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Michael Jackson wird für immer weiterleben!

The music industry giants of America, with their racist press collaborators, took away the life of the greatest entertainer the world has witnessed in recorded history.  Unlike anyone in human history, way more than any president of modern times, or emperor of the ancient age…It was Michael Jackson who was recognized by people all across the globe.
Michael Jackson was the black man who steadfastly refused to walk the ropes, to plead with the press to sell his musical soul, to corporate copyrighters.
Everything he did, he did with a sense of dedication that shook the foundation of common knowledge, violating the principles of the status quo.
– Saswat Pattanayak  New York based Media Research Scholar

Die Giganten der Amerikanischen Musikindustrie und ihre rassistischen Presse Kollaborateure nahmen das Leben des größten Entertainers, den die Welt in der Geschichte der Musikaufzeichnung je gesehen hat.
So wie sonst niemand in der Geschichte der Menschheit – weitaus mehr als jede Ikone der westlichen Welt, mehr als jeder Präsident der Neuzeit oder Eroberer der Vergangenheit – war es Michael Jackson, der von Menschen auf dem ganzen Globus erkannt wurde. Michael Jackson war der Schwarze, der es standhaft verweigerte, in der Linie zu marschieren, mit der Presse zu heulen und seine musikalische Seele dem Copyright der Industrie zu verkaufen.
Alles was er tat, machte er mit einer Hingabe, die die Grundfesten des allgemein bekannten und die Prinzipien des Staus Quo erschütterte.
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Michael Jackson Will Forever Live On!

von Saswat Pattanayak

Am Ende brachten sie Michael Jackson um.

Die Giganten der Amerikanischen Musikindustrie und ihre rassistischen Presse Kollaborateure nahmen das Leben des größten Entertainers, den die Welt in der Geschichte der Musikaufzeichnung je gesehen hat.

Michael Jackson starb seit mehreren Jahren einen langsamen Tod. Vor allem, seit er seine Stimme gegen die Sony Corporation und die ausbeuterische Musikindustrie erhoben hatte. Seitdem er, mehr als irgendein anderer Einflussreicher, die Misere der schwarzen Künstler als Opfer von Rassismus beleuchtete: “Die Platten Firmen haben sich wirklich, wirklich gegen die Künstler verschworen. Sie stehlen, sie betrügen, sie machen alles, was möglich ist. Besonders gegen schwarze Künstler.” Weil er es nicht akzeptierte, dass der Vorsitzende von Sony, Tony Mottola, einen Afro Amerikanischen Künstler als “fetten schwarzen Nigger” bezeichnete, verurteilte Jackson ihn als “gemein, Rassist, eine sehr, sehr, sehr teuflische Person”. Michael Jackson hat seinen Standpunkt gegen Rassismus…

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Earth Song – Das Lied der Erde singen

Heute ist “Earth Day 2018”

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Übersetzung des Artikels: Singing the Earth’s Song: Someone Was Singing Earth’s Song Long Before it Was Fashionable to Become Her Voice – von Barbara Kaufmann – http://voiceseducation.org/node/7894

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Das Lied der Erde singen: Jemand sang das Lied der Erde schon lange bevor es modern wurde, ihre Stimme zu werden

Die Worte „Stummer Frühling“ beschwören ein entsetzliches Bild herauf – nach den dunklen, kalten Wintermonaten bricht ein Pseudo-Frühling heraus, mit einem lautlosen Wind, der keine Geräusche von Singvögeln mit sich trägt, keinen Froschgesang, kein Grillenzirpen, keine Bienen, um die Blumen zu bestäuben, und deshalb auch keine Blumen oder Nahrung… und kein… Leben.

Schwer vorstellbar. Aber genau dieses Szenario stellte sich eine Autorin vor, die etwa 1962 die ersten Umwelt-Alarmglocken läutete, eine Meeresbiologin namens Rachael Carson schrieb „Der stumme Frühling“ (Silent Spring) nachdem sie einen Pestizid Cocktail aus Heizöl und DDT entdeckte, der auf Feldern versprüht wurde, um die Nutzpflanzen vor zerstörerischen Insekten…

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Michael Jackson und Vitiligo

In diesem Post findet man alle wichtigen Infos über Michael Jacksons Hautkrankheit Vitiligo.
Ein weiterer Post zu diesem Thema:
https://all4michael.com/2016/06/03/apropos-vitiligo-hatte-michael-jackson-vitiligo/

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Michael selbst äusserte sich selten über seine Vitiligo Erkrankung. 1993 gab er dazu im Interview mit Oprah Winfrey, als sie ihn danach fragte, ein kurzes Statement ab:

Michael: “Also das ist die Situation: Ich habe eine Hautkrankheit, die die Pigmentation meiner Haut zerstört. Das ist etwas, wogegen ich nichts tun kann. Okay? Aber wenn die Leute Storys erfinden, dass ich nicht der sein will, der ich bin… das verletzt mich!”

Das ist ein Problem für mich, okay? Ich kann es nicht kontrollieren. Aber was ist mit all den Millionen Menschen, die draußen in der Sonne sitzen, um dunkler zu werden? Um anders zu werden, als sie sind — niemand sagt etwas darüber!”

Oprah: Und wann hat das begonnen? Wann fing die Farbe deiner Haut an, sich zu ändern?

Michael: Oh ja, ich weiß nicht. Irgendwann nach ‘Thriller’, um ‘Off the Wall’, ‘Thriller’, irgendwann damals.

“Das liegt in meiner Familie…

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Michael Jackson zu Besuch im Oman

Michael Jackson, der Mann hinter der Legende

(please scroll down to read the english version)

Michael Jackson war eine Legende, die sicher ewig bestehen bleibt. Die ganze Welt verfolgte ihn, wegen seiner Berühmtheit und seinem Talent, aber im Oman fühlte er sich „wirklich zuhause“.

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Michael kam in den Oman und plante, dort für ca. 3 Tage zu bleiben, aber er blieb 45 Tage bei uns. Er liebte den Oman und die Leute dort. Die Menschen behandelten liebevoll, wie einen guten Freund. Michael war sehr beeindruckt von der Liebe und der Gastfreundschaft, die ihm entgegengebracht wurde, und die aus seinem Leben leider verschwunden war.

Michael war sehr von der reichen Kultur des Oman beeindruckt und besuchte oft den Muttrah Souq. Er brachte viele Andenken von dort mit und wurde sehr vertraut mit den Leuten. Er besuchte die Häuser von vielen omanischen Familien und verbrachte viel Zeit mit ihnen. Er lernte viel über den omanischen Lebensstil.

Er verbrachte viel Zeit in unserem Zuhause. Wir trafen uns oft zum Essen, und er wurde bald ein Teil unserer Familie. Er fühlte sich sehr wohl, und er erzählte uns viel von seinem Leben und darüber, wie die Menschen ihn behandelt hatten.

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Ein hingebungsvoller Vater

An einem dieser Tage erzählte uns Michael von seinen Kindern, und dass sie soviel Zuneigung bekommen sollten, wie er sie hier bekam. Er holte sie in den Oman. Als sie ankamen umarmte er sie und im Auto und sagte zu ihnen: “Willkommen zuhause, Kinder”. Ich sagte zu ihm: “Michael, sei vorsichtig, ich werde das so in den Medien zitieren.” Er sagte: “Das macht nichts, ich liebe es, hier zu sein.”

Er musste das nicht sagen. Er bekam viele Angebote von anderen Leuten und anderen Orten, aber er fühlte sich im Oman zuhause.

Zuhause organisierten wir eine Party, um seine Kinder mit unseren bekannt zu machen. Meine Schwester machte einen Kuchen für ihn und die Kinder. Es war ein besonderer Kuchen, mit den Namen der Kinder in Neverland und Peter Pan mit dem Gesicht von Michael, der sagte: “Free to be me in Oman.” Michael hatte Tränen in den Augen und sagte zu mir: “Ich möchte hier bleiben”.

Mein Neffe Talal Zubair, ist ein großer Michael-Fan. Für die Party organisierte er eine Show und imitierte seine Tanzbewegungen. Michael war begeistert und seine Kinder sagten: “Daddy, du musst Talal das nächste mal mit auf die Bühne nehmen.”

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Talal und Michael befreundeten sich und telefonierten oft zusammen. Talal war am Boden zerstört, als er die Nachricht hörte… Die ganze Familie war es.

Mich interessiert nicht, was die Medien sagen, denn Michael war ein liebevoller Vater und sehr geduldig mit seinen Kindern. Meistens brachte er ihnen etwas neues bei. Ich glaube nicht die Gerüchte, die überall in den Medien herumgehen.

Einmal fuhren wir mit den Kindern ins Kino. Am Rückweg fragte Michael seinen Sohn, der hinten im Auto saß, was er von dem Film gelernt hatte. Der Junge war sehr intelligent und Michael forderte ihn mit immer mehr Fragen heraus. Er wollte, dass seine Kinder brillant sind und ihre Kindheit so erleben konnten, wie er es nie durfte.

Michael las viel. Wir gaben ihm Bücher über Omans Geschichte, Architektur, Kunsthandwerk und Musik. Eines Tages rief er mich um 7.00 Uhr morgens an, um mir Fragen zu den verschiedenen Dynastien, den Festungen und der Geschichte des Oman zu stellen.

Die andere Seite

Michael war sehr offen und er liebte die Menschen. Viele Leute besuchten ihn in dem Hotel, wo er wohnte und machten Fotos mit ihm, aber niemand nutzte seinen Prominenten-Status aus. Sie veröffentlichten die Fotos nicht in den Medien. Deshalb fühlte er sich im Oman sicher.

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Er liebte den Oman, weil er wie ein ganz normaler Mensch behandelt wurde. Er war hier glücklich. Er war um die ganze Welt gereist, und die Leute sagten ihm immer: “Michael, wir lieben dich”, aber nur im Oman sagten sie: “Michael wir lieben dich und möchten, dass du hier bleibst”. Viele Menschen sind sehr traurig über diesen großen Verlust.

Michael war bescheiden, großzügig und ein wirklicher Menschenfreund. Du würdest niemals das glauben, was du über ihn hörst oder liest, wenn du ihn persönlich getroffen hättest.

Traurigerweise nutzen die Leute um ihn herum ihn aus.

Michael verlies den Oman um in den USA die Beerdigung von James Brown zu besuchen.* Er war traurig aber versprach, zurückzukommen. Er plante in diesem Jahr im Dezember zu kommen, um mit uns zu arbeiten.

Er wollte mit Dr. Riyadh Hamzah zusammen an Musik und gemeinsamen Gedichten arbeiten. Ich habe eine Aufnahme, die zeigt wie gerne er im Oman leben würde.

Wir werden ihn sehr vermissen, aber er wird immer in unseren Herzen sein. Ich denke, die Welt wird niemals einen anderen Michael haben. Er war einzigartig.

*Anmerkung: Ich denke, hier irrt der Bericht, denn Michael reiste im Dez. 2006 von Irland nach Las Vegas und zur Beerdigung von James Brown. Im Oman war er jedoch 2005. 

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Während seines Aufenthalts im Mittleren Osten, 2005, besuchte Michael auch ein entlegenes Dorf im Oman. Kerry Anderson, sein Bodygard, berichtet darüber in einem Interview mit The MJ Cast:

Unsere Gastgeber waren anscheinend Millionäre, denn als wir den Flughafen verließen, gab es da eine Vertretung von Rolls Royce, Ferrari, Lamborghini and Bentley, und diese Famile war der Eigentümer. Aber gleichzeitig sahen sie sich auch als Nomaden, sie begaben sich mehrmals im Monat in die Berge und lebten dort ohne Strom und fließendes Wasser, ich nehme an, das war ihre Kultur. Und sie erzählten Michael davon und er: “Oh, ich möchte auch dorthin”! Also fuhren wir hinauf. Ich war weniger begeistert, denn es gibt da immer noch diese Auseinandersetzungen, diese Probleme im Mittleren Osten, und ich dachte mir: “Mensch, ich kenne diese Leute kaum, wir sollten besser nicht in die Berge fahren, sondern hier in der Stadt bleiben, dann können wir wenigstens Hilfe holen…” Aber Michael war Michael und wenn er etwas tun wollte, konnte ich nichts dagegen unternehmen – also fuhren wir. Und es war so bergig, so weit weg von der Stadt, alles was du sehen konntest, waren die Berge. Und da lief ein Schäfer mit seiner Herde talwärts und ich dachte mir, “Mensch, was mach ich eigentlich hier?” Mir gefiel das nicht wirklich, aber die Leute kamen angerannt und riefen: “Michael Jackson!” Oh mein Gott! Das zeigte mir wirklich, dass sogar diese Leute diesen Mann kannten. Das war beeindruckend.”

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Michael mit Bodyguard Kerry Anderson, Oman 2005

During his stay in the Middle East, 2005, Michael also visited a remote village in Oman…
„The people that hosted us – some Billionaire kind of guys – as a matter of fact, as we left the airport, there was a Rolls Royce, Ferrari, Lamborghini and Bentley Dealership and this particular family owned that. But they were also people that were considered nomads, I guess, several times in the month they would go up in the mountains and live there without electricity and running water, ’cause that was their culture, I guess. And they were explaining that to Michael and he is like „Oh, I want to go“. So we rode up there. I wasn’t feeling that, because they’re still dealing with the war kind of thing, the middle east thing, and that’s why I’m thinking, man… I don’t know these people, let’s not go in the mountains, let’s stay in the city, at least we can run and get some help, you know. But, you know, Michael was Michael, and when he wanted to do something there was nothing that I could do – and we went. …And it was so mountainous… so far away from city, and all you see is mountains… you see a guy walking with a herd of sheep coming down the mountain. Myself, I’m thinking, what are we doing here? I don’t like this at all, but… and people coming and shout „Michael Jackson!“ – Oh my god… That’s what really kind of showed me, even these people know this man, that is amazing…“
– Kerry Anderson (Michaels Bodyguard in 2005) (talking to MJ Cast)

Michael Jackson In Oman

MICHAEL Jackson was a legend who is sure to live in eternity. The whole world pursued him for his stardom and talent, but it was in Oman where he felt “truly at home”.
Michael came to Oman with plans for only three days but he went on to stay with us for 45 days. He loved Oman and its people. People treated him with love, just like a close friend. Michael was very impressed by the love and hospitality he got here which was sadly missing from his life.
Michael was highly impressed by Omani’s rich culture and many a times visited the Muttrah Souq. He bought several souvenirs from the souq and got quite friendly with the people. He visited the homes of many Omani families and spent a lot of time with them. He learned a lot about Omani lifestyle.
Michael spent a lot of time with us in our house. We often got together for lunch and he soon became a part of our family. He felt very comfortable here and shared a lot about his life and how people had treated him.

A doting dad

During one of those days, Michael told us about his children and said he wanted them to get the same affection that he received here. He asked them to come to Oman. When they finally arrived, he hugged them and told them in the car, “Welcome home kids”. I told him: “Michael, be careful, I’ll quote this in the media.” He said, “I don’t care, I love being here.”
We didn’t ask him to say this. People in other places offered him so many things but still he felt being at home in Oman.
At home we had organised a party for his children to introduce them to our kids. My sisters prepared a cake for him and his children. It was very special as it had his kids’ names in Neverland and Peter Pan with Michael’s face saying, “Free to be me in Oman”. Michael had tears in his eyes and he told me, “I want to stay here.”
My nephew Talal Zubair is a big fan of Michael. At the party he organised a show and imitated Michael’s moves and jives. Michael was thrilled and his kids said, “Dad you have to take Talal with you on stage next time.” 
Talal and Michael became very close and they used to talk over the phone most of the time. Talal was devastated when he heard the news. The entire family was.
I don’t care what the media says but Michael was a loving father and was very patient with his kids. He used to teach them new things most of the time. I don’t believe all the rumors that float in the media.
One day we went with the kids to watch a movie. On his way back, Michael asked his son who was sitting behind in the car, what he learned from the movie. The boy was very intelligent and Michael was challenging him with more and more questions. He wanted his kids to be brilliant and to live the childhood he never had.

Michael himself read a lot. We gave him books about Oman’s heritage, architecture, crafts and music. One day he called me at 7am to ask about the different dynasties in Oman, the forts and the history.

The other side

Michael was very open and he loved people. Many people visited him at the hotel where he stayed and took pictures with him, but nobody took advantage of his global celebrity status. They did not release the photos in the media. That’s why he felt secure in Oman. He loved Oman because people treated him like an ordinary person. He was happy to be here. He had travelled around the world and people used to tell him “Michael we love you.” Only in Oman they told him: “we love you and we want you to stay here”. Many people are very sad at such a great loss.
Michael was humble, generous and a true humanitarian. You would never believe what you hear or read about him if you had met him in person. Sadly people around him took advantage of him.

Michael left Oman to go to the US when James Brown died. He was very sad but he promised to come back. He was planning to come to Oman in December this year to work with us.
He wanted to work especially with Dr Riyadh Hamzah to compose music and write poems together. I have a recording that says how much he wanted to live in Oman.
We will miss him a lot but he will always be in our hearts. I don’t think the world will ever have an other Michael Jackson. He was one of a kind.

https://www.truemichaeljackson.com/true-stories/michael-in-oman/

Corey Feldmans Bänder über Michael Jackson, Jon Grissom, Sergeant Deborah Linden und andere Charaktere

by

 

Original: https://vindicatemj.wordpress.com/2018/01/13/corey-feldmans-tapes-about-michael-jackson-jon-grissom-sergeant-deborah-linden-and-other-characters/

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Corey Feldman und seine Familie im März 1990 (im Alter von 19 Jahren)

Letzten Monat entdeckte Corey Feldman in seiner Garage die Kopien der Bänder, die während seiner Befragung im Santa Barbara Sheriff Department im Dezember 1993 aufgenommen wurden.

Corey war damals 22 Jahre alt und wurde von Sergeant Deborah Linden und Detektiv Russell Birchim im Zuge ihrer Ermittlungen gegen Michael Jackson befragt.

Als Corey öffentlich mittgeteilt hat, dass er die Aufnahmen hatte, welche die Namen seiner Missbraucher enthalten, räumte das Santa Barbara Sheriff Department umgehend ein, dass sie diese auch gefunden hätten und bereit seien, sie an das Los Angeles Police Department (LAPD) zu übergeben.

Zuvor hatten sie geleugnet, diese jemals besessen zu haben und mitgeteilt:

„Wir kennen die Äußerungen, die Mr. Feldman bezüglich einer Ermittlung aus dem Jahr 1993 macht. Unsere Aufzeichnungen weisen nicht darauf hin, dass er irgendwelche Tatverdächtigen nannte.“

Sie hatten also schriftliche Aufzeichnungen, aber dort wurde mit keinem Wort erwähnt, dass Corey seine Missbraucher genannt hatte. Das interessante daran ist, dass diese Formulierung angesichts der folgenden Ereignisse formal sogar richtig sein könnte, weil es genau genommen nicht Corey war, der es getan hat.

Anscheinend hat Corey Feldman diese Bänder selbst lange nicht mehr angehört. Als er sie sich kürzlich erneut angehört hat, fand er dort abgesehen von dem Beweis, dass er der Polizei von seinem Missbraucher Jon Grissom erzählt hat und diese seine Aussage völlig ignoriert hat, etwas, das ihn sicher sein lässt, dass Michael Jackson Opfer eines abgekarteten Spiels wurde.

Wir haben das ganze Band noch nicht gehört und Corey Feldman ist noch nicht damit fertig, das ganze Mysterium zu entwirren, aber selbst zum jetzigen Zeitpunkt können wir versuchen, nach den Hinweisen zu suchen, die Corey zu der Schlussfolgerung über ein abgekartetes Spiel gebracht haben – die Schlussfolgerung, zu der wir auch gekommen sind, ungeachtet dessen, was er gefunden hat.

Die einzigen für uns verfügbaren Teile von Coreys Band sind die kurzen Ausschnitte, die am 11. Dezember 2017 in der Dr. Oz Show vorgespielt wurden und das sind nur kleine Fragmente der Originalaufnahme. Auf Dr. Ozs Webseite befindet sich ein Video dieser Show, das in zehn Segmente unterteilt ist. Zwei davon sind Teaser und Werbung, aber die verbleibenden Teile werden hier bis auf ein paar undeutliche Teile transkribiert (falls ihr die Lücken füllen könnt, könnt ihr das gerne machen).

Lasst uns diese Clips also gemeinsam anhören, um zu sehen, ob wir hier irgendetwas Neues entdecken können.

Der erste Clip ist ein Trailer, der direkt damit beginnt, dass Dr. Oz und Corey Feldman über Jon Grissom sprechen, der derjenige war, der Corey belästigt hat, als er ein Teenager war.

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COREY FELDMAN: … Und das ist es, was Dir beigebracht wird, was Du in Hollywood tun sollst. Wenn es ein Problem gibt, behalte es für Dich, halte den Mund – das ist die Konditionierung des Systems. Es ist systembedingt, es passierte damals, es passiert heute, schauen Sie sich an, was in der Presse passiert. Das ist es, worüber wir sprechen.

DR.OZ: Hatten Sie zu irgendeinem Zeitpunkt, als Sie mit der Polizei zu tun hatten, das Gefühl, Ihr langer Albtraum würde enden?

FELDMAN: Ich dachte wörtlich, okay, sie müssen gegen ihn ermitteln, weil sie es zur Sprache gebracht haben – „Sehen Sie, Sie müssen einen formellen Bericht einreichen, wenn Sie möchten, dass hier ermittelt wird“ und ich sagte „Okay, das machen wir“. Aber sie haben nie etwas unternommen…

DR.OZ: Aber sie haben niemals erkennen lassen, dass sie tatsächlich an Jon Grissom interessiert waren?

FELDMAN: Nein. (Pause) Sie waren nicht an Jon Grissom interessiert.

DR.OZ: Ich möchte das jetzt allen klar machen. Ich habe auf dieses Thema gepocht, aber in meinen Augen passieren schlimme Dinge, wenn die Guten böse Menschen nicht sehen und das Böse nicht stoppen. So wie ich das verstehe, hätte vielleicht gegen Corey Feldmans mutmaßlichen Missbraucher Jon Grissom ermittelt werden können, wenn die Kriminalbeamten in Santa Barbara das weiterverfolgt hätten, vielleicht hätten sie vor weiterem Kindesmissbrauch geschützt werden können und der Punkt ist, im Jahr 2001, das ist fast 20 Jahre später – Gott weiß, was in diesen 20 Jahren passiert ist – 2001 wurde Jon Grissom wegen unzüchtigen Handlungen mit einem Minderjährigen und Oralverkehr mit einem Minderjährigen verhaftet. Zwanzig Jahre mehr Missbrauch und wir können ihn nicht ausfindig machen.

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FELDMAN: Also die Tatsache, dass er so auf mich zukam und sagte „… Wir haben das noch nie gemacht“ und als das dabei rauskam – dass er selbst ein Kindesverführer war – oh Gott, es ergab absoluten Sinn für mich. Er ist das Problem. Nicht er, aber er verkörpert das Problem, welches ist, dass diese mächtigen Männer, die Art, wie er sich verhalten hat, ist ein perfektes Beispiel für die Hierarchie und die seelische Misshandlung, das Beschämen und das Machtspiel von „Ich bin größer als Du. Ich bin in einer Position, in der ich Dich ausschalten kann und ich kann Dich zerquetschen und ich kann Dir das Gefühl geben, dass es wertlos ist, was Du zu sagen hast.“ Darum geht es! Und das ist exakt die Art, wie diese Raubtiere diese Opfer überwältigen. Exakt so ist es.

DR.OZ: Wir haben also gerade die verlorenen Bänder von 1993 enthüllt, in denen Corey den Namen von einem seiner Missbraucher an die Santa Barbara Kriminalbeamten weitergibt. Als diese Bänder öffentlich bekannt wurden und festgestellt wurde, dass diese immer noch existieren, gab es viele Nachrichtenberichte darüber, dass Sie rehabilitiert wurden. Das war das Wort – rehabilitiert. Was denken Sie? Denken Sie, Sie wurden entlastet?

FELDMAN: Noch nicht. Noch nicht. Rehabilitation wird eintreten, wenn die Täter meines besten Freundes hinter Gittern sind, wenn die Leute, die mich belästigt haben, hinter Gittern sind und wenn mein guter Freund Michael Jackson in der öffentlichen Meinung völlig entlastet ist, weil er niemals ein Täter war. (Applaus)

DR.OZ: Und Ihr bester Freund war Corey Haim. Also Corey Haims Täter müssen zur Strecke gebracht werden, das gleiche gilt für die Leute, die Sie missbraucht haben, und Michael Jackson.

FELDMAN: Michael Jackson muss entlastet werden. Ein und für alle mal. Und ich glaube, das könnte letztendlich dazu führen.

DR.OZ: Zum allerersten Mal hören sie nun Corey, wie er der Polizei über seinen Missbrauch erzählt. Hören sie zu.

Corey Feldman: Oh, ich war, ich meine, ich war ein Belästigungsopfer.

Detektiv Birchim: Dann wissen Sie, worüber ich spreche.

Corey Feldman: Ich weiß ganz genau, worüber Sie sprechen.

Detektiv Birchim: Sie fühlen sich schuldig, Sie fühlen sich schrecklich und, uh…

Sgt. Deborah Linden: Sie fühlen sich, als wäre es Ihre Schuld gewesen und…

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DR.OZ: Die Tatsache, dass diese Worte überhaupt gesprochen wurden, ist schockierend, weil sie bis jetzt angezweifelt wurden. Wir werden in Coreys verlorenen Bändern tiefer graben, viel tiefer. Als nächstes werden wir zum allerersten Mal offenbaren, was auf diesen Bändern wirklich gesprochen wird.

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FELDMAN (über Michael Jackson): Er ist keine sexuelle Person! Das kommt in einer Unterhaltung mit ihm gar nicht auf!

DR.OZ: Ich möchte, dass alle sorgfältig zuhören, was Corey ihnen während ihrer Ermittlungen gegen Michael Jackson gesagt hat. Das sind Ihre Worte – vor 25 Jahren.

Corey Feldman: Glauben Sie mir, die Person, die mich belästigt hat, wenn er das gewesen wäre, wissen Sie, der mir das angetan hat, dann wäre dies eine andere Geschichte, weil ich da draußen wäre, wissen Sie, ich würde sofort etwas unternehmen, damit dieser Mann, uh, bekommt … was er verdient.

DR.OZ: Ich werde zu allen fair sein. Das Santa Barbara Sheriff Department hat bestätigt, dass sie die Bänder von 1993 gefunden haben. Sie haben nicht bestätigt, dass Coreys Kopien davon die gleichen sind, aber wir sind sicher, dass sie das sind.

FELDMAN: Es gab nur eine Befragung.

DR.OZ: Corey sagte den Kriminalbeamten in Santa Barbara 1993 also, dass es nicht Michael Jackson ist. Es ist jemand anderer. Und sie wissen, dass es nicht Michael Jackson ist, weil Sie wissen, worum es bei Missbrauch geht, Sie haben es durchlebt.

FELDMAN: Es gab mehrere Leute. Ich wurde von einigen Typen belästigt.

DR.OZ: Es gab im Speziellen eine Person, die sie auf diesen Bändern ansprechen. Es ist Jon Grissom, der einer von Ihren Missbrauchern war. Hören sie zu.

(Selbst jetzt wird Corey sichtbar angespannt und es verschlägt ihm den Atem, wenn er sich selbst hört, als er Jon Grisson den Kriminalbeamten meldet).

Sgt. Deborah Linden: Ähm, die Information, die wir erhalten haben, ist, dass Jon Grissom Ihr Assistent war. Und dass er ärgerlich und eifersüchtig wurde, als Michael begonnen hat, Ihnen viel Aufmerksamkeit entgegen zu bringen, hauptsächlich, weil Sie Zeit mit Michael verbrachten und nicht mit ihm.

Corey Feldman: Hmm, ähm…

Sgt. Deborah Linden: Habe ich einen wunden Punkt getroffen? Hahaha

Corey Feldman: Ähm, ich, erstens kannte ich Michael lange bevor ich Jon Grissom kennen lernte. Und, Jon Grissom war der Typ, der mich belästigt hat.

Sgt. Deborah Linden: Mmm.

Corey Feldman: Also, ich weiß nicht, woher sie die Fakten haben. Aber, ich möchte sagen, dass sie ziemlich durcheinandergebracht wurden. Aber Jon Grissom, wissen Sie, war der Typ, der mich belästigt hat. Und er, ähm, ich, ich bin sicher, dass er wahrscheinlich eifersüchtig darauf war, wie sehr ich Michael respektiert habe und wie viel Zeit ich mit Michael verbracht habe.

Und wenn er sich gedacht haben könnte, mit Michael lief irgendetwas ab, ich könnte mir vorstellen, wie so eine kranke Person denken würde, und denken würde, dass, wissen Sie …

Sgt. Deborah Linden: Wie alt waren Sie, als das passiert ist?

Corey Feldman: Fünfzehn. Ähm, und uh…

Sgt. Deborah Linden: Wissen Sie, Sie müssen nicht, wir fordern Sie nicht auf, uns davon zu erzählen.

FELDMAN (hebt seine Hände): Was muss denn noch gesagt werden? Aber es gibt noch eine Sache, die ich schnell sagen muss, wo ich mich falsch ausgedrückt habe – ich war fünfzehn, als er mich zum ersten Mal belästigt hat, aber das ging eineinhalb Jahre weiter. Das möchte ich nur wirklich schnell sagen.

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So ist es also.

Corey Feldman erinnerte sich damals nicht daran, aber er realisiert jetzt, dass es die Polizei war, die den Namen von Jon Grissom zur Sprache gebracht hat und dass es dieser Pädophile war, der ihnen seine wertvollen Ansichten über Coreys Freundschaft mit Michael Jackson mitgeteilt hat.

Und seine Story war für Michael sicherlich absolut nicht vorteilhaft. Sergeant Deborah Linden missinterpretierte Coreys Schweigen, indem sie sich vorstellte, „einen wunden Punkt getroffen“ zu haben und lachte, als würde sie denken, dass sie ihn überrumpelt hat und Corey nicht mehr in der Lage sei, irgendetwas zu leugnen.

Und sie war so von ihren eigenen Vorurteilen über Jackson vereinnahmt, dass sie nicht einmal bemerkt hat, dass es für einen Assistenten eines Teenagers völlig abnormal ist, „eifersüchtig“ auf ihn zu sein, und dass sie all die Fragen, die sie über MJ gestellt hat, stattdessen über Grissom hätte stellen sollen.

Was war die Reaktion von Sgt. Deborah Linden, als sie gehört hat, dass Corey zu der Zeit, als Grissom ihn belästigt hat, erst fünfzehn Jahre alt war?

Sie sagte: „Wir fordern Sie nicht auf, uns davon zu erzählen.“

Und warum fragte sie nicht nach?

Die eindeutige Antwort darauf ist nicht, was ihr euch denkt (dass sie Coreys Gefühle nicht verletzen wollte) – nichts dergleichen. Es gab kein Mitgefühl für Corey und seine schmerzenden Wunden. Sie fühlten ihm weiter unerbittlich über Jackson auf den Zahn und selbst nachdem sie die unerfreuliche Entdeckung über Grissom gemacht hat, tat Sgt. Deborah Linden die Angelegenheit einfach mit einem Lachen ab. Der Grund, warum sie nicht gefragt haben, ist, weil sie es nicht hören wollten, da sie nur auf der Jagd nach Michael Jackson waren.

Wenn die Polizei Corey allerdings gefragt hätte, hätte sie einige sehr interessante Details erfahren – zum Beispiel über die Umstände, unter denen sich der Junge hilfesuchend an Michael Jackson wandte.

Zu diesem Zeitpunkt kannte er Michael schon seit langem, aber seine Beziehung zu ihm wurde viel enger, als sein Leben völlig unerträglich wurde. Dieser Moment wurde von Sgt. Deborah Linden ebenfalls falsch interpretiert, da sie die Zeit, als „Michael Jackson begonnen hat, Corey viel Aufmerksamkeit entgegen zu bringen“ als etwas Unheilvolles angesehen hat, während es in Wirklichkeit die Zeit war, in der Corey vor weiterem Missbrauch bewahrt wurde.

Corey Feldman beschreibt den Moment in seinem Buch „Coreyography“:

Es wurde so schlimm, dass nur eine Nacht nach der Flucht aus Rons Fängen ein anderer erwachsener Freund versucht hat, ihn zu belästigen. Er flüchtete an den einzigen sicheren und freundlichen Ort, den er kannte.

„Ich war erschüttert, angewidert, tief bestürzt. Ich brauchte etwas Normalität in meinem Leben. Also rief ich Michael Jackson an“, schreibt er. „Michael Jacksons Welt, so verrückt das auch klingt, wurde mein glücklicher Ort. Mit Michael zusammen zu sein brachte mich zu meiner Unschuld zurück. Wenn ich bei Michael war, war es, als sei ich wieder 10 Jahre alt.“

https://nypost.com/2013/10/19/the-childhood-hell-of-the-lost-boys/

Ron Crimson ist in dem Buch ein Pseudonym, das für Jon Grissom benutzt wurde. Jetzt wird klar, warum Grissom „ärgerlich“ und „eifersüchtig“ auf Michael Jackson war. Corey riss sich gerade von den Leuten frei, die ihn über Monate missbraucht hatten und flüchtete an den einzigen sicheren Ort, den er kannte. Grissoms perverse Phantasie ließ allerdings nur eine Interpretation von Coreys Flucht zu Michael zu – dass der Junge seinem vorherigen (Boy)Lover einen neuen Mann vorzog, und daher kommt das Gefühl von „Eifersucht“ ihm gegenüber.

Und das erklärt erneut die Denkweise der Pädophilen, die Michael umkreist haben und kranke Geschichten über ihn verbreitet haben. Das ist einfach nur die zigste Erinnerung an die Tatsache, dass diese Geschichten deren eigene Vermutungen über MJ und deren eigene Anschauungen über eine Freundschaft mit einem Teenager wiederspiegelten.

Ich war immer der Meinung, dass das, was sie Kindern angetan haben, von ihnen über Michael Jackson vermutet wurde und das ist es, was es wirklich war – sie haben ihre eigenen Motive und sexuellen Interessen einem Mann zugeschrieben, der diese nicht hatte. Sie konnten sich nicht einmal vorstellen, dass Coreys Kontakt mit Michael Jackson eine einfache Freundschaft ohne sexuelles Element war. Sie selbst kannten so etwas nicht.

Und es war in dieser kranken Art und Weise, dass diese Leute ihre Ansichten über MJ der Polizei mitteilten. In einem weiteren Ausschnitt von Corey Feldmans Band, das schon früher von Celebrity Justice ausgestrahlt wurde, gibt es einen bestimmten Teil, wo Detektiv Russell Birchim versucht, Corey Feldman aufzuzwingen, was die Denkweise eines Pädophilen im Wesentlichen ist. Er sagt ihnen immer wieder „Nichts ist passiert“ und sie antworteten immer wieder „Sie verstehen das einfach nicht“.

Wenn die Polizei übrigens auch mit den anderen angeblichen Opfern so gesprochen hat, ist es kein Wunder, dass Jason Francia zum Beispiel letztlich nachgegeben hat. Er wurde von der Polizei so sehr unter Druck gesetzt, dass er ihnen irgendwann „etwas handfestes bieten wollte“. Nach einigen Befragungen dieser Art schaffte er es dann, sich an drei Fälle von „Kitzeln“ zu erinnern. Es war nicht viel, aber doch ein kleiner Vorwurf, um ihren fadenscheinigen Jordan Chandler Fall gegen Michael Jackson zu stützen.

Hier ist die Art, wie die Polizei Corey Feldman bearbeitete, um die Information zu bekommen, die sie wollte:

Corey: „Mit Michael ist niemals irgendetwas passiert.“

Sgt. Deborah Linden: Was mir daran Sorgen macht, ist, dass wenn da etwas passiert; wenn etwas passiert ist, das Sie uns nicht sagen… Sie würden es deshalb nicht sagen.“

Corey: „Nein. Ich kann mich nicht in die Lage versetzen, um zu überlegen „würde ich oder würde ich nicht?“, weil nichts passiert ist!“

Detektiv Birchim: „Wir hören einiges darüber, dass Michael niemals ein Kind verletzen würde. Natürlich würde er das nicht. Er liebt Kinder und er würde sie nicht verletzen… nicht körperlich. Ich glaube nicht, dass Michael, wenn er Kinder belästigt, dies tut, weil er sie verletzen will. Er tut es, weil er sie liebt.”

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Die Polizeibeamten drängten Corey Feldman ihre eigenen Gedanken über Michael Jackson auf.

Und obwohl manche infolge solcher Befragungen verunsichert waren, war es Corey Feldman nicht – er hatte Belästigungen selbst durchlebt und kannte den Unterschied:

„Ich habe es der Polizei erzählt. Ich saß dort und gab ihnen die Namen“, sagte er. „Sie sind aktenkundig. Sie haben alle Informationen, aber sie untersuchten Michael Jackson. Michael war unschuldig, und darum ging es bei der Befragung durch die Polizei. Ich sagte ihm ‚Er ist nicht der Typ.‘ Sie sagten ‚Nun ja, vielleicht verstehen Sie ihren Freund einfach nicht.‘

Ich sagte ‚Nein, ich kenne den Unterschied zwischen Pädophilen und jemandem, der kein Pädophiler ist, weil ich belästigt worden bin. Hier sind die Namen. Ermitteln sie.‘”

http://toofab.com/2017/12/11/corey-feldman-dr-oz-hollywood-pedophile-corey-haim-jon-grissom/

Corey Feldman hat es in der Dr. Oz Show erneut wiederholt – Michael Jackson wirkte überhaupt nicht wie eine sexuelle Person und diese Dinge wurden zwischen ihnen niemals auch nur zur Sprache gebracht.

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DR.OZ: Sie sagen den Behörden auf dem Band also, dass es nicht Michael Jackson ist, da sie wissen, was Missbrauch ist („Missbrauch ist das, ich erlebte es mit Jon Grissom“) und sie scheinen zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht darauf zu reagieren.

FELDMAN: Das ist es. Ich dachte wirklich, sie ermitteln gegen Jon! Weil sie das zur Sprache gebracht haben, dachte ich „Oh, wow, das ist größer als nur Michael. Sie wissen auch, was Jon getan hat und deshalb stellen sie diese ganzen Fragen.

Ich schwöre bei Gott, daran dachte ich in diesem Moment. Deshalb habe ich so gestottert, weil ich dachte „Oh-oh-oh, das geht also in meine Richtung… Okay, alsdann, ich geben ihnen besser alle Informationen, die sie brauchen.“

DR.OZ: Warum dachten sie überhaupt an Jon Grissom? Warum geriet Jon Grissom ins Bild?

FELDMAN: Das ist eine wirklich gute Frage.

DR.OZ: Hatte er Michael Jackson beschuldigt? Vielleicht hat er das. Er sagte, sie sollen das prüfen…

FELDMAN: Dieser Typ ist ein Straftäter. Lasst es uns einfach sagen – vielleicht war er in mich verliebt, in seinem kranken und verdrehten Geist… weil mir zu dieser Zeit auch gesagt wurde, dass er den Leuten erzählt, ich sei sein Lebensgefährte, was nicht nur bedeutet, dass es real war, sondern dass er es anderen gegenüber ohne mein Wissen zugab.

Also warum gab es keine Gerechtigkeit? Und warum versuchen Sie, meinen Freund, der niemals einer Fliege etwas zu Leide getan hat, ins Gefängnis zu stecken, und obwohl Sie diese Information haben, unternehmen Sie diesbezüglich nichts? Was zur Hölle geht hier wirklich vor sich? Und ich stelle diese Frage immer noch.

DR.OZ: Geben Sie Acht, was als nächstes passiert. Mehr von diesen vergessenen Tonbändern. Sie werden sie jetzt gleich zum ersten Mal hören.

~

Und das ist ein Punkt, an dem viele weitere Fragen gestellt werden müssen.

In der Tat, wie war es Jon Grissom möglich, herumzulaufen und jedem zu erzählen, er hätte einen fünfzehnjährigen Lebensgefährten; er gab es offen zu und niemand kümmerte es oder informierte die Polizei?

Und wie passierte das Gegenteil – dass es ein Kinderschänder Grissom war, der die Polizei über seine Vorstellungen von Jackson informierte?

Und warum tat die Polizei Coreys Geschichte ab, als er bereit war, ihnen all die Informationen zu geben, die sie brauchten?

Wir wissen nicht viel über Jon Grissom. Das wenige, das wir wissen, ist, dass er ein verurteilter Sexualstraftäter ist, der 2001 verhaftet worden ist und jetzt von der kalifornischen Gefängnis- und Rehabilitationsbehörde wegen fehlender Teilnahme an einem Täterprogramm gesucht wird. Ein paar weitere Details werden von dieser Webseite geliefert:

  • Grissom war ein Freund der Familie, bevor er Corey Feldmans Assistent wurde. Feldman ließ in der New York Post auch etwas über Crimson hören „Es war beinahe unheimlich, wie ähnlich wir waren. Es war, als hätte er mich studiert und jede meiner Bewegungen kopiert.“
  • Grissom war derjenige, der den Jungen mit Kokain und Crack vertraut gemacht hat und ihn sexuell missbraucht hat, nachdem er ihm einen Pillenmix spendiert hat.
  • Grissom hat eine MySpace Seite, die Fotos von ihm mit Corey Feldman während der 1980er zeigt. Bei Dr. Oz sagt Feldman „Dieser Typ hat auf seiner MySpace Seite und seiner Facebookseite Fotos von mir und Corey Haim. Er verhöhnt uns immer noch und protzt damit herum.“

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  • Grissoms Facebook Seite gibt an, dass er jetzt in Mexico lebt. Im November 2016 teilte er auch ein Foto von Feldman auf seiner Seite.
  • Online Unterlagen zeigen, dass Grissom eine Akte wegen unzüchtiger oder lasziver Handlungen mit einem 14 oder 15 jährigen Kind hat. Diese Akten über Grissom geben seinen vollen Namen als Cloyd Jon Grissom an. Die Festnahme fand 2001 statt und Grissom saß 2003 im Gefängnis.
  • Grissom wurde 1995 auch in Utah wegen eines unbekannten Verbrechens verhaftet. Im Jahr 2000 verbrachte Grissom drei Monate in einem Gefängnis in Arizona wegen Kreditkartendiebstahl, gesetzeswidrigem Transportmittel und Widerstand gegen die Verhaftung.

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Jon Grissoms Selfie

Jon Grissom hat also eine ziemliche Akte und er hat sein Verhalten nicht geändert, was aus den von ihm in den sozialen Medien geposteten halbnackten Selfies, gemeinsam mit den alten Fotos von ihm und den beiden Coreys, klar hervorgeht.

Was mir ebenfalls ins Auge gefallen ist, ist, dass Grissom, bevor er Coreys Assistent wurde, ein Freund der Familie war, der versucht hat, jeden von Coreys Bewegungen zu kopieren, damit ihre Ähnlichkeit fast unheimlich wurde.

Das erinnert mich an die Dinge, die Michael Jacksons Hater permanent über ihn behaupten – nur, wie üblich, ist die Situation bei MJ das genaue Gegenteil.

Wenn ein Kind ein Fan von jemandem ist, ist es natürlich, den Style, die Kleidung und die Bewegungen zu kopieren (manche erwachsenen Leute machen aus dieser Nachahmung ihren Beruf).

Aber im Falle von Pädophilen sind sie es, die das Verhalten ihrer Opfer kopieren und vorgeben, dass sie die gleichen Interessen haben und die gleichen Dinge mögen, um das Kind zu überzeugen, dass sie Seelenverwandte und beste Freunde sind.

Die Santa Barbara Polizei und Staatsanwaltschaft haben versucht, Michael Jackson in dieses Muster zu quetschen, aber er passte überhaupt nicht hinein. Es war absurd von ihnen, Michael vorzuwerfen, dass Kinder ihn in Kleidungsstil und Verhalten nachahmen. Machen das nicht alle Fans – jung wie alt?

Das gleiche gilt für die Geschichten über Drogen und „Kindern Alkohol aufzudrängen“. Es war Michaels Überzeugung, niemals zu trinken, wenn Kinder in der Nähe waren und wenn er es tat, verwendete er Softdrink Dosen, um den Umstand zu verstecken, dass es Wein war.

Drogen standen absolut außer Frage. Corey Feldman sagt der Huffington Post dazu:

„Er war ein Typ, der so unschuldig war, so behütet, man konnte in seiner Gegenwart nicht einmal fluchen. Man konnte nicht über Drogen sprechen, man konnte nicht über nackte Frauen sprechen, man konnte nicht über Sex sprechen. Man konnte über Garnichts sprechen, weil er über weite Teile seines frühen Lebens und seiner Karriere ein sehr religiöser Mann war.“

https://www.huffingtonpost.com/2013/11/01/feldman-michael-jackson_n_4191548.html

Kurzum, der Name der „sprichwörtlichen prüden alten Jungfer“, der ihm von McCauleys Vater gegeben wurde, war genau der richtige für Michael Jackson, zumindest in den 1990ern.

Vergleicht das mit Jon Grissom und seht den Unterschied. Dennoch war es dieser Pädophile, dem die Polizei zuhörte, während sie gegen Michael Jackson ermittelt hat und nicht anders herum.

Wir wissen nicht, wann und wie die Polizei mit Grissom in Kontakt kam, aber der zeitliche Rahmen seiner Verbindung mit Corey Feldman bietet einigen Anlass zum Nachdenken.

Corey Feldman wurde 1971 geboren und seine Belästigung fing an, als er 15 war. Sie dauerte eineinhalb Jahre an und im Anschluss hat Corey Grissom nicht mehr wiedergesehen. Wir erfahren von der ungefähren Zeit, zu der Corey Grissom das letzte Mal gesehen hat, aus diesem Artikel:

Darauf beharrend (da er am Ende wiederholt dazu aufgefordert wurde), dass es nicht Michael Jackson war, der ihn belästigt hat, sagt Feldman, dass es sein früherer Assistent war, jemand, den er seit 1986 nicht mehr gesehen hat und er fand die ganze Erfahrung „einfach irgendwie verwirrend. Ungeachtet dessen, was die Leute denken, ich war eigentlich sehr unschuldig und sehr naiv zu dieser Zeit. Ich war dein typisches amerikanisches Kind.“

http://www.eonline.com/news/890284/lost-boys-the-history-of-corey-feldman-and-corey-haim-s-friendship-from-teen-stardom-to-tragedy

Das Jahr 1987 stimmt vielleicht eher, aber ob es nun 86 oder 87 war, macht nicht viel Unterschied. Was wirklich wichtig ist, ist, dass Corey Grissom sechs oder sieben Jahre nicht mehr gesehen hatte, als Corey Feldmans Band vom Santa Barbara Sheriff Department im Dezember 1993 aufgenommen wurde.

Und das lässt uns die Frage stellen, wann die Polizei mit Grissom gesprochen hat.

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DR.OZ: Heute hören wir verschollene Ermittlungsbänder von Corey Feldman, die zeigen, dass er den Behörden 1993 von seinem sexuellen Missbrauch erzählt hat, wie er das die ganze Zeit gesagt hat. Es ist uns möglich, diese zum ersten Mal zu enthüllen.

Und ich möchte, dass sich alle einen weiteren Teil der Befragung anhören, wo die Santa Barbara Kriminalbeamten Corey zum Michael Jackson Fall vernehmen. Was sie gleich hören werden, erregte meine Aufmerksamkeit. Im Zuge der Befragung kamen die Kriminalbeamten auf Coreys Aussage zurück, dass er belästigt worden ist und sie befragten ihn gerade heraus zu seinem vermeintlichen Missbraucher Jon Grissom.

Sgt. Deborah Linden: Ist ihm irgendetwas passiert?

Corey Feldman: Was meinen Sie? Nein. Ich habe niemals Anklage erhoben.

Sgt. Deborah Linden: Niemals. Haben Sie es jemals gemeldet?

Corey Feldman: Nein. Aber, uh, ich meine, ich hätte, aber ich war so… Ich war so… wie diese Gefühle, die Sie erwähnt haben, ich war so verängstigt und wusste nicht, er war wie mein bester Freund, wissen Sie. Und ich wusste nicht, wie, ich meine, ich konnte ihm am nächsten Tag nicht einmal in die Augen sehen, wissen Sie. Ich habe immer so tun müssen, als sei das nicht passiert. Ich meine, das war mein großes Ding, ich habe vorgegeben, es sei nicht passiert.“

Später in der Befragung

Sgt. Deborah Linden: Wo ist der Typ jetzt?

Corey Feldman: Ich habe keine Ahnung. Ähm, ich habe gehört, dass er zurück in Kalifornien ist, weil er eine Weile in Utah war.

Sgt. Deborah Linden: Wenn wir ihm über den Weg laufen, lassen wir es Sie wissen. Hahahahahaha.

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FELDMAN: Hahaha. Wie lustig!

DR.OZ: Es ist das Lachen, das mich wirklich aus der Fassung brachte. Das ist… das ist unheimlich.

FELDMAN: Das ist boshaft.

DR.OZ: Wir haben völlig verpasst, wovon ich denke, dass es gehört werden sollte. Wir alle haben das Band gehört. Corey Feldman hat es uns gegeben. Die Ermittler haben nicht gefragt, ob er das beim LAPD, wo der Missbrauch stattgefunden hat, zur Anzeige bringen möchte.

Nachdem die Aufnahme beendet wurde, hat sich irgendjemand bei Ihnen gemeldet? Haben sie jemals gesagt, „Wollen Sie mit dem LAPD sprechen? So machen Sie das, wir geben es weiter“?

FELDMAN: Garnichts. Garnichts. Garnichts. Das ist mein Punkt. Okay, alles, was sie hätten tun müssen, ist, irgendeine lokale Stelle anzurufen und zu sagen „Wir haben hier einen echten, dieses Kind wurde von mehreren Leuten belästigt, wir müssen in diesen Fall ermitteln, bitte kommen Sie und holen sich die Anzeige.“ Und dann würden wir heute nicht hier sitzen und darüber sprechen.

DR.OZ: Es gibt so viele Fragen an Sie. Als Sie dort gesessen sind als 21jähriger Junge, aus meiner Sicht immer noch ein Kind, obwohl Sie rechtlich betrachtet ein Mann sind, sind sie immer noch…

FELDMAN: Oh, ich war noch sehr viel Kind. Ich bin heute immer noch nicht ganz… aber das ist eine andere Geschichte.

DR.OZ: Und sie taten es mit einem Lachen ab! Wie haben Sie sich dabei gefühlt? Was dachten Sie, passiert da gerade?

FELDMAN: Sie verstehen, dass ich verwirrt war. Gehen wir wieder zurück zu meiner geistigen Haltung. Michael Jackson repräsentierte alles positive in meinem Leben zu der Zeit – er war der große Bruder, den ich nie hatte, und, wissen Sie, das, was ihn am meisten interessierte, war „Was war in der Schule? Erzähl mir über die Schulhofschläger. Erzähl mir darüber.“ Weil er wusste, dass ich das brauchte. Ich brauchte jemanden zum Reden, weil er dasselbe durch machte und wusste, wie es war, sein Leben unter dem Mikroskop ausgebreitet zu haben und die Presse und das ganze Zeug, und du kannst mit niemandem sprechen, weil deine Eltern sagen „Sprich mit niemandem.“ Und das ist es, was dir beigebracht wird, was du in Hollywood zu tun hast. Wenn es ein Problem gibt, behalte es für Dich. Du hältst den Mund.

~

„Wenn wir ihm über den Weg laufen, lassen wir es Sie wissen, hahaha“… Was für eine zynische Art, sich gegenüber einem Sexmissbrauchsüberlebenden zu verhalten, der sich gerade dazu gebracht hat, sein verheerendes Geheimnis zu offenbaren. Und was muss das für eine Enttäuschung für Corey gewesen sein, angesichts ihres Lachens und sorglosen Verhaltens langsam zu erkennen, dass sie überhaupt nicht vorhatten, irgendetwas zu unternehmen.

Aber lasst uns einem weiteren Detail Aufmerksamkeit schenken.

  • Sgt. Deborah Linden brachte den Namen von Jon Grissom selbst zur Sprache und sagte, sie haben Informationen von ihm über Michael Jackson.
  • Und jetzt erfahren wir, dass sie im Dezember 1993 keine Ahnung hatten, wo ihre Quelle war und befragten sogar Corey Feldman dazu.
  • Aber Corey hat Grissom seit sechs oder sieben Jahren ebenfalls nicht gesehen und sagte, er hat gehört, dass Grissom eine Zeit lang in Utah war, aber „jetzt ist er zurück in Kalifornien“.
  • Die Polizei wusste allerdings nicht, dass er in Kalifornien war (ansonsten hätten sie nicht gefragt) und das lässt uns zu der Frage kommen – wann haben sie mit Grissom gesprochen? Und war es überhaupt 1993?

Vermutlich versteht ihr, warum das exakte Datum von Grissoms Offenbarungen wichtig ist – wenn diese bedeutende Unterhaltung mit der Polizei vor September 1993 stattgefunden hat, bedeutet das, dass Grissom seine Geschichten über MJ bereits vor den Chandler Unterstellungen verbreitet hat.

Und wenn das der Fall ist, wäre das absolut nichts Neues für uns. Das gleiche wurde von zwei weiteren Leuten gemacht, die Michael Jacksons Namen jahrelang beschmiert haben, ohne dass er es je vermutet hätte.

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Victor Gutierrez, ein bekennender NAMBLA Teilnehmer

Der erste ist Victor Gutierrez, ein bekennender NAMBLA Teilnehmer und Diane Dimonds „beste Quelle“, der seit mindestens 1989 Lügen über Jackson verbreitet und ein Buch in Zusammenarbeit mit Jordan Chandlers Vater schrieb, in dem er Michael Jacksons Freundschaft mit Jordan als „Liebe“ darstellt. Man kann seine Interpretation deutlich in Detektiv Birchims Äußerungen widerhallen hören, der Corey Feldman vom gleichen zu überzeugen versuchte.

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Rodney Allen erhielt eine lebenslange Freiheitsstrafe

Der zweite Pädophile, der ebenfalls jahrelang gegen Michael Jackson arbeitete, war Rodney Allen, der jetzt ein verurteilter Sexualstraftäter ist, der seine lebenslange Freiheitsstrafe in einem Kanadischen Gefängnis absitzt. Überraschenderweise stand Rodney Allen auch in engem Kontakt mit Diane Dimond und er bombardierte sie mit Briefen und Unterstellungen gegen Michael Jackson. 1995 brachte sie ihre Korrespondenz mit Allen nach Kanada, wo Rodney Allen einen Jungen gecoacht hat, um sich als Michaels „Opfer“ zu präsentieren, der Betrug wurde allerdings von der kanadischen Polizei aufgedeckt und in Ermangelung eines Opfers musste Diane Dimond stattdessen über Rodney Allens Fehler berichten.

Was interessant ist, ist, dass Rodney Allen auch etwas mit dem 1993er Fall zu tun hatte und mit dem Santa Barbara Bezirksstaatsanwalt Tom Sneddon in Kontakt stand. Das wissen wir aus den Gerichtsdokumenten aus dem Prozess 2005, die ein Schriftstück enthalten, wo Sneddon auf einer vorgeschlagenen Liste von Belastungszeugen eine mysteriöse Notiz hinterließ, dass Rodney Allen „dieses Mal“ nicht involviert sein wird – was deutlich darauf hinweist, dass Allen beim vorherigen Mal involviert war.

Und jetzt hören wir aus erster Hand (ich meine den Santa Barbara Sergeant), dass sie mit einem dritten Pädophilen in Kontakt standen, der Unterstellungen gegen Michael Jackson vorbrachte, und das war Jon Grissom!

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Jon Grissom ist jetzt in Mexico

Jetzt schaut euch das an, Leute.

Zwei Pädophile und ein Mitglied einer Boylover Organisation, die jahrelang gegen Jackson gearbeitet haben, ist wirklich zu viel. Die Vorstellung, dass das nur ein Zufall ist, ist einfach unmöglich, also ist die einzige andere Option, die uns bleibt, dass das Ganze ein Betrug war.

Was war dessen Zweck?

Der Zweck war, Michael Jackson als Kinderschänder darzustellen.

Und wie oft hört man von Pädophilen, die gegen ihre eigene Gattung arbeiten?

NOCH NIE davon gehört?!

Welchen anderen Beweis für Michaels Unschuld braucht man noch?

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(stellenweise im ersten Clip wiederholt)

FELDMAN: Das ist die Konditionierung des Systems. Es ist systembedingt, es passierte damals, es passiert heute, schauen Sie sich an, was in der Presse passiert. Das ist es, worüber wir sprechen.

DR.OZ: Hatten Sie zu irgendeinem Zeitpunkt, als Sie mit der Polizei zu tun hatten, das Gefühl, Ihr langer Albtraum würde enden?

FELDMAN: Ich dachte wörtlich, okay, sie müssen gegen ihn ermitteln, weil sie es zur Sprache gebracht haben – „Sehen Sie, Sie müssen einen formellen Bericht einreichen, wenn Sie möchten, dass hier ermittelt wird“ und ich sagte „Okay, das machen wir“. Aber sie haben nie etwas unternommen…

DR.OZ: Aber sie haben niemals verdeutlicht, dass sie tatsächlich an Jon Grissom interessiert waren?

FELDMAN: Nein. (Pause) Sie waren nicht an Jon Grissom interessiert.

DR.OZ: Ich möchte das jetzt allen klar machen. Ich habe auf dieses Thema gepocht, aber in meinen Augen passieren schlimme Dinge, wenn die Guten böse Menschen nicht sehen und das Böse nicht stoppen. So wie ich das verstehe, hätte vielleicht gegen Corey Feldmans mutmaßlichen Missbraucher Jon Grissom ermittelt werden können, wenn die Kriminalbeamten in Santa Barbara das weiterverfolgt hätten, vielleicht hätten sie vor weiterem Kindesmissbrauch geschützt werden können und der Punkt ist, im Jahr 2001, das ist fast 20 Jahre später – Gott weiß, was in diesen 20 Jahren passiert ist – 2001 wurde Jon Grissom wegen unzüchtigen Handlungen mit einem Minderjährigen und Oralverkehr mit einem Minderjährigen verhaftet. Zwanzig Jahre mehr Missbrauch und wir können ihn nicht ausfindig machen.

FELDMAN: Was ist damit? Sie hätten mehrere Dinge verhindern können. Ich bin mir sicher, dass es viele Kinder gibt, die er in dieser Zeit ausgenutzt hat und das hätte alles verhindert werden können.

DR.OR: Wie hätte das Ihr Leben verändert, wenn sie auf Ihre Anschuldigungen reagiert hätten?

FELDMAN: Nun, ich kann Ihnen so viel sagen. Ich würde nicht versuchen, Geld mithilfe einer Kampagne zu sammeln, um einen Film zu machen, der die Wahrheit erzählt, weil ich meine eigenen Filme machen würde, da meine Karriere nicht abgestellt worden wäre, als ich gerade achtzehn Nummer Eins Filme am Stück beendet hatte. Es gibt keinen Grund, warum ich meine Karriere nicht ewig weitergeführt hätte. Ich meine, ich habe immer noch eine Karriere, aber es ist nicht, was es damals war, weil ich nicht in den aktuellen großen Blockbustern bin, man sieht mich nicht in ihnen, ich war einige Zeit nicht mehr in ihnen, ziemlich genau seit dieser Befragung.

DR.OZ: Warum denken Sie, haben Ihnen das Santa Barbara Sheriff Department oder andere, die von dieser Diskussion erfuhren, nicht geholfen? Warum denken Sie, wurde die ganze Sache stillgelegt?

FELDMAN: Sie möchten wissen, was ich wirklich denke?

DR.OZ: Ihr bester Einfall.

FELDMAN: (seufzt) Ich glaube, dass es eine Verbindung gibt, ich glaube, es gibt eine Verbindung zu der Tatsache, dass sie versucht haben, ihn fälschlich zu bezichtigen…

DR.OZ: Michael Jackson?

FELDMAN: Michael Jackson fälschlich bezichtigen und die Corey Feldman Geschichte begraben. Ich denke, es gibt eine Verbindung, alles zusammen. Und diese Verbindung könnte auch mit meinen anderen Belästigern zu tun haben.

DR.OZ: Ich bin sprachlos. Ich bin sicher, jeder zu Hause und hier im Studio ist es auch.

Jetzt, da wir Corey Feldmans Bänder gefunden haben, was passiert als nächstes? Wird das Coreys Ermittlungen wieder starten? Und es gibt eine weitere große Frage – ist das Meldesystem für Kindesmissbrauch defekt?

~

Corey Feldman hat absolut Recht. Natürlich gibt es eine Verbindung zwischen der fälschlichen Bezichtigung Michael Jacksons und der Begrabung von Coreys Geschichte, sowohl 1993, als auch heute. Das wurde von exakt den gleichen Leuten gemacht – jenen, die einen unschuldigen Mann fälschlich bezichtigen wollten und die Aufmerksamkeit von echten Verbrechen an Kindern wie Corey Feldman abwandten.

Wir können also zumindest das folgende aus dem obigen ziehen:

  1. Es gibt erdrückende Beweise, dass 1993 oder sogar früher zumindest drei Pädophile damit beschäftigt waren, Michael Jacksons Reputation zu beschmieren. Alle hatten eine verdächtig freie Hand in ihren Aktivitäten gegen Jackson und fanden bei der Polizei offenes Gehör.
  2. Die Santa Barbara Polizeibeamten waren nur mit Michael Jackson beschäftigt.
  3. Und während sie mit Jackson beschäftigt waren, haben sie direkt unter ihrer Nase echte Verbrechen übersehen und Klagen von echten Opfern wie Corey Feldman und vielen anderen ignoriert.

Denkt nur daran, wie viele unschuldige Leben vor Missbrauch hätten beschützt werden können, wenn Sergeant Deborah Linden, Detektiv Russell Birchim und all die anderen ihren Job wirklich gemacht hätten – statt Michael Jackson zu jagen, nachdem sie von echten Pädophilen auf ihn gehetzt worden sind.

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DR.OZ: Wir sind zurück mit unserer exklusiven Erkundung der verlorenen Tonbänder, die Corey Feldmans erste Meldung des sexuellen Missbrauchs an das Santa Barbara Sheriff Department offenbaren, wie er das die ganze Zeit angegeben hat.

Wir haben uns gerade Teile dieser Bänder angehört. Jetzt werde ich die große Frage stellen – was bedeuten diese Bänder für die Ermittlungen gegen Coreys Missbraucher? Corey ist mit einem Team von Rechtsexperten zurück – die Rechtsexpertin Beth Karas, eine ehemalige Strafverfolgerin, ist hier, und die Anwältin und Expertin für sexuelle Missbrauchsopfer Marci Hamilton hat sich uns ebenfalls angeschlossen.

DR.OZ: Und das sind zwei der größten Experten, die mit uns zusammensitzen. Ich möchte für alle, die uns hier in Amerika zuhören, ein paar Antworten. Sie haben die Bänder gehört, die ziemlich belastend sind. Warum haben sie nicht weiter ermittelt?

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Beth Karas (Screenshot)

BETH KARAS: Weil diese Kriminalbeamten, wie es mir scheint, völlig auf Michael Jackson fokussiert waren. Corey gab ihnen nicht, was sie erhofft hatten. Sie hatten gehofft, einen Fall mit weiteren Klägern zu bauen, aber das haben sie nicht bekommen, und Grissom war nicht deren Zuständigkeitsbereich. Ich wusste bis gerade eben, als ich die Aufnahme gehört habe, nicht, dass die Polizei seinen Namen hatte. Ich hatte ursprünglich gedacht, Corey hätte der Polizei den Namen gegeben. Für mich ist das sehr merkwürdig, warum Grissom auf ihrem Radar war und sie damit nichts gemacht haben. Aber sie waren auf Michael Jackson fokussiert. Er war der große Fisch.

DR.OZ: Wie hat Jon Grissom sie eigentlich mit dem Glauben gelockt, dass Corey ein heißer Tipp ist, weil er von Michal Jackson missbraucht sein musste?

FELDMAN: Was ist damit? Was ist, wenn Grissom die ganze Zeit als Falle in meinem Leben fungierte, um zu versuchen, meine Karriere zu zerstören? Genauso, wie sie versucht haben, Michaels Karriere zu zerstören?

BETH KARAS: Dazu kann ich nicht wirklich etwas sagen.

DR.OZ: Aber Sie können etwas zu den rechtlichen und ethischen Verpflichtungen der Polizei, oder in diesem Fall der Sheriffs, sagen, zu einem Zuständigkeitsbereich, der ihm bekannte Informationen weiterleitet, was nicht nur der Person, mit der sie sprechen, helfen könnte, sondern Generationen an Kindern, denen infolge ihrer Tatenlosigkeit geschadet wurde.

BETH KARAS: Ich weiß nichts über eine rechtliche Verpflichtung, Informationen weiterzugeben, die außerhalb des Zuständigkeitsbereiches liegen, aber zu sagen „Ihr müsst euch diesen Typen anschauen und vielleicht kommen da noch weitere Beschwerden“ wäre das Richtige gewesen. Das ist es, was gute Kriminalbeamte machen.

FELDMAN: Kann ich etwas sagen? Selbst in der jüngsten Befragung, die ich mit ihnen – dem LAPD – hatte, sagten sie wörtlich zu mir, dass sie diese Meldung ungeachtet dessen, was ich zuvor gesagt habe, als gesonderten Bericht bekommen sollten, weil sie das bekommen müssen und sie waren sehr deutlich, dass sie dich, wenn man in New York ist und das in New York passiert ist, an die New Yorker Polizei weiterleiten.

BETH KARAS: Aber das ist jetzt. Das Klima ist jetzt ein anderes.

FELDMAN: Ich verstehe.

BETH KARAS: Es ist jetzt unser Bewusstsein, dass jeder entsprechend handelt.

DR.OZ: Es wird besser. Das Santa Barbara Sheriff Department, das die Originale der Bänder von 1993 hatte und gerade gefunden hat, hat uns gesagt, dass sie die Bänder vor wenigen Tagen an das LAPD weitergegeben hat, was uns das LAPD bestätigt hat. Hat sich das LAPD im Anschluss bei Ihnen gemeldet?

FELDMAN: Nein, aber sie sind gerade etwas beschäftigt mit dem tobenden Feuer.

DR.OZ: Sie sind beschäftigt – das verstehe ich alles. Aber das Problem der Verjährungsfrist kommt mit der Zeit und der Missbrauch, von dem wir von Ihnen und anderen gehört haben, wird weiter begnadigt, um es so auszudrücken. Und das ist ein wesentlicher Teil von Corey Feldmans Wahrheitskampagne.

~

Inzwischen wissen wir, dass das LAPD es abgelehnt hat, eine Ermittlung zu starten, da die Verjährungsfrist abgelaufen ist und deshalb setzt sich Corey Feldman jetzt dafür ein, die Verjährungsfrist für Kindesmissbrauch abzuschaffen.

Und bei dem Thema, was „gute Kriminalbeamte machen“, was aber Deborah Linden und Russell Birchim nicht getan haben, kann ich es nicht lassen, die ruhmvolle Ehrung Lindens für ihre 27 Dienstjahre in der Strafverfolgung zu erwähnen, die im Zuge ihrer Pensionierung mit 49 Jahren im Dezember 2011 vom Leiter der San Luis Obispo Polizei veröffentlicht wurde.

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Deborah Linden

Linden nahm den Job im Jänner 2003 nach 18 Jahren beim Santa Barbara County Sheriffs Department an und arbeitete 9 Jahre in der neuen Position. Dort war ihre größte Errungenschaft:

„… weitere Gesetze, die auf übermäßigen Lärm, Party machen und Trinken abzielen, die umgesetzt wurden und zu einem Rückgang an Verstößen wie Lärm und öffentlichem Urinieren, führten.“

Sheriff Ian Parkinson, der fünf Jahre als Lindens zweiter Kommandant gearbeitet hat, sagte, dass ihre Liebe zum Detail und ihr Engagement für ihre Mitarbeiter und die Gemeinschaft einige ihrer stärksten Eigenschaften sind. „Sie ist sehr darauf fokussiert, die Dinge richtig zu machen und nicht den einfachsten Weg zu gehen“, sagte er.

Linden ist die zweitbestbezahlteste Mitarbeiterin in der Stadt. Ihr Gehalt liegt bei $160.394 und zusätzlichen $73.821 Zuschüssen wie Pensions- und Gesundheitsvorsorge. Der Oberstadtdirektor ist der höchstbezahlte Mitarbeiter.

http://www.sanluisobispo.com/2011/07/06/1672485/slo-police-chief-deb-linden-to.html#storylink=cpy

Und hier gibt es noch mehr über unsere Heldin:

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Deborah Linden geht in Rente

Linden, die sagt, sie sei ein „klassischer Workaholic“, plant Ende Dezember in den Ruhestand zu gehen, um mehr Zeit mit ihrer Familie zu verbringen und vielleicht zu unterrichten.

Linden wuchs in Nordkalifornien auf, bevor sie das UC Santa Barbara im Hauptfach aquatische Biologie besuchte, weit entfernt von Strafverfolgung. Linden schloss das College Anfang 1984 ab und fing im gleichen Jahr als Deputy beim Santa Barbara County Sheriffs Department zu arbeiten an.

Linden füllte in dem Department diverse Funktionen aus, bevor sie vor neun Jahren für die Position des San Luis Obispo Polizeichefs auserwählt wurde.

Linden sagte, sie hatte eine „tolle Zeit und eine wundervolle Karriere“ im Santa Barbara County.

„Ich bin gesegnet mit einigen wirklich phantastischen Möglichkeiten“, fügte sie hinzu.

Jim Peterson, Hilfssheriff im Santa Barbara County Sheriffs Department, kannte Linden, seit sie vor über 30 Jahren gemeinsam das College besucht haben.

„Ich wusste bereits damals, dass sie einer der organisiertesten Menschen war, die ich je kannte“, sagte er. Während sie im Sheriffs Department gearbeitet hat, vollendete Linden Projekte auf eine Art und Weise, die alle Erwartungen übertroffen hat, sagte Peterson.

Sie freut sich auch darauf, mehr Zeit mit ihrem Mann zu verbringen, der beim Santa Barbara County Sheriffs Department in Rente ging.

http://santamariatimes.com/news/local/slo-police-chief-hanging-up-her-badge/article_1d9f3da4-bcd6-11e0-91c0-001cc4c002e0.html

„Projekte, die alle Erwartungen übertroffen haben“, „eine der organisiertesten Menschen“, „ein klassischer Workaholic“, „sehr darauf fokussiert, die Dinge richtig zu machen“, „Ihre Liebe zum Detail“, usw. usw.

Wie absurd das alles klingt im Vergleich zu ihrer totalen Gleichgültigkeit gegenüber einem Kindesmissbrauchsüberlebenden, ihrem zynischen Lachen als Reaktion auf seine Beschwerden und die Versprechen, es „ihm wissen zu lassen“, falls sie seinem Missbraucher „über den Weg laufen“ – natürlich ganz zufällig, da sie nicht vorhatten, seinen Fall weiterzubearbeiten.

Vielmehr bemühte sie sich nicht einmal, zu ihren Aufzeichnungen von Grissom, der über Corey Feldman und MJ sprach, zurückzukehren und zu vermerken, dass Grissom selbst ein Kinderschänder sein könnte.

Und zu den „phantastischen Möglichkeiten, mit denen sie gesegnet war“ – diese hatte sie, aber sie waren alle verloren, als sie die wahren Verbrechen übersehen und Kindertragödien nicht verhindert hat, und sich stattdessen auf große Dinge wie öffentliches Urinieren konzentriert hat.

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(In diesem letzten Clip spricht Dr. Oz mit Marci Hamilton, Vorsitzende von Child USA)

DR.OZ: Kommen wir zu Marci. Sie haben einen großen Teil Ihres Lebens mit missionieren verbracht. Ihrer Ansicht nach wurden die heutigen Gesetze zum sexuellen Missbrauch geschaffen, um die Opfer zum Schweigen zu bringen. Warum denken sie das?

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Marci Hamilton (Screenshot)

MARCI HAMILTON: Genau. Wir haben eine Rechtskultur erschaffen, die die Opfer schweigen und die Mächtigen im Geschäft lässt. Und auch unsere Verjährungsfristen sind so arrangiert, dass ein Kind nicht zeitig genug zum Gericht kommt. Und Sie waren so jung, Corey. Auch wenn Sie schon 20 waren, waren Sie immer noch jung, um damit heraus zu kommen. Im Durchschnitt sind die Leute etwa 42, wenn sie damit herauskommen.

DR.OZ: Echt, 42?

MARCI HAMILTON: Das ist das Durchschnittsalter. Wir haben dieses System eingerichtet – man ging davon aus, dass das Kind versteht, dass das, was mit ihm passierte, schlecht war und dass es jemanden davon erzählen würde, so, wie wenn man ein gebrochenes Bein hätte. Wenn ein Kind ein gebrochenes Bein hat, dann wird es nicht versuchen, dieses zu verstecken, es wird seiner Mutter sagen, dass es weh tut und sie gehen ins Krankenhaus.

Aber sexuellen Missbrauch verstehen Kinder nicht. Sie können das nicht verarbeiten. Und weil sie das nicht können, bleibt es ein Geheimnis. Und das ist im Interesse des Kindesverführers, es geheim zu halten und ganz ehrlich haben die Gesetzesvollstrecker den Ball in vielen Fällen fallen lassen. Oft deshalb, weil sie dachten, die Verjährungsfrist wäre abgelaufen.

DR.OZ: Lassen sie mich Ihnen etwas zeigen.

Er zeigt eine Karte der Staaten, die er für die Kindesverführer am schlechtesten/für die Opfer am besten hält und von den Staaten, in denen die Opfer nicht auf die bestmögliche Art verteidigt werden. Unter den letzteren ist auch der Staat New York und Dr. Oz ruft seine Zuschauer dazu auf, den Mehrheitsführer des Staates New York, John Flanagan, anzurufen und ihn aufzufordern, den Child Victim Act (Gesetz zum Kinderopfer-Schutz) zu verabschieden. Er fordert die Menschen dazu auf, etwas zu verändern.

DR.OZ: Corey, was würde es für Sie bedeuten, all diese rückständigen Staaten dorthin zu bekommen, wo sie eigentlich in Sachen Opferschutz stehen müssten?

FELDMAN: Also es kommt nicht einmal auf eine Maßnahme an. Ich denke, letztendlich muss das einfach passieren. Und es geht nicht um mich, es geht um alle Kinder, es geht um die Zukunft des Planeten. Wenn wir als menschliche Rasse bestehen wollen, müssen wir lernen, auf unsere Kinder zu achten. (Applaus)

DR.OZ: Corey hat mit seiner Kampagne mit dem Namen „Truth Campaign“ Geld gesammelt, um das Bewusstsein über sexuellen Missbrauch zu erhöhen. Was brauchen sie jetzt am nötigsten? Wie können wir helfen?

FELDMAN: Am dringendsten sind Spenden. Ehrlich gesagt, wir brauchen Spenden. Es gibt eine #gofundme (Finanzierungs-/Spendensammel-Kampagne), die ich extra für die nötige Security, die ich brauche, ins Leben gerufen habe, damit ich Personenschutz und hoffentlich auch ein paar Anwälte bekomme, die mich schützen. Die andere (Kampagne) ist dazu da, den Film machen zu können. Der Film handelt von meiner Lebensgeschichte und der ganzen Wahrheit. Nun wurden beide Kampagnen wegen Betruges angezeigt.

DR.OZ: Tatsächlich?

FELDMAN: Ja, beide. Von Hassern. Und lassen Sie mich etwas über diese Hasser erzählen. Wenn man das Thema verfolgt, wenn man Twitter beobachtet, dann stürzen sich viele von ihnen auf mich, verbreiten falsche Informationen, spucken Lügen aus, versuchen die Leute zu verwirren, versuchen sogar, meine Unterstützer einzuschüchtern. Wir haben sehr lautstarke, sehr passionierte Unterstützer, die ich die „Feldfam“ nenne – es ist eine großartige Truppe, sehr liebenswerte, unglaubliche Menschen, die für Gerechtigkeit kämpfen wollen. Und all diese Menschen, die mich im letzten Monat verbal unterstützen oder spendeten, wurden schikaniert, lächerlich gemacht und in einigen Fällen sogar bedroht. Nur weil sie mich unterstützen. Das ist nicht ok.

DR.OZ: Sie haben es gehört. Das sollte an jeden von Ihnen appellieren. Werden Sie jetzt aktiv. Veranlassen Sie, dass sich etwas ändert.

FELDMAN: Und spenden Sie bitte.

~

Zuerst lasst uns Corey dazu gratulieren, der nationale Botschafter für CHILD USA geworden zu sein. Jetzt werden er und Marci Hamiltons Organisation gemeinsam daran arbeiten, dass Kinderschänder für ihre Taten zur Verantwortung gezogen werden.

Zweitens: Das Durchschnittsalter von 42 Jahren, mit dem Kindesmissbrauchsopfer zu reden beginnen, kann völlig korrekt sein. Die Opfer müssen die wahre Natur der Erfahrungen ihrer Kindheit zuerst realisieren, sie brauchen Zeit, um mit dem Trauma fertig zu werden und all ihren Mut zusammenzunehmen, um ihr Schweigen zu brechen, ganz zu schweigen davon, dass sie auch noch die Angst vor den Verführern überwinden müssen, die fast nie ganz verschwindet.

Und drittens: Erliegt nicht der Versuchung, diese Regel auch bei denjenigen anzuwenden, die behaupten, sie seinen „Opfer“ von Michael Jackson. Alle Kinder, die je mit Michael in Zusammenhang gebracht wurden, sind trotz all ihrer Proteste standardmäßig von den Medien und der Öffentlichkeit in die Opferkategorie gedrängt worden. Und wenn du sowieso als Opfer gesehen wirst, braucht es eine andere Art Courage – du musst dich gegen den Trend stellen und den unschuldigen Mann verteidigen, dessen Name durch den Dreck gezogen wird.

Und diese Art Courage, die ein Zeichen innerer Stärke und Integrität ist, hatte und hat Corey Feldman.

In seinem jüngsten Video mit dem Titel: THE TRUTH BEHIND THE TALE, & THE HYPOCRISY OF THE GOLDEN GLOBES…ENOUGH IS ENOUGH (Die Wahrheit hinter der Geschichte & die Scheinheiligkeit der Golden Globes … Genug ist genug) spricht Corey über die Scheinheiligkeit von Hollywood, die Frauen in ihrem Kampf gegen missbrauchende Männer unterstützt, aber gleichzeitig das Problem des sexuellen Missbrauchs von Kindern völlig ignoriert, als ob es unwichtig sei.

Seine Worte werden dich nicht gleichgültig lassen.

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Corey Feldman (ab 9:03):

„Ich finde es ein bisschen heuchlerisch, wenn Rose McGowan da draußen herumrennt und die Lorbeeren dafür einsteckt, diejenige zu sein, die die ganze Sache aus der Tabuzone geholt hat. Erinnere ich mich doch lustiger weise an einen Vorfall im Jahr 1998, als sie mich dafür anprangerte, dass ich mit Michael Jackson zusammen war und anzudeuten versuchte, dass ich mit ihm schliefe. Und sie machte sich darüber lustig mit Bemerkungen wie: „Oh erzähl mir bloß nicht, dass da nichts läuft“. Sie hat mich beschämt. Wie kann das eine Heldin sein? Ich bin ziemlich sicher, dass ich bei einem solch wichtigen Thema niemals jemanden beschämt habe. Niemals.

Manchmal nehme ich Dinge auf die leichte Schulter, aber wenn es um dieses Thema geht, ist das kein Witz. Das ist eine ernste Sache. Lasst mich noch so viel sagen: all diese Leute sind heute Abend zusammen gekommen und haben diese Fassade aufgesetzt, diese Zurschaustellung, dass sie wirklich betroffen sind, dass sie wirklich etwas ändern wollen, dass sie zuhören. Ich habe eine Neuigkeit für euch: Ich war nicht dazu eingeladen. Wie kannst du das tun, Hollywood? Die gleiche Industrie, für die ich 18 Kinokassenschlager gemacht habe und schon ab 1998 damit begann, über sexuellen Missbrauch und Pädophilie in der Hollywood-Industrie zu sprechen, über meine Erfahrungen, darüber, wie ich in Hollywood belästigt wurde.

Ich habe es zusammen mit Corey Haim in unserer TV Serie thematisiert. 2007 waren wir mutig genug, es zum Thema unserer TV Show zu machen, es war ganz klar, dass wir beide damals beabsichtigten, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Und wisst ihr, was bei den Golden Globes in dem Jahr passierte, in dem Corey Haim starb? Er wurde einfach ignoriert. Er wurde nicht einmal in einem Nachruf der Golden Globes oder der Oskars erwähnt. Man tat jedes Mal so, als habe es ihn nie gegeben. Das ist widerlich.

Jetzt zelebrieren sie die allgemeine Betroffenheit, dass wir zusammenhalten und die Nase voll haben. Aber der Typ, der damit anfing, der Typ, der an die Türen klopfte und seit meinem Interview mit ABC, in dem ich sagte, dass Pädophilie das Hauptproblem in Hollywood sei… Ich hatte gehofft, die Leute würden merken, dass ich mein ganzes Leben aufs Spiel setzte und bereit war, mir zum Wohl der Kinder auch eine Kugel einzufangen. Sie wollen mich nicht anerkennen? Ok, das ist in Ordnung. Aber sie könnten mich wenigstens als einen ihrer Kollegen einladen. Sie müssten mich nicht extra erwähnen. Ich brauche keine Lorbeeren. Aber sie sollten um Gotteswillen genug Anstand haben, sich wenigstens so zu verhalten, als ob ich existiere.

Es reicht einfach. Ich hab so lange stillgehalten und zugelassen, dass dieser Missbrauch mich auf so vielen Ebenen beeinträchtigte. Viele Leute wissen es – durch diese Kampagne wurde ich von vielen Leuten auf bösartige Weise attackiert und jetzt wird mir auch klar, dass sie alle mit einer Ausgangsquelle verbunden sind. Diese Leute versuchen buchstäblich Gottes Werk zu zerstören. Es gibt nichts Schlimmeres als das.

Ich verstehe, dass die Leute manchmal nicht wissen, was sie glauben sollen. Ich verstehe, dass die Leute sich manchmal leicht in die Irre führen lassen, denn sie hören unterschiedliche Dinge und wissen dann nicht, was sie glauben sollen.

Es gibt viele Menschen die für die dunkle Seite arbeiten. Sie wollen, dass du verwirrt bist. Die dunkle Seite hat Angst vor der Wahrheit. Sie möchten diese Wahrheit zu jedem Preis unter Verschluss halten. Und das bedeutet, gute Menschen zu zerstören.

Und das passierte mit MJ. Lasst uns das Kind beim Namen nennen – MICHAEL JACKSON WURDE FÄLSCHLICH BEZICHTIGT, ALS MAN MICH VERTUSCHTE. Es war die gleiche Polizei, die diese Untersuchungen führte, und diese Polizei vertuschte… Alles was sie hätten tun müssen, war Jon Grissom, Alphie Hoffman und den Rest der Bande hochzunehmen. Aber sie begruben diese Information, diese Hinweise. Sie leiteten es nie an das LAPD weiter, die die richtige Gerichtsgewalt dafür gewesen wäre. Sie taten nie irgendetwas von dem, was in ihrer Verantwortung gelegen hätte. Und zu all dem entschieden sie auch noch, diese Aussage einfach zu ignorieren, damit sie weiterhin sich selbst und alle anderen in dem Glauben lassen konnten, dass Michael Jackson ein Pädophiler sei. Ich hab Neuigkeiten für euch, Leute: ER WAR NIE EINER. Es war alles nur ein Geschäft. Ihr Geschäft war es, ihn zerstören zu wollen.

Da gibt es dunkle Gestalten und dunkle Mächte, sowohl rechts als auch links. Es gibt sie in allen Parteien. Und sie befinden sich auch in allen Teilen der Gesellschaft – in Sekten und Religionen, in Schulen. Sie sind wie Raubtiere. Das Dunkle möchte alle guten Dinge infiltrieren. Und sie tun alles, was sie können, um ihr Opfer schlecht aussehen zu lassen.

Sie richten es so ein, dass das Opfer aussieht wie ein Lügner, ein fürchterlicher Mensch, sie werden ihn diskreditieren, und wenn das Opfer dann kommt und sagt: „Das ist, was wirklich passiert ist“, wird schon jeder daran zweifeln und behaupten: „Er erzählt Lügen, er erfindet Geschichten.“

Es ist irrsinnig, es ist einfach nur krank. Aber es hat Methode und das ist das System und so funktioniert es.“

…………………………….

Übersetzung des Videos aus den Kommentaren:

 

MILO erklärt ‘Oprah 2020’

Milo Yiannopoulos Show und sein Blick auf Oprah, Rose McGowan und Corey Feldman, den er sehr ernst nimmt.

Milo ist nicht gerade nett zu Rose McGowan und verspottet Oprah dafür, dass sie die Gelegenheit genutzt habe, „die Königin der weiblichen Widerstandsbewegung“ zu werden, aber ungeachtet dessen, was man von diesen beiden Personen und auch von Milo selbst hält, liegt er bei dem, was Corey Feldman betrifft, absolut richtig und seine Einschätzung dessen, was sich in Hollywood abspielt, klingt korrekt und wahr.

Milo: Hier geht es nicht mehr nur um Rose McGowan. Hier haben wir eine Frau, die immer geschwiegen hat, bis sie sich ausrechnete, dass es profitabler sein könnte, zu reden, als weiter zu schweigen. Dann stellt sich heraus, dass sie an einen 7-Stelligen Betrag denkt, um nicht noch einmal zu reden, aber dieser Deal kommt nicht zustande. Vielleicht dachte sie, der Zahltag sei am Ende doch lohnender, wenn sie die Frontfrau dieser neuen Rebellenarmee von Frauen werden würde, die „es einfach nicht mehr aushalten“.

Nur dass es jetzt nicht mehr die Show von Rose ist, denn jetzt sind Oprah und Merryl mit an Bord, und man fragt sicher, wer zum Teufel ist Rose McGowan? Jetzt hat Oprah sich dieses Thema zu Eigen gemacht und Meryl Streep saß in der ersten Reihe… schweigend und elegant in die Hände klatschend und zustimmend nickend.

Und jetzt wird Oprah zur Königin der weiblichen Widerstandsbewegung, nachdem ihre Karriere torpediert wurde, weil sie NICHT für Frauen einstand. Rose McGowen wurde ins Abseits gedrängt – wer ist Rose McGowen? Größere Tiere haben die Mission übernommen, haben ihr ihre Bewegung abgenommen.

Co-Moderator: Weißt du, wer sich noch darüber aufregt, dass sie ihn nicht eingeladen haben?

Milo: Wer?

Co-Moderator: Corey Feldman. Er ist sehr aufgebracht.

Milo: Oh, siehst du, das ist gerechtfertigt, Corey Feldman hat Recht. Und der herzzerreißendste Teil der Geschichte, über die ich in dem Buch „Despicable“ („Verabscheuungswürdig“) spreche, das im Mai herauskommt, der beste Teil der Geschichte ist, dass wir jetzt rückblickend verstehen, warum Matt Lauer sich gegenüber Corey so abweisend und aggressiv verhielt.

Co-Moderator: Er verhielt sich ihm gegenüber furchtbar.

Milo: Und warum? Weil er in seinem Hinterkopf dachte: „Ich sollte alle Ankläger diffamieren, denn meiner wird als nächstes auftauchen… Das hier ist Matt Lauer, über den – wieder einmal – jeder im Netzwerk Bescheid wusste. Und ich bin sicher, dass er in seinem Hinterkopf dachte: „Es ist nur ein kleiner Schritt, die Ankläger in Misskredit zu bringen und die Sache herunterzuspielen, und Corey Feldman aussehen zu lassen, als sei er verrückt, denn ich weiß, ich bin als nächstes an der Reihe.“

Ich sah das Interview mit ihm und dachte, – okay, Corey Feldman ist ein Exzentriker, er ist ein bisschen verrückt, ein schräger Typ, aber würdest du nicht genauso sein, wenn du das, was er als Kind mitgemacht hat, erlebt hättest? Der andere Junge hat sich sogar umgebracht. Corey Feldman ist ein schräger Typ, aber jetzt packt er aus, er nennt Namen, er möchte Geld sammeln, aber es funktionierte nicht, weil er einen Rechtsbeistand braucht und all diese Dinge. Mittlerweile, nachdem er begann zu reden, hat man ihn zur Warnung für den Besitz von Marihuana eingelocht und Matt Lauer fällt über ihn her, als ob er der Übeltäter wäre, als ob er etwas verbrochen hätte. Der Ton war dermaßen anklagend, ich konnte es nicht glauben! Aber jetzt wird jedem klar, warum.

Es tut mir einfach leid – ich habe es im Buch, es ist also kein Geheimnis – und wir hatten auch kurz Kontakt, ein Telefongespräch, aber leider entschied er sich, nicht mit mir zu sprechen, und ich glaube, das war ein Fehler. Ich hoffe, er meldet sich wieder bei mir und ich hoffe, auch das kommt in das Buch. Welchem Rat er auch immer folgt, auf dieses sympathische Mainstream Interview zu warten, auf Charlie Rose oder wen auch immer zu warten – es wird nicht passieren.

Es wird deshalb nicht passieren weil die Leute, um die es ihm geht, und das Thema, über das er sprechen will, nicht angenehm sind. Die Leute wollen darüber nichts hören. Sie sind noch nicht bereit für Corey Feldman. Mit Frauen, die über schlechte Männer sprechen, kommen sie klar, aber über das ganze schwule Kindesmissbrauchs-Thema wollen sie nichts hören. Sie wollen das nicht wissen.

Und deshalb ist er der exzentrische „Verrückte“, der mit Anschuldigungen um sich wirft, die sie diskreditieren müssen, denn was wäre die Alternative? In ein Wespennest stechen, das ganz Hollywood und die ganze Unterhaltungsindustrie befallen wird? Wenn Coreys Anschuldigungen ernsthaft ermittelt würden, würde auf Grund all dessen, was noch zum Vorschein käme, am Ende alles in Trümmern liegen.

Und dafür sind sie nicht bereit. Sie wollen das nicht. Sie wollen alles, nur das nicht. Es ist in der Tat so, dass man es sieht, wenn man mal vorsichtig in die Berichterstattung des linken Flügels schaut. Man erkennt, dass eine Art Umschreibung stattfindet. Man möchte die Angelegenheit limitieren auf „schlechte Männer attackieren unschuldige Frauen“, auf weibliche Opfer, und dabei soll es bleiben.

Die Bewegung richtet sich nicht gegen jede Art von sexueller Gewalt. Nur Frauen gegen Männer. Es geht nur um eine Sache zwischen den Geschlechtern. Nicht um Rassen, nicht um Homosexualität, nicht um Kindesmissbrauch. Sie versuchen, die Auswirkungen von Weinstein einzudämmen.

Aber es wird nicht funktionieren, es wird so nicht passieren. Ich denke, der Grund, warum sie so aggressiv auf Corey Feldman und seine Aussagen und Namensnennungen reagieren und ihm keine verständnisvolle Umgebung zugestehen, wie man es normalerweise bei Missbrauchsopfern oder Menschen, die über ihre Peiniger und die Dinge, die ihnen als Kind angetan wurden sprechen wollen, macht, ist genau diese Industrie in der es passierte, und von der jeder so fasziniert ist, Film und TV. Ich denke, aus dem Grund geben sie ihm nicht diese Plattform.

Also das ist eine wirklich tragische Geschichte. Rose McGowan kann mir echt gestohlen bleiben. Sie ist die übelste Sorte Opportunist. Zuerst signalisierte sie, dass ihr ihre Karriere mehr wert ist, als ihre Würde. Sie blieb stumm während andere weibliche Opfer wahrscheinlich weiterhin missbraucht, bedrängt und in manchen Fällen sogar vergewaltigt wurden. Und auf Twitter wirft sie jetzt schamlos mit dem Wort „Vergewaltigung“ um sich, weil sie beleidigt ist, dass sie nicht beim Golden Globe in der ersten Reihe sitzt. Sie ist schließlich Amerikas Opfer Nr.1 – warum ist sie nicht auf der Bühne, dort wo Oprah ist? Und darüber ist sie wütend.

Zur gleichen Zeit ist das mit Corey Feldman eine echte Tragödie, die aber immer noch nicht im richtigen Rahmen gesendet wurde. Und sie geben ihm jetzt eine oberflächliche Tour durch die Studios, weil das Geschrei so laut war. Sie geben ihm eine oberflächliche Tour durch die TV-Studios, in denen er einem feindseligen Interview nach dem anderen ausgesetzt ist.

Die Unterhaltungsindustrie hat sich noch nicht weit über Barbara Walters zwei Jahrzehnte alter Aussage hinwegbewegt, als sie sagte: „Was tust du? Du schadest einer ganzen Industrie“, anstatt der Geschichte seines Missbrauchs zuzuhören. Und auch nicht jetzt, wo es nach all den Jahren endlich aus ihm hervorbricht.

Jetzt ist er gezwungen, es auf eine sehr unbefriedigende Art zu machen, so, dass seine Geschichte vielleicht nie richtig gehört werden wird, denn er wurde von den Leuten abgeschreckt, die ihm vielleicht zugehört hätten. Und er wurde schikaniert, offensichtlich schlecht gemanagt und in feindselige Interviews geführt, mit Leuten, die keinen Anreiz verspüren, seine Wahrheit zu hören.

Ich hoffe und bin mir dessen ziemlich sicher, dass sie den Schaden nicht begrenzen können. Das ist kein kleines Strohfeuer. Das ist wie ein Waldbrand. Das ist der freigelassene Flaschengeist, ein Pferd, das aus dem sicheren Gelände ausgebrochen ist. Und sie werden es nicht eindämmen und zu einer Sache zwischen den Geschlechtern herunter kochen können. Wenn du es zu „Frau gegen Mann“ machst ist es wie „links gegen rechts“. Denn Männer und Frauen teilen sich unglücklicher Weise in ein komfortables rechts gegen links in solchen Angelegenheiten, wobei die männliche Position als eine Art liberale-Trump Position gesehen wird und die weibliche als eine irgendwie progressivere Position.

Ich hoffe und glaube, es wird nicht so sein. Ich hoffe, das Feuer erfasst die ganze Industrie und die gesamte Stadt. Ich will LA in Ruinen sehen – denn das hat es verdient.

Co-Moderator: Ok, Oprah sagt, am Horizont ist Licht zu sehen. Also können wir alle beruhigt ins Bett gehen und alles wird gut werden.

Milo: (lacht) Na klar, nach Oprahs Rede ist alles wieder gut.

Co-Moderator: War das eine clevere Sache, Oprah rein zu bringen?

Milo: Es ist wie ein „Kommt-zu-Gott“ Moment. Nur, dass wir nur eine 10 Minuten Rede von Oprah bekommen können.

Co-Moderator: Und jetzt können wir einfach alles vergessen und wieder beruhigt schlafen.

Milo: Weißt du warum? Weil sie sie von ihren Sünden befreit hat. Sie sprach zu einer Ansammlung von schwarz gekleideten Männern und Frauen, die als Opfer verkleidete Täter sind, und man brachte ihnen das, was Gott am nächsten ist – also Oprah – und sie segnete und erlöste sie. Und nun können sie hinaus in die Welt gehen und sich so fühlen, als hätten sie etwas in Ordnung gebracht, anstatt sich als Teil des Problems zu sehen, können sie sich jetzt als Teil der Lösung fühlen. Sie können zurück in die Welt gehen mit dem Gefühl, von ihren Sünden reingewaschen zu sein, denn sie wurden von Oprah berührt. Seht euch nur die Reaktionen der Journalisten an – so wird sie in der Kultur wahrgenommen, auch jetzt noch. Das ist typisch Oprah…  Und Oprahs kleine 10 minütige Zuhälterei auf der Bühne hat sie den Schritt, es in Ordnung bringen zu wollen und Vergebung zu erlangen, vergessen lassen, obwohl sie ja noch nicht einmal Anzeichen gegeben hatten, überhaupt irgendetwas zu unternehmen, um es in Ordnung zu bringen – außer, dass sie schwarze Kleidung trugen.

Übersetzung: M.v.d.L. & Doris

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Weitere Details zu den Ermittlungsmethoden von 1993 und Corey Feldmans Befragung sind hier zu finden: Die Jagd der Staatsanwaltschaft auf weitere Opfer

Christian Audigiers Erinnerungen an Michael Jackson

Auszug aus dem Buch: Von ganz unten zum King Of Fashion von Christian Audigier (u.a. Gründer des Modelabels “Ed Hardy”)

This Is It

Seine Musik hat Milliarden von Menschen berührt. Seine Träume haben die Welt inspiriert. Doch eigentlich hatte er nur einen einzigen Traum… Den er mit euch teilen wollte.“  (aus dem Vorspann zu dem Film This Is It, 2009)

(This Is It, Michael Jackson, Paul Anka und der Titel der Dokumentation von Kenny Ortega)

Audigier Birthday1, Michael Jackson + Christian Audigier

Michael Jackson+ Christian Audigier – 30.5.2008

Die lange schwarze Limousine scheint einen Moment lang über dem Sunset Boulevard zu schweben, dann biegt sie nach rechts ein, auf den North Carollwood Drive. Wir sind in Bel Air, im Viertel Holmby Hills. Michael Jackson wohnt Hausnummer 100. Monsieur Patrick lenkt den Maybach. Peter Lopez, einer der Anwälte und Manager des Stars, sitzt neben ihm. Auf dem Rücksitz warte ich darauf, dass sich Michael Jackson uns anschließt.

Dieses Anwesen kenne ich gut, denn es gehört der Frau von Hubert, dem Geschäftsführer meines Unternehmens, einem sehr engen Freund. Im Dezember 2008 hatte der Finanzberater von Michael Jackson dieses im spanischen Stil erbaute Herrenhaus – das die Amerikaner schlicht und einfach „das französische Schloss“ nennen – für ein Jahr gemietet. Monatsmiete: 100000 Dollar. Es ist schon komisch, in den 1960-Jahren, während seiner Zeit als Hollywood-Schauspieler, lebte Elvis Presley ebenfalls in diesem Viertel. Er liebte Bel Air und wohnte 565 Perugia Way, 1059 Bellagio Road oder auch 1550 Rocco Place, in der Nähe des Bel Air Hotels. Der King Of Pop als Nachbar des King Of Rock’n’ Roll.

Um 21:15 Uhr öffnet sich das schwere Portal zum „französischen Schloss“. Wir fahren in den Park hinein und umkurven dabei den Springbrunnen. Zwei Leibwächter öffnen das monumentale Eingangsportal. Michael erscheint, seine hochgewachsene, schmale Silhouette zeichnet sich ab, er ist ganz in schwarz gekleidet. Lange Haare, Filzhut, eine knappe, sehr eng anliegende Gabardinjacke, Jeans und Boots. Der einzige Farbtupfer, der bei diesem Look à la Johnny Depp in Dead Man aufleuchtet, ist ein rotes Ed-Hardy-T-Shirt. Man könnte meinen, er sei geradewegs aus einem Film wie Dick Treacy oder Sin City herausgetreten. Einfach eine Klasse für sich!

Er begrüßt uns mit sanfter, aber sehr viel kräftigerer Stimme, als sie sonst bei seinen Medienauftritten zu hören ist: „Hello everybody.“ Dann bedankt er sich bei mir. „Christian, ich finde es wirklich toll, dass du dir die Zeit nimmst, mit mir shoppen zu gehen. Ich weiß, dass deine Zeit sehr wertvoll ist, du hast eine Familie, Kinder, aber… ich bin es nicht gewöhnt, Kleidung einkaufen zu gehen.“

Das Komplizierteste an der Vorbereitung für diesen denkwürdigen 27. Februar 2009 war für mich nicht, eine Zeitlücke zu finden, sondern den Direktoren der Dior- und Dolce-&-Cabbana-Boutiquen am Rodeo Drive zu erklären, warum sie ihre Läden bitte bis am späten Abend öffnen sollen – nämlich weil Michael Jackson sich ein paar Klamotten für die am 5. März geplante Pressekonferenz in London kaufen will, auf der er This Is It, so der Codename seines großen Comebacks, ankündigen will.

Audigier shopping 1

21:30 Uhr. Der Maybach hält vor dem Liefereingang der Dior Boutique in einer kleinen Parallel- Straße zum Rodeo Drive. Ich möchte vermeiden, dass der King Of Pop in das Gewühl und Geschubse der Menge von Fans und Paparazzi gerät, die sich vor den Schaufenstern des Luxuscouturiers versammelt haben. Das ist mir um so wichtiger, als der Superstar an diesem Abend – was selten vorkommt – von keinem einzigen Leibwächter abgeschirmt wird. Die Boutique ist leer. Verkäufer und Verkäuferinnen sind emsig bemüht, gestresst, aber stolz, einen solch aussergewöhnlichen Moment miterleben zu können. Michael geniesst diese nächtliche Klamottensause vergnügt und schaut mir dabei zu, wie ich ein in Schwarz-Gold gehaltenes Kleidungsstück aussuche. Ich lasse mich von einem Look inspirieren, den ich auf bestimmten Bildern gesehen habe, die der Fotograf Matthew Rolston gemacht hat.

Den Körperbau des Künstlers habe ich vor meinem geistigen Auge: etwa 1,80 Meter groß, sehr schlank, lange Beine… Im Eilschritt gehe ich an den Regalen entlang und treffe meine Wahl: Was die Farben anbelangt – metallisch-blaue und rosa fluoreszierende Hemden, schwarze und weiße Seide… Nylonjacken… Boots.. Die Verkäuferinnen kümmern sich um die Ware.

Michael murmelt: „Nice…good…I love it.“ Innerhalb einer halben Stunde ist die Sache abgehakt. Ich bin ein bisschen enttäuscht, da war nichts, was mich wirklich angemacht hat. Kein Wow-Effekt. Es ist Zeit, zu Dolce & Cabbana zu gehen, direkt gegenüber, auf der anderen Seite des Rodeo Drive. Die Menge von Neugierigen, Fans, Fotografen, Kameramännern und Paparazzi ist weiter angewachsen. Die Fans skandieren den Namen des „Ausserirdischen“: „Michael! Michael! Michael!“ Ich bin etwas beunruhigt und meine zu Monsieur Patrick: „Wir werden hinten rausgehen, das ist…“ Lächelnd unterbricht Michael und weist mit dem Finger auf die Straße: „Gehen wir!“

Als echtes Marketing-Genie will er seine Rückkehr ins Rampenlicht so gut wie möglich in den Medien verbreiten und die Wirkung seiner geplanten Pressekonferenz verstärken. Besser als jeder andere beherrscht er alle Winkelzüge, alle Hebel, die ganze Klaviatur: die „Überraschungs-Spazierfahrten“ im Rollstuhl mit Chirurgenmaske vor dem Gesicht, „geheimes“ Shopping – wie ein Scheich in eine schwarze Burka gehüllt, samt ebenfalls verschleiertem Sohn…

Kaum ist die Tür offen, geht die Jagd los! Es dauert zehn Minuten um 50 Meter voranzukommen. Wir sind eingekesselt, werden angerempelt. Die Fans wollen ihr Idol berühren. Ich versuche, ihn zu beschützen, ergreife seinen Arm und breche eine Schneise durch die Massen. Er lächelt, freut sich wie ein Kind, lässt die ganze Aufregung auf sich wirken. Wie bei seinem überraschenden Besuch auf meiner Geburtstagsfeier testet er erneut seine Popularität. Schliesslich schaffen wir es bis zu Dolce & Cabbana und quetschen uns in den Laden hinein. Unter dem Druck der Menge hat das Wachpersonal Probleme, die Tür hinter uns wieder zu schliessen. Der Mann im schwarzen Hut ist entzückt.

 

Audigier Birthday

30.5.2008 – Michael ist Überraschungsgast bei Christian Audigiers 50. Geburtstagsparty

 

Szenenwechsel, wir sind bei D & G.

Aus den Lautsprechern erklingt R&B-Musik und der Tänzer fängt an, sich im Rhythmus zu wiegen. Wie bei Dior treffe ich meine Auswahl innerhalb von 15 Minuten: mit Initialen versehene Blazer, Anzüge in Grau und Schwarz metallic, Hemden, Boots… Er lässt mich gewähren, amüsiert, aufmerksam. Das einzige Teil, das er sich selbst auswählt, ist ein mit Anhängern, Medaillen und bunten Bändern verzierter Gürtel. Dann gehen wir hinauf in die erste Etage, wo es geräumige Umkleidekabinen gibt. Und nun verwandelt sich Doktor Jackson in Mister King Of Pop.

Spielerisch geht er mit den Sachen um, tänzelt. Dann macht er seinen Oberkörper frei, um Hemden und Jacken anzuprobieren. Und ganz im Gegenteil zu dem, was ein paar Monate später geschrieben werden sollte, ist er überhaupt kein „Skelett“ und wiegt auch nicht nur „45 Kilogramm“. Er ist schlicht und einfach zart gebaut und von jener dünnen, aber kräftigen Schlankheit berühmter Tänzer. Verblüfft schaue ich ihm zu, wie er vor dem Spiegel ein paar Tanzschritte macht und in seiner unvergleichlichen Art Kampfsportgesten andeutet. Geschmeidig, elastisch…

Seine Augen funkeln vor Freude. Ich spüre, wie glücklich er gerade ist. Jetzt macht er im strengen Marschschritt eines paradierenden Soldaten weiter.

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Shopping-Tour mit Michael

Ich frage mich, was ich eigentlich hier mache. Denn eigentlich hat doch er, dieser überlebensgroße Künstler, die Mode der 1980er- und 1990er-Jahre beeinflusst, eine Art von Rock ‘n’ Roll geprägte Disney-Mode erfunden, mit schwarzen Hosen, die kurz über weißen Socken und Mokassins endeten. Das ganze mit einem makellosen, strassbesetzten Handschuh aufgepeppt. Er war es auch, der jene Glamour-Pop-Rock-Hut-Mode lancierte, die heute von Justin Timberlake und Konsorten aufgegriffen wird, und der die von Jimi Hendrix, diesem Purpurzigeuner, und den Beatles der Sergeant Pepper-Periode berühmt gemachten Husarenjacken wieder zur Mode machte. Und er war es auch, dieses sich immer wieder neu erfindende Chamäleon, der Modeschöpfer aus der ganzen Welt vor Neid erblassen ließ, als er mit Lust und Gespür Jacken, die ein wenig Retro und nach Fred Astaire aussahen, mit Reißverschlüssen, Ösen und Gamaschen aus Metall kombinierte. Ironie des Schicksals: Gerade jener Fred Astaire, der wegen der Lebhaftigkeit seines Tanzstils „Fast Freddy“ genannt wurde, schickte Michael Jackson, nachdem er ihn in einer Sendung anlässlich des 25. Jubiläums von Motown gesehen hatte, ein Telegramm: „Ich bin ein alter Mann, ich habe auf die Wachablösung gewartet. Danke!“

Der Tanzvirtuose war zurück!

Offensichtlich genießt Michael es, beraten und eingekleidet zu werden. Ein paar Minuten später verlassen wir D & G durch den Notausgang, denn die Menge ist mittlerweile beträchtlich angewachsen. Auf dem Rückweg scherzt der Star begeistert in einer Tour mit Peter Lopez.

Das war genial! Ich fand es sehr lustig. All diese Kleidung steht mir so gut. Christian, du bist wirklich der König der Mode!“ Zweite Weihe – diesmal im privaten Rahmen. Für mich ist sie sehr viel wertvoller als die erste. Während jenes ungewöhnlichen Geburtstags hat der Künstler mich quasi auf die Probe gestellt. Dann hat er sich diese nächtliche Klamottentour gewissermaßen als Steigerung gegönnt, um meine Professionalität erneut zu testen. Eigentlich stellt er mich ständig auf die Probe. Und ich kann nicht genug davon kriegen.

Unsere dritte Begegnung ist ebenfalls sehr ungewöhnlich.

Fast auf den Tag genau einen Monat später ruft mich Peter Lopez wieder an: „Christian, Michael lädt dich ein, bei ihm Weihnachten zu feiern – das ist eine große Ehre.“

Aber Weihnachten ist doch erst in neun Monaten.“

In diesem Jahr feiert Michael mit den Kindern Weihnachten im März.“

Wieder geht es zum Carolwood Drive, diesmal in Begleitung meiner Frau Ira. Ich habe meinen Mitarbeiter Oleg gebeten, den Lieferwagen mit den Geschenken für dieses ungewöhnliche Weihnachtsfest zu fahren. Dutzende sorgfältig eingepackte Kleidungsstücke, Autos und Hubschrauber mit Fernsteuerung für die Buben, weitere Spielsachen… Ich weiß nicht, warum mir, als wir vor dem Haus ankommen, diese Einzelheiten auffallen: die Uhr am Giebel der Fassade, die zwei Statuen Blumen tragender schwarzer Frauen, die beiderseits der Eingangstür stehen. Die Leibwächter lassen uns eintreten. Ich sehe zwei mächtige, in japanischem Stil gehaltene Krüge aus blauer Fayence, die monumentale Eingangshalle, die beiden von ihr abgehenden Salons, den Flügel, die Treppe, die hinauf zu den Zimmern führt, und, unterhalb des Zwischengeschosses, einen riesigen Weihnachtsbaum samt dazugehöriger Dekoration: Kugeln, Girlanden, eine Unmenge an blitzenden bunten Glühbirnen. Oleg legt die Geschenke zu den anderen Gaben unter den Tannenbaum.

Plötzlich erklingt im ganzen Haus Jingle Bells und Michael tritt, wie immer ganz in schwarz gekleidet, mit einem Rollkragenpullover, den wir bei Dior gekauft hatten, zusammen mit seinen drei Kindern aus einem anderen Salon. Paris, Blanket und Prince Michael tragen Pyjamahosen mit unterschiedlichen Oberteilen. Sie sind wunderschön und lächeln. Michael strahlt. Er lässt die Kinder nicht aus den Augen und findet sichtlich großes Vergnügen daran, ihnen beim Öffnen und Entdecken der Geschenke zuzuschauen.

Ich nutze die Gelegenheit mich ein wenig im Haus umzusehen, das genauso opulent und überladen eingerichtet ist, wie ich es mir vorgestellt hatte: Zierleisten, bemalte Decken, Kristalllüster, riesige Gemälde in vergoldeten Rahmen…

Lasst uns essen!“

Michael weist uns mit seiner Hand den Weg zum Speisesaal. Um dorthin zu gelangen, durchqueren wir eine geräumige Küche, in der ein schöner Tisch steht. Im Vorbeigehen fällt mir eine exquisite Sammlung von einem halben Dutzend Automaten auf. Die Chefköchin, eine breitlächelnde Schwarze, hat für uns Krabben und eine Zwiebeltorte zubereitet. Michael kann nicht ruhig sitzen bleiben. Alle fünf Minuten steht er vom Tisch auf, deutet einen Tanzschritt an, dreht sich um die eigene Achse. Ganz offensichtlich ist er wie besessen von den Vorbereitungen für seine Konzertserie, die im Juli in der O2 Arena in London geplant ist, er spricht nur von seinem Auftritt. Er stellt sich Bulldozer vor, Bagger, monströse Maschinen, die für ihn die Bedrohung der Natur symbolisieren sollen. Und immer wieder macht er diese roboterhaften, ruckartigen Bewegungen, abwechselnd mit Moonwalk-Schritten, Version drittes Jahrtausend. Wie schon bei Dolce & Cabbana spüre ich genau, dass er unaufhörlich und immer wieder für seine Show probt. Und wiedereinmal wirft mich dieses unglaubliche Privileg, Zeuge davon zu sein, beinahe um. Warum ich?

Da reißt mich seine Stimme aus meinen Träumen: „Wollt ihr noch Nachtisch? Ich stehe nicht so auf Desserts.“

Chritmas in March Audigier Jackson

Erinnerungsfoto vom „Weihnachtsfest“ im März 2009

Das ist das letzte Mal, dass ich ihn lebend sehe. In Topform. Glücklich, mit seinen Kindern zusammen sein zu können. Und ganz klar auf die Herausforderung konzentriert, die ihn erwartet. Aber welcher Künstler würde auch nicht vor Lampenfieber vergehen, wenn er sich einer Weltöffentlichkeit präsentieren sollte?

Rückblickend habe ich oft über dieses seltsame im März begangene Weihnachtsfest nachgedacht. Und nach Michaels Ableben und der Welle von „Enthüllungen“ habe ich mich gefragt, ob er nicht sogar wusste, dass seine Tage gezählt waren, dass er nächstes Weihnachten nicht mehr erleben würde, und vielleicht hatte er es deshalb vorverlegt, um noch einmal mit den Kindern gemeinsam feiern zu können. Dann aber habe ich mich doch von solchen pessimistischen und morbiden Gedanken frei gemacht, weil ich damals seine unglaubliche Lebenslust verspürt habe und seine Fähigkeit gesehen habe, andere Menschen zu begeistern.

Es war das letzte Mal, dass ich ihn lebend gesehen habe. Doch ich sollte noch einmal Gelegenheit haben, mit ihm zu sprechen.

Die Arbeit an der Modelinie Michael Jackson kommt zu meiner großen Zufriedenheit gut voran.

Der King Of Pop und seine Anwälte haben mir offiziell die Erlaubnis erteilt, das Logo MJ zu benutzen. Ich habe ein großes, schwarz lackiertes, mit Metallnägeln verziertes und mit drei Schnallen verschlossenes Buch herstellen lassen. Auf der ersten Seite steht ein handgeschriebener Satz:

The greatest education in the world is watching the masters at work.“

(„Die beste Ausbildung der welt besteht darin, den Meistern bei der Arbeit zuzuschauen.“)

Darunter ein weiterer Satz:

Christian you are the King Of Fashion.“ Michael Jackson

Die Kollektionen lehnen sich an die Titel seiner berühmtesten Hits an: Bad, Thriller, Billie Jean. Das Grundkonzept basiert auf den Farben schwarz und gold. Militärjacken, mit Tressen verzierte T-Shirts, Handschuhe, Boots. Diese Modelinie habe ich wie eine Art Lebensstil mit internationaler Ausprägung entworfen. Mit der globalen Vermarktung im Blick habe ich sogar ein Parfum MJ miteinbezogen, das in einem eleganten, schwarz-goldenen Flakon präsentiert wird.

Ich möchte die Legende noch weiter verfeinern. Natürlich geht dieses Buch zwischen dem Team von Jackson und meiner Mannschaft mehrfach hin und her. Die Anwälte bereiten ihre Schriftstücke vor, Anfragen zur Autorisierung mehren sich, Peter Lopez vermittelt zwischen allen Beteiligten, zwei- oder dreimal reicht er das Telefon an Michael Jackson weiter, der mir mitteilt, wie zufrieden er mit der Kollektion ist. Und stets beendet der Künstler unsere Gespräche mit: „God bless you, Christian.“ Gott segne dich, Christian.

Im April haben wir zwei- oder dreimal miteinander gesprochen. Dann bin ich nach Frankreich gefahren, um mein Buch vorzustellen und meine Geburtstagsparty während des Festivals in Cannes vorzubereiten.

Als ich mich an einem schönen sonnigen Tag mit den Managern von 50 Cent und Lenny Kravitz, die bei meinem Freud Jean Roch auftreten sollen, gerade auf meinem Schiff unterhalte, ruft mich der Direktor der ED Hardy Boutique auf der Melrose Avenue an – völlig aufgelöst.

Christian, Michael Jackson ist mit seinen Kindern im Laden.“

Er soll sich wie zuhause fühlen, schenkt ihm alles, was er gerne haben möchte. Und vor allem, verwöhnt die Kinder.“

Ja, aber er hätte gerne ein Dekorationsstück des Ladens, die Statue des tätowierten Mannes hinter der Bar.“

Ich muss lachen. In einer Ecke des Ladens habe ich aus Holz eine Bar für die Energydrinks einrichten lassen. Und der Barmann ist eine Art Automat aus Holz, der von Kopf bis zu den Füßen tätowiert ist, ein Mitbringsel, das mir mein Freund Renaud Page von einer wichtigen Versammlung von Tätowierern in Kalifornien mitgebracht hat.

Geben sie ihn mir mal.“

Guten Tag Christian. Wir amüsieren uns hier gut mit den Kindern. Der tätowierte Mann ist einfach unglaublich.“

“Er gehört dir, Michael.“

Danke für deine Großzügigkeit. God bless you, Christian.“

Gott segne dich, Christian. Das sind die letzten Worte, die er an mich gerichtet hat.

 

 

Am Donnerstag, dem 25 Juni, schaue ich in der Wartelounge von Air France auf dem Flughafen LAX von Los Angeles CNN. Es ist 14 Uhr. Der Flieger nach Paris soll pünktlich gegen 15:00 Uhr starten, wir werden aufgerufen, an Bord zu gehen. Sondermeldung: Der Fernsehsender verkündet, dass Michael Jackson einen Herzstillstand gehabt habe. Die Bilder ziehen an mir vorbei. Das Haus in Holmby Hills.. ein Krankenwagen, die berühmte Ambulanz 71… Ich bin wie versteinert und rufe sofort Peter Lopez an.

Er atmet noch, Christian. Sie hoffen, ihn retten zu können. Es ist furchtbar.“ Dann muss ich zum Flugzeug. Während ich die langen Gänge entlanglaufe, wähle ich unablässig Peters Nummer. Ständig besetzt. Ich steige in die Maschine. Um 14:30 ruft Peter an. Er ist in Tränen aufgelöst. Zwischen zwei Schluchzern bringt er gerade noch heraus: „Es ist zu Ende, Christian, Michael ist tot.“ Offiziell ist der King Of Pop um 14:26 in der UCLA-Universitätsklinik verstorben. Die Notärzte haben 40 Minuten lang versucht, ihn wiederzubeleben, aber vergeblich. Noch zwei Tage zuvor hatten sämtliche Tageszeitungen nach einer phänomenalen Probe im Staples Center in Los Angeles getitelt: „Der Showman ist zurück!“

Während des Fluges gelingt es mir nicht, einzuschlafen, immer wieder schwirren Erinnerungen an den Mann durch meinen Kopf, der für mich einer der größten Künstler des Jahrhunderts bleibt. Als ich am nächsten Tag am späten Vormittag auf dem Pariser Flughafen Roissy-Charles-de-Gaulle lande, werde ich schon von mehreren Fernsehteams erwartet. Es folgt ein aussergewöhnlicher Medienmarathon. Da wird mir bewusst, dass auch ich – in ganz bescheidenem Maße – nun zu einem Teil der Legende des King Of Pop geworden bin. Ein kleiner Teil, aber abgesehen von den Leuten bei den Filmaufnahmen der Proben im Staples Center von L.A., bin ich der einzige Aussenstehende, der in seinen letzten Wochen wirklich Kontakt mit ihm hatte. Die Rückkehr ins Rampenlicht während meines 50. Geburtstags, die Shopping-Tour in Beverly Hills, die Fotos vom Weihnachtsfest im März und die von seinem Besuch im Laden.

Während die verrücktesten Gerüchte über den Tod dieses Idols kursierten – über seinen Demerol Konsum, den Reigen der Ärzte -, sind die Journalisten in London, wo ich meine Champagner-Marke vorstelle, und anschliessend auch in Berlin hinter mir her. Am Donnerstag, den 2. Juli, treffe ich in Deutschland ein, um an der Modemesse Bread & Butter teilzunehmen, die auf dem Flughafen Tempelhof in Berlin ihre Pforten öffnet. Ich wußte gar nicht, dass ich in Deutschland so populär bin. Zwei Tage lang beantworte ich die Fragen für Dutzende Interviews und werde von einer beeindruckenden Zahl von Fernsehteams gefilmt. Höhepunkt dieses Medienrummels ist mein Besuch auf der Bread & Butter, für die mein Neffe Vincent weiträumige Stände für die Labels Ed Hardy, Christian Audigier, Paco Chicano und Chrystal Rock reserviert hat. An einer Wand hängt ein riesiges Transparent mit einem Foto der jüngsten Werbekampagne für Ed Hardy, das der Starfotograf David LaChapelle aufgenommen hat. Wir sind nicht zu übersehen! Die Auswirkungen sollten beträchtlich sein.

Ein paar Tage nach dem Tod des King Of Pop wird weltweit getrauert. Eine ganze Generation beweint ihr Idol. Längst ist der Schmerz nicht mehr auf die Vereinigten Staaten beschränkt, sondern weltweit spürbar. Selbst der Tod des Kings Elvis Presley hat keine derartige Welle des Mitgefühls verursacht. Und die bescheuertesten Gerüchte nähren weiter den Mythos des gefallenen Engels. „Magersüchtig und erschöpft, war er nicht mehr in der Lage zu tanzen und musste selbst seinen Moonwalk neu lernen. Eine Armee von Geiern umschwirrte ihn…“ Oder: „Die, die Jackson gut kannten, wussten, dass er gar nicht in der Lage war, zehn Konzerte zu geben…“ Oder auch: „Er war dem Heroin der Armen verfallen…“

Am Abend des 2 Juli, als ich angewidert von solch morbiden „Enthüllungen“, in einem am Wasser gelegenen Restaurant in Berlin sitze, beschließe ich, das Haus – das „französische Schloss“ -, in dem er starb, zu kaufen. Ich will daraus ein Monument zu seinem Ruhm machen, damit seine Legende nie enden möge. Ich möchte in der ganzen Welt die besten Stücke für eine Michael- Jackson-Sammlung kaufen und sie in 100, North Carolwood in Bel Air zum Leben erwecken. Ich will aus dem Haus ein unsterbliches „Graceland“ des King Of Pop machen.

Im Internet werden daraufhin heftige Debatten geführt. Manche Leute werfen mir vor, ich sei ein Opportunist und wolle aus dem noch nicht einmal erkalteten Leichnam meines Freundes Geld machen. Andere begrüßen das Projekt. Da das Haus noch bis zum 20. Dezember 2009 gemietet ist, habe ich alle Zeit der Welt, um die wichtigsten Sammler aufzusuchen.

Am 7. Juli wird Michael Jackson eine letzte Würdigung zuteil. Aus dem Staples Center in Los Angeles wird in alle Welt eine Riesenshow direkt übertragen. Die Verantwortlichen des Fernsehsenders France 2 haben mich zu einer von Elise Lucet moderierten Sondersendung in das Studio eingeladen. Ich habe Lampenfieber und weiß nicht, ob ich das durchstehen werde. Ein feierlicher Moment. Der vergoldete Sarg ist von einer Unmenge roter Rosen bedeckt. Auf einem riesigen roten Herz ist zu lesen: „Wir lieben dich, Michael.“ Der Sänger Smokey Robinson verliest eine Botschaft von Nelson Mandela, dann folgt eine aufgezeichnete Ansprache von Diana Ross. Als nächstes eine Schweigeminute. Sie dauert etwa 10 Minuten. Die müssen irgendwie überbrückt werden, ein Drahtseilakt, selbst für einen Fernsehprofi – der ich aber nicht bin.

Ich fange an, füge nichts hinzu, erzähle einfach meine Erinnerungen, so schlicht und zurückhaltend wie möglich. Als ich mit den Geschichten von meinem Geburtstag, dem Shopping am Rodeo Drive, dem ungewöhnlichen Weihnachtsfest, den Fotos, den Anrufen und der geplanten Kollektion durch bin, dauert die Schweigeminute immer noch an. Jetzt konzentriere ich mich auf die Anwesenden.

Zuerst die Familie, die bei diesem Ereignis endlich einmal vereint ist. Die Eltern: Katherine, die hingebungsvolle Mutter, und Joe, der von allen so gefürchtete Vater. Die Schwestern und Brüder: Maureen, Janet, La Toya, Jermaine, Tito, Jackie, Marlon und Randy. Und die Kinder, die er so sehr liebte. Es ist rührend, wie sie da in Trauerkleidung stehen: Paris, Prince Michael, Blanket.

Endlich geht die Übertragung weiter. Die Ehrungen der befreundeten Stars sind beeindruckend. Es singen Stevie Wonder, Lionel Ritchie, Usher, Mariah Carey, Jennifer Hudson. Die Schauspielerin Brooke Shields, der Basketballer Magic Johnson, der Produzent Berry Gordy treten auf. Und nicht zu vergessen die weinenden Fans, die nach dem Zufallsprinzip ausgewählt wurden. Doch das ist noch nicht alles gewesen. Auch David Pujadas, Moderator des Nachrichtenjournals von France 2, möchte, dass ich zu ihm ins Studio komme.

Salut Michael! Salut du großer Künstler! God bless you, Michael. Gott segne dich Michael.

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Christian Audigiers Tribute an Michael am Ed Hardy Store, Melrose Av., Hollywood, Juli 2009

Am 3. September bin ich zu den privaten Trauerfeierlichkeiten für meinen Freund eingeladen. Doch Geschäftliches hält mich leider in Europa auf, sodass ich es zeitlich nicht mehr schaffe, rechtzeitig zur Zeremonie in Los Angeles zu sein. Ira vertritt mich an der Seite des treuen Peter Lopez.

Am Freitag, den 23 Oktober, teilt mir die Familie der Frau von Hubert mit, dass Michael Jacksons Familie die Schlüssel des Hauses in Bel Air übergeben hat. Der Mietvertrag gilt zwar noch bis Dezember, doch ich darf mir das Anwesen im Hinblick auf einen eventuellen Kauf im Januar 2010 noch einmal anschauen. Ich begebe mich also nach Carolwood. Kaum ist das Portal geöffnet, übermannt mich ein Gefühl der Trauer. Ich fühle mich elend.

Als ich dann das Haus betrete, wird der Blues noch größer. In Los Angeles ist noch immer Sommer, es hat über 30 Grad, aber mir ist kalt. Ich friere bis auf die Knochen. Seit jenem denkwürdigen Weihnachtsfest bin ich nicht mehr hier gewesen. Ungefähr zehn Minuten verweile ich in der gigantischen Eingangshalle, dann stürzen die Bilder mit aller Macht auf mich ein. Ich sehe wieder den Weihnachtsbaum, die Girlanden, die Geschenke, Michaels Lächeln. Ich höre die Freudenrufe der Kinder beim Öffnen der Pakete. Ich kann mir vorstellen, wie verwirrt und traurig sie nach dem Tod ihres Vaters sein müssen – ganz allein und ohne ihn in diesem riesigen Haus. Düsternis!

Ich gehe in den ersten Stock. Das Zimmer des Künstlers befindet sich am Ende eines langen Gangs. Sein Bett ist weggeschafft worden, doch auf dem Boden sind noch die Spuren zu sehen, neben einem Spiegelschrank. Da entdecke ich, dass auf dem Spiegel etwas steht, das mit Filzstift geschrieben wurde. Ich trete näher und lese:

Too much work. Too much stress.“

Ich muss jetzt erst einmal nachdenken. Ich durchquere die Halle und begebe mich auf die große Terrasse, von der aus man einen Blick auf den Park, den riesigen Swimmingpool und das beeindruckende „Pool-House“ hat. Dort setze ich mich in die Sonne. Eigentlich bin ich hergekommen, um mir Gedanken darüber zu machen, wie ich das Anwesen herrichten könnte. Ich habe an einen gigantischen mit Brillanten besetzten Handschuh gedacht, der aus dem Becken des Springbrunnens ragen könnte. Die Ausstattung in Schwarz und Rot. Goldene Schalplatten und die schönsten Fotos des Stars an den Wänden. Seine Sammlung von Automaten im Musiksalon. Seine Videoclips, die ohne Unterlass über die Leinwand des Kinosaals flimmern. Ich könnte heulen.

Ich erhebe mich und verlasse das Haus. Ich habe meine Entscheidung getroffen.

Das „französische Schloss“ zu kaufen, um es in eine aufregende Hommage an die Legende Michael Jackson zu verwandeln, war ein frommer Wunsch, den ich aber nicht mehr umsetzen kann und will. Irgendwie hätte ich das Gefühl, das, was mir von ihm als Erinnerung geblieben ist, und das Vertrauen, das er mir geschenkt hat, zu verraten, statt ihm ein Denkmal zu setzen. Wie erlöst und mit einem Gefühl unendlicher Leichtigkeit bin ich schließlich weggegangen.

Fünf Tage später habe ich zusammen mit Ira die Weltpremiere von This Is It im Nokia Theater in Los Angeles besucht, und dabei ist mir noch einmal klar geworden, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe. Der Film von Kenny Ortega über die dreimonatigen Proben des King Of Pop, eine mitreißende Hommage am diesen begnadeten Künstler, beweist, dass die Legende Michael Jackson unsterblich ist.

God bless you, Michael!

This is it.

Es ist zu Ende.

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Quelle: Von Ganz Unten Zum King Of Fashion

 

 

 

Vielen Dank an Ilke für diesen Text!

Nate Giorgio – Michaels persönlicher Künstler

>> Original Text English – MJ 777<<

1984 unterzeichnete Nate Giorgio einen exklusiven Vertrag mit Michael Jackson, als dessen “persönlicher Künstler”.

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U.a. sind seine Arbeiten am Cover und den Kapitel Seiten des Michael Jackson OPUS, sowie als Logo bei “We Are The World 25” und in Michaels Buch „Dancing The Dream“ zu sehen.

Sein Bild “Heroes, The Last Supper” hing über Michaels Bett in Neverland.

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Heroes-The Last Supper

Q: Was hast du, neben den Arbeiten für den Opus, Dancing The Dream und WATW25, sonst noch für Michael gemacht?

Nate: Seit 1984, als ich den Vertrag mit ihm machte, viele Bilder, Sketche und Ideen. Meine liebsten Sketche sind die schnellen, kleinen Zeichnungen, die er haben wollte, während er im Studio war um BAD aufzunehmen. Er fragte nach einer Skizze von sich, in der er auf einem mit goldenen LPs gepflasterten Weg, umgeben von Kindern, entlangläuft. Er mochte alle Arten von schnellen, inspirierenden Zeichnungen, sein Gesicht abgebildet mit allen Nationalitäten. Er hing diese Skizzen auf, während er an seinen Vocals arbeitete. Ich habe ein Polaroid davon, aus dem Westlake Studio.

Q: Wie weit sind die 2 großen Bilder, an denen du arbeitest, bevor MJ starb – die für sein Haus in Las Vegas sein sollten. Wirst du sie fertig stellen?

Nate: Ich würde sie gerne beenden. Wir sprachen Stunden über das, was er wollte. Alles was ich sagen kann ist, er wollte große Bilder von sich selbst und seinen Kindern, in verschiedenen Umgebungen. Mit Mondlicht, Helden Themen, nach so etwas fragte er, nicht einfach nur Bilder von sich, wo er da steht. Eines Tages werde ich über all die Themen und Ideen schreiben, die ich für ihn malen sollte. Er wollte sich von mir fotografieren lassen, ich hatte mich wirklich darauf gefreut.

Q: Auf deiner Seite hast du Picasso, als einen der Menschen aufgelistet, die dich beeinflusst haben. Er ist einer meiner Lieblings Künstler. Was inspiriert dich am meisten, wenn du an etwas arbeitest?

Nate: Inspiration ist etwas lustiges für mich. Manchmal ist es eine schöne Szene, eine bestimmte Technik, die ich versuche zu perfektionieren oder einfach etwas Einzigartiges zu erschaffen. Ich muss sagen, meistens geht mit der Idee ein bestimmtes Gefühl einher. Als ich in einen Raum kam und MJ dort mit seinem schwarzen Mantel sitzen sah, musste ich sofort versuchen diese bestimmte Stimmung, die ich von ihm empfing, einzufangen… sein Wesen. Nicht so sehr sein Äußeres, obwohl das auch wichtig ist, die Präsenz. Den Moment festhalten. Die Inspiration ist, diesen Moment festzuhalten, weil er so nie wieder kommen wird. Zeichnen ist etwas seltsames für einen Künstler, warum zeichnen Künstler? Ich sage immer, sie tun es, um eine schöne Welt zu erschaffen, die Welt, die du dir wünschst. Einen perfekten Ort.

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Q: Was glaubst du hat Michael am meisten bei seiner Arbeit inspiriert?

Nate: Das ist einfach, Liebe und Perfektion. Er hatte diesen Antrieb, etwas Perfektes zu erschaffen. Du siehst es sogar bei seinen Kindern. Er wollte, dass sie perfekt sind oder herausragend, das ist, was ihn bewegte. Es konnte dabei um seine Kunst gehen, um seinen Tanz oder um seine Familie. Der Antrieb eines großen Künstlers ist es, zu wissen, dass deine Arbeit von Tausenden gesehen wird. Aus diesem Grund willst du, dass deine Arbeit etwas aussagt, für sich selbst steht. Ich glaube, MJ hätte ohne diese Basis, nicht solch großartige Musik erschaffen. Er wusste, er würde Millionen von Menschen aller Rassen erreichen.

Q: Etwas anderes, was du auf deiner Website angibst ist, die Fähigkeit die Betrachter zu bewegen – ihnen ein Gefühl von einem “anderen Ort” zu vermitteln. Michael wollte immer – mit seiner Musik, seinem Tanz, Film und seiner Performance – Menschen die Möglichkeit zum Eskapismus bieten. Das ist etwas, was ihr beide gemeinsam habt – habt ihr darüber gesprochen?

Nate: Wir berührten das Thema. Schon etwas Wirklichkeitsflucht, aber die Leute müssen sich mit deiner Kunst identifizieren, sonst verlierst du sie. Kunst muss Gemeinsamkeiten schaffen, zusammen mit etwas, das den Betrachter bewegt. Um den Betrachter zu bewegen, muss der Künstler seine Kunst verständlich machen. Meine Bilder und MJs Musik transportieren meistens eine sehr einfache Botschaft, aber auf diesem Weg werden die Leute erreicht. Die Kunst wurde auf einzigartige Weise erschaffen, in hoher Qualität, fast wie von einer anderen Welt, das macht sie herausragend und lässt sie von Dauer sein. Darüber haben wir geredet.

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Q: Wie hat Michaels Musik deine Arbeit für ihn beeinflusst – wenn überhaupt?

Nate: Es war einfach eine Ehrfurcht gebietende Erfahrung, seine Musik zu hören und diese Qualität, die darin steckt. Das reichte, um mich und mein Herz zu beeinflussen. MJs Musik erzeugt so viele Bilder in meinem Gehirn, wann immer ich sie höre… du kannst es daran sehen, wie ich ihn in Himmel platziert habe oder seinen Augen eine kraftvollen Glanz verliehen habe, oder auch ein ganz weich gezeichnetes Portrait hat etwas zu bedeuten. Ich sagte ihm: “Ich kann dich in jede Situation hineinbringen, Michael.”  Er hatte diese Qualitäten. Er ist wirklich einer der wenigen Entertainer die diese ätherische Seele haben.

Q: Manchmal sehe ich ein Gemälde an, und höre dabei Musik – die Noten und die Musik fließen dabei in die Leinwand ein, mit verschiedenen Farben, manche mehr im Vordergrund, andere im Hintergrund, mache kommen von der Seite oder von oben. Die Musik versetzt das Sichtbare in eine auditive Bewegung. Was denkst du über diesen Zusammenhang?

Nate: Oh ja, ich stimme dir zu. Musik und Malerei sind miteinander verflochten. Musik bewegt mich sogar noch mehr, als Malerei. Ich denke, diese beiden Dinge treffen uns auf verschiedenen Ebenen, im Herzen und in unserem Geist. Für mich trifft Musik meine Seele. Es ist alles ein großes Gefühl, und ich sehe visualisierte Bewegungen. Ich kann ein großes klassisches Werk anhören und es kann mich fast zerreißen. Ein Gemälde trifft eher die geistige Ebene. Es lässt mich darüber nachdenken, wie um alles auf der Welt jemand so etwas fertig brachte. (z.B. ‘David’ in der Sixtinischen Kapelle) ich sehe es in den verschiedenen Stadien, ich teile es ein, um es besser zu verstehen. Ich sehe Gemälde, oder große Musikstücke, visuell und mit der Seele, sie berühren mich auf viele verschiedene Arten. Aber wenn ich einem großartigen Musikstück lausche und gleichzeitig ein Gemälde betrachte, wird die Kunst lebendig, deshalb höre ich Musik, wenn ich male.

Q: Meine liebsten Stücke, die du für Michael gemacht hast, sind die mit den Kindern. – So wie “Kinder der Welt”. Welche magst du am liebsten, was hast du am meisten genossen, als du für oder mit ihm daran gearbeitet hast?

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Children Of The World

Nate: Ich mag auch die Bilder mit den Kindern, denn ich weiß, wie sehr Michael diese Gemälde liebte. Ich vergesse nie, als er mich anrief, um mir zusagen, dass er “Children” für sein Greatest Hits Album verwenden würde. Das bedeutete mir sehr viel, einer der Höhepunkte meiner Karriere, den ich nie vergessen werde. All diese frühen Bilder, wie “Heroes”, waren eine große Sache für mich. „Heroes“ ist eines meiner Liebsten, denn da sind die Menschen abgebildet, die Michael beeindruckten. Zum Beispiel Walt Disney.. er liebte diesen Typ. Die andere Person, die er sehr liebte, und über die er immer mit mir sprach, war Norman Rockwell! Er war besessen von ihm und seiner Kunst. Wir sahen uns DVDs von ihm an, und Michael sagte: “Sieh dir an, wie er geht, sieh’s dir genau an“! Er studierte alles von ihm, keiner weiß das bisher wirklich. „Heroes“ ist auch deshalb eines meiner Lieblingsbilder, weil es über seinem Bett hing. MJ wollte dieses Bild wirklich in seiner Nähe haben.

Q: Kannst du uns lustige Geschichten und Anekdoten über dich und Michael erzählen? Etwas aus einem Gespräch oder einer Situation, das du teilen willst, und das uns euer Verhältnis verdeutlichen kann?

Nate: Als wir Liz Taylor ein Bild, das ich für ihre Hochzeit gemalt hatte, gaben. Er lies mich ein großes Portrait von ihr malen, und wir planten, es ihr auf der Ranch bei der Hochzeit zu geben. Ich machte mir den ganzen Tag Sorgen darüber, dass sie gehen könnte, bevor sie das Bild bekommen hätte. Deshalb ging ich alle 5 Minuten zu MJ und fragte: “Was ist mit dem Bild?” Er saß jedesmal bei jemand anderem, und so ich ging immer wieder zu ihm hin und fragte… Alle 5 Minuten machte ich das. Dann saß er bei Brooke Shields und ich kam wieder an und er drehte sich zu mir um und sagte: “Man, ich habe gerade soviel Spaß“! Wir sahen uns an und mussten lachen. Das andere war, als ich während der Tour lustige Gesichter für ihn zeichnete. Er musste am nächsten Tag immer noch laut los lachen, wenn er an die Bilder dachte. Verrückte Bilder, wie aus dem MAD Magazin, total lustig. Er mochte sie sehr, er platzte fast vor Lachen.

Q: An was du dich bei MJ am meisten – als Mensch und als Künstler? Wie hat das Arbeiten für ihn deine Arbeit beeinflusst?

Nate: Daran, wie bescheiden und aufrichtig er war. Er hatte so eine süßes Wesen, sehr liebenswürdig. Er sprach sanft und respektvoll. Er sagte immer zu mir: “Gott segnet vorallem die Demütigen.” Daran erinnere ich mich immer. Und als Künstler, erinnere ich mich daran, wie unbeschreiblich talentiert und welch schnelle Auffassungsgabe er hatte. Mit MJ zu arbeiten brachte mich auf eine höhere Ebene. Ich weiß, dass ich mich glücklich schätzen darf, mit ihm gearbeitet zu haben. Durch ihn habe ich so viele Leute kennen gelernt, durch ihn habe ich eine private Führung durch den Vatikan und Michelangelos Werke bekommen, ich habe Quincy Jones getroffen, ich bin nach Kalifornien gezogen und habe meine ganze Karriere verändert. In meinem Herzen weiß ich, wir waren über die Kunst verbunden, wir schätzten des Anderen Arbeit.  Ich achte ihn sehr, und es fühlt sich gut an zu wissen, dass er meine Kunst mochte und anrief um mit mir über Dinge zu sprechen, die ihn beschäftigten. Ich weiß, er vertraute mir und fühlte sich bei mir wohl.

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Notiz von Michael: “Nate, mach so eins wie dieses für mich, ohne das Comic-Geschreibsel”

Q: Wie teilte Michael dir mit, was er wollte? Hat er einfach angerufen und gesagt “Mal mir dieses..” oder fragte er “kannst du…“?

Nate: Immer unterschiedlich. Anfangs hat er nur angerufen. Oder sein Assistent rief mich an und gab mir seine Nummer. Später rief er selbst oder jemand anders nur an, um zu sagen, ob ich mich mit ihm an einem bestimmten Termin treffen könne. Immer unterschiedlich. Bevor er starb, wohnte ich nur 2 Meilen von seinem Haus am Carolwood Drive entfernt, so konnte ich ihn Nachmittags dort treffen. Das war großartig.

Q: Viele Leute haben gesagt, er sei ein Witzbold und spiele gerne Streiche. Hat er das mit dir auch getan?

Nate: Nein, diese Seite von ihm habe ich nie kennen gelernt. Vielleicht wollte er bei mir nicht albern erscheinen. Aber ich bin sicher, mit seinen Kindern machte er lustigen Blödsinn. Wir redeten immer über neue Projekte. Neue Kunstbücher, die er liebte und mir zeigte.

Q: Wie habt ihr euch getroffen? Wie verliefen eure Treffen im Allgemeinen?

Nate: Ich hatte gelesen, dass er Kunst liebt und schickte ein paar meiner Bilder an sein Büro. Ich war in NY und eines Tages rief mich seine Assistentin an. Sie sagte, MJ hat hier regelrecht herumgetanzt, als er deine Kunstwerke sah, er will dich treffen. Nach ein paar Wochen lies er mich nach Encino kommen, damit wir uns treffen konnten. Wir sahen uns eine Rohfassung von Captain EO an. In den Disney Studios, einfach nur er und ich, wir saßen da, begutachteten den Film und aßen Popcorn. Der Film haute mich um, obwohl es ja noch die unbearbeitete Fassung war.

Q: Wann habt ihr euch zum letzten Mal gesehen oder miteinander gesprochen – über was habt ihr gesprochen, wenn du das sagen magst?

Nate: Bevor er starb, in seinem Haus am Carlowood Drive. Wir redeten über alles mögliche, jedoch hauptsächlich über die neuen, großen Bilder, mit denen ich angefangen hatte. Wir versuchten auch einen Termin für ein Fotoshooting zu machen.

Q: Was denkst du über die Voranhörung im Murray-Prozess, oder hast du beschlossen, dass du, weil es dich aufregt, oder weil du zu beschäftigt bist, diese Sache lieber nicht zu kommentieren? (Ich hätte dafür vollstes Verständnis)

Nate: Ich beobachte das, natürlich. Heute war z.B. Alberto in den Nachrichten. Aber jeder weis, dass Murray einige schwere Fehler gemacht hat. Ich bin einfach so traurig, dass MJ gegangen ist. Ich mag nicht einmal über den Doc nachdenken, über das, was er getan hat. Es ist einfach unglaublich, dass ein so besonderer, unbeschreiblicher Mensch wie Michael, so behandelt wurde. Ich kann es einfach immer noch nicht glauben, dass das einem Freund passiert ist, mit dem ich oft redete und zusammen war.

Q: Wann und wo hast du von seinem Tod erfahren?

Nate: Meine Schwester rief mich an, und ich war erschüttert. Ich war beim Malen und dachte, es ist eine dieser Fake Geschichten. Ich schaltete die Nachrichten an um etwas zu erfahren, und es wurde schlimmer und schlimmer. Ich musste es schliesslich ausschalten. Kann es nicht glauben, es fühlt sich immer noch nicht an, als ob er uns verlassen hätte.

Q: Arbeitest du in Zukunft an etwas von MJ inspiriertem?

Nate: Vielleicht, es ist einiges in der Planung.

Q: Gibt es noch etwas, das du sagen möchtest? Über deine Arbeit oder die Arbeit mit MJ?

Nate: Da gibt es noch Vieles… er bedeutete sehr viel für mich…

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Er bedeutete Vielen sehr viel. Danke Nate Griorgio, dafür, dass du deine Zeit und Gedanken mit uns geteilt hast.

Übersetzung: M.v.d.Linden

Mehr Arbeiten von Nate Giorgio findet ihr hier:

http://nategiorgio.com/thegallery/

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Bad 25  – by Nate Giorgio

Nate Giorgio is a renowned fine artist known for his stunning artwork.  His official site features classic drawings, paintings, and exclusive works for sale.  Nate was born in New York but now resides in California.  He started his professional art career in New York City and later opened his own studio accepting private commissions.  When entertainer Michael Jackson saw his work in 1984, he flew the artist to his home in California and signed Nate to an exclusive contract.  His paintings are now exhibited and collected by some of the most influential people in the world.”

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The MJCast Interview mit Vincent Paterson

The MJCast Interview mit Vincent Paterson – Episode 064

>> transcript english <<

Q (The MJCast): Heute möchten wir etwas sehr cooles mit euch teilen.

Jamon (The MJCast): Ja genau. Wir haben ein Interview mit einem sehr engen Mitarbeiter Michaels, dem großartigen Choreografen mit dem Namen Vincent Paterson. Es gibt eine Dokumentation über ihn mit dem Titel „Der Mann hinter dem Thron“ (The Man Behind the Throne), und ich denke, dass ist genau der richtige Ausdruck, um ihn zu beschreiben. Er ist ein Typ, der in Michaels Karriere nicht sehr oft im Scheinwerferlicht steht, aber er spielte bei vielen visuellen Aspekten von Michaels Kunst eine absolut wichtige Rolle. 

Q: Und ich denke, er hinterließ einen großen Fußabdruck in der Popkultur.

Jamon: Auf jeden Fall.

Q: Ja, also ich denke, wir sollten mit der Show beginnen.

Jamon: Ja, lass uns anfangen!

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Q: Willkommen bei The MJCast! Ich heisse Q und heute bin ich hier mit Jamon Bull. Wenn die Leute über Michael Jacksons Karriere sprechen, werden einige Name oft erwähnt: die Studio-Genies Berry Gordy, Quincy Jones und Bruce Swedien. Ich denke, ein Name sollte bei dieser Aufzählung auch dabei sein, weil er genau so wichtig ist: Choreograf und Regisseur Vincent Paterson.

Jamon: Ja genau. Vincent Paterson begann seine Karriere mit Michael, als Assistent-Choreograf und Tänzer in den Kurzfilmen zu „Beat It“ und „Thriller“, bevor er das zeitlose Meisterstück „Smooth Criminal“ choreografierte. Auch bei anderen visuellen Meisterwerken, wie „Black or White“, „The Way you Make me Feel“, „Dirty Diana“ und „Blood on the Dancefloor“, spielte Vincent Paterson eine entscheidende Rolle. Aber seine Mitarbeit bezog sich nicht nur auf die Kurzfilme. Durch seine Regiearbeit und Choreografie der Bad World Tour, Michaels Super Bowl Performance und des MTV 10th Anniversary Specials, war er zudem wesentlich an Michaels Live Performances und seinem ikonischen Status in der Pop Kultur beteiligt. Vincent war ein wichtiger Mitarbeiter bei Michaels Performances und heute werden wir über seinen Werdegang sprechen. Danke Vincent, dass du uns bei The MJCast besuchst.

Vincent Paterson: Danke euch. Es ist mir eine Freude, hier zu sein und das war wirklich eine nette Einführung. Als ob meine Vergangenheit im Schnelldurchlauf an meinen Augen vorbei gezogen wäre. (lacht)

Q: Das war höchstens ein Kratzen an der Oberfläche, denn du hast mit so vielen unglaublichen Künstlern zusammen gearbeitet, wir könnten hier zwei Tage am Stück sitzen, und nur die Leute aufzählen, mit denen du gearbeitet hast.

Vincent Paterson: Wo ich die großartige Möglichkeit hatte, das zu tun. Oh ja. Vielleicht eine ganze Woche lang, wer weiß?

Q: Ja wirklich! Nenn einfach ein paar Namen. Also, du hast mit Madonna gearbeitet. Und und auch mit Miss Piggy, was auch sehr cool ist.

Vincent Paterson: Das stimmt ganz genau. Da gibt es so viele wunderbare Leute auf der Liste. Deshalb liebe ich mein Leben. Ich bin in der Welt der Schauspielerei genauso zu Hause, wie in der Welt des Tanzes… diese alten Leute, an die wir uns erinnern, oder von denen wir Bilder sehen, wie Bette Davis und Olivia de Havilland und Lucille Ball, all diese verrückten Frauen. Und die ganzen Pop Stars der 80er Jahre, von Diana Ross über Olivia Newton John, Billie Joel, Lionell Richie, alle Beatles ausser John. Oh mein Gott… so geht es immer weiter. …Und natürlich Antonio Banderas, der Film „Evita“ und die ganzen Leute, die in „The Birdcage“ mitspielten. Und Robbie Williams, Nathan Payne, Dianne Wiest, Gene Hackman, es ist einfach… ich kann garnicht glauben, dass ich das bin. Ich fühle mich irgendwie von all dem getrennt, weil ich doch nur dieses Kind aus „Nowheresville“ am Delaware Fluss war, wo es nur Ölraffinerien gab, und jetzt ist mein Leben künstlerisch so ausgefüllt. Aber da ich aus dieser Gegend kam, wäre ich niemals auf den Gedanken gekommen, dass mein Leben sich so entwickeln könnte.

Q: Nun ja, du hast sogar einmal eine – nennen wir es Konzert-Review – von Papst Johannes Paul II bekommen?

Vincent Paterson:(lacht) Weißt du, was lustig ist? Irgendwann sah ich einen Horrorfilm, den Namen habe ich vergessen, aber der Vorspann enthielt ein Zitat von Papst Johannes Paul II, es war etwas wie „Hüte dich vor dem Teufel, denn der Teufel lebt in der Welt“, und ja, du hast recht. Der Mann muss teuflisch verrückt gewesen sein, denn diese Review vom Papst war die beste, die ich je bekam, sie bezog sich auf die Regie und Choreografie der „The Blonde Ambition Tour“. Ich hätte Satan zurück in die Welt gebracht und ich dachte nur, „Oh mein Gott! Ich wußte garnicht, dass ich diese Macht habe!“ (Lacht) Da bin ich einfach nur dieser Typ, der für irgendetwas Regie führte und choreografierte, einfach nur eine gute Zeit hatte, und dann stellt sich heraus, dass ich Satan zurück in die Welt brachte… man kann nie wissen, oder?

Q: Ich musste das einfach erwähnen. Schon als ich den Trailer zu deinem Film sah, dachte ich, „das muss ich erwähnen!“ Diesen Ruhm können ja nicht viele Leute für sich beanspruchen.

Vincent Paterson: Das ist richtig.

Q: Wow. Du hast erwähnt, dass du in der Nähe des Delaware Flusses aufgewachsen bist. Erzähl uns deine Geschichte. Wo hast du angefangen? Was sind deine ersten Erinnerungen an Tanz und Tanzen?

Vincent Paterson: Also, ich habe garkeine Erinnerungen an das Tanzen, denn ich habe bis ich 24 Jahre alt war, überhaupt nicht getanzt, aber…

Q: Wow!

Vincent Paterson: Meine Jugend war nicht einfach, ich musste eine Möglichkeit finden, dem zu entkommen. Ich war das älteste von 5 Kindern, und ich wußte, wenn ich nicht irgend eine Beschäftigung finde, würde ich mich noch umbringen oder so etwas. Als ich etwa 14 war kam ich zufällig zum Theater – und ich liebte es, die Möglichkeit zu haben, zu schauspielern und mich in all diese Rollen hinein zu versetzen, die mich weit von meiner eigenen Realität fort brachten. Ich tat es während der gesamten Highschool Zeit – und ich war ganz gut in der Highschool. Deshalb konnte ich weiter aufs College gehen. Meine Familie war arm. Sie konnten nie dafür bezahlen, aber ich bekam Stipendien, weil ich gute Noten hatte – ich war das, was man in der High School „Superhirn“ nannte. Also, ich ging dorthin und dachte, ich würde vielleicht einmal Anwalt. Ich dachte, auf diese Art könnte man viel Geld verdienen. Aber wie ein Idiot kam ich zum Theater und wurde Schauspieler und Regisseur. Ich ging aufs Dickinson College in Pennsylvania, ein sehr schöner Ort. Eine alte Schule, wunderschön. Dann ging ich nach Arizona, denn ich hatte in Philadelphia in einem Stück von Jean Genet mitgespielt, und mich entschlossen, irgendwo hinzuziehen, wo es warm war. Ich hasste die Kälte. Während meiner Kindheit sagte ich immer, „Wenn ich erwachsen bin, gehe ich nach Kalifornien.“ Niemand aus meiner Familie war jemals weiter als 15 Meilen von zuhause fort gewesen, deshalb dachten alle, ich wäre übergeschnappt. Aber ich setzte mich ins Auto und fuhr los, und kam im Sommer nach Tuscon, Arizona, und dort hatte es 30 Grad oder so…

Jedenfalls war es wunderbar, auch im Januar, was bei uns der Winter ist. Also blieb ich da und jeden Tag, wenn ich zur Arbeit ging, kam ich an einem Ballett Studio vorbei und dachte mir, „Eigentlich bin ich ein richtiger Theater-Maulwurf. Ich habe noch nie wirklich trainiert. Ich muss trainieren.“ Ich ging also in dieses Studio und fragte nach Kursen für Erwachsene. „Nein, das haben wir nicht, aber Kurse für Teenager.“ „Ok“, dachte ich, „was soll’s, ich mach es einfach“. Ich besuchte den Teenager Ballett-Kurs. Ich lieh ich mir aus der Bücherei diese Bücher über Nureyev oder Balanchine oder Baryshnikov aus, und weil ich im Kurs sehr schlecht war, aber Schauspieler, stellte ich mir im Ballett-Kurs vor, einer dieser Leute zu sein. Wenn ich die Bewegungen aus der Rolle eines dieser Charaktere anging, begann mein Körper die Sprache der Bewegung zu verstehen – und so begann es. Und ich war 24, als ich damit anfing, und mit 28 hatte ich mich entschieden, dass es genau das war, was ich tun wollte und zog nach LA. Das war dann die Chance meines Lebens.

Jamon: Wow, sehr beeindruckend. Danke, dass du uns deine Geschichte kurz erzählt hast. Könntest du uns ein paar deine Inspirationen im Bereich des Tanzes verraten?

Vincent Paterson: Also, da ich ja nicht aus der Welt des Tanzes kam, war Tanz auch nicht das, was mich inspirierte. Das Theater inspirierte mich! Filme inspirierten mich! Großartige Fotografie inspirierte mich! Ich war ja schon erwachsen, als ich zum Tanz kam, und da wo ich her kam, tanzte niemand. Tanz war gar kein Thema. Es war eher so, dass man gesagt hätte, du wirst dir die Beine brechen, wenn du einen Tanzkurs besuchst. (lacht) Also Tanzen war da, wo ich her kam, wirklich nicht Teil des Lebens der Leute, glaubt’s mir. Da arbeitete man in Ölraffinerien, Beerdigungsinstituten, auf Bowlingbahnen oder in Pizzabuden. So war das da, wo ich aufwuchs.

Q: Ein wahrer Billie Elliot.

Vincent Paterson: Du hast es erfasst. Genau wie bei Billie Elliot, ausser, dass ich mit 12 Jahren noch keine Tanzkurse besuchte. Wie auch immer… der erste Tanz, den ich sah, war die Alvin Ailey’s Company und dort sah ich eine hervorragende schwarze Tänzerin namens Judith Jamison, die „Cry“, einen von Alvin Ailey choreografierten Tanz tanzte. Sie trug ein weißes Kleid und es war ein Solo, und ich war in Philadelphia um meine Familie zu besuchen und es war einfach unglaublich. Es war so wundervoll. Es berührte mich so tief und es war wohl der Beginn meines Weges, herauszufinden, was es mit dieser „Tanz-Geschichte“ auf sich hat. Danach sah ich mir einige alte Musicals an, denn meine Familie war nie ein Fan von Musicals oder etwas in der Art und wir gingen ganz bestimmt auch nie ins Theater. Wir wussten nicht einmal, wo ein Theater war. Ich begann also damit, alte Fred Astaire Filme anzusehen, oder Gene Kelly Filme und ich fand sie einfach fantastisch. Auch Bob Fosseys Arbeiten in diesen Filmen aus den 1940er und-50er Jahren. Und mir gefiel, was er mit Jack Cole und Marilyn Monroe machte in „Gentlemen prefer Blondes“. All das war hochinteressant. Als ich dann in LA Tanzkurse besuchte, hatte ich das Glück, großartige Lehrer zu haben, die mir eine große Bandbreite an Bewegungen vermittelten. Ich studierte all das, was man jetzt „Contemporary“ (zeitgenössisch) nennt, – damals hiess es nicht so – bei zwei Leuten namens Bill und Jacqui Landrum, einem Ehepaar. Sie waren fantastisch. Ich lernte Jazz von Michael Peters, der, wie wir wissen, ein großartiger Choreograf ist, und dessen Mentor, Lester Wilson, der in gewisser Weise der Urheber vieler der Bewegungen war, die Michael inspirierten. Lester machte auch viele Sachen für einige berühmte Frauen: Diana Ross und eine Frau, die ich nie kennenlernte, aber sie heisst Lola Falana. Eine schwarze Frau, fabelhaft und sexy, und sie machte viele Sachen in der Art von Jack Cole oder im Stil Marilyn Monroe. Das waren also meine Lehrer. Ich lernte modernen Tanz, Ballett, Flamenco, und ein klein wenig Stepptanz, nicht wirklich viel. Street-Dance war gerade erst am entstehen, als ich mit meinen Kursen aufhörte und mit Choreografieren begann, deshalb nahm ich nicht all zuviel von dieser Technik auf, nur ein wenig von den Anfängen. Zu der Zeit hatte ich entschieden, dass ich genug gelernt hatte und eigentlich choreografieren und Regie führen wollte. Sinngemäß war es so, dass ich nie Schauspieler sein wollte, sondern Regisseur.

Set Smooth Criminal _Paterson_Jackson

Q: Für mich hat diese Antwort jetzt einige Dinge erklärt. Da Tanz etwas sehr visuelles ist, und dann zu hören, dass deine Inspirationen auch vom Theater und Film stammen, erklärt, warum einige deiner Stücke so einprägsam und theatralisch sind, so ganz anders. Deshalb vielen Dank für deine Antwort. So fügt sich alles zusammen, unglaublich, das zu hören.

Vincent Paterson: Oh, sehr cool.

Q: Wie ging es mit deiner Karriere dann weiter? Wie alt warst du und wie kam es dazu, dass deine Karriere einige der bekanntesten Namen der Entertainment-Welt beinhaltet? Wie kam es, dass du, obwohl du erst so spät mit dem Tanzen angefangen hast, so erfolgreich wurdest?

Vincent Paterson: Als ich nach Los Angeles zog, hatte ich nur 1000 Dollar. Das war Ende der 1970er Jahre und das war alles, was ich besaß. Ein paar Freunde aus Tucson gaben mir den Namen eines Typen und eines Mädchens, die schon hier lebten und meinten, ich könnte in ihrem Appartement wohnen, denn sonst hatte ich keine Bleibe. Ich kam dorthin und es stellte sich heraus, dass der Typ ein Ex-Vietnam Soldat war, aber er war eine unglaubliche black Drag-Queen, einfach phänomenal, ungeheuerlich. Die unglaublichste Person, die ich je kennenlernte und das Mädchen war eine hübsche Prostituierte, ein weisses Mädchen mit 2 französischen Pudeln. Und die beiden waren die süßesten Menschen, die es nur geben konnte, unglaublich großzügig. Sie gaben mir eine Ecke in ihrem 1-Zimmer Appartement und wollten kein Geld dafür. Sie sagten mir nur, dass ich zu bestimmten Zeiten, in denen sie ihrem Geschäft nachgingen, nicht da sein könnte. Aber bis auf das haben sie… sie haben mir sozusagen das Leben gerettet. Ich zog im Januar nach LA und bewarb mich neun Monate lang für jede Audition, denn ich hatte mir geschworen, Tänzer zu werden. Würde ich davon nicht leben können, würde ich dieses Geschäft nicht weiter verfolgen und etwas anderes probieren. Es war im September, und ich hatte schon ein paar Tage nichts gegessen, als ein Freund mich in ein Restaurant einlud. Dort las ich auf einem Schild, dass sie Kellner suchten, also ging ich hin und fragte nach. Sie sagten, ich müsse zur Abendschicht wieder kommen. Dann ging ich zu meiner – wie ich dachte – letzten Tanzstunde mit Bill und Jacqui Landrum und das Telefon klingelte. Ich ging raus und nahm das Gespräch an. Es war ein Choreograf, den ich noch nicht kannte. Er sagte: „Hör zu, ich mache ein TV Special und brauche noch einen weiteren Tänzer. Und Lester Wilson – (das ist der, den ich schon zuvor erwähnte) – Lester Wilson hat mir deinen Namen genannt und gesagt, ich sollte dich bei der Tanzstunde ansehen. Kann ich das tun?“ Ich sagte: „Aber bitte!“ Also kam er, nahm mich aus dem Kurs und gab mir meinen ersten Job. Es war ein TV Special. Und ab da passte ich ins Bild. Ich ging natürlich zu vielen Auditions, aber ich lernte auch immer mehr Choreografen kennen, und auf diese Weise kam man zu der Zeit hauptsächlich an die Gigs. Wenn du deine Sache gut gemacht hast, riefen sie dich an, um zu hören, ob du den nächsten Job wolltest. So hab ich das gemacht. Ich tanzte sehr viel. Ich ging mit Shirley McLaine auf Welttournee. Ich kam sogar mit ihr nach Australien, während einem meiner ersten Jobs. Und ich machte auch viel fürs TV, viele Werbespots. Und dann ging ich zur Audition für Beat It. Wollt ihr diese Geschichte hören?

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Q: Na klar.

Vincent Paterson: (lacht) Also dann… ich hörte… Michael Peters sagte zu mir: „Ich kann dir den Gig nicht einfach geben, aber du kannst zur Audition kommen, und Michael Jackson wird entscheiden, wer dabei sein wird.“ Ich sagte: „Ok, fein, das macht nichts“. Ich war ja Schauspieler und ich wusste ausserdem, dass es um Gangs gehen würde. Ich kam also zur Audition und war so ähnlich angezogen, wie ich dann später auch im Video, als dieser Gang-Anführer bei dem Messerkampf, gekleidet war. Ich kam dahin mit einem schmuddeligen Bart, etwas fettigen Haaren, ich trug einen Ohrring und Jeans und eine Jacke – und all die anderen Typen kamen als Tänzer. Sie trugen enge Hosen, Tank-Tops, Stulpen und Jazz-Schuhe. Naja, es ist halt sehr schwer, in einem pinken Tank-Top, Stulpen und Jazz-Schuhen wie ein Gangmitglied auszusehen, verstehst du? (lacht)

Q: Ok, kommt darauf an, welche Gang es ist, oder?

Vincent Paterson: (lacht) Ja, genau! Ich glaube aber nicht, dass sie bei diesem Film nach dieser Sorte Gang Ausschau hielten. (lacht) Ok, ich bemerkte schon gleich als ich rein kam, noch bevor wir tanzten, dass Michael Jacksons Augen mir folgten. Und er sprach mit Michael Peters: „Wer ist das?“ Zum Glück konnte ich auch tanzen und den Look unterstützen. Ich bekam also diesen Gig. Und das führte zu ganz vielen anderen Dingen, wirklich sehr vielen… Aus choreografischer Sicht – bevor ich dann über Michael spreche – waren einige der anderen, für die ich arbeitete George Harrison, Ringo Starr, all die Größen der 80er. Donna Summer, Pat Benatar, Billy Joel. Oh mein Gott.. Ich führte Regie bei einer großen Benefiz Veranstaltung für die AIDS Hilfe, bei der Elton John, Billy Joel, Liza Minelli, Barbra Streisand, Patti LaBelle, Natalie Cole, Kenny Loggins, Wyonna Judd, Sheila E dabei waren. Oh, ja.. das alles kam durch Beat It. Es öffnete mir jede Tür. Die Anrufe kamen einfach, auch wenn ich es garnicht choreografiert hatte.

Wegen Michael Jackson, und auch wegen Madonna, aber vor allem wegen Michael, weil er ein Mann war, wollte sich jeder in der Rock-Welt bewegen. Van Halen, sie riefen mich auch. Ich machte 2 Projekte mit Van Halen, „Hot for Teacher“ und „California Girls“ für David Lee Roth. Alle wollten sich bewegen, sie waren nicht mehr damit zufrieden, einfach nur hinter ihren Instrumenten zu stehen und zu spielen. Michael hatte also für Leute wie mich und andere junge Choreografen, die sonst nicht gewusst hätten, was sie mit ihrem Leben hätten anfangen sollen, eine ganz neue Welt an Möglichkeiten eröffnet. Sie dachten, es gibt nur Michael Jackson und Madonna und ein paar andere, aber die Dinge änderten sich und eine ganze Welt tat sich auf. Ja, er tat wirklich eine Menge. Er tat so viel. Und weil ich gerade dabei bin, ihn zu preisen, lasst mich noch eine Sache sagen. Eines der Dinge, die sich als Reaktion auf seine Kurzfilme veränderte, war, dass er nicht nur den Tanz zurück in die Welt brachte, denn seit der Zeit von Fred Astaire gab es da wirklich nicht viel, höchstens vielleicht „American Bandstand“ und „Soul Train“, aber ich weiß nicht, wann genau das war. Er brachte wirklich den Tanz zurück und er zerstörte das Stigma, dass männliche, schwule Ballett-Tänzers die einzigen Männer sind, die tanzen konnten und von der Gesellschaft akzeptiert wurden. Und wegen seinen Kurzfilmen begannen Männer zu tanzen, ohne sich dafür zu schämen. Und ich glaube, das ist der Grund, warum sich Street-Dance entwickelte, und Hip-Hop und alles andere, das davon abstammt. Ich bin wirklich überzeugt, MJ war der Katalysator für Männer, die tanzen wollten und er gab ihnen die Möglichkeit zu sagen: „Yeah, das ist völlig ok, und vielleicht bekomme ich sogar einen Gig“.

Beat It

Jamon: Wow. Ich bekomme Gänsehaut, wenn ich das höre. Brillante historische Zusammenhänge. Vielen Dank.

Vincent Paterson: Wirklich wahr.

Jamon: Yeah. Bevor wir weiter über einige der Michael Jackson Projekte sprechen, an denen du gearbeitet hast, möchte ich noch einmal zurück gehen und dich nach deinen ersten Erinnerungen an Michael Jackson fragen.

Vincent Paterson: Nun, ich habe ihn immer im Radio gehört. „ABC“, als er ein Kind war, zusammen mit den Jackson 5, aber es war nicht wirklich meine Art Musik. Das kam zu der Zeit, wo ich selbst nur wenig älter war, und nicht diese Kinderstimmen hören wollte. Den Groove dieser Musik mochte ich natürlich, aber ich begeisterte mich mehr für die Musik der Hippie Ära, das waren die Leute, denen ich zuhörte, Grateful Dead und ähnliche Bands. Aber ich bewegte mich gerne, ich tanzte gerne, und deshalb hörte ich auch Jackson 5, genau wie ich auch viel Musik von anderen Leuten hörte, auch von Prince. Meine erste wirkliche Erinnerung an Michaels Stimme stammt eher von „Billie Jean“, denn als er die Familie verließ und sich als Solokünstler etablierte, bekam er für mich eine andere Wertigkeit. Ansonsten waren sie eigentlich mit „The Osmonds“ vergleichbar, nur mit mehr Funk. Eine Familien Band, alle anständig und witzig und mit einer eigenen Cartoonserie, aber das war für mich nicht wirklich Kunst. Als er dann aber seinen ganz eigenen Bereich betrat und seine eigene Stimme erforschte und fand, und der Sound, der dann entstand, das war seine Kunst und es begann mit Billie Jean. Ab da nahm ich ihn wahr.

Q: Ich nehme an, als du zum ersten Mal mit ihm gearbeitet hast, bei „Beat It“, kam er gerade von einer Tour mit seinen Brüdern zurück, hatte gerade zuvor das Thriller Album veröffentlicht, das supergut lief und war zu der Zeit auch schon in den Medien präsent. Hattest du zu der Zeit, bevor du mit ihm gearbeitet hast, irgendeine Meinung über Michael Jackson?

Vincent Paterson: Nein, hatte ich nicht. Und obwohl du all das genannt hast, gab es zu der Zeit keine Leute, die Michael Jackson verfolgten. Während dieser Zeit arbeiteten wir in einem großen Tanzstudio hier im San Fernando Valley, in Debbie Reynolds Studio. Und er kam, soweit ich mich erinnere, nur mit diesem Typ, der so etwas wie sein Bodyguard war, aber er war etwas älter als ein Bodyguard. Er war eigentlich mehr ein Freund. Sein Name war Bill Bray.

Q: Oh ja, der Kerl mit dem Hut.

Vincent Paterson: Ja, Bill. Zu den Proben kamen nur Michael und Bill Bray. Bill wartete dann im Auto oder so, und ich war mit Michael Peters und Michael in einem Raum, in dem wir arbeiteten, herum hangen und verrückte Dinge ausprobierten… Yeah, das war nicht „Michael Jackson“, wie wir uns das vorstellen, er wurde nicht verfolgt, es standen keine Leute draussen, die Autogramme wollten. Nach „Beat It“ gingen wir dann wieder in das gleiche Studio, um an „Thriller“ zu arbeiten, und dann waren schon ein paar mehr Leute da. Dieses Mal wurde Michael im Gang oder am Weg zum Parkplatz aufgehalten, um Autogramme zu geben. Aber es war wirklich erst nach „Beat It“ als sein Stern aufging und die Leute ihn beachteten, ihn wirklich erkannten und ihm folgten und all der Mob begann.

Jamon: Erzähl uns etwas mehr über das Filmen von „Beat It“. Was war das erste, was Michael zu dir sagte und worüber habt ihr euch unterhalten?

Vincent Paterson: Also an alles erinnere ich mich nicht mehr. Wirklich, das ist ja schon etwa 8000 Jahre her. Aber der Grund, warum ich mit Michael so gut aus kam, dazu muss ich sagen, dass ich nie jemand war, der unbedingt super eng mit Prominenten befreundet sein wollte, so wie viele andere es gerne wären. Und normalerweise, weil sie etwas von ihnen wollen. Und ich wollte nie etwas von Michael, oder von irgendeinem der Prominenten, mit denen ich arbeitete, ausser, dass ich vielleicht gerne die Chance hätte, noch mehr mit ihnen zu erschaffen, an weiteren Projekten zu arbeiten. Aber einer der Gründe, weshalb wir so gut zusammen gearbeitet haben ist, dass wir den gleichen Sinn für Humor haben und wir im Herzen Kinder sind, und einfach grundsätzlich nette Menschen.

Michael war so schüchtern. Er wollte die ganze Zeit in seinem Trailer bleiben und ich klopfte dann an seine Tür, ging rein und sagte: „Komm, lass uns etwas draussen herum laufen. Lass uns mitten ins Geschehen gehen.“ Und er sagte: „Ach nein, ich weiß nicht“, und ich: „Jetzt komm schon, komm einfach. Wenn es dir nicht gefällt, oder wenn es schrecklich ist, gehen wir einfach wieder zurück.“ „Ok, ok..“ Wir gingen dann raus und redeten, und ich erzähle euch eine coole Geschichte, die am Set von „Beat It“ passierte. Wir beide standen dort und warteten auf die Einrichtung einer der Szenen, welche es war, weiß ich nicht mehr. Ich unterhielt mich mit ihm und wir standen auf einem Gehweg, in der Nähe von ein paar Gebäuden. Mir fiel auf, dass etwas auf seine Schulter tropfte, aber er trug diese rote Jacke. Ich sagte: „Was tropft da auf deine Schulter?“ und steckte meinen Finger hinein – es war Blut. Wir sahen nach oben, und da war dieser Typ, der angeschossen oder gestochen worden war, und er kroch gerade aus einem Fenster auf die Feuerleiter, einen Stock nach oben und verschwand in einem anderen Fenster. Es war verrückt. Wir sahen uns an und dachten: „Oh mein Gott, wir sind wirklich in Downtown LA! Das ist kein Film, das ist die Realität!“

Q: „Wir sind nicht mehr in Kansas, Toto.“ (We’re not in Kansas anymore, Toto – Zitat aus The Wizard of Oz)

Vincent Paterson: Ja genau! Das war also eines der abenteuerlichen Dinge, die passierten. Ansonsten war es ein typischer Film-Dreh, du bereitest dich vor, du machst deine Arbeit und du machst es noch eimal, und noch einmal, und noch einmal… 25 Aufnahmen später tust du immer noch das Gleiche, und jedes Mal musst du so tun, als wäre es das erste Mal. Aber es war großartig, und immer neben Michael zu tanzen war mehr als aufregend. Er hat diese unglaubliche Energie, man kann sagen, sie fliesst einfach, sie schießt aus seinem Körper, und wenn du in der Nähe bist, wirst du daran angeschlossen. Und wenn ich darüber nachdenke – ich bin einfach nur ehrlich und kein Egozentriker… also, er war kein ausgebildeter Tänzer. Ich bin sicher er erlernte ein paar Dinge bei Motown. Er konnte steppen und er arbeitete jeden Sonntag mit ein paar Streetdancern und perfektionierte seinen persönlichen „Street Look“, aber er war kein ausgebildeter Tänzer. Er nahm keine Jazz- und Ballett-Kurse so wie wir anderen, die in diesen Videos um ihn herum waren. Wenn du aber ihn ansiehst und dann uns… da gibt es keinen Unterschied. Ich will sagen, es ist, als hätte er jeden einzelnen Tag in den letzten 25 Jahren seines Lebens trainiert, so wie all die anderen dort! Phänomenal, einfach phänomenal!

Und das war das Thema, nachdem wir den ersten Durchgang von Thriller gemacht hatten. Ich erinnere mich, dass jeder schockiert war, weil wir nur 2 Tage mit Michael verbracht hatten und zusammen mit Michael Peters Thriller eingeübt hatten. Wir kamen ins Studio, holten die restlichen Tänzer dazu und führten die erste Probe durch. Die Leute flippten aus, denn jeder schrie „Ja, ja! Oh mein Gott! Ja!“ Und er war so schüchtern und verlegen, und ich ging zu ihm hin, klopfte ihm auf den Rücken und umarmte ihn… (lacht) ja, das ist eine nette Geschichte, ich habe lange nicht mehr daran gedacht.

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Q: Oh, unglaublich! Wir sind wirklich begeistert, dass wir mit dir sprechen können und wahrscheinlich werden wir noch öfter in der Zeit vor und zurück springen. Ich wurde durch „Black or White“ zum Mega-Fan, das war die erste Single seines neuen Albums. Das Video war gigantisch, und das Konzept entwickelte sich, als der Film gedreht wurde. Erzähl uns etwas über die Tanzszenen, die in diesem Video gezeigt werden, und warum sie im Vergleich zu anderen Tanzszenen Michaels einmalig sind. Vielleicht sagst du auch etwas zu der tieferen Bedeutung hinter den Moves und der Choreografie, denn in diesem Film steckt so viel drin.

Vincent Paterson: Also, das war so. Natürlich muss ich dazu noch sagen, dass jeder seine eigenen Erinnerungen an bestimmte Dinge hat, aber ich bin 99-100% sicher, dass es so war. Ich kam am ersten Tag, an dem John Michael filmen sollte, dazu. Ich möchte sagen, dass John Landis hervorragend ist. Ein großartiger Regisseur, witzig und talentiert. Also richtet sich das hier in keinster Weise gegen John. Und er filmte Thriller, also ist er brillant. Aber – Michael rief mich zu sich und ich ging zu seinem Trailer und er flippte aus… also nicht auf wütende Art, das tat er nie, es war Nervösität. Er sagte: „Oh mein Gott! Vince, du musst mir helfen. Wir können das nicht machen!“ Und ich fragte: „Was?“. Und er: „Ich sag dir, was John tun will: Er möchte mich zu Ehren dieses Fotografen filmen, der Portraits von Leuten immer vor einem grauen Hintergrund fotografierte, und er sagte, er möchte das gesamte „Black or White“ Video mit mir in einer Ecke mit nichts als grauen Wänden filmen, und das ist alles! Ich erkenne ja an, das er mich für interessant genug hält, so etwas tun zu können, aber das kann ich meinen Fans nicht antun! Das kann ich nicht machen! Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich bin so aufgebracht!” Ich sagte zu ihm: „Lass uns einfach darüber reden.“ Wir redeten und ich sagte zu ihm: „Sieh mal, dieses Lied heisst „Black or White“ und du sprichst darin über alle möglichen Nationalitäten der Welt. Was wäre, wenn wir jeden Abschnitt woanders filmen würden? Etwas hier, etwas da und etwas dort?“ Der Anfang war so geplant, in Afrika, und er tanzt auf diesem grauen Set. So sollte es bleiben, durch den ganzen Rest des Videos hindurch. Ich warf einfach Ideen in den Raum. Und Michael warf Ideen in den Raum. Ich sagte: „Wie wäre es, wenn wir thailändische Tänzerinnen hätten?“ Und er: „ Ja, ja, das ist cool.“ „Was wäre mit Indianern?“ „Oh ja, großartig!“ „Und russische Cowboys?“ Wir hatten einfach alle möglichen Ideen, als wir da zusammen saßen, und wir hatten noch keine Ahnung, wo wir all das filmen wollten, aber wir wussten, es würde ein viel spannenderer Film werden.

John hatte zwei weitere interessante Szenenbilder: Das Bild von Michael, wie er gegen die Feuerwand läuft und die Freiheitsstatue. Das war das vorgesehene Ende, aber der gesamte Mittelteil sollte vor diesem Grau gedreht werden. Also setzten MJ und ich uns zusammen und stellten die Dinge zusammen: „Ok, in dem Teil kann das passieren, hier kann das passieren und in diesem Teil das.“ Wir riefen John und redeten mit ihm, Michael war ganz ehrlich und sagte: – Das war Michael, Ich habe mit so vielen Leuten gearbeitet und viele von ihnen wäre es einfach zu peinlich gewesen oder sie wären sich zu fein gewesen, um überhaupt mit John Landis zu reden und hätten stattdessen jemanden beauftragt, ihn raus zu werfen. So grob erledigt man das in Hollywood. Aber hier haben wir Michael, er ist einfach so nett. – Also, er ruft John und sagt: „John, ich liebe alles, was du dir ausgedacht hast, aber es ist so, dass meine Fans einfach viel mehr erwarten und ich möchte ihnen auch viel mehr bieten, denn ohne meine Fans, bin ich nichts. Und ich liebe sie alle und sie lieben mich. Ich kann nicht einfach das ganze Teil vor diesem Grau machen, das geht einfach nicht.“ Und er sagt: „Vince und ich haben etwas ausgearbeitet, wir haben all diese Ideen, und wir wollen sie dir zeigen.“ Und John sah sie sich an und sagte „Yeah, sieht gut aus.“ So ist John. „Ok, lasst uns ein paar Leute von der Produktion her rufen und die richtigen Locations finden, um das zu drehen. Ich seh’ euch beide dann später,“ und dann ging er wieder raus. Michael umarmte mich, er sagte: „Danke, vielen Dank!“ Und ich antwortete: „Nein, hör zu, ich bin ganz deiner Meinung. Ich glaube, du musst es mal so sehen, Michael. John glaubt einfach an dein Talent und für ihn könntest du in einem leeren Raum tanzen und du wärst trotzdem spektakulär. Und die Wahrheit ist, für deine Fans könntest du auch in einem leeren Raum, singen und tanzen. Aber ich verstehe dich, du möchtest etwas großes tun. Du sagst mir immer, du möchtest etwas tun, was die Welt zuvor noch nicht gesehen hat. Das hast du immer gesagt, also lass es uns tun.“

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So fing das alles an. Wir arbeiteten die Sachen aus und holten uns Tänzer und verschiedene andere Dinge und dann kam John dazu und sagte: „Oh, diesen russischen Tanz könnten wir vielleicht in einer Art Schneekugel filmen und dann zu den Kindern schwenken, die die Kugel schütteln.“ Es war nett, er stieg einfach in unsere Welt ein, und wir arbeiteten das zu dritt aus. Und dann ging es um den zweiten Teil. Wir wussten, er würde sehr improvisiert sein. Wir wollten das nicht zu sehr kontrollieren. Michael und ich gingen in ein Studio und wir erschufen eine kleines Repertoire an Bewegungen, viele von denen, die Michael liebte, nachdem ich ihn für diese Crotch-Grab Sache begeistert hatte. Er liebte diesen Move! Und dann gefiel es ihm, ihn von seiner Brust aus zu beginnen und die Hand nach unten zu bewegen… Und vieles von dem, was wir während der Bad Tour gemacht hatten. Er liebte es, wenn er im Wind stand. Michael war einer der Menschen der Dinge, in die er sich einmal verliebt hatte, immer wieder tun wollte. Er mochte auch, wenn das Licht ihn von unten beleuchtete, und der Wind von unten blies. Das liebte er so sehr. Also nahmen wir das mit auf. Dann gingen wir mit dem Produktions-Team über das Set und wir sagten: „Lasst uns hier ein Auto hinstellen, und dort einen Mülleimer, dahinten einen Hydrant.“ Wir gingen dann durch das Set, bevor wir filmten und legten fest: „Wenn du an diese Stelle kommst, dann machst du das, und an dieser Stelle jenes. Wenn du dann hier bist, machst du, was immer du magst. Wenn du zu dem Auto kommst, springst du auf das Dach und tanzt darauf, so wie du gerade magst. Dann gehst du durch das Wasser und tanzt bis du schliesslich auf deine Knie fällst und schliesslich stehst du auf und verwandelst dich in einen schwarzen Panther.“ Und genau so wurde es gemacht. Ich meine, es war absolut beeindruckend, es war eine der seltenen Gelegenheiten, bei denen Michael einfach improvisierte, ausser bei diesem kleinen Mittelteil von „Smooth Criminal“. Ich denke, er vertraute sicherlich John und er vertraute mir ganz bestimmt. Wenn Michael sich jemand suchte, mit dem er zusammen arbeiten wollte, setzte er sehr viel Vertrauen in dich, und er hörte dir zu und ich versuchte immer wie ein Spiegel zu sein und sagte: „Das ist, was ich sehe, und ich zeige es dir, aber es ist deine Entscheidung, welchen Weg du gehen willst.“

Ja, sehr lange Geschichte, tut mir leid, falls sie zu lang war. Das war „Black or White“.

Jamon: Nein, ganz wunderbar!

Q: Es kann nie zu lang sein.

Jamon: Danke, und es war toll, diese Geschichte zu hören, denn zuvor hatten wir schon Kevin Stea bei der Show und…

Vincent Paterson: Oh ja, Kevin war hier!

Jamon: Ja, er war hier und seine Version der Geschichte war im Grunde so wie deine… (lacht)

Vincent Paterson: Ok, gut. (lacht)

Q: Ich möchte nur noch ein bisschen mehr wissen und fragen, ob Michael irgendetwas darüber sagte, eine bestimmte Bedeutung in die Moves und die Choreografie zu legen, ich meine nicht eine politische Bedeutung, aber das Video hat ganz offensichtlich eine sehr wichtige Botschaft. Wie hat er diese versucht in die Moves und die Choreografie zu legen?

Vincent Paterson: Also, ich denke, wir legten die Botschaft nicht in die Choreografie. Wir steckten die Botschaft in Besetzung. Wir begannen mit Schwarzen in Afrika. Wir gingen nach Asien, Thailand. Ich kann mich ehrlich gesagt nicht an die Reihenfolge erinnern. Wir gingen zu der Bollywood Tänzerin. Wir gingen zu den amerikanischen Indianern, auch die wollten wir einbeziehen. Und dann weiter nach Russland, und zu den Kindern am Gehweg, amerikanische Kinder. Wir haben es auf diese Art gemacht. Wir dachten, Black or White bezieht sich auf jede nur mögliche Rasse, und ich erschuf dann die Bewegungen jeweils passend zu den Ethnien, die wir einbezogen. Und zu der Art, wie Michael und ich zusammen arbeiteten, das ging etwa so, dass ich alles choreografierte und dann Freiräume für ihn lies, damit er seine eigenen Sachen einbringen konnte, und dann tanzte er meine Teile mit den anderen Beteiligten, und dann seine eigenen Sachen, dann wieder meine Teile, und wieder seine… Das war die Arbeitsweise, die bei uns am besten funktionierte, und er liebte es, neue Choreografien auszuprobieren. Er wollte nicht die ganze Zeit über nur seine eigenen Sachen machen. Das war großartig. Und zwischendurch veränderte er immer mal wieder einen Beat oder Akzent von dem, was ich kreiert hatte, denn er sagte immer, wenn er es nicht ganz genau auf dem Beat fühle, wo er es fühlen wollte, dann sagte er; „Lass es uns auf den nächsten Beat legen, denn man muss es fühlen, du musst es fühlen!“ Und ich sagte: „Ok, Michael, lass es uns fühlen!“ (lacht) Also tanzten wir und wir veränderten es solange, bis wir beide es fühlten. Er war so fantastisch, es war so eine Freude, mit ihm zu arbeiten.

Jamon: „Black or White“ wurde zu einem Nr. 1 Hit und ist sicherlich einer der erfolgreichsten Songs in Michaels Karriere. Wie war das, aus der Sicht eines Mitarbeiters, zu beobachten, wie dieser Song, von dem du Teil warst, auf den 1. Platz stieg? Wie fühlte sich das an?

Vincent Paterson: Weißt du, ganz ehrlich – und ich meine das nicht einmal aus Bescheidenheit, sondern einfach nur ehrlich, es ist wohl Teil meiner eigenen Unsicherheit: Ich liebe den Entstehungsprozess mehr als das Ergebnis. Nach einer Zeit gehe ich gerne mal zurück, und sehe mir etwas an, das ich kreiert habe und bin sehr dankbar dafür, die Möglichkeit gehabt zu haben, so kreativ sein zu dürfen, mich so ausdrücken zu dürfen. Aber meine Gedanken drehen sich nicht um das Ergebnis meiner Arbeit. Ich muss nur meinen künstlerischen Instinkt in die Dinge vertrauen, die während des kreativen Prozesses passieren. Und dann kommt der Zeitpunkt, an dem es dem Publikum vorgestellt wird, sei es durch Film, einer Tour, durch Theater oder was auch immer. Das ist, was ich liebe. Diese Dinge nähren mich als Künstler. Was passiert danach? Es ist politisch, es ist persönlich es hat nichts mehr mit mir zu tun. Es ist weg, es gehört jetzt den Performern. Es gehört dem Universum und den Menschen, die es wahrnehmen, wie auch immer sie das tun. Ich bin einfach immer dankbar, dass ich diese Möglichkeiten habe, und dass viele Menschen deshalb meine Arbeit sehen können, ich bin wirklich sehr dankbar dafür. Ich mache mir nie Gedanken darüber, ob sie es lieben oder hassen werden. Ich kann meine Kunst nicht danach ausrichten, ich muss immer meinen Instinkten vertrauen.

Jamon: In dem Zusammenhang war es beim „Black or White“ Film jedoch offensichtlich so, dass die Fangemeinde und Musikliebhaber diesen Song und den Film absolut lieben.

Vincent Paterson: Nein, taten sie nicht! Das stimmt nicht. Was passierte war tatsächlich eher genau das Gegenteil. Es war das erste Mal, dass Michael, wegen diesem letzten Teil Gegenwind von den Fans, der Öffentlichkeit und der Presse bekam. Ich kam eines Morgens in seinen Trailer und er weinte. Wegen der ganzen negativen Presse und all diesen Leuten, die sich Michael als Peter Pan vorstellten, der nie erwachsen werden würde, und plötzlich sahen sie ihn als diesen Typen, mit einer politischen Stimme, der einen Mülleimer durch eine Nazi-Swastika schmiss; und diesen Michael wollten sie nicht akzeptieren. Es brach ihm wirklich das Herz und er weinte und sagte zu mir: „Wie können Leute das nur von mir denken? Ich habe doch nichts gemeines gesagt. Ich sagte nur das, was ich für die Wahrheit halte und woran andere Leute glauben sollten. Ich glaube, auf der Welt sollte Frieden herrschen. Ich glaube, die Menschen sollten nicht rassistisch sein. Ich denke, das ist eine wichtige Botschaft.“ Ich muss euch also hier widersprechen. Natürlich war es erfolgreich, aber ihr erinnert euch auch daran, was passierte. Sie mussten diesen letzten Teil weglassen.

Q: Mir war nicht bewusst, dass er auch von den Fans Gegenwind bekam. Wir sprechen immer über die Kritik der Medien, und soweit es mich persönlich betrifft, – wobei ich nicht weiß, ob ich als junger Teenager, so alt wie die Kinder am Gehweg, die wirkliche Zielgruppe war, – aber ich liebte es, sogar das Ende. Vielleicht habe ich es nicht verstanden, aber ich liebte es. Es hat mich einfach umgehauen, ich hatte also definitiv kein Problem damit.

Vincent Paterson: Yeah, ich erinnere mich daran, wie er – also nicht, dass ich es wörtlich auf schreiben könnte – aber ich erinnere mich, dass er mir sagte, dass die Presse und viele seiner Fans ihm geschrieben und ihm gesagt hätten: „Warum hast du so etwas gemacht“ und „Wie konntest du das nur tun“? Und er war… er war ein sehr sensibler Mann, und er war sehr beunruhigt deshalb und er war doch immer durch die Liebe für seine Fans angetrieben. Jedes Mal, wenn wir etwas kreierten, stellte er dem immer voraus: „Ich möchte etwas erschaffen, was die Welt nie zuvor gesehen hat, und ich möchte, dass und bewusst ist, dass wir es für die Fans tun.“ Das war seine Philosophie.

vince paterson

Jamon: Als ich zum Michael Jackson Fan wurde, War „Smooth Criminal“ der Kurzfilm, den ich am häufigsten ansah. Ich halte ihn für ein absolutes Meisterstück und ich weiß, dass auch Michael sagte, er habe zu diesem Film sicherlich die meisten Kommentare, das meiste positive Feedback, bekommen.

Vincent Paterson: Yeah.

Jamon: Erzähl uns etwas über die Entstehung und wie es war, ein solches Meisterwerk zu erschaffen.

Vincent Paterson: Es war so interessant, denn das war das erste Mal, dass ich für Michael oder irgendjemand anderen mit so einem großen Projekt beauftragt wurde. Anfangs sollte ich es nicht nur konzipieren und choreografieren, sondern auch Regie führen. Als es dann jedoch Teil von „Moonwalker“ wurde, und Moonwalker ein Spielfilm sein würde, mussten sie einen Regisseur der DGA einbeziehen (Directors Guild of America), und der führte dann auch Regie bei diesem Video. Aber er war sehr dankbar für alles, was ich schon getan hatte und für die Storyboards, die Aufnahmen und Zusammenschnitte, dass er fast alles beibehielt. Sein Name war Colin Chilvers und er war – ist – großartig, ich weiß nicht, was er jetzt macht.

Also, Michael rief mich eines Tages zuhause an – eine lustige Geschichte… Ich habe sie schon 1000 Mal erzählt, aber erzähle sie noch einmal. Ich sitze zuhause, es war schon Abend. Das Telefon klingelt und ich höre diese Stimme: „Hi, ist Vince da?“ Ich antworte: „Wer ist da?“ „ Hier ist Michael, hier ist Michael.“ Ich sage: „Das ist nicht Michael, wer ist da?“ „Doch, ehrlich, hier ist Michael, Michael Jackson.“ Ich sage: „Verpiss dich, fuck, du bist nicht Michael Jackson!“ Und er: „Yeah, Vincent, ich bin es wirklich, ich bin Michael Jackson!“ Ich sage: „Wenn du jetzt nicht gleich verschwindest, dann lege ich auf.“ Er fing an zu lachen. In dem Moment, wo er lachte, wusste ich, dass er es war. Ich sagte: „Oh mein Gott, Michael, das tut mir so leid! Ich hätte nie das Wort „fuck“ benutzt.“ Er lachte noch mehr. Und sagte: „Bist du gerade beschäftigt?“ Er fragte, ob ich in sein Aufnahmestudio kommen könnte, was zum Glück nur um die Ecke von mir lag. Ich ging also hin und er spielte mir den Song vor, aber da war nur „Annie, are you okay? Annie, are you okay? Are you okay, Annie? Und die Musik. Sonst gab es noch keine Lyrics. Wir unterhielten uns eine Weile und er spielte weiterhin das Lied. „Wie findest du es?“ „Ich mag es“, sagte ich, „es ist großartig, sehr inspirierend.“ Wir unterhielten uns weiter, auch über andere Dinge. Als ich gehen wollte sagte er: „Nimm es mit.“ Ich glaube, es war eine Kassette. „Nimm es mit und hör es dir an und lass die Musik dir sagen, was sie sein möchte.“ Und ich sagte: „Ich bin verwirrt, Michael. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Soll ich in diesem Video tanzen? Er sagte: „Nein, ich möchte, dass du ein Konzept findest und es choreografierst und ich möchte auch, dass du Regie führst.“

Nun, ich hatte „Beat It“ und „Thriller“ mit ihm gemacht, und das war alles. Ich war geplättet und auch etwas überwältigt – also ziemlich überwältigt – aber ich ging nach hause und dachte eine Woche lang darüber nach, und dachte und dachte und dachte… Und dann rief ich ihn an und sagte: „Okay, hier ist, was ich mir dazu vorstelle.“ Also, ich wußte ja, dass Michael alte Filme mochte, dass er diese Ära liebte. Und ich wußte, er war ein großer Fred Astaire Fan, ich aber nicht, ehrlich gesagt. Und ich möchte ganz ehrlich darüber berichten, denn die Leute sagen immer: „Oh, du hast das bei „The Bandwagon“ entliehen.“ Aber ich glaube wirklich nicht, dass ich es von „The Band Wagon“ habe, und ich glaube auch nicht… – Michael könnte vielleicht bei dem weissen Anzug und diesem Hut an Astaire gedacht haben – aber wir haben es wirklich nicht als Hommage an Fred Astaire gedacht. Ich habe in keinster Weise daran gedacht. Ich habe einfach nur das Stück kreiert.

smooth with vince

So ging es dann weiter: Michael war im Studio beschäftigt und konnte nicht weg, deshalb sagte er: „Ich möchte, dass du das Casting durchführst, ich gebe dir eine Bühne dazu. Die Hälfte der Bühne ist für das Set, die andere Hälfte wird ein Tanzboden sein. Du bekommst ein super Sound-System und eine Video Kamera. Du kreierst es, filmst es und kommst dann zu mir. Wir sehen es uns an und reden darüber. So werden wir arbeiten.“ Und so haben wir es auch gemacht. Ich habe es kreiert, habe jeden im Tanzen unterwiesen, und sie dann in das Set geschickt. Ich habe alle Tänzer zu Schauspielern gemacht. Ich gab jedem eine Biografie, dass sie wussten, welche Person sie zu spielen hatten. Wenn sie das Set betraten, durften sie nie einfach so hinein laufen, sie mussten durch eine grüne Tür gehen. Und sobald sie durch diese Tür gingen, mussten sie gekleidet sein, wie der Charakter, den sie spielten. Wenn wir mit den Proben fertig waren, konnten sie wieder durch die grüne Tür hinaus gehen, und sie waren wieder sie selbst. Auf diese Weise machte ich sie zu Schauspielern, und ich glaube, das war sehr wichtig für dieses Stück. Ich filmte alles, besuchte Michael in Hayvenhurst und wir sahen uns alles zusammen an. Und jedes Mal sagte er zu mir: „Ich glaube, du brauchst noch mehr Leute, oder?“ Es begann mit 10 Leuten. Ich sagte: „Ja, klar!“ Und er: „Warum nimmst du dir nicht einfach noch 10 Leute mehr?“ „Ok, cool.“ Also stellte ich noch 10 Leute an. Als ich das nächste Mal zu ihm kam, sagte er: „Weißt du, ich habe einen Freund, Jeffrey Daniels, er ist Street Dancer, und richtig gut. Ich dachte, du könntest ihn und 5 von seinen Jungs vielleicht auch mit hinein nehmen, das wäre doch cool.“ Und ich: „ Ja, klasse.“ Jetzt waren wir 25. Ich filmte wieder alles, und dann sagte er: „Hättest du nicht gerne ein zweites Stockwerk an dem Set?“ Und ich antwortete: „Ja, das wäre super, ein zweites Stockwerk und eine Treppe, die nach unten schwenkt, damit du von oben herunter kommen kannst!“ „Oh ja, ich liebe das! Ich liebe das! Sag ihnen, dass du das haben willst!“ Ich sagte ihnen also, dass ich das haben musste. Beim nächsten Treffen: „Ich glaube, du brauchst noch mehr Tänzer!“ Am Ende hatte ich bestimmt 60 Tänzer. Ich kann mich garnicht genau erinnern.

Und was auch wunderbar war ist, dass er sagte: „Sieh, wenn du einen Break in der Musik brauchst oder mehr Musik, oder etwas verändern musst, sprich mit mir darüber und wir werden es machen.“ Also, wenn man bedenkt, dass der Kurzfilm 10 Minuten lang ist und der Song nur etwa 4 Minuten lang – wir fügten all die extra Musik nur für den Film hinzu. So habe ich gearbeitet. Und als ich schliesslich alles zusammen hatte, ging ich mit Michael in ein Studio und wir begannen, mit ihm alle Szenen durchzugehen, die er mit den ganzen Leuten spielen musste und ich gab ihm Zeit, all seine eigenen Solo Momente zu kreieren. Dann probten wir alle zusammen, Schritt für Schritt, und wenn sich etwas nicht gut anfühlte, oder er großartige Vorschläge hatte – was immer der Fall war – änderten wir es. Aber eigentlich war es erste Mal, dass mir jemand die Gelegenheit gab, etwas so wichtiges wie dieses Werk zu erschaffen. Und mit einem Künstler zu arbeiten, der deine wildesten Vorstellungen zu lässt, ist etwas, was du niemals genug anerkennen kannst. Ich meine, ich liebe diesen Mann mehr als jeden anderen Menschen, aber ich könnte ihn trotzdem noch mehr lieben. Ich sagte z.B. solche Dinge wie „Okay, wie wäre es, wenn wir eine Münze quer durch den Raum in die Jukebox fliegen lassen, und dadurch die Musik anfängt?“ Und er sagte nur: „Yeah! Ich liebe das! Ich liebe das!“ Andere hätten einfach gesagt, „du bist verrückt, spinnst du? Für so etwas habe ich kein Geld.“ Aber nicht Michael. Egal, was ich vorschlug, den Lean z.B. – er rief nur „Yeah! Ja, oh mein Gott! Das müssen wir tun!“ Und dieser Lean wurde dann zu dem Bild des ganzen Kurzfilms.

Es war also wirklich ein Traumprojekt. Ein Traumprojekt auf vielen Ebenen Ich erzähle euch noch zwei weitere Dinge. Oder besser 3 wunderbare Dinge… Das eine war etwas, was sehr viel Spass machte. Die ganze Zeit über besuchten uns andere Prominente am Set, um zu zusehen, sie waren alle Freunde von ihm. Elizabeth Taylor kam für einen Tag, Jimmy Steward, er war schon alt, aber auch er kam. Er war großartig. Und Fred Astaires Choreograf, Hermes Pan, kam für einen Nachmittag. Und er sagte zu Michael und mir, die tollsten Worte, die man sagen konnte. Er sagte: „Wenn Fred hier wäre, würde er es lieben.“ Michael und ich hatten das breiteste Lachen im Gesicht, wie zwei Kinder an Weihnachten. Es war unglaublich. Das war eine Sache.

Das Zweite ist, dass beim Film die Produzenten fast nie die Tänzer, und meist auch nicht die Schauspieler, in den Raum lassen, in dem sie die „Dailies“ zeigen. Zu Erklärung: wenn man etwas filmt, dann wird es am nächsten Tag dem Produzenten und dem Regisseur gezeigt, damit man, falls es noch Fehler gibt, diese am nächsten Tag korrigieren kann. Also, normalerweise bekommen wir das nie zu sehen. Aber Michael bestand darauf, dass alle Tänzer und er und jeder, der wollte – auch Leute vom Service – einfach jeder, in diesen Raum kommen konnte, um das anzusehen. Ausser, dass wir diesen tollen Film filmten, hatten wir so auch noch jeden Tag eine Monster Party, wo jeder jeden anfeuerte. Es war wie in einer Kirche im Süden! Die Leute schrien „Los, los, tu es, yeah! Yeah, Michael ja, super, genau so! Das ist es!“ Alle schrien, und dann gingen sie wieder auf die Bühne und wir filmten weiter. Es war großartig.

Dancebreak

Und dann dieser Teil, in der Mitte, in dem alle „Annie are you okay? Are you okay“ singen, und es dann quasi explodiert… Als Regisseur gab ich ihnen schauspielerische Aufgaben, Improvisations-Übungen, und eine davon lautete: „Ihr seid eine Menschenmenge und eure Körpersprache drückt Verzweiflung und Schmerz aus. Mal sehen, was passiert.“ Ich lies einfach die Kamera laufen und als Michael das Ergebnis sah, obwohl alle noch ihre normale Strassen-Kleidung trugen, war es für ihn eine einmalige Erfahrung. Er hatte niemals Schauspielunterricht, und nie etwas ähnliches gemacht. Als er mit all den anderen diese Improvisation spielte, mit all den Körpern um sich herum, all die Künstler, und sah, wie jeder genauso in der Rolle drin war, wie er selbst, war er einfach überwältigt und sagte: „Wir müssen das filmen! Wir müssen das morgen filmen! So etwas hat die Welt noch nicht gesehen! Ich will das im Film haben, wir müssen das unbedingt filmen!“ Wir filmten es und das ist der Grund, warum dieser verrückte Teil im Film ist. Es hatte nichts mit dem Kurzfilm zu tun, Michael liebte es einfach und er wollte es in der Mitte haben. Ja, wie auch immer, das sind drei Geschichten über „Smooth Criminal“.

smooth2x

Jamon: Wow, Gänsehaut!

Q: Ich liege am Boden! Wow, ich bin gerade geschmolzen.

Jamon: Wir haben schon mit Kevin Stea ein wenig über die „MTV 10th Anniversary“ gesprochen, aber wir möchten auch mit dir darüber sprechen, denn die Choreografie von „Will You Be There“ ist absolut zeitlos, einfach unbeschreiblich. Und wir wollen auch etwas über die Bedeutung dieser Kunst, dieser Choreografie, der Symbolik dieser Bilder wissen. Erzähl und doch bitte etwas darüber.

Vincent Paterson: Michaels damaliger Manager, Sandy Gallin, rief mich an und sagte: „Es wurden 3 Personen ausgewählt, die den 10 Geburtstag von MTV repräsentieren sollen: Madonna, George Michael und Michael Jackson. Und Michael möchte, dass du etwas konzipierst und choreografierst, was er live aufführen kann – etwas ganz neues und frisches.“ Also setzte ich mich mit ihm zusammen, genau, wie wir es dann auch beim Zusammenstellen von Superbowl machten. Er liebte das Spiel mit unterschiedlichen Rhythmen und Energien, deshalb dachten wir, dass der Gegensatz von „Black or White“ und „Will You Be There“ ein schöner Kontrast wäre und gut funktionieren würde. Ich konzipierte also „Black or White“ und wir brachten – als unsere Art, den Leuten, die schlecht über ihn geredet hatten, eine lange Nase zu zeigen – all diese Dinge zurück, wie das Auto, das komplett voller Graffiti war… (lacht) Wir waren einfach dreist und als wir Slash am Ende seine Gitarre durch das Fenster schmeissen liessen, wollten wir damit ausdrücken: „Seht, wir sind zufrieden mit dem, was wir gemacht haben und wir machen es wieder. Also, *too bad*…“

007

Und dann kamen wir zu dem zweiten Stück und darüber sagte er nicht viel zu mir. Er sagte nur: „Mach damit was du willst. Aber mach es wundervoll.“ Und ich sagte: „Ok, ich weiß noch nicht, was ich tun werde, aber lass mich drüber nachdenken.“ Und er sagte, ok.

Ich begann gerade mit diesem wunderschönen Song, und dachte darüber nach, dass ich an dem Punkt seiner Karriere sowohl 4-Jährige als auch 85-Jährige Leute kannte, die alle Michael Jackson liebten. Und ich dachte mir, das sehen wir nie. Normalerweise sehen wir immer die Leute, die etwa in dem MTV Video-Alter sind. Ich wollte einfach diese ganze Bandbreite von Leuten zeigen, die alle seine Fans sind. Das sind die Menschen, die ihn lieben. Das war für mich der Anfangspunkt. Ich hielt eine Audition ab. Ich wußte noch nicht genau, wohin das führen würde, aber als ich genügend Leute aller Altersgruppen zusammen hatte, nahm ich eine Kostümdesignerin dazu und sie sagte: „Warum machen wir daraus nicht etwas ungewöhnliches?“ Und ich antwortete: „Yeah, ich bin einverstanden. Das machen wir.“ Sie hatte dann diese Idee mit den Turbanen, und alle Leute in diese beigen Outfits einzukleiden, und ich liebte es. Ich stellte ihn mit einigen Tänzern in den Vordergrund und fügte etwas Symbolismus hinzu. Ich benutzte auch einen Globus, den ich später bei Superbowl in vergrößerter Form wieder benutzte. Aber was ich mit all dem zeigen wollte war, dass er ein guter Mensch ist, den die Leute lieben, alle möglichen Leute von überall her lieben ihn. Dafür benutzte ich den Globus, für diesen Moment, und dann – und das ist nicht leicht für mich, das zu sagen, denn ich bin nicht sehr religiös. Ich bin spirituell, aber nicht religiös. Ich habe alle Religionen studiert, aber glaube, dass ich ein sehr spirituelles Leben führe, aber keines, das mit einer bestimmten Religion verbunden ist. Aber für viele Leute repräsentiert die Bibel im gewissen Sinn Religion. Also… die ganze Zeit, die ich mit Michael verbrachte, glaubte ich nie – und das klingt für einige jetzt sicher komisch, aber das ist mir egal, weil es meine Wahrheit ist… also, ich kenne keinen anderen Menschen, der so viele Eigenschaften Jesus verkörpert. Wäre dieser Mann ein Mensch, dann Michael Jackson. Gutherzigkeit, Geduld, Liebe, Verständnis, Großzügigkeit; ich könnte noch mehr aufzählen. Also ich wollte einfach nur ausdrücken, dass er ein wirklich guter Mensch ist – auf gewisse Weise ein heiliger Mensch. Das ist ein wirklich guter Mensch. Und am Ende – und ich habe jetzt wirklich Tränen in den Augen – aber am Ende wollte ich auch noch die Leute mit einbeziehen, die nicht sprechen können. Ich wollte die Gehörlosen mit einbeziehen, deshalb nahm ich diesen kleinen Jungen dazu. Ich dachte, dass Michael eine verletzliche Seele war und wollte, dass man ihn beschützt weiß, deshalb engagierte ich das Model Angela Ice mit den Flügeln, und beendete das Stück damit, dass sie ihn in ihre Arme schloss.

MTV 10th Nov27 91

Jamon: Oh mein Gott! Die Haare an meinen Armen stellen sich auf!

Q: Wow!

Vincent Paterson: (lacht)

Jamon: Wow, sehr viel Tiefgang in diesem Song und dieser Performance, und es ist ein absolut zeitloses Kunstwerk.

Vincent Paterson: Dankeschön.

Q: Ich erinnere mich, dass Kevin (Stea) auch darüber sprach und dass einige der Posen, die du die Leute darstellen lässt, an alte Heiligenbilder (Andachtsbilder) angelehnt sind.

Vincent Paterson: Ja, ganz genau, Heiligenbilder. Das stimmt…

Q: Ich hab nie wirklich diese Verbindung gesehen, aber jetzt ist alles klar. Wir haben es wohl schon immer gefühlt, wussten aber nie, woher es kam.

Vincent Paterson: Yeah. Ich recherchiere immer wie ein Fanatiker, und legte mir erst mal eine Menge Bücher zu (ich denke, das war noch vor dem Internet Zeitalter). Ich hatte all diese Bücher und sah mir die ganzen ikonischen Bilder der unterschiedlichen Religionen an, und versuchte sie an verschiedenen Stellen mit einzubeziehen, egal, ob es um die Stirn, den Mund oder um Chakras ging, oder ob es von der Katholischen Seite oder der Östlichen Seite stammte. Und ich empfand es wirklich so, dass Michael diese Art Künstler war. Er war ein wirklich guter Mensch, und das wollte ich irgendwie zeigen. Ich wollte wirklich nie jemanden mit den Bildern erschlagen. Ich sehe mir ganz oft Bilder an, ohne zu wissen, ob ich sie je verwenden werde, und wenn sie schliesslich bei irgendetwas zu finden sind und die Leute dann fragen: „Oh, was willst du denn damit sagen? Und was bedeutet das?“ Antworte ich oft: „Ich hab’ keine Ahnung. Ich fand es einfach nur interessant.“ Aber wenn ich drüber nachdenke… und da ihr mir jetzt diese Fragen stellt, bringt es mich dazu, zu reflektieren, und ich glaube, sie kamen mir in den Kopf, ohne dass ich wirklich darüber nachgedacht habe – mehr aus dem Unterbewusstsein, als dass es mir wirklich bewusst war. Aber ich stelle wirklich viele Recherchen an, quasi als Hausaufgabe für jedes Projekt, an dem ich arbeite, egal ob es groß oder klein ist. Offensichtlich leben dort einige Dinge in meinem Kopf. Es hängt immer davon ab, wie sie deinen mentalen Mechanismus durchlaufen und wie du sie irgendwann ausspuckst in das – wie ich denke – Universum.

014

Q: Unglaublich. Ok, ich weiß, dass du etwas knapp mit der Zeit bist. Wir fühlen uns gesegnet, dass wir dich schon so lange hier hatten, aber wir müssen das unbedingt eines Tages noch einmal wiederholen. Da gibt es noch so viele Fragen, über all diese großen Michael Events.

Vincent Paterson: Aber sicher.

Q: Wir möchten jetzt mit noch einer Frage, oder besser mit zwei Fragen, enden. Die eine stellen wir jedem der Special-Guests unserer Show, und ich weiß, dass du darauf eigentlich schon eine sehr gute Antwort gegeben hast, und es deshalb jetzt etwas ähnliches sein wird. Aber die Frage, die wir jedem stellen, lautet: Wie sollte Michael in Erinnerung gehalten werden?

Vincent Paterson: Ich denke, Michael sollte mit einem Lächeln im Gesicht in Erinnerung bleiben. Ganz einfach.

Q: Und was für ein Lächeln das war!

Vincent Paterson: So sehe ich ihn. Ich sehe ihn immer mit einem Lächeln im Gesicht.

Q: Ein Lächeln – weißt du, dass Michaels Lächeln gezeigt wird, wenn du „das schönste Lächeln der Welt“ googelst?

Vincent Paterson: Ehrlich? (lacht)

Jamon: Yeah. Geh auf Google-Bildersuche und tippe das ein. Dann kommen 20 Bilder von Michael. (lacht)

Vincent Paterson: Ja, genau so hab ich ihn in Erinnerung. Ich denk an ihn als einen glücklichen, Kerl, der froh war, die Chance gehabt zu haben, das zu tun, was er tun wollte (so wie ich), und Erfolg zu haben. Und ich weiß auch, wie hart es für ihn war, aber über all die Jahre, die ich ihn kannte, hatte er immer dieses Lächeln. Er hatte immer ein Lächeln.

Q: Bevor wir dich verabschieden, wollte ich noch etwas zu deinem Film, „The Man Behind the Throne“ fragen. Weißt du, ob eine Veröffentlichung geplant ist, z.B. als Netflix Dokumentation, denn ich würde diesen Film zu gerne eines Tages sehen.

Vincent Paterson: Ich wünschte, es wäre etwas geplant, aber es ist so, dass er von einer schwedischen TV Regisseurin produziert wurde, und ihr Budget war begrenzt, es war ja offensichtlich eine Dokumentation. Und der traurige Punkt ist, dass sich sowohl Michael als auch Madonna sozusagen im Besitz ihrer Plattengesellschaften befinden, und diesen Plattengesellschaften ist es egal, ob es eine Dokumentation ist und du kein Geld hast, oder ob es ein 300 Milliarden teurer Spielfilm ist. Sie berechnen immer dasselbe, wenn du irgendetwas von Michael oder Madonna zeigen willst. Und leider ist in dem Film einiges an Material mit Michael oder Madonna. Ursprünglich war er 1,5 Stunden lang und hatte einiges mehr an Inhalt, aber sie mussten auf eine Stunde kürzen. Auch das war etwas, das sie von Warners und Sony angeordnet bekamen, und ihr Vertrag sagt, sie dürfen es nur im TV oder auf Film Festivals zeigen. Es könnte weltweit im TV gesendet werden, aber sie durften nichts Größeres daraus machen. Wollten sie es größer aufziehen, etwa als Spielfilm, dann hätte man Lizenzgebühren von etwa 1 Million $ von ihnen verlangt, und eine kleine schwedische Fernsehstation, die eine Dokumentation macht, hat nicht soviel Geld. Ja leider… hast du es denn schon gesehen?

Q: Nein, ich erinnere mich, dass wir in einer früheren Folge darüber sprachen, ich glaube, es gab eine Fundraiser Aktion auf Kickstarter, oder?

Vincent Paterson: Ja. Es war so, dass die Regisseurin versuchte, Geld zusammen zu bekommen, um daraus einen Spielfilm zu machen, aber sie bekam nie die nötige Summe. Ich war nicht der Regisseur, es geht nur über mich. Ich hielt mich raus, es war die Arbeit der Regisseurin, und ich denke, es ist sehr interessant. Du erfährst einiges über mich, all das Gute und.. du erfährst viel Gutes und auch das Schlechte. Ich lies sie einfach alles zeigen, was sie wollten. Aber der für mich wichtigste Teil des Film ist das Feedback, das ich von jungen Künstlern aus aller Welt bekam. Sie fanden es sehr inspirierend und sie wissen jetzt, dass es nicht so leicht ist, wie es aussieht, und dass du immer weiter machen musst, und dir jeden Schritt deines Weges erkämpfen musst. Es wird dir nicht einfach jedes Mal einfach so in den Schoß gelegt. Es fängt immer wieder von vorne an, und du musst dich wieder neu beweisen. So läuft das in diesem Geschäft. Aber das wird sich nie ändern und viele junge Künstler sind von diesem Film inspiriert, von dieser Dokumentation, denn sie sehen, dass ich, obwohl ich erfolgreich wurde, auch in Situationen mit Ensembles bin, die mich nicht unterstützen und dass es auch für mich schwierig sein kann. Sie erkennen dann zum ersten Mal: „Oh, es ist kein Zuckerschlecken. Es gibt viele Probleme und sogar jemand erfolgreiches, wie Vincent, muss da durch. Also, dann komme ich auch da durch.“ Und das macht mich stolz bei diesem Film.

 

Jamon: Und zum Schluss noch: Was kommt bei Vincent Paterson als nächstes?

Vincent Paterson: Das ist interessant. Zurzeit hab ich etwa zehn coole Projekte im Kopf. Vier der großen sind unglaubliche neue Musicals und es reizt mich sehr, dabei Regie zu führen, alles live Theater. Ich hatte in den letzten Jahren ein paar großartige Musicals, ich führte Regie bei „Evita“ in Wien, das drei Monate laufen sollte und schliesslich zehn Monate lief, weil es immer ausverkauft war. Das war großartig. In Berlin choreografierte ich das Musical „Cabaret“, das ist die erste Originalversion des Musicals in Berlin, und es läuft schon seit 14 Jahren. Jetzt stehe ich mit vier weiteren Musicals in den Starlöchern, darunter eines mit Darren Hayes von Savage Garden.

Q: Das glaub ich nicht!

Jamon: Oh, wow!

Vincent Paterson: Yeah, aber ich darf noch nicht darüber sprechen.

Q: Ja, er konnte auch nicht darüber sprechen, er machte kleine Andeutungen und sagte, dass er an etwas arbeitet. Darren war in einer der ersten Episoden Gast unserer Show. Er ist ein großer Michael Fan, seit der Bad Tour. Wow, jetzt fügt sich ein anderes Puzzle-Teilchen ein.

Vincent Paterson: Ja, das stimmt. Er hat mich angerufen. Bzw. zuerst schickte er eine Mail und sagte: „Du weißt, dass ich ein großer Fan bin,“ und blablabla, und ich schrieb ihm zurück, ich schrieb: „Das ist verrückt, ICH bin dein Fan. Lass uns was zusammen machen.“ Wir trafen uns und er schrieb dieses wirklich tolle Musical, das mich sehr inspirierte, und wollte, dass ich Regie führe. Das tue ich. Das sind also die Projekte, die in den nächsten Jahren stattfinden werden. Musicals brauchen immer etwas Zeit. Aber ich denke, ich werde auch bei meinem ersten Spielfilm Regie führen. Ich bekomme viele Film-Angebote, aber ich lehne sie immer ab. Sie begeistern mich nicht. Ich muss inspiriert sein, ich muss eingeschüchtert sein, und es muss so sein, dass es auch für mich selbst etwas bringt. Und dieses Script gefällt mir wirklich, und so langsam glaube ich, dass ich etwas interessantes daraus machen kann. Das ist also das große Projekt, das etwa ab Januar stattfinden wird. Ansonsten unterrichte ich überall im Land bei Workshops, und habe ab und zu auch öffentliche Auftritte. Wahrscheinlich gehe ich auch wieder nach Paris, für ein „Michael Jackson Weekend“. Das ist für mich noch Neuland, aber was mir daran gefällt ist, dass ich, der so nah an Michael war, den Fans das Gefühl geben kann, dass sie näher bei ihm sind, oder ihn berühren oder treffen können, und es macht mich glücklich, ihnen das zu ermöglichen. Ich weiß, dass sie ihn sehr lieben, und wenn ich sie umarme, dann ist es für sie wie „Oh mein Gott, Michael hat ihn umarmt! Und jetzt hat er mich umarmt! Ich werde also von Michael umarmt.“ Das ist sehr beeindruckend, versteht ihr? Und natürlich auch, dass die Leute schätzen, was ich mit ihm geschaffen habe, und auch meine anderen Arbeiten. Ich bin einfach immer dankbar. Das sind also meine Pläne…

Q: Ok, wir sind ebenfalls sehr dankbar, dass wir deine Geschichte hören durften, deine unbeschreiblichen Erfahrungen. Wir hoffen, es hat dir gefallen und dass du noch einmal kommen wirst, denn wir würden dir gerne noch viel mehr Fragen zur „Bad Tour“, zum „Super Bowl“ und zu „Blood On the Dancefloor“ stellen. Wenn du irgendwann noch einmal deine wertvolle Zeit mit uns teilen würdest, wäre das wunderbar.

Mehr Fotos:

http://www.vincentpaterson.com/www.vincentpaterson.com/PHOTOS.html#grid

Danke an Vincent Paterson & The MJCast für dieses wundervolle Interview!

Übersetzung: M.v.d.Linden

Michael Jacksons vergessenes humanitäres Vermächtnis

Der folgende Text ist ein Auszug aus dem kürzlich in neuer Auflage erschienen Buch: Earth Song: Michael Jackson and the Art of Compassion von Joe Vogel

Source: http://www.huffingtonpost.com/entry/michael-jacksons-forgotten-humanitarian-legacy_us_59c7c8d3e4b08d661550436a?ncid=engmodushpmg00000003

Eines der Merkmale, das man sicherlich häufig mit Prominenten in Verbindung bringt, ist Narzissmus. 1988 hätte Jackson sicher viele Gründe gehabt, egozentrisch zu sein. Er war der berühmteste Mensch der Welt. Wo auch immer er hin kam, brach Hysterie aus. Am Tag nach seinem ausverkauften Konzert im Wiener Prater, druckte die AP einen Artikel mit der Überschrift: „130 Fans wurden im Jackson Konzert ohnmächtig.“ Wenn die Beatles populärer waren, als Jesus, wie es John Lennon einst formulierte, hatte Jackson gleich die komplette Heilige Dreifaltigkeit geschlagen.

Während Jackson zwar die Aufmerksamkeit genoss, und in gewisser Weise sogar dadurch lebte, spürte er dennoch eine tiefe Verantwortung, seinen Status für mehr als Ruhm und persönlichen Reichtum zu nutzen. Im Jahr 2000 platzierte ihn das Guinness Buch der Weltrekorde zum karikativ engagiertesten Popstar der Geschichte. Im Lauf seines Lebens spendete er über 300 Millionen Dollar an wohltätige Organisationen, darunter die Make-A-Wish Foundation, die Elizabeth Taylor AIDS Foundation, NAACP, UNICEF, und das Rote Kreuz, um nur einige zu nennen. „Wenn du das gesehen hast, was ich gesehen habe, während ich die ganze Welt bereiste, wäre es dir und der Welt gegenüber nicht ehrlich, wenn du einfach wegschauen würdest,“ sagte Jackson.

Und genau darum ging es auch in seinem Hit „Man In The Mirror“, der im Frühjahr 1988 den ersten Platz in den Billboard 100 erreichte. Das Lied beschreibt das persönliche Erwachen. Es beschreibt die Erkenntnis, dass Veränderungen nicht einfach von selbst stattfinden. Es fordert, dass den Menschen bewusst wird, sich nicht nur um sich selbst zu kümmern, sondern aktiv zu werden. Jackson singt: “Who am I to be blind/ Pretending not to see their needs/ („Wer bin ich, dass ich die Augen verschliesse und so tue, als würde ich ihre Not nicht sehen“) Seine Performance des Songs während der Bad World Tour war sowohl der Höhepunkt der Show, als auch deren Botschaft zum Abschied. „Make That Change“, forderte er seine Zuhörer auf. In einer Zeit, die oft durch Individualismus, Gier und Materialismus charakterisiert wird, war es eine Hymne über Bewusstsein und Verantwortlichkeit. Jackson spendete alle Einnahmen aus dem Song an das Ronald McDonald Camp for Good Times, das an Krebs erkrankte Kinder unterstützt.

Aber noch wesentlicher als das Spenden von Geld war der Fakt, dass Jackson seine Zeit spendete. An beinahe jeder seiner Stationen der Bad World Tour besuchte er Waisen- und- Krankenhäuser. Nur wenige Tage bevor er in Wien eintraf, war er in Rom und besuchte dort das Bambini Gesu Childrens Hospital, verteilte Geschenke, lies sich fotografieren und gab Autogramme. Bevor er wieder ging, sagte er eine Spende von über 100.000 Dollar zu. Vor seinem Konzert im Londoner Wembley Station besuchte er das Great Ormond Street Children’s Hospital – das Krankenhaus dem der Autor J.M. Barrie alle Copyrights und Einahmen von Peter Pan überschrieb. Jackson verbrachte in dem Krankenhaus mehrere Stunden damit, sich mit den Kindern, von denen einige unheilbar krank waren, zu unterhalten, sie zu umarmen und aufzumuntern. Laut eines örtlichen Presseberichts „hatte der Popstar Kinder auf dem Schoß sitzen und erzählte ihnen Geschichten“; und er „verteilte Dutzende Geschenke, Alben, Photos und T-shirts.“ Jackson spendete dem Krankenhaus 100.000 Pfund. Zusätzlich gab er noch einen nicht bekannten Betrag an das London Hospital for Sick Children, dem er während seines Aufenthalts ebenfalls einen Besuch abstattete.

Great Ormond Street Michael Jackson

Michael besucht das Great Ormond Street Children’s Hospital, London

Während der Bad World Tour ließ Jackson vor und nach den Konzerten benachteiligte und kranke Kinder in den Backstage-Bereich der Bühne bringen. „Jede Nacht kamen Kinder auf Tragen“, erinnert sich Stimmtrainer Seth Riggs, „sie waren so krank, dass sie nicht mehr aufstehen, oder den Kopf heben konnten. Michael kniete sich neben sie und hielt sein Gesicht neben ihres, damit er mit ihnen ein ein Foto aufnehmen konnte und ihnen dann einen Abzug gab, als Erinnerung an diesen Moment. Ich konnte es nicht verkraften. Ich ging ins Bad und weinte. Die Kinder blühten in seiner Anwesenheit regelrecht auf. Wenn es ihnen half, ein paar Tage und etwas neue Energie zu gewinnen, war Michael all das die Mühe wert.“

Wo immer die Tour hinkam versuchte Jackson etwas zurück zu geben. In Detroit spendete er 125.000 $ an das Motown Museum; in New York gab er 600.000 $ an den United Negro College Found; in Japan spendete er der Familie eines ermordeten Jungen 20.000 $ und viele Tausende Doller spendete er an Krankenhäuser und Schulen. Als die Tour vorbei war, gab er seine persönlichen Sachen zur Auktion und der gesamte Erlös ging an die UNESCO.

Das war der Mann, den die britischen Klatschblätter „Wacko Jacko“ nannten, und über den das People Magazine ein Jahr zuvor geschrieben hatte: „Er ist zurück, er ist „schlecht“. Ist dieser Typ verrückt?“ (“He’s back. He’s bad. Is this guy weird or what?”) Jacksons Gutherzigkeit und Mitgefühl war ihnen keinen Bericht wert, wenn davon in den Nachrichten überhaupt etwas zu lesen war, dann war es meist begraben unter Geschichten über plastische Chirurgie oder einem Affen als Haustier.

Jacksons humanitäres Engagement während der Bad Tour war jedoch nicht neu. Schon 1984, bei dem Dreh des Pepsi-Werbespots, bei dem seine Haare Feuer fingen, gründete Jackson das Michael Jackson Burn Center als eine Abteilung des Brotman Medical Centers in Culver City, es war eine der dringend benötigten Verbrennungs-Stationen im Großraum Los Angeles. „Als ich im Krankenhaus lag, war ich so bewegt von den Schicksalen der anderen Verbrennungsopfer, dass ich etwas tun wollte.“ sagte er. Jackson hatte an seiner Kopfhaut sehr schmerzhafte Verbrennungen II-Grades erlitten, aber das Personal des Krankenhauses erinnert sich, dass er einen Großteil seiner Zeit mit Besuchen und Unterstützung anderer Patienten verbrachte. Jackson spendete den gesamten Betrag, den er von Pepsi als Schadensersatz für den Unfall erhielt, 1,5 Millionen Dollar, an die Klinikstation für Verbrennungen.

Im gleichen Jahr spendete Jackson ebenfalls all seine Einnahmen der Victory Tour, etwa 5 Millionen Dollar, an wohltätige Organisationen.

Brotman Burn Center

1985 war Jackson Teil des U.S.A. For Africa Projekts, geleitet von Schauspieler und Aktivist Harry Belafonte und Musikmanager Ken Kragen. Inspiriert durch das U.K. Charity Projekt Band Aid, und dem dazugehörenden Song „Do They Know It’s Christmas?“ hatte Belafonte die Vision, amerikanische Künstler für eine wichtige Sache zusammen zubringen: Aufmerksamkeit und Geldspenden für die durch verschiedene Faktoren verursachte Hungersnot in Äthiopien zu bekommen, die das Leben Tausender Menschen, darunter vieler Kinder, bedrohte. Die Hungersnot wurde durch eine Reihe unterschiedlicher Faktoren ausgelöst: einem komplizierten Bürgerkrieg, einer korrupten Regierung und einer der schwersten Dürre Perioden, die in dieser Region je registriert wurde. Im Jahr 1985 waren laut den Vereinten Nationen bereits geschätzte 1 Million Menschen gestorben. Belafonte wandte sich an Produzent Quincy Jones, um einen Song für U.S.A. For Africa zu produzieren. Jones wiederum rief Lionel Richie, Stevie Wonder und Michael Jackson. Da Stevie Wonder zeitlich verhindert war, übernahmen Jackson und Richie die Aufgabe. Jacksons Ziel war es, eine einfache Melodie zu schreiben, die jeder, auch ohne den Text zu verstehen, summen könnte, egal welcher Kultur oder Nation er zugehörte.

Er erinnerte sich, dass er sich für „We Are The World“ an dunkle Orte begeben hatte, z.B. in einen Schrank oder das Badezimmer, um sich in das Leben der Menschen in Äthiopien, in ihre Leiden und ihre Menschlichkeit, hinein zu versetzen. Als er schliesslich ein paar Noten der Melodie hatte, lies er seine jüngere Schwester Janet zuhören. „Was siehst du, wenn du diese Melodie hörst?“ fragte er sie. „Sterbende Kinder in Afrika,“ erwiderte sie. „Das ist richtig,“ antwortete Jackson, „das ist, was meine Seele mir mitteilte.“ In den Tagen und Wochen arbeitete Jackson mit Lionel Richie weiter an dem Song. Anfang Januar hatte er ein Solo Demo aufgenommen und schickte es an Quincy Jones. Jones gefiel, was er hörte. „Ein großartiger Song ist für die Ewigkeit,“ reflektierte der Produzent später, “ich garantiere dir, wenn du heute an irgendeinen Ort der Welt reist, und die ersten Takte der Melodie summst, werden die Menschen das Lied sofort erkennen.“

Der offizielle Termin für die Aufnahme war für den 22 Januar 1985 im A&M Recording Studio in Los Angeles geplant. Wie von Jones vorgesehen, würden die Stars direkt nach den American Music Awards, die im Shrine Auditorium stattfanden, herüber kommen. An der Tür befestigte er eine Notiz: „Last eure Egos draussen vor der Tür“.

Die Liste der Legenden, die in dieser Nacht den Raum füllten, war bemerkenswert: Unter anderem Ray Charles, Bob Dylan, Stevie Wonder, Diana Ross, Bruce Springsteen, Billy Joel, Steve Perry, Tina Turner, Cyndi Lauper, Willie Nelson, und Paul Simon.

Hier waren 46 der größten Stars der Welt versammelt, um verzweifelten, notleidenden Menschen an einem weit entfernten Ort zu helfen,“ erinnert sich Jones. „Ich glaube nicht, dass diese Nacht, diese ganze Erfahrung, noch einmal wiederholt werden könnte. Ich weiß um die Kraft der Musik und ich glaube daran, dass Musik Menschen zusammenbringen und die Welt verbessern kann, und dafür gibt es wohl kein besseres Beispiel, als diese Gemeinschaft mit dem Namen „We Are The World.“

Jackson lies die American Music Awards in dieser Nacht ausfallen und kam früher ins Studio, um seinen Teil aufzunehmen. Als die restlichen Künstler eintrafen, halfen ihnen Michael, Lionel, Stevie und Quincy dabei, ihre Teile und den Refrain zu lernen. Das Erschaffen und den Aufnahmeprozess bezeichnete er als „Spirituelle Erfahrung“. Die meisten der Teilnehmer stimmten dem zu. Sie berichten von einem besonderen Gefühl der Freude, von Gemeinsamkeit und Bestimmung. „Jede Sekunde dieser Nacht war magisch,“ erinnert sich Quincy Jones. „Als Künstler sind wir alle nur Gefäße für Gottes Flüstern, und ich weiß, dass Gott in dieser Nacht durch unser Studio ging, mehrere Male.“ Das endgültige Werk war etwa um 8:00 Uhr morgens fertiggestellt – eine majestätische, Gospel-geprägte, sieben Minuten lange Hymne, in der die Stimmen von einigen der größten Künstler des 20. Jahrhunderts eingewebt sind. Die New York Times pries es als „eine beispiellose Gemeinschaftsarbeit für einen guten Zweck von der Elite der Pop-Musik – einen künstlerischen Triumph der die eigentliche Sache überschreitet.“

Natürlich spotteten einige Kritiker auch über die Selbstgerechtigkeit des Charity Events und des Songs. Aber Quincy und Harry Belafonte liessen sich nicht darauf ein: „Jeder, der mit Steinen auf eine Sache wie diese werfen möchte, soll seinen Arsch hoch bekommen und selbst etwas tun,“ sagte Jones über die Kritiker. „Gott weiß, dass es noch viel mehr zu tun gibt.“ Belafonte war am meisten von dem Willen der Teilnehmer, ihre Talente für eine wichtige Sache einzusetzen, beeindruckt. „Da stehst du mit einigen der besten und einflussreichsten Künstler der Popkultur – sie hatten ihre Manager nach Sibirien geschickt, und die Konsequenz davon war, dass es Kunst um der Kunst Willen war.“

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We Are The World“ wurde im März veröffentlicht und wurde schnell zur absatzstärksten Single der Geschichte. Allein in den ersten drei Tagen wurde es knapp 1 Million Mal verkauft. Es wurde der meistverkaufte Song der 1980er Jahre und verkaufte sich weltweit über 20 Millionen Mal. Noch wichtiger ist jedoch, dass dadurch über 60 Millionen Dollar einkamen, die dazu genutzt wurden, um 120 Tonnen Nahrungsmittel und medizinischen Bedarf nach Äthiopien zu senden, darunter Protein Kekse, Wasser, Medizin, Zelte und Kleidung. Zudem wurden die Gewinne auch für 70 Entwicklungs-Projekte eingesetzt.

Jackson war stolz auf das, was der Song erreichte. Der Gedanke, dass Tausende unterernährte Kinder aufgrund eines Liedes ernährt werden konnten, beeindruckte und inspirierte ihn. Es zeigte ihm auf ganz konkrete Art die Kraft der Musik, Menschen zu vereinen, auf eine Sache aufmerksam zu machen und zu handeln. Aber er fühlte auch, dass das nicht genug war. Durch „We Are The World“ wurde weder Unterernährung noch Armut beendet; die komplizierten sozial-politischen Ursachen wurden dadurch nicht gelöst, die Machtverhältnisse und institutionelle Korruption, die zum Großteil für Hungerkatastrophen in Afrika verantwortlich waren, nicht verändert. Kritiker waren schnell dabei, diese Dinge herauszustellen und Jackson als ‘selbstgefällig’ und ‘naiv’ hinzustellen, weil er es versucht hatte.

Lieder wie „We Are The World“ und „Man In The Mirror“ wurden als simple, utopische Sentimentalitäten abgewertet. Musikkritiker Greil Marcus beschrieb den ersteren Song als nichts weiter als einen „Pepsi Jingle“, während Jon Pareles von der New York Times den letzteren als „Aktivismus für Einsiedler“ abwertete. Jacksons soziale Vision böte globalen Idealismus, Triumph und eine einfache Lösung, argumentierten sie, während sich die materiellen Umstände in der realen Welt immer weiter verschlechtern würden. Diese Kritiken verfolgten Jackson während er tourte. Er war überzeugt, dass die Kritiker es nicht verstanden hatten; er glaubte, dass sie nicht nachempfinden konnten, was die Musik den Menschen bedeutete – was sie ihm bedeutete. Er glaubte fest daran, dass Veränderungen in den Herzen und Köpfen jedes Einzelnen begann. Und genau da erreichte Kunst die Menschen.

Und dennoch war er nicht zufrieden. 1987 wurde er in einem Interview mit Ebony/Jet gefragt:

Wenn du in den Spiegel schaust, bist du mit dem, was du siehst, zufrieden?“ „In welcher Beziehung?“ entgegnete er. „Hinsichtlich dieser Philosophie…“ „Ich bin nie völlig zufrieden. Ich wünsche mir immer, die Welt könnte ein besserer Ort sein. Nein, überhaupt nicht!“ antwortete er.

Wenn er auftrat, oder Kindern direkt und persönlich helfen konnte, konnte Jackson diese Gefühle von Unzulänglichkeit, Zweifeln und Verzweiflung abstreifen. Wenn sich die Menschenmengen überall auf der Welt zu „Man In The Mirror“ wiegten und mitsangen, dann erlebte er diesen kleinen Teil einer harmonischen Welt und war glücklich. Er war in seinem Element. Aber wenn er dann in sein Hotelzimmer zurückkehrte, kehrten oft auch der Schmerz und die Verzweiflung zurück.

Der Kontrast zwischen dem King Of Pop auf der Bühne und dem gleichen Menschen als Privatperson war enorm,“ erinnert sich der belgische Komponist François Glorieux, der Jackson zum ersten Mal 1987 traf und von da an einige klassische Arrangements von Jacksons Songs erstellte. „Die Presse beschrieb ihn als einen unberührbaren und unmöglichen Menschen. Aber ich entdeckte einen völlig anderen Menschen: Sehr sensibel, emotional und geradezu scheu… In der ersten Stunde unseres Treffens fragte er mich nach meiner Kindheit. Er unterbrach mich nicht ein einziges Mal und hörte der ganzen Geschichte meiner Jugend, darüber, wie Bomben mein Haus zerstörten und drei meiner Familienmitglieder töteten, zu.“ Glorieux traf sich noch weitere Male mit Jackson, 1989 und 1990. Er beschreibt diese Treffen als „die emotionalsten meiner ganzen musikalischen Karriere. Es war fantastisch, so viele Gemeinsamkeiten zu entdecken: Leidenschaft für Musik (ohne Limit), für Frieden und Freiheit, die Liebe zur Natur und zu Tieren; und auch die Sorge um die Menschheit.

François Glorieux Michael Jackson

Francois Glorieux mit Michael Jackson

Publizist und Autor Howard Bloomder mit vielen legendären Künstlern, darunter Prince und Billy Joel, arbeitete, beschreibt Jackson als „den bemerkenswertesten Menschen den ich je in meinem Leben kennenlernte. Ganz ohne Frage… Er hatte die Fähigkeit zur Verwunderung und zum Staunen, mehr, als ich es je bei irgend jemand anderem gesehen habe. Sahst du dir mit ihm ein Portfolio eines Künstlers an, reagierte er mit etwas, das wie der Anfang einer orgastischen Erfahrung schien, und das, sobald du auch nur ein paar Zentimeter der Seiten geöffnet hattest… Wenn du mit ihm über ein schwieriges Thema gesprochen hast, z.B. dass er Konzerte absagen musste, fühlte es sich an, als ob sich in Michaels Brust goldene Schleusentore öffnete und du darin 10.000 Fans sehen konntest. Seine Aufgabe war es, sich für diese Fans zu engagieren. Er fühlte, dass Gott ihm dieses Geschenk gegeben hatte.“

Der New Age Author Deepak Chopra, mit dem Jackson für sein zweites Buch „Dancing The Dream“ zusammen arbeitete, hatte einen ähnlichen Eindruck von diesem schwer zu erfassenden Pop Star. Er erinnert sich: „Als wir uns etwa 1988 zum ersten Mal trafen, traf mich diese Kombination von Charisma und Verwundbarkeit, die von Michael ausging. Er wurde am Flughafen von Menschenmengen umschwärmt, performte dann eine auszehrende 3-stündige Show und setzte sich danach hinter die Bühne, so wie wir es einmal in Bucharest taten, trank Wasser und sah sich, als ich in den Raum kam, Sufi Gedichte an und wollte meditieren.“

Diese Sensibilität war bei Jackson schon in jungen Jahren spürbar. Smokey Robinson nannte ihn eine alte Seele in einem kleinen Körper. „In seinem Herzen trug er andere Zeitalter,“ sagte Robinson, „es war mehr, als einfach nur Soul, es war der Soul, der tief in der Erde der Geschichte eines ganzen Volkes verwurzelt war.“ Das war eine der Qualitäten, die ihn zu diesem unwiderstehlichen Performer machten, sogar schon als Kind. Und bei all der Freude und Vitalität die er ausstrahlte, war da auch immer eine gewisse Traurigkeit, dieser Weltschmerz.

Als Teenager begann Jackson die ersten Samen seiner sozialen Vision und seines humanitären Strebens zu entwickeln. „Politiker können die Welt nicht retten, deshalb sollten die Musiker es wenigstens versuchen,“ sagte er in 1979 in einem Interview mit Blues & Soul. „Ich könnte niemals Platten machen, nur um damit reich zu werden. Das macht für mich keinen Sinn. Da muss mehr vorhanden sein.“

Themen wie brüderliche Liebe, Akzeptanz und soziale Transformation sind Bestandteil seiner ersten selbst geschriebenen Werke. Der erste Eindruck dessen, was er zu erreichen versuchte, erhält man vielleicht durch den Song und den Film für „Can You Feel It“. Mit seinem älteren Bruder Jackie zusammen geschrieben, lieferte der Song eine passionierte Botschaft über Rasseneinheit („the blood inside of you is inside of me“, „das Blut in deinem Innern ist das Blut in meinem Innern) und globaler Harmonie („take the news to the marchin’ men/ Who are killing their brothers/ When death won’t do”, trage die Nachricht zu den marschierenden Männern/ die ihre Brüder umbringen/wenn der Tod es nicht tun wird). Es war die klangliche Destillation des Symbols des Pfaus, das auf ihrem vorherigen Album zu sehen war.

Im Booklet-Text des Destiny Albums erklärt Jackson: „Von alters her wird der Pfau für seine attraktive, erhabene Schönheit verehrt. Von der ganzen Famile der Vögel ist der Pfau der einzige Vogel, der alle Farben in sich vereint. So wie der Pfau versuchen auch wir, durch die Liebe zur Musik, alle Rassen zu vereinen.“

Der wegweisende, 10-minütige Kurzfilm für „Can You Feel It“, ein Augenschmaus, geschrieben und erdacht von Jackson, nahm die Symbolik des Pfaus klar und deutlich auf. Auch Elemente von Science-Fiction Filmen, wie „2001: A Space Odyssey and Close Encounters of the Third Kind“ („2001: Odysse im Weltraum“), die Sprache von biblischen Geschichten, und Andeutungen an Carl Sagans „Cosmos“(„Unser Kosmos“) wurden eingewebt, um die Botschaft über kosmische Liebe und Harmonie zwischen der Rassen zu vermitteln.

Im folgenden Jahrzehnt entwickelte Jackson sich sowohl künstlerisch als auch intellektuell weiter. Er bildete sich größtenteils selbstbestimmt weiter und tat das mit unersättlicher Neugierde. Überall wo er auftrat, studierte er die Kultur und die Menschen, er besuchte Museen, Gallerien und Buchläden, aber auch Krankenhäuser und Waisenheime. Er sammelte eine Bücherei mit Tausenden Büchern, Filmen und Videos an. Er las viel, unterhielt sich mit Experten und kaufte sich Ausgaben, die ihn leidenschaftlich interessierten. Sogar seine Aversion gegenüber Parteipolitik löste sich Ende der 1980er auf. Auch wenn es ihn nie zur Politik hinzog, begann er doch einige der Motive, Interessen und Mächte zu erkennen, die zur weitverbreiteten Ungerechtigkeit, Zerstörung und Leiden führten.

Zusätzlich zu den vielen Wohltätigkeitsorganisationen, die er unterstützte, führte sein Interesse für globale Fragen dazu, 1992, ausgehend von einem Song seines Dangerous Albums, die Heal The World Foundation zu gründen. Jackson beschrieb diesen Song als ein Mittel zum Erlangen öffentlicher Aufmerksamkeit, mit der Absicht, Geld zu sammeln und ein Bewusstsein für weltweite humanitäre Belange zu erschaffen. Die Heal The World Foundation war wesentlich umfassender ausgerichtet, als U.S.A. For Africa. Mittel aus der Stiftung sollten bei Armut, zur Unterstützung von Bildung, für Hilfe bei Krankheiten (darunter AIDS), in Kriegsgebieten, Genozid und Naturkatastrophen eingesetzt werden. In den ersten Jahren nach der Gründung war die Stiftung sehr aktiv, ihre Mittel kamen u.a. Projekten für die innerstädtische Jugend, Kinderkrankenhäusern und Kriegsflüchtlingen zu gute. „Der einzige Grund, weshalb ich auf Tour gehe ist, Mittel für die Heal The World Foundation zu generieren,“ sagte Jackson bei einer Pressekonferenz. „Mein Ziel ist es, bis Weihnachten 1993 100 Millionen Dollar zu sammeln. Ich bitte jede Firma und jede Person, die sich um diesen Planeten und die Zukunft der Kinder sorgt, dabei zu helfen, Geld für die HTW Foundation zu sammeln.“

Die Los Angeles Times berichtete 1993, Jackson habe 1,25 Millionen Dollar zu Gunsten von Projekten mit innerstädtischen Jugendlichen, von denen viele von den Ausschreitungen in LA, die dem Urteil im Fall Rodney King folgten, betroffen waren, zugesagt.

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Michael performt Heal The World – bei der Superbowl Halftime Show 1993

Jackson machte seine Heal The World Stiftung zum Mittelpunkt seiner ikonischen Super Bowl Halftime Show. Er transformierte dieses typischerweise hyper-maskuline, nationalistische, kapitalistische Spektakel zu einem grenzenlosen utopischen Fest der Liebe. „Heute stehen wir rund um die Welt zusammen, vereint für ein gemeinsames Ziel,“ sprach er zu der Zuschauermenge in der Arena (und den Millionen, die zuhause zuschauten), „um diesen Planeten wieder zu einem Ort der Freude, des Verständnis und der Freundlichkeit zu machen. Keiner sollte leiden müssen, besonders die Kinder nicht. Dieses Mal muss es gelingen.“ Sein Performance-Honorar von 1 Million Dollar spendet er der Heal The World Stiftung.

Noch bevor ihm jedoch die Idee zu Heal The World kam, gab es schon „Earth Song“.

Die späten 1980er Jahre stellten sich allgemein als Wendepunkt heraus – nicht nur für Michael Jacksons politisches Bewusstsein, sondern auch für die globale Umweltbewegung. Die Nachrichten dieses Jahres lesen sich wie alte Schriften: Es gab Hitzewellen und Trockenheiten, massive Waldbrände und Erdbeben, Völkermord und Hungersnöte. Im Heiligen Land eskalierte die Gewalt, im Amazonas wurden die Wälder verwüstet und Müll, Öl und Fäkalien wurden an den Küsten angeschwemmt. Es gab zudem deutliche Hinweise, dass sich die Erde erwärmte. Anstelle der „Person des Jahres“ hatte die Times 1988 ihre letzte Ausgabe des Jahres der „gefährdeten Erde“ gewidmet. Das Magazin schrieb: „Dieses Jahr hat die Erde gesprochen, wie einst Gott Noha vor der Flut warnte.“ Plötzlich wurde es vielen Menschen bewusst, dass wir dabei waren unser eigenes Zuhause buchstäblich zu zerstören…

Manche Menschen gewöhnen sich durch das gelegentliche Lesen und Hören der Nachrichten daran und werden passiv. Die schrecklichen Bilder und Geschichten, die über den Bildschirm flimmern, stumpfen sie ab. Jackson jedoch rührten solche Geschichten regelmässig zu Tränen. Er verinnerlichte sie und reagierte oft mit körperlichen Schmerzen darauf. Wenn Leute sich über seine Sensibilität lustig machten, oder ihm sagten, er solle doch einfach sein eigenes Glück geniessen, wurde er wütend. Er glaubte an die Worte des Dichters John Donne, die sagen „kein Mensch ist eine Insel“. Für Jackson bezog sich das jedoch auf alle Lebensformen: Natur, Tiere und Menschen aller Länder, Kulturen und Rassen (besonders Kinder) – der ganze Planet war verbunden und wertvoll.

Der Durchschnittsmensch sieht irgendwo da draussen Probleme, die gelöst werden sollten,“ erklärt er, “vielleicht werden sie es, vielleicht auch nicht… Aber ich empfinde es nicht so – diese Probleme sind nicht „irgendwo da draussen“, ehrlich, ich fühle sie in mir. Ein weinendes Kind in Äthiopien, eine Möwe, die in einer Ölpfütze um ihr Leben kämpft… ein Kinder-Soldat, der vor Furcht zittert, wenn er Flugzeuge über sich hinweg fliegen hört: Geschehen diese Dinge nicht in mir, wenn ich sie sehe oder davon höre?“

Einmal musste Jackson eine Tanzprobe abbrechen, weil das Bild eines in einem Netz gefangenen Delphins, das er zuvor gesehen hatte, ihn so emotional verstörte. „Durch die Art, wie sich sein Körper in den Seilen verheddert hatte, konntest du seine ganze Qual erkennen,“ erklärte er.

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Wenn Jackson performte, fühlte er diese turbulenten Emotionen durch sich hindurchströmen. Durch seinen Gesang und Tanz, versuchte er dieses Leiden zu übertragen – er verlieh ihm Ausdruck und eine Bedeutung. Es war befreiend. Für einen kurzen Augenblick konnte er sein Publikum – und sich selbst – zu einer alternativen Welt aus Harmonie und Ekstase mitnehmen. „Es gibt keine größere Glückseligkeit,“ erklärte Jackson. „Du wirst Eins mit der Musik, Eins dem Publikum… Man beginnt, miteinander zu spielen und man weiß, wohin es geht, bevor man ankommt.. du fühlst dich transformiert.“

Aber unweigerlich musste er wieder auf den Boden zurück kommen. Die Musik hörte auf, die Lichter gingen aus, die Menschenmenge marschierte hinaus. Und er wurde von seiner Entourage weggebracht, in ein anderes Hotel, in eine andere Stadt.

Wie es während der BAD Tour üblich war, wurde Jackson mit Bill Bray, seinem langjährigen Sicherheitschef, und anderen Begleitern durch den Personaleingang in sein Wiener Hotel eingeschmuggelt.

War er dann drin, duschte er, danach las er meistens ein Buch, oder zeichnete oder sah sich einen Film an. In der Nacht nach seinem Konzert im Wiener Prater Stadion, strömten draussen vor dem Hotel Tausende Fans zusammen und riefen seinen Namen. Jackson erschien schliesslich an einem der Fenster, bekleidet mit einem grau blau gestreiften Pyjama Oberteil und roten Flanell Hosen. Er winkte der euphorischen Menge zu und rannte dann zurück in sein Badezimmer, um ein paar Fotos zu signieren, die er aus dem Fenster warf.

Egal wie lang sein Aufenthalt in irgendeiner Stadt war, sein Hotelzimmer wurde für ihn gleichermassen zum Zufluchtsort und zur Gefängniszelle. Die Zimmermädchen des Wiener Marriott erinnern sich daran, dass er sehr auf seine Privatsphäre bedacht war. Kamen sie in seine Suite, um Essen zu bringen, oder sauber zu machen, „verschwand er in ein anderes Zimmer.“

Er war der größte Star der Welt, aber in solchen Zeiten wollte er nichts lieber, als die Anonymität einer normalen Person.

Es geschah während des kurzen Aufenthalts in Wien, dass ihn eine Inspiration erreichte. „Es fiel mir einfach plötzlich in den Schoß,“ erinnert er sich an den Moment. Das Lied der Erde (Earth’s song). Ein Lied aus ihrer Perspektive, mit ihrer Stimme. Ein Appell und ein Klageruf.

Der Refrain kam zuerst – ein wortloser Schrei. Er nahm seinen Rekorder und drückte „Aufnahme“. Aaaaaaaaah Oooooooooh. Die Akkorde waren einfach aber wundervoll. Das ist es, dachte Jackson. Er arbeitete dann an der Einleitung und an den Strophen. Seine ganze Tragweite stellte er sich im Kopf vor. Noch konnte keiner sehen, was er sah. Aber sie würden. Er spürte, dass das der wichtigste Song sein würde, den er je komponiert hatte…

Auszug aus:

Earth Song: Michael Jackson and the Art Of compassion

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Übersetzung: M.v.d.Linden

Buchauszüge aus: „Never Can Say Goodbye – Katherine Jackson Archives“

Buchauszüge aus: „Never Can Say Goodbye – Katherine Jackson Archives“

Almichael-jackson,-pop-life-1220572s seine Mutter spürte ich, dass der Karrieredruck, dem Michael ausgesetzt war, viel zu früh kam, und es macht mich traurig,dass Michael die Jahre, die er als Kind mit Arbeiten verbrachte, immer mehr bereute. Ihm kam es vor, als hätte er einiges von dem, das er als „normale Kindheit“ bezeichnete, verpasst. Er war immer sehr passioniert mit seiner Musik, sogar schon damals. Das war, was er liebte.

Michael wusste, dass er ohne diesen Einsatz schon als Kind, nicht diese Berühmtheit erlangt hätte. Er war immer dankbar für das, was er erreicht hatte, und auch wenn ich ihn mal über die Opfer, die er bringen musste, klagen hörte, weiß ich, dass er fest an seine Bestimmung glaubte: die Welt mit seiner Kunst zu inspirieren.

Da sie keine Schule besuchen konnten, stellten wir Frau Fine ein, eine Privatlehrerin, die mit der Band (Jackson 5) auf Tournee ging. In Geografie war Michael am besten. Aber er liebte auch Kunst, Geschichte und Kultur. Während seine Brüder ausgingen und feierten, besuchte Michael Museen und Galerien und vertiefte sich in die Kultur der Städte, die sie besuchten. Sowohl Frau Fine als auch ihr Ehemann, ein Pianist, entwickelten eine tiefe Verbundenheit zu Michael und entzündeten in ihm die Freude an der Literatur.

Mj Rose Fine

Michael mit seiner Lehrerin Mrs. Rose Fine

Michael war von Natur aus immer großzügig. Aber er hatte auch schon in jungen Jahren einen Unternehmergeist. Jedes Mal, wenn er sein Geld erhielt, gab Michael es für Süssigkeiten aus. Er eröffnete einen kleinen Süßwarenladen hinter unserem Haus, damit er seine an die Nachbarskinder verteilen konnte.

Ich versuchte Michael die Welt durch Dokumentationen zu erklären. Eines Tages sah ich mir mit Michael einen Film über die benachteiligten Kinder Afrikas an. Ihre Lebensumstände brachten uns beide zum weinen. Michael, der schon mit 14 Jahren sehr mitfühlend war, drehte sich zu mir und sagte: „Mutter, eines Tages werde ich etwas dagegen unternehmen.“

Einige Jahre danach tat er es. Michael überraschte mich mit einer Reise nach New York. Wir fuhren zu einem Flugzeughangar und ich wurde Zeuge davon, wie Kisten mit Nahrungsmitteln, Bedarfsgegenständen und anderen Hilfsmitteln in mehrere Flugzeuge geladen wurden, die auf dem Rollfeld standen. Ich war stolz, dass mein Sohn seinen Worten Taten folgen ließ. Er schickte Hilfsgüter nach Afrika. Seine Großzügigkeit ging aber noch darüber hinaus. Viele Spenden an wohltätige Organisationen und jahrelange Arbeit mit Kindern mit Behinderungen und aus allen Gesellschaftsschichten folgten. Manchmal ging Michael in der Nacht raus und verteilte einfach Hunderte von Dollar an Obdachlose, die ihm begegneten. Geld bedeutete ihm weit weniger als sein Ziel, das Leben von Menschen zu verbessern und die Welt dazu zu inspirieren, sich zum Besseren zu verändern.

Michael Jackson Heal The World Fundation Sending Relief To Sarajevo 1992 (9)

Auch zu unserer Familie war Michael großzügig. Meine Kinder gaben öfters Parties für mich und engagierten meinen Lieblingssänger, der dann dort auftrat. Ich erinnere mich daran, dass meine Tochter Janet mich ein paar Tage vor einer solchen Party ganz unverdächtig fragte, was meine Lieblingsfarbe sei. Als es dann soweit war, gaben sie mir ein Band, dem ich bis zum Ende folgen musste. Das Band führte mich bis zum Parkplatz, und da stand ein wunderbarer, glänzend roter Rolls Royce vor mir.

Er befreundete sich mit den Leuten aus dem Musikgeschäft, die er bewunderte und respektierte, und auch wenn sie einer anderen Generation angehörte, fühlte sich Michael mit seinen Mentoren verbunden… mit Größen wie Fred Astaire, Gregory Peck und Yul Brunner, die zu seinen engsten freunden gehörten. Ich vergesse nie diese peinliche Nacht, in der ich Yul Brunner kennenlernte. Es war schon spät und ich schlief schon, als ich ein Klopfen an der Tür hörte. Michael kam mit Yul Brunner herein und sie fanden mich im Bett, mit meiner Schlafmütze auf dem Kopf. Es war nicht unüblich, dass Michael seine Gäste mit nach Hause brachte.

Michael und all seine Geschwister haben eine enge Verbindung. Mit Marlon kam er gut zurecht, denn sie waren sich vom Alter her am nächsten, mit Jemaine, weil er zu ihm aufsah, und zu Tito, weil er bei all den Jungs der Beliebteste war. Auch seinen Schwestern stand er nahe. Die Beziehung mit LaToya wurde enger, als sie sich 1978 in New York ein Appartement teilten, als er an The Wiz arbeitete. LaToya sang ein paar Jahre für Michael im Background und spielte in seinen Videos ‘Say Say Say’ und ‘The Way You Make Me Feel’ mit. Für Janet war er immer der ideale ältere Bruder und ein großer Fan ihrer Musik. Janet sah Michael immer als ihren Mentor. Sie bewunderten sich gegenseitig.

La Toya Jackson

LaToya Und Michael in ihrem Appartement in New York


Seit 1971 war Encino das Zuhause unserer Familie. Es war Michaels Idee, das alte Haus abzureißen und mein Traumhaus genau an der Stelle neu aufzubauen. Ausser dem neuen 10-Zimmer Haus baute Michael auch noch einen Candy-Shop, einen wunderschönen Gartenpavillon und einen Pool.

Ausserhalb seines normalen Unterrichtsstoffs lernte Michael während seiner Karriere viel über die Welt und andere Kulturen. Wenn die Jungs nach einer langen Tour nach Hause zurück kehrten, teilte Michael immer sehr gerne seine Geschichten und Erlebnisse mit.

Schon in jungen Jahren erfuhren die Jungs, was kulturelle Segregation bedeutet. Viele Jahre später reiste Michael wieder nach Australien und besuchte einen Ort, an dem Aborigines lebten. Betrübt und betroffen von ihrer Unterdrückung hoffte Michael, ihre Situation verbessern zu können.

Seine Fans und Kollegen krönten ihn zum King Of Pop, nannten ihn eine Ikone und Legende. Aber auch wenn er ein großer Star war, sah ich Michael Jackson immer nur als meinen Sohn. Sein Ruhm war mir nicht wirklich bewusst geworden, bis zu dem 29.August, seinem Geburtstag, an dem er mich mit in die Eco Arena in Liverpool nahm. Das ganze Stadion war mit Luftballons und Bannern geschmückt, auf denen „Happy Birthday, Michael“ geschrieben stand, eine großartige Geste, wie ich fand. Durch die Arena klangen die Gesänge und der aufgeregte Jubel von 70.000 Fans, und draussen warteten weitere 30.000. Ich war überrascht und überwältigt von der Menschenmenge die sich dort für meinen Sohn eingefunden hat. Es hat mich sehr beeindruckt.

Aber trotz all dem blieb Michael immer am Boden. Ohne Zweifel hat mein Sohn in seinem Leben großartige Dinge erreicht, aber er strebte dennoch immer nach mehr. Er war ambitioniert. Er war ein Träumer.

Ich habe 2 Lieblings Songs von Michael Jackson: ‘Man In The Mirror’, von 1988, und „Earth Song’, von 1995. Ein weiterer Lieblingssong ist der Jackson 5 Hit ‘Man Of War’. Besonders der Text “Don’t go to war no more, study peace, ‘cause peace is what we need” (Zieht nicht mehr in den Krieg, studiert den Frieden, denn Frieden brauchen wir) gefällt mir daran. Genauso, wie das Singen und Tanzen bei ihm ganz von selbst kam, konnte Michael auch ganz natürlich Musik schreiben und komponieren. Manchmal schrieb er über Nacht einen ganzen Song. Ich hörte oft, wie er in seinem Zimmer herumlief, wenn ihn mitten in der Nacht eine Inspiration geweckt hatte.

Unter Michaels Freunden war auch der aus Chicago stammende Schauspieler, Bürgerrechtler und Ernährungsberater Dick Gregory. Michael traf Dick zum ersten Mal in 1978 New York, am Set von the Wiz. Durch Dicks Wissen über Ernährung und Gesundheit inspiriert, wurde Michael bald Vegetarier. Ich erinnere mich daran, dass Michael einer strengen Gesundheits-Diät folgte, die aus Fisch, Hühnchen und Gemüse bestand und bei der rotes Fleisch nicht erlaubt war. Kurz darauf forderte Michael auch die ganze Familie dazu auf, sich gesund zu ernähren. Dick beeinflusste Michaels Ernährungsgewohnheiten in sofern, dass er schliesslich zum Vegetarier wurde.

Auch Sammy Davies Jr. war ein Freund eine Inspiration für Michael. Die beiden trafen sich zum ersten Mal am Lake Tahoe. Eines Abends, nach Sammys Show, bewunderte Michel seine Uhr. Großzügig wie er war, nahm Sammy die Uhr ab und schenkte sie Michael. Ich habe diese Uhr heute noch. Michael gab sie mir als Erinnerung. Er selbst trug nur selten Schmuck. Durch seine Erfahrungen mit großherzigen Mentoren wie Sammy, fuhr auch Michael seit seines Lebens mit diesen Traditionen fort. Es war also nicht unüblich, dass Michael seinen Freunden und Fans Dinge schenkte, die diese bewundert hatten.

Ich sagte zu Michael immer: „Das Leben gibt dir nur das zurück, was du hineingesteckt hast.“ Ich glaube, an diese Worte erinnerte er sich immer. Michael wußte immer, was er wollte, und wie weit er gehen wollte. Er glaubte an harte Arbeit, eine positive Einstellung und Durchhaltevermögen. Oft machte er ganz intuitiv Geschäfte und traf kreative Entscheidungen, und es stellte sich oft heraus, dass diese sich sehr lukrativ für ihn entwickelten. Als er älter wurde hoffte er, weniger Zeit in seine Geschäfte stecken zu müssen und sich mehr seiner Kunst widmen zu können. Die meisten Geschäftlichen Abläufe überlies er den Händen seiner Mitarbeiter. So vertrauensvoll wie er war, musste Michael niedergeschlagen lernen, dass viele seiner Angestellten und Geschäftspartner ihn betrogen, aber dennoch war es nicht seine Art, sie zu verklagen.

Kleidung war für Michael ein persönlicher und kreativer Ausdruck. Wenn Michael jedoch nicht auf der Bühne war, war sein Kleidungsstil jedoch sehr dezent gehalten. Es war wie Tag und Nacht…

In unserem Zuhause gab es wohl eben so viele Tiere, wie Menschen. Es gab eine Giraffe, die Michael Jabar nannte, nach dem Basketballspieler Karim Abdul Jabar. Michael besaß auch ein Lama namens Lola, wie Lola Falana, eine bekannte Schauspielerin. Er hatte auch zwei Rehe, Prince und Princess und eine Schlange, Muscles. Michael hielt alle Tiere in einem Reservat, das er auf Encino gebaut hatte, alle, ausser einem. Jahrelang wollte Michael einen Affen als Haustier. Ich lehnte das aber immer ab, bis er eines Tages ein Schimpansen-Baby namens Bubbles mit nach Hause brachte. Bubbles war anders als die anderen Tiere, die wir beherbergten. Er hatte Benehmen wie ein Kind, und reckte uns seine Arme entgegen, damit wir ihn auf den Arm nehmen würden. Man konnte erkennen, dass er intelligent war, wenn er Spiele spielte oder die Hunde neckte, die wir auf dem Grundstück hatten. Bubbles wohnte und schlief in Michaels Zimmer, er war wie ein Teil der Familie.

Bubbles

Man hätte nie geahnt, dass auf dem Anwesen Tiere leben würden, denn Michael pflegte den Bereich, in dem sie sich aufhielten sehr sorgfältig. Später hatte er dazu 200 Angestellte, die Neverland und den Zoo nach diesem Vorbild in Ordnung hielten.

Die meisten Leute wissen nicht, dass die Namen von Michaels Kindern von seinem Großvater stammen. Als Michael jünger war, hat er mit meinem Vater, Prince, in Indiana Zeit verbracht. Michaels Söhne, Prince Michael Joseph Jackson und Prince Michael Jackson (Blanket) wurden nach ihm benannt.

Katherine Michael Prince

Michael und sein Großvater, Katherines Vater Prince

Lange vor Neverland baute Michael schon einen Candy-Shop auf das Grundstück von Encino. Der Laden war immer gut bestückt mit Eis und anderen Leckereien. All seine Nichten, Neffen und die Nachbarkinder kamen zu unserem Haus zum spielen. Ich wurde auch oft genug schwach, erinnere mich aber auch daran, dass ich darüber frustriert war, dass Michael der Versuchung widerstand, die Süssigkeiten selbst zu essen. Es machte ihn glücklich, sie zu verschenken und freute sich über die lachenden Gesichter der Kinder. Michael war wie ein großes Kind und auf Familienfeiern verbrachte er oft seine Zeit mit Versteckspielen mit seinen Cousins. Er wollte wohl die Kindheit, die er nicht hatte, nachholen.

Eines weiß ich ganz sicher: Michael verehrte seine Fans. Ich vergesse nie die Zeit, in der Michael den Prozess durchmachte. Jeden Morgen verliessen wir zusammen die Ranch und fuhren zum Gericht. Die Fans standen immer am Tor der Ranch und unterstützten ihn mit Schildern, Gebeten und Geschenken. Es berührte Michael, wenn er Bibelverse auf den Schildern sah, die ihn mit lieben Worten aufforderten, in dieser schweren Zeit stark zu bleiben. Es war die Unterstützung, die er brauchte.

 

Ihm folgte immer eine Menschenmenge, egal wohin er ging. Es hat ihn aber nie aus der Ruhe gebracht, wie es vielleicht bei anderen Menschen gewesen wäre. Er hatte sogar eine Regel für seine Sicherheitskräfte, die lautete: „seid immer nett zu meinen Fans.“ Als Michael noch zuhause lebte, versammelten sich jeden Tag viele Leute am Tor. Immer wieder schaffte es einer der Fans, auf das Grundstück zu kommen, um Michael zu sehen. Manche schafften es sogar bis ins Haus. Wenn so etwas passierte, blieb Michael immer ganz ruhig, nett und höflich. Er war seinen Fans dankbar und er wusste, dass ohne ihre Liebe und Unterstützung nie der geworden wäre, der er war.

Ich stand meinem Sohn immer sehr nahe. Unsere Beziehung wurde noch enger, als seine Brüder das Haus verlassen hatten, und sie wurde erneut stärker während des Prozess. Ich wußte, dass Michael mich in dieser Zeit genauso sehr brauchte, wie seine Fans. Deshalb verliess ich nicht seine Seite.

Michael Jackson Child Molestation Trial - Week Sixteen

Wenn Michael Musik machte, war er in seinem Element. Er traf viele intuitive Entscheidungen und vertraute sehr in sich selbst. Er war ein großer Denker und Träumer und glaubte daran, dass er nicht versagen würde, solange er all seine Liebe in seine Arbeit steckte. Michael war ein fröhlicher, unbekümmerter Mensch. Ich musste ihm nicht beibringen, bescheiden zu bleiben, trotz seines lebenslangen Ruhmes, er war es ganz von selbst. Ich erinnere mich daran, ihm als Kind gesagt zu haben, dass das Performen auf einer Bühne auch nur ein Job war, und dass er deshalb nicht besser war, als andere Menschen. Es kann sein, dass er das verinnerlicht hat und dennoch hat mich seine bescheidene Art oft sehr beeindruckt.

Michaels Leben war aussergewöhnlich und er war dankbar, durch seine Kunst genau das tun zu dürfen, was er liebte. Aber sowohl mein Sohn als auch ich stimmen darüber überein, dass al dieser Ruhm auch seinen Preis hat; es war Fluch und Segen zugleich. Ich möchte kein Spekulationen darüber anstellen, was man anders machen könnte, wenn man alles noch einmal von vorne beginnen könnte. Aber ich glaube, mir könnte im Leben nichts besseres passieren, als einen Sohn wie Michael zu haben.

Egal, was auch immer andere Leute denken, Michael war ein aussergewöhnlicher Mensch, Sohn und Vater. Ein Mensch, der immer alles mit guten Absichten anging und der Hoffnung, andere durch seine grenzenlose Liebe und Menschlichkeit zu inspirieren. Die ganze Welt kannte ihn, und gleichzeitig auch nicht. Mein Sohn wusste, dass seine Fans bis zum Ende hinter ihm standen. Als Gegenleistung gab er ihnen und der Welt durch sein Talent und seine Musik  Liebe, Hoffnung und Inspiration.

Die Trauer um den Verlust meines Sohnes werde ich nie in Worte fassen können. Meine Geschichten teile ich mit Michaels Kindern und seinen Fans, denn er würde wollen, dass sie wissen, wie viel sie ihm wirklich bedeuteten.

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