattet! Während Prince‘ „Sexkapaden“-Possen mit Darling Nikki vielleicht Tipper Gore in Aufregung versetzt und so die Entstehung von PMRC beschleunigt hat – und diese „Ausdrückliche Warnung“-Sticker haben wir noch heute – (eigene Anmerkung: PRMC = Parents Music Resource Center, von Tipper Gore gegründetes Gremium, das sich die Information von Eltern über eine eigens diagnostizierte Verrohung von Texten in der aktuellen Musik zum Ziel gesetzt hat), war Michaels Dirty Diana eine völlig andere Sorte Medusa, eine ambitionierte, gefühllose Sirene von Groupie, die Männer buchstäblich in den Ruin treiben konnte. Während Darling Nikki zu Magazinen masturbierte (eine relativ gesunde und harmlose Beschäftigung) erzählte Dirty Diana deiner Frau am Telefon, dass „er mit mir schläft” und zettelte so deinen Untergang an!

Zumindest diese Runde hat Michael gewonnen. Darling Nikki bot dir eine gute Unterhaltung, aber Dirty Diana würde dich mit Haut und Haaren verschlingen, dich lebendig zum Frühstück verspeisen und sich mit den übriggebliebenen Knochen die Zähne säubern! Dirty Diana machte ihrem Namen alle Ehre und spielte ein schmutzigeres Spiel als es Nikki jemals gekonnt hätte!

Aber ihre zwei bestbekannten Groupies spiegeln auch etwas sehr Grundlegendes über die Art wider, auf die beide Künstler (in diesem Stadium ihrer Karriere) Frauen und Sex sahen. Prince hatte für sich die stereotype, machomäßige Rock’n‘Roll-Persönlichkeit angenommen, die alle Frauen grundsätzlich als Spielzeug sieht, das man zu seinem eigenen Vergnügen genießt. Michaels Ansatz war, wie so oft in seinen 80er Songs über Frauen und Sex, die moralische Herangehensweise als warnendes Beispiel. Mit anderen Worten: Lust gibt es nur zu einem hohen Preis und mit moralischen Konsequenzen.

Am Schluss des Dirty Diana Videos öffnet Michael die Limousinentür und findet SIE dort, auf dem Rücksitz, wartend. Das plötzliche, disharmonische, unheilvolle Geräusch; der Ausdruck auf seinem Gesicht, sagt alles. Interessant genug, wie ein Online-Kritiker, der die Kriterien dieses Videos für „Zehn Dinge, die jedes 80er Video haben sollte” analysierte, bemerkte, dass Michael NICHT glücklich dabei wirkte Dirty Diana auf seinem Rücksitz zu finden. Die Schlussfolgerung schien zu sein, dass man meinte, hier einen weiteren Beweis dafür gefunden zu haben, Michael sei asexuell oder dass er keine Mädchen mochte. Dieser Person möchte ich wärmstens nahelegen, zurück zu gehen und das Video nochmal anzusehen und der BOTSCHAFT wirkliche Beachtung zu schenken! Der Grund, warum er in seiner Rolle in diesem Moment nicht glücklich aussieht ist der, dass er weiß, dass er gerade in eine Falle tappt und dass seine Seele über’s Ohr gehauen wurde!

Was mich wahrscheinlich zu meiner nächsten Kategorie weiterleitet:

Liebe, Sex und Bezeugen für Jehovah

Die größte Parallele im Leben von Prince und Michael Jackson darf nicht unterschätzt werden: Sie haben beide als strenggläubige Zeugen Jehovahs gedient, wenn auch nicht zur selben Zeit. Eigentlich ist es sehr interessant, dass Prince im Grunde erst ein Zeuge Jehovahs wurde, lange nachdem Michael sich von der Kirche gelöst hatte. Michael war von einem jungen Alter an als ZJ aufgewachsen und war während der meisten Zeit seines jungen Erwachsenenlebens ein inbrünstig Glaubender und Anhänger. Prince dagegen war aufgewachsen als Adventist des Siebten Tages und konvertierte im Jahr 2001 zum Glauben der Zeugen Jehovah.

Aus: Sean O’Hagan, „Royal Blush”, veröffentlicht in The Observer, 4 April 2004

(guardian.co.uk/arts/features/story/0,11710,1186112,00.html; angesehen am 15 November 2005):

Wenn man alles bedenkt, was passiert ist, dann überrascht es vielleicht nicht, dass Prince, wie viele wegweisende schwarze Künstler vor ihm, Trost in der Kirche gesucht hat. Obwohl er als praktizierender Adventist des Siebten Tages aufgewachsen war, wurde er kürzlich, wie Michael Jackson vor ihm, ein Zeuge Jehovah. Die Geschichte seiner Konvertierung kam letzten Oktober auf ungewöhnliche Weise ans Licht, als eine Zeitung seiner Heimatstadt berichtete, wie ein verheiratetes Paar seine Haustür öffnete, vor der Prince stand und eine Kopie des Wachturms anbot. Sie waren zwar orthodoxe Juden und es war gerade Jom Kippur, aber sie waren auch Prince Fans. Sie hießen ihn mit seinem Freund Larry Graham, ehemaliges Mitglied von Sly & the Family Stone, einem der prägenden Einflüsse von Prince, in ihrem Haus willkommen und er verbreitete das Wort Jehovahs zwanzig Minuten lang, bevor er zum nächsten Haus weiter ging.

Obwohl er immer offen über seine Glaubensüberzeugungen gesprochen hat – ‚The Cross’ von ‚Sign O’ the Times’ war eine wahrhaftige Hymne – und seine Konvertierung im Rückblick durch sein kürzliches Album ‚The Rainbow Children’ signalisiert wurde, das nun als ein Tribut an seinen neu gefundenen Glauben gelesen werden kann, sahen die Medien sein Outing als weitere Bestätigung dafür, dass Prince Michael Jackson nun als komischer Kauz des Pop unterstützt.

Was dies in Bezug auf seine musikalische Richtung bedeutet, interessiert wahrscheinlich niemanden außer die meisten der eingefleischten Prince Fans. Der Rest von uns, von denen viele Prince‘ Veröffentlichungen der Achtziger Jahre mit einer Art von Aufregung erwartet hat, wie es nur bei Werken der wahrlich Begnadeten der Fall ist, freut sich nun mit einer Mischung von Resignation und Wunschdenken auf die Veröffentlichung doch noch eines Prince Albums.

‚Du hältst an einer unwirklichen Hoffnung fest, dass er zurück kommt und es wie immer bringt,’ sagt DJ Norman Jay, ein Mann, der auf einigen Prince Partys in den 80ern aufgelegt hat, ‘aber mit jeder aufgebauschten Aufnahme, die sich dann als nur ein weiteres Prince Album herausstellt, schwindet die Hoffnung. Er ist das klassische Abbild des A&R Sprichwortes (A&R: Artists & Repertoire / http://de.wikipedia.org/wiki/Artists_and_Repertoire), dass wenn du einem Künstler die absolute kreative Kontrolle überlässt, du ihn damit zerstörst. Ihm wurde zugestanden viel zu viele Stücke zu veröffentlichen und er hat sich selbst wahrscheinlich zu sehr mit Leuten umgeben, die ihm erzählen, dass alles, was er anfasst, großartig ist. Das ist ein Rezept für reine Zügellosigkeit – besonders – wenn ein Genie betroffen ist.’

http://www.adherents.com/people/pp/Prince.html

Es ist interessant, den sarkastischen Ton dieses Artikels festzustellen (mal ganz abgesehen von ‚unterstützt Michael Jackson als komischer Kauz des Pop‘). Es ist dieselbe Art von „Kritik“, die Michael widerfahren ist, als er in den 90ern und darüber hinaus versuchte, seine Kunst zu erweitern und zu entwickeln. Im Fall von Michael und Prince würden sie beide für den Rest ihrer Laufbahn dafür kritisiert werden, dass sie es wagten davon abzuschweifen, fröhliche „Song und Tanz“-Männer zu sein. Jedoch denke ich, dass die Gründe für ihre künstlerische Entwicklung grundsätzlich gegensätzlich waren.

Für Michael war es so, dass ihm die Loslösung von der Religion seiner Kindheit mehr persönliche und künstlerische Freiheit verschaffte als jemals zuvor, aber zu einem hohen Preis. Dieser Preis bestand in der Haltlosigkeit, dem Zweifel und der Unsicherheit, die daraus resultierten, dass er seinen Glauben, den festesten Anker, den er kannte, los ließ. Für viele Jahre danach würde er durch die Schuldgefühle wegen dieser Entscheidung zerrissen, gleichwohl fand er in späteren Jahren Trost im traditionellen christlichen Glauben.

Das Positive daran war, dass ihn die Loslösung endlich von den Beschränkungen befreite, die ihn eingeengt hatten. Als er in seinem Privatleben sexuell etwas befreiter war, zeigte sich dies auch in einer neu entdeckten Reife und Freiheit in seiner Kunst. Er konnte endlich viele der Themen ausloten, die er sich immer versagt hatte, ohne die Angst der Zensur oder davor aus der Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden. Seine Persönlichkeit auf der Bühne und in Videos wurde ironischerweise genau zu dem Zeitpunkt sexueller, als der frühere „Bad Boy“ Prince bibeltreuer wurde und sein Image „aufräumte“.

Für jemanden, der immer eine Faszination für apokalyptische Symbolik in seinen Werken ausgedrückt hat, schien Prince‘ neu entdeckter religiöser Eifer mit Alben wie Sign O‘ The Times festgeschrieben zu sein. (Nicht zu erwähnen, dass ich gehört habe, er hätte sich viele seiner Frauen dadurch entfremdet, dass er darauf bestand, die Missionarsstellung sei die einzige geweihte sexuelle Position für Mann und Frau, aber das ist eine alte Geschichte, und ich habe nichts gefunden, das sie belegen würde.) Dies ist ein Zitat von einer sehr hämischen Website, deren Autor anscheinend ein frustrierter Ex-Fan ist (und ich entschuldige mich bei den Prince Fans dafür, dass ich dies als Quelle für eine Bezugnahme nutze; allerdings passt es vielleicht als Beobachtung für die Parallelen zwischen den beiden, wir können auch feststellen, wie sehr beide auf dem Prüfstand standen):

Zitiert aus The G Spot, 8. November 2010:

„Das ist die traurigste Sache von allen – Prince verlor seinen Glücksbringer, weil er zu schwach war und Angst hatte vor dem Tod und dem Sterben.“

http://www.dannyhaszard.com/Prince.htm

Dies erinnert mich sehr an dieselbe Art von Kritik, mit der Michael Jackson überhäuft wurde, weil er solche Themen wie die Medien und die Hetzjagd auf ihn thematisierte.

Kurz gesagt, als beide Künstler begannen, persönlichere und globale Themen zu untersuchen, wurden sie für ihre Maßlosigkeit und ihre Selbstgefälligkeit kritisiert.

Was uns zu einer weiteren Gemeinsamkeit bringt: Beide hatten Songs, die apokalyptische Visionen zum Thema hatten, denn man kann behaupten, dass Michaels Earth Song das Gegenstück zu Sign O’ The Times ist, die Prophezeiungen der Änderungen der Erde reflektierend genauso wie Prince’ Song die globale Krise der Menschheit reflektiert.

Was ihre privaten Beziehungen betrifft, trotz dem beide mit einer Reihe prominenter Beziehungen in Verbindung gebracht wurden, haben sie die Jahre hindurch eine fast identische Zurückhaltung geteilt, wenn es um die Presse und Interviews ging. Beide haben zweimal geheiratet und wurden zweimal geschieden. Michael heiratete Lisa Marie Presley 1994, sie wurden 1996 geschieden, und Debbie Rowe 1996, von der er 1999 geschieden wurde. Prince heiratete 1996 Mayte Garcia, die Scheidung war 1999 (ironischerweise begann und endete ihre Ehe exakt zur selben Zeit wie Michaels und Debbies), 2001 heiratete er Manuela Tesolini. Die Ehe wurde 2006 geschieden.

Michael Jackson

Der ein wenig androgyne Sex Appeal von beiden führte zu den unvermeidlichen Spekulationen bezüglich ihrer Sexualität

Prince 5

Erstes Kind und Tragödie

Michael und Prince teilen noch etwas sehr Trauriges. Sie verloren beide ihr erstes Kind – und das innerhalb desselben Jahres! Debbie Rowe erlitt Anfang 1996 eine Fehlgeburt und verlor das Baby, das ihr erstes Kind mit Michael gewesen wäre (Michaels Sohn Prince wurde später in diesem Jahr gezeugt, der zweite Versuch des Paares). Ich habe ein wirklich schönes Video gefunden, in dem Debbie Rowe über die Fehlgeburt spricht (ein Thema, über das sie selten gesprochen hat):

Michael Jackson Debby RoweDebbie und Michael verloren ihr erstes Baby, eine selten erwähnte Tatsache

Unterdessen wurde der Sohn von Prince und Mayte Garcia – der Junge Gregory – im selben Jahr geboren, starb aber nach nur einer Woche am Pfeiffer Syndrom.

http://www.ew.com/ew/article/0,,295564,00.html

Eigene Versuche, die Geburt und den Tod des Kindes nachzuweisen, gestalteten sich als schwierig. Eine Geburtsurkunde wurde bei den staatlichen Behörden bis zum 6. Dezember nicht eingereicht. Während aber Garcia als Mutter genannt war, konnte man bei „Name des Vaters“ lesen „Mutter verweigert Information“.

Inzwischen stöberte die Minneapolis Star Tribune das auf, von dem man glaubt, es sei die Sterbeurkunde des Babys, eingereicht am 4. November. Dort wird bekundet, dass ein „Junge Gregory“, am 16. Oktober geboren, am 23. Oktober am äußerst seltenen Pfeiffer Syndrom Typ 2 starb – ein Leiden, bei dem die Schädelknochen so miteinander verbunden sind, dass sie Druck auf das Gehirn ausüben. Gemäß der Urkunde ereignete sich der Tod im Children’s Health Care Minneapolis, das dem Krankenhaus angegliedert ist, in dem das Kind geboren wurde und wo es auch bestattet wurde. Der Name der Mutter ist aufgeführt als „Mia Gregory“, dieselben Initialen wie Mayte Garcia.

Zur Druckzeit untersuchten örtliche Bedienstete, ob die Sterbeurkunde unter einem falschen Namen eingereicht worden war – eine Gesetzesübertretung in Minnesota. Eine Quelle bei EMI, Prince‘ neuem Label, sagt, die Verantwortlichen hätten den Sänger dazu gedrängt eine Erklärung abzugeben, aber nichts kam heraus.

Während der Anwalt von Prince, Londell McMillan, darauf besteht, dass der Künstler „außerordentliche Privatheit erwartet” kann man einen unbeobachteten Moment auf Emancipation finden. In dem Song Sex in the Summer (Originaltitel Conception / Empfängnis) verarbeitete Prince eine Aufnahme vom Herzschlag seines noch ungeborenen Kindes.

Prince 6Prince und Mayte Garcia kannten auch den Schmerz ein Kind zu verlieren. Ihr Sohn Gregory starb nur eine Woche nach seiner Geburt

In einer Situation wie dieser ist es sinnlos, darüber zu streiten, was tragischer ist. Für Prince, der seinen Sohn wenigstens einmal sehen und in seinen Armen halten konnte, muss der Verlust ganz sicher verheerend gewesen sein. Wenn man aber weiß, wie verzweifelt Michael sich ein Kind gewünscht hat, muss Debbies Fehlgeburt mindestens genauso traumatisch gewesen sein. Ein Kind zu verlieren heißt ein Kind zu verlieren und wenn jemand daran zweifelt, dann muss man nur einmal Eltern fragen, denen gerade die Nachricht einer Fehlgeburt übermittelt wurde. Ich weiß nicht, wie es bei Vätern ist, aber ich weiß, dass eine Fehlgeburt für Mütter oft ein emotionales Trauma ist, dessen Narbe niemals verheilt. Ich bin sicher, dass der Verlust einen sensiblen Vater wie Michael genauso traf wie Debbie, wenn nicht noch mehr.

Und wenn man den EW Artikel liest, kann man ganz sicher mit Prince mitfühlen, wie er versucht, die sehr persönlichen und schmerzlichen Details vom Tod seines Sohnes vor dem neugierigen, bohrenden Weibsstück Oprah Winfrey zu verbergen!

Berühmte Kleinkriege

Wie ich bereits in „The Invincible Saga” ausgeführt habe, waren Michael und Prince beide bekannt für ihre berüchtigten und sehr öffentlichen Kämpfe mit ihren Plattenlabels. Michaels Kämpfe mit Sony sind unter den Fans sehr bekannt.

Jedoch hat Prince diesen Pfad bereits fast ein Jahrzehnt vorher beschritten in seinem gewaltigen Kampf mit Warner Brothers, in dem es um seine kreative Leistung und um die Kontrolle über seinen Namen ging. Im Jahr 1993 erschien er bekanntlich mit dem auf seine Wange geschriebenen Wort „Slave” und änderte dann seinen Namen in ein unaussprechliches Symbol um:

„Der erste Schritt, den ich in Richtung meines endgültigen Ziels, nämlich der Befreiung von den Fesseln, die mich an Warner Bros. binden unternommen habe, war meinen Namen zu ändern von Prince zum Love Symbol. Prince ist der Name, den meine Mutter mir bei meiner Geburt gab. Warner Bros. nahm den Namen, machte daraus ein Markenzeichen und benutzte es als allgemeines Marketinginstrument, um die gesamte Musik, die ich schrieb, zu vermarkten. Die Firma hat die Rechte an dem Namen Prince und an der gesamten Musik, die unter dem Namen Prince vermarktet wurde. Ich war lediglich eine Schachfigur, die benutzt wurde, um mehr Geld für Warner Bros. abzuwerfen … Ich wurde als Prince geboren und wollte keinen anderen konventionellen Namen annehmen. Der einzige akzeptable Ersatz für meinen Namen und meine Identität war das Love Symbol, ein Symbol ohne Aussprache, das mich selbst und das, wofür meine Musik steht, repräsentiert. Dieses Symbol ist seit Jahren in meinen Werken gegenwärtig; es ist ein Konzept, das aus meiner Enttäuschung gewachsen ist; es ist, wer ich bin. Es ist mein Name.“ – Prince

Jüngste Artikel, die seit Prince‘ Tod erschienen sind, haben versucht, seinen Kampf mit Warner Brothers völlig anders darzustellen und haben die Situation – in zumindest zwei Artikel, die ich gesehen habe – als Prince‘ „heldenhaften Widerstand gegen die Musikindustrie“ bezeichnet. Sie neigen zu vergessen, dass eben diese Medien ihn damals für diesen Widerstand wie einen gestörten Wahnsinnigen behandelt haben, genauso, wie sie es ein Jahrzehnt später mit Michael gemacht haben. Michaels eigene Rehabilitation kam fast ein weiteres Jahrzehnt später, als die berüchtigten gehackten und durchgesickerten Sony Mails aufgedeckt haben, dass vieles von dem, was er uns 2002 gesagt hat, gestimmt hat. Letztendlich erlangte Prince seine Veröffentlichungsrechte von Warner Brothers zurück. Michael behielt natürlich bis zum Ende seines Lebens und darüber hinaus die Kontrolle über seinen Sony/ATV-Katalog – der Katalog, der ihn zu einem der wohlhabendsten und mächtigsten Player in der Industrie gemacht hat. Für Michael und Prince ist das freilich ein Teil ihres Vermächtnisses, das noch lange nicht vorüber ist. Erst letzten Monat waren MJ Fans schockiert und aufgebracht, als sie erfahren haben, dass das Estate Sony den Katalog überlassen hat.

Die Verschwörungstheorien, die das Timing von Prince‘ Tod nach der Wiedererlangung seiner Veröffentlichungsrechte von Warner Brothers in Frage stellen, haben bereits begonnen. Und während die Medien zum Zeitpunkt seines Todes scheinbar riesigen Spaß daran hatten, über Michaels Finanzen zu spekulieren, zeichnet sich ab, dass Prince‘ finanzielle Schwierigkeiten sogar noch verheerender gewesen sein könnten. Ohne klares Testament wird es für seine Erben ein harter Kampf werden, sein Vermögen zu verwalten.

Business Mogule

Aber lasst uns von diesen Themen nicht unser Urteil darüber vernebeln, was sie als Business Mogule erreicht haben. Beide waren nicht nur die erfolgreichsten männlichen Solokünstler des Jahrzehnts oder eigentlich überhaupt die erfolgreichsten, ungeachtet der Rasse, sondern auch höchst erfolgreiche Geschäftsmänner, die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt Leben in die Bude der von Weißen dominierten Industrie brachten. Mit der möglichen Ausnahme von Berry Gordy hat es nur wenige schwarze Unternehmer in der Musikindustrie gegeben, die erfolgreich ihr eigenes Label und Firmen geführt haben. Im Jahr 1985 lancierte Prince mit der Unterstützung von Warner Brothers sein eigenes Label, Paisley Park Records. Acts wie Sheila E., The Time und George Clinton waren unter den größten Namen des Labels. 1994 übte Warner Brothers, wütend durch Prince’ öffentlichen Kampf mit dem Label, durch Entzug der Distribution Vergeltung. Prince jedoch machte unter einem anderen Label, NPG Records, weiter.

Michael Jackson wurde natürlich einer der reichsten und einflussreichsten Männer des Musikgeschäfts durch den erfolgreichen Erwerb des Beatles Katalogs 1985, und dann später als Miteigentümer des Sony/ATV Verlags. Michael Jackson war außerdem Gründer seiner eigenen Produktionsfirma, MJJ Productions, die später zu Michael Jackson Co. LLC wurde und nun MJJ Productions, LLC and Inc. heißt.

Sie beide dienten als Modell dafür, wie schwarze Künstler nicht nur erfolgreich sein können, sondern auch die Kontrolle über ihren Erfolg haben können. Unglücklicherweise mussten beide jedoch auf die harte Tour erfahren, dass sie immer noch eine Ware der Firma waren, die sie kontrollierte – und die mit aller Macht dafür kämpfte, dass sie schön „an ihrem Platz“ blieben.

Der Superbowl:

Beide Künstler machten eine Superbowl-Halbzeit-Show und beide lieferten Auftritte ab, die unbestreitbar zu den besten Superbowl-Halbzeit-Shows gehören. Fans werden natürlich darüber diskutieren, wer letztlich „die“ beste Superbowl-Halbzeit-Show abgeliefert hat. Kritiker scheinen gleichmäßig zwischen den beiden aufgeteilt zu sein, obwohl Michael im Allgemeinen nicht nur dafür anerkannt wird, der erste Superstar gewesen zu sein, der einen Halbzeitauftritt gemacht hat (und somit die Messlatte gelegt hat, an der alle anderen gemessen werden), sondern auch als der „Impulsgeber“, der den Standard festgelegt hat. Letzten Endes war seine Choreografie von „Heal The World“ – die eine Luftbildaufnahme erforderte, um sie wirklich in ihrer ganzen Pracht zu würdigen – eine atemberaubende Meisterleistung, die anderen Künstlern Jahre kostete, um überhaupt in die Nähe zu kommen.

Doch genauso unvergesslich ist der Anblick eines zierlichen Prince, mit nichts anderem als seiner Gitarre, wie er durchnässt im Regen steht und eine der gefühlvollsten Interpretationen von „Purple Rain“ überhaupt dargeboten hat!

Ein „farbiger“ Mann wird immer noch nach der Farbe seiner Haut beurteilt

Obwohl die Medien unbestritten sehr viel grausamer mit Michael Jackson umgingen (sorry, dies ist kein Wettstreit!), wurden beide Künstler genau dafür unter die Lupe genommen, dass sie „nicht schwarz genug“ aussehen würden. Die ganze Bemerkung ist genauso lachhaft, als würde man einen Italiener mit olivfarbenem Teint mit einem blassen Norweger vergleichen und behaupten, der Italiener sei „kein Europäer“. Trotzdem wurde zu verschiedenen Zeiten ihre Identität bezüglich ihrer Rasse oder ihrer Loyalität zu ihrer Rasse in Frage gestellt. Wegen Prince‘ heller Hautfarbe und der Tatsache, dass nicht viel bekannt ist über seine direkte Familie, hielt sich jahrelang das Gerücht, er sei gemischtrassig. Frühe Presseveröffentlichungen bezeichnen ihn als „gemischt”, obwohl es scheint, dass diesen Quellen weitgehend ein schlechter Ruf anhängt. Prince selbst hat sich immer als Schwarzen bezeichnet, obwohl er einräumte, dass sein Vater auch italienisches Blut in sich trägt. Fotos aus früheren Zeiten zeigen offensichtlich, dass Prince sich operieren ließ. Geringstenfalls hatte er irgendwann eine Nasenoperation, und ziemlich wahrscheinlich auch andere Eingriffe. Was auch immer die ästhetischen Gründe für diese Veränderungen waren – ob es daran lag, „gemischtrassiger“ auszusehen oder daran, ein Gesicht zu kreieren, das den Showbusiness-Standards für „Schönheit“ eher entsprach – oder einfach daran, eine persönliche oder künstlerische Laune zu erfüllen – kann nicht gesagt werden.

prince-high-school-photo-teenager-younger-pictureEin frühes Foto von Prince vor der kosmetischen Operation

Andererseits ist es so, dass die Jacksons im Rampenlicht standen, seit Michael ein Kind war, so dass es wenig Zweifel an seiner schwarzen Herkunft geben konnte, obwohl sein Vater Joe – wie Prince‘ Vater – gemischtrassig ist und es eindeutig indianisches Blut auf beiden Seiten der Eltern gibt. Allerdings war es die Hautkrankheit Vitiligo, die die dramatischste Veränderung hervorrief und ihn ausgehend von seinem kupferfarbenen Naturton in einem Zeitraum von etwa zehn Jahren über das hellere Bronze der Bad-Ära und schließlich bis zum porzellanfarbenen, durchscheinenden Weiß der letzten zwanzig Jahre veränderte. Es ist traurig, dass diese so wenig verstandene Krankheit durch die Medien so viel Spott und öffentlichen Hohn über Michael gebracht hat. Er wurde beschuldigt, seine Haut zu bleichen und seine Rasse zu hassen. Sogar als durch den Autopsiebericht bestätigt wurde, dass er in der Tat an Vitiligo gelitten hatte, wurde dies von den Medien vielfach ignoriert und sie fuhren fort mit dem Mythos einer „angeblichen” Krankheit.

Die Beschuldigung war auf mehreren Ebenen lächerlich. Michael konnte ganz sicher nicht leugnen schwarz zu sein, schließlich ist er vor den Augen der Öffentlichkeit aufgewachsen! Zweitens gab es nie irgendeine Zeit in seinem Leben, in der er nicht schwarz aussah. Sogar im fortgeschrittensten Stadium seiner Krankheit und nachdem er fast alles der übriggebliebenen Farbe depigmentieren lassen hat, sah er immer noch aus wie das, was er war – nämlich ein schwarzer Mann ohne Hautpigmente. Leute, die behaupten, er habe alle Spuren seiner ethnischen Zugehörigkeit „ausradiert“, haben sein Gesicht nicht richtig betrachtet. Michael war immer stolz darauf, ein schwarzer Mann zu sein. Seine Krankheit war etwas, für das er nichts konnte. Und die Unsicherheiten, die ihn zu kosmetischen Korrekturen brachten, wurzelten in anderen Dingen, die nichts mit Rasse zu tun hatten. Leute, die ihn persönlich kannten, gaben an, dass es von einer Unsicherheit über sein Aussehen stammte. Allerdings gab es in den letzten Jahren viele interessante und aufschlussreiche Debatten zu der Möglichkeit, dass sein sich entwickelndes Aussehen weniger mit der verbreiteten Dysmorphophobie-Theorie zu tun hatte, sondern mehr mit dem Wunsch, sein Gesicht als eine Leinwand für seine Kunst zu nutzen. Das ist gewiss eine interessante Theorie, der ich aufgeschlossen gegenüberstehe und ich bin ziemlich interessiert daran, sie weiter zu erkunden, aber nachdem uns Michael selbst diesbezüglich niemals eine endgültige Antwort gegeben hat, bleiben solche Theorien höchstens das – Theorien und Vermutungen.

Popular-Black-Cosplay-font-b-Wigs-b-font-Long-Curly-Jackson-font-b-Wigs-b-fontMichael im Übergang. Obwohl seine Haut aufgrund von Vitiligo heller wurde, gab es doch niemals eine Zeit, in der er nicht schwarz „aussah“.

„Wir werden farbige Menschen genannt, weil es uns in so vielen verschiedenen Farben gibt, von hell wie meine Hand bis dunkel wie dein Shirt (zu Martin Bashir, der ein schwarzes Sweatshirt trägt). Mein Vater hat blaue Augen.“ – Michael Jackson.

Opfer der Rachsüchtigen

Es muss nicht extra gesagt werden, dass beide viel einstecken mussten von rachsüchtigen Ex-Freunden, Ex-Angestellten, Ex-Fans und von Journalisten, die auf alles einschlagen, mit dem sie ein Hühnchen zu rupfen haben, danach trachtend schnelles Geld zu machen. Die folgenden sind nur die Spitze des sprichwörtlichen Eisbergs. Ich nehme an, man könnte behaupten, dass das zum Reich- und Berühmtsein dazu gehört. Allerdings scheint es so, als hätten Prince und Michael mehr als den üblichen Anteil an hinterhältigen Freunden, Fans und Angestellten gehabt. Bei „Freunden“ und „Fans“ wie Bob Jones und Alex Hahn, wer braucht da noch Feinde?

Michael Jackson Bob Jones

Prince Possessed

Nun, wo wir uns also ein paar ihrer vielen Parallelen angesehen haben, gibt es immer noch eine brennende Frage: Was haben Prince und Michael wirklich über einander gedacht? Eine großartige Quelle, die ich übrigens sehr empfehlen kann, ist dieser Vibe-Artikel vom Juni 2010:

http://www.vibe.com/content/michael-jackson-prince-oral-history

Hauptsächlich ist er für mich eine großartige Quelle für den Zeitablauf in der Michael-Prince Saga, ebenso wie die Quelle für viele bedeutende Zitate beider Künstler darüber, wie sie zueinander standen. Bei meiner Recherche für den zweiten Teil stütze ich mich sehr auf den Vibe-Artikel als Quelle, in den ich außerdem andere Artikel und meine eigenen Kommentare einstreuen werde.

CYNTHIA HORNER (Ehemalige Herausgeberin des Right On! Magazine von 1976-2005; ist Herausgeberin und schreibt zurzeit für Hip-Hop Weekly): Ich traf Michael 1976 und er war einer der schüchternsten Menschen, mit denen ich je zu tun hatte. Es war etwas schwierig ihn zu interviewen, denn obwohl ihm als professionellem Entertainer bewusst war, dass er die Presse brauchte, war er doch nicht jemand, der wusste, wie er sich gegenüber den Medien verhalten sollte in der Hinsicht, wie offen er mit Informationen sein sollte. Er war einfach superschüchtern, außer wenn er von seiner Familie umgeben war. Aber er bemerkte die Tatsache, dass ich ebenfalls schüchtern war, also umarmte er mich irgendwie, und wir freundeten uns an. Er und Prince waren sich ziemlich ähnlich, denn Prince war auch schüchtern. Wenn du ihm als Journalist gegenüber saßest, gab er dir dieselben einsilbigen Antworten, wie Michael es tat. Und dazu sprach Prince auch sehr häufig in Rätseln; er war sehr ausweichend. Er beantwortete niemals irgendeine meiner Fragen (lacht). Er wollte um jeden Preis sein Privatleben schützen.

*****

ALAN LEEDS: Michael war kein Musiker im klassischen Sinn. Er näherte sich seiner Musik völlig anders an als Prince es tat, obwohl Michael genauso einen großartigen Song schreiben konnte. Aber Prince war wohl in erster Linie ein Musiker. Ich denke nicht, dass irgendein Zweifel daran besteht, dass Prince Michael als ein Symbol dafür sah, wo er hinwollte [bezüglich des Bekanntheitsgrades]. Michael war einer der wenigen Künstler des Planeten, den Prince in diesem Sinn respektierte (Ravens Betonung) Als wir erst einmal realisiert hatten, dass er sich im Prozess des Schreibens dafür befand, was die ursprüngliche Idee für den Film Purple Rain darstellte, das er 1982 während seiner Tour für 1999 in Notizbücher kritzelte, da wussten wir, dass er mehr wollte. Es begann sich der Spruch zu verbreiten: „Hey, Prince denkt wirklich, er schreibt einen Film”. Ich denke nicht, dass irgendjemand von uns es so ernst nahm, weil es keinen Sinn ergab, dass jemand, der zu dem Zeitpunkt nur ein paar Pop-Hits hatte, fähig sein sollte, die Finanzierung für einen Film zu erhalten. Aber es zeigte sicherlich eine Ambition, die er hatte und man muss anerkennen, dass Prince es durchgezogen hat.

CYNTHIA HORNER: Ich gab Michael Kopien der Magazine und er sah dann gewisse Leute in dem Buch und fragte mich eine Menge Fragen über die Künstler, die ihn interessierten. Und so machte er sich mit Prince vertraut. Danach begann ich Michael einiges von Prince’ Musik, die ich besaß, hören zu lassen und er war fasziniert. An diesem Punkt bemerkte ich, dass sich da so etwas wie eine Rivalität entwickelte. Michael war länger in dem Business gewesen, also wollte er natürlich nicht von dem Newcomer ersetzt werden. (Ravens Betonung)

ALAN LEEDS: Prince ging [1983] zu einem James Brown Auftritt mit Bobby Z, seinem Drummer zu jener Zeit, Big Chic, der sein Sicherheitsmann war und ich glaube Jill Jones, der einer seiner Protegés war. Inzwischen weiß jeder, was bei diesem Auftritt passierte. Ich glaube nicht, dass Prince ahnte, dass Michael dort sein würde. James guckt in diesem Video ein wenig verwirrt, als Michael in sein Ohr flüstert: „Hey, hol Prince auf die Bühne”. Und natürlich wusste Prince auch nicht wirklich, was er tun sollte. Zuerst ging er zu der Gitarre, aber er fummelte etwas herum, denn sie war für Linkshänder. Er spielte ein paar Spuren, tanzte etwas und warf versehentlich eine Requisite um. Nun, ich habe mich immer gefragt, ob Michael Prince absichtlich in diese Situation gebracht hat, einfach um zu sagen: „Hey, du denkst also, du bist mir auf den Fersen? Dann beachte dies, Motherfucker (lacht)”. (Ravens Betonung) Bobby Z rief mich an und sagte: „Oh boy … er hat sich heute Nacht zum Narren gemacht”. Er erzählte, dass Prince auf dem ganzen Weg zum Hotel kein Wort gesagt hat.

http://www.vibe.com/content/michael-jackson-prince-oral-history

http://www.vibe.com/content/michael-jackson-prince-oral-history-pg-2

Hier ist der berühmt-berüchtigte und historische Moment, in dem wir James Brown, Michael Jackson und Prince zusammen auf derselben Bühne sehen. Meines Wissens nach ist dies das einzige Mal, bei dem Michael und Prince jemals zusammen auftraten – wenn man es so nennen kann!

Es wäre toll gewesen, wenn ihre einzige Begegnung auf der Bühne dieses großartige, monumentale Event gewesen wäre, in dem jeder sein ebenbürtiges Bestes gegeben hätte, aber es entwickelte sich nicht ganz so. Wenn man das Video betrachtet, scheint es sich eher so abgespielt zu haben:

Zu Beginn des Clips ruft James Michael auf die Bühne. Michael kommt hoch und beginnt eine sanfte Ballade zu singen, bis die Band ihn überrascht und ihn zu einer spontanen Parodie auf James Brown zwingt (die er natürlich brillant durchzieht. Meine einzige Beschwerde – es war viel zu kurz!). Wir können sehen, wie er James Brown etwas zuflüstert, also nehme ich an, dass dies der Moment des „abgekarteten Spiels” um Prince ist. Wie in Alan Leeds Beschreibung zieht Prince kurz sein Gitarrending durch, als wenn er sagen wollte „Scheiß drauf!”, zieht sein Shirt aus und beginnt mit einer durchgeknallten, spontanen Nummer, die mit dem Unfall ihren Höhepunkt findet.

Man kommt beim Ansehen dieses Clips leicht zu dem Schluss, dass Prince an diesem Abend Michael die Schau gestohlen hat, wie es zumindest ein Artikel seit Prince‘ Tod  dargestellt hat. Sicher war es die auffälligere Performance (und diejenige, die mit dem größten Knall endete!). Rückblickend hatte Michaels glatte Kontrolle allerdings Methode. Erstmal denke ich, Michael war klug genug einzusehen, dass man James Brown nicht die Schau stiehlt! Das macht man einfach nicht. Ich bin sicher, es wäre ein Leichtes für Michael gewesen, seine beste Billie Jean Nummer aus der Tasche zu ziehen und ihm die Show zu stehlen, aber er entschied sich, lieber im Hintergrund zu bleiben. Am Ende war er derjenige mit mehr Klasse, der kontrolliertere Performer, der in dir den Wunsch nach mehr weckt, wohingegen Prince … nun, das Video spricht für sich. Es war das klassische Beispiel dafür, dass Prahlerei und Protzerei nicht immer den größeren Auftritt bedeuten. Am Ende hatte es, wie Bobby Z betont hat, zur Folge, dass Prince sich an diesem Abend am meisten selbst genierte (ob er seinen Kopf wegen Drogen verloren hatte, wie manche spekuliert haben, diese Entscheidung überlasse ich anderen). Stellte Michael Prince an diesem Abend absichtlich eine Falle? Oder dachte er ganz einfach, dass dies alles nur im Namen eines netten Spaßes und aus Sportsgeist stattfinden würde? Ein Teil von mir möchte behaupten, dass Letzteres wahrscheinlich ein wenig zu naiv gedacht ist, während der andere Teil von mir sagt, dass das Erste wohl ein wenig zu extrem ist. Ich denke nicht, dass er Prince absichtlich dazu brachte einen Narren aus sich zu machen (Prince schien das ganz gut selbst hinzukriegen!), aber vielleicht war es eine Art, die drohende Rivalität mit einem Vergleich herauszufordern, sozusagen – wenn auch nur unbewusst.

Michael Jackson Wetten Dass Earth SongMichael, der sich während seiner Auftritte tapfer in die Höhe wagte, war nicht der Meinung, dass es viel Mut erforderte über Masturbation zu schreiben!

Als sich der Kopf-an-Kopf-Kampf zwischen Thriller und Purple Rain aufzuheizen begann, behielten Michael und Prince sehr scharf im Auge, was der andere so machte:

ALAN LEEDS: Bevor wir zur Purple Rain Tour aufbrachen, war es sprichwörtlich Prince, der sehen wollte, was Michael und die Jacksons in Hinsicht Produktion, Beleuchtung, Bühne und das alles auf der Victory Tour machten. Wir charterten einen Jet mit ein paar seiner Bodyguards, Jerome Benton von The Time und Leroy Bennett, der Licht- und Produktionsdesigner für Prince auf seinen Touren war. Wir flogen nach Dallas zum alten Stadion, in dem die Cowboys spielten. Es gab in unserem Lager das Gefühl, dass, während sie eine sehr solide Stadion-Produktion hinlegten, es an der Technik nichts wirklich Innovatives gab. The Varilites, was ein Markenname für eine bestimmte Art computergesteuerter Beleuchtung war, war zu jener Zeit der Goldstandard in der Branche. Und wir stellten sicher, dass wir all diesen Mist hatten. Aber die Produktion der Jacksons hatte es nicht. Prince hatte großen Respekt vor Michael, aber er war nur milde beeindruckt von der Show.

QUESTLOVE: Michael besuchte viele der Purple Rain Konzerte. Ich war bei den vier Purple Rain Shows ’84 in Los Angeles. Und jetzt, da ich realisiere, dass Mike im Publikum war, sehe ich es mir oft an, um zu sehen, ob ich ihn erkenne (lacht). Aber es macht dich nachdenklich. Warum war Mike vier Abende nacheinander da? Du hast bereits Thriller erschaffen, du hast den Moonwalk getanzt, du hast bahnbrechende Videos gedreht und du hast eine Million in der Woche verkauft. Du bist offiziell im Guinness Buch der Rekorde. Im Grunde wurden von Purple Rain 15 Millionen verkauft, aber es waren kaum die 33 Millionen, die von Thriller verkauft wurden. Warum also bist du so neugierig, wer hinter dir liegt? Dann wurde mir klar, dass du ohne Wettbewerb nicht so erfolgreich sein kannst. Michael wusste, dass Prince eine ernsthafte Bedrohung war. (Ravens Betonung)

http://www.vibe.com/content/michael-jackson-prince-oral-history-pg-2

Randy Taraborrelli goss weiteres Öl in die „Prince-und-Michael-Rivalität”, als er schrieb, dass Michael aus einer Filmvorführung von Purple Rain ging und so zitiert wird, dass Prince „gemein aussah”, nicht schauspielern konnte und dass er die Art, wie er Frauen behandelte, nicht mochte. (Für’s Protokoll: Es gibt eine Szene in Purple Rain, in der Prince in seiner Rolle Appolonia schlägt. Allerdings zeigt der Film auch auf, wie der Kreislauf von Gewalt sich fortsetzt, wenn jemand aus einem missbräuchlichen Umfeld kommt und dass derjenige daran arbeiten muss, diesen Kreislauf zu durchbrechen – etwas, von dem ich glaube, dass Michael ebenfalls eine Beziehung dazu hatte!)

Michael hat außerdem einige ausgesuchte Bemerkungen über Prince’ Song „Jack U Off“ vom Controversy Album gemacht, und sagt, er sehe nicht, wie jemand über etwas so Privates schreiben könne.

http://lacienegasmiled.wordpress.com/category/bromance/prince/

Michael billigte Prince’ „Jack U Off“ nicht. Aber hört euch „She Got It“ an, einen unveröffentlichten Titel von Dangerous und unbestreitbar Michaels „Prince-mäßigster“ Song überhaupt:

Aber lasst uns fair sein. Während Michael angeblich Seitenhiebe auf Prince abgab, hat Prince ebenfalls seinen gerechten Anteil an Sticheleien losgelassen. Diese Strophe von Prince’ Song „Life o’ The Party“ macht kein Geheimnis daraus, wer „der andere Typ” ist:

Aber es ist nichts, wenn es keinen Spaß macht
Meine Stimme wird höher
Und Ich habe niemals meine Nase machen lassen
Das ist der andere Typ … Prince

But it ain’t nothing if it ain’t fun
My voice is getting higher
and Eye ain’t never had my nose done
That’s the other guy… Prince

Hmmm. Er hat niemals seine Nase machen lassen? Nun, in Teil Eins habe ich ein altes Bild gezeigt, das eindeutig zeigt, dass Prince eine kosmetische Operation hatte. Ich werde es hier noch einmal einstellen. Fotos lügen nicht!

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Prince 7

Ich will jetzt nicht voreingenommen sein deswegen. Michael hat offensichtlich sehr viel mehr kosmetische Änderungen machen lassen als Prince. Trotzdem, dieser spezielle Seitenhieb war ein besonders scheinheiliger Fall von „Ein Esel schimpft den anderen Langohr”.

Trotz billiger Seitenhiebe äußerte Michael ein ums andere Mal die Bereitschaft mit Prince zusammenzuarbeiten. Über die Jahre waren mehrere Projekte geplant, die The Gloved One (Den mit dem Handschuh) und The Purple One (Den Lilafarbenen) zusammenbringen sollten (sorry, ich konnte dem schlechten, boulevardartigen Wortspiel nicht widerstehen!). Nicht eins davon wurde verwirklicht. Und in jedem dieser Fälle war es so, dass der Ball in Prince’ Spielfeld gespielt wurde und er sich weigerte, ihn aufzunehmen.

Typisches Beispiel: „We Are The World“. Es gehört zum Allgemeinwissen, dass Prince bei dem Projekt teilnehmen sollte, aber am Tag der Aufnahme nicht erschien. (Er kompensierte sein Fernbleiben allerdings, indem er dem Projekt einen anderen Song zur Verfügung stellte, 4 The Tears In Your Eyes).

Dann kann „Bad“ – und das erste wirkliche Zusammentreffen zwischen Michael und Prince! (Nun, offiziell war dies ihr „erstes“ Treffen, obwohl Prince laut dieser Seite der ungenannte Dinnergast in Latoyas Autobiografie ist, der Michael das seltsame, voodoo-mäßige Geschenk aus Talismane und Federn überreichte!

Prince 8Versuchte Prince Michael mit einem Voodoozauber zu belegen?

 

LaToya-Jackson-218x300Oder nahm Latoya Lehrstunden bei Maureen Orth darüber, „wie man Sensationsmache schreibt“?

Laut Taraborelli war das geplante „Duett“ für „Bad“ jedoch ein weiterer Werbegag von Frank DiLeo, aber einer, dem Michael zugestimmt hat. Das „Kunststück“ bestünde darin, auch Prince mit ins Boot zu ziehen.

Ich habe viele Male gehört, wie Quincy Jones diese Story erzählt hat. Auf der Special Edition von Bad gibt es einen ganzen Bonustrack, wo Quincy Jones über dieses „historische Treffen“ spricht, und obwohl er nicht klar sagt, dass das alles ein Werbegag war, streitet er es jedoch auch nicht ab.

Hier ist Taraborellis Darstellung dieses ersten Treffens:

Quincy arrangierte für Michael ein Treffen mit ihm (Prince), da er das Gefühl hatte, die beiden wären kreative Genies und sollten sich kennen, ob sie nun jemals miteinander singen würden oder nicht. Laut dem Autor Quincy Troupe „war es ein seltsames Gipfeltreffen. Sie standen in solch einer Konkurrenz zueinander, dass keiner in irgendeiner Art und Weise nachgeben würde. Sie saßen irgendwie dort, checkten sich gegenseitig ab, sagten jedoch nur sehr wenig. Es war eine faszinierende Pattsituation zwischen zwei sehr mächtigen Typen.“

Prince stimmte jedoch zu, sich das Band des Songs anzuhören. Nachdem er die erste Zeile gehört hatte – „Your butt is mine“ (Dein Arsch gehört mir) – lehnte er das Angebot ab. Nach seinen eigenen Angaben sagte Prince zu Michael, dass er diese Zeile nicht zu ihm singen würde, und Michael würde sie sicher nicht zu ihm singen! Er soll auch gesagt haben, dass Michael ihn nicht brauchen würde, damit der Song ein Hit wird (womit er Recht hatte!).

Prince spricht mit Chris Rock über die Ablehnung des Angebots, ein Duett für Bad aufzunehmen:

mickael-jackson-bad„DEIN ARSCH GEHÖRT MIR!“

 

Prince 9„WARTE EINEN MOMENT … WER WIRD DIESE ZEILE ZU WEM SINGEN?!“

Michael fasste die Abfuhr angeblich als eine Art Brüskierung auf, aber er ist nicht darauf herumgeritten. Er zog weiter und machte sein Ding. Was Prince betrifft: trotz dem, was er in dem Interview mit Chris Rock über „keine Rivalität“ sagt – und unabhängig davon, wie oft er in den darauffolgenden Jahren darüber gesprochen hat, wie sehr er Michael respektiert – kann ich mir nicht helfen, aber es hinterlässt den Eindruck, dass es in gewisser Weise Eifersucht und Arroganz seinerseits war, zumindest damals. (Vielleicht brachte das Erwachsenenalter wie bei allen Dingen einen gewissen Grad an später Einsicht und Weisheit). Meine ehrliche Meinung ist, dass er damals – als ein Großteil seines Reizes darauf basierte, das genaue Gegenteil von Michael Jackson zu sein – auch Angst gehabt haben könnte, seine Fangemeinde zu verprellen. Er könnte aber auch gewittert haben, dass Michael diesen Teil seiner Fangemeinde für sich zu gewinnen wollte und vielleicht empfand er das als echte Bedrohung.

Da beide die wortkargen, schüchternen, manchmal kryptischen Künstler waren, die sie nun einmal waren, ist es wirklich schwer, genau zu bestimmen, was sie dachten. Aber ich werde die Vermutung äußern, dass die Rivalität zumindest Mitte der 80er, als sie beide am Gipfel ihres Ruhms standen und beide Jugend und Testosteron an ihrer Seite hatten, etwas mehr als nur ein Lippenbekenntnis war.

ALAN LEEDS: Aber die Sache, als Michael sich an Prince wandte und wollte, dass er „Bad“ aufnahm, das machte ihn wirklich stinksauer. Prince meinte „Oh, er möchte mich auf Platte einschüchtern. Glaubt er, ich bin verrückt?“ Er konnte nicht genug aus sich heraus, um zu erkennen, dass das etwas war, von dem sie möglicherweise beide hätten profitieren können (Ravens Betonung). Es wäre nach wie vor Michaels Video gewesen und Prince wäre nur ein Gast gewesen. Das erfasste, wie die Beziehung nicht sein konnte. Sie waren wie Ali vs. Frazier. Und die Medien konnten nicht genug davon bekommen, diese Typen gegeneinander auszuspielen.

http://www.vibe.com/content/michael-jackson-vs-prince-oral-history-3

Sherilyn Fenn wallpaper

Sherilyn Fenn wallpaper

Sherilyn Fenn, heiß genug um … ein Ping Pong Match anzuzetteln?

Allem Anschein nach war die Rivalität gelegentlich mehr als nur eine berufliche. Das berüchtigte Ping Pong Match ereignete sich, als Michael versuchte, die Aufmerksamkeit von Prince‘ Freundin Sherilyn Fenn zu ergattern (Ah, jetzt kommen wir zum wirklich Wesentlichen dieser Situation! Er hat ihn nicht nur dazu „gedrängt“, „your butt is mine“ zu singen, es scheint, dass Michael ebenfalls versuchte, einen gehörnten Mann aus dem armen Prince zu machen!).

QUESTLOVE: Da gab es diese jetzt berüchtigte Story über ein Ping Pong Match zwischen Mike und Prince 1986, als Prince Under The Cherry Moon aufnahm und Mike an Captain Eo arbeitete. Und sie beide wetteiferten um die Aufmerksamkeit von Prince‘ Mädchen Sherilyn Fenn, die damals echt heiß war. Es war ein verrücktes Ping-Pong Spiel. Er sagte, dass MJ wie Helen Keller spielte. [Redaktionelle Anmerkung: Prince‘ Drummer Bobby Z gab in der Minneapolis Star Tribune über die gutartige Auseinandersetzung des ungleichen Paars MJ und Prince zu Protokoll „Sie warfen in [Prince‘] Paisley Park Körbe. Prince hatte eine tief verwurzelte wetteifernde Natur, es ist also leicht zu erkennen, wo er sich gegen Jacksons Erfolg messen würde.“]

http://www.vibe.com/content/michael-jackson-prince-oral-history-pg-2

Aber wie kam es wegen Michaels Spiel zu dem Helen Keller Kommentar? Diese Story kam vom Techniker David Z, der das Match verfolgt hat:

„Michael legte seinen Schläger ab und hielt seine Hände vors Gesicht, damit ihn der Ball nicht treffen konnte. Michael ging mit seinem Bodyguard und Prince fing an, wie ein Gockel herumzustolzieren. ,Hast Du das gesehen? Er spielte wie Helen Keller.‘“

http://newsroom.mtv.com/2009/06/29/michael-jackson-vs-prince-the-forgotten-rivalry/

Wenn Michael sich schuldig gemacht hat, Prince‘ Mädchen stehlen zu wollen, dann war Prince allerdings auch schuldig, sich an Michaels Schwester ranzumachen, wenn man Latoya glauben kann (natürlich hat laut Latoya jeder Mann versucht, sich an sie ranzumachen!)

Aus Latoya Jacksons Autobiographie von 1978

Da ich unter so vielen Brüdern aufgewachsen bin, mochte ich Männer als Freunde, aber ich war total unerfahren in der Entschlüsselung nonverbaler Signale zwischen Männern und Frauen.

Kurz nachdem Prince „Soft and Wet“ herausgebracht hat, hat er sich mir schüchtern bei einer Rollerskating Party vorgestellt. „Hi.“

„Hi“, sagte ich lässig.

„Ich bin Prince.“

„Ja, ich weiß.“ Es stand außer Frage – die großen braunen Augen, flaumiger Schnurrbart und glatte schwarze Haare. Obwohl ich gesessen bin, um mir meine Skates anzuziehen, hatte er fast meine Höhe.

„Ich wollte Dich nur wissen lassen, dass ich wahnsinnig in Dich verliebt bin.“ flüsterte er leidenschaftlich.

„Oh.“ Ich dachte, das wäre seine Art gewesen, jemanden Komplimente zu machen. Ich hatte keine Ahnung von seinen wahren Absichten, bis er sagte „Ich habe all Deine Bilder und alles und ich mag alles an Dir.“ Seine Stimme verstummte allmählich, als ihm die Worte ausgingen.

„Oh… das ist nett.“

Die meisten Mädchen hätten ihn geküsst oder geschlagen. Ich? Ich stand auf, sagte beschwingt „Naja, hoffe, Du hast heute einen schönen Abend!“ und skatete davon.

http://lacienegasmiled.wordpress.com/category/bromance/prince/

Ihre sportliche Rivalität übertrug sich laut Bobby Z auch auf Basketballspiele in Paisley Park:

http://newsroom.mtv.com/2009/06/29/michael-jackson-vs-prince-the-forgotten-rivalry/

Man kann sich nur fragen, ob diese Matches so ähnlich waren wie das Jackson/Jordan Match in Jam!

Wenn man berücksichtigt, dass Prince nur 158cm groß war im Vergleich zu Michaels 175cm (was beides nicht gerade Basketballmeisterschaftsmaße sind) kann ich mir nur vorstellen, dass diese Spiele nur durchschnittlich waren, aber ich wäre liebend gerne ein Mäuschen gewesen auf dem Spielfeld während dieser Matches! (Wie Michael gesagt hätte, wurde dort wahrscheinlich „wie verrückt gemogelt!“).

Prince äußerte sich bekanntlich zu Michael Jacksons Talenten als Kämpfer und Konkurrent:

QUESTLOVE: Erinnerst Du Dich an dieses unglückliche Duett zwischen Eddie Murphy und Michael namens „Whatzupwitu”? Ich habe fünf Stunden unbearbeitetes Filmmaterial von diesem Videodreh. Michael und Eddie hatten eine Green Screen hinter sich und irgendwann in der zweiten Stunde kam die Sprache auf Prince. Und Eddie sagt „Yeah man… Prince ist ein böser Motherfucker. Ich bin froh, mit Dir zu arbeiten, aber ich träume auch davon, mit ihm zu arbeiten.“ Und ich glaube nicht einmal, dass Mike wusste, dass die Kamera auf ihn gerichtet war und er sagt „Ja, er ist ein naturgegebenes Genie.“ Und dann, vier Takte später, sagt Michael „Aber ich kann ihn schlagen [lacht].“ (Ravens Betonung).

http://www.vibe.com/content/michael-jackson-vs-prince-oral-history-3

Scheinbar machte Michael 1996 einen letzten Versuch, um sich für eine Zusammenarbeit an Prince zu wenden. Ich bin mir nicht sicher, worum es bei diesem geplanten Projekt ging. Aber trotz wachsender Karriereprobleme schien Prince auch Mitte der 90er seinen Stolz nicht weit genug unterdrücken zu können, um das Angebot anzunehmen.

Hätte er damals anders gehandelt, wenn er gewusst hätte, dass die Zeit abläuft? Das werden wir niemals erfahren.

Michael Jackson 2„WARUM HAT PRINCE SEINEN BASS DIREKT IN MEIN GESICHT GESPIELT?“ – MIKE SUCHT EINE ANTWORT AUF EINE DER VERWIRRENDSTEN FRAGEN DES LEBENS!

Michael erschien derjenige zu sein, der die Stiche der wiederholten Zurückweisungen und die garstigeren Aspekte der Rivalität am meisten gespürt hat:

WILL.I.AM (Kopf der Black Eyed Peas; Ist live mit Prince aufgetreten und hat mehrere Titel für Michael Jackson produziert): Ich hatte 2008 eine Show mit den Black Eyed Peas und später an diesem Abend bin ich mit Prince im Palms Hotel aufgetreten. Ich rief Micheal kurz vor der Show an und sagte „Hey Mike, ich bin in Vegas.“ Ich erzählte ihm von dem Auftritt im Palms mit Prince und fragte ihn, ob er kommen wollte. Er war anfangs etwas beklommen, aber ich sagte ihm „Lass mich Prince anrufen, um zu sehen, ob alles OK ist.“ Ich saß neben Mike, nachdem ich einen Song mit Prince beendet hatte und er kommt Bass spielend von der Bühne runter, genau auf unseren Tisch zu… bearbeitete den Bass bis zum Geht nicht mehr! Es war das coolste Erlebnis, das ich jemals hatte. Ich war mit meinen beiden Helden zusammen. Während wir an neuem Material für sein Album arbeiteten, fragte mich MJ, warum die Leute ihn nicht genauso als ernstzunehmenden Songwriter sahen wie Prince. Es war ein Schock, das von solch einem ikonischen Künstler zu hören. (Ravens Betonung).

http://www.vibe.com/content/michael-jackson-prince-oral-history-pg-4

Das obige ist eine wichtige Offenbarung. Michael war sich dessen sehr bewusst, dass seine Talente und Leistungen als Songschreiber nicht den gleichen Respekt erhielten wie die von Prince, obwohl er in die Songwriter’s Hall of Fame aufgenommen wurde (eine Ehrung, die Prince ironischerweise nicht zuteilwurde). Es zeigt auch, dass er auf einer sehr tiefgehenden Ebene als Künstler ernstgenommen werden wollte, nicht nur als ein großartiger Showman. Er wollte Prince‘ Level an künstlerischem Respekt; er sehnte sich danach auf die gleiche Weise, in der ein Mensch Brot begehrt, selbst wenn ihm Kaviar gegeben wird. Wenn man berücksichtigt, dass sie beide getriebene und erfolgreiche Künstler waren, die einige der gefeiertsten und beständigsten Popklassiker unserer Zeit erschufen, ist es verständlich, warum Michael die Hauptlast der zwischen ihnen gemachten Unterschiede so stark fühlte. Wenn er vielleicht nur ein Showman gewesen wäre – statt einer der besten Songschreiber unserer Zeit – hätte es nicht annähernd so geschmerzt. Aber Michael kannte die Wahrheit.

Prince selbst war immer schnell damit, Michaels Kunst zu verteidigen und bezeichnete ihn mehr als einmal als ein „schieres Genie“.

Und vielleicht hatte Michael in gewisser Hinsicht letztlich doch das letzte Wort!

2008 lud Will I Am Michael zu einem Konzert in Las Vegas ein, wo The Black-Eyed Peas mit Prince gemeinsam auftraten. Es war das letzte Mal, dass sich die beiden Legenden persönlich getroffen haben.

Will I Am spricht hier über dieses Konzert (und andere Erinnerungen an Michael):

http://news.bbc.co.uk/2/hi/entertainment/8123506.stm

Dieser Bericht über das Konzert und was sich laut einem Interview mit Will I Am in dieser Nacht abgespielt hat, wurde aus einem deutschen Artikel übersetzt:

Will.i.am: … Ich war mit den Black Eyed Peas vor ein paar Monaten in Las Vegas. Da ruft mich Prince an, der in einem Casino spielte: „Hey, willst Du heute mit mir auftreten?” Klar, sage ich, natürlich! Am nächsten Tag rief mich sein Assistent an und sagte: „Prince würde gern wissen, ob Du Lust hättest, heute Abend noch einmal mitzuspielen.” Lust? Was gibt es Cooleres als mit Prince aufzutreten? Genau: An zwei Tagen hintereinander mit ihm aufzutreten! Ein paar Minuten später bekomme ich einen weiteren Anruf: „Hey, hier ist Mike, was machst du gerade so?” Mike? Michael Jackson? Wow! Er hatte zu dem Zeitpunkt das Studio gewechselt, von Irland nach Las Vegas. Ich sage also: „Hey, ich trete heute Abend hier mit Prince auf.” – „Prince? Das ist toll!” – „Du solltest vorbeikommen!” – „Wirklich? Meinst Du, das wäre cool?” – „Das wäre verdammt cool!” – „Okay, dann komm ich.” Das muss man sich mal vorstellen: Ich trete mit Prince auf, und Michael Jackson sitzt im Publikum! Heilige Scheiße! Wie wahrscheinlich ist es, dass ein Mensch innerhalb von zehn Minuten erst einen Anruf von Prince bekommt und dann einen von Michael Jackson?

SZ: Die Wahrscheinlichkeit liegt bei null.

Will.i.am: Richtig. Okay, ich mache mich also am frühen Abend auf den Weg zum Konzert und – bleibe im Verkehr stecken! Fuck, denke ich, gibt es einen schlechteren Zeitpunkt im Stau zu stehen? Ich springe also irgendwann aus dem Auto und renne los. Ich schaffe es in der allerletzten Sekunde in den Club. Alles läuft wunderbar, nach drei Minuten bin ich wieder runter von der Bühne, Prince ruft noch ins Mikrofon „Give it up for Will.i.am!”, ich schleiche mich in den Saal und setze mich an den Tisch von – Michael Jackson. Er ist also wirklich gekommen! „Wie fandest Du mich?”, frage ich ihn. Er antwortet: „Ich wusste gar nicht, dass du rappst.” Wie bitte? Der Mann hat mich für ein paar Aufnahmen ins verdammte Irland einfliegen lassen, und er wusste nicht einmal, dass ich nicht nur Produzent bin, sondern auch Rapper! Ich sage: „Hörst du nie meine Musik, guckst du nie meine Videos? Ich bin verdammt nochmal der Hauptrapper der Black Eyed Peas!” Anyway. Neben Michael Jackson sitzt noch der Schauspieler Chris Tucker, und dann kommt Prince von der Bühne runter auf uns zu…

SZ: … und sieht Michael Jackson am Tisch mit Ihnen sitzen?

Will.i.am: Yo. Er hat seinen Bass umgeschnallt und bleibt vor unserem Tisch stehen. Da sitzen wir also: Michael Jackson, Chris Tucker und ich. Prince steht direkt vor Michael Jackson und improvisiert auf seinem Bass: Slap! Sonst macht er – nichts! Sagt – nichts! Spielt einfach. Was für eine Szene! Als Prince wieder zurück auf der Bühne ist, sagt Michael Jackson zu mir: „Prince hat mir mit seinem Bass mitten ins Gesicht gespielt! Was sollte das denn?” Naja, sage ich: „Du bist schließlich inkognito hier! Stell dir doch mal vor, Prince hätte gesagt: ,Ja, und hier sitzt übrigens Michael Jackson.’ Die Leute sind ja schon wegen Prince genug ausgerastet, geschweige denn, sie hätten gewusst, dass du auch da bist!” Tja, das war sie dann, die verrückteste Nacht meines Lebens.

http://prince.org/msg/7/312585

[deutscher Originalartikel: http://www.sueddeutsche.de/kultur/interview-mit-william-wen-interessieren-silberne-plastikscheiben-1.251061; Anm.d.Übers.]

Nun, ich weiß nicht, wie sehr man den Gerüchten Glauben schenken kann. Aber ich habe (unbestätigt) gehört, dass Michael an jenem Abend gesagt haben soll, dass er froh sei, niemals eine Gitarre gebraucht zu haben, um zu beweisen, dass er einen Penis hat.

Autsch.

Michael hat sich zumindest öffentlich nie über Prince geäußert, ebenso wie er sich nur sehr selten über irgendwelche andere Künstlerkollegen geäußert hat. Um die Frage zu beantworten, wie sie miteinander zurechtgekommen sind: Ich denke nicht, dass sie jemals wahre Freunde waren (trotz Bobby Zs Beharren: http://www.drfunkenberry.com/2009/06/27/prince-michael-jackson-were-friends/). Ich kann sie mir nicht als „beste Kumpel“ vorstellen. Ich denke, sie hatten einen sehr fest verwurzelten, manchmal missgönnenden Respekt für einander, gepaart mit einem heftigen Sinn für Konkurrenzdenken – was für beide gleichermaßen gilt. Die wenigen Male, die sich ihre Wege kreuzten, waren sie immer herzlich zu einander, obwohl die unterschwelligen Spannungen fast immer spürbar waren. Ich bin mir sicher, dass sie zeitweise eine lockere Kameradschaft hatten. Ich kann sie mir leicht dabei vorstellen, ein paar Körbe zu werfen, vielleicht mit einem Crown anzustoßen und ein paar Witze zu machen. Sie hätten diese Art der Verbundenheit haben können, die einfach aus dem gegenseitigen Verständnis heraus entsteht, weil sie beide den gleichen Berühmtheitsgrad hatten. Vielleicht war es ihnen in jenen raren Momenten, wenn die Welt nicht zusah – wenn sie ihre Masken und ihre Schutzmechanismen lange genug fallen lassen konnten, um einfach Michael Joseph Jackson und Prince Roger Nelson zu sein – möglich, dieses verwandtschaftliche Verhältnis zu finden. Doch für wie lange oder wie oft, werden wir vielleicht niemals mit Sicherheit wissen.

Zwei seltene, jugendlich frische Fotos: Michael und Prince ohne ihr bekanntes Makeup:

Michael Jackson PHM

Prince 10

Als uns Michael am 25. Juni 2009 verlassen hat, gab es viele Spekulationen darüber, ob sich Prince den Rängen der Prominenten anschließen würde, die offizielle Stellungnahmen abgaben. Er äußerte sich in einem französischen Interview auf diese sehr kurze und bündige Art:

„Es ist immer traurig, jemanden zu verlieren, den man liebt.“

Auf typisch kryptische Prince-Art war das vielleicht alles, was gesagt werden musste. Seither begnügte er sich wie immer damit, die Musik sprechen zu lassen und inkludierte einige Michael Jackson Songs in seine Liveauftritte als Tribute.

War er aufrichtig, als er sich auf Michael bezog als jemanden, den er liebte?

Ich würde sagen, nach seinem besten Vermögen, ist diese Antwort ja.

Update: Ich verfasste den ganzen obigen Text vor mehr als fünf Jahren im Jahr 2011, offenkundig lange vor Prince‘ tragischem Tod am 21. April diesen Jahres. Damals war es meine Absicht, eine ausgewogene Beschreibung ihrer „Rivalität“ und ihrer persönlichen Freundschaft zu präsentieren, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Als ich mir das Geschriebene von damals erneut durchgelesen habe, war ich versucht, ein paar Passagen im Nachhinein zu überarbeiten. Aber dann dachte ich nein, es würde keinem der beiden wirklich einen Gefallen tun, die Wahrheit zu beschönigen. Es mindert den enormen Respekt, den ich für beide empfinde, in keinster Weise. Es zeigt einfach die menschlichen Schwächen der beiden und auch die Tatsache, dass beide niemals diesen Erfolg gehabt hätten, wenn sie nicht solche Egos gehabt hätten und die enorme wetteifernde Ader, die notwendig ist, um ein erfolgreicher Performer zu sein.

In der Woche seit Prince‘ Tod haben wir eine ähnliche globale Welle des Schocks und der Trauer gesehen, die wir 2009 gesehen haben. Michael Jackson Fans fühlten diesen Schmerz; für uns ist es ein weiterer Verlust, der diesen kulturellen Nerv getroffen hat. In den Jahren nach dem Verlust Michaels empfanden viele von uns, dass Prince immer noch zu haben, zumindest eine Art Trost war – dass wir zumindest einen Teil der Magie unserer Jugend immer noch hatten. Jetzt ist es nur noch ein Gefühl der Leere.

Prince TrauerDie Fan-Gedenkstätten vor Paisley Park bringen für MJ Fans schmerzvolle Erinnerungen hervor

In der letzten Woche war ich wie viele andere des „Prince Pauken“ schuldig – plötzlich wollte ich möglichst viel über einen Künstler lernen, den ich geliebt habe, den ich aber zugegebenermaßen als zu selbstverständlich betrachtet habe, als er noch hier war. Es war die gleiche Phase der Entdeckung, die ich mit Michael durchgemacht habe, als ich immer erstaunter wurde über solch einen begabten Künstler und großartigen Menschen, den ich mir irgendwie nie erlaubt habe, zu Lebzeiten besser kennen zu lernen. Über Prince habe ich ebenfalls so viel gelernt, das ich zuvor nie wirklich beachtet habe – sein humanitäres Wirken, worüber, wie bei Michael, oft zu wenig berichtet wurde; die Tiefe seines privaten Schmerzes, das Leid und der Mut, da er trotz oft lähmender Schmerzen weiter erschuf, immer sein tapferstes Gesicht für seine Fans zeigte; oder einfach nur, wie sarkastisch lustig er in Interviews sein konnte, wie in dem Interview in der Arsenio Hall Show 2014.

Auf typische Art und Weise haben viele MJ und Prince Fans versucht, die Ungeheuerlichkeit dieses zweifachen Verlustes auszugleichen, wie es nur jene von uns wirklich können, die diese Zeiten durchlebt haben – mit einer gesunden Dosis Humor. Ich möchte euch hier ein paar meiner liebsten Bildunterschriften der letzten Woche zeigen, die einige Tränen in Glucksen verwandelt haben.

In diesem Sinne, gute Nacht, lieber King und Prince.

Prince Michael Jackson Humor

*Prince betritt das Himmelstor*

Hm, hm, hm. Wenn es nur nicht Michael ist.

*Michael dreht sich um* Ach Du Hölle.

Übersetzung: Ilke & Doris

Eine beschämende Episode in der Mediengeschichte

Eine beschämende Episode in der Mediengeschichte (ein Artikel von Charles Thomson, 13/6/2010)

Der Journalist Charles Thomson schrieb 2010 den hervorragenden Artikel “One Of The Most Shameful Episodes in Journalistic History” – “Eine beschämende Episode in der Mediengeschichte” , darüber, wie die Medien über Jahrzehnte mit Michael Jackson umgingen. Dieser Artikel ist immer noch aktuell und lesenswert!

Original in Englisch: One of the Most Shameful Episodes In Journalistic History http://www.huffingtonpost.com/charles-thomson/one-of-the-mostshameful_b_610258.html

Es ist heute 5 Jahre her, dass 12 Juroren Michael Jackson uneingeschränkt von den verschiedenen Anklagepunkten der Kindesbelästigung, der Verschwörung und der Gabe von Alkohol an ein minderjähriges Kind freisprachen. Schwer zu beurteilen, wie der Michael Jackson-Prozess in die Geschichte eingehen wird. Vielleicht als ein klassisches Beispiel westlichen Promikults. Vielleicht als ein Beispiel für Lynchen im 21. Jahrhundert. Ich persönlich denke, er wird als die abscheulichste Episode des Journalismus in Erinnerung bleiben.

Erst wenn man sich durch die Zeitungsarchive gewühlt und Stunden von Fernsehberichten gesehen hat, wird man das wirkliche Ausmaß des Fehlverhaltens der Medien erkennen. Es war flächendeckend. Zweifelsohne gab es Reporter, Zeitungen und TV-Sender, die ganz offensichtlich auf Seiten der Anklage standen, aber viele der Fehlleistungen der Medien waren systembedingt. Wie gibt man in einem Medienbetrieb, der stets auf der Suche nach knappen, eingängigen Phrasen ist, 8 Stunden Zeugenbefragung in 2 Sätzen korrekt wieder? Wie widersteht man in einer Zeit sich überschlagender Nachrichten und konstanten Bloggens der Versuchung, bei der erstmöglichen Gelegenheit aus dem Gerichtssaal zu rennen und über die neuesten sensationslüsternen Beschuldigungen zu berichten, auch wenn dies bedeutet, einen Teil der Zeugenbefragungen des Tages zu verpassen?


Wenn ich auf den Michael Jackson-Prozess zurückblicke, sehe ich eine außer Kontrolle geratene Medienlandschaft. Man kann sich kaum vorstellen, welcher Abgrund an Propaganda, Voreingenommenheit, Verzerrung und Fehlinformation sich da auftat. Ein Vergleich der Gerichtsakten mit den Zeitungsberichten macht deutlich, dass der Prozess, so wie er der Öffentlichkeit präsentiert wurde, so gar nichts mit den Ereignissen zu tun hatte, die im Gerichtssaal stattfanden. In den Protokollen findet sich eine schier endlose Liste von zwielichtigen Zeugen der Anklage, die sich in Widersprüche verwickelten und von denen beinahe stündlich einer unter dem Kreuzverhör zusammenbrach. Presse und Fernsehen berichteten täglich über die abscheulichsten Anschuldigungen und schmutzigsten Unterstellungen.


Es war der 18. November 2003, als 70 Sheriffs in Michael Jacksons Neverland Ranch eindrangen. Unmittelbar nach Bekanntwerden dieser Nachricht änderten die Nachrichtensender ihr Programm und gingen zur 24-Stunden-Berichterstattung über. Als sich andeutete, dass Jackson beschuldigt wurde, den krebskranken Jungen Gavin Arvizo belästigt zu haben, der bekannterweise die Hand Jacksons in Martin Bashirs Dokumentation “Living with Michael Jackson” gehalten hatte, gerieten die Medien außer Kontrolle. Fernsehsender waren so besessen vom Jackson-Skandal, dass über einen Terroranschlag in der Türkei so gut wie gar nicht berichtet wurde, nur CNN war die gemeinsame Pressekonferenz von George Bush und Tony Blair zum Vorfall eine Meldung wert.

Die drei größten amerikanischen Nachrichtensender brachten sofort mehrstündige TV-Specials zum Jackson-Fall, obwohl zu dem Zeitpunkt außer der Tatsache, dass es Anschuldigungen gab, nichts bekannt war, und auch die Staatsanwaltschaft keine Fragen beantwortete.
CBS widmete dem Thema eine Episode von ’48-Hours Investigates’, NBCs Dateline und ABCs 20/20 brachten ebenfalls in kürzester Zeit Jackson-Sondersendungen. In den zwei Tagen der Neverland-Razzia, noch bevor Michael Jackson überhaupt verhaftet wurde, kündigte der Sender VH1 eine halbstündige Dokumentation mit dem Titel “Der Michael Jackson-Sexskandal” an.

Die Zeitung ‘Daily Variety’ beschrieb die Jackson-Story als “ein Gottesgeschenk für die Medien, wobei speziell die nationalen und lokalen TV-Sender darauf hofften, auf diese Weise in der so wichtigen letzten Novemberwoche Rekord-Einschaltquoten zu erzielen.”

Daily Variety hatte Recht. Die Quoten der Promi-Klatsch-Sender schnellten in die Höhe, als die Jackson-Story einschlug. Die Einschaltquoten des Promi-TV-Magazins ‘Access Hollywood’ übertrafen die der Vorwoche um 10%. Die Konkurrenten ‘Entertainment Tonight’ und ‘Extra’ erzielten die höchsten Einschaltquoten der Saison und ‘Celebrity Justice’ konnte sich über einen Anstieg von 8% freuen.

Zeitungen reagierten ebenso hysterisch wie TV-Stationen: “Pervers!” titelte die New York Daily News. Mit “J.A.C.K.O: Nun bist Du dran” schlug die Schlagzeile der New York Post in die gleiche Kerbe.

’The Sun’, Großbritanniens größte Zeitung, brachte einen Artikel mit der Schlagzeile “He’s Bad (er ist schlecht), He’s Dangerous (er ist gefährlich), He’s history (er ist Geschichte)”. Das Blatt brandmarkte Jackson als einen “Ex-Schwarzen Ex-Superstar”, einen “Freak” und ein “verrücktes Individuum” und rief dazu auf, Jacksons Kinder in Sicherheit zu bringen. “Wenn er nicht ein Pop-Idol mit einem Haufen Geld wäre, dann wäre er schon Jahre zuvor weggesperrt worden.”

Angestachelt vom Anstieg der Zuschauerzahlen durch den Jackson-Skandal, machten es sich die Medien zu ihrer Mission, die Story bis aufs Äußerste auszuschlachten. Tom Sinclair vom Magazin ‘Entertainment Weekly’: “Medienvertreter vom schmutzigsten Schmierenreporter bis zum angesehensten Nachrichtenjournalisten überschlugen sich, Material zusammenzutragen, um Kolumnenspalten und Sendezeit mit J.A.C.K.O-Exklusivmeldungen und Talkrunden zu füllen”.

”Der Druck auf die Presseleute ist enorm,” so Anwalt Harland Braun zu Sinclair. “So fühlen sich Rechtsanwälte, von denen Du vorher nie gehört hattest, berufen, im TV über einen Fall zu sprechen, den sie überhaupt nicht kennen.”

Sinclair fügt hinzu, “Und nicht nur Rechtsanwälte. Jeder, vom Arzt, Journalisten, Psychiater bis zum Supermarktverkäufer, der Jackson mal bedient hat, meint, dies genügt, sich über Jackson im Fernsehen und in der Zeitung äußern zu können.

Die Medien hatten vollauf damit zu tun, jede Menge selbsternannter Experten und Leute, die nicht zum engeren Bekanntenkreis Jacksons gehörten, nach ihrer Meinung zum Skandal zu befragen. Unterdessen bediente sich das Team der Staatsanwaltschaft im Fall Jackson fragwürdiger Methoden, aber die Medien kümmerte dies anscheinend nicht.


Während der Neverland-Razzia überschritt Bezirks-Staatsanwalt Tom Sneddon, der Jackson bereits 1993 erfolglos strafrechtlich verfolgt hatte, seine Befugnisse, als seine Mitarbeiter in Jacksons Büro eindrangen und eine Unmenge an Geschäftsunterlagen beschlagnahmten, die für den Fall aber keinerlei Bedeutung hatten. Zudem drangen sie illegalerweise ins Büro eines Mitarbeiters des Verteidigungs-Teams ein und entfernten für Jackson entlastendes Material aus dem Haus seines persönlichen Assistenten.

Sneddon schien außerdem jedes Mal grundlegende Bestandteile seines Falles zu verfälschen, wenn Beweise ans Licht kamen, die die Behauptungen der Arvizos als unwahr erscheinen ließen. Als er z.B. auf zwei Video-Interviews stieß, in denen die komplette Arvizo-Familie Lobgesänge auf Jackson sang und jeden Missbrauch verneinte, erhob er Anklage wegen Verschwörung und machte geltend, dass die Familie gezwungen worden sei, die Unwahrheit zu sagen.

In einem ähnlichen Beispiel erklärte Jacksons Anwalt Mark Geragos im Januar 2004 gegenüber NBC, Jackson habe ein “wasserdichtes Alibi” hinsichtlich der Daten im Anklageprotokoll. Bis Jackson zu den Verschwörungsvorwürfen im April vernommen wurde, waren die Daten zur Kindesbelästigung in vorherigen Fällen um fast zwei Wochen verschoben worden.

Sneddon wurde später beim offensichtlichen Fälschen von Fingerabdruckbeweisen gegen Jackson erwischt, als er dem Ankläger Gavin Arvizo während des Grand-Jury-Verhörs Pornohefte in die Hand gab, sie dann in einen Umschlag packte und versendete, um die Fingerabdrücke untersuchen zu lassen.


Nicht nur, dass Medien in ihrer Mehrzahl über diese fragwürdigen und bisweilen auch illegalen Aktivitäten der Anklageseite hinwegsahen, man schien offensichtlich Gefallen daran zu finden, der vernichtenden Propaganda der Anklageseite ständig neuen Stoff zu geben, obwohl keinerlei unterstützendes Beweismaterial existierte. Zum Beispiel trat TV-Reporterin Diane Dimond Tage nach Jacksons Festnahme in ‘Larry King Live’ auf und erwähnte wiederholt einen Stapel Liebesbriefe, die der Star angeblich Gavin Arvizo geschrieben habe.

”Weiß irgendjemand hier von der Existenz dieser Briefe?” fragte King.
”Ohne jeden Zweifel”, antwortete Dimond. “Ich weiß es. Ich bin mir 100% sicher, dass es sie gibt!”
”Diane, haben Sie sie gelesen?”
”Nein, ich habe sie nicht gelesen.”

Dimond gab zu, die Briefe nie gesehen zu haben, sie nie gelesen zu haben, berief sich aber auf “zuverlässige Rechtsquellen”. Aber diese Liebesbriefe hat nie jemand zu Gesicht bekommen. Als Dimond sagte, sie sei sich “hundertprozentig sicher”, was deren Existenz betreffe, stützte sie ihre Aussage einzig auf Äußerungen aus Polizeikreisen. Bestenfalls dienten die Polizeiquellen dazu, die Glaubwürdigkeit der Arvizo-Vorwürfe zu untermauern, schlimmstenfalls entstand aus ihnen eine Story, die nur dazu diente, Jacksons Namen zu besudeln. So oder so, die Geschichte ging um die Welt, ohne dass es auch nur den geringsten Beweis dafür gab.


Es war über ein Jahr nach Jacksons Festnahme und dem Beginn seines Prozesses, und die Medien versuchten alles, um die Story in der Zwischenzeit auszukochen. Wohlwissend, dass es Michael Jackson gerichtlich untersagt war, sich in der Öffentlichkeit zu den Vorwürfen zu äußern, ließen der Anklage nahestehende Personen Dokumente, wie das Jordan Chandler Polizeistatement von 1993, durchsickern. Die Medien waren hungrig nach Skandalen und Sensationen und stürzten sich darauf.

Zur gleichen Zeit wurden Beschuldigungen, die in den 90ern von verdrossenen Ex-Angestellten an die TV-Sender verkauft worden waren, wieder aufgewärmt und als Neuigkeiten präsentiert. Einige Details der Arvizo-Beschuldigungen sickerten ebenso regelmäßig durch.

Während die meisten Medien diese Storys als Behauptungen und nicht als Fakten präsentierten, hatten Anzahl und Häufigkeit solcher Geschichten, die Jackson mit dem hässlichen Vorwurf des sexuellen Missbrauchs in Verbindung brachten, einen verheerenden Einfluss auf das Image des Stars, auch deswegen, weil es ihm unmöglich gemacht wurde, sich dagegen zur Wehr zu setzen.

31.1 Jury selection

31.1.2005 – Beginn der Jury Auswahl

Die Verhandlung begann Anfang 2005 mit der Auswahl der Jury. Von NBC über die Juryauswahl seitens der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung befragt, sagte Dimond, der Unterschied sei, dass die Staatsanwaltschaft nach Jurymitgliedern suche, die eine Ahnung von “Gut und Böse” hätten und die Recht und Unrecht unterscheiden könnten.

Die Juroren waren kaum ausgewählt, da versuchte Newsweek ihre Autorität schon mit dem Argument zu untergraben, dass eine Jury aus der Mittelschicht die Kläger-Familie Arvizo aus der Unterschicht wohl kaum fair beurteilen könne. In dem Newsweek-Artikel “Die Klassenkarte ausspielen” stand zu lesen: “Der Jackson-Fall könnte von etwas anderem abhängen als Rassenfragen. Und damit meinen wir nicht die Beweise.”

Als die Verhandlung in Gang kam, war sehr schnell klar, dass der Rechtsfall sehr viele Lücken aufwies. Der einzige “Beweis” der Staatsanwaltschaft waren ein paar Pornohefte für Heterosexuelle und ein paar legale Kunstbücher. Thomas Mesereau schrieb in einem Antrag: “Die Anstrengungen, Mr. Jackson dafür vor Gericht stellen zu wollen, die größte Bibliothek der Welt zu besitzen, sind alarmierend. Seit den Zeiten des Nazi-Regimes vor knapp 75 Jahren hat es das nicht mehr gegeben, dass jemand unter dem Vorwand, der Besitz von Büchern bekannter Künstler stelle den Beweis für ein Staatsverbrechen dar, strafrechtlich verfolgt wurde.”


Gavin Arvizos Bruder Star ging früh in den Zeugenstand und sagte, er könne zwei Fälle von Missbrauch bezeugen, aber seine Aussagen waren vollkommen widersprüchlich. Betrachtet man den einen Fall des Missbrauchs, so sagte er vor Gericht aus, Jackson habe Gavin liebkost. In einer früheren Aussage hatte er den Vorfall noch ganz anders beschrieben und angegeben, Jackson habe seinen Penis an Gavins Gesäß gerieben. Auch zu den anderen Vorwürfen machte er vor Gericht an zwei aufeinander folgenden Tagen zwei verschiedene Aussagen.

Während des Kreuzverhörs zeigte Jacksons Anwalt Thomas Mesereau dem Jungen ein Exemplar der Pornofilmreihe ‘Barely Legal’ und befragte ihn wiederholt, ob das die Ausgabe sei, die Jackson ihm und seinem Bruder gezeigt habe. Der Junge bestand darauf, dass es so war, woraufhin Mesereau darlegte, dass die fragliche Ausgabe erst im August 2003 erschienen war, fünf Monate nachdem die Arvizo-Familie Neverland verlassen hatte.

Aber diese Information ging nahezu völlig unter. Die Medien richteten ihr Augenmerk lieber auf die Anschuldigungen des Jungen als auf das Kreuzverhör, das sie widerlegte. Anschuldigungen sind immer für griffige Schlagzeilen gut, ein komplexes Kreuzverhör nicht.


Als Gavin Arvizo aussagen sollte, behauptete er, Jackson habe den ersten Missbrauch initiiert mit den Worten, Jungen müssten masturbieren, sonst würden sie zu Vergewaltigern. Allerdings hatte der Junge, dies bewies Mesereau im Kreuzverhör, bei vorangegangenen Befragungen angegeben, dass diese Äußerung von Gavins Großmutter stammte, nicht von Jackson. Damit war klar, dass die ganze Anklage auf einer Lüge aufbaute.

Im Kreuzverhör schadete der Junge der Verschwörungs-Theorie der Staatsanwaltschaft sehr mit seiner Aussage, er habe auf Neverland niemals Angst gehabt und habe auch nie von dort weg gewollt. Auch wichen seine Aussagen zum angeblichen Missbrauch von denen seines Bruders ab.

Unglücklicherweise für Jackson wurde das Kreuzverhör von den Medien praktisch komplett ignoriert, da die Presse viel lieber darüber berichtete, dass Jackson an diesem Tag in Schlafanzughosen vor Gericht erschien. Dafür muss man wissen, dass Michael Jackson am ersten Tag der Vernehmung Gavins in seiner Dusche ausrutschte, Lungenquetschungen erlitt und ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Als Richter Rodney Melville Jackson mit einer Zwangsvorladung drohte, wenn er nicht binnen einer Stunde erschiene, beeilte sich Jackson und kam in den Pyjamahosen zum Gericht, die er getragen hatte, als er ins Krankenhaus gebracht wurde.


Jackson+s+Pajamas+QArVNaIUxj0l

Die Fotos von Jackson im Pyjama gingen um die Welt, oftmals ohne seine Verletzung zu erwähnen oder den Grund, warum er den Pyjama trug. Viele Journalisten unterstellten ihm, das Ganze inszeniert zu haben, um Mitleid zu erregen. Obgleich “Mitleid“ die letzte Vokabel wäre, die einem einfallen würde, um die Reaktionen der Medien zu beschreiben.

Der Vorfall schreckte die Medien nicht davon ab, die entsetzlichen Aussagen des Jungen am nächsten Tag rund um den Globus zu schicken. Manche stellten die Aussage des Jungen sogar als Tatsache dar und nicht als Mutmaßung. “Er sagte, dass Jungen möglicherweise zu Vergewaltigern werden, wenn sie es nicht tun – Krebskranker Junge Gavin Arvizo erzählt dem Gericht über ***** Sex”, so titelte der englische „Mirror“.

Sobald es aber um das Kreuzverhör des Jungen ging, sah die Sache schon wieder ganz anders aus. Es wurde weitestgehend nicht darüber berichtet. Anstatt Storys über die Lügen Gavins und die widersprüchlichen Aussagen der beiden Jungen zu bringen, waren die Zeitungen voller abfälliger Bemerkungen über Jacksons Pyjama, obwohl der “Pyjama-Tag” schon Tage vorher durch war. Tausende von Worten wurden verschwendet darauf, ob Jackson nun eine Perücke trug oder nicht und die Sun brachte sogar einen Artikel, in dem sie Jackson wegen seiner Anhänger, die er an seiner Weste trug, angriff. Die Presse schien gewillt, alles zu schreiben, um nicht vom Kreuzverhör berichten zu müssen, das die Argumentation der Staatsanwaltschaft schwer ins Wanken brachte.


Von widerlichen Anschuldigungen zu berichten, aber das Kreuzverhör auszulassen, das sie selbst in Misskredit gebracht hätte, war eine Taktik, die sich wie ein roter Faden durch den gesamten Prozess zog. Im April 2005 erklärte der Fox-Kolumnist Roger Friedman in einem Interview bei Radiomoderator Matt Drudge: “Nicht berichtet wird, dass das Kreuzverhör diesen Zeugen in der Regel das Genick bricht.” Sobald etwas Obszönes oder Dramatisches über Jackson gesagt wurde, stürzten sich die Medien draußen darauf, um darüber zu berichten, beim anschließenden Kreuzverhör waren sie schon nicht mehr dabei.

Drudge stimmte zu und ergänzte: “Du bekommst gar nicht so schnell mit, wie sich ein Zeuge nach dem anderen in Luft auflöst. Es hat in der letzten Zeit nicht mal einen Zeugen gegeben, der nicht gestanden hat, in früheren Verfahren – entweder in diesem oder in einem anderen Fall – einen Meineid geleistet zu haben.”

Dieser alarmierende Trend, das Kreuzverhör zu ignorieren, war wohl am augenscheinlichsten in der Berichterstattung über Kiki Fourniers Aussage. Beim direkten Verhör durch die Staatsanwaltschaft bezeugte Fournier – eine Haushälterin in Neverland – dass Kinder, die Neverland besuchten, oft über die Stränge schlugen. Sie hätte manchmal Kinder gesehen, die so hyperaktiv gewesen seien, dass sie durchaus betrunken gewesen sein könnten. Die Medienvertreter rannten nach draußen, um über diese vermeintliche Sensation zu berichten und verpassten so eine der für den gesamten Prozess wichtigsten Zeugenaussagen.

Beim Kreuzverhör durch Thomas Mesereau sagte Fournier aus, dass während der letzten Wochen der Familie Arvizo auf Neverland – die Zeitspanne, in der die Belästigungen angeblich begonnen hätten – die Gästezimmer der beiden Jungen ständig in Unordnung waren, und sie schloss daraus, dass die Jungen in ihren eigenen Zimmern schliefen und nicht in Jacksons Schlafzimmer.

Sie sagte auch aus, dass Star Arvizo, Gavin’s Bruder, einmal in der Küche ein Messer zog. Für Fournier sah das nicht nach einem Spaß aus und sie vermutete, er “wolle damit seine Macht demonstrieren”.

Es war ein verheerender Schlag gegen die Staatsanwaltschaft, deren Verschwörungsanklage zunehmend zur Lachnummer verkam, als sich Fournier über die Annahme amüsierte, irgendwer könne unfreiwillig auf Neverland gefangen gehalten werden. Sie erklärte den Geschworenen, dass es um das Grundstück keinen hohen Zaun gab und dass die Familie zu jeder Zeit “mit Leichtigkeit” hätte gehen können.

Als Janet Arvizo, die Mutter von Gavin und Star, als Zeugin vernommen werden sollte, ahnte Tom Sneddon schon Schlimmes. Sie sagte aus, dass ihr die Aussagen in einer Videoaufnahme von ihr und ihren Kindern, in der sie Jackson priesen, Wort für Wort von einem Deutschen, der jedoch kaum Englisch sprach, vorgeschrieben worden wären. Ausschnitte zeigten, wie sie Jackson in den höchsten Tönen lobte und dann geniert schaute und fragte, ob sie aufgenommen würde. Sie sagte, dass auch das ihr vorher aufgeschrieben worden sei.

Sie sagte aus, sie sei auf Neverland gefangen gehalten worden, obwohl Einträge ins „Logbuch“ zeigten, dass sie die Ranch dreimal während ihrer “Gefangenhaltung” verlassen hatte und zurückgekommen war. Ans Licht kam auch, dass gegen sie zu diesem Zeitpunkt wegen Sozialbetrugs ermittelt wurde und dass sie außerdem wegen der Krankheit ihres Sohnes unberechtigterweise staatliche Unterstützung bekam, obwohl die Kosten bereits durch die Krankenversicherung abgedeckt waren.

Selbst die glühendsten Unterstützer der Staatsanwaltschaft mussten zugeben, dass Janet Arvizo eine katastrophale Zeugin der Anklage war. Außer Diane Dimond, die im März 2005 Janet Arvizos Sozialbetrug (sie wurde nach dem Prozess gegen Jackson verurteilt) als allumfassenden Beweis für Jacksons Schuld zu nutzen schien. Sie schrieb einen schockierenden Artikel in der New York Post mit der Überschrift “Pädophile sind nicht auf der Suche nach Kindern aus Heile-Welt-Familien.”


Als die Staatsanwaltschaft sah, dass ihre Argumentation mehr und mehr in sich zusammenfiel, wandte sie sich an den Richter und bat, auch Beweise aus “früheren schlechten Taten” zuzulassen. Ihr wurde die Erlaubnis erteilt. Die Staatsanwaltschaft teilte der Jury mit, dass sie Aussagen von fünf früheren “Opfern” hören würden. Aber diese fünf Fälle stellten sich als noch mehr an den Haaren herbeigezogen heraus als der Arvizo-Fall.

Ganze Heerscharen verärgerter Sicherheitsleute und Hauspersonals traten in den Zeugenstand, um auszusagen, dass sie Zeugen einer Belästigung gewesen seien, hauptsächlich an drei Jungen: Wade Robson, Brett Barnes und Macauley Culkin. Aber diese drei Jungen waren die ersten Zeugen der Verteidigung, und jeder von ihnen sagte aus, dass Jackson sie niemals angefasst habe und waren verärgert darüber, dass jemand überhaupt so denken konnte.

Außerdem kam heraus, dass jeder dieser früheren Angestellten entweder von Jackson wegen Diebstahls entlassen worden war oder einen Prozess wegen ungerechtfertigter Kündigung verloren hatte, mit dem Ergebnis, dass sie Jackson erhebliche Geldsummen schuldeten. Sie hatten es auch versäumt, der Polizei zu erzählen, wann sie Fälle von Kindesbelästigung beobachtet haben wollten. Sogar zum 1993er Chandler-Fall hatten sie nichts zu erzählen, obwohl sie danach versuchten hatten, der Presse entsprechende Storys anzubieten – manchmal mit Erfolg. Je mehr Geld im Spiel war, desto obszöner wurden die Anschuldigungen.



Roger Friedman beklagte in einem Interview mit Matt Drudge, dass der Umstand, dass diese Zeugen ins Kreuzverhör genommen wurden, in den Medien keinerlei Widerhall fand, die Berichterstattung war einseitig geworden. Friedman: “Als es am Donnerstag losging, begann die erste Stunde mit Ralph Chacon, jemand, der auf der Ranch als Wachmann gearbeitet hatte. Er erzählte eine ganz abscheuliche Geschichte. Mit ganz plastischen Worten. Und natürlich rannte jeder nach draußen, um darüber zu berichten. Aber da waren noch die zehn Minuten direkt vor der ersten Pause am Donnerstag, als Tom Mesereau Chacon ins Kreuzverhör nahm und ihn platt machte.”

Das vierte “Opfer”, Jason Francia, ging in den Zeugenstand und behauptete, dass Jackson ihn als Kind bei drei verschiedenen Gelegenheiten belästigt habe. Als man ihn zu Einzelheiten dieser “Belästigung” befragte, gab er zu Protokoll, Jackson habe ihn dreimal durch die Kleidung hindurch gekitzelt und er habe jahrelang Therapie gebraucht, um darüber hinwegzukommen. Die Jury verdrehte die Augen, aber die Journalisten, darunter der MSNBC-Korrespondent Dan Abrams, verkündeten, Francia sei “überzeugend” und prophezeiten, dass er der Zeuge sein könne, der Jackson hinter Gitter bringen könnte.


Die Medien behaupteten wiederholt, dass die Anschuldigungen Francias schon 1990 gemacht wurden, damit die Zuhörer glaubten, dass die Anschuldigungen Jordy Chandlers vordatiert seien. Obwohl Jason Francia zufolge die sexuelle Belästigung im Jahr 1990 stattfand, berichtete er erst darüber, als der Mediensturm über Chandlers Vorwürfe losbrach. Genau zu dem Zeitpunkt erhielt seine Mutter Blanca Francia (ein Dienstmädchen auf Neverland), prompt $ 20.000 von ‘Hard Copy’ für ein Interview mit Diane Dimond und weitere $ 2.4 Millionen im Rahmen einer Einigung mit Jackson.

Darüber hinaus zeigten Abschriften von Polizeivernehmungen, dass Francia seine Geschichte wiederholt verändert hatte. Ursprünglich hatte er immer beteuert, nie belästigt worden zu sein. Aus den Abschriften ging auch hervor, dass er nur aussagte, belästigt worden zu sein, nachdem die Polizisten während der Befragung wiederholt Grenzen überschritten hatten. Die Polizisten betitelten Jackson mehrmals als “Kinderschänder”. Einmal sagten sie dem Jungen, dass Jackson Macauley Culkin genau in dem Moment belästigen würde, als sie Francia vernahmen, und dass Culkin nur zu retten wäre, wenn Francia ihnen gestehe, dass er von Jackson sexuell missbraucht worden sei. Die Abschriften belegten auch, dass Francia zuvor über die Polizei gesagt hatte, “Sie wollten, dass ich mit Sachen rausrücke, sie haben gedrängt. Ich wollte ihnen nicht nach dem Mund reden.”

Das fünfte “Opfer” war Jordy Chandler, der lieber außer Landes gegangen war, anstatt gegen seinen ehemaligen Freund auszusagen. Thomas Mesereau sagte später in diesem Jahr in einem Vortrag in Harvard: “Die Anklage versuchte ihn dazu zu bringen, vor Gericht zu Erscheinen, aber er wollte nicht. Wäre er gekommen, hätte ich Zeugen gehabt, die bezeugen konnten, dass Chandler ihnen gegenüber erwähnt habe, dass nie etwas passiert sei und dass er nie wieder mit seinen Eltern reden wolle, für das, was sie ihn zwangen auszusagen. Er wäre vor Gericht gegangen und hätte dort die rechtliche Unabhängigkeit von seinen Eltern erwirkt.”

26 april

Tom Meserau, Michael Jackson

June Chandler, Jordys Mutter, sagte aus, sie habe 11 Jahre nicht mit ihrem Sohn gesprochen. Nach dem 1993er Fall befragt, schien sie an einem schweren Fall selektiver Wahrnehmung zu leiden. Einmal behauptete sie, sie könne sich nicht erinnern, von Michael Jackson verklagt worden zu sein, ein anderes Mal sagte sie, noch nie von ihrem eigenen Anwalt gehört zu haben. Sie war auch nie Zeugin irgendwelcher sexuellen Belästigung.

Wenn die Anklage pausierte, schienen die Medien das Interesse an der Verhandlung zu verlieren. Der Argumentation der Verteidigung wurde vergleichsweise wenig Raum in den Zeitungen und Übertragungen gegeben. Die Zeitschrift ‘Hollywood Reporter’, die ansonsten kontinuierlich über den Jackson-Prozess berichtete, verpasste zwei ganze Wochen, in denen die Verteidigung ihre Argumente vortrug. Die Haltung schien so zu sein, dass – sofern die Aussagen nicht drastisch und schlüpfrig waren und damit für eine Schlagzeile gut – es nicht wert war, darüber zu berichten.



Die Verteidigung rief zahlreiche sehr wichtige Zeugen auf; Jungen und Mädchen, die immer wieder mit Jackson Zeit verbracht und noch nie unangemessenes Verhalten bemerkt hatten, Mitarbeiter, die gesehen hatten, wie sich die Arvizo-Jungen in Jacksons Abwesenheit selbst mit Alkohol versorgten und andere Prominente, bei denen die Ankläger ebenfalls um Almosen gebettelt hatten. Aber wenig von diesen Aussagen kam an die Öffentlichkeit. Als Bezirks-Staatsanwalt Tom Sneddon den schwarzen Komiker Chris Tucker während seines Kreuzverhörs als “Bübchen” bezeichnete, entlockte das den Medien nicht mal ein Wimpernzucken.

Als beide Seiten pausierten, wurde den Juroren gesagt, dass sie Jackson freisprechen müssten, wenn sie begründete Zweifel an den Anklagepunkten hätten. Jeder, der das Verfahren aufmerksam verfolgt hatte, konnte sehen, dass die Anschuldigungen so abstrus waren, dass es nicht mehr lustig war. Fast jeder einzelne Zeuge der Anklage leistete entweder selbst Meineid oder half durch seine Aussagen der Verteidigung. Es gab nicht die Spur eines Beweises dafür, dass Jackson eine Straftat begangen hatte, und es gab auch keinen einzigen glaubwürdigen Zeugen dafür.


Aber das hielt Journalisten und Experten nicht davon ab, Jackson bereits im Vorfeld schuldig zu sprechen. CNNs Giftspritze Nancy Grace führte das Feld an. Verteidiger Robert Shapiro, der einst die Familie Chandler vertreten hatte, behauptete felsenfest auf CNN: “Er wird verurteilt werden.” Ex-Staatsanwalt Wendy Murphy zu Fox News: “Keine Frage, wir werden hier Verurteilungen zu sehen bekommen.”

So hysterisch die Fans vor dem Gerichtsgebäude waren, so aufgeregt waren die Reporter, die sich im Saal Sitzplätze gesichert hatten, und Richter Rodney Melville wies sie an, sich zu “mäßigen”. Thomas Mesereau sagte rückblickend, dass die Medien schon darüber gegeifert hätten, dass sie Jackson zum Gefängnis geschleift hätten.


Als die Jury Jackson in allen 14 Anklagepunkten ‘nicht schuldig’ sprach, waren die Medien “gedemütigt”, sagte Mesereau in einem späteren Interview. Medien-Analyst Tim Rutten kommentierte später: “Also, was passierte, als Jackson in allen Anklagepunkten freigesprochen wurde? Rote Gesichter? Sich die Angelegeheit noch einmal durch den Kopf gehen lassen? Zur Abwechslung mal in sich gehen? Vielleicht ein Ausdruck des Bedauerns darüber, Jackson so schnell vorverurteilt zu haben? Nein. Stattdessen war die Reaktion Wut, reichlich gespickt mit Verachtung und dem Ausdruck des Nicht-Glauben-Könnens. Zielscheibe waren die Juroren…Die Hölle kann nicht so wüten wie die unersättliche Medien-Meute, wenn sie dich in ihren Klauen hat.”

In einer Pressekonferenz nach dem Urteil bezeichnete Sneddon weiterhin Gavin Arvizo als “Opfer” und deutete an, der “Promi-Faktor” habe die Jury in ihrer Urteilsfähigkeit beeinträchtigt – eine Sprachregelung, die sich viele Medienexperten zu eigen machten, um die Autorität der Juroren und ihre Entscheidung zu untergraben.

Innerhalb von Minuten nach der Ankündigung erschien Nancy Grace in der Gerichtsshow ‘CourtTV’ und behauptete, dass die Juroren von Jacksons Ruhm geblendet worden seien, und sie stellte die bizarre Behauptung auf, dass das einzige schwache Glied der Anklage Janet Arvizo gewesen sei.

”Ich habe gerade eine Kröte zu schlucken”, sagte sie. “Dass mir das schmeckt, kann ich nicht behaupten. Aber wissen Sie was? Ich bin auch nicht überrascht. Ich dachte mir schon, dass die Berühmtheit ein so großer Faktor ist. Wenn man denkt, man kennt jemanden, weil man seine Konzerte gesehen, seine Musik gehört, seine Texte gelesen hat und glaubt, sie seien von Herzen gekommen…Obwohl er kein einziges Mal in den Zeugenstand berufen wurde, verbreitet Jackson großes Charisma. Das hat eine Wirkung auf die Jury.”

”Ich werde keinen Stein auf die Mutter werfen, obwohl ich denke, dass sie das schwache Glied in diesem Fall war, aber das überrascht mich nicht. Ich dachte, dass die Jury zu Gunsten der Zeugen abstimmen würde, die von angeblichen früheren Kindesbelästigungen berichteten. Anscheinend hat die Verteidigung sie mit dem Kreuzverhör der Mutter überrollt. Ich denke darauf läuft es hinaus, schlicht und einfach.”

Nancy Grace gab später an, dass Jackson “nicht schuldig war nur, weil er berühmt sei” und wurde beobachtet, wie sie versuchte, Jury-Obmann Paul Rodriguez zur Aussage zu bewegen, er glaube, Jackson habe Kinder sexuell belästigt. Einer der Gäste von Grace, Psychoanalytikerin Bethany Marshall, erhob persönliche Angriffe gegen eine weibliche Jurorin und bezeichnete sie als “eine Frau, die kein Leben hat.”


Drüben auf Fox News, brandmarkte Wendy Murphy Jackson als “den Kinderschänder, an dem nichts haften bleibt, wie an einer Teflon-Pfanne” und sagte, dass es nötig sei, die Juroren IQ-Tests zu unterziehen. Später fügte sie hinzu: “Ich bin überzeugt, ausschlaggebend ist der Promi-Faktor, nicht die Beweislage. Ich glaube nicht, dass die Juroren auch nur einen Schimmer davon haben, wie sehr sie durch den Status von Michael Jackson beeinflusst wurden… Sie haben im Grunde alle Kinder, die von nun an in Michael Jacksons Leben treten werden, zu Freiwild gemacht, insbesondere die am meisten gefährdeten.”

Rechts-Analytiker Jeffrey Toobin vertrat gegenüber CNN die Ansicht, bei den Aussagen zu früheren Fällen von Kindesbelästigung handle es sich um “schlagkräftige Beweise”, auch wenn verschiedene Jungen, die im Zentrum dieser Aussagen standen, als Zeugen der Verteidigung auftraten und bestritten hatten, jemals belästigt worden zu sein. Er behauptete auch, dass die Verteidigung nur gewonnen hatte, weil es ihr gelungen war, “Geschichten zu erzählen, und Juroren Geschichten immer besser verstehen als irgendwelche Einzelfakten.”


Nur Robert Shapiro war angesichts der Urteile würdevoll und riet den Zuschauern, die Entscheidung der Juroren zu akzeptieren, weil die Juroren aus “einem sehr konservativen Teil Kaliforniens” stammten und “wenn diese keinen Zweifel hegen, sollte auch keiner von uns irgendwelche Zweifel haben.”

Am folgenden Tag bekräftigte Diane Sawyer auf Good Morning America ihre Ansicht, dass das Urteil von Jacksons Promi-Status beeinflusst worden sei. “Sind Sie sicher?” so ihre eindringliche Frage: “Sind Sie sicher, dass dieser gigantisch berühmte Kerl, wenn er in den Raum kam, überhaupt keinen Einfluss hatte?”

Die ‘Washington Post’ kommentierte den Prozess: “Ein Freispruch wäscht ihn nicht rein, er trübt nur das Wasser.” Sowohl die New York Post als auch die New York Daily News erschienen mit der abfälligen Überschrift “Boy, Oh, Boy!”

In ihrem abschließenden New York Post-Artikel über den Prozess äußerte Diane Dimond ihr Bedauern über den Freispruch und vertrat die Ansicht, dass Michael Jackson dadurch unantastbar geworden sei. Sie schrieb: “Er ging aus dem Gericht als freier Mann, nicht schuldig in allen Anklagepunkten. Aber Michael Jackson ist viel mehr als nur “frei”. Er hat nun einen Freibrief, sein Leben so zu leben wie und mit wem immer er will, denn wer wird jetzt noch versuchen, ihn jemals wieder strafrechtlich zu verfolgen?”

In der britischen Tageszeitung ‘The Sun’ verfasste die überall präsente Society Expertin und Tratschtante Jane Moore einen Artikel mit dem Titel “Wenn die Jury sich einig ist, dass Janet Arvizo eine schlechte Mutter ist (und das IST sie)… Wieso ließen sie Jackson dann gehen?”. Er begann damit: “Michael Jackson ist unschuldig. Gerechtigkeit wurde geschaffen. Zumindest wollen uns die Verrückten vor dem Gerichtsgebäude dies glauben machen.” Sie fuhr damit fort, die Zurechnungsfähigkeit der Geschworenen in Frage zu stellen sei und schrieb das amerikanische Rechtssystem als “unausgegoren” ab. “Nichts und niemand geht hier als wirklicher Gewinner aus diesem jämmerlichen Durcheinander hervor,” sagte sie abschließend, “am allerwenigsten das, was sie lächerlicherweise amerikanische “Gerechtigkeit” nennen.”


Ally Ross, eine Kolumnistin der ‘Sun’ tat Jacksons Fans als “traurige, einsame Deppenköpfe” ab. Ein anderer Artikel der Sun, von Daytime-TV Moderatorin Lorraine Kelly verfasst, mit dem Titel “Vergiss die nach wie vor gefährdeten Kinder nicht….J.A.K.O.S. eigene”, nannte Jackson unverhohlen einen schuldigen Mann. Kelly – die zu keiner Zeit beim Jackson-Prozess vor Ort war – beklagte, dass Jackson “ungestraft davonkommt”, und beschwerte sich darüber, dass “Jackson, statt im Gefängnis zu verkümmern, wieder zu Hause in Neverland ist.” Jackson, so fasste sie zusammen, war “ein trauriger, kranker Verlierer, der seinen Ruhm und sein Geld dazu benutzt, die Eltern jener Kinder, an denen er Gefallen findet, zu täuschen.”


michael-jackson not guilty

Nach der anfänglichen Empörung verschwand die Michael-Jackson-Story langsam aus den Schlagzeilen. Eine Analyse der “Nicht schuldig”-Urteile und der Gründe dafür gab es kaum. Ein Freispruch wurde als weniger einträglich angesehen als eine Verurteilung.

Tatsächlich sagte Thomas Mesereau Jahre später, dass, wenn Jackson verurteilt worden wäre, eine Art “Hinterhofindustrie” entstanden wäre, bei der die Medien noch Jahre danach eine tägliche Story hervorgebracht hätten. In einer schier endlosen Saga hätten Themen wie das Sorgerecht für Jacksons Kinder, die Kontrolle seines finanziellen Imperiums, andere “Opfer”, die eine Zivilklage einreichen und die langwierigen Berufungsverfahren jeweils über Monate, Jahre, vielleicht sogar über Jahrzehnte, tausende Geschichten hervorgebracht.

Jacksons Gefängnisaufenthalt hätte die Medien mit immer neuen Gratis-Schlagzeilen versorgt: Wer besucht ihn? Wer nicht? Ist er in Einzelhaft? Wenn nicht, wer sind seine Zellengenossen? Was ist mit seinen Gefängniswärtern? Hat er im Gefängnis eine Brieffreundin? Dürfen wir mit einem Helikopter über den Gefängnishof fliegen und ihn beim Trainieren filmen? Es gab unzählig viele Möglichkeiten. Noch bevor die Jury mit den Beratungen begann, wütete ein Bieterkrieg darüber, wer die ersten durchgesickerten Fotos von Jackson in seiner Zelle bekommen würde.


Ein “Nicht schuldig”- Urteil war bei weitem nicht so lukrativ. In einem Interview mit Newsweek erinnert sich CNN- Boss Jonathan Klein, wie er die “Nicht schuldig”- Urteile eingehen sah und dann zu seinen Stellvertretern meinte, “Wir haben nun eine weniger interessante Story.” Der ‘Hollywood Reporter’ merkte an, dass hastig zusammengestellte TV-Specials über Jacksons Freispruch schlecht liefen und ihre Einschaltquoten unter denen einer Wiederholung der Show Nanny 911 lagen.

Die Geschichte war vorbei. Es gab keine Entschuldigungen und keine Widerrufe. Es gab keine genauen Untersuchungen – keine Nachforschungen oder Ermittlungen. Niemand wurde zur Rechenschaft gezogen für das, was Michael Jackson angetan wurde. Die Medien begnügten sich damit, die Leute weiterhin ihre stark verzerrte und als grenzwertig zu bezeichnende, unwahre Schilderung des Prozesses glauben lassen zu können. Das war es.

Als Michael Jackson starb, überschlugen sich die Medien abermals. Welche Mittel töteten ihn? Wie lange hatte er sie schon eingenommen? Wer hatte sie verschrieben? Was war außerdem in seinem Körper zu finden? Wie viel wog er?

Aber es gab eine Frage, die – so schien es – niemand stellen wollte: Warum?

Warum war Michael Jackson derartig gestresst und von Angstzuständen geplagt, dass er nicht einmal vernünftig schlafen konnte, ohne dass ihm jemand eine Kanüle eines Narkosemittels in den Arm jagte? Ich denke, die Antwort ergibt sich aus den Ergebnissen der verschiedenen Meinungsumfragen, die nach Michael Jacksons Prozess durchgeführt wurden.

Eine Umfrage, die von Gallup in den Stunden nach dem Urteil durchgeführt wurde, zeigte, dass 54 % der weißen Amerikaner und 48 % der Gesamtbevölkerung mit dem “Nicht schuldig” der Jury nicht einverstanden waren. Aus der Umfrage ging weiter hervor, dass 62 % der Bevölkerung der Meinung waren, Jacksons Promistatus habe einen maßgeblichen Einfluss auf den Ausgang des Verfahrens gehabt.
34 % sagten, sie seien “traurig” und 24 % “schockiert” über das Urteil.
In einer Umfrage der Fox News sagten 37 % der Wähler, dass das Urteil „falsch“ sei, während weitere 25 % anmerkten, dass “sich Prominente Gerechtigkeit kaufen”. Eine Umfrage von People Weekly ergab, dass unglaubliche 88 % der Leser dem Urteil der Jury nicht zustimmten.

Die Medien hatten beide, ihr Publikum und Jackson böse ausgetrickst. Nachdem Michael Jackson sich durch einen aufreibenden, grauenhaften Prozess gekämpft hatte, gespickt mit abscheulichen Anschuldigungen und Rufmord-Attacken, hätte er sich rehabilitiert fühlen sollen, als die Jury 14 einstimmige “nicht schuldig”- Urteile verkündete. Aber die unverantwortliche Berichterstattung der Medien über den Prozess machte es Jackson unmöglich, sich jemals richtig rehabilitiert zu fühlen. Das Rechtssystem mag ihn für unschuldig erklärt haben, aber das vorherrschende Bild, das die Öffentlichkeit nach wie vor von ihm hatte, sah anders aus. Anschuldigungen, die vor Gericht widerlegt wurden, gingen kritiklos durch die Presse. Fragwürdige Zeugenaussagen wurden als Tatsachen dargestellt. Die Argumente der Verteidigung wurden so gut wie völlig ignoriert.

Wenn die Jury auf diejenigen angesprochen wurde, die die Urteile anzweifelten, antwortete sie, “Sie haben nicht gesehen, was wir sahen.”

Sie haben Recht. Das haben wir nicht. Aber das hätten wir tun sollen. Und jene, die uns entsprechende Informationen vorenthalten haben, behalten ihre Jobs, als wenn nichts gewesen wäre, – ungestraft und frei, genau das Gleiche irgendjemand Beliebigem anzutun.



Das nenne ich nun Ungerechtigkeit.

Radar Onlines verborgene Schande aufdecken: Die Wahrheit darüber, was Michael Jackson in seinem Schlafzimmer hatte (und nicht hatte) – Teil 2

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Original: http://www.allforloveblog.com/?p=10678

MJ Ritts In the closetWas Michael „In The Closet“ behielt … Ist vielleicht nicht ganz so sensationell.

In der Zeit seit ich Teil 1 dieser Serie am späten Freitag gepostet habe, lag der Fokus überall in den Social Media hauptsächlich auf Radar Onlines unfassbar sittenwidrigem Verhalten, die Dokumente in ihrer ursprünglichen Story vom 20. Juni zu fälschen, die sie als „offizielle“ Polizeidokumente ausgegeben haben. Mein Ziel in Teil 1 war hauptsächlich, einen breiten Überblick über die Story zu bieten und die sensationssüchtigen Medienbehauptungen zu widerlegen, dass dies „neue“ oder „kürzlich ausgegrabene“ Berichte waren. Zweitens habe ich die Leser daran erinnert, dass in den Originalberichten niemals behauptet wurde, dass auf Neverland Kinderpornographie gefunden wurde – mit einer Stellungnahme, die sowohl von der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft, als auch Richter Melville unterzeichnet wurde. Dann diskutierte ich kurz an, wie Radar Online einige Informationen gefälscht hat und stark übertriebene Behauptungen über die Gegnstände gemacht hat, die in den echten Berichten waren.

Am späten Freitag, als ich gerade Teil 1 gepostet habe, fing die Kacke richtig zu dampfen an, als sich der kanadische Künstler Jonathan Hobin an die Medien wandte, um die Welt wissen zu lassen, dass eines der Fotos, die Radar Online fälschlicherweise als „Beweis“ für Michaels „kranken, verdrehten und beunruhigenden Vorrat“ an sexuellen Bildern von Kindern in Wahrheit Teil von Hobins bekannter Kollektion namens In the Playroom war. Es ist tatsächlich ein Kunstbuch mit Fotografien, das die Darstellung von Kindern zum Thema hat, die Opfer von Gewaltverbrechen geworden sind. Es ist eine Kollektion, die „schockierende Kunst“ als Aufforderung für soziales Erwachen einsetzt, um sich damit auseinanderzusetzen, was mit Kindern in unserer modernen Gesellschaft passiert. Weitere Nachforschungen haben ergeben, dass die Medien über diese Kollektion und den Autor ziemlich ausgiebig berichtet haben. Es gab Berichte auf Vice.com und eine umfangreiche Rezension für The Huffington Post von Priscilla Frank im Jahr 2013 – ja, die selbe Huffington Post, die auf den MJ Story Zug aufsprang und Radar Onlines Lügen, dass ein Bild von dieser Kollektion angeblich Teil von Michaels „Vorrat“ an „verstörenden Bildern“ war, Wort für Wort wiederholt hat.

Das folgende schrieb die Huffington Post 2013 über Jonathan Hobins Buch:

Obwohl Kindheit im Allgemeinen als eine Zeit der Unschuld und Glückseligkeit dargestellt wird, ist die Wahrheit oft weit düsterer. Der Fotograf Jonathan Hobin fängt unsere Kindheitsfaszinationen in seiner polarisierenden Serie „In The Playroon“ mit den dunkelsten Aspekten des Erwachsenenlebens ein. Die Serie bildet bestürzende historische Momente wie die Angriffe am 11. September 2001 und JonBenèt Ramseys Tod nach. Wir traten mit Hobin in Kontakt, um mehr zu erfahren…

Beachtet, dass JonBenèt Ramseys Foto hier explizit erwähnt wird, was bedeutet, dass sich The Huffington Post genauso wie andere Medienoutlets der Herkunft dieses Fotos als Teil einer Kunstkollektion offensichtlich bewusst waren.

american-idolJonathan Hobins Foto „American Idol“ wurde fälschlicherweise als ein Foto in MJs Sammlung zum Zeitpunkt der Razzia auf Neverland 2003 ausgewiesen

Aber der wirklich entscheidende Faktor ist, dass Hobins Buch erst 2008 veröffentlicht wurde! Also war dieses Buch unmöglich etwas, das Michael Jackson 2003 besitzen konnte, als die Razzia auf Neverland stattfand!

Dasselbe Foto war 2013 Teil einer Huffington Post Slideshow über Hobins Werk – damals gab es keine Erwähnung, dass es irgendetwas anderes als ein Kunstwerk ist!

Hobin hat versucht, sich an die Medien zu wenden und die Wahrheit über das Foto und seinen Ursprung zu verbreiten. Bislang ist mir nicht bekannt, dass ihn jemand beim Wort nahm.

Jonathan Hobin@JonathanHobin Jun 23Ottawa, Ontario

Im the artist of the infamous photo. Who wants the real story? @CBCNewsArts @CNN @vicecanada @TMZ http://dailym.ai/28NbKmO  via @MailOnline

hobin-tweet

Ich bin der Künstler von dem berüchtigten Foto. Wer möchte die wahre Geschichte?

Aber interessanterweise hat das ursprünglich 88 Seiten starke Dokument, das Radar Online gepostet hat, als Hobin sich geäußert hat – und als andere Medienoutlets angefangen haben, darüber zu breichten, dass Radar Online zumindest einen Teil der Dokumente gefälscht hat, über Nacht plötzlich 27 Seiten verloren und ist auf nur mehr 61 Seiten zusammengeschrumpft. Das ist eindeutig ein Fall von Spurenverwischung! Ohne Widerruf und ohne formeller Entschuldigung bedeutet die Geste der bloßen Entfernung dieser plump gefälschten Bilder und Dokumente garnichts. Sie haben den Schaden angerichtet, indem sie diesen gefälschten Mist überhaupt veröffentlicht haben – jetzt, da sie ertappt wurden, versuchen sie, es zu vertuschen.

Und zu allem Übel haben sie und ihre Kohorten jetzt, da Radar Online wegen der Fälschung offizieller Polizeiberichte ins Scheinwerferlicht geraten ist, eine weitere Ablenkung kreiert – eine, die noch bestürzender ist, da sie haltlose Spekulationen über Michaels eigene Kinder und Neffen umfasst. Wenn das nicht die ultimative Diffamierung ist, dann weiß ich es auch nicht! Ich weiß, dass es an der Zeit ist, dass das aufhören muss; dieser Wahnsinn ist so verrückt geworden, dass sich jeder – wie es scheint – alles was er will über Michael oder seine Familie ausdenken kann – oder seine Kinder (von denen einer – lasst uns das nicht vergessen – immer noch minderjährig ist!) und es wird von den Medienoutlets gedruckt, die sich niemals die Mühe machen werden, die Story einer Faktenprüfung zu unterziehen. Es ist sogar noch erschreckender als das. Man kann tatsächlich über alles spekulieren und somit eine Atmosphäre erzeugen, in der die Leute glauben, es sei ein Fakt. Was sie machen, ist jede Menge Rauch zu erzeugen, um zu verdecken, dass es kein Feuer gibt. Das ist eine alte Medientaktik, aber leider eine, die oft den gewünschten Effekt hat.

Wie dem auch sein, ich denke, ich gestatte meinem Ärger, mich abzulenken und mich selbst zu überholen. Was ich mit dieser Serie beabsichtigt habe, war Radar Onlines Behauptungen damit zu widerlegen, von dem ich über den Michael Jackson Fall und was gefunden wurde (und dem, was nicht gefunden wurde) weiß, dass es der Wahrheit entspricht – die Wahrheit von sensationalisierter Fiktion zu trennen. Und der beste Weg, um das zu tun, ist die Dokumente Punkt für Punkt durchzunehmen und jeden Gegenstand oder jede Ausgabe anzusprechen, wie sie in Erscheinung treten. Die Basis dafür werden selbstverständlich die ursprünglichen 88 Seiten sein, die Radar Online in der Zwischenzeit gelöscht hat – nicht, weil ich deren Fabrikationen weiter sensationalisieren möchte, sondern weil ich denke, dass es wichtig ist, dass jeder weiß, womit sie versucht haben durchzukommen (ich glaube nicht, dass sie wirklich dachten, nicht erwischt zu werden, sondern dass sie einfach sehen wollten, wie sehr und wie lange sie die Story ausschlachten können, bevor sie die Wahrheit einholt). Den Fakt, den wir uns am meisten vor Augen halten müssen, wenn wir diese Gegenstände überprüfen, ist, dass viele dieser Dinge bereits einer Fehlinterpretation und dem Versuch ausgesetzt waren, sie aus dem Zusammenhang ihrer ursprünglichen Intention gerissen zu betrachten – denkt daran, die Staatsanwaltschaft hat hart daran gearbeitet, daraus einen Fall von „möglichem“ Kindesverführungsmaterial zu bilden, da sie keine wirklichen Beweise hatten, auf denen sie ihren Fall aufbauen konnten. Radar Online (wie auch Vanity Fair und andere) fügten dem, was in vielen Fällen bereits eine grobe Fehldarstellung war, einfach nur eine weitere Schicht Effekthascherei hinzu. Von scharfsichtigen Fans wurde auch berichtet, dass viele der „Fake“ Bilder aus Internetquellen entnommen wurden, denen Identifizierungsinformationen anhaften, die auf Wade Robsons und Jimmy Safechucks Anwälten zurückzuführen sind. Ihr werdet das sehen, wenn wir und durch die Dokumente arbeiten und zu den gefälschten Bildern kommen.

Hier ist die erste Seite des Dokuments:

RO-report-88-pages (2) (1)

Die ersten drei Seiten fehlen wie erwähnt, also beginnt das Dokument mit Seite 4. (Update: Eine Analyse des Inhalts dieser fehlenden Seite ist hier zu finden. [Übersetzung folgt; Anm.d.Übers.])

Der erste Gegenstand, auf den eingegangen wird, ist Gegenstand #507, eine Zeichnung eines Jungen in einem Kreis, die in einen Notizblock gezeichnet wurde. Auf dem Blatt wurden von irgendjemandem Vermutungen notiert, die auf ein Blatt Papier geschrieben wurden, das sich oben auf befunden hat, aber es konnte nicht festgestellt werden, was dort geschrieben wurde. Jeder, der mit Michaels Kunststil vertraut ist, weiß allerdings, dass sich das nach einer typischen Zeichnung anhört, wie er sie gerne gemacht hat. Viele seiner Skizzen sind öffentlich einsehbar (einige davon sind durch eine schnelle Googlesuche zugänglich) und wir können sehen, dass Michael typischerweise Selbstportraits von sich selbst als Kind, andere berühmte Figuren und Cartooncharaktere oder Szenen, die irgendwie an das Wesen der Kindheit erinnern, gezeichnet hat. Im Folgenden sind einige sehr typische Beispiele seiner Kunstwerke zu sehen:

MJ Zeichnungen

MJ Zeichnungen 2

MJ Zeichnung 3

MJ Zeichnung 4

MJ Zeichnung 5

Folglich ist es sehr naheliegend, dass die beschriebene Zeichnung den oben angeführten Beispielen im Stil und Inhalt sehr ähnlich sein könnte. Bemerkenswerterweise wird über die Zeichnung nichts weiter gefolgert, außer, dass sie „forensisch ausgewertet“ werden müsste, um die verborgenen Schreibereien zu studieren. Übersetzung: Sie wussten, dass sie damit Zeit verschwendeten, indem sie überhaupt darüber sprachen, da es nur eine Zeichnung eines Jungen war, der in einem Kreis sitzt (interessanterweise hätte das eines von Michaels vielen Selbstportraits sein können, in dem er sich selbst im Scheinwerferlicht darstellt, aber ohne es tatsächlich gesehen zu haben, ist es schwer zu sagen. Alles, was ich mit Sicherheit weiß, da ich mit Michaels Style und den Themen vertraut bin, die er gerne in seinen Kunstwerken darstellte, ist, dass es typisch ist).

Fahren wir fort:

Als nächstes wird ein Buch beschrieben, das in der Spielhalle gefunden wurde, The Fourth Sex: Adolescent Extremes. Der Bericht beschreibt es als ein Buch über Jugendliche und die Gegenkultur mit „ein paar“ Bildern von offensichtlich Erwachsenen „ohne Kleidung oder zum Teil bekleidet“. Ich habe über dieses Buch ein paar Nachforschungen angestellt (was offen gesagt nicht schwer war – eine schnelle Google-Suche ist üblicherweise alles, was erforderlich ist, da dies völlig legale Kunstbücher waren und immer noch sind) und habe herausgefunden, dass das ganze Projekt Teil einer italienischen Kunstausstellung war, die im Jänner 2003 in Florenz eröffnet wurde. Wie auf der pittidiscovery Webseite angegeben, war das Ziel des Projekts:

„eine Gelegenheit der Reflexion über die zunehmende Wichtigkeit der Jugendlichen in unserer Gesellschaft. Eine Gesellschaft, in der die Veralterung sexueller und demografischer Identität gesellschaftliche Änderung auf gewalttätige, widersprüchliche Art und Weise reflektiert. Das vierte Geschlecht gehört den Jugendlichen. Ein sexuell unbestimmter Moment, in dem geschlechtliche Mehrdeutigkeit vorherrscht. Jugendliche sind weder Jungs oder Mädchen, noch Männer oder Frauen. Sie gehören zu einem parallelen, fließenden Universum im Zustand des Werdens. Sie sind mit der Gegenwart eng verbunden, doch tragen sie sinnbildlich die Saat der Zukunft in sich.

Jugend ist nicht nur eine Übergangsphase im Menschenleben, es ist auch ein mentaler Zustand, ein existenzieller Zustand mit einem überwältigenden Einfluss auf Lebensgewohnheiten und Trends. Jugendliche sind omnivore, rastlose Konsumenten, abgelenkt und doch aufmerksam, leicht zu überzeugen aber auch unabhängig. Jugendliche wollen nicht ausgeglichen sein, sie lieben die Extreme in allem: von Mode über Kunst bis Musik…

Nicht im Gleichgewicht zwischen Gegenwart und Zukunft erscheinen uns Jugendliche sowohl fahrig als auch seltsam passiv. Sie mögen ihrer Welt auf aggressive Art Form geben, aber gleichzeitig sind sie gezwungen, sich mit den Etiketten, den Urteilen und den Formeln der Erwachsenenwelt zu arrangieren.

Von Experten aller Art beobachtet und studiert, in ihren Verhaltensmustern überwacht, repräsentieren Jugendliche ein entscheidendes Segment in der Konsumstrategie. Sie verehren Kleidung und Musik. Sie wollen um jeden Preis cool sein. Die Modebranche beobachtet das Teenageruniversum genau, sowohl als eine Quelle der Inspiration, als auch als eine wichtige Zielgruppe, während sie zeitgenössische Kunst erforscht, wird der Mythos der ewigen Jugend ausgebeutet und analysiert. Von der Rebellion der historischen Avantgarde über die Gegenkultur der Sechziger bis zu den Zweifeln und Unsicherheiten der Generation X, hat zeitgenössische Kunst die Jugendlichkeit als ein unverzichtbaren Bezugspunkt betrachtet, die sich mit ihren radikalen Gesten, Verstößen und ihrer Unduldsamkeit auseinandersetzt.

Die Ausstellung The fourth sex. Adolescent Exremes beobachtet und porträtiert das ruhelose Territorium der Teenager: eine unglaubliche Ressource kreativer Energie. Die Show entzündet eine Serie emotionaler Feuer, wo sich Vorstellungen in neuen Bedeutungskonstellationen treffen und entgleisen. Die Gegenstände in der Show reflektieren das komplexe Universum der zeitgenössischen Kultur: Mode, Kommunikation, Kunst, Musik, Film… Die Themen sind viele und sie berühren zwangsläufig einige der Nervenzentren unserer Gesellschaft. Über Jugend zu sprechen, bedeutet nicht nur über junge Leute zu reden, sondern auch deren ruhelose Beziehung mit der Erwachsenenwelt zu thematisieren. Das bedeutet nicht nur, die positiven Energien dieser Altersgruppe darzustellen, sondern auch die Unsicherheiten und Ängste zu erkunden, die zu entsetzlichen, extremen Gesten führen können.

Die beiden Kuratoren Francesco Bonami und Raf Simons beabsichtigen eine Ausstellung auszuarbeiten, die für sich genommen ein Ausdruck der Jugendsprache ist, indem sie ausdrucksvolle Codes und Disziplinen vermischen. Aus der Vielfalt der Teenagersprachen Inspiration schöpfend, wird The fourth sex ein Raum sein, in dem unterschiedliche Ideen und Trends veröffentlicht werden, die die Show in einen Ort der Begegnung und Öffnung transformieren.

Die Ausstellung, die von einer Gruppe junger Architekten, den Cliostraats, in Stazione Leopolda errichtet worden ist, beleuchtet die Stärke, die Schwäche und die Versprechen des vierten Geschlechts. Das Buch/der Katalog bietet nicht nur eine vielfältige Fotomontage der Bilder in der Show, sondern auch ergänzendes ikonographisches Material, wie Bilder von Kunst, Mode, jugendlichen Ikonen und legendären Filmen. Der Band ist auch eine Anthologie der interessantesten Texte auf dem Gebiet der Jugend, in dem ein Mix aus Poesie, Literatur, aktuellen Ereignissen, Journalismus und Essays all den Widersprüchen und Mehrdeutigkeiten eines unglücklichen Alters, das wie niemals bedauern werden, Form und Farbe gibt.”

Nachdem erheblicher Raum verschwendet worden ist, um das Buch zu beschreiben, gibt der Bericht deutlich an: „In diesem Buch erfüllt kein Material die gesetzlichen Bestimmungen, um als Kinderpornographie betrachtet zu werden.“ Gewöhnt euch daran, diese Phrase zu hören; das ist eine, die bei nahezu jedem beschriebenen Gegenstand auftauchen wird! Das einzige, das sie versuchen konnten, war zu behaupten, dass solches Material verwendet werden könnte, um ein Kind zu verführen. Das wiederum wird oft zur Sprache kommen, weil, erinnert euch, das alles war, um weiterzumachen und die Staatsanwaltschaft versuchte verzweifelt, einen Fall darauf aufzubauen!

Nun, das ist alles, wofür ich heute Zeit habe, aber ich werde am Mittwoch damit weitermachen, euch auf die Reise durch Michael Jacksons echte und „ausgedachte“ „gehorteten“ Pornos mitzunehmen. Entschuldigt, wenn es nicht so erregend ist wie die Boulevardberichte. Das ist die Wahrheit selten.

In der Zwischenzeit ist hier ein cooles Widerlegungsvideo, das sich wie ein Lauffeuer verbreitet. Teilt es und sorgt dafür, dass es sich noch weiter verbreitet!

Und vergesst nicht zu unterschreiben:

„We’ve Had Enough“ („Wir haben die Nase voll“) – Ein Aufruf an die Fan-Community, sich gegen verleumderische Boulevardmedien zur Wehr zu setzen.

Lest Firpo Carrs Statements, die Radar Online ebenfalls widerlegen! Es besteht aus zwei Teilen. Er gibt ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie unschuldige Dinge, die MJ nicht einmal gehörten, als „Beweis“ verbucht worden sind!

http://firpocarr.com/firpofiles0625a2016.html

http://firpocarr.com/firpofiles0625b2016.html

Radar Onlines verborgene Schande aufdecken: Die Wahrheit darüber, was Michael Jackson in seinem Schlafzimmer hatte (und nicht hatte) – Teil 1

by

Original: http://www.allforloveblog.com/?p=10653

Michael Jackson Zitat

„Ich habe die Welt mehr als 8 Mal umrundet. Ich besuche genauso viele Spitäler und Waisenhäuser, wie ich Konzerte gebe. Aber natürlich wird darüber (von der Presse) nicht berichtet. Das ist nicht der Grund, warum ich das mache, für die Berichterstattung. Ich mache das, weil es mir am Herzen liegt. Und es gibt so viele Kinder in der Stadt, die noch nie die Berge gesehen haben, die noch nie auf einem Karussell gewesen sind, die noch nie ein Pferd oder Lama gestreichelt haben, sie noch nie gesehen haben, also wenn ich meine Tore öffnen kann und diese Glückseligkeit sehen kann, eine Explosion brüllenden Lachens von den Kindern und sie laufen zu den Fahrgeschäften, sage ich „Danke, Gott.“ Ich fühle mich, als hätte ich Gottes zustimmendes Lächeln gewonnen, weil ich etwas mache, das anderen Menschen Freude und Glück bringt.“ – Michael Jackson

Es schmerzt mich wirklich, Michaels Todestag damit zu verbringen, die Lügen und Verzerrungen der Medien zu entlarven, die diese Woche Schlagzeilen gemacht haben, aber das hier war leider keine dieser kleinen trashigen Boulevardstories, die ignoriert werden können. Dies ist eine Vendetta, der dank der billigen Taktik eines speziellen Infoportals, das ich schon vor langer Zeit dahingehend „geoutet“ habe, dass es ein persönliches Interesse daran hat, Michael Jackson zu verleumden und sein Vermächtnis zu beflecken, Flügel gewachsen sind. Ja, andere Infoportale haben diese Story ebenfalls aufgegriffen und mit ihnen werde ich später ein Hühnchen rupfen. Aber größtenteils haben sich diese Infoportale einfach nur dem ewig gleichen copy-paste-Journalismus schuldig gemacht, den wir schon so lange anprangern – ihr wisst schon, ein Outlet druckt es und all die anderen stürzen sich darauf wie ein Haufen hungriger Haie, weil sie nicht auf die Zugriffe auf ihre Seite verzichten möchten. In diesem Fall nahmen sich zumindest ein paar die Zeit, um die Polizei in Santa Barbara zu kontaktieren, und die Stellungnahme, die sie bekommen haben, war entscheidend, um zu beleuchten, was hier wirklich vor sich geht. Wie auch immer – mein Punkt ist, obwohl andere Outlets diese flaschen Geschichten aufgegriffen und verbreitet haben, müssen wir dort anfangen, wo das Übel herkommt – bei Radar Online.

Aber lasst uns zuerst damit beginnen, einige der verdrehten Mythen und glatten Lügen auffliegen zu lassen, die derzeit kursieren. Ich bin seit sieben Jahren ein engagierter Michael Jackson Rechercheur. Ich habe alle Aspekte des 2005 gegen ihn eingebrachten Falls studiert – in dem er völlig rehabilitiert wurde – und den Jordan Chandler Vergleich von 1993. Und was ich nicht weiß, kann ich sehr rasch von engagierten Forschenden bekommen, die noch umfassender und fundierter informiert sind als ich. Hier wird es einzig und alleine darum gehen, die Sensationsgier der Medien von sachlichen Wahrheiten zu trennen – und seid geduldig, weil das eine Weile dauern kann; das ist nicht etwas, das ich in einem einzigen Post ordentlich festmachen kann, obwohl ich natürlich wünschte, ich könnte es.

Das erste, das wir ansprechen müssen, ist, dass die Informationen und Angaben in diesen Berichten NICHT neu sind und dass dies keine „kürzlich ausgegrabenen“ Berichte sind – all diese Informationen waren sowohl der Staatsanwaltschaft, als auch der Verteidigung 2004 bekannt, als die Anklage und der Grand Jury Prozess begannen. Tatsächlich gelangten einige dieser Informationen damals an die Öffentlichkeit und kursieren nach den Anhörungen in der Presse, was eine Stellungnahme von Michaels Anwalt Thomas Mesereau zur Folge hatte (die von Richter Melville unterzeichnet wurde, der bestätigte, dass keine Kinderpornographie gefunden wurde).

Mesereau Statement Kinderpornographie

Datum: Dienstag, 21. September 2004

STELLUNGNAHME VON MICHAEL JACKSONS ANWALT THOMAS A. MESEREAU, JR.

Michael Jacksons Verteidigungsteam hat erfahren, das Informationen bezüglich vermeintlicher Fotos in den Medien kursieren, die angeblich von Mr. Jacksons Wohnsitz beschlagnahmt wurden. Diese Information ist falsch. Die Staatsanwaltschaft hat bestätigt, dass das falsch ist.

Wir fordern einen umgehenden Widerruf von jeder Nachrichten- oder Medien-Organistaion, die solch eine Meldung machte. Journalistische Integrität ist ein wichtiger Faktor in der gesamten Berichterstattung. Diese Art der Berichterstattung ist verantwortungslos. Mr. Jackson steht wie jedem anderen Menschen in Amerika ein fairer Prozess zu. Dieser Fall wird in einem Gerichtssaal ausgefochten, nicht in den Medien. Mr. Jackson ist unschuldig und wird rehabilitiert werden.

ANMERKUNGEN: Jacksons Anwalt Tom Mesereau hielt heute eine kurze Pressekonferenz in Alabama ab, wo er ein neues Gerücht anspricht, das von Celebrity Justice verbreitet wurde und besagt, dass auf Jacksons Neverland Ranch Nacktfotos von Jungs gefunden worden sind.

Mesereau, der eine Sondergenehmigung vom Richter erhalten hat, um die Stellungnahme zu verlesen, sagt, dass die Foto-Story FALSCH ist. Weiters sagt er, dass die Staatsanwaltschaft ebenfalls bestätigt hat, dass die Story falsch ist.

Es wurden keine Nacktfotos – keine Kinderpornographie – gefunden, wie von Celebrity Justice und ihren „der Staatsanwaltschaft nahestehenden Quellen“ behauptet.

Letztendlich wurden die meisten dieser Objekte als unzulässig erachtet, weil es handelsübliche Kunstbücher waren, die jeder legal erwerben kann. Die „Sadomasochismus“ Bücher waren Erwachsenenbücher mit Erwachsenen (er besaß ein Exemplar von Madonnas „Sex“, ein Buch, das in den frühen 1990ern legal in Buchläden verkauft wurde) und nichts davon entsprach der rechtlichen Definition von Kinderpornographie – tatsächlich kann einiges davon überhaupt nicht als Pornographie bezeichnet werden, sondern als Kunst. Das ließ die Staatsanwaltschaft in der ziemlich peinlichen Situation zurück, in der sie einen Fall auf Michaels legaler Erwachsenenpornographiesammlung aufbauen mussten, die – sagen wir einfach – gesund, aber nicht unüblich war für einen alleinstehenden Kerl. Lasst uns nicht vergessen, dass diese Leute schließlich in seinen Privatbereich eingedrungen sind. Aber im Grunde genommen zwang das die Staatsanwaltschaft zu dem Versuch, einen Fall von Kindesmissbrauch gegen einen Mann aufzubauen, gegen den die einzigen „Beweise“, die sie hatten, Ausgaben von Hustler, Playboy, Penthouse, Barely Legal und ähnliches waren – zusammen mit, nun, jeder Menge Kunstbüchern. Das, was man nicht vergessen darf, ist, dass die Staatsanwaltschaft niemals auch nur ein Schnipsel eines wie wir es nennen würden „entscheidenden Beweises“ hatte – etwas, das normalerweise ganz einfach zu einem „Fall abgeschlossen“ Schuldspruch führt. Es gab keine expliziten an Kinder geschriebenen Liebesbriefe, keine Fotos von ihm selbst oder Kindern bei Sexualakten, keine Videobänder von ihm mit Kindern bei anzüglichen Handlungen, keine aufgezeichneten Telefongespräche, keine online „Sex Chats“ – in anderen Worten, keines der Dinge, die in den meisten Fällen zu einem einfachen Schuldspruch führen können. Man darf nicht vergessen, dass Michael über zehn Jahre lang unter ständiger Überwachung durch das FBI stand. Die Berichte kamen letzenendes zu dem Schluss, dass nichts gefunden wurde. Während der Razzia 2003 wurden all seine Computerfestplatten beschlagnahmt, aber die Durchsuchung der über sechzehn Computerfestplatten ergab einzig, dass er gelegentlich ein paar legale Pornoseiten besucht hat, wo er sich als „Dr. Black“ und „Marcel Jackson“ eingeloggt hat. Reizvoller Klatsch, ja. Illegal, nein.

madonna sexMadonnas „Sex“ – Ein Buch, von dem man weiß, dass Michael es erworben hat, ist typisch dafür, was die Staatsanwaltschaft als „Sadomasochismus“-Bücher in seiner Sammlung bezeichnet hat

In Ermangelung solcher schwerwiegender Beweise lief der Fall im Wesentlichen auf das Wort des Anklägers Gavin Arvizo gegen Michaels hinaus. Ab diesem Punkt war die einzige Hoffnung der Bezirksstaatsanwälte Tom Sneddon und Ron Zonen, ihre Anklage als eine Rufmordkampagne aufzubauen. In ihrem verzweifelten Versuch, „Beweise“ aus fehlenden Beweisen zu erzeugen, wurden die Kunstbücher (ohne Erfolg) als Bücher vorgebracht, die der Definition entsprechen „könnten“, was ein Fallbuchpädophiler besitzen würde, und die legale Pornographie wurde als „Vorbereitungsmaterial“ dargestellt (ein Argument, dass die Jury ebenfalls nicht überzeugt hat – besonders, nachdem Gavin Arvizo im Kreuzverhör zugegeben hat, dass das Magazin, von dem er zuerst behauptet hat, dass es ihm von Michael gezeigt wurde, in Wahrheit erst fünf Monate nach dem angeblichen Vorfall veröffentlicht worden ist).

Das Problem ist, dass es in Abwesenheit jeglicher Hardcorebeweise zunehmend schwieriger wird, eine Jury davon überzeugen zu können, was jemandes „Absichten“ mit einem bestimmten Foto oder Kunstbuch sind. Man kann nicht feststellen, was jemandem durch den Kopf geht, oder ob jemand gewisse Materialien – legal oder nicht – für sexuelle Befriedigung nutzt. Das driftet in den Bereich des „begründeten Zweifels“ ab und ist nichts, was bewiesen werden kann. Das einzige, was ein Richter und eine Jury tun können, ist, auf bestimmte gezeigte Beweismittel zu blicken und zu fragen: Ist das Pornographie oder ist es das nicht? Und wenn es Pornographie ist, ist es legal? Man darf nicht vergessen, dass etwas, das im Grunde genommen keine Kinderpornographie ist, nicht als zulässiger Beweis angeführt werden kann, weil es nicht kriminell ist – zumindest sicherlich nicht in den Vereinigten Staaten – Kunstbücher oder legale Erwachsenensexbücher zu besitzen, ganz gleich, wie „anschaulich“ die Bilder sind (von denen in den Medienberichten auch einiges sehr übertrieben wurde, aber eines nach dem anderen).

Die ursprüngliche Radar Online Story, die am 20. Juni publiziert worden ist, räumt sogar ein, dass diese Berichte von 2003 sind und keine neue Information, aber sie verdrehten ihre Story auf solche Art und Weise, dass es den Anschein erweckt, als wäre das eine Information, die irgendwie „neu an die Öffentlichkeit gelangt ist“ oder als wäre es ein „neu entdeckter“ Beweis, der irgendwie – aus welchen unheimlichen Gründen auch immer – während dem Prozess nicht ans Licht gebracht wurde. Das ist schlicht nicht wahr, da alle offiziellen Gerichtsdokumente, die sich auf den Fall von 2005 beziehen, eindeutig zeigen, dass diese Objekte sowohl der Staatsanwaltschaft, als auch der Verteidigung bekannt waren. Viele dieser Objekte wurden an dem berüchtigten als „Porno Tag“ bekannt gewordenen Tag vor der Jury erörtert und vorgelegt (ein Tag, an dem Michaels sehr religiöse Mutter sich dazu entschieden hat, außerhalb des Gerichtssaals zu bleiben). Was nicht behandelt wurde, wurde schlicht nicht behandelt, weil es nicht als pornographisch erachtet wurde und deshalb unzulässiges Beweismittel war. Michael Jackson war einer der eiferndsten Strafverfolgungen ausgesetzt, die für eine Einzelperson überhaupt möglich ist. Er hatte einen Bezirksstaatsanwalt, der es sich zu seinem persönlichen Lebensziel machte, ihn hinter Gitter zu bringen – oder ihn dauerhaft aus Santa Barbara zu vertreiben, was ihm letztlich gelungen ist. Das war eine Staatsanwaltschaft, die den Globus auf der Suche nach „Opfern“, Beweisen und jeglichen Zeugen durchkämmt hat, die gewillt waren, herauszukommen, ungeachtet der Glaubhaftigkeit, und die im Verlauf Millionen an Steuergeldern ausgegeben hat. Zugegebenermaßen hatten Sneddon und Zonen ihre ungeschickten Momente, aber einer Sache könnten sie niemals beschuldigt werden – nicht gründlich gewesen zu sein oder eine halbherzige Ermittlung verübt zu haben, die Beweise tatsächlicher Kinderpornographie übersehen hätte. Tatsächlich wurde in diesen Berichten nichts übersehen oder zurückgehalten. Es war einfach keine Kinderpornographie, weder damals noch heute.

Das ist ein wichtiger festzustellender Fakt, weil ich denke, dass viele von den tendenziösen Medienberichten den Eindruck bekommen, dass diese angesprochenen Objekte irgendwelche „schockierenden, neuen Knalleffekt“ Enthüllungen sind, die gerade erst ans Licht gekommen sind. Das ist schlicht nicht wahr. Das alles sind alte Nachrichten von vor zehn Jahren und es gibt hier absolut nichts in diesen Berichten, das nicht bereits vor Gericht behandelt worden ist – zumindest jene Objekte, die es über die Offenlegungsphase geschafft haben. Die Medien versuchen, diese Story auf diese Art und Weise zu verdrehen, weil sie so anzüglichere Schlagzeilen und Klick-Köder erschaffen, aber wenn man das Kleingedruckte liest, müssen die meisten an einem gewissen Punkt zugeben, dass dies eigentlich alte Dokumente sind, die ins Jahr 2003 zurückreichen, als die Entdeckungsphase für den Prozess im Gange war. Es gibt hier also nichts Neues und nichts, das den Anwälten, dem Richter oder der Jury nicht bekannt gewesen ist, als Michael 2005 vor Gericht gestellt und freigesprochen wurde.

Kommen wir zur nächsten Frage … warum jetzt? Nun, das reicht zurück zu den engen Verbindungen zwischen Radar Online (mit dem ehemaligen Leiter Dylan Howard) und den Anwälten von Wade Robson und Jimmy Safechuck, sowie einem gewissen verräterischen „Freund“ der Jackson Familie – Stacy Brown. Stacy Brown, der Karriere damit machte, mit Schweinereien bei den Boulevardmedien hausieren zu gehen. Robson und Safechuck haben beide Zivilklagen gegen Michael Jacksons Estate ausstehend und Radar Online wurde deren Verbündeter und bereitwilliges Sprachrohr. Wir wissen von der Stellungnahme des Santa Barbara Sheriff’s Departments, dass sie die Dokumente nicht an Radar Online oder irgendeine andere Medienquelle ausgehändigt haben:

Einige Dokumente scheinen Kopien der Berichte zu sein, die von den Mitarbeitern des Sheriff’s Office verfasst worden sind, sowie Beweisfotos, die von den Mitarbeitern des Sheriff’s Office aufgenommen worden sind – durchsetzt mit Inhalten, die anscheinend auf das Internet oder unbekannte Quellen zurückzuführen sind. Das Sheriff’s Office gab keine dieser Dokumente und/oder Fotos an die Medien weiter. Das Sheriff’s Office veröffentlichte all seine Berichte und die Fotos als Bestandteil der vorgeschriebenen Entdeckungsphase an die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung.

Aber was am verstörendsten ist – und ein Fakt, den der Rest der Medienoutlets, die diese Story gebracht haben, absichtlich übersieht – ist Radar Onlines Bereitschaft, offizielle Dokumente und Fotos zu fälschen. Viele der Medienoutlets, die die Originalstory kopiert haben, haben ihre Information jetzt aktualisiert und diese Stellungnahme inkludiert. Das ist zumindest ein Schritt in die richtige Richtung, nehme ich an, aber das berücksichtigt immer noch nicht deren offensichtliche Bereitschaft, eine Story zu bringen, die von eben jenen Behörden, die in diesem Fall ermittelt haben, offensichtlich als falsche Information identifiziert wurde.

Lasst uns nochmal diese offizielle Stellungnahme ansehen, die vom Santa Barbara Sheriff’s Department veröffentlicht worden ist – die wesentlichsten Passagen sind hervorgehoben:

Einige Dokumente scheinen Kopien der Berichte zu sein, die von den Mitarbeitern des Sheriff’s Office verfasst worden sind, sowie Beweisfotos, die von den Mitarbeitern des Sheriff’s Office aufgenommen worden sind – durchsetzt mit Inhalten, die anscheinend auf das Internet oder unbekannte Quellen zurückzuführen sind. Das Sheriff’s Office gab keine dieser Dokumente und/oder Fotos an die Medien weiter. Das Sheriff’s Office veröffentlichte all seine Berichte und die Fotos als Bestandteil der vorgeschriebenen Entdeckungsphase an die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung.

Dies ist eine öffentliche Stellungnahme, dass Radar Online vorsätzlich Informationen gefälscht hat und diese als offizielle Polizeidokumente ausgegeben hat. Ich werde im nächsten Post weiter ins Detail gehen, welche Teile authentisch sind und welche gefälscht, und einen detaillierten Bericht über jene Gegenstände verfassen, die tatsächlich in den offiziellen Berichten aufgezählt und in dem Versuch, „Beweise“ zu fingieren, stark aufgebauscht wurden.

Die Stellungnahme mach desweiteren klar, dass jemand anderes als eine offizielle Quelle dafür verantwortlich ist, Radar Online mit dieser Information versorgt zu haben – jemand (oder mehrere), der diese bösartige Verleumdungskampagne zeitlich genau so festgelegt hat, dass sie mit den Erinnerungen und Feierlichkeiten von Michaels Todestag zusammenfallen – eine Zeit, in der die Gefühle seiner Familie, Freunde und Fans am verwundbarsten sind.

Hier sind Links zu vielen Medienoutlets, die die Story bereits zurückgezogen haben und sie als die boshafte Radar Online Falschmeldung entlarvt haben, die sie auch ist:

http://www.washingtontimes.com/news/2016/jun/23/authorities-rebut-claims-child-porn-found-michael-/?utm_campaign=shareaholic&utm_medium=twitter&utm_source=socialnetwork

http://www.usatoday.com/story/life/people/2016/06/22/michael-jacksons-family-sheriff-respond-child-porn-allegations/86225804/

http://www.people.com/article/michael-jackson-estate-blasts-porn-reports

BET hat die Story überhaupt gelöscht, wie es aussieht.

Am schädlichsten für die Falschmeldungs-Täter war diese Stellungnahme von Ron Zonen selbst, einem der Staatsanwälte, der gewiss Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt hätte, um den „Beweis“ gegen Michael Jackson zu bekommen, nach dem er sich so verzweifelt gesehnt hat:

zonen-statement

Der ehemalige Santa Barbara Bezirksstaatsanwalt-Oberassistent Ron Zonen, der half, Jackson strafrechtlich zu verfolgen, erinnert sich an die Besichtigung der an den Fall geknüpften vorliegenden Dokumente und sagt PEOPLE, dass die Strafverfolgung Erwachsenen-Pornomagazine und –videos entdeckt hat, jedoch nichts, das Kinderpornographie darstellt.

„Es gibt allerhand konventioneller Pornomagazine.“, sagt Zonen. Dinge wie Playboy, Penthouse. Es gab eines namens Barely Legal. Das war eine Publikation, wo junge Frauen darstellt sind, die vermutlich über 18 Jahre alt sind, aber ausgewählt wurden, weil sie viel jünger aussehen.“

Die Strafverfolgung entdeckte auch ein Buch mit „masochistischen“ Zeichnungen.

Bezüglich Artikel im Zusammenhang mit Kindern sagte er „Es gab Fotos von nackten Kindern, aber die waren nicht sexueller Natur.“ „Das waren keine Kinder bei sexuellen Aktivitäten und es gab keine Kinderpornographie. Es gab keine Videos von Kindern. Es gab Videos, die beschlagnahmt wurden, aber das war konventionell sexuelles Erwachsenen-Material. Keine Kinder waren involviert.

Er sagt, die Bilder von nackten Kindern zeigen Kinder „die im Bach spielen, auf Bäume klettern, Naturfotos, Nudistenkolonien und solche Dinge.“, sagt er. „Sie stammten aus Fachpublikationen. Ich kann mich nicht dazu äußern, ob sie für Pädophile bestimmt waren oder als künstlerische Fotobücher.“

Lasst uns auf die wichtigsten hier getroffenen Aussagen zurückkommen: „… es gab keine Kinderpornographie. Es gab keine Videos mit Kindern.“

Also worum geht es bei diesem ganzen Rummel dann überhaupt? Ihr würdet schockiert und überrascht sein! Offensichtlich verwenden die Medien Wörter wie „schockierend“, „erschütternd“, „widerlich“ und so weiter, um einen Klick-Köder zu erzeugen. Ich habe hier die gleiche Taktik benutzt. (Glaube ich wirklich, dass Radar Online irgendein Schamgefühl hat? Nee!) Wenn man das diskutierte Material und die Bilder beleuchtet und analysiert, stellt sich nicht nur heraus, dass alles aus legalen Quellen stammt (Kunstbücher und derartiges), sondern dass die erotischen Bilder von Erwachsenen sind! Also… was soll das eigentlich? Es scheint genau genommen so, dass über Michael Jacksons Geschmack bezüglich Kunst und Erwachsenenerotika ein riesiger Mediensturm erschaffen wurde. Wie ich bereits zuvor gesagt habe: Klatschfutter? Ja, vielleicht. Beweis für kriminelles Verhalten? Nein. Und Radar Online pfuscht absichtlich in vielen dieser Bilder herum, um sie eindeutiger „erscheinen“ zu lassen als sie eigentlich sind, wie das folgende Beispiel zeigt. Auf der rechten Reite ist das Bild, wie Radar Online es gepostet hat. Auf der linken Seite ist das Originalbild aus dem Buch, dem es entnommen wurde. Wie ihr sehen könnt, hat Radar Online die Genitalien mit schwarzen Balken abgedeckt, damit es so scheint, als seien die jungen Männer nackt, obwohl sie in Wahrheit Shorts anhaben.

Radar Online FakeIch werde im Laufe der nächsten Tage mehr zu diesem Thema posten, aber für jene, die es in der Zwischenzeit nicht mehr erwarten können, mehr über den Umfang von Michael Jacksons Pornosammlung zu erfahren, ist hier eine sehr gute, umfangreiche Liste. Für’s Protokoll, die in dieser Liste angeführten Artikel sind die einzigen wirklichen Pornos, die gefunden wurden. Eine hervorragende Serie über die in Michaels Sammlung gefundenen Kunstbücher – viele davon sind der Ursprung des aktuellen Medienwahnsinns – kann hier gefunden werden. Soweit ich das beurteilen kann, war das der erste Post dieser Serie. Ihr könnt hier beginnen und euch von hier durch den Rest der Serie durchklicken.

Hier gibt es noch viel, viel mehr zu sagen, da ich Radar Online in den kommenden Tagen Lüge für Lüge zerstören und entlarven werde. Aber da der 25. Juni naht, möchte ich diese Abschiedsworte hinzufügen: Vor sieben Jahren haben wir einen erstaunlichen Künstler, Mann und Menschenfreund verloren. Von Ferguson, Missouri und Black Lives Matter über Paris, Frankreich und ganz aktuell als Folge der Tragödie in Orlando, bleibt Michaels Musik die Musik, um unseren Planeten zu heilen. Woran liegt es, dass sich die Leute immer wieder Michaels Musik zuwenden, wenn uns eine Tragödie trifft oder wenn es ein neues Erwachen für die Notwendigkeit gibt, uns als eine globale Familie zu vereinen?

Teilnehmer einer Gedenkveranstaltung für die Opfer von Orlando singen „Heal The World“

Michael Jackson war ein seltenes Geschenk für den Planeten, jemand, der diese Art der Behandlung sicherlich nicht verdient hat (und immer noch nicht verdient). Ich sagte es neulich in den Social Media und werde es hier wiederholen: Wenn die Welt viel mehr Zeit damit verbringen würde, seinen Worten zuzuhören, statt sich zwanghaft damit zu beschäftigen, was er in seinem Schlafzimmer hatte, würden wir es besser haben. Michaels Privatleben wurde bereits genauestens analysiert. Er wurde einem äußerst strapaziösen und öffentlich demütigenden Prozess ausgesetzt, der nichts der Fantasie überlassen hat – seine innere Heiligkeit völlig durchwühlt, seine privatesten Besitztümer zur öffentlichen Einsichtnahme ausgestellt, sogar sein eigener Körper wurde geschändet.

Mein Punkt ist, dass es hier nichts Neues zu sehen gibt. All diese „Beweise“ wurden vor einem Jahrzehnt bei Gericht zerlegt. Also warum springt Radar Online so hämisch auf diese fingierte Verleumdungskampagne und würgt jahrzehntealte Informationen hoch, für die Michael Jackson vor langem vor Gericht gestellt und freigesprochen wurde? Meine Vermutung, die wahrscheinlich nicht allzuweit daneben liegt, ist, dass das alles Teil eines sorgfältig abgestimmten Plans ist, um das Estate in einen Vergleich mit Robson und Safechuck zu drängen. Und in Radar Online haben sie den perfekten, willigen Komplizen – ein Outlet, das nichts dagegen hat, alle Regeln des Fairplays zu biegen, oder sogar Informationen zu fälschen, um eine leichtgläubige Öffentlichkeit aufzuhetzen und glauben zu lassen, dass eine Liste an Artikeln, die vor zwölf Jahren überprüft und als „Beweis“ abgelehnt wurde, irgendwie eine Titelseitennachricht wert ist.

Michael im SpitalEr war ein Geschenk an die Welt, der viel mehr verdient hat, als das, was ihm gegeben wurde

Das erste, an das ich vielleicht seltsamerweise dachte, als diese Story eingeschlagen ist, war die kürzlich neu aufgeflammte Kontroverse über die Konföderiertenflagge. Präsident Obama sagte, dass die Konföderiertenflagge dauerhaft in einem Museum seinen Ruhestand antreten soll, wo sie als Teil der Geschichte in Erinnerung bleiben kann, aber nicht als Trotzreaktion für ein Ideal im Wind weht, das nicht mehr existiert. Dasselbe empfinde ich über all diese hochgewürgten Informationen aus Michael Jacksons Prozess. Jene Dokumente (die echten) befinden sich seit mehr als einem Jahrzehnt im Archiv des Bezirks Santa Barbara. Sie sind Teil der Geschichte, aber nicht mehr relevant. Der Prozess endete am 13. Juni 2005 in einem Freispruch in allen vierzehn Anklagepunkten und Michael Jackson starb am 25. Juni 2009.

Aber ebenso wie es ein paar Leute gibt, die niemals akzeptieren werden, dass der Bürgerkrieg 1865 endete, gibt es auch eine Splittergruppe, die niemals akzeptieren wird, dass Michael Jackson 2005 von einem Gerichtshof völlig entlastet worden ist. Zu diesem Zweck werden sie weiter lügen, alte Geschichten aufwärmen und boulevardisieren, um die Wahrheit zu verdrehen und ja, sogar neue „Beweise“ fälschen, wo keine existieren. Es ist ein nur spärlich verschleierter Versuch, eine alte Schlacht in Gang zu halten, die schon lange gekämpft – und gewonnen wurde.

Wenn Du das liest und zustimmst, dass wir bessere Gesetze brauchen, um die Verstorbenen vor dieser Art von Verleumdung zu beschützen, unterschreibe bitte diese Petition für die Anti-Diffamierung Vermächtnis Recht Advokaten. Das ist eine Initiative, die, wenn sie als Gesetz verabschiedet wird, den Hinterbliebenen von verstorbenen Personen die gleichen Gesetze und Absicherungen gegen Verleumdung und Beleidigung durch die Medien ermöglicht, wie dies derzeit lebende Personen haben.

„We’ve Had Enough“ („Wir haben die Nase voll“) – Ein Aufruf an die Fan-Community, sich gegen verleumderische Boulevardmedien zur Wehr zu setzen.

UPDATE: Das ist eine ziemlich brisante Information, die gerade durch die kanadische Presse ans Licht gekommen ist (vielen Dank an meine Freunde sanemjfan und Melanie, die diese Eilmeldung auf Twitter und FB geteilt haben): Der Künstler, von dem eines der Fotos stammt, das Radar Online dem Polizeibericht von 2003 „fälschlicherweise hinzugefügt“ hat, der kanadische Künstler Jonathan Hobin, hat bestätigt, dass dieses Foto BIS 2008 NICHT EINMAL EXISTIERT HAT und deshalb UNMÖGLICH im Zuge der Razzia 2003 konfisziert worden sein kann!

Das hat Radar Online ursprünglich berichtet:

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„In einem Buch, das Jackson Room to Play (Raum zum Spielen) nannte, gibt es ein zutiefst bestürzendes Foto einer [ermordeten Kinder-Schönheitskönigin] Jon Benet Ramsey Doppelgängerin mit einer Schlinge um ihren Hals“, enthüllt der Insider. „Es gab auch Fotos und Videos von sadomasochistischem Sex, Bondage, Transsexuellen – ,Tussen mit Schw-nzen‘.“

Die ganze Geschichte hinter dem Foto ist auf der CBS News Seite zu finden.

Jonathan Hobin erklärt in einem Auszug aus dem obigen Artikel:

Die meisten Werke, auf die sich der Radar Online Bericht bezieht, sind in Wirklichkeit keine Pornographie, sondern Bilder, die laut Hobin online aus Kunstbüchern entnommen wurden.

„Die Leute manipulieren den Kontext der Kunst für ihre eigenen teuflischen Zwecke. Ich denke, das lässt sich auf armseligen Journalismus und die Aufregung zurückführen, die durch das Erzeugen von nicht existierendem Drama entsteht.“ sagte er.

Hobin glaubt, dass es am besten wäre, wenn die fragliche Polizeibehörde die Behauptungen dementiert, um dieser Fehlinformation ein Ende zu bereiten.

„(Das Sheriff’s Department) hätte sich unverzüglich zu Wort melden und mitteilen können, dass dies jemandes Versuch ist … eine schon vorhandene polizeiliche Untersuchung zu korrumpieren.“ sagte er.

„Ich wünsche mir, dass sie umgehend das Wort ergreifen … jeder von Vanity Fair über Daily Mail zu wem auch immer spricht über diese Sache, die angeblich existiert, und auf gewisse Weise frage ich mich, ob hier eine Art von Absicht von ihnen vorliegt, dass sie dieser Diskussion erlauben, sich fortzusetzen, wenn sie dem sofort ein Ende bereiten könnten.“

Hier habt ihr es also … noch mehr Beweise, dass dieses Schundblatt die Wahrheit verfälscht und boulevardisiert. Michael wird jetzt auf Basis eines Fotos beschuldigt, dass 1. nach keiner rechtlichen Definition Kinderpornographie ist und dass er 2. zum Zeitpunkt der Razzia unmöglich besessen haben kann.

„We’ve Had Enough“ („Wir haben die Nase voll“) – Ein Aufruf an die Fan-Community, sich gegen verleumderische Boulevardmedien zur Wehr zu setzen.

by

Original: https://antidefamationlegacylawadvocates.org/2016/06/20/weve-had-enough-an-appeal-to-the-fan-community-to-take-a-stand-against-slanderous-tabloids/

AdLLaw

Meine Aufgabe bei Michael’s Dream Foundation besteht unter anderem darin, bei den Nachrichten über Michael Jackson am Laufenden zu bleiben. Das ist etwas, das ich täglich mit dem Ziel mache, interessante Artikel über ihn zu teilen – insbesondere, wenn über seine humanitäre Arbeit und sein Vermächtnis berichtet wird.

Leider gehören die unzähligen Boulevardartikel ebenfalls zu diesem Bereich, den ich durch meine Recherche aufdecke – keinen davon teile ich. In den 27 Jahren, die ich ein Michael Jackson Fan bin, habe ich nicht ein einziges Mal einen Boulevardartikel über ihn geteilt und ich habe mit Sicherheit nicht vor, dies jetzt zu tun; ich werde wiederholen, was Michael selbst gesagt hat – ich lese sie nicht. Der Umstand, dass etwas geschrieben wird, macht daraus nicht zwangsläufig „Wahrheit“. Ich schenke diesen Artikeln nicht noch mehr Aufmerksamkeit, als sie verdienen. Stattdessen ignoriere ich sie. Warum würde ich einem Artikel Aufmerksamkeit schenken wollen, der eindeutig mit absurden Lügen über einen Mann übersäht ist, dem ich seit vielen, vielen Jahren gefolgt bin und über den ich schon so lange recherchiere?

Aber heute stieß ich auf einen Artikel, den ich nicht ignorieren konnte. Ich weiß nur zu gut, dass es Radar Online großes Vergnügen bereitet, negative Dinge über Michael zu posten; sie verbeißen sich an dem Kindesmissbrauchsprozess 2005 wie ein Hund an seinem Knochen. Die Tatsache, dass Michael durch ein EINSTIMMIGES Urteil von ALLEN Anklagepunkten freigesprochen wurde, scheint ihnen nicht in den Kopf zu gehen. Natürlich ignorieren sie alle konkreten Fakten in ihrem Streben, ihre Leserschaft zu vergrößern und aufrechtzuerhalten. Heute gingen sie allerdings zu weit…

In einem widerlichen Artikel unter dem Titel „Paedo Proof? Never before seen – Cop Reports Expose Michael Jacksons Sick Secrets” (Paedo Beweis? Nie zuvor gesehen – Polizeireport enthüllt Michael Jacksons kranke Geheimnisse) gehen sie soweit und sagen, dass Michael ein „manipulatives drogen- und sexbesessenes Raubtier“ war. Im Verlauf des Artikels verweisen sie auf Dokumente, die „obszöne Fotos und Videos von Männern, Frauen, Jungs und Mädchen in perversen Positionen“ zeigen und „Medikamente, um Sexsucht zu behandeln, mit mehreren Rezepten, die von einer Vielzahl von Ärzten für Leute ausgestellt wurden, die dem Star nahestanden“. Der Artikel fährt fort und gibt an, dass Michael sogar „sexy Fotos seiner eigenen Neffen in deren Unterwäsche nutzte, um junge Burschen zu erregen“. Und laut ihnen „teilte ein Ermittler Radar mit, „dass die Dokumente Jackson als ein manipulatives drogen- und sexbesessenes Raubtier entlarven, das Blut, eindeutig sexuelle Bilder von Tieropfern und perversen Geschlechtsakten nutzte, um Kinder seinem Willen zu unterwerfen.“ Dem nicht genug, ergänzte die „Quelle“, dass „er auch widerliche und regelrecht schockierende Bilder von Kinderquälerei, Nacktfotos von Erwachsenen und Kindern, Frauen-Bondage und Sadomasochismus besaß.“

Ich werde nicht fortfahren, diesen beleidigenden Artikel zu zitieren. Das Ganze ist peinlich, widerlich und verursacht so viel Wut, dass jeder Fan spüren kann, wie sein Blut den Siedepunkt erreicht.

Aber wie zum Hohn bietet der Artikel einen Link an, wo man sich diesen sogenannten „Beweis“ selbst ansehen kann. Und was habe ich dort gefunden? Den Beweis, dass Radar Online diesen „Beweis“ mit dem Ziel, Michael zu verleumden und die Wahrheit zu verzerren, völlig aufgebauscht hat. Die unter dem Link dargestellten Bilder sind überhaupt nicht das, worüber berichtet wurde.

Also warum ärgerte mich dieser spezielle Artikel mehr als andere, die ich gesehen habe? Tatsächlich postete Radar Online nur wenige Tage zuvor einen Artikel über Michaels „bizarres Sexualverhalten“; angeblich nachdem Bobby Brown behauptet hat, dass er gesehen hat, wie Michael seiner Schwester einen Klaps auf den Hintern gab, als er mit Janet Jackson zusammen war. Erkenne ich darin „bizarres Sexualverhalten“? Nein, das tue ich nicht. Mein Bruder tat dasselbe, als wir aufwuchsen – und auch im Erwachsenenalter. Das nennt sich „Geschwister-Neckerei“. Ist mein eigener Bruder demzufolge ein Sexualstraftäter, weil er exakt dasselbe Verhalten zeigte? Nein, ist er nicht. Wenn ich andererseits den gleichen Gedankengang einschlage wir die Boulevardmedien – mein Bruder ist kein exzentrischer Popstar, der seine Privatsphäre verzweifelt beschützt.

Ich schweife ab.

Der wahre Grund für meine heftige Wut auf diesen Artikel war die Bosheit dahinter. Hier wurden nicht einfach absurde Lügen über Michael gedruckt. Dieser Artikel geht weiter. Er wagt sich auf das Gebiet der Verleumdung, der Diffamierung und darüber hinaus. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass es weniger eine Pressemeldung, sondern viel mehr ein persönlicher Angriff gegen Michael war – und lasst uns daran denken, dass Michael leider nicht mehr hier ist, um sich selbst zu verteidigen. Wer auch immer diesen Artikel geschrieben hat, sein Hass und seine Bitterkeit bis zu dem Punkt einer Vendetta gegen Michael waren sofort erkennbar. Beim Lesen zwischen den Zeilen (wie ich es oft tue, wenn ich irgendeinen Nachrichtenbeitrag über Michael lese), konnte man das toxische Gift sehen, dass von jedem einzelnen getippten Wort heruntertropft. Diese Person wusste ganz genau, was sie tat und das Timing von solch einem Artikel spricht Bände. Fünf Tage vor dem 25. Juni? Wohl kaum ein Zufall. Ich weiß nicht, wer dahinter steht. Diese Information wurde nicht veröffentlicht … wie praktisch.

Oh, und obendrein liefert der Artikel eine nur spärlich verschleierte Andeutung, dass weitere Vorwürfe und Zivilprozesse gegen Michael eingebracht werden sollten. „Anything for money“ vielleicht?

Warum tauchen diese Artikel nun fast 7 Jahre nachdem uns Michael verlassen hat auf? Wegen dem Zivilprozess, der 2017 stattfinden soll. Und wenn Du denkst, dieser hier war übel – warte auf den nächsten und den danach. Sie werden schlimmer werden, besonders von einer Seite, die dafür bekannt ist, sehr gegen Michael Jackson eingestellt zu sein.

Es wäre so einfach, diesen beleidigenden Artikel zu lesen, wütend zu werden, wegen Michaels Situation traurig zu sein und es zu vergessen. Michael ist nicht mehr unter uns, oder? Gewiss macht es nichts mehr aus. FALSCH! Nachdem ich den besagten Artikel gelesen habe, sprach ich mit ein paar Fans darüber und wie ich sind sie es leid, leid, leid, diese Lügen immer wieder zu sehen. Und wisst ihr, was noch schlimmer ist? Die Tatsache, dass die Urheber dieser Lügen ungestraft davonkommen. Natürlich könnte man Radar Online kontaktieren und sie beten, es zurückzunehmen, aber höchstwahrscheinlich friert zuerst die Hölle zu, bevor sie das machen. Wenn sie arrogant genug sind, diesen Unsinn zu posten, werden sie sich nicht entschuldigen und zugeben, dass sie sich völlig daneben benommen haben. Stattdessen werden sie damit weitermachen, Gift zu posten, um Michaels Ruf, Vermächtnis und vergesst nicht – seine Kinder – zu beschädigen, weil sie die Freiheit dazu haben. Wie kann das denn richtig sein?

Es ist nicht richtig und das wird es nie werden. Sieben schmerzvolle Jahre sind vergangen und selbst jetzt zerlegen und verstümmeln die Medien Michaels guten Namen, um Profit zu machen. Sie haben nach sieben Jahren nicht aufgehört; sie werden auch in absehbarer Zeit nicht damit aufhören. Erinnern wir uns daran, dass Michael die berühmteste Person auf der Welt war und ist. Sein Andenken wird auf folgende Generationen hinaus weiterleben. Und wenn wir nicht JETZT handeln und etwas unternehmen, wird auch das verleumderische Verhalten der Medien fortbestehen.

Noch nie war es so wichtig wie jetzt, uns zu vereinen und die AdLLaw Initiative zu verwirklichen. Sollte diese Initiative als Gesetz verabschiedet werden, dann kann Michaels Ruf und Vermächtnis nicht länger von den Aasgeiern der Boulevardblätter befleckt werden. Und jene, die versuchen, das Gesetz zu brechen, werden für ihr Handeln zur Verantwortung gezogen. Wäre es nicht ein wunderschöner Tag, wenn es den Boulevardmedien nicht mehr erlaubt ist, die Namen und Reputationen jener, die verstorben sind und sich nicht selbst schützen können, zu diffamieren? Handelt JETZT und dieser Tag kann viel früher kommen. Aber damit das passieren kann, braucht es mehr als eine Person, um es zu realisieren.

Michael sprach oft über Einheit und die Wichtigkeit, sich zu vereinen, um einen Wandel herbeizuführen. Er hat völlig Recht. In der Vielzahl liegt die Stärke. Einer oder zwei können keinen Unterschied machen. Aber eine oder zwei Millionen schon. Wir, seine Fans, sind bekannt als seine „Soldaten der Liebe“. Er solidarisierte sich mit seinen Fans und beschützte sie um jeden Preis. „Verletzt meine Fans nicht“ war seine Botschaft, weil er uns genau so sehr liebte wie wir ihn lieben. Wenn er mit uns Schulter an Schulter stehen konnte, können wir ihm dann die gleiche Solidarität entgegenbringen? Jetzt ist die Zeit, in der er uns am meisten braucht und der kommende Zivilprozess wird das noch mehr verstärken. Er erbat seinen Tag vor Gericht; den hatte er und er hat gewonnen. Für manche ist das dennoch nicht genug. Hass gegen Michael und die Tatsache, dass er völlig rehabilitiert wurde – es wird immer noch von den Medien und deren giftigen Artikeln angeheizt. Hätte Michael das toleriert? Zur Hölle, nein! Warum sind wir also im Begriff, es zu tolerieren?

Es ist die Zeit gekommen, um für Michael einzutreten und alles in unserer Macht stehende zu tun, um seinen Ruf zu beschützen. Schürt dieses Feuer in euren Bäuchen und denkt an die Bilder von Michael während dem Prozess 2005. Denkt an das Gefühl des gebrochenen Herzens, als ihr diese entsetzliche Traurigkeit in seinen Augen gesehen habt. Denkt an diese Freude, die ihr erlebt habt, als Michael freigesprochen wurde. Michael und seine Fans machten all das gemeinsam durch. Doch sofern wir nicht gegen die Medien Stellung beziehen, wird all das umsonst gewesen sein. Keine andere Berühmtheit wurde von den Medien so grausam angegriffen wie Michael Jackson. Er durchlebte das sein Leben lang und es machte sein Leben zu einem Elend. Die Berichterstattung über den Prozess 2005 wurde als „Prozess durch die Medien“ tituliert. Er hätte als von den Medien „vor Gericht gestellt, verurteilt und gehängt“ tituliert werden sollen und nächstes Jahr werden wir alles wieder von vorne erleben. Es war beim ersten Mal entsetzlich genug. Aber der Unterschied ist, dass Michael damals seine Meinung sagen und sich selbst verteidigen konnte. Dieses Mal kann er das nicht. Und darum fällt es UNS zu, etwas GEMEINSAM zu tun.

Es gibt kein „I“ (ich) in „us“ (uns). Und man kann „unite“ (sich vereinen) nicht aussprechen, ohne „you“ (du) und „I“ (ich) zusammenzufügen.

Kerry Ward, MDF Admin

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„Beschützt das Vermächtnis der Verstorbenen und die geistige Gesundheit ihrer Hinterbliebenen“ (AdLLaw Initiative)

Link zur Petition: http://petitions.moveon.org/sign/protect-the-legacy-of

Wir richten uns an das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten, den Senat der Vereinigten Staaten und Präsident Barack Obama

Verabschieden Sie ein Gesetz, das die Verstorbenen zu jenen einreiht, die, wenn sie diffamiert werden, denselben Rechtsschutz haben können, indem Sie deren Familienmitgliedern eine Gesetzesgrundlage bieten, auf der sie einen zivilen Klageanspruch aufbauen können.

Die Anti-Diffamierung Vermächtnis Rechts Advokaten betrachten dieses Gesetz wie jedes andere; als eine Abschreckung für die meisten und ein Mittel gegen die schwerwiegenderen Täter. Wenn eine Person verstorben ist, kann nahezu alles über sie gesagt oder geschrieben werden. Selbst Unbekannte können zur Zielscheibe werden, was bedeutet, dass wir und unsere Liebsten in Gefahr sind.

Wir hoffen, es wird ausschlaggebend sein, um den Gesetzesentwurf zu verabschieden oder zu einem Bestreben beider Parteien zu machen.

https://antidefamationlegacylawadvocates.org/

Petitionshintergrund

Wir ersuchen alle Leute – die Mitglieder unseres Kongressorgans und den Präsidenten der Vereinigten Staaten, die Initiative der Anti-Diffamierung Vermächtnis Rechts Advokaten oder AdLLaw (Ad Law) zu unterstützen.

Ursprünglich dachten wir, mit Kalifornien zu beginnen. Der kalifornische Gerichtsjustizrat erstellte einen Entwurf für eine Initiative. Obwohl es für Kalifornien konzipiert wurde, bekundet das Dokument eindeutig, dass wir dieses Gesetz auf nationaler Ebene verwirklicht sehen wollen.

https://antidefamationlegacylawadvocates.org/2013/07/18/anti-defamation-legacy-law-advocates-adllaw-initiative/

Ziel dieser Initiative ist es, ein Gesetz zu verabschieden, das die Verstorbenen unter jenen einreiht, die juristisch betrachtet diffamiert werden können, wodurch deren Familienmitgliedern eine Gesetzesgrundlage geboten wird, auf deren Basis sie einen zivilen Klageanspruch aufbauen können. Wir sehen dieses Gesetz wie jede andere Zivilklage. Solch ein Gesetz wäre weder unbegründet, noch eine Zauberpille, um alle Missstände zu kurieren, aber in den meisten Fällen eine realisierbare Abschreckung gegen die Verleumdung eines Verstorbenen und ein denkbares Mittel, um sich mit ernstzunehmenderen Tätern zu befassen.

In den letzten 5 Jahren überstieg die Liste der Verstorbenen, die ungeheuerlich diffamiert worden sind, die Marke des Üblichen oder des zu erwartenden. Die Liste reicht von den Berühmten über die Unbekannten.

Wir Amerikaner sind mit vielen Rechten gesegnet, aber mit ihnen gehen Verantwortlichkeiten einher, um sicherzustellen, dass wir niemandem mit unserem gefährlichen Verhalten schaden. Vorsätzliche Diffamierung eines Verstorbenen richtet viel mehr an, als nur die Gefühle der Hinterbliebenen zu verletzen, es kann deren Gesundheit und Wohlbefinden durch falsche öffentliche Wahrnehmung, Meinungen und ergriffene Maßnahmen gefährden. Wir schätzen die Rechte des amerikanischen Ersten Verfassungszusatzes, aber in unserer Verfassung befindet sich nichts über das Ablegen eines falschen Zeugnisses als Rechtsanspruch.

Wir erbitten dringend, die Anti-Diffamierung Vermächtnis Rechts (AdLLaw) Initiative zu unterstützen.

https://antidefamationlegacylawadvocates.org/

Forest Lawn besuchen und überdenken

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Original: https://dancingwiththeelephant.wordpress.com/2016/06/16/visiting-and-revisiting-forest-lawn/

Post vom 16/06/2016

Willa: Letzten Juni besuchte unsere Freundin und regelmäßige Mitarbeiterin Eleanor Bowman den Forest Lawn Memorial Park, wo Michael Jackson beerdigt ist. Ich habe nie viel darüber nachgedacht – ich schätzte, ich habe einfach angenommen, dass es ein schöner Friedhof ist, wo viele Hollywoodstars begraben sind – aber Eleanor erklärte, dass es viel mehr als das ist. Zum Beispiel sagte sie, dass sich im Großen Mausoleum am Forest Lawn lebensgroße Reproduktionen von Michelangelos Statuen befinden, die wie die Originale in Marmor gemeißelt sind.

Eleanors Emails entfachten meine Neugier und so begann ich nachzuforschen. Ich fand heraus, dass Forest Lawn auf Basis einer ganz unüblichen Vision gestaltet wurde, wie ein Friedhof sein könnte – ein fröhlicher, öffentlicher Ort, an dem die Leute in Verbundenheit mit der Natur großartige Kunstwerke erleben können und die Leben ihrer geliebten Menschen feiern. Tatsächlich half er, die gängigen Vorstellungen über Friedhöfe zu verändern. Der Gründer Hubert Eaton schrieb 1917 „Ich werde danach streben, Forest Lawn im Gegensatz zu anderen Friedhöfen zu erbauen, so wie sich Sonnenschein von Dunkelheit unterscheidet, so wie sich ewiges Leben vom Tod unterscheidet.“

Dieses Jahr nähern wir uns also dem siebenten Jahrestag von Michael Jacksons Tod und wir würden gerne über Forest Lawn sprechen, über Dr. Eatons Vision, wie sie sich auf Michael Jacksons Ideen über Kunst beziehen und ob Forest Lawn eine geeignete letzte Ruhestätte für ihn ist. Eleanor, vielen Dank, dass Du Deine Gedanken mit uns teilst!

Lisha: Wow, das klingt nach einem faszinierenden Thema. Ich hatte keine Ahnung, dass Forest Lawn solch eine ungewöhnliche Geschichte hat. Eleanor, vielen Dank, dass Du bei uns bist. Ich kann es kaum erwarten, mehr darüber zu lernen.

Eleanor: Hi, Willa und Lisha. Und danke für die Einladung, um erneut über meinen Lieblingsmenschen zu sprechen.

Letztes Jahr besuchte ich meinen Sohn Shaw in LA und mir war bewusst, dass der Jahrestag von Michaels Tod nahe lag. Ich wollte etwas tun, um mich ihm irgendwie näher zu fühlen und ihn zu ehren. Und mein Sohn, der mich vor ein paar Jahren bei Laune hielt, indem er mich an den Toren der ursprünglichen Jacksonresidenz in Hayvenhurst vorbeifuhr, ging auf meine Stimmung ein und verbrachte den ganzen Tag damit, mich zu Orten zu bringen, die mit Michael in Verbindung stehen.

Willa: Oh, wirklich? Du und Dein Sohn habt also eine private Michael Jackson Tour gemacht?

Eleanor: Ja, das haben wir. Und es war ein wundervoller Tag!

Willa: Das klingt nach richtig viel Spaß! Es gibt professionelle Michael Jackson Touren, die hunderte Dollar kosten, aber eine eigene Tour zu machen klingt viel besser.

Lisha: Ich stimme zu. Seit ich dieses YouTube Video mit dem Titel „Ultimate Michael Jackson Fan Tour (Red in L.A.)“ gesehen habe, wollte ich selbst eine Do-It-Yourself Tour machen:

Willa: Ich liebe dieses Video, Lisha. Und wie toll, dass Du mit Deinem Sohn eine „Do-It-Yourself Michael Jackson Tour“ machen konntest, Eleanor! Wo wart ihr überall?

Eleanor: Zuerst waren wir in Hombly Hills (Hombly Hills grenzt an Beverly Hills), um das Haus zu besichtigen, in dem er lebte, als er sich für This Is It vorbereitet hat. Es nimmt einen ganzen Block ein und liegt auf einem steilen, tortenförmigen Stück Land mit dem Haus obenan, die Vorderseite blickt auf Terrassengärten und darüber hinaus über LA hinaus. Die Doppelgarage befindet sich direkt auf der Strasse, das Garagentor war geöffnet und ich konnte mir MJ vorstellen, wie er sein Haus betrat und verließ. Die Nachbarschaft ist so schön und friedlich: gewundene Gassen, die mit wunderschönen Bäumen und Blumen gesäumt sind. So grün und ruhig.

Als nächstes fuhren wir nach Hollywood und ich fand seinen Stern am Walk of Fame. An diesem Abend gingen wir ins La Cabanita, einem mexikanischen Restaurant in Glendale, das eines von Liz Taylors liebsten war, und wir konnten uns MJ und Liz beim gemeinsamen Abendessen vorstellen. (Das Essen war großartig!)

Aber der beste und bewegendste Teil des Tages war für mich der Besuch des Forest Lawn. Sehr ruhig. Eine Hügellandschaft mit weitgehend ebenerdigen Grabstellen. Natürlich mit Ausnahme des Großen Mausoleums, wo die reichen und berühmten, einschließlich MJ, beerdigt sind – eine Art Kathedrale für die Toten. In Elizabeth Taylors Krypta gibt es auf beiden Seiten wunderschöne Zweige weißer Orichdeen und einen riesigen Marmorblock mit ihrem Namen. Oben auf war eine enorme Statue eines Engels.

Willa: Ja, es ist wirklich wunderschön. Hier ist ein Foto, das ich online gefunden habe:

Elizabeth Taylor Krypta

Eleanor: Das Gebäude ist ein echtes Kulturerlebnis. Ich habe niemals etwas Vergleichbares gesehen. Überall Nachbildungen von Michelangelos Skulpturen, wie Du erwähnt hast, Willa. In Originalgröße. Und ein riesiges mit Glasmalereien verziertes Fenster, das eine Kopie von Leonardo da Vincis Letztes Abendmal zeigt. Wirklich übertrieben, aber doch… passend für diese Leute, die irgendwie unsere kulturellen Archetypen repräsentieren, denke ich.

Ich sagte Shaw, dass ich an Evelyn Waughs The Loved One und Jessica Mitfords The American Way of Death erinnert wurde, beides kulturelle Kritiken der US, beide vom Forest Lawn inspiriert und beide repräsentierten alles, was ich über Forest Lawn wusste. Ich meine, Forest Lawn ist selbst eine kulturelle Ikone, wenn ein Friedhof eine Ikone sein kann.

Willa: Ich weiß, was Du meinst, Eleanor. Er veränderte wirklich das Aussehen von Friedhöfen im ganzen Land. Ich habe nicht realisiert, wie signifikant er war, bis Du mir darüber erzählt hast und ich begonnen habe, ein wenig zu recherchieren. Tatsächlich wusste ich nur sehr wenig über Forest Lawn. Aber nachdem Du mein Interesse angeregt hast, besuchte ich Kalifornien und Forest Lawn – etwas, das ich ohne Deine Ermunterung vermutlich nicht gemacht hätte – und ich war überrascht davon, wie wunderschön er ist. Es fühlt sich an wie ein Park. Tatsächlich ist es ein beliebter Ort für Hochzeiten, was ziemlich ungewöhnlich ist für einen Friedhof…

Lisha: Hochzeiten? Das kann nicht Dein Ernst sein! Ich kann mir zu einem Friedhof nichts Gegensächlicheres vorstellen als eine Hochzeit!

Willa: Ich war auch schockiert, als ich das gelesen habe. Also habe ich David Macdonald dazu befragt. Die Forest Lawn Gesellschaft hat eigentlich sechs separate Friedhöfe – oder Gedenkparks, wie sie es nennen – und Mr. Macdonald leitet die Glendale Anlage, wo sich Michael Jackson befindet. Toni Bowers und ich besuchten Kalifornien letzten November und vor unserem Ausflug kontaktierten wir Mr. Macdonald. Er nahm uns netterweise mit auf eine Tour und während wir herumgingen, fragte ich ihn, ob es stimmt, dass Ronald Reagan dort geheiratet hat. Er sagte ja, tausende Leute haben dort geheiratet und es ist immer noch ein beliebter Ort für Hochzeiten. Tatsächlich sagte er, dass er selbst dort geheiratet hat. Ich war von all diesen Hochzeiten wirklich überrascht. Das war überhaupt nicht das, was ich bei einem Friedhof erwartet habe.

Lisha: Das ist so cool, dass Du dort warst! Und die Hochzeiten sind einfach so überraschend – ich kann es mir einfach nicht vorstellen.

Ich googelte und fand dieses Foto von Ronald Reagan und Jane Wymans Hochzeit 1940, die in der Wee Kirk o‘ the Heather abgehalten wurde, einer Kirche am Forest Lawn:

reagan-wyman-wedding

Das Brautpaar sitzt im „Wunschsessel“ der Kirche, einem Steinmonument, auf dem auszugsweise steht „Das Glück wird für immer auf das Brautpaar lächeln, das an ihrem Hochzeitstag in diesem Sessel sitzt.“ Forest Lawns Hochzeitskoordinatorin Mildred Broking sagte der Los Angeles Times, dass „Ein Paar in den 40ern, wenn es nicht im Wee Kirk vermählt wurde, einfach nicht verheiratet war… Es war der Eliteort, um zu heiraten.“

In einer Million Jahren hätte ich niemals vermutet, dass eine Friedhofskirche „der Eliteort“ für eine Hochzeit werden könnte!

Eleanor: Das hätte ich auch nicht, Lisha, und ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich mich mit dem Gedanken wohlfühle.

Willa: Es ist auf jeden Fall unerwartet, oder? Aber in gewisser Hinsicht ist es ein Testament für den Erfolg von Dr. Eatons Vision. Er war nicht der Meinung, dass ein Friedhof ein trauriger Ort sein sollte, sondern vielmehr ein Ort der Feierlichkeit. Tatsächlich hat Mr. Macdonald gesagt, dass Forest Lawn die populärste Touristenattraktion in Los Angeles war, bevor Disneyland errichtet wurde, und er zieht immer noch viele Besucher an – wenngleich natürlich nicht annähernd so viele wie Disneyland. Es ist einfach schwer vorstellbar, dass ein Friedhof solch ein beliebter Ort ist.

Lisha: Das ist wirklich etwas. Es klingt so, als hätte Dr. Eaton wirklich die Art in Frage stellen wollen, wie Leute über den Tod zu denken gewöhnt waren.

Willa: Ja, das denke ich auch.

Lisha: Ich weiß, dass der Père Lachaise Friedhof in Paris ebenfalls viele Touristen anzieht, aber ich dachte, das läge an den berühmten „Bewohnern“ wie Jim Morrison, Oscar Wilde, Èdith Piaf und Frèdèric Chopin. Besucher finden Gefallen daran, die Gräber der historischen Personen zu finden, die dort begraben sind.

Willa: Und das trifft auf Forest Lawn ebenfalls zu. Es ist erstaunlich, wieviele berühmte Leute aus vielen unterschiedlichen Bereichen dort beigesetzt wurden, einschließlich Schauspielern, Musikern, Athleten und Politikern. Dort sind Clark Gable und Carole Lombard, Humphrey Bogart und Lauren Bacall, Gracie Allen und George Burns, Mary Pickford, Ethel Waters, Sammy Davis Jr, Sam Cooke, Nat King Cole, Red Skelton, Casey Stengel – sogar Dr. Suess. Hier ist eine Liste mit über 1000 berühmten Leuten, die dort begraben sind.

Eleanor: Danke, Willa. Ziemlich umfangreich.

Willa: Es ist eine lange Liste, oder? Aber ich denke, es gibt noch etwas anderes am Forest Lawn, das all die Besucher und die Hochzeiten erklärt. Dr. Eaton stellte ihn sich als einen Ort für die Lebenden, wie auch die Toten vor.

Es wird erzählt, dass er am Neujahrstag 1917 in den Hügeln in Forest Lawn spazieren ging und plötzlich eine Vision hatte, was es sein könnte. Er kam nach Hause und schrieb auf, was als „Das Bekenntnis des Erbauers“ bekannt wurde. Es wurde in eine Wand nahe dem Eingang zum Großen Mausoleum in Stein gemeißelt. Hier sind ein paar seiner Worte:

Ich glaube an ein glückliches ewiges Leben…

Deshalb weiß ich, dass die heutigen Friedhöfe falsch sind, weil sie ein Ende darstellen, statt einem Anfang…

Ich werde mich bemühen, Forest Lawn anders zu erbauen, anders als andere Friedhöfe, so wie sich Sonnenschein von Dunkelheit unterscheidet, so wie sich ewiges Leben vom Tod unterscheidet…

Forest Lawn wird ein Ort werden, an dem junge und alte Liebende es lieben werden, zu flanieren und das Glühen des Sonnenuntergangs zu betrachten, für die Zukunft zu planen oder in vergangenen Erinnerungen zu schwelgen; ein Ort, an dem Künstler studieren und entwerfen; wo Lehrer glückliche Kinder hinbringen, um die Dinge zu sehen, von denen sie in Büchern gelesen haben…

Dr. Eaton stellte sich Forest Lawn also tatsächlich als einen Ort für Liebende vor! In diesem Sinne – dass es ein Ort ist, an dem Liebende flanieren, Künstler entwerfen und ein Ort, den Schüler in Exkursionen besuchen, um großartige Kunstwerke zu sehen – unterscheidet er sich sehr von den meisten Friedhöfen.

Lisha: Das ist solch ein radikales Konzept – das Ende des Lebens als neuen Anfang zu feiern, wie wir normalerweise über Hochzeiten denken, und nicht über Beerdigungen. Es wandelt das Konzept einer Beerdigung in eine Feier des Lebens und der Liebe, statt in das endgültige tragische Ende.

Willa: Ich denke, Du hast Recht, Lisha.

Lisha: Auf der Forest Lawn Webseite findet man eine interessante Geschichte über die allererste Statue, die Dr. Eaton 1915 für den Friedhof erworben hat – bekannt unter dem Namen Duck Baby. Der Gedanke, Kunst in einem Friedhof aufzustellen, war damals so ungewöhnlich, dass der Erwerb einige Kontroversen hervorrief und zunächst vom Vorstand abgelehnt wurde. Duck Baby stellt ein lachendes Kind dar – voller Leben – dass Entenbabys in seinen Armen hält. Eine wunderschöne Statue wie diese aufzustellen, war solch eine andere Art, über Beerdigungen zu denken, und viele hatten Schwierigkeiten damit, sich das Konzept vorzustellen.

duck-baby forest lawn

Eleanor: Ja, es ist wirklich ganz anders. Und nicht jeder teilte oder bewunderte Eatons Vision. Besonders nicht zu Beginn. Forest Lawn besitzt eine lange Geschichte und hat viele Kotroversen entfacht; oft wurde er als Beispiel für amerikanischen Kommerz und Geschmacklosigkeit betrachtet. Jessica Mitford führte ihn als Beispiel dafür an, wie man es nicht macht. Und Evelyn Waugh nutzte ihn, um das amerikanische Leben zu verspotten.

Da meine Vorstellungen über Forest Lawn einzig auf diesen beiden Büchern basierte, hatte ich selbst einige Vorbehalte darüber, ob er eine geeignete Grabstätte für Michael Jackson ist. Aber natürlich ist er nicht wirklich begraben, sondern beigesetzt. Für mich schien es fast schon entweihend für ihn, ihn irgendwo beizusetzen. Er schien sich selbst so sehr als Teil der Natur zu fühlen, seinen Körper von seiner geliebten Erde zu trennen, schien gegen alles zu sein, woran er glaubte. Einäscherung schien angemessener zu sein.

Willa: Das ist ein wirklich guter Punkt, Eleanor. Ich meine, Michael Jackson schrieb in „Planet Earth“ im Grunde einen Liebesbrief an die Natur, als er sagte:

In meinen Adern spürte ich das Geheimnis
Der Zeitkorridore, der Geschichtsbücher,
Lebendige Gesänge aus alter Zeit, die in meinem Blut pochen,
Tanzten den Rhythmus von Ebbe und Flut,
Deine Nebelwolken, dein elektrischer Sturm
Waren turbulente Stürme in mir.

Es ist schwer vorstellbar, dass der Mensch, der diese Worte geschrieben hat, seinen Körper von der Natur und dem Kreislauf des Lebens getrennt gehalten haben wollte – im Inneren eines Metallsarges weggesperrt, der dann mit Gestein ummantelt wird. Aber ich verstehe auch, warum seine Familie und Fans einen Ort haben wollen, um ihm zu gedenken und seim Leben ein Denkmal zu setzen.

Eleanor: Ja, ich stimme zu. Auf der einen Seite schien er sich so im Einklang mit der Natur gefühlt zu haben, so sehr als Teil davon. Ich sehe seine Kunst gerne als Ausdruck der Natur, die in seinem Tanz durch seinen Körper fließt. Seine Stimme singt die Lieder der Natur.

Ich machte allerdings einen Realitätscheck und obwohl ich denke, dass eine Feuerbestattung passender gewesen wäre, war er schließlich Michael Jackson und das wäre einfach nicht passiert. Nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es keinen angemesseneren Ort für den King of Pop als Forest Lawn geben könnte.

Willa: Interessant, dass Du das gesagt hast, Eleanor, weil ich am Forest Lawn unter anderem gelernt habe, dass eine anfängliche Definition eines „Mausoleums“ „eine Grabstätte für Könige“ ist. Es ist also angemessen, dass der King of Pop dort beigesetzt wurde, wie Du gesagt hast.

Eleanor: Das wusste ich nicht! Es ist also wirklich passend für Michael.

Willa: Ja, das ist es. Aber Forest Lawn war auch ein früher Befürworter der Einäscherung. Laut Forest Lawn: the First 100 Years, einem Buch, das veröffentlicht wurde, um ihre Hundertjahrfeier zu zelebrieren, „wurden 1906 in den Statuten unter den frühesten Zielen von Forest Lawn Anlagen für ein Krematorium aufgeführt“ und sie errichteten 1917 ein Krematorium, als Einäscherung für viele Leute noch ein sehr verstörender Gedanke war und nicht annähernd so akzeptiert war wie heute. Tatsächlich war das „Zerstreuen der Mythen“ über die Feuerbestattung zu Beginn eine ihrer vielen Herausforderungen.

Aber obwohl sie immer noch Kremierungen anbieten, sind sie nicht dafür bekannt. Bekannt sind sie für das Große Mausoleum, das wunderschöne Gelände und die vielen Berühmtheiten, die dort beerdigt oder beigesetzt wurden.

Eleanor: Ja, und Forest Lawn ist vielleicht der einzige Friedhof der Welt, der die Ressourcen hat, um ihn vor verrückter Liebe und Hass zu beschützen. Der Teil des Mausoleums, wo er verschlossen aufbewahrt wird – was auch mit seinem goldenen Sarg zu tun haben mag. Ich weiß nicht. Weiß es jemand von euch? Ich konnte nicht hinein, als ich dort war, also musste ich mich damit begnügen, mir vorzustellen, wie es im Inneren ist.

Willa: Nun, das Große Mausoleum ist riesig und während Teile davon für die Öffentlichkeit zugänglich sind, ist der Großteil privat. Da ist das Hauptgebäude, das 1917 erbaut wurde, und dann wurden im Laufe der Jahre Erweiterungen angebaut. Die erste war Azalea Terrace 1919 und dann machten sie alphabetisch aufsteigend weiter bis Jasmine Terrace. Michael Jackson ist in der Holly Terrace, die 1949 angefügt wurde. Ich habe eine Webseite gefunden, wo ein historisches Foto abgebildet ist, das 1952 aufgenommen wurde, bevor Iris und Jasmine Terraces gebaut wurden. Die Holly Terrace ist rot markiert:

holly-terrace-photo-taken-1952

Das Große Mausoleum ist also ein riesiges Bauwerk, oder eine Serie von Bauwerken, und große Teile davon sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, Familienmitglieder können allerdings jederzeit hinein. Tatsächlich glaube ich, dass alle Terrassen privat sind. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, dass das so ist. Ich weiß, dass die Holly Terrace für die Öffentlichkeit gesperrt ist und Michael Jacksons Familie entschied sich, ihn dort unterzubringen. Laut einem Artikel des Time Magazins, der am Tag seiner Beerdigung veröffentlicht wurde, waren Sorgen über die Privatsphäre ein wesentlicher Faktor bei ihrer Entscheidung.

Mr. Macdonald erzählte uns, dass die Jackson Familie sogar den gesamten Alkoven erworben hat, wo sich Michael Jackson befindet, der etwa ein Dutzend Grabräume in den Wänden beinhält, die seine Krypta umgeben. (Mr. Macdonald war sich nicht sicher, wieviele es genau sind). Ich nehme also an, dass seine Mutter dort eines Tages beigesetzt werden wird, zusammen mit anderen Familienmitgliedern.

Lisha: Das ist wirklich interessant. Davon habe ich noch nie gehört.

Willa: Ich auch nicht. Man kann das Äußere der Jackson Alkoven übrigens im obigen Bild sehen. Es ist die Ausbuchtung auf der rechten Seite der Holly Terrace (der rote Teil). Hier ist ein besseres Foto mit Blick auf die Alkoven, wo er sich befindet:

michael-jackson-alcove-outside-2

Und hier ist ein Foto der Jackson Alkoven von innen, das ich auf Pinterest gefunden habe:

michael-jackson-alcove-in-holly-terrace

Die wunderschönen Fenster mit Glasmalerein, die seine Krypta umgeben, werden die Himmelfahrt-Fenster genannt und basieren auf Nicola D’Ascenzos „Christi Himmelfahrt“, einem aufwendigen Fenster in der Church oft he Good Shepherd in Scranton, Pennsylvania. Die Steinplatten auf beiden Seiten des Alkoven markieren den Platz, wo weitere Särge in die Wände eingefügt werden können.

Eleanor: Vielen Dank für dieses Foto, Willa.

Willa: Es ist wunderschön, oder? Und Du musst Dir all die Blumen ansehen. Obwohl Fans die Holly Terrace nicht betreten dürfen, sagte Mr. Macdonald, dass sie versuchen, den Fans so weit wie möglich entgegenzukommen. Er sagte, dass sie aus Sicherheitsgründen nichts in seine Krypta bringen können, dass nicht vom Forest Lawn stammt. Aber wenn Fans einen Strauß im Forest Lawn Blumenladen kaufen, wissen sie, dass es sicher ist und bringen ihn zu seinem Sarg. Fans aus aller Welt machen das regelmäßig, sagte er, und es gab viele Blumengestecke, als wir dort waren.

Eleanor: Ich wünschte, ich hätte das letztes Jahr gewusst. Als wir angekommen sind, gingen wir zum Mausoleum und drückten einen Knopf auf der Außenseite der Tür und eine düstere, körperlose Stimme aus dem Inneren sagte uns, dass es geschlossen war; dann dirigierte sie uns aber zu der Tür, die Michael Jacksons Ruhestätte am nächsten ist.

Willa: Ja, es gibt dort einen Bereich in der Nähe des Haupttores zur Holly Terrace, der zu einer ständigen Gedenkstätte geworden ist. Als wir dort waren, waren dort frische Blumen, Briefe und selbstgemachte Poster – und das war im November, was nicht gerade eine besondere Zeit im Michael Jackson Kalender ist – nicht wie Juni oder August.

Eleanor: Ja. Die Terrasse außerhalb der Holly Terrace wurde zu einem Treffpunkt für Leute, die gekommen sind, um Michael zu ehren. Es gab frische Blumen in der Nähe der Tür und Liebesbriefe. Ich kaufte Blumen bei dem Blumenhändler und als ich zurückgekommen bin, standen ein paar Leute herum und unterhielten sich leise. Ich legte meinen Strauß zu den anderen und dann kam ein sehr netter älterer Mann mit australischem Akzent und sagte, er würde für meine Blumen eine Vase mit etwas Wasser füllen, damit sie in der heißen Sonne länger halten würden. Ich fühlte so viel Liebe – die Liebe, die uns Michael Jackson in seiner Kunst und seinem Leben gegeben hat, gaben wir einander. Das berührte mich wirklich sehr und meine Augen füllten sich mit Tränen.

Willa: Das klingt wunderschön, Eleanor. Wir haben keine Fans gesehen, als wir dort waren, aber ein paar Fans waren vor uns an diesem Tag dort und Mr. Macdonald sagte, dass Fans so ziemlich jeden Tag kommen. Und ich war auch tief berührt davon, dort zu sein – mehr, als ich erwartet hätte. Ich muss sagen, dass ich Michael Jacksons Präsenz am Forest Lawn nicht wirklich gespürt habe. Ich fühle ihn viel stärker, wenn ich seine Musik höre oder seine Kurzfilme oder Konzertmitschnitte sehe. Aber es war sehr bewegend und es gibt am Forest Lawn Aspekte, die es besonders für ihn geeignet machen, denke ich.

Zum Beispiel wollte Dr. Eaton Forest Lawn zu einem Ort machen, der mit Statuen und Gemälden gefüllt ist, wo Leute ohne viel Geld an einem wunderschönen Ort spazieren gehen und großartige Kunstwerke erleben können. Es gibt dort also fantastische Bildhauerkunst, wie zum Beispiel sehr schöne handgemachte Nachbauten von Michelangelos David und The Pieta und ein faszinierendes Werk mit dem Namen The Mystery of Life von dem italienischen Bildhauer Ernesto Gazzeri. Hier ist ein Bild:

mystery-of-life-2

Es gibt auch eine ungewöhnliche Szene von Vincenzo Jerace mit dem Namen Christ and the Children. Laut Forest Lawn: the First 100 Years erzählte Eaton die Geschichte von Jeraces Statue sehr gerne:

Er erzählte den Zuhörern, dass er glaubte, dass Christus eine wunderbare, warmherzige Persönlichkeit haben musste, um Kinder und Erwachsene anzuziehen. Aber die Kunst hat Ihn meistens entweder in Todesqualen am Kreuz dargestellt oder mit einem sehr düsteren Gesichtsausdruck. Eaton suchte und suchte nach einer Christus-Darstellung, die Freude ausstrahlt. Nachdem es ihm nicht möglich war, solch ein Kunstwerk zu finden, versammelte er eine Gruppe italienischer Bildhauer und erklärte ihnen seine Vision. Die meisten antworteten, dass sie das nicht machen können, da ihnen ihre Religion gelehrt hat, dass Christus für ihre Sünden gelitten hat und es wäre nicht angemessen, einen lächelnden Christus zu zeigen. Ein Künstler allerdings, Vincenzo Jerace, sagte Eaton, dass er es versuchen würde. Das Ergebnis ist diese Statue, die als „der lächelnde Christus“ bekannt ist.

Hier ist ein Foto von Jeraces Statue:

jerace-2

Lisha: Wow, das ist wirklich wunderschön!

Willa: Ja, und die Geschichte dahinter gefällt mir sehr. Dort gibt es auch fantastische Glasmalereien. Es gibt die Nachbildung von Leonardo da Vincis Letztes Abendmahl als Glasmalerei, wie Du schon vorher erwähnt hast, Eleanor; der italienische Künstler Caselli Moretti brauchte sieben Jahre, um es mit Hilfe der Originalskizzen da Vincis zu erschaffen. Und es gibt die Himmelfahrts-Fenster in Jacksons Alkoven. Des weiteren gibt es in einem Untergeschoß des Großen Mausoleums einen wunderschönen Ort namens Poet’s Corner (Dichterecke), wo Szenen aus der Poesie auf Glas nachgebildet wurden. Als Toni und ich dort waren, stand die Sonne tief am Himmel und schien direkt durch diese Fenster und es raubte uns einfach den Atem. Es war unbeschreiblich schön.

Lisha: Das würde ich wahnsinnig gerne sehen. Es klingt absolut großartig.

Willa: Oh, das war es! Ich habe versucht, Fotos zu machen, aber ich konnte dieses Licht einfach nicht einfangen. Ich fürchte, ich bin keine sehr gute Fotografin…

Was ich also versuche rüberzubringen, ist, dass es am Forest Lawn überall Kunstwerke gibt, sowohl im Mausoleum, als auch überall in den Gärten verteilt, und besonders die Statuen der Kinder erinnerten mich sehr an Michael Jackson. Hier ist zum Beispiel eine Statue von einem Mädchen und einem Jungen, die zu der Gravur von Dr. Eatons „Erbauerbekenntnis“ hinaufblicken:

builders-creed forest lawn

Eleanor: Hmmm. Erinnert mich an Neverland.

Lisha: Genau das habe ich auch gedacht!

Willa: Das denke ich auch, besonders wegen der Art, wie sie sich an den Händen halten, mit dem Welpen in einem Wagen. Statuen wie diese sind der Grund, weshalb ich finde, dass Forest Lawn sehr passend für Michael Jackson ist.

Lisha: Weißt Du, da ich noch nicht dort war, fällt es mir schwer, mir diesen Park mit all der Kunst und den Michelangelo Repliken vorzustellen. Er scheint ungewöhnlich zu sein. Ich fand auf You Tube ein paar Urlaubsaufnahmen, die mir halfen, es mir besser vorzustellen:

Mein Bauchgefühl sagt mir, Michael Jackson würde diesen Ort lieben. Es scheint in vieler Hinsicht ein idealer Ruheplatz für jemanden zu sein, der sich so sehr dafür engagierte, die Welt mit Hilfe von Kunst und Schönheit zu einem besseren Ort zu machen.

Willa: Dem stimme ich zu. Es fühlt sich richtig an, dass er an einem so schönen, mit Kunst gefüllten Ort ist.

Eleanor: Eine perfekte Ruhestätte für einen Künstler, besonders für einen Pop Künstler. In seinen frühen Jahren war Forest Lawn ein Symbol für das, was jetzt als Pop-Kultur bekannt ist, aber dann sah man das Nebeneinander von „Pop“ und „Kultur“ als sich widersprechend an, oder gar als schwachsinnig, was den alten britisch/europäischen Snobismus gegenüber den Vereinigten Staaten und ihrer eher demokratischen Herangehensweise an Kunst widerspiegelt, ein Ansatz, der durch amerikanischen Film und Popmusik veranschaulicht wird. Lange Zeit wurde „Kultur“ und Kunst mit der Alten Welt identifiziert und nicht mit der Neuen, und mit der Elite anstatt mit der breiten Masse.

Willa: Genau, und Dr. Eaton wollte diese Kluft überbrücken und „hohe“ Kunst – oder wenigstens Repliken hoher Kunst – für jeden zugänglich machen, auch für Schulkinder.

Eleanor: Es ist interessant, dass Forest Lawn und so viele der Menschen, die dort begraben oder beigesetzt sind, so eng mit dem Film verbunden sind, einer Kunstform, die darum kämpfen musste, ernstgenommen und als Kunst anerkannt zu werden, so wie es auch bei der populären Musik der Fall war. Und dass Forest Lawn teilweise der gleichen Kritik ausgesetzt war – wie die von Mitford und Waugh ausgeteilte – die auch Michael Jackson verfolgte.

Zum Beispiel wurden sowohl Forest Lawn als auch Michael Jackson beschuldigt, „kommerziell“ zu sein. Das Los Angeles Magazine beschrieb Forest Lawn als ein „Freizeitpark-Nekropolis“, und drückte mit anderen Worten aus, was Jessica Mitford mit „der Kitsch von Forest Lawn war nur eine ausgeklügelte Strategie, um die Scheckbücher der Trauernden zu schmieren“ beschrieb.

Lisha: Das ist sogar irgendwie witzig!

Eleanor: Ja, und die Analyse Mitfords liegt vermutlich garnicht soweit daneben. Ich kann mir nicht vorstellen, was es kostet, im Mausoleum beigesetzt zu werden.

Willa: Ja, aber der Eintritt ist frei. Jeder, der das Gelände besuchen und sich die Kunstwerke ansehen möchte, kann das kostenlos tun. So bezahlen die Wohlhabenden nach ihrem Tod dafür, dass Kunst für jeden zugänglich ist. Aber ich vermute, du hast Recht, Eleanor – ich nehme an, dass es sehr teuer ist, eine Gruft im Mausoleum zu kaufen.

Eleanor: Mitford sah in Forest Lawn eine Möglichkeit, den Tod in ein Gewerbe zu verwandeln, und Film und Pop-Musik werden ebenfalls als Gewerbe bezeichnet – oder als Entertainment-Industrie in einen Topf geworfen – oder in LA einfach nur als „Das Geschäft“ bezeichnet. Erfolg in diesen Bereichen bringt sicherlich Vermögen und Ruhm mit sich. Und Michael Jackson wurde oft dafür kritisiert, seinen Fokus auf Verkaufszahlen zu legen.

Lisha: Oh, lasst mich bloß erst garnicht anfangen mit dieser alten Sache über die Zweiteilung von Kunst und Kommerz! Es ist wirklich an der Zeit, das hinter sich zu lassen. Mir fiel auf, dass es die gleichen Kritiker des Kommerzes sind, die auch alle Michael Jackson Alben ausser Thriller ignorieren. Als Kultur sind wir wirklich in der Meinung steckengeblieben, dass kommerzieller Erfolg und Kunst nicht vereinbar seien. Als ob Michael Jackson irgendeine „Schuld“ daran trägt, das meistverkaufte Album aller Zeiten zu haben.

Eleanor: Ich weiß, Lisha. Das ist deprimierend. Und falsch! Er setze die Verkaufszahlen nicht so sehr mit Geld gleich, sondern sah sie als einen Indikator dafür, wie viele Menschen er mit seiner Kunst erreichte – und veränderte.

Willa: Genau. So interpretiere ich es auch, Eleanor. Er versuchte, die Welt zu verändern, und dazu brauchte er eine globale Zuhörerschaft.

Eleanor: Sein kommerzieller Erfolg spiegelt auch einen Level an kulturellem Wert wieder, der einem Schwarzen üblicherweise nicht gewährt wurde. Es war also sehr wichtig – besonders für ihn.

Lisha: Ich stimme dir zu, Eleanor, und denke, dass kann man garnicht genug betonen. Es gibt auch die kulturelle Vorstellung darüber, dass nur das „original“ Kunstwerk einen hohen Wert besitzt, während jedes Duplikat oder jede Kopie, egal wie gekonnt sie sein mag, eine wertlose Replik ohne jeden „wirklichen“ künstlerischen Wert ist.

Mir scheint, dass diese Denkweise auch bei der Abwertung aufgezeichneter Musik eine Rolle spielt, von der oft angenommen wird, dass sie eine geringere Qualität habe, da sie industriell vervielfältigt und an die Massen verkauft wird, anstatt den kulturellen Eliten vorbehalten zu sein.

Willa: Das ist eine wirklich interessante Verbindung, Lisha.

Eleanor: Und wenn man darüber nachdenkt, warum sollte Kunst nur wenigen vorbehalten sein und nicht für viele da sein? Warum sollte es nur etwas für Kenner sein? Forest Lawn als Symbol für die Popkultur ist der perfekte Ruheplatz für den King Of Pop.

Lisha: Dem stimme ich zu.

Eleanor: Manche Kritiker haben Forest Lawn als eine Art Disneyland für Tote abgelehnt, aber ich denke, Michael Jackson hätte dem wegen seiner Wertschätzung für Pop-Kultur und Disney positiver gegenübergestanden. Vielleicht würde ihm der Gedanke gefallen, in einem Disneyland für Tote zu sein!

Lisha: Hey! Ist das nicht tatsächlich so? Ist nicht Walt Disney auch dort begraben?

Willa: Ja, ist er – oder besser gesagt, es gibt einen privaten Garten, der ihm gewidmet ist und in dem seine Asche verstreut wurde. Hier ist ein link zur Beschreibung und Fotos seines Gartens, in dem auch eine Statue der kleinen Meerjungfrau steht.

Anscheinend waren Walt Disney und Dr. Eaton gute Freunde und Disney wollte bei Dr. Eatons Beerdigung Sargträger sein, er war jedoch wegen seinem Lungenkrebs zu krank, um daran teilzunehmen. Stattdessen wurde er als Ehren-Sargträger aufgeführt und starb 3 Monate später. Sein Neffe Charles Disney war ebenfalls ein guter Freund Dr. Eatons und schrieb nach seinem Tod eine Hommage an ihn.

Lisha: Verrückt. Die Welt ist wirklich klein, oder? Ich habe auch gelesen, dass es ein wunderbares Kunstmuseum auf Forest Lawn gibt. Momentan ist dort noch bis zum Jahresende eine Ausstellung mit Werken von Eyvind Earle zu sehen, einem der legendären Trickfilmzeichner Disneys. Ihm werden einige der beeindruckenden Hintergrund-Animationszeichnungen in Dornröschen und Peter Pan zugeschrieben.

Willa: Wow, und was könnte passender sein, wenn man Michael Jacksons Liebe für Disney und Peter Pan bedenkt?

Lisha: Ganz meiner Meinung. Diese Ausstellung würde ich gerne sehen und ich glaube, Michael Jackson hätte das auch ziemlich interessiert.

Eleanor: Ohne Zweifel. Michael Jackson war fasziniert vom Film, besonders von Disney, und verrückter Weise wurde das hügelige Gelände, auf dem sich jetzt Forest Lawn befindet, früher als Film-Location benutzt. Birth Of A Nation (Die Geburt einer Nation) wurde z.B. dort gefilmt.

Lisha: Was!? Die Geburt einer Nation wurde tatsächlich dort gefilmt, bevor es ein Friedhof wurde?

Eleanor: Ja! Ist das zu fassen?

Lisha: Nein!

Willa: Wow, das war mir völlig unbekannt. Wirklich unglaublich.

Eleanor: Ich erwähnte das meinem Sohn gegenüber und er erinnerte mich daran, dass zu der Zeit, als die Filmindustrie neu war – und das war sie, als Geburt einer Nation gedreht wurde – und bevor LA zur heutigen Größe angewachsen war, die Umgebung Hollywoods oft als Drehort genutzt wurde, so wie es heute auch mit LA selbst getan wird. Bedenkt man Michael Jacksons Interesse für Film und seinen Bestreben, selbst im Filmgeschäft zu sein, sowie die persönliche Signifikanz, die Geburt einer Nation für ihn hatte, ist es interessant, dass seine Grabstätte an dem Ort ist, die einst Set dieses Films war. (“I ain’t scared of no sheets!”- „Ich habe keine Angst vor Bettlaken“)

Willa: Das ist wirklich schaurig, nicht wahr? Das bringt ein ganz neues Ausmaß zur Bedeutung Forest Lawns als seine letzte Ruhestätte. Wie Joe Vogel mit uns im letzten Jahr in einem Post (Junge, gehört das Mädchen zu dir?) besprach, hatte „Geburt einer Nation“ unglaublichen Einfluss auf die Bildung amerikanischer Vorstellungen über Film und Rasse – immerhin wird in dem Film der Klu Klux Klan glorifiziert. Und Joe sieht Black or White als eine Antwort auf diese rassistische Geschichte.

Wie wundervoll ist es also, dass Menschen aus aller Welt nun zu diesem Ort kommen – genau der Platz, an dem „Geburt einer Nation“ gefilmt wurde – um dort Michael Jackson zu ehren. Was für eine Wende! Unbeschreiblich!

Lisha: Du hast Recht, Willa, das dreht wirklich den Spieß um, oder? Es ist schön, so darüber zu denken. Wie Du bereits gesagt hast, kommen nahezu täglich Besucher, um Michael Jackson als einem der berühmtesten und bedeutendsten Künstler unserer Zeit ihre Ehre zu erweisen. Das ist weit entfernt von der rassengetrennten Zukunft, die sich „Geburt einer Nation“ ausmalt. Es ist so befremdlich daran zu denken, dass dieser Film zur damaligen Zeit weitgehend gelobt und akzeptiert wurde.

Eleanor: Ja, wirklich befremdlich. Und Forest Lawn war zu Beginn in ähnlicher Manier isoliert – für Afroamerikaner, Chinesen und Juden gesperrt.

Willa: Das ist ein weiterer wichtiger Punkt, Eleanor. Und jetzt ist Michael Jackson deren berühmtester „Bewohner“, der Leute aus der ganzen Welt anzieht. Das ist wieder wie ein Akt der Rückgewinnung.

Wisst ihr, zu Beginn war Forest Lawn auch bei deren Kunst ziemlich ausschließend. Der Schwerpunkt ihrer Sammlung lag definitiv auf europäischer Kunst und Tradition, besonders der italienischen Renaissance – Dr. Eaton besuchte Europa wieder und wieder auf der Suche nach Kunst für Forest Lawn.

Aber sie wurden jetzt einschließender, sowohl hinsichtlich der Frage, wer dort begraben wird, als auch der Kunstgattungen, die dort ausgestellt werden. Zum Beispiel besuchte der Dalai Lama Forest Lawn am 29. Juni 2000, um eine neue Skulptur zu segnen – das Shi-Tro Mandala – und sie scheinen sehr stolz darauf zu sein, dass er Forest Lawn während seinem Besuch als „einen heiligen Ort“ anerkannte.

Lisha: Das ist erstaunlich! Ich hatte keine Ahnung.

Eleanor: Wow. Ein heiliger Ort. Ich liebe es. Nun, für mich ist er heilig, weil Michaels Grab dort ist. Aber ich mag den Gedanken, dass der Dalai Lama ihn ebenfalls als heilig ansieht.

Willa: Mir geht es genauso. Nun, vielen Dank, Eleanor, dass Du mich darauf aufmerksam gemacht hast, was für ein besonderer Ort Forest Lawn ist, und mich dazu ermuntert hast, ihn zu besuchen!

Lisha: Und danke, dass Du heute mit uns darüber gesprochen hast. Ich habe von euch beiden so viel gelernt.

Eleanor: Danke nochmal für die Einladung.

Übersetzung: M.v.d.L. & Doris