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The Innocent Man “I’ll Die a Man Without a Country“

Übersetzung, Quelle s.u.

Paris Jackson, Rolling Stone Interview, 2017:

Nachts weinte Daddy bei mir. Stellt euch vor, deine Eltern weinen sich bei dir aus, weil die Welt sie für etwas hasst, was sie nicht getan haben. Für mich war er alles, was zählte. Und ich hasste die ganze Welt für das, was sie ihm antaten. Ich dachte, wie können die Menschen nur so gemein sein?

Eigentlich unglaublich, aber wenn es um die Anschuldigungen gegen Michael Jackson geht, wurde er selbst nur sehr selten dazu angehört. Jackson war es nicht erlaubt, sich dazu zu äussern oder seine eigene Version der Geschichte, die für viele Jahre Teil seines Lebens war, zu erzählen. Während diejenigen, die ihn beschuldigten, von den Medien hofiert und ermuntert wurden, ihre Story zu verkünden.

Erst nach Jacksons Tod kamen plötzlich Berichte über seine Reaktion und Gefühlslage an die Oberfläche. Menschen, die Jackson nahe standen berichten über einen Mann, dessen Herz gebrochen war und der damit kämpfte, sich von dem Martyrium der falschen Anschuldigungen zu erholen. Ihre Aussagen gewähren uns eine Einsicht in Michael Jacksons Leben, im Schatten von falschen Beschuldigungen.

Die finanziellen Forderungen der Chandler-Familie begannen, als Michael gerade seine Dangerous World Tour startete. Der Star stand jeden Abend auf der Bühne und überspielte dabei perfekt, dass seine Welt gerade auf dem Kopf stand. Mit der Zeit entwickelte er so durch den Stress und Druck der Anschuldigungen eine Abhängigkeit von Schmerzmitteln.

Im Songtext von Stranger In Moscow, geschrieben im September 1993, nach seinem Dangerous-Konzert in Moskau, sagt er:

Here abandoned in my fame / Armageddon of the brain / 

How does it feel when you’re alone and you’re cold inside?

Hier, einsam in meinem Ruhm / Armageddon im Gehirn / 

Wie fühlt es sich an, wenn du allein bist und innerlich kalt?

Dieser Song ist eines der aufschlussreichsten Zeugnisse seines emotionalen Zustands in der Zeit, als die Beschuldigungen der Chandlers aufkamen. Er veröffentlichte ihn zwei Jahre später auf dem HIStory Album, das er als „eine musikalische Biografie“ bezeichnete. Das Album thematisiert auch die ungerechte Behandlung Michaels durch Medien und Behörden.

Frank Cascio zitiert in seinem Buch „My Friend Michael“ eine Aussage Michaels zu dieser schweren Zeit: 

Ich glaube nicht, dass du es wirklich begreifen kannst … ich habe die ganze Welt gegen mich, die denkt, dass ich ein Kinderschänder bin. Du weißt nicht, wie es sich anfühlt, falsch angeklagt zu sein und ‚Wacko Jacko‘ genannt zu werden. Tagein tagaus muss ich auf diese Bühne gehen und auftreten, muss so tun, als sei alles perfekt. Ich gebe alles, was ich habe, ich gebe die Performance, die jeder sehen will. In der Zwischenzeit sind mein Charakter und mein Ruf ständigen Angriffen ausgesetzt. Wenn ich von der Bühne herunterkomme, sehen die Leute mich an, als wäre ich ein Krimineller.“

Im November 1993 wurden einige Konzerte abgesagt, nachdem Jackson wegen Dehydration auf der Bühne kollabiert war. Die Medien berichteten natürlich, dass er es nur vorgetäuscht habe, aber seine enge Freundin Elizabeth Taylor kam zu ihm zu Hilfe und lies ihn schließlich heimlich von Südamerika zu einem Reha-Zentum in England fliegen. Jackson sagte die restlichen Termine der HIStory Tour ab und reiste später nach Kalifornien zurück, um den Beschuldigungen gegen ihn den Kampf anzusagen.

Nachdem zwei Geschworenengerichte bestätigt hatten, dass es für eine Anklage Jacksons keine Gründe gab, wollte er die Anschuldigungen hinter sch lassen und sein Leben wieder ordnen. Trotz der Anfeindungen der Medien ging er zurück ins Studio und nahm ein erfolgreiches Album auf. (HIStory) Er heiratete Lisa Marie Presley und nach der Scheidung seine zweite Frau, Debbie Rowe, und wurde 1997 zum ersten mal Vater. Seine Kinder wurden von nun an zum Mittelpunkt seines Lebens. Aber 2003, nachdem Martin Bashirs Dokumentation „Living with Michael Jackson“ gesendet worden war, brachten die Medien erneut Jacksons Verhältnis mit Kindern in die Schlagzeilen. Bashir warf in diesem Film ein falsches Licht auf Jacksons Freundschaft mit Gavin Arvizo, einem 13-jährigen Jungen, den Jackson im Kampf gegen seine Krebserkrankung unterstützt hatte. Anfangs standen Gavin und seine Familie noch auf Jacksons Seite und stellten sich gegen die Medienberichte und Bashir. Michael und sein Team bemühten sich währenddessen darum, seine Reputation schnellst möglich wieder herzustellen. 

Aber dann änderten die Arvizos plötzlich ihre Geschichte und am 18. November 2003 erliessen die Behörden einen Haftbefehl gegen Jackson, der zu der Zeit das Video zu „One More Chance“ in Las Vegas filmte, und durchsuchten mit 70 Beamten seine Neverland Ranch.

Sein damaliger Manager Dieter Wiesner musste Michael diese Nachricht überbringen. Er berichtet:

Michael war noch in seinem Zimmer. Er saß neben dem Kamin als ich zu ihm kam. Ich musste ihm die Nachricht überbringen, und es war nicht leicht, ihm so etwas zu sagen, denn er war in einer guten Stimmung. Er sah wieder positiv in die Zukunft. Nach dem Debakel mit der Bashir Dokumentation ging es ihm sehr schlecht, aber jetzt hatte sich alles geändert und Michael war bereit für Neues. Und jetzt musste ich ihm solche desaströsen Nachrichten überbringen, aber zu gleich auch noch gute Nachrichten damit verbinden… Ich sagte zu ihm: „Michael, ich habe schlechte Nachrichten, die Polizei durchsucht die Ranch…“ Michael war völlig geschockt, ich saß neben im und hatte meinen Arm auf seiner Schulter. Er sah mich an, und du konntest sehen, wie das Blut aus seinem Gesicht wich. Er war zu tiefst geschockt. Aber ich sagte ihm: „Michael, jetzt hast du die Gelegenheit ein für alle Mal alles aufzuklären.“
Während der nächsten beiden Tage weinte Jackson viel, sagt Wiesner: „Ich war ständig bei ihm. Er war geschockt, er weinte, er wußte nicht, was er tun sollte. Es war eine furchtbare Situation. Eigentlich war geplant, nach Europa zu reisen. Er wollte in seinem Leben neue Pläne und Projekte verwirklichen und alles war bereit. Alles war wunderbar und diese Nachricht erschütterte ihn zutiefst. Es brachte ihn um.“

Zwei Tage nach der Durchsuchung Neverlands schlug Jacksons Niedergeschlagenheit in Verärgerung um, als herauskam, dass der Junge, der hinter den Beschuldigungen steckte, Gavin Arvizo war, der Junge, dessen Hand Jackson in der Bashir Dokumentation gehalten hatte. Jackson war jetzt bereit, zu kämpfen. 

Er flog nach Kalifornien zurück und liefert sich selbst den Behörden aus, und begann, um sein Leben zu kämpfen.

In dem Buch „A Life for L.O.V.E.“ Berichtet Sonja Winterholler, ein Fan aus Deutschland, über eine Begegnung mit Michael Jackson im Jahr 2004, bei einem Treffen in Michaels Bus vor der Neverland Ranch:

Die einzige Frage, die mir einfiel, und in dieser Situation sinnvoll erschien war: „Wie geht es dir?“ – und das fragte ich ihn dann. Michael stand einfach nur da und antwortete nicht. Er sah mich nicht einmal an, aber er hielt meine linke Hand fest in beiden Händen. Dann küsste er mich auf beide Wangen, aber sagte immer noch kein Wort. Ich war etwas verwirrt und wußte nicht, was ich tun sollte. Also fragte ich ihn, ob es ihm gut geht. Schliesslich sah Michael mich an und stiess hervor: „Nein!“ , und sagte dann, während er meine Hand weiter feste drückte, „ich tue nur so, als ob alles gut ist, aber so ist es nicht, es geht mir nicht gut.“ Im gleichen Moment umarmte er mich fest und ich bemerkte, dass er weinte. Oh mein Gott, jetzt wurde mir klar, warum er zuvor nichts gesagt hatte. Er hatte versucht, nicht die Fassung zu verlieren und zu weinen, aber meine Fragen waren nicht sehr hilfreich. Wir standen eine Zeit lang da, und umarmten uns. Michael schluchzte mehrmals und ich bemerkte, dass er zitterte, obwohl es im Bus recht warm war. Es dauerte eine Zeit bis ich realisierte, dass Michael mir genau in diesem Moment, als er mich umarmte und weinte, seine wahren Gefühle zeigte. Bis dahin hatte ich wirklich gedacht, er sei so stark und sähe dem Gerichtsverfahren positiv entgegen, so wie er es noch vor ein paar Tagen bei der Anklageerhebung in der Öffentlichkeit dargestellt hatte.“

Jermaine Jackson berichtet in seinem Buch über die Zeit des Prozesses aus Sicht der Jacksons. Auch über den Morgen, an dem Michael mit blauen Pyjamahosen bekleidet verspätet im Gerichtsgebäude eintrifft. Die Medien kritisierten Jackson für seinen „zerzausten“ Auftritt, aber er hatte Gründe dafür. Er hatte sich an dem Morgen zu Hause am Rücken verletzt und war ins Krankenhaus gebracht worden. Es war der 10. März 2005, einen Tag nachdem sein Ankläger, Gavin Arvizo, ausgesagt hatte.

Jermaine erinnert sich:

Das Handy klingelt. Es ist Mutter und sie klingt aufgeregt. „Michael ist im Krankenhaus! Wir sind bei ihm, er ist ausgerutscht und hat sich den Rücken verletzt.“ „Ich bin schon unterwegs“, antwortete ich auf dem Weg zur Tür. Das Hotel lag zwischen Neverland und dem Gerichtsgebäude in Santa Maria, und das Krankenhaus war nur ein kleiner Umweg. Ich benutzte einen Seiteneingang, um Unruhe zu vermeiden. 

Am Gang des zweiten Stocks standen viele Patienten und Krankenschwestern und die hörbare Aufregung verstummte, als ich mich näherte. Bodyguards in dunklen Anzügen standen vor der geschlossenen Tür eines Privatzimmers. Sie liessen mich eintreten. Innen waren die Vorhänge zugezogen. Im Halbdunkel stand Michael, er trug eine blaue Pyjamahose und ein schwarzes Jacket. „Hi, Erms,“ sagte er fast flüsternd. „Alles ok bei dir?“, fragte ich ihn. „Ich habe mir den Rücken verletzt“, antwortete er mit einem erzwungenen Lächeln. Der Sturz nach dem Verlassen der Dusche auf seiner Ranch verursachte ihm große Schmerzen, und es schien wie ein letzter Stoß zu sein in einer Zeit, in der ständig auf ihn eingeschlagen wurde.

Aber er ist ein Kinderschänder, nicht wahr? Er verdient das, nicht wahr? Die Polizei wird schon ihre Beweise haben, sonst würde ihm ja nicht der Prozess gemacht, oder? Die Leute müssen noch sehr viel lernen um zu sehen, wie grundfalsch dieser Prozess in Wirklichkeit ist,“ sagt Jermaine. 

Er erinnert sich weiter an diesen Tag im Krankenhaus, an seinen jüngeren Bruder, der vor Schmerzen an Rücken und Rippen stöhnte, wobei seine psychischen Schmerzen sicherlich noch viel größer waren. Er durchlebte einen körperlichen Verfall. Sein schlanker Körper eines Tänzers war zu einem zerbrechlichen Gestell geworden, sein Gang stockend, sein Lächeln erzwungen, er sah abgemagert aus. 

Jermaine:

Er hat nie etwas anderes getan, als Musik zu erschaffen, zur Unterhaltung und um seine Botschaft von Liebe und Hoffnung zu verbreiten, und wie wir miteinander umgehen sollten, besonders mit Kindern, und dennoch beschuldigt man ihn jetzt, Kindern geschadet zu haben.

Michael hebt seine Augen vom Boden. Ich hab ihn nie zuvor so traurig gesehen, aber ich sehe, dass er reden möchte. Bis jetzt hat er vor uns nur selten seine Emotionen gezeigt. Er schien kontrolliert und resolut, sprach über seinen Glauben, dass er Gott vertraue und nicht einem Richter in Robe. Aber sein kontrolliertes Verhalten löst sich gerade auf, ohne Zweifel durch die gestrige Aussage getriggert, und zudem noch durch die Verletzung am Rücken. Es ist einfach alles zu viel. 

Alles, was sie über mich sagen, ist nicht wahr. Warum sagen sie solche Dinge?“ „Oh Baby…“, sagt Mutter, aber Michael hebt seine Hand. Er will weiter reden. „Sie sagen all diese furchtbaren Dinge über mich. Ich sei dieses und jenes….. Ich bleiche meine Haut. Ich würde Kinder verletzen…. Ich würde niemals…. Es ist nicht wahr, es ist alles nicht wahr,“ sagt er mit bebender Stimme. Er beginnt an seiner Jacke zu zerren, ohne auf seine Rückenschmerzen zu achten, wie ein Kind, das schnell aus einem Kostüm kommen will.

Michael…“ sagt Mutter. Aber jetzt fließen die Tränen: „Sie können mich beschuldigen und der Welt einreden, sie hätten Recht, aber sie liegen einfach völlig falsch… so völlig daneben.“ Joseph ist wie gelähmt bei diesem emotionalen Ausbruch. Mutter hebt ihre Hände vors Gesicht. Michael zerrt jetzt an seinen Jackenknöpfen und windet sich aus den Ärmeln. Die Jacke fällt von seinen Schultern und hängt nach hinten herunter, sein Oberkörper ist jetzt entblößt.

Er schluchzt: „Seht mich an!… Seht mich an! Ich bin der missverstandenste Mensch der Welt!“ Er sinkt zusammen, steht mit gesenktem Kopf vor uns, als ob er sich schämt. Es ist das erste Mal, dass ich das wahre Ausmaß seiner Hautkrankheit sehe, und ich bin geschockt. Sogar vor seiner Familie hielt er seinen Körper bisher immer bedeckt. Sein Oberkörper ist hellbraun, durchsetzt mit grossen weißen Flecken über seinen Brustkorb; ein weißer Fleck bedeckt Rippen und Bauchregion, ein anderer verläuft seitlich nach unten, und über die Schultern und Oberarme verteilen sich ebenfalls Flecken. Da ist mehr weiß als seine natürliche, braune Hautfarbe. Er sieht aus wie ein Weißer mit Kaffeeflecken. 

Das ist die Hautkrankheit – Vitiligo – von der die zynische Welt sagt, er habe sie nicht, und lieber glauben will, dass er seine Haut bleicht. „Ich versuche zu inspirieren… Ich versuche zu lehren…“, seine Stimme wird brüchig, als Mutter ihn tröstet. „Gott kennt die Wahrheit. Gott kennt die Wahrheit,“ sagt sie. Wir alle umgeben ihn und können ihn, aus Rücksicht auf seinen Rücken nicht fest umarmen, aber dennoch spenden wir Trost. Ich helfe ihm, sein Jacket wieder anzuziehen. „Bleib stark, Michael,“ sage ich, „alles wird gut werden.“ Schnell gewinnt er seine Fassung zurück und entschuldigt sich. „Ich bin stark, ich bin ok,“ sagt er. 

Nach dem ich gegangen war, übermittelten die Bodyguards eine Nachricht seines Anwalts, Tom Mesereau, aus dem Gerichtsgebäude. Der Richter sei nicht erfreut darüber, dass Michael sich verspäten würde, und wenn er nicht pünktlich sei, würde seine Kaution ausgesetzt. Nichteinmal seine echten Schmerzen werden berücksichtigt oder geglaubt.“

Als der Prozess voranschritt wurde Jacksons Gesundheitszustand sichtlich schlechter. Natürlich ließen die Medien keine Gelegenheit aus, sich über sein schwaches und zerbrechliches Aussehen lustig zu machen. Am 13. Juni 2005 wurde Jackson in allen Anklagepunkten freigesprochen. Nach der Urteilsverkündung verbrachte er Berichten zu Folge mehrere Tage im Krankenhaus. Jackson bewies seine Unschuld und gewann den Prozess, aber der Schaden war angerichtet.

Dieses mal konnte Jackson sich davon nicht wieder erholen und einfach alles hinter sich lassen. Er hatte kein Zuhause mehr, in das er zurückkehren konnte. 

„Ich werde nie wieder hier leben. Ich besuche Neverland. Es ist jetzt ein Haus aber es ist kein Zuhause mehr,“ sagte er im Dezember 2003. Und tatsächlich verlies Michael Neverland 2005 und kehrte nie wieder dorthin zurück. In den Jahren nach dem Prozess, zog er mit seinen 3 Kindern von einem Land zum anderen, immer ausserhalb des Radar der Medien.

Bill Withfield, Michals Bodygard von 2007 – 09 erinnert sich:

Er misstraute Fremden. Immer wenn er von einer Menschenmenge umgeben war, wurde er hektisch und nervös. Eines Nachmittags waren wir in einer Shopping-Mall in Virginia. Javon war das Auto holen und ich wartete mit Mr. Jackson und dem Securityteam der Mall beim Eingang. Jemand hatte ihn erkannt, und es gab eine kleine Ansammlung. Er gab ein paar Autogramme, winkte. Es war eine friedliche Situation, kein Mob oder ähnliches. Als Javon dann mit dem Auto kam und die Tür für Mr. Jackson öffnete, schrie dieser Kerl von hinten aus der Menge: „Fucking Childmolester!“ Ich hörte es ganz deutlich. Ich sah zu Javon, er hatte es auch gehört. Wir hofften nur, dass Mr. Jackson es nicht mitbekommen hatte. Aber nachdem wir ins Auto gestiegen und losgefahren waren, lehnte er sich zu uns vor und fragte: „Habt ihr beiden gehört, dass da jemand was gerufen hat?“ „Nein, Sir,“ sagte ich, „ich habe nichts gehört, hast du was gehört, Javon?“ Javon schüttelte mit dem Kopf. Mr. Jackson sagte: „Ich dachte, ich hätte gehört, dass jemand etwas sehr gemeines gesagt hätte, ich hätte schwören können. Ihr lügt mich doch nicht an, oder?“ „Nein, Sir.“ Wir wollten ihn nicht anlügen, aber wir wußten, was passieren würde, wenn wir bestätigen würden, jemand hätte ihn „Childmolester“ genannt. Es würde ihn völlig fertig machen. Er würde sich hinter verschlossene Türen zurückziehen, und für die nächsten Tage in seinem Zimmer verschwinden. Wir wollten nicht, dass das passiert. Wir fuhren weiter, ohne dass in den nächsten 10 Minuten jemand sprach. Und dann hörten wir ihn plötzlich vom Rücksitz sagen: „Ich würde nie ein Kind verletzen. Ich würde mir eher die Pulsadern aufschneiden, bevor ich jemals einem Kind etwas antun würde.“

Im Juli 2009 sprach Anjelica Huston über den Tag, an dem sie Michael ein paar Wochen vor seinem Tod das letzte mal gesehen hatte: 

Nach Captain Eo traf ich ihn nur selten…. Aber komischer Weise traf ich ihn ca. vor einem Monat, zufällig in der Praxis von unserem Hautarzt, Arnie Klein. Wir umarmten uns und wir gingen in einen Raum und redeten ein paar Stunden. Wir sprachen darüber, wie gedemütigt er sich durch diese Beschuldigungen wegen den sexuellen Übergriffen gefühlt hatte und über seine Trauer über den Verlust von Neverland, wo er so viele Jahre gelebt hatte.”


Ich erinnere mich an seine Worte: 
Sie haben meinen Traum ruiniert. Ich hatte diesen Traum, vielleicht kindisch und verrückt, ich wollte einen Ort schaffen, an dem man die die Unschuld der Kindheit feiern könnte, die ich nie hatte, und sie nahmen ihn mir. Ich liebe Kinder, ich könnte ihnen niemals etwas antun. Ich verbrachte mein ganzes Leben damit sie zu lieben und ihnen Gutes zu tun. Die Verleumdung, ein Kind verletzt zu haben bricht mir das Herz. Es ist ein unerträglicher Schmerz, diese Beschuldigungen sind ungerecht und unerträglich… “ Als er diese Dinge sagte, begann er zu weinen. Ich hielt ihn in meinen Armen, er war so dünn und zerbrechlich.”
Er sagte mir, er bereite sich auf die Konzerte in London vor. Ich sagte, ich rate dir nicht eine Show abzusagen, sie werden dich sonst niedermachen. Er sagte: Ich weiß, deshalb bereite ich mich um so besser vor, denn sonst werde ich keine Hoffnung haben, dass ich wieder geliebt werde. Er war dünn und blass, aber mit seinem Make up, was er auch bei dem Besuch von seinem Hautarzt, trug konntest du nicht erkennen, wie es darunter aussah. Eines kann ich sagen, ich konnte soviel Schmerz fühlen, aus der Vergangenheit und viel Angst und Unsicherheit vor der Zukunft.”
Michael hatte ein gebrochenes Herz. Daran ist er gestorben. Natürlich, im Autopsiebericht schreiben sie viele Dinge, Medikamente und all da. Aber die Wahrheit ist, dass sie sein Herz brachen.”

Am 25. Juni 2009, mitten während den Vorbereitungen für seine This Is It Tour, starb Michael Jackson im Alter von nur 50 Jahren. Kurz danach wurde eine handschriftliche Notiz gefunden, es waren die Lyrics von einem bisher unveröffentlichten Song:

 „The Innocent Man“

If I sail to Acapulco or Cancun Mexico

there the law is waiting for me

and God knows that I’m innocent.

If they won’t take me in Cairo

then Lord knows where will I go.

I’ll die a man without a country

and only God knew I was innocent now.

Segele ich nach Acapulco oder Cancun, Mexico

wartet schon das Gesetz auf mich

und Gott weiß, dass ich unschuldig bin

Wenn sie mich in Cairo nicht wollen

Gott weiß, wo ich dann hingehen kann

Ich werde als Mann ohne Heimat sterben

und nur Gott weiß, dass ich unschuldig bin

……………………………………………………………

>>> Quelle/Original https://en.mjstory.co.il/the-aftermath?fbclid=IwAR1Pz2AyQ-e_6P1ienvNzbR8UAHjjZp15H6nlyNGxPUSnQEZQLKruvUm4es

“Mockingbirds don’t eat up people’s gardens,

don’t nest in corncribs, they don’t do one thing

but sing their hearts out for us.

That’s why it’s a sin to kill a mockingbird.”

– Harper Lee, “To Kill A Mocking Bird

Vincent Patersons Zusammenarbeit mit Michael Jackson


Der Choreograf Vincent Paterson erinnert sich an die Jahre, in denen er mit Michael Jackson zusammen an unterschiedlichen Projekten gearbeitet hat.

Vincent Patersons Zusammenarbeit mit Michael begann als Tänzer in den Videos zu Beat It und Thriller. Später war er verantwortlich für die Choreografie weiterer Videos, wie Smooth CriminalThe Way You Make Me Feel, Black Or White und Blood On The Dance Floor. Aber seine Mitarbeit bezog sich nicht nur auf die Kurzfilme. Er arbeitete auch an der Choreografie der Bad World Tour, Michaels Super Bowl Performance und des MTV 10thAnniversary Specials.

Vincent Paterson:

„Ich glaube, ich nahm Thriller das erste Mal wirklich wahr, als ich das Motown 25 Special mit Michael Jackson ansah. Ehrlich gesagt mochte ich ihn vor dieser Show nicht besonders, aber als ich ihn dort sah, war es um mich geschehen. Nie zuvor sah ich jemanden so tanzen, mit soviel überkochender Energie, mi soviel Kraft und Beherrschung. So etwas sah ich nach Fred Astaire nie mehr. Ich dachte, es sei unmöglich, das zu wiederholen. Ich verliebte im wahrsten Sinne des Wortes mich auf der Stelle in ihn. 

Anfang der 1980er zog ich nach Hollywood. Ich wollte Tänzer werden. Ich war gerade von einer Welt Tournee mit Shirley MacLaine zurückgekehrt, und war mit dem Choreograf, der an Michael Jacksons Projekten arbeitete, bekannt. Sein Name war Michael Peters. Ich war einer seiner Schüler und half ihm, Tanzkurse zu unterrichten. Ich bewarb mich als einer der Tänzer für das Video Beat It. In Los Angeles fing ich gerade erst an, und zuvor war ich mehr mit Schauspielerei beschäftigt, und begann mit dem Tanzen erst relativ spät, erst mit 24 Jahren. Als ich dann in die engere Auswahl kam und hörte, dass es in dem Video um Street-Gangs ging, blieb ich unrasiert, steckte mir einen falschen Ohrring ins Ohr, gelte meine Haare und zog mir die Klamotten an, die man zu der Zeit auf den Straßen trug. Ich kam in den Raum, wo die Auswahl stattfand, und dort standen eine Menge Leute in glänzenden Tanz-Leggings. Im Vergleich zu ihnen, stach ich sofort hervor. In diesem Raum waren auch Michael Jackson und Michael Peters. Nach meiner Audition sagte Michael sofort: „Den Typ brauche ich! Den Typ brauche ich!“ Ich glaube er traf seine Wahl zum großen Teil deshalb, weil ich zu dieser Probe kam und schon in meiner Rolle war. Deshalb war es für Jackson und Peters viel leichter, den Charakter, den sie suchten, in mir zu erkennen.

Ich weiß nicht, ob zu dem Zeitpunkt das Script schon vollständig geschrieben war. Michael Peters rekrutierte einfach eine Gruppe von Tänzern und wies ihnen nach und nach die Rollen zu. Es stellte sich heraus, dass Peters auch selbst in dem Video mit tanzen würde. Er sagte zu mir: „Warum wirst du nicht einfach zu meinem Gegenspieler? Ich werde die Leute in zwei Gangs einteilen, rivalisierende Gangs. Du führst die eine an, und ich die andere.“ Das veränderte wirklich meine komplette Karriere als Tänzer! Von dem Augenblick an wurde ich auf der ganzen Welt bekannt und für eine Weile sogar zu einem Star. Peters und ich (er war mein bester Freund) liefen durch die Stadt, Los Angeles, New York oder Hollywood, und Leute kamen auf uns zu und wollten Autogramme. So etwas passiert Tänzern normalerweise nie! Vielleicht ist es heute anders, aber zu der Zeit war Tanz eine neue Kunstform, und auch Musikvideos waren eine neue Kunstform. 

Michael Peters, Michael Jackson, Vincent Paterson

Am Set von Beat It

Michael Jackson war sehr, sehr schüchtern, er war introvertiert. Bei der Auswahl begrüßte ich ihn nur, er war sehr still und sprach mit niemanden. Als ich die Rolle bekam und Peters mit Jackson zu arbeiten begann, schloss ich mich Peters anderem Assistenten, Frances Morgan, an. Wir arbeiteten mit Jackson im gleichen Raum. Das war großartig! Er war so liebenswert und höflich, aber immer noch sehr still. Obwohl er auch gerne lachte und Leute neckte. Ich denke, er fühlte sich in diesem kleinen Raum, in dem nur wir vier waren, recht wohl.

Im Thriller-Video mit zu tanzen war Dank dessen aussergewöhnlichen Drehbuchs eine phänomenale Erfahrung! Zu der Zeit brachen wir mit jedem Video, das veröffentlicht wurde, die Rekorde. Es wurde zu einem historischen Ereignis. Das Video von Thriller war etwas anders als Beat It. Michael Peters führte auch hier, zusammen mit John Landis als Regisseur, die choreografische Regie. Peters übernahm einige Tänzer des vorherigen Videos und auch welche, die er aus der Zusammenarbeit bei anderen Projekten kannte. Wir waren begeistert! Waren wir doch schon durch Michael Jacksons Erfolg mit dem Beat It Video inspiriert, arbeiteten wir jetzt mit John Landis an Thriller. Ein zehn Minuten langes Video, von so etwas hatte man nie zuvor gehört! Wir wußten, wir würden in die Geschichte eingehen!

Vincent Paterson & Michael Jackson, Thriller

Anfangs war ich Choreografie Assistent und zu gleich auch einer der Zombie Tänzer. Als ich zum ersten Mal mit Peters ins Studio kam, noch bevor Jackson erschien, begann Peters schon diese Moves zu entwickeln und ich war wirklich fasziniert. Ich fragte Peters, woher diese Choreografie kommt, wie er auf solche Ideen kommt. Und er antwortete: „Ich hab keine Ahnung, die Musik hat mich mitgerissen und diese verrückten Dinge zeigten sich mir. Ich weiß auch nicht, in welche Richtung es gehen wird.“ 

Ich hatte das Talent, mir alles zu merken, was Peters tat und es dann zu wiederholen. Als Jackson dann eintraf… oh mein Gott, er war wirklich völlig aus dem Häuschen! Er hatte nicht gewußt, das wir es auf diese Art choreografieren würden. Und als er sah, was Peters erschaffen hatte, war er begeistert und sehr zufrieden mit der Art, auf die Peters seine Musik interpretierte.

Jahre später, als ich selbst als Choreograf und Bühnendirektor mit Michael Jackson zusammen arbeitete, sagte er etwas zu mir, das auch durch Peters Arbeit perfekt gezeigt wurde: “Versuche nie, der Musik eine Bewegung aufzuzwingen. Lass die Musik zu dir sprechen. Lass die Musik dir zeigen, welche Bewegungen sie verbunden werden möchte. Wenn du sorgfältig zuhörst, wird sie zu dir sprechen und dir den kompletten Tanz schenken.“ Das war es wohl auch, was mit Peters geschah, als er diesen Song hörte. 

Als die Tänzer zusammenkamen und die Choreografie lernten, waren wir geschockt. Es war unglaublich! „Oh mein Gott, es sieht so unheimlich aus!“ – zu der Zeit war es etwas wirklich neues. Und seht nur, was passiert ist, dieser Tanz lebt noch heute, auf der ganzen Welt.

Thriller zu tanzen war eifacher, als Beat It, denn es war ein komplettes Stück und wir tanzten alles an einem Ort. Wir drehten irgendwo Downtown Los Angeles. In dieser Nacht war es furchtbar kalt… ich weiß nicht mehr, ob unser Atem kondensierte, aber wenn es so war, dann war es echt. Uns war sehr kalt, daran erinnere ich mich. Auch daran, dass wir ständig zu der Trailern rannten, weil es dort eine Heizung gab. Der Dreh fand etwa morgens um 3 Uhr statt. Ich weiß wirklich nicht mehr, wieviele Aufnahmen von dem Tanz wir in dieser Nacht machten, ich glaube 30 oder 40. John Landis verfolgte die Close-Ups und individuellen Sequenzen der Tänzer persönlich, er erschien überall und filmte Michael aus unterschiedlichen Winkeln. Es waren bestimmt 30 – 40 Wiederholungen. Auch das Make up dauerte mehre Stunden. Es wurde von Rick Baker gemacht. Jede von uns hatte sein eigenes Make up, es gab nicht einfach nur ein Zombie Make up. Von jedem wurde ein Abdruck vom Gesicht abgenommen und für jeden wurde ein eigenes Image entworfen, eine eigene Maske. Wenn du dann vor dem Spiegel sitzt und siehst, wie sich ein junger, gesunder Mann in Aas verwandelt überfordert das deinen Verstand! Du siehst, wie deine Zähne ausfallen. Jeder von uns hatte sein eigenes Gebiss, ich habe meins nach dem Dreh mitgenommen, ich hätte das nicht tun sollen, aber ich habe sie geklaut und habe sie immer noch.

Ich habe also mit Michael Jackson in 2 Videos getanzt. Ich war der Ganganführer in Beat It und ein Zombie in Thriller, und ich arbeitete zudem als Assistenz-Choreograf für Michael Peters. Und dann, eines Nachts, riefen sie mich zuhause an. Eine sanfte, ruhige Stimme fragte nach Vincent Paterson. Ich dachte, jemand versuchte mich zu verscheissern, indem er so tat, als sei er Michael Jackson. „Wer ist da?“ fragte ich. „Michael Jackson“ bekam ich zur Antwort. „wer zum Teufel ist da?“ fragte ich. Die gleiche Antwort wie zuvor. „Ich werde jetzt auflegen wenn du nicht sagst, wer dran ist!“ Ich war gereizt. Aber es stellte sich heraus, es war wirklich Michael Jackson… und ich entschuldigte mich mehrfach.

Michael arbeitete in einem Studio in Hollywood an einem neuen Album und fragte, ob ich vorbeikommen könne. Ich rannte förmlich hin und wartete darauf, dass er mich fragen würde, in seinem nächsten Videos zu tanzen. Wir gingen ins Studio und er spielte mir Smooth Criminal vor und fragte, was ich denke. Es gefiel mir sehr! Dann fragte er, ob ich mir Ideen für das Video ausdenken könne und ob ich dazu eine Tanz-Nummer kreieren wolle. Ich war überrascht und geschmeichelt, dass mir diese Ehre zukam.

Michael kam mit der Idee eines eleganten Clubs, indem 10 Männer mit Frack und Hut tanzen sollten. Aber er wollte auch meine Ideen hören.

Am Set von Smooth Criminal

Ich wußte, dass Michael die Filme von Fred Astaire mochte, und recherchierte die Tanzeinlagen dieser Musicals, die meist von Hermes Pan choreografiert waren. Während ich das tat und mit den Tänzern arbeitete, war Michael die meiste Zeit im Aufnahmestudio. Er stellte mit einen extra Pavillon zur Verfügung, ausgestattet mit einem hölzernen Tanzboden, damit die Tänzer sicher proben konnten. Zudem stattete er den Pavillon auch mit einem grandiosen Audiosystem und einer Videokamera aus und stellte mir 10 Tänzer zur Verfügung um eine Choreografie zu erarbeiten. Jeden morgen kamen wir zusammen und ich erarbeitete die Choreografie in diesem Pavillon und übte sie mit den Tänzern ein. Ich filmte alles was den Tag über passierte und anschliessend sah ich mir mit Michael das Band an. Er sagte immer: „Das ist großartig! Aber ich glaube, du brauchst noch mehr Tänzer.“ Ich engagierte letztlich 50 Tänzer für dieses Video!

Wie lange wir probten und filmten weiß ich nicht mehr, aber es waren wohl 4 oder 6 Wochen. Zuerst war es nur ein Clip, dann wurde es zu einer Szene im Film „Moonwalker“. Ich arbeitete mit Michael zusammen daran, den Song zu erweitern, und es entstand eine zehn Minuten lange Tanzeinlage in dem Film. Nachdem ich die Choreografie soweit fertig hatte, arbeitete ich mit Michael persönlich. 

Auf diese Art arbeiteten Michael und ich immer zusammen, probten zusammen. Ich hatte ihm schon die Vorstellung davon vermittelt, wie der Tanz aussehen würde, und er änderte noch einige Kleinigkeiten hier und da. Michael wiederholte die Choreografie dann für Stunden vor dem Spiegel.

Ich liebte die Zusammenarbeit mit Michael als Künstler und Partner. Er vertraute mir. Ich inszenierte die Bewegungen für ihn und die Tänzer und lies ihm Raum, seine eigenen Moves zu erschaffen, seine Performance.- Er arbeitete hart, seine eigenen Stil zu kreieren und ich versuchte ihm die Möglichkeit zu geben, seinen Tanz hervorzuheben.

Smooth Criminal

Als wir an Black Or White arbeiteten, integrierte ich Tänze aus aller Welt. Ihm gefielen sämtliche Vorschläge. Meine beste Erinnerung an Black Or White entstand während der Proben. Als wir begannen, das Ende des Films zu drehen, diese Szene, in der er auf der Straße tanzt, begann Michael damit, sich in den Schritt zu fassen. Er knöpfte sogar die Hose auf und zog den Reißverschluss runter. Es war cool!

Zu der Zeit war das Publikum allerdings schockiert und wir mussten einige Schläge dafür einstecken. Aber wenn man bedenkt, wieviele solche Videos und Präsentationen man danach sehen konnte….

Black or White, Panther Dance

Michael Jackson ist einer der besten Tänzer der Welt. Jacksons Talent liegt in der Fähigkeit seine Emotionen, seine Musikalität mit seinem Körper auszudrücken – so wie es Opernsänger, Pianisten oder andere großartige Künstler können. Sie werden mit diesem Talent geboren. Aber natürlich muss man auch wissen, wie man diese Fähigkeiten verbessern kann, wie man damit arbeiten kann, wie man es trainiert. Michael Jackson verlies sich nicht einfach nur auf seine angeborenen Fähigkeiten. Hier ein Beispiel von unserer Zusammenarbeit bei Smooth Criminal: Ich erschuf einen Basisschritt, der das ganze Stück hindurch wiederholt wurde. Michael Jackson nahm dieses kleine Teilstück, (es war höchstens 4 von 8 Takten lang), und wiederholte es ununterbrochen für mindestens 4 Stunden in einer Ecke vor dem Spiegel, bis er es so perfektioniert hatte, dass es, wenn er Musik dazu spielte aussah, als würde er dazu improvisieren. So arbeiten großartige Künstler und Michael wußte das.

Im Lauf meiner Karriere arbeitete ich mit vielen Leuten. Mit großartigen Tänzern und Künstlern. Aber unter all denen war keiner mit diesem angeborenen Talent, dieser Fähigkeit zu tanzen, wie Michael Jackson. Niemand! Er ist die Musik persönlich! Sein Körper ist Musik. Er ist ein wahrer Meister. 

In all den Jahren, in denen ich mit Michael arbeitete – es waren über 16 Jahre – hörte ich nie ein grobes Wort. Bei unserem Arbeitsprozess sagte er immer: „Das war wirklich cool, aber ich habe noch eine Idee, die wir noch ausprobieren könnten…“ Er war einfach einmalig und er wird für immer vermisst!

Vincent Paterson & Michael Jackson, Set von Blood On The Dancefloor

Source : Diverse Interviews, z.B. MJBeats https://mjbeats.com.br/search?q=paterson

The Man Behind the Throne, featuring Vincent Paterson

Interview mit Geraldo Rivera Februar 2005

At Large mit Geraldo Rivera 2005

Geraldo: Wie geht’s dir, Mann? 

Michael: Wie geht es dir? 

Geraldo: Es tut gut dich zu sehen. Du kannst noch lachen? 

Michael: Natürlich. Ich lache viel. 

Geraldo: Du lachst, wenn du in einem Aufnahmestudio wie diesem bist und Musik machst? 

Michael: Natürlich, ich liebe Musik. 

Geraldo: Tut es dir gut zur Musik zurückzukehren? 

Michael: Es ist fantastisch. Weil … aaahhh … es ist mein Leben. Das ist es was ich tue. 

Geraldo: Du wurdest so sehr abgelenkt, weißt du, möchtest du darüber reden wie du dich fühlst?

Michael: Es geht mir gut, Geraldo. Wie geht es dir? 

Geraldo: Trotz allem was da vorgeht in der Welt, geht es dir gut? 

Michael: Ja, es ist alles in Ordnung, danke. 

Geraldo: Weißt du, es war wundervoll dich mit den Kindern zu sehen. Das ist, denke ich, der wirkliche Michael Jackson, den man noch nicht gesehen hat … du mit deinen eigenen Kindern, eines in Windeln und zwei andere Kleinkinder … Ich weiß nicht, wie du das ohne eine Nanny schaffst. 

Michael: Nun, ich kümmere mich gerne selbst um meine Kinder … es ist schön. Darum hab ich sie auch bekommen, damit ich mich selbst um sie kümmern kann und es ist eine große Erleichterung für mich, weißt du, eine Freude. Es macht mich glücklich und froh und, weißt du, sie sind wundervolle, süße, unschuldige Kinder. 

Geraldo: Ich sah dich als eine Art Vermittler zwischen ‘Nickelodeon’ und dem ‘Disney Channel’. Du hast da einige wirklich schwierige Probleme zu lösen. Aber du hast da so ein – eine Art normales Leben. Es ist süß das anzusehen. 

Michael: Danke. Sie ermöglichen mir das. 

Geraldo: Erzähl mir, was dir Kinder bedeuten, deine eigenen Kinder. 

Michael: Sie bedeuten … es ist schwer das in Worte zu fassen, denn sie bedeuten mir alles. Das wäre dasselbe wenn du erklären würdest, was deine Kinder dir bedeuten … Sie sind die Welt für mich. Ich wache auf und ich bin bereit für den Tag, weil sie da sind. Ich mache ihnen Frühstück, wechsle Windeln, wenn sie lesen wollen – wir lesen eine Menge, wir spielen verstecken, wir spielen Blinde Kuh und wir haben viel Spaß dabei. 

Geraldo: Und kannst du ihnen eine Welt bieten die wenigstens ein bisschen an Normalität grenzt? Sie kennen aber offensichtlich sowieso keine andere Welt. 

Michael: Sicher, ich tue mein Bestes. 

Geraldo: Nun, das hat offenbar eine hohe Priorität für dich. 

Michael: Ja natürlich. Ich möchte natürlich der beste Vater in der Welt sein. 

Geraldo: Wissen sie wer du bist? Oder was du für die Leute bedeutest? 

Michael: Ja, das tun sie. Sie waren auf Reisen mit mir und in Limousinen zwischen einem Meer von Fans. 

Geraldo: Mögen sie es? 

Michael: Sie finden es aufregend. Sie möchten auf die Bühne. Sie betteln, damit sie mit mir auf die Bühne dürfen. Nun, sehr bald nehme ich sie mit mir mit und zeige sie der Welt zum ersten Mal. 

Geraldo: Sie sagen nicht: „Daddy, ich möchte nach Hause und ‘Nickelodeon’ schauen?“ 

Michael: [lacht] Vermutlich, vermutlich. 

Geraldo: Das machen sie auch? 

Michael: Ja. 

Geraldo: Also, wie fühlst du dich wieder hier zu sein, in einem Aufnahmestudio? Sich wieder auf die Musik zu konzentrieren? Ist es eine Erleichterung, irgendwie? 

Michael: Es ist eine große Erleichterung. Es gibt mir das Gefühl zu Hause zu sein. Das bin ich. Das ist es warum ich hier bin. Egal welche Kunst … es könnte Film sein, weißt du, Musik, egal was … ich liebe es.

Geraldo: Nun, wenn du der so genannte ‘King of Pop’ bist, fühlst du dich dann am Wohlsten? Oder ist es der kreative Prozess?

Michael: Der kreative Prozess, ja. Ich bin besessen davon …

Geraldo: Ich habe dich und Randy gesehen, die Art wie ihr beide reagiert – es erinnert mich an meine Brüder und mich. Wer hat das Sagen?

Michael: Randy. 

Geraldo: Das ist nicht das was ich gesehen habe …

Geraldo: Aber, uh, du vertraust deiner Familie. 

Michael: Natürlich, das muss man. 

Geraldo: Ist es wahr, dass ‘Blut dicker als Wasser ist’? Oder was ist es?

Michael: Die Familie ist alles. Es ist Liebe. Das wurde uns beigebracht. Wir sind am Ende des Tages Freunde, das ist wichtig. Egal was die Öffentlichkeit oder die Presse sagt, wir sind Freunde. Wir lieben uns sehr.

Geraldo: Die Familie ist glücklich vereint, trotz den Gerüchten und Skandalen? 

Michael: Das ist Sensationsgier. 

Geraldo: Wie gehst du damit um? 

Michael: Wie ich mit Sensationsgier umgehe? 

Geraldo: Ja. Wie gehst du damit um, dass alles in deinem Leben auseinander genommen und genauestens untersucht wird? Es ist fast grotesk. 

Michael: Es ist wie einen Spielfilm anzusehen. Denn es ist nur ausgedacht. Es ist, wie wenn du einen Science-Fiction Film anschaust. Es ist nicht wahr. Ich kenne mich selbst und es ist traurig, wenn Leute diese Dinge über dich lesen und es glauben. 

Geraldo: Fühlst du dich als würdest du jede Woche eine Pressekonferenz halten und sagen: „Das ist das Gerücht des Tages, es ist nicht wahr.“ 

Michael: Ich weiß, dass die Wahrheit siegen wird und ich bin für die Wahrheit. 

Geraldo: Ich hab recherchiert und ich kann absolut keinen anderen finden, der so frivol für die absurdesten Dinge verklagt worden ist, wie du. Einer deiner Anwälte erzählte mir, dass eine Frau namens ‘Billie Jean Jackson’ angerufen hätte und gesagt hat: „Hör auf irgendwelche Schecks anzunehmen, Herr Anwalt. Ich bin die Frau.“ – ‘Billie Jean’ … offenbar von deinem Hit, ich meine, wie … Also, wie beeinflusst dich das?“

Michael: Beeinflusst es mich? Ja, aber ich bin auch irgendwie immun dagegen geworden. Ich habe eine dicke Haut aber zur selben Zeit bin ich auch nur ein Mensch. Also, so was kann wehtun, aber ich bin sehr stark. Und ich mag es einfach nicht, wenn die Leute diese falschen Informationen zu hören bekommen.

Geraldo: Zum Beispiel: Bist du Vater von Vierlingen geworden im letzten Jahr? 

Michael: Das war ein verrücktes Gerücht. 

Geraldo: Dann wurden Zwillinge aus ihnen. Ich weiß nicht, was mit den andern beiden passiert ist… vielleicht sind sie von Außerirdischen entführt worden?

Michael: Ich habe diese Geschichte gehört und ich hab keine Zwillinge. Sie haben gesagt, ich verstecke sie oder so. Ein anderes Gerücht. 

Geraldo: Das ist also komplett falsch. 

Michael: Je größer der Star, umso größer das Ziel. Ich versuche nicht zu sagen, dass ich der super-duper Star bin, das sage ich nicht. Ich sage nur, dass Stars Zielscheiben sind. Aber die Wahrheit siegt immer. Ich bin sicher. Ich glaube an Gott, weißt du? 

Geraldo: Hält dich dein Glaube aufrecht?

Michael: Natürlich tut er das. 

Geraldo: Wie ist es mit Freundschaft?`

Michael: Was ist mit Freundschaft?

Geraldo: Verlässt du dich auf Freunde? Sind Menschen da, die mit dir durch dick und dünn gegangen sind? Wer sind deine besten Freunde? 

Michael: Meine Kinder, meine Familie, meine Brüder und Schwester und ja, die meisten Leute sind mit mir durch dick und dünn gegangen. Die meisten Leute. 

Geraldo: Möchtest du einige Namen dieser Unerschütterlichen nennen? 

Michael: Die Treuen. Du würdest sie nicht kennen, so es ist … uh …

Geraldo: Elizabeth Taylor? 

Michael: Oh, sie ist sehr loyal. Ich sehe Elizabeth Taylor die ganze Zeit. Sie ist mein guter Freund, ich war gerade bei ihr. Wir haben wunderbare nächtliche Telefongespräche, manchmal mehrmals die Woche …

Geraldo: Wie lange seid ihr beiden Freunde?

Michael: Ich kenne Elizabeth gut seit ich 16 bin …

Geraldo: Und du machst Musik seit du fünf bist.

Michael: Ja. 

Geraldo: Du machst also sein fünf Jahrzehnten Musik. Das sind 41 Jahre Musik machen.

Michael: Ja.

Geraldo: Hast du es jemals satt?

Michael: Nein, nein – ich kann niemals genug davon bekommen.

Geraldo: Wirklich … hast du Randy jemals satt [lacht]. Er ist hier, Ladies und Gentlemen.

Michael: Nie, nie, nie … er ist wunderbar. Er war atemberaubend, unterstützend und wirklich brillant.

Geraldo: Nun, es sind alle unterschiedlich. Deine ganze Familie ist verrückt, exzentrisch … wie meine Familie.

Michael: Jeder Bruder, jede Schwester ist komplett unterschiedlich, wie in jeder Familie. Man hat alle verschiedenen Elemente … das ist es was eine Familie ausmacht.

Geraldo: Jetzt, wo dein Leben so genau untersucht wird, wie lebst du da ‘normal’ weiter? Wie hast du irgendeine schöne Zeit außerhalb deines eigenen Anwesens?

Michael: Das hab ich nicht. Ich geh manchmal raus, aber nicht immer. Ich kreiere meine Welt hinter den Toren, weißt du, denn ich kann nicht in ein öffentliches Kino die Straße runter gehen, oder in den Park oder Eiscreme am Stand an der Ecke kaufen. Nun, man möchte sich daher eine Welt hinter den Toren bauen und das ist es, was ich versuche und auch tue. Und es ist nicht nur für mich. Ich teile das mit meiner Familie, Freunden oder wem-auch-immer. 

Geraldo: Und genau dadurch kommen die verrückten Gerüchte und Spekulationen ins Rollen. Ein schwieriger Balance-Akt den du da zu ertragen hast. 

Aber du beschwerst dich nicht, oder? Ich nicht. Ich versuche es abzuschütteln. Ich weiß nicht, wovon ich der König bin … Der König auf den man schießt vielleicht … Ha Ha Ha Ha.

Michael: ‘The King of Journalism’

Geraldo: Was ist mit den Kindern in Not? Du hast einen Tsunami-Nothilfeversuch erwähnt. Was ist es? Ist es deine eigene Vaterschaft, die dich dazu motiviert?

Michael: Sorge motiviert mich. Und das Lesen der Bibel, über Gott zu lernen, Jesus und Liebe. Er sagte: „lasset die Kinder zu mir kommen.“, „nehmt euch die Kinder zum Vorbild“, „seid wie Kinder“ und „kümmert euch um andere“. Kümmert euch um alle Leute. Und wir sind mit diesen Vorgaben aufgezogen worden. Das sind sehr wichtige Aufgaben und meine Familie und ich, wir sind damit großgezogen worden und das ist noch immer tief in uns verankert.

Geraldo: Was ist mit Filmen? Du hast ‘The Wiz’ gemacht und einige andere, aber wir haben dich seit einer Weile auf keiner Leinwand mehr gesehen.

Michael: Ich werde selbst Regie führen. Ich liebe es Regie zu führen. Ich liebe Kreativität und denke, wenn ein Künstler einige Schritte in eine neue Richtung geht, dann kann er sich selbst besser ausdrücken. Ich fühle und ich sehe es. Ich bin ein Visionär. Wenn ich das geben kann, und tue und das ist es, was ich gerne tue mit meiner Musik, und Tanz und allem. 

Geraldo: Und denkst du, dass Kunst eine Rolle im wahren Leben hat? Ich beziehe mich auf das Tsunami Hilfe Lied.

Michael: Ich habe es am Tag nach Weihnachten gesehen als die Zahlen nicht aufhörten zu steigen, es war Wahnsinn und ich konnte es nicht glauben. Ich war erstaunt. Ich sagte, ich denke ich sollte etwas tun. Das ist es, wofür uns Gott unser Talent gegeben hat: um zu geben und Menschen zu helfen und es damit zurückzugeben. So haben sich meine Brüder und ich entschieden, ein Lied zu machen …

Geraldo: Wie? … Hast du jetzt einfach das Telefon genommen und gesagt: „Hey Brüder?“ Was hast du gesagt?

Michael: Wir haben nur gesagt, hey, wir wollen etwas für die Tsunami-Opfer tun. Lasst uns zusammenkommen und was auf die Beine stellen. Und sie haben nur gesagt, dass das großartig wäre.

Geraldo: Wie auch immer, du bist zurück, und ich denke, dass die Leute dass sehr gerne sehen. Würdest du nicht aufleben in einer Welt, wo du dich auf deine Kunst und deine Kinder konzentrieren kannst?

Michael: Ich würde es lieben. Ich meine, dass ist es was mich antreibt. Das Medium. Die Kunst. Das ist die Welt in der ich mich am wohlsten fühle. 

Geraldo: In Gary, Indiana, hast du da jemals erwartet, wie die Welt für dich sein würde, wenn du 46 bist? 

Michael: Ich dachte nie darüber nach. Ich wusste, ich wollte etwas Wunderbares tun in meinem Leben und Leuten helfen, aber ich hab nie genauer darüber nachgedacht, als ich noch klein war. Ich habe nur gesungen und getanzt und ich habe nicht verstanden, warum die Leute applaudiert haben und schrieen und klatschten. Das versteht man nicht. Man weiß nicht warum …

Geraldo: Als du quasi auf der Bühne aufgewachsen bist, wann hast du es verstanden? Wann hast du verstanden, wo du hingehörst?

Michael: Man braucht länger, wenn man älter wird. Die Persönlichkeit hat sich entwickelt und dein Horizont erweitert sich. Man fängt an Zusammenhänge herzustellen und einige Dinge zu verstehen, zu untersuchen. 

Geraldo: Ist es nicht schön, so eine Konversation zu haben, die im Fernsehen übertragen wird, wo du dich einfach normal geben kannst?

Michael: Ich bin immer so. Ich bin einfach ich. 

Geraldo: An einem bestimmten Punkt, haben sich Michael Jackson und seine Brüder künstlerisch getrennt. Ist das jetzt ein Punkt in deinem Leben wo ihr wieder zusammenfindet?

Offensichtlich setzt du deine Solokarriere weiter fort, aber was ist der weitere Plan, wie soll es jetzt weiter gehen in deinem Leben? Was möchtest du noch erreichen? 

Michael: Da gibt’s eine Menge. Filme. Ich liebe Filme. Es ist innovativ, es bringt das Medium auf eine neue Ebene. Ich hab das Musik-Video zu ‘Short-Films’ (Kurzfilmen) gebracht, um es auf eine neue Ebene zu bringen. Ich habe eine Menge Spaß damit.

Geraldo: Schaust du jemals zurück und sagst: „Oh mein Gott, ‘Thriller’ ist das am meistverkaufte Album aller Zeiten. Wie gehst du damit um?

Michael: Ich versuche, nicht zu oft darüber nachzudenken, weil ich nicht will, dass mein Unterbewusstsein denkt, ich habe alles erreicht, jetzt ist es genug. Das ist auch der Grund, warum ich keine Preise oder Auszeichnungen in mein Haus nehme. Du wirst keine Goldene Schallplatte irgendwo in meinem Haus finden. Denn es gibt dir das Gefühl, dass du ohnehin alles erreicht hast. Schau was ich erreicht habe. Aber ich habe immer das Gefühl: „Nein, noch hab ich nicht alles erreicht.“

Geraldo: Der „King of Pop” – und jetzt schaue ich mir ein paar der neuen Künstler an, da ist ein neuer – 50Cent und noch einer, dessen Namen ich jetzt vergessen habe. Aber sie sind alle sehr bekannt, weil sie Gewaltverbrechen knapp überlebt haben und sie machen eine Art HipHop. Es ist eine neue Ära in der Musikwelt angebrochen. Denkst du, du wirst so sein wie sie – mehr angepasst, neu – oder wirst du zurückkehren zu ‘traditioneller’ Pop-Musik und Rock?

Michael: Großartige Musik und schöne Melodien sind unsterblich. Kulturen verändern sich, Mode ändert sich, Gebräuche — aber großartige Musik ist unsterblich. Wir hören immer noch Mozart, Tschaikowsky, Rachmaninow, alle von diesen, alle diese Großen. Großartige Musik ist wie eine großartige Skulptur, ein großartiges Bild. Es ist für immer. Das ist Fakt.

Geraldo: Andererseits habe ich auch mal Barbara Streisand interviewt an einem Wendepunkt in ihrer Karriere. Sie hat Duette mit den Bee Gees und anderen berühmten Künstlern aufgenommen – sie hat sich irgendwie verändert um die Menschen zu überraschen.

Michael: Ich hab eine Menge davon gemacht – Ich rappe nicht wirklich, aber ich könnte. Ich habe Lieder mit Raps für sehr berühmte Rapper geschrieben, aber die können das wirklich sehr viel besser als ich.

Geraldo: Genießt du es nicht, abgesehen von deinem isolierten Leben und abgesehen von der langen Zeit in der du dieser Megastar bist, dass du mit deiner Gemeinde so verbunden bist? Gibt dir das Kraft? Was sagst du dazu?

Michael: Ja, das stimmt natürlich, denn es ist wichtig deine Nachbarn zu lieben …

Geraldo: Aber woher kommt das? Woher kommt diese nahezu instinktive Liebe in dir? 

Michael: Ich denke wirklich, dass das von meiner Mutter und von Gott kommt – aus der Art wie wir aufgezogen worden sind. Den Anstand den mein Vater uns gelehrt hat, als wir jung waren. Meine Mutter hat uns aus der Bibel vorgelesen – wir waren in der Kirche. Manchmal vier Mal die Woche und ich bin so froh, dass wir das getan haben, denn der Anstand ist sehr wichtig. Ich weiß nicht, ob ich das alles ohne erreichte hätte.

Geraldo: Verbringst du noch immer Zeit mit Mum und Dad? Sie sind nicht weit weg von hier, oder? Und wie steht ihr zueinander? Ich bin meiner Mutter sehr nahe. 

Michael: Es ist wundervoll. An diesem Punkt, tendierst du mehr dazu, deine Eltern dafür zu achten, wer sie sind und was sie für dich getan haben. Du beginnst darüber nachzudenken, wo du gerade stehst in deinem Leben und über die wundervollen Dinge, die sie dir beigebracht haben. Sie stehen dir wieder näher. Ich beginne, eine Menge Dinge nun anders zu sehen, wie mich mein Vater und meine Mutter beeinflusst haben.

Geraldo: Mein Freund Cheech, dessen Partner Tommy Chong geholfen hat euch zu entdecken, wie du weißt, ‘Bobby Taylor and die Vancouvers’, er sagt, dass, als er älter wurde, er sah das Gesicht seines Vaters im Spiegel. Fühlst du das auch? Wirst du so wie dein Vater?

Michael: Ich bin in vielerlei Hinsicht wie mein Vater. Er ist sehr stark. Ein Krieger. Er hat uns immer angehalten, Courage zu zeigen und zuversichtlich zu sein und an unsere Ideale zu glauben. Und dass kein Ziel zu hoch gesteckt sein kann und das man nie aufgeben soll — egal was kommt. Und unsere Mutter hat uns das auch beigebracht.

Geraldo: Also bist du auch ein Krieger. 

Michael: Absolut. 

Geraldo: So siehst du dich also selbst? Erzähl uns mehr über die Art und Weise wie du dich selbst siehst. 

Michael: Ich versuche freundlich und großzügig zu sein und zu tun, von dem ich denke, dass Gott, will dass ich es tue. Manchmal bete ich und sage: „Was soll ich jetzt tun, Gott? Wohin soll ich jetzt gehen?“ Ich war immer sehr gläubig. Aber das ist ja nichts Neues.

Geraldo: Hast du jemals den Film ‘Finding Neverland’ (‘Wenn Träume fliegen lernen’) gesehen oder über J. M. Barrie gelesen, den Mann der ‘Peter Pan’ geschrieben hat?

Michael: Ich weiß eine Menge über Mr. Barrie – nun, was heißt ‘eine Menge’ – ich bin ein Fan seit vielen, vielen Jahren.

Geraldo: Wie du weißt, hatte er einen steinigen Weg zu gehen, ähnlich wie du. Ich möchte das jetzt aber nicht vertiefen. Erzähl uns, was dich dazu gebracht hat, ‘Neverland’ zu kreieren. Ich rede von dem Ort. Es gibt ja zwei ‘Neverlands’, nein drei. Da ist das ‘Peter Pans’-Neverland, da ist das Neverland in Michael Jacksons Kopf und dann ist da noch der physische Ort Neverland, den du kreiert hast. Ich habe dich besucht, als du die Stadtkinder eingeladen hattest. Warum hast du diesen Ort kreiert?

Michael: Ich habe Neverland gebaut, als zu Hause für mich und meine Kinder. Ich hab es einfach errichtet, nun es war eher unterbewusst. Denn wie ich vorher gesagt habe: Wohin soll ich gehen? Es ist schwierig. Ich habe versucht herauszugehen und da waren Polizisten die mir gesagt haben: „Verkleide dich. Und gib mir ein Autogramm für meine Frau.“ Sie sagen mir: „Warum bist du hier draußen, ohne Security?“ Ich kann das nicht machen. Ich mache es manchmal, aber es ist sehr schwierig. 

Geraldo: Aber du hast Neverland besessen, bevor du die Kinder hattest … war es dann für dich? Die exotischen Tiere, waren die alle für Michael Jackson?

Michael: Für mich und für andere. Es gab mir die Möglichkeit zu tun, was ich als Kind nie tun konnte. Wir konnten nicht ins Kino. Wir konnten nicht nach Disneyland. Wir konnten diese ganzen schönen Dinge nie tun. Wir waren auf Tour. Wir haben hart gearbeitet. Und es hat uns gefallen. Aber das hat es mir dann auch möglich gemacht, einen Ort auf der Welt zu haben, wo alles ist, was ich liebe – hinter den Toren.

Geraldo: Du kreierst, ähnlich wie Barrie, diese imaginäre Welt. Wächst du da jemals heraus? Denkst du jemals, dass es dumm ist, diese ganzen Lamas und Miniaturzüge und die Hochschaubahnen?

Michael: Du würdest Gott dumm nennen, wenn du das sagst. Denn Gott macht alle Sachen, die großen und die kleinen. Andere Männer haben ihre Ferraris und ihre Flugzeuge oder Helikopter oder wo immer sie auch ihre Freude finden. Meine Freude ist es zu geben, zu teilen und einfach, unschuldigen Spaß zu haben.

Geraldo: Dein zu Hause ist … auch bei aller Einzigartigkeit von Neverland — dein zu Hause ist eigentlich sehr bescheiden. Und dein persönlicher Stil. Ich sehe keinen Schmuck an dir, zum Beispiel. Wie kommt es, dass du keine großen Diamanten hast mit deinem Namenszug?

Michael: Ich bin in dieser Hinsicht sehr anspruchslos. Wenn ich einen hätte, würde ich ihn wahrscheinlich dem ersten Kind geben, das mir sagt: „Wow, ich mag deine Kette.“ Als ich aufwuchs haben Stars wie Sammy Davis, Fred Astaire, Gene Kelly auch ihre Sachen weitergegeben. Wenn mir etwas gefallen hat, hab ich einfach gesagt: „Wow, ich liebe dieses Hemd, dass du trägst.“ Und sie haben es mir einfach gegeben. Das ist im Showgeschäft so üblich. Das Weitergeben.

Geraldo: Abgesehen von der ganzen Medien-Aufmerksamkeit und auch dem Tag an dem ich da war, wie ist es, all diese Kinder bei dir zu Hause zu haben? Warum tust du das? Ich wollte dich das an jenem Tag schon fragen aber ich mach es jetzt.

Michael: Ich bin über acht Mal rund um die Welt gereist. Ich besuche so viele Kranken- oder Waisenhäuser wie ich Konzerte gebe. Aber, natürlich, darüber wird nicht berichtet. Aber das mache ich auch nicht dafür. Ich mache es, weil ich es gern tue. Und es gibt so viele Kinder in der Stadt, die noch nie Berge gesehen haben, die noch nie Karussell gefahren sind, die noch nie ein Pferd oder ein Lama gestreichelt haben, sie noch nicht mal gesehen haben. Und wenn ich die Möglichkeit habe, meine Tore zu öffnen und diese Freude zu sehen, diese Explosion von Geschrei und Lachen der Kinder und sie hüpfen von einer Bahn auf die andere, dann sage ich: „Danke Gott.“ Dann hab ich das Gefühl, ich habe ein Lächeln von Gott gewonnen, denn ich mache etwas das Freude und Glück in das Leben anderer Menschen bringt. 

Geraldo: Nun, stehst du deinen Geschwistern nahe? Berührt es dich, wenn du da mit hinein gezogen wirst — wie bei Janet’s Superbowl Fiasko [das mit der nackten Brust]? Sag mir, wie du da als Bruder und Zuschauer reagiert hast.

Michael: Oh, ich kann nicht für meine Schwester sprechen. Aber, ich hab es live gesehen und ich hab nichts gesehen. Ich war bei einem Freund von mir, Ron Burkle, er hat ein Kino. Die Show war auf dem großen Bildschirm zu sehen, und ich hab wirklich nichts gesehen. Ich hab all diese Diskussionen gehört am nächsten Tag und sagte: „Das ist nicht wahr.“ Ich hab es nicht mal gesehen. 

Geraldo: Denkst du, dass die ganzen Diskussionen übertrieben waren? Denkst du, dass es darum so aufgebauscht wurde, weil ein Jackson damit verbunden ist oder ist es eine Widerspiegelung unserer Gesellschaft?

Michael: Das ist eine sehr interessante Hypothese. Es ist beides. Es ist schwierig darauf zu antworten. Ich möchte diese Frage nicht beantworten. 

Geraldo: Hast du sie angerufen und gesagt “Das ist doch nur Kleinkram“? 

Michael: So etwas ähnliches. „Sei stark. Das wird auch vorbeigehen.“ „Mach dir keine Sorgen. Ich habe schlimmere Dinge gesehen.“ Ich sagte: „Janet, du warst zu jung, um dich daran zu erinnern, aber ich habe einmal die Oscar Verleihung gesehen, mit David Niven und auf einmal kam ein nackter Mann. Aber: er konnte da nicht alleine rauf. Das war geplant und keine … sie haben nichts darüber gesagt. Ich sage nur so viel. Das war live, rund um die Welt. Am nächsten Tag, war es ein Scherz.

Geraldo: Ich denke, es ist wirklich wegen dem Nachnamen. 

Michael: Du kannst das sagen. 

Geraldo: Ich denke, das ganze war übertrieben. Ich denke, dass da wirklich der Nachname Jackson eine Rolle spielt. 

Michael: Danke. 

Geraldo: Also du arbeitest ja an deinem Album – wie geht’s jetzt weiter, was dürfen wir erwarten? Werden wir es im Radio hören und dann schicken die Leute das und wird dieses Geld an die Kinder in Region des Indischen Ozeans gehen?

Michael: Das wäre der Sinn der Sache. 

Geraldo: Jetzt erzähl mir, wie diese Freigiebigkeit, dieses Mitgefühl dich bewegt? Manchmal, denke ich, ist es ein besseres Gefühl für mich zu geben als zu nehmen. Erzähl mir, wie das bei dir ist! 

Michael: Genau so empfinde ich das auch. Ich weiß nicht, wie das genau ist. Ich liebe es einfach hart an etwas zu arbeiten. Etwas zusammenzubringen. Über etwas zu schwitzen und es dann mit anderen Leuten zu teilen und sie dazu zu bringen es zu lieben. Und ich bete immer, dass sie es lieben. Das gibt mir als Künstler große Befriedigung. 

Geraldo: Frustriert es dich als Künstler oder als Mensch, wenn die Leute sagen: „Dieses Jackson Projekt ist gefloppt, oder jenes ist passiert.“ Deine ‘Number Ones’- Kollektion, zum Beispiel, hat sich 7.5 Mio. Mal verkauft. Ich denke, das ist vierfach Platin oder was auch immer. Und trotzdem gibt es einige im Musikgeschäft, die sagen, dass es nicht – du weißt schon, das es kein Hit war.

Michael: Ich weiß nicht über welches Projekt du sprichst … wegen der negativen Presse. Klatsch scheint sich einfach besser zu verkaufen als schöne, positive Nachrichten. Die Leute hören lieber Tratsch. Meine letzten acht Alben haben alle Nr.1 Charteinstiege gehabt — die Leute mögen einfach, dass alles zu verdrehen und Geschichten und Gerüchte zu erfinden.

Geraldo: Verletzt es dich? Möchtest du aufschreien und sagen: „Hey, wartet mal, checkt mal die Zahlen.“

Michael: Das ist eine Haltung der Menschen, die ich nicht mag. Aber andererseits, gibt es da auch noch eine wundervolle andere Seite, oder? 

Geraldo: Aber nicht bei Eminem. Wir haben darüber gesprochen. Ich denke, dass du jetzt darüber sprechen solltest. Warum nicht? 

Michael: Und wie lautet deine Frage?

Geraldo: Stevie Wonder hat gesagt, wie abstoßend das war, für jemanden, der sein Geld mit der Community [die schwarze Gemeinde] verdient und jetzt so mit der Community umgeht. Er benimmt sich wie ein Rassist und, ich sagte es schon, und das in einer sehr primitiven Art und Weise tut. Erzähl uns, wie dich das verletzt hat und wie du jetzt darüber denkst.

Michael: Ich habe Herrn Eminem nie getroffen und ich hab ihn immer als Künstler bewundert. Ihn so etwas tun zu sehen, war ziemlich schmerzhaft so von Künstler zu Künstler. Es ist traurig, denn ich denke was Stevie Wonder sagte, ist wahr. Ich möchte, dazu nicht sehr viel mehr sagen. Er sollte sich schämen, für das was er da gemacht hat. Stevie hat gesagt, es ist „Bullshit“. Er hat das Wort benutzt. Das war es, was er sagte. Ich sage es nicht, Stevie sagte es. Stevie ist erstaunlich. Er ist einer der nettesten Männer in der Welt.

Geraldo: Das sagte Stevie und es ist „Bullshit“. Nun, als Stevie das gesagt hat, hattest du ein Gefühl von brüderlicher Liebe? 

Michael: Ich liebe Stevie Wonder. Für mich ist er ein Prophet der Musik. Ich werde ihn immer lieben. Eine Menge Leute bewundern Stevie und er ist sehr angesehen in diesem Geschäft und wenn er spricht, hören die Leute zu. Es war falsch von Eminem, das zu tun, was er tat. Ich bin ein Künstler für einen Großteil meines Lebens und ich habe nie einen anderen Künstler angegriffen. Große Künstler machen das nicht. Das muss man nicht.

Geraldo: Ich habe Janets Fiasko ja schon erwähnt und die übertriebene Aufregung, die damit verbunden war. Noch einmal: Denkst du, er hat es nur getan, weil er wusste, dass er damit durchkommt, weil du Michael Jackson bist?

Michael: Ja, aber das verletzt mich nicht. Es ist dumm. Es ist irgendwie primitiv. Ich hoffe, er hat Spaß. 

Geraldo: Denkst du, darüber als eine Art schlechter Scherz? Aber es verletzt dich noch immer und du möchtest nicht, dass deine Kinder das sehen? 

Michael: Oh Gott, ich würde es hassen, wenn sie es sehen sollten. Ich würde es hassen. 

Geraldo: Schlussendlich, haben wir es geschafft den Fall zu umgehen und gar nicht darüber zu sprechen. Du bist ja unter dieser ‘Gag-Order’ (Maulkorb-Erlass). Ich weiß, dass du eine Erlaubnis vom Richter erhalten hast, eine Stellungnahme vorzulesen. Ich hasse es, ein Interview so zu beenden, aber wenn du möchtest, kannst du das Statement jetzt vorlesen, ich denke, das ist wichtig.

Michael: In den beiden letzten Wochen wurde eine große Menge hässlicher, bösartiger Informationen über mich an die Medien gegeben. Anscheinend stammen diese Informationen aus Mitschriften einer ‘Grand Jury’ Prozedur, in der weder meine Anwälte noch ich selbst jemals erschienen sind. Diese Informationen sind empörend und falsch.

Vor Jahren habe ich einer Familie erlaubt Neverland zu besuchen und Zeit dort zu verbringen. Neverland ist mein Zuhause. Ich habe dieser Famile erlaubt zu mir nach Hause zu kommen, weil sie mir erzählt haben ihr Sohn sei krebskrank und brauche meine Hilfe.

Im Laufe der Jahre habe ich Tausenden von Kindern in Not und Kranken geholfen.

Diese Ereignisse haben einen Alptraum für meine Familie, meine Kinder und mich ausgelöst. Ich habe mir vorgenommen mich niemals wieder in eine derart verwundbare Position zu begeben.

Ich liebe meine Gemeinde und ich habe einen großen Glauben in unser Rechtssystem. Behalten Sie bitte Ihren Geist frei und warten Sie meinen Tag vor Gericht ab. Ich verdiene einen gerechten Prozess wie jeder andere amerikanische Bürger. Ich werde freigesprochen und rehabilitiert werden wenn die Wahrheit ans Licht kommt. 

Geraldo: Möchtest du noch etwas sagen, Michael? 

Michael: Nein … ja. Ich möchte die Menschen nur bitten, meine Familie und mich in ihren Gebeten zu behalten. Das wäre sehr nett. Danke, Geraldo.

In Brad Buxers Studio, during the Interview with Geraldo

Wenn du dir einen Stern wünschst

by

original: https://dancingwiththeelephant.wordpress.com/2013/10/10/when-you-wish-upon-a-star/

Joie: Also, Willa, ich habe durch YouTube gestöbert, wie ich es manchmal tue, und bin auf ein Video gestoßen, das ich schon eine Weile nicht mehr gesehen hatte. Und es war so bezaubernd, dass ich lächeln musste. Dann brachte es mich zum Lachen. Und ehe ich mich versah, hatte ich tatsächlich Tränen in den Augen. Aber obwohl es Tränen der Trauer um den wunderbaren Mann waren, den wir verloren haben, waren es auch Tränen der Freude und des Erstaunens, dass wir ihn überhaupt hatten. Tränen der Dankbarkeit, dass er auf dieser Erde wandelte und wir die einfache Liebe und das Glück, das er mitbrachte, erleben durften.

Das Video, das diese Gefühle auslöste, ist ein alter Clip eines Disney-Specials, das anlässlich des 25-jährigen Jubiläums von Disneyland ausgestrahlt wurde:

In dem Clip singt ein sehr junger Michael Jackson ein Disney-Medley, das “When You Wish Upon a Star” und “Ease On Down the Road” enthält. Das Special wurde 1980 gefilmt, zu einer Zeit, als Michael die Welt sozusagen an der Angel hatte. Er hatte gerade sein Spielfilmdebüt in “The Wiz” gegeben, er und seine Brüder hatten Erfolg mit dem Album “Triumph” und er selbst ritt auf dem Gipfel des Solo-Super-Ruhms mit “Off the Wall”. Ihn zu sehen, wie er das Tempo drosselte und an einer Feier für den glücklichsten Ort der Welt teilnahm, war wirklich ein besonderes Vergnügen. Und ich denke, es sagt viel darüber aus, wie viel Disney ihm bedeutete, dass er sich die Zeit nahm, mit ihnen zu feiern.

Willa: Es macht Spaß, sich diesen Clip anzusehen und ihn so jung und überschwänglich zu sehen. Aber ich bin überrascht, dass er “Ease on Down the Road” während einer Disney-Feier singt. The Wiz war doch kein Disney-Film, oder? Es erinnert mich daran, wie er “Billie Jean”, ein Lied, das er für Epic aufgenommen hat, während einer Motown-Feier gesungen hat. Ich habe den Eindruck, er mochte es nicht, wenn man ihm sagte, was er singen durfte und was nicht!  Aber unabhängig davon, wer die Rechte woran besitzt, liebe ich es, ihn diese Songs singen zu hören.

Joie: Nun, wie ich schon sagte, es war eine Zeit, in der der Name Michael Jackson eine Menge Gewicht in der Musik- und Unterhaltungsindustrie hatte. In den frühen 1980er Jahren konnte er wirklich nichts falsch machen, also wenn er sagte, er wolle einen bestimmten Song singen, glaube ich nicht, dass es allzu viele Leute gab, die versucht hätten, ihm zu widersprechen.

Aber um auf den Clip selbst zurückzukommen: ich finde einfach, dass er etwas so Unschuldiges und Süßes an sich hat. Wenn ich ihn ansehe, werde ich extrem nostalgisch wegen einer Zeit, die nie wieder kommen wird. Es versetzt mich in gewisser Weise zurück in meine Kindheit. Zurück in eine Zeit, in der es keine Probleme gab und die Welt einen Sinn hatte. Alles im Leben war einfach, und Michael Jackson war dein Freund. Nicht der Feind. Es ist eine Periode der Geschichte (meiner Geschichte jedenfalls), die ich immer in Ehren halten und auf die ich mit großer Zuneigung zurückblicken werde.

Weißt du, Willa … ich kann mich lebhaft daran erinnern, wie ich mit meiner Familie vor dem Fernseher saß und mir das ganze Special ansah, als es 1980 zum ersten Mal ausgestrahlt wurde.

Willa: Das ist lustig, Joie. Ich vergesse immer wieder, dass du viel jünger bist als ich! Ich war 1980 auf dem College und hatte keinen Fernseher, also habe ich das Special nicht gesehen und diesen Clip habe ich noch nie gesehen.

Joie: Oh, meine Güte! Wirklich? Du hast es nie zuvor gesehen? Oh, jetzt bin ich aber wirklich neugierig … was hältst du davon? Ruft es bestimmte Gefühle bei dir hervor?

Willa: Das tut es, eine Menge Gefühle. Auch wenn ich nicht die speziellen Erinnerungen habe, die du hast, als der Film zum ersten Mal herauskam, versetzt es mich doch in die Vergangenheit – aber mehr in seine Vergangenheit als in meine. Wie Du liebe ich es, ihn so jung und glücklich zu sehen, und es erfüllt mich mit Grauen, wenn ich daran denke, was vor ihm liegt. Es ist sehr bittersüß, das zu sehen, wenn man weiß, was ihm in den kommenden Jahren bevorstehen würde. Es ist so, als würde man einen Schnappschuss einer glücklichen Familie sehen, bevor eine Tragödie zuschlägt. Man schaut in diese lächelnden Gesichter und wünscht sich, man könnte irgendwie in der Zeit zurückgehen und ein paar kleine Vorfälle ändern, damit die Dinge anders ausgehen. Wenn zum Beispiel Michael Jacksons Van an diesem Tag nicht kaputt gegangen wäre, hätte er Jordan Chandler oder Evan Chandler nicht kennengelernt.

Joie: Oh, ich weiß, was du meinst. Und es ist seltsam, darüber nachzudenken, nicht wahr? Weißt Du, wir alle haben schon mal einen Film oder eine Fernsehsendung gesehen, in der es darum geht, dass der Held in der Zeit zurückreist – vielleicht für ein paar Tage oder vielleicht sogar für eine Stunde – und versucht, die Vergangenheit zu ändern, um die Zukunft zu verändern. Das sorgt für gute Unterhaltung. Aber es regt auch wirklich zum Nachdenken an. Was wäre, wenn wir wirklich zurückgehen und nur eine Sache ändern könnten? Nur einen Moment in der Zeit. Dieser eine Vorfall – sein Van, der an diesem Tag auf dem Wilshire Blvd. liegen blieb – veränderte den Entwicklungsverlauf seines gesamten Lebens. Und leider nicht zum Besseren.

Willa: Das ist wahr, obwohl ihn diese schrecklichen Erfahrungen in gewisser Weise dazu gebracht haben, einige seiner größten und wichtigsten Kunstwerke hervorzubringen. Deshalb frage ich mich manchmal – wenn er die Chance hätte, zurückzugehen und diese eine kleine Sache zu ändern, so dass sein Van an diesem Tag nicht kaputt gegangen wäre und die Anschuldigungen nie passiert wären, würde er es tun? Oder hat er durch diese schrecklichen Erfahrungen etwas gelernt, das er wissen musste? Ich frage mich das tatsächlich sehr oft….

Eine andere Sache, die mir auffällt, wenn ich mir diesen Disney-Clip ansehe, ist, dass er irgendwie befangen wirkt, auf eine Art und Weise, die wir normalerweise nicht bei ihm sehen, außer in Interviews. Normalerweise, wenn er auftritt, ist er so in den Moment vertieft, dass er überhaupt nicht verlegen oder befangen wirkt. Aber dann tritt er normalerweise auf der Bühne vor einem großen Publikum auf, das ihm eine Menge Energie gibt, oder er ist in einem Studio und interagiert mit anderen Akteuren, oder er singt leise vor sich hin, wie in Stranger in Moscow. Aber in diesem Clip tritt er vor einem großen Publikum auf, aber sie sind alle draußen im Fernsehland. Sie sind nicht mit ihm da. Die einzigen Zuschauer sind vermutlich die Kameraleute, und die sind damit beschäftigt, zu filmen und ihre Arbeit zu machen – sie geben ihm nicht die Energie, die er braucht, um in Fahrt zu kommen. Ein Teil von mir wünscht sich also, dass das Ganze etwas anders arrangiert worden wäre, etwa mit einem Live-Publikum oder so, damit er sich wohler gefühlt hätte.

Joie: Das ist eine interessante Beobachtung, Willa. Daran hatte ich noch gar nicht gedacht. Aber du hast Recht, er wirkt hier sehr befangen und gehemmt. Außerdem tanzt und interagiert er mit einem Haufen voll kostümierter Disney-Figuren, und das muss zumindest ein kleines bisschen unangenehm sein, würde ich denken.

Willa: Das ist wahr! Daran hatte ich gar nicht gedacht.

Joie: Aber es ist trotzdem ein wirklich süßer Clip.

Willa: Das ist es. Weißt du, sein Auftritt ist auch in einem ganz anderen Stil oder Genre als sonst. Er ist nicht im “Rockstar”-Modus, wie in Dirty Diana oder Give In to Me oder Come Together. Und er macht auch nicht die James Brown Soul Moves, die für ihn wie eine zweite Natur waren – er machte James Browns Spins und Shuffles seit er 5 Jahre alt war. Und auch die Motown-Moves, die er mit den Jackson 5 perfektioniert hat, macht er größtenteils nicht, auch wenn er am Ende des Clips ein paar davon zum Besten gibt.

Stattdessen verweist diese Performance auf eine viel frühere Zeit des Musiktheaters – auf die Tage von Ethel Merman, Al Jolson und Jimmy Durante, als die Darsteller ihre Songs mit großen, dramatischen, sehr stilisierten Handgesten schmetterten. Weißt Du eigentlich, woran mich diese Performance erinnert? Das Geburtstags-Tribut, das er für Sammy Davis, Jr. gemacht hat. Hier ist ein Link:

Verstehst Du, was ich mit dem Stil seiner Darbietung sagen will? Für mich fühlt es sich in gewisser Weise altmodisch an, genau wie der Disney-Clip. In beiden Auftritten beschwört er eine viel frühere Zeit in der Geschichte der musikalischen Darbietung herauf – zurück in die 1930er Jahre. Aber dann beendet er die Hommage an Sammy Davis, Jr. mit einem Griff in den Schritt – einem sehr stilisierten Griff in den Schritt. Ich glaube nicht, dass Al Jolson das je gemacht hat!

Joie: Nein! Ich glaube nicht, dass er das je getan hat, Willa. Ich schwöre, du bist zu lustig! Aber ich stimme dir zu, was den Stil dieser Aufführung angeht. Er erinnert an eine viel frühere und einfachere Zeit. Und ich denke, das trägt zu dem Gefühl der Unschuld bei, das ich empfinde, wenn ich es sehe. Es ist auch ein sehr passender Aufführungsstil für Disney.

Willa: Das ist wahr. Ist es.

Joie: Und das ist vielleicht auch der Grund, warum er diese Nummer auf diese Art und Weise aufgeführt hat. Immerhin ist Disney der glücklichste Ort auf Erden. Ein Ort für Kinder jeden Alters, und einer von Michael Jacksons Lieblingsorten überhaupt.

Willa: Das ist auch wahr – er hat viel Zeit in Disneyland verbracht. Und eigentlich ist es interessant, über all die Disney-Verbindungen nachzudenken – zum Beispiel ist der allererste Song auf dem allerersten Album der Jackson 5 “Zip-a-Dee-Doo-Dah”, der Titelsong von Disneys Song of the South, der später als Titelsong für die Wonderful World of Disney übernommen wurde. Ich habe das Disney-Special, an das du dich so gerne erinnerst, nicht gesehen, Joie, aber ich erinnere mich daran, dass ich jahrelang fast jeden Sonntagabend “Wonderful World of Disney” gesehen habe und den blauen Vogel auf Onkel Remus’ Schulter landen sah, als er dieses Lied sang. Und dann ist da noch Captain EO. Ich nahm meinen jüngeren Bruder mit, um Captain EO in Walt Disney World zu sehen, nicht allzu lange nachdem er im Epcot Center eröffnet wurde. Hattest du die Chance, es zu sehen, Joie?

Joie: Das habe ich. Das war ein Erlebnis, ihn tatsächlich in Disney zu sehen, nicht wahr?

Willa: Das war es. Ich glaube, das war der erste 3D-Film, den ich je gesehen habe, denn ich kann mich erinnern, dass ich von den 3D-Effekten überwältigt war. Was ist mit dir? Woran erinnerst Du dich?

Joie: Nun, ich habe es in Disney World gesehen, und ich erinnere mich, dass ich von der ganzen Aufregung gefangen war. Man konnte es sogar spüren, als man in der langen, gewundenen Schlange stand und auf den Einlass wartete. Jeder war einfach so aufgeregt und begierig, es zu sehen. Ich erinnere mich, wie ich aus dem Saal kam und mich sofort wieder anstellte, um fast eine Stunde zu warten, um es noch einmal zu sehen. Und wir waren nicht die einzigen, die das taten!

Willa:  Habt ihr das wirklich? Das ist lustig! Meine Reaktionen waren eigentlich eher gemischt. Um ehrlich zu sein, mochte ich das Ende nicht, und obwohl ich es jetzt ein wenig anders sehe, habe ich immer noch Vorbehalte dagegen. Ich war 1986 eine glühende junge Feministin – bin es eigentlich immer noch, wenn auch jetzt etwas grauer – und es hat mich wirklich gestört, dass da diese mächtige, kreative, aktive Frau als böse dargestellt wird, und am Ende verwandelt sie sich in eine völlig stumme, völlig passive Statue einer Frau, die als gut angesehen wird.

Wir sehen dieselbe narrative Struktur so oft, besonders in Disney-Filmen. Wie in Schneewittchen und die sieben Zwerge gibt es diese mächtige Stiefmutter, die alle Arten von wilder, kreativer Magie einsetzt, und uns wird gesagt, sie sei eitel und böse – die prototypische böse Stiefmutter. Und natürlich wird sie am Ende der Geschichte als Königin verdrängt und durch das passive, hilflose, häusliche Schneewittchen ersetzt, und uns wird gesagt, sie sei gut. Und sie ist gut – ich mag Schneewittchen – aber warum muss die mächtige Königin böse sein? Wir sehen dieselbe Struktur in Cinderella und Dornröschen und Die kleine Meerjungfrau – sogar in 101 Dalmatiner, wo die eitle und böse Cruela deVil versucht, die Welpen zu töten, um sich einen Pelzmantel zu machen.

Aber was mich jetzt am meisten interessiert, ist, dass in Captain EO die “bösen” Charaktere – die Königin und ihre Handlanger – nicht zerstört werden, wie es böse Charaktere normalerweise werden. Stattdessen werden sie transformiert, und was diese Transformation bewirkt, ist Kunst – speziell Musik und Tanz. Und das ist eine Idee, die wir immer und immer wieder in Michael Jacksons Arbeit sehen, von Beat It und Can You Feel It in seinen frühen Jahren bis hin zu ihrem wahrscheinlich vollsten Ausdruck in Ghosts. Immer und immer wieder sehen wir, wie er uns sagt, dass Kunst uns dazu bringen kann, uns selbst anders zu sehen und ein spirituelles Erwachen und einen tiefgreifenden sozialen Wandel zu bewirken. Und wir sehen das bis zu einem gewissen Grad auch in Captain EO. Wie Captain EO der Königin sagt, ist sie “innerlich sehr schön, aber ohne den Schlüssel, um es freizulassen.” Musik und Tanz liefern diesen Schlüssel und verwandeln sowohl die Königin als auch ihre Wachen, indem sie sie von Soldaten in Tänzerinnen verwandeln.

Joie: Wow, Willa! Ich wusste, dass du eine starke Meinung zum Feminismus hast, aber ich wusste nicht, dass du so stark über diese Märchen denkst. Ich neige dazu, bei diesem speziellen Argument zwischen den Stühlen zu sitzen. Ich kann die feministische Seite klar erkennen, und es beunruhigt mich, dass dies die Geschichten sind, die wir unseren kleinen Mädchen beibringen sollen. Aber gleichzeitig war ich schon immer ein überzeugter und hoffnungsloser Romantiker. Ich liebe diese Märchen, und ein Teil von mir liebt die Vorstellung, dass “eines Tages mein Prinz kommen wird” und dass es wirklich ein Happy End gibt.

Willa:  Joie!  Du kannst eine Feministin sein und trotzdem eine Romantikerin!  Warum kann es nicht eine mächtige Königin in einem Disney-Film geben, die als gut dargestellt wird? Als mächtig, aktiv, kreativ gut? Und warum kann sich nicht ein besonderer Mensch in sie verlieben, weil sie so mächtig, aktiv gut ist? Was ist falsch an dieser Geschichte? Und warum wird diese Geschichte nie erzählt?

Joie: Weil es ein Disney-Film ist, der für kleine Kinder zurechtgestutzt wurde, und wer auch immer diese Entscheidungen trifft, glaubt offensichtlich, dass Kinder Gut und Böse nicht verstehen würden, wenn man nicht diese sehr klaren Linien zieht. Aber Kinder sind wirklich schlau – schlauer als die meisten Erwachsenen es ihnen zutrauen – und ich denke, sie könnten eine mächtige Königin verstehen, die als gut dargestellt wird.

Aber man darf auch nicht vergessen, dass die meisten dieser Geschichten, wie Schneewittchen, Aschenputtel und Dornröschen, zu einer Zeit entstanden sind, als von den Frauen erwartet wurde, dass sie zu Hause bleiben und passiv und häuslich sind. Das war gut so. Damals wurde eine Frau in einer Machtposition, die nicht sehr häuslich oder mütterlich war, als sehr, sehr schlecht angesehen. Sie spiegeln also auch die Zeit wider, in der sie entstanden sind.

Aber um zu dem zu kommen, was Du über die böse Königin und ihre Handlanger gesagt hast, die nicht vernichtet werden … das ist für mich sehr interessant. Ich habe noch nie darüber nachgedacht, aber Du hast absolut Recht. Normalerweise sehen wir, dass die Bösewichte am Ende der Geschichte komplett vernichtet werden – egal, ob es sich um ein Märchen oder einen Actionfilm handelt. Aber hier ist das ganz und gar nicht der Fall. Stattdessen werden die Bösewichte in gute, fürsorgliche Menschen verwandelt.

Willa: Und das ist wirklich wichtig, denke ich. Manchmal werden diese “bösen” Charaktere auf schreckliche Weise getötet. In den Grimm’schen Märchen von “Schneewittchen” zum Beispiel – eine der ersten veröffentlichten Versionen, wenn nicht sogar die erste – bekommt die böse Königin ein Paar glühend rote Eisenschuhe, die in einem Feuer erhitzt wurden, und sie wird gezwungen, darin zu tanzen, bis sie stirbt. Ist das nicht ein schreckliches Bild – von jemandem, der gezwungen wird, in roten, heißen Schuhen zu tanzen, bis er stirbt? Es erinnert mich ein bisschen an Slave to the Rhythm.

Aber die Geschichte endet in Captain EO ganz anders. Anstatt dass die Königin getötet wird und Schneewittchen ihren Platz einnimmt, wird sie in Schneewittchen verwandelt, also in eine Art Schneewittchen-Charakter.

Joie: Hmm. Interessante Beobachtung, Willa. So hätte ich das nie gesehen.

Willa: Nun, das führt zurück zu der Idee der kulturellen Narrative, über die wir bereits gesprochen haben. Es gibt bestimmte Geschichten – wie die Geschichte von der bösen Stiefmutter, einer mächtigen bösen Frau – die immer wieder erzählt werden. Es gibt zum Beispiel mehr als 700 verschiedene Versionen von “Aschenputtel” auf der ganzen Welt, und sie werden seit Jahrhunderten von einer Generation zur nächsten weitergegeben. Und da sind all die anderen Hexen, bösen Königinnen und Stiefmütter in Tausenden von Geschichten noch gar nicht mitgezählt, von chinesischen Volksmärchen über Shakespeare bis zu Cruela deVil. Aber sie alle teilen das gleiche Merkmal einer mächtigen, sogar magischen, bösen Frau, und zusammen bilden diese Geschichten eine kulturelle Erzählung.

Und dann gibt es noch andere Geschichten, die selten oder gar nicht erzählt werden, wie die Geschichte von der mächtigen, kreativen, magischen guten Frau. Diese Geschichte ist nicht Teil unseres kulturellen Erbes. Tatsächlich ist sie fast nicht existent. Und das ist wichtig, weil unsere kulturellen Erzählungen unsere Gehirne fest verdrahten. Sie schaffen unser kollektives Gedächtnis und unsere kulturelle Psychologie, sie formen unsere Wahrnehmungen und unsere Überzeugungen. Wie wir über Frauen denken – mütterliche Frauen, starke Frauen, intelligente Frauen – spiegelt unsere kulturellen Narrative wider.

Joie: Kulturelle Narrative sind ein faszinierendes Thema, Willa, und sie spielen eine sehr wichtige Rolle in unser aller Leben. Wie Du sagst, sind sie in unseren Gehirnen fest verankert. Und das wirklich Interessante für mich ist, dass die meisten Menschen keine Ahnung haben, dass das überhaupt passiert. Wir hören oft den Satz: “Das ist nun mal so”. Aber die meisten Menschen verstehen nicht, dass die Dinge so sind, wie sie sind, wegen dieser alten kulturellen Narrative. Das ist sehr interessant.

Willa: Das ist sehr interessant, und auch sehr wichtig, denn wir neigen dazu, Dinge zu glauben, die in unsere kulturellen Erzählungen passen. Zum Beispiel beschuldigte 1993 ein weißer Mann (Evan Chandler) einen schwarzen Mann (Michael Jackson) fälschlicherweise, ein Sexualverbrechen an einer verletzlichen weißen Person (Jordan Chandler) begangen zu haben. Und trotz aller Beweise neigten die Polizei, die Presse und die Öffentlichkeit dazu, dem weißen Mann zu glauben und nicht dem schwarzen Mann. Es gibt viele Gründe, warum das passiert ist, aber ich denke, der Hauptgrund ist, dass es mit unseren kulturellen Erzählungen übereinstimmt – mit den Geschichten, die wir uns als Kultur seit Jahrhunderten erzählt haben. Und ich glaube, dass Michael Jackson mit einem Projekt beschäftigt war, unsere kulturellen Erzählungen neu zu schreiben, besonders, da sie beeinflussen, wie wir Rasse und Geschlecht und andere Unterschiede zwischen uns wahrnehmen. Wir sehen das immer wieder in seiner Arbeit – dieses Beharren darauf, Geschichten aus einer ganz anderen Perspektive zu erzählen, oft aus der Perspektive derjenigen, deren Stimmen ausgeschlossen waren. Und wir sehen das sogar ein bisschen in Captain EO, wie er die mächtige Königin und ihre Wachen transformiert, anstatt sie zu zerstören.

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TV Guide Interview Dezember 1999

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Dieses kleine Interview wurde am 29.11.1999 in Michaels Hotel Suite in New York aufgezeichnet und erschien im TV Guide* am 4 Dezember 1999.

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Originalversion englisch

TV Guide: „Thriller“ veränderte Musikvideos für alle Zeiten. Wie kamst du auf die Idee?

Michael: Mein Bruder Jackie kam zu mir nach Hause und sagte: „Hast die diese Show im Fernsehen gesehen? Sie spielen immer nur Musik, es heisst MTV.“ Ich sah es an und fand das Konzept sehr interessant. Was mir nicht gefiel war, dass diese Videos wie eine Bildercollage wirkten; ich dachte mir, wenn ich ein Video machen würde, hätte es mehr Unterhaltungswert. Mein Traum war es, etwas mit einem Anfang, einem Mittelteil und einem Ende zu drehen, wie einen Kurzfilm.

TV Guide: Hast du dir je vorgestellt, dass Thriller und die Videos für dieses Album deine Karriere in die Stratosphäre katapultieren würden?

Michael: Ich hab nicht darüber nachgedacht, wie sich das Album…

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Is It Scary?

Is it Scary? 

(Text von Joe Vogel aus dem Buch ‘Man In The Music’ )

Is It Scary ist Jacksons Höhepunkt beim Vorstoß zum Gothic. Es ist vielleicht auch seine beste Antwort darauf, wie er öffentlich wahrgenommen wird, als eine Kombination von Spektakel, Schurke und Freak. Wenn Childhood sein persönlichster Song ist, wie Jackson es einmal sagte, dann ist Is It Scary das dazu nötige Gegengewicht. Schaurig, aufrüttelnd und aufschlussreich – ein angemessener Abschluss von Blood On The Dance Floor, diesem Meisterstück-Konzept aus fünf düsteren Songs.

Eine frühe Version von dem Stück schrieb Jackson zusammen mit Jimmy Jam und Terry Lewis Anfang der 90er. Jackson war jedoch mit dem Track nicht zufrieden und formte ihn in den folgenden Jahren weiter aus und “lies ihn zu sich sprechen”. Vergleicht man den frühen Down-Tempo Groove Mix mit der Album Version, erhält man einen aufschlussreichen Einblick in Jacksons Prozess, einen Song zu entwickeln, bis er genau richtig ist. Der finalen Version wurden nicht nur einige der für den Song wichtigsten Textteile zugefügt, sondern sie bekommt auch die notwendige Atmosphäre, Drama und Leidenschaft, wodurch dem wirklichen Schmerz und Pathos der Lyrics ermöglicht wird, mit zu klingen.

Der Song beginnt mit den beinahe gleichen Beschreibungen wie Ghosts, Bilder von umfassenden Geistererscheinungen und Ghouls, knarrende Stufen und einengende Wände, akustisch dargestellt, eine Tür schließt sich, die Stimmung wird verdichtet, ein Herz fängt schnell zu schlagen an und ruft eine Art von Klaustrophobie, Angst und Panik hervor. Es ist wie ein symbolischer Abstieg in eine Gefängniszelle. Hier wird ganz deutlich, dass Michael Jackson seinem Publikum einen Spiegel vorhält.

“I’m gonna be exactly what you wanna see” / “Ich werde genau das sein, was du sehen willst”, singt er. Mit anderen Worten gesagt ist er in diesem geschlossenen Raum bereit zu performen, zu unterhalten. Was immer jemand in ihm oder durch ihn sehen will, wird über den Zuschauer ebenso viel enthüllen wie über das Subjekt. “It’s you who’s taunting me” / “Ihr seid es, die mich verspotten” singt er weiter direkt an seine Kritiker gerichtet. “Because You’re wanting me to be the stranger in the night” / “Weil ihr wollt, dass ich der Fremde in der Nacht bin.” Das “Verspotten” dient hier dazu seine Andersartigkeit auszugrenzen, sie in etwas ‘freakisches’ und nicht erkennbares zu verwandeln. Er wird zu einer Art modernem Barden, das Publikum keucht, klatscht, spöttelt und lacht, aber missversteht die wahre Natur des Performers und der Performance fundamental.

Kulturkritikerin Judith Cole sagt, dass Jackson “sich zu verschiedenen Punkten seines Lebens und seiner Karriere, der Rolle/dem lyrischen ich einer Reihe von Minnesängern anpasst, darunter Long Tail Blue, Dandy Blue Jim, Zip Coon, Master Juba und sogar Jim Crow.” Ein Minnesänger soll natürlich unterhalten, nicht nach seinen eigenen Bedingungen, sondern so, wie es von ihm erwartet wird, und Jacksons Widerstreben dieses zu tun untergräbt die ihm gegebene Rolle. “Die Geschichte des Amerikanischen Entertainments (und Jacksons eigener Platz in dieser Geschichte) ist nie weit entfernt von Jacksons Denken,” beobachtet Kulturkritiker David Yuan. “Er macht klar, dass er denkt, Afro-Amerikanische Musik sollte nicht auf einen Nebenschauplatz in der Amerikanischen Kulturgeschichte verbannt werden… es ist wichtig zu erkennen, wie die häufig erzählte Geschichte von Jacksons Aufstieg zum Stardom der institutionellen Geschichte des Afroamerikanischen Entertainments ähnelt – und der institutionellen Geschichte der Freak-Show.”

Seine Unfähigkeit oder sein Widerwille, gesellschaftlichen Erwartungen zu entsprechen und “normal” zu werden, erzürnt, verwirrt und fasziniert die Menschen zur gleichen Zeit. Yuan fährt fort: “Michael Jackson ist der definitive Celebrity-Freak unserer Tage… (und) die perplexe Öffentlichkeit sieht ihn als den Vermittler seines eigenen “Enfreakments”

Mit anderen Worten, seine “Entscheidung” der Freak zu sein verschlimmert die Gegenreaktionen noch mehr.

Ein scharfsinniger Jackson realisiert dieses Rätsel (Vexierspiel) und konfrontiert die Zuhörer mit einer Reihe von Fragen: “Am I amusing you/or just confusing you? Am I the beast you visualized?” / “Amüsiere ich euch, oder verwirre ich euch? Bin ich das Biest, das ihr euch vorgestellt habt?” Im Grunde fragt er, ob er als etwas geringeres als ein Mensch wahrgenommen wird. In Margo Jeffersons Buch “On Michael Jackson” beschreibt sie den historischen Kontext einer solchen Frage. “Als der Bürgerkrieg begann, hatte (P.T.) Barnum gerade einen englischen Zirkus Artisten in schwarzem Make Up und mit einem Pelzumhang vor einen Dschungel-Hintergrund gestellt, und fragte das Publikum: “Was ist das?” 1875 nahm er einen Afroamerikaner für diese Rolle… “Ist es eine niedere Art Mensch`? Oder eine höhere Art Affe? Keiner kann es sagen! Vielleicht ist es eine Kombination von beidem. Es ist unbestritten die erstaunlichste lebende Kreatur…” Jefferson fährt fort: “Michael Jackson verkörpert Spurenelemente von dieser ganzen Historie… Seine Rasse, sein Geschlecht, seine Sexualität, sein Alter sind völlig verschwommen und schwer einzuordnen. Für viele wird er deshalb zu einem “Was ist es?”

Durch diesen Kontext treffen Zeilen wie “And if you wanna see, Eccentric oddities, I’ll be grotesque before your eyes” / “Und wenn ihr exzentrische Seltsamkeiten sehen wollt, werde ich vor euren Augen grotesk” auf einer tieferen Ebene. Er wird grotesk sein, weil es das ist, was die voreingenommene Kultur sieht und sehen will. Es ist das, wozu sie ihn gemacht haben. Er ist – im wahrsten Sinn des Wortes – das Produkt einer Amerikanischen Kultur. Er sagt: “Wenn ich euch verängstige, dann deshalb, weil ich so sein soll, und dann werde ich es sein.”

Später erinnert er uns jedoch daran, dass hinter der Maskerade eine verletzte/leidende Seele steht. Er singt: “If you came to see, the truth, the purity, it’s here inside a lonely heart.” / “Wenn ihr gekommen seid, die Wahrheit, die Reinheit zu sehen, sie ist hier, in einem einsamen Herzen”. Das Paradoxum ist indes, dass er sich selbst nur offenbaren kann durch das Performen, das Erneuern der verschwommenen Linie zwischen dem Entertainer und dem Menschen, der Rolle und der Persönlichkeit. Diesem komplizierten Schicksal ergeben, erklärt Jackson, was das Motto seines Lebens sein könnte: “Let the performance start!” (Lass die Vorführung beginnen!) 

Der Höhepunkt präsentiert Jackson, wie er mit Kraft seine Wut durch einen Chor von Geistern bündelt, seinen Schmerz herauslässt als etwas, was sich wie Beschwörung/Exorzismus anfühlt. Das ist es, worauf sich Neil Strauss von der New York Times bezog, als er von Jackson sprach der “wie der Elefantenmensch schreit, dass er ein Mensch sei.” 

Es beinhaltet eine der schmerzvollsten, jedoch stärksten künstlerischen Äußerungen in Jacksons Karriere.

Am I the Beast You Visualized? Bin ich das Biest, das ihr euch vorgestellt habt? 

(Textauszüge von Joe Vogel, https://www.huffpost.com/entry/michael-jackson-trial-_b_1068750?guccounter=1)

In zahlreichen Songs benutzt Jackson die Musik gleichsam als gebündelten Aufschrei all derer, die schlecht behandelt werden. In „They Don’t Care About Us“ legt er Zeugnis ab für all jene, die erniedrigt und ihrer Bürgerrechte beraubt wurden. „Sagt, was wurde aus meinen Rechten, bin ich unsichtbar, nur weil ihr mich ignoriert?“, singt er dort. In „Little Susie“ richtet er die Aufmerksamkeit auf die Not der Vernachlässigten und Verlassenen, indem er die Geschichte eines Mädchens erzählt, dessen Gabe unbemerkt bleibt, bis es tot am Fuße der Treppe ihres Hauses gefunden wird. („Hebt sie ganz vorsichtig hoch“, singt Jackson, „Blut ist in ihrem Haar“). Der „Earth Song“ liefert eine epische Wehklage im Namen unseres Planeten und seiner verwundbaren Einwohner (repräsentiert durch die leidenschaftlichen Ausrufe des Chors: Was wird aus uns?). Durch solche Songs (wie auch durch sein ganzes Leben und seine ganze Persönlichkeit) wurde Jackson zu einer Art globalem Repräsentanten der „Anderen“.

Die Massenmedien jedoch hielten nie sonderlich viel von Jacksons „Anderssein“, genauso wie sie nie viel von den „Anderen“ hielten, von denen er in seinen Songs sprach. Sie fanden wohl eher eine einfache, profitable Geschichte – Jackson als exzentrischer „Freak“ – und an dieser Geschichte hielten sie nahezu 30 Jahre fest und sie erhöhten stets und ständig ihren Einsatz.

Die fesselndste Reaktion Jacksons auf die öffentliche Wahrnehmung von ihm kommt wahrscheinlich in diesen drei Songs zum Ausdruck: „Ghosts“, „Is It Scary“ und „Threatened“. Hier hält Jackson der Gesellschaft den Spiegel vor, die ihn verachtet und er verlangt von ihr, in ihr eigenes groteskes Spiegelbild zu blicken. „Erschreckt dich das?“, fragt er. Die Songs, mit den sie begleitenden bildlichen Darstellungen, sind nicht nur extrem selbstbewusst, sie demonstrieren auch sein sehr scharfsinniges Verständnis der giftigen Mächte, die ihn umgeben und jagen.

In dem Kurzfilm „Ghosts“ verhöhnt der Bürgermeister (eine konservative Autoritätsperson, inspiriert von DA Tom Sneddon) von „Normal Valley“ Jacksons Charakter: „Freaky Boy! Freak! Zirkusfreak!“ Interessanterweise ist es Jackson selbst, maskiert als Bürgermeister, der diese Worte sagt und man kann spüren, wie sehr er sie verinnerlicht hat. Es sind Beleidigungen, die beschmutzen und demütigen sollen (was sicher 1993 und 2005 auch der Zweck der Jagd auf Jackson war). Für den Bürgermeister ist Jacksons Anwesenheit in der Gemeinde nicht zu tolerieren. Es ist nicht so, dass Jackson irgendwem wehgetan hätte, es ist einfach, weil er anders ist und Anderssein bedrohlich ist.


In solch künstlerischen Ausdrucksformen erkennt Jackson ganz klar, was ihm angetan worden ist. Er wurde von äußeren Mächten in eine Schublade gesteckt. Er ist ein Phantom, das sie sich in ihren eigenen Köpfen erschaffen haben, wie er in „Is It Scary“ singt. „Wenn du exzentrische Seltsamkeiten sehen willst, werde ich vor deinen Augen grotesk“. Das heißt mit anderen Worten, dass er grotesk sein wird, weil es genau das ist, „was das Publikum sehen will“. Sie wurden so konditioniert, genau das zu sehen. Später in diesem Song nimmt er die Reaktionen des Publikums vorweg, indem er fragt: „Amüsiere ich euch/oder verwirre ich euch nur/bin ich das Biest, das ihr euch vorstellt?“ Wurde er weniger als ein Mensch? Warum? Ist es seine physische Erscheinung? Seine mehrdeutige Identität? Seine ungewöhnliche Lebensgeschichte? Keine Frage, Michael Jackson war anders. Die Frage ist, warum dieses „Anderssein“ eine solch glühende Herabwürdigung und Verunglimpfung entfachte.

Eine der bemerkenswertesten Qualitäten von Michael Jacksons Leben und Werk besteht jedoch darin, dass er sich weigerte, sein Anderssein aufzugeben. Er wird niemals „normal“, wie es, sagen wir, vom Bürgermeister von Normal Valley erwartet wird. Er passt sich keinen Erwartungen an. Lieber bleibt er sich selbst treu und stellt seine einzigartige, facettenreiche Identität zur Schau, zum Verdruss all derer, die sich wünschen, er möge in vorhersehbarere Schubladen passen. Seine Andersartigkeiten, wie Susan Fast schreibt, waren „undurchdringlich und unerschöpflich und riefen große Beunruhigung hervor. Sei doch bitte schwarz, Michael, oder weiß oder schwul oder hetero, Vater oder Mutter. Sei deinen Kindern ein Vater, aber sei doch bitte nicht selbst Kind, damit wir endlich wissen, auf wen wir unsere liberale (In)Toleranz richten sollen. Und versuch doch bitte nicht, alle gleichzeitig mit Kodes zu verwirren“.

Selbst Jahre nach seinem tragischen Tod, scheint es so zu sein, dass die Menschen immer noch nicht wissen, was sie mit Jackson anfangen sollen. Deshalb wird er einfach auf einen „Medikamentenabhängigen“ reduziert. Herzlos pflastert ein Foto seines leblosen Körpers die Nachrichtenseiten. Ein grausames, missbräuchliches Verhalten, unter dem Deckmantel „normal“. Vielleicht nutzte Jackson deshalb einen Gruselfilm als Medium, um sich zu wehren. Es war sein Weg, den Spieß umzudrehen, um symbolisch die Welt so darzustellen, wie er sie oft empfand: monströs und grotesk. Seine „Horrorstorys“ waren sicherlich nicht dafür vorgesehen, einfach nur zu unterhalten.

„Freaks werden Freaks genannt“, bemerkt Autor James Baldwin, „und sie werden behandelt, wie sie behandelt werden – in der Hauptsache abscheulich – weil sie Menschen sind, die tief in uns unsere grundlegendsten Ängste und Wünsche widerspiegeln.“ Doch so sehr Jackson zum symbolischen Magnet wurde, auf den diese kulturellen Ängste projiziert wurden, so war er doch auch ein Mensch aus Fleisch und Blut, der versuchte, sein Leben zu leben. Gegen Ende von „Is It Scary“ singt er: „Ich bin einfach nicht das, was ihr in mir sucht“, bevor er dem leidenschaftlichen Zuhörer offenbart: „Doch wenn ihr euch aufmacht/ die Wahrheit und Reinheit zu erkennen/ liegt sie hier in einem einsamen Herzen/ als lasst die Performance beginnen!“

Ironischerweise finden wir diese Wahrheit und Reinheit in der Performance seiner Kunst. Hier treibt er seine Dämonen aus, dort wo seine Qual sich in schöpferische Energie verwandelt. Hier stürzen Mauern ein und Masken fallen. Für die Außenwelt mag er in Spektakel sein, eine Karikatur, ein Freak; doch hier, in seiner Musik, offenbart er letztendlich seine Seele. Er ist ein Mensch.

Die Frage ist: Was sehen wir?

Michaels Liebe zur klassischen Musik

“The five hours I spent with Michael Jackson in Los Angeles will certainly be the most emotional of my musical career. It was fantastic to discover so many common points: passion for music (without limits), for peace and freedom, love for animals and nature. In one word: for humanity!”

„Die fünf Stunden, die ich mit Michael Jackson in Los Angeles verbringen durfte, waren sicher die emotionalsten meiner musikalischen Karriere. Es war fantastisch, so viele Gemeinsamkeiten zu entdecken: Die grenzenlose Leidenschaft für Musik, für Frieden und Freiheit, die Liebe für Tiere und die Natur. In einem Wort: Menschlichkeit.“
– Francois Glorieux

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David Michael Frank und François Glorieux berichten über ihre Projekte mit Michael, bei denen sie mit ihm, oder für ihn, an klassischer Musik arbeiteten. David M. Frank arbeitete 2009 mit Michael an einem klassischen instrumental Album, mit Stücken, die Michael komponiert hatte und die er arrangieren/orchesrtieren sollte. Francois Gloriuex arbeitete 1989 im Auftrag von Michael an der Orchestrierung seiner Hits, wie Beat it, Bad oder Liberian Girl.

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David Michael Frank über sein Treffen mit Michael 2009:

Link zum Text in englisch:  http://weblogs.baltimoresun.com/entertai…rumental_a.html

Vor vier oder fünf Monaten erhielt ich einen Anruf von Michael Jacksons langjährigem Aufnahmeleiter Michael Prince, der mir erklärte, dass Michael jemanden suchte, der die Arrangements für Orchestermusik schreiben könnte. Ich wusste, dass er vor hatte auf Tour zu gehen. Im darauf folgenden Monat rief er mich an, um mir zu sagen: „Michael Jackson lässt Ihnen sagen, dass er Sie anrufen wird.“

Ende April rief mich ein anderer Michael an…

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Was Thriller großartig machte – Michaels Manifest von 1987

Michaels ‘Manifest’, geschrieben 1987

Manifest 1987-1

WHAT MADE THRILLER BIG

I found out that when I have a deep reason, a reason of anger, I really come through to prove myself like on Thriller.

I hated unequality in record business. Blacks weren’t able to be on MTV, the most watched musical show. Signs like ‘disco sucks’ all over the town. The cross over unequality. Not being able to be on covers of white publications. Being told „We don’t put blacks on our covers, blacks don’t sell.“

All this put fire in me to sell the biggest, greatest selling Album of all time to get recognition to have whites and blacks of all races love me. To be on covers of Time, Life, Newesweek. But I did it all out of anger to get even to prove myself.

Was Thriller großartig machte

Ich habe festgestellt, wenn ich einen wichtigen Grund habe, einen aus Wut entstandenen Grund, dann schaffe ich es wirklich, mich selbst zu beweisen, so wie auf Thriller.

Ich hasste die Ungleichheit im Musikgeschäft. Schwarze konnten nicht auf MTV sein, der meist gesehenen Musiksendung. Überall gab es Parolen wie „Disco nervt“. Die Ungleichheit gegenüber des Cross-over. Nicht in der Lage zu sein, auf den Titelseiten weißer Publikationen zu sein. Gesagt zu bekommen: „Wir drucken auf unsere Titelseiten keine Schwarzen, Schwarze bringen keinen Umsatz.“ Das alles entzündete in mir das Feuer, das größte, meistverkaufte Album zu machen, um Anerkennung zu bekommen, um von Weißen und Schwarzen aller Völker geliebt zu werden. Um auf die Titelseiten von Time, Life, Newsweek zu kommen. Aber ich tat das alles aus der Wut heraus, mich selbst zu beweisen.

Manifest 1987-2

Elvis is not king. Show Springsteen whose boss. I will have the entire mags of Time, Life, Newsweek, People

I was very very angry. I have to prove myself and chang things.

Do it 200.00.000 for the white children so they’ll have black heroes. So they don’t grow up prejudice, all kids. Now. what must I do out of anger on this album to prove myself.

There’s a whole generation of white kids who are children to the KKK. I saw on the news on Martin Luther King’s birthday these kids were watching their parents stone black people. They will grow up prejudice, they hate blacks. My goal is to become so „big“ so poweful to become such a hero, to end prejudice, to make these little white kids love me by selling over 200.000.000 albums. Make them look up to me. I will change the world

Elvis ist nicht König. Zeig Springsteen, wer der Boss ist. Ich werde alle Magazine von Time, Life, Newsweek und People bekommen.

Ich war sehr wütend. Ich muss mich beweisen und die Dinge verändern.

Lass es 200.000.000 sein, für die weißen Kinder, damit sie schwarze Helden haben. Dann werden sie nicht mit Vorurteilen aufwachsen, alle Kinder. Jetzt. Was muss ich aus Zorn mit diesem Album tun, um mich zu beweisen. Da gibt es eine ganz neue Generation von Kindern für den KKK. An Martin Luther Kings Geburtstag habe ich es in den Nachrichten gesehen, dass diese Kinder ihren Eltern dabei zusahen, wie sie Schwarze mit Steinen bewarfen. Sie werden mit Vorurteilen aufwachsen, sie hassen Schwarze. Mein Ziel ist es, so „groß“ und einflussreich zu werden um ein Held zu werden, die Voreingenommenheit zu beenden und mehr als 200.000.000 Alben zu verkaufen, damit diese kleinen weißen Kinder mich lieben. Ich werde zu einem Vorbild für sie. Ich werde die Welt verändern.

Manifest 1987-3

Throughout History white men have always branded the pages of history with great white hopes putting whites over blacks as Noble’s, like Elvis being the King of Rock and Roll

Springsteen being the Boss or the Beatles being the Best.

Yes these guys were good but they weren’t better singers or dancers than the Blacks.

The difference is whites controll the press, the media and they can make the public believe whatever they desire.

Plus a lot of blacks have been ugly to look at. You must be beautiful looking.

I will change this „NOW“ with the power of my songs and dance and „looks“ and total reclusiveness and mystery world. I will rule as the king.

I am not prejudice, it’s just time for the first black king now.

Im Lauf der Geschichte haben Weiße immer ihre weißen Hoffnungen in die Seiten der Geschichtsbücher eingebrannt, sie stellten Weiße wie Adelige über Schwarze, so wie sie Elvis zum König des Rock und Roll kürten. Springsteen machten sie zum Boss und die Beatles zu den Besten.

Ja, diese Leute waren gut, aber sie waren keine besseren Sänger oder Tänzer als Schwarze.

Der Unterschied liegt darin, dass Weiße die Presse und Medien kontrollieren, und sie können der Öffentlichkeit weismachen, was immer sie möchten.

Dazu waren manche Schwarze nicht schön anzusehen. Du musst gut aussehen.

Ich werde das jetzt ändern. Mit der Kraft meiner Songs, meines Tanzes und meinem Look, totaler Zurückgezogenheit und geheimnisvoller Welt. Ich werde als König regieren.

Ich bin nicht voreingenommen, die Zeit ist einfach reif für den ersten schwarzen König.

Manifest 1987-4

I love white people black people. All races

I want what’s fair

Now is the time for my King Ship forever

I want all races to love as one

Now MJ the KING

Hide recluse, genius billionaire

strange beautiful face, greatest actor singer, dancer, performer

forever

Ich liebe weiße und schwarze Menschen. Alle Völker.

Ich möchte nur das, was gerecht ist.

Die Zeit für meine Königsherrschaft ist gekommen.

Alle Völker sollen gemeinsam lieben.

Jetzt

MJ The King

scheuer Einsiedler, genialer Milliardär

seltsam, wunderbares Gesicht, größter Schauspieler, Sänger, Tänzer, Performer

für immer

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„How I Make Music“ – Michael spricht über den kreativen Prozess und das Songschreiben

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I love to write songs.

It’s one of my favorite things to do. It’s very spiritual. It’s a connection. I’m just a source through which it comes. I’m inspired by a lot of things but it’s done in the heavens. I listen to the music and I just create from there.“

– Michael Jackson

★ ★ ★

Ich liebe es, Songs zu schreiben. Es ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Es ist sehr spirituell. Es besteht eine Verbindung. Ich bin nur die Quelle, durch die es hindurch fliesst. Ich bin von vielen Dingen inspiriert, aber es wird im Himmel gemacht. Ich höre der Musik zu, und erschaffe daraus.“

★ ★ ★

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Michael Jackson konnte weder Noten lesen noch schreiben und spielte wohl auch kein Instrument perfekt – wenn er auch verschiedene Instrumente etwas spielen konnte, wie Piano, Gitarre oder Schlagzeug. Michael hörte die kompletten Arrangements seiner Songs in seinem Kopf:

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Michael Jacksons Anwalt Bob Sanger über den King of Pop, sein Leben und seine Lesegewohnheiten

Er liebte es, zu lesen. Er hatte mehr als 10.000 Bücher in seinem Haus. Und ich weiß das. Ich hasse es, mich auf den Prozeß zu beziehen, denn ich wollte diesen Prozeß nicht – man sollte ihn nicht über den Prozeß definieren.
Aber es ist eines der Dinge, die wir erfuhren – die Bezirksstaatsanwaltschaft durchsuchte seine gesamte Bibliothek und fand zum Beispiel ein deutsches Buch über Kunst von 1930 – solche Dinge. Und es stellte sich heraus, dass dieser Bursche, der Künstler, von dem das Buch handelte, von den Nazis verfolgt worden war. Niemand wuste das, und dann kommen die Cops und sagen: „Wir haben dieses Buch mit Bildern von nackten Menschen gefunden.” Doch es war Kunst, mit einer Menge Text dabei. Es war Kunst!
Und sie fanden ein paar andere Dinge, eine Aktentasche, die ihm nicht gehörte, mit ein paar Playboy-Heften oder so was darin. Aber sie durchsuchten das ganze Haus des Jungen, 10.000 Bücher. Und das veranlasste uns, das Gleiche zu tun, sie anzusehen.
Es gab Plätze, an denen er gern saß und las; da waren Bücher mit seinen Lesezeichen und seinen Notizen und allem darin. Und ich kann Ihnen aus Gesprächen mit ihm sagen, dass er sehr – besonders für einen Autodidakten, wie er es war; er hatte seine eigene Leseliste – er war sehr belesen. Ich will nicht sagen, dass ich besonders belesen bin, aber, sagen wir so, ich habe sicherlich viel gelesen. Ich finde Gefallen an Philosophie und Geschichte, und es war sehr angenehm, mit ihm darüber zu sprechen, denn er war sehr intellektuell, und er liebte es, über diese Dinge zu sprechen. Er prahlte jedoch nicht damit, und es kam sehr selten vor, dass er von selbst ein solches Gespräch begann. Doch wenn man mit ihm in ein Gespräch wie dieses geriet, dann war er da.

He loved to read. He had over 10,000 books at his house. And I know that because – and I hate to keep referring to the case, because I don’t want the case – the case should not define him. But one of the things that we learned – the DA went through his entire library and found, for instance, a German art book from 1930-something. And it turned out that the guy who was the artist behind the book had been prosecuted by the Nazis. Nobody knew that, but then the cops get up there and say, ‘We found this book with pictures of nude people in it.’ But it was art, with a lot of text. It was art. And they found some other things, a briefcase that didn’t belong to him that had some Playboys in it or something. But they went through the guy’s entire house, 10,000 books. And it caused us to do the same thing, and look at it. 
And there were places that he liked to sit, and you could see the books with his bookmarks in it, with notes and everything in it where he liked to sit and read. And I can tell you from talking to him that he had a very – especially for someone who was self-taught, as it were, and had his own reading list – he was very well-read. And I don’t want to say that I’m well-read, but I’ve certainly read a lot, let’s put it that way, and I enjoy philosophy and history and everything myself, and it was very nice to talk to him, because he was very intellectual, and he liked to talk about those things. But he didn’t flaunt it, and it was very seldom that he would initiate the conversation like that, but if you got into a conversation like that with him, he was there. 

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Original von Randall Roberts, 25. Juni 2009 

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In Folge des Todes von Michael Jackson am heutigen Nachmittag kontaktierte West Coast Sound den langjährigen Anwalt des verstorbenen King of Pop, Bob Sanger.
Sanger vertrat Michael Jackson 16 Jahre lang und saß während des öffentlichen Prozesses von 2005, in welchem die Familie eines Jungen Jackson des sexuellen Missbrauchs von Kindern beschuldigte, mit ihm am Tisch der Verteidigung. Wir sprachen am späten Nachmittag mit Sanger.

Susan Yu, Bob Sanger, Tom Mesereau – 2005

Bob Sanger: Folgendes möchte ich sagen. Ich denke, es ist angemessen, zu diesem Zeitpunkt zu Ehren von Michael zu sprechen.
Zunächst – er war er ein großartiger Musiker und Performer, und sein Einfluss auf die Musik wirkt sich bis heute aus. Ich sah heute etwas im Fernsehen, ich weiß nicht mehr, wer es war, aber ich sah einen aktuellen Star in einem Musikvideo, und ich…

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