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Interview mit Geraldo Rivera Februar 2005

At Large mit Geraldo Rivera 2005

Geraldo: Wie geht’s dir, Mann? 

Michael: Wie geht es dir? 

Geraldo: Es tut gut dich zu sehen. Du kannst noch lachen? 

Michael: Natürlich. Ich lache viel. 

Geraldo: Du lachst, wenn du in einem Aufnahmestudio wie diesem bist und Musik machst? 

Michael: Natürlich, ich liebe Musik. 

Geraldo: Tut es dir gut zur Musik zurückzukehren? 

Michael: Es ist fantastisch. Weil … aaahhh … es ist mein Leben. Das ist es was ich tue. 

Geraldo: Du wurdest so sehr abgelenkt, weißt du, möchtest du darüber reden wie du dich fühlst?

Michael: Es geht mir gut, Geraldo. Wie geht es dir? 

Geraldo: Trotz allem was da vorgeht in der Welt, geht es dir gut? 

Michael: Ja, es ist alles in Ordnung, danke. 

Geraldo: Weißt du, es war wundervoll dich mit den Kindern zu sehen. Das ist, denke ich, der wirkliche Michael Jackson, den man noch nicht gesehen hat … du mit deinen eigenen Kindern, eines in Windeln und zwei andere Kleinkinder … Ich weiß nicht, wie du das ohne eine Nanny schaffst. 

Michael: Nun, ich kümmere mich gerne selbst um meine Kinder … es ist schön. Darum hab ich sie auch bekommen, damit ich mich selbst um sie kümmern kann und es ist eine große Erleichterung für mich, weißt du, eine Freude. Es macht mich glücklich und froh und, weißt du, sie sind wundervolle, süße, unschuldige Kinder. 

Geraldo: Ich sah dich als eine Art Vermittler zwischen ‘Nickelodeon’ und dem ‘Disney Channel’. Du hast da einige wirklich schwierige Probleme zu lösen. Aber du hast da so ein – eine Art normales Leben. Es ist süß das anzusehen. 

Michael: Danke. Sie ermöglichen mir das. 

Geraldo: Erzähl mir, was dir Kinder bedeuten, deine eigenen Kinder. 

Michael: Sie bedeuten … es ist schwer das in Worte zu fassen, denn sie bedeuten mir alles. Das wäre dasselbe wenn du erklären würdest, was deine Kinder dir bedeuten … Sie sind die Welt für mich. Ich wache auf und ich bin bereit für den Tag, weil sie da sind. Ich mache ihnen Frühstück, wechsle Windeln, wenn sie lesen wollen – wir lesen eine Menge, wir spielen verstecken, wir spielen Blinde Kuh und wir haben viel Spaß dabei. 

Geraldo: Und kannst du ihnen eine Welt bieten die wenigstens ein bisschen an Normalität grenzt? Sie kennen aber offensichtlich sowieso keine andere Welt. 

Michael: Sicher, ich tue mein Bestes. 

Geraldo: Nun, das hat offenbar eine hohe Priorität für dich. 

Michael: Ja natürlich. Ich möchte natürlich der beste Vater in der Welt sein. 

Geraldo: Wissen sie wer du bist? Oder was du für die Leute bedeutest? 

Michael: Ja, das tun sie. Sie waren auf Reisen mit mir und in Limousinen zwischen einem Meer von Fans. 

Geraldo: Mögen sie es? 

Michael: Sie finden es aufregend. Sie möchten auf die Bühne. Sie betteln, damit sie mit mir auf die Bühne dürfen. Nun, sehr bald nehme ich sie mit mir mit und zeige sie der Welt zum ersten Mal. 

Geraldo: Sie sagen nicht: „Daddy, ich möchte nach Hause und ‘Nickelodeon’ schauen?“ 

Michael: [lacht] Vermutlich, vermutlich. 

Geraldo: Das machen sie auch? 

Michael: Ja. 

Geraldo: Also, wie fühlst du dich wieder hier zu sein, in einem Aufnahmestudio? Sich wieder auf die Musik zu konzentrieren? Ist es eine Erleichterung, irgendwie? 

Michael: Es ist eine große Erleichterung. Es gibt mir das Gefühl zu Hause zu sein. Das bin ich. Das ist es warum ich hier bin. Egal welche Kunst … es könnte Film sein, weißt du, Musik, egal was … ich liebe es.

Geraldo: Nun, wenn du der so genannte ‘King of Pop’ bist, fühlst du dich dann am Wohlsten? Oder ist es der kreative Prozess?

Michael: Der kreative Prozess, ja. Ich bin besessen davon …

Geraldo: Ich habe dich und Randy gesehen, die Art wie ihr beide reagiert – es erinnert mich an meine Brüder und mich. Wer hat das Sagen?

Michael: Randy. 

Geraldo: Das ist nicht das was ich gesehen habe …

Geraldo: Aber, uh, du vertraust deiner Familie. 

Michael: Natürlich, das muss man. 

Geraldo: Ist es wahr, dass ‘Blut dicker als Wasser ist’? Oder was ist es?

Michael: Die Familie ist alles. Es ist Liebe. Das wurde uns beigebracht. Wir sind am Ende des Tages Freunde, das ist wichtig. Egal was die Öffentlichkeit oder die Presse sagt, wir sind Freunde. Wir lieben uns sehr.

Geraldo: Die Familie ist glücklich vereint, trotz den Gerüchten und Skandalen? 

Michael: Das ist Sensationsgier. 

Geraldo: Wie gehst du damit um? 

Michael: Wie ich mit Sensationsgier umgehe? 

Geraldo: Ja. Wie gehst du damit um, dass alles in deinem Leben auseinander genommen und genauestens untersucht wird? Es ist fast grotesk. 

Michael: Es ist wie einen Spielfilm anzusehen. Denn es ist nur ausgedacht. Es ist, wie wenn du einen Science-Fiction Film anschaust. Es ist nicht wahr. Ich kenne mich selbst und es ist traurig, wenn Leute diese Dinge über dich lesen und es glauben. 

Geraldo: Fühlst du dich als würdest du jede Woche eine Pressekonferenz halten und sagen: „Das ist das Gerücht des Tages, es ist nicht wahr.“ 

Michael: Ich weiß, dass die Wahrheit siegen wird und ich bin für die Wahrheit. 

Geraldo: Ich hab recherchiert und ich kann absolut keinen anderen finden, der so frivol für die absurdesten Dinge verklagt worden ist, wie du. Einer deiner Anwälte erzählte mir, dass eine Frau namens ‘Billie Jean Jackson’ angerufen hätte und gesagt hat: „Hör auf irgendwelche Schecks anzunehmen, Herr Anwalt. Ich bin die Frau.“ – ‘Billie Jean’ … offenbar von deinem Hit, ich meine, wie … Also, wie beeinflusst dich das?“

Michael: Beeinflusst es mich? Ja, aber ich bin auch irgendwie immun dagegen geworden. Ich habe eine dicke Haut aber zur selben Zeit bin ich auch nur ein Mensch. Also, so was kann wehtun, aber ich bin sehr stark. Und ich mag es einfach nicht, wenn die Leute diese falschen Informationen zu hören bekommen.

Geraldo: Zum Beispiel: Bist du Vater von Vierlingen geworden im letzten Jahr? 

Michael: Das war ein verrücktes Gerücht. 

Geraldo: Dann wurden Zwillinge aus ihnen. Ich weiß nicht, was mit den andern beiden passiert ist… vielleicht sind sie von Außerirdischen entführt worden?

Michael: Ich habe diese Geschichte gehört und ich hab keine Zwillinge. Sie haben gesagt, ich verstecke sie oder so. Ein anderes Gerücht. 

Geraldo: Das ist also komplett falsch. 

Michael: Je größer der Star, umso größer das Ziel. Ich versuche nicht zu sagen, dass ich der super-duper Star bin, das sage ich nicht. Ich sage nur, dass Stars Zielscheiben sind. Aber die Wahrheit siegt immer. Ich bin sicher. Ich glaube an Gott, weißt du? 

Geraldo: Hält dich dein Glaube aufrecht?

Michael: Natürlich tut er das. 

Geraldo: Wie ist es mit Freundschaft?`

Michael: Was ist mit Freundschaft?

Geraldo: Verlässt du dich auf Freunde? Sind Menschen da, die mit dir durch dick und dünn gegangen sind? Wer sind deine besten Freunde? 

Michael: Meine Kinder, meine Familie, meine Brüder und Schwester und ja, die meisten Leute sind mit mir durch dick und dünn gegangen. Die meisten Leute. 

Geraldo: Möchtest du einige Namen dieser Unerschütterlichen nennen? 

Michael: Die Treuen. Du würdest sie nicht kennen, so es ist … uh …

Geraldo: Elizabeth Taylor? 

Michael: Oh, sie ist sehr loyal. Ich sehe Elizabeth Taylor die ganze Zeit. Sie ist mein guter Freund, ich war gerade bei ihr. Wir haben wunderbare nächtliche Telefongespräche, manchmal mehrmals die Woche …

Geraldo: Wie lange seid ihr beiden Freunde?

Michael: Ich kenne Elizabeth gut seit ich 16 bin …

Geraldo: Und du machst Musik seit du fünf bist.

Michael: Ja. 

Geraldo: Du machst also sein fünf Jahrzehnten Musik. Das sind 41 Jahre Musik machen.

Michael: Ja.

Geraldo: Hast du es jemals satt?

Michael: Nein, nein – ich kann niemals genug davon bekommen.

Geraldo: Wirklich … hast du Randy jemals satt [lacht]. Er ist hier, Ladies und Gentlemen.

Michael: Nie, nie, nie … er ist wunderbar. Er war atemberaubend, unterstützend und wirklich brillant.

Geraldo: Nun, es sind alle unterschiedlich. Deine ganze Familie ist verrückt, exzentrisch … wie meine Familie.

Michael: Jeder Bruder, jede Schwester ist komplett unterschiedlich, wie in jeder Familie. Man hat alle verschiedenen Elemente … das ist es was eine Familie ausmacht.

Geraldo: Jetzt, wo dein Leben so genau untersucht wird, wie lebst du da ‘normal’ weiter? Wie hast du irgendeine schöne Zeit außerhalb deines eigenen Anwesens?

Michael: Das hab ich nicht. Ich geh manchmal raus, aber nicht immer. Ich kreiere meine Welt hinter den Toren, weißt du, denn ich kann nicht in ein öffentliches Kino die Straße runter gehen, oder in den Park oder Eiscreme am Stand an der Ecke kaufen. Nun, man möchte sich daher eine Welt hinter den Toren bauen und das ist es, was ich versuche und auch tue. Und es ist nicht nur für mich. Ich teile das mit meiner Familie, Freunden oder wem-auch-immer. 

Geraldo: Und genau dadurch kommen die verrückten Gerüchte und Spekulationen ins Rollen. Ein schwieriger Balance-Akt den du da zu ertragen hast. 

Aber du beschwerst dich nicht, oder? Ich nicht. Ich versuche es abzuschütteln. Ich weiß nicht, wovon ich der König bin … Der König auf den man schießt vielleicht … Ha Ha Ha Ha.

Michael: ‘The King of Journalism’

Geraldo: Was ist mit den Kindern in Not? Du hast einen Tsunami-Nothilfeversuch erwähnt. Was ist es? Ist es deine eigene Vaterschaft, die dich dazu motiviert?

Michael: Sorge motiviert mich. Und das Lesen der Bibel, über Gott zu lernen, Jesus und Liebe. Er sagte: „lasset die Kinder zu mir kommen.“, „nehmt euch die Kinder zum Vorbild“, „seid wie Kinder“ und „kümmert euch um andere“. Kümmert euch um alle Leute. Und wir sind mit diesen Vorgaben aufgezogen worden. Das sind sehr wichtige Aufgaben und meine Familie und ich, wir sind damit großgezogen worden und das ist noch immer tief in uns verankert.

Geraldo: Was ist mit Filmen? Du hast ‘The Wiz’ gemacht und einige andere, aber wir haben dich seit einer Weile auf keiner Leinwand mehr gesehen.

Michael: Ich werde selbst Regie führen. Ich liebe es Regie zu führen. Ich liebe Kreativität und denke, wenn ein Künstler einige Schritte in eine neue Richtung geht, dann kann er sich selbst besser ausdrücken. Ich fühle und ich sehe es. Ich bin ein Visionär. Wenn ich das geben kann, und tue und das ist es, was ich gerne tue mit meiner Musik, und Tanz und allem. 

Geraldo: Und denkst du, dass Kunst eine Rolle im wahren Leben hat? Ich beziehe mich auf das Tsunami Hilfe Lied.

Michael: Ich habe es am Tag nach Weihnachten gesehen als die Zahlen nicht aufhörten zu steigen, es war Wahnsinn und ich konnte es nicht glauben. Ich war erstaunt. Ich sagte, ich denke ich sollte etwas tun. Das ist es, wofür uns Gott unser Talent gegeben hat: um zu geben und Menschen zu helfen und es damit zurückzugeben. So haben sich meine Brüder und ich entschieden, ein Lied zu machen …

Geraldo: Wie? … Hast du jetzt einfach das Telefon genommen und gesagt: „Hey Brüder?“ Was hast du gesagt?

Michael: Wir haben nur gesagt, hey, wir wollen etwas für die Tsunami-Opfer tun. Lasst uns zusammenkommen und was auf die Beine stellen. Und sie haben nur gesagt, dass das großartig wäre.

Geraldo: Wie auch immer, du bist zurück, und ich denke, dass die Leute dass sehr gerne sehen. Würdest du nicht aufleben in einer Welt, wo du dich auf deine Kunst und deine Kinder konzentrieren kannst?

Michael: Ich würde es lieben. Ich meine, dass ist es was mich antreibt. Das Medium. Die Kunst. Das ist die Welt in der ich mich am wohlsten fühle. 

Geraldo: In Gary, Indiana, hast du da jemals erwartet, wie die Welt für dich sein würde, wenn du 46 bist? 

Michael: Ich dachte nie darüber nach. Ich wusste, ich wollte etwas Wunderbares tun in meinem Leben und Leuten helfen, aber ich hab nie genauer darüber nachgedacht, als ich noch klein war. Ich habe nur gesungen und getanzt und ich habe nicht verstanden, warum die Leute applaudiert haben und schrieen und klatschten. Das versteht man nicht. Man weiß nicht warum …

Geraldo: Als du quasi auf der Bühne aufgewachsen bist, wann hast du es verstanden? Wann hast du verstanden, wo du hingehörst?

Michael: Man braucht länger, wenn man älter wird. Die Persönlichkeit hat sich entwickelt und dein Horizont erweitert sich. Man fängt an Zusammenhänge herzustellen und einige Dinge zu verstehen, zu untersuchen. 

Geraldo: Ist es nicht schön, so eine Konversation zu haben, die im Fernsehen übertragen wird, wo du dich einfach normal geben kannst?

Michael: Ich bin immer so. Ich bin einfach ich. 

Geraldo: An einem bestimmten Punkt, haben sich Michael Jackson und seine Brüder künstlerisch getrennt. Ist das jetzt ein Punkt in deinem Leben wo ihr wieder zusammenfindet?

Offensichtlich setzt du deine Solokarriere weiter fort, aber was ist der weitere Plan, wie soll es jetzt weiter gehen in deinem Leben? Was möchtest du noch erreichen? 

Michael: Da gibt’s eine Menge. Filme. Ich liebe Filme. Es ist innovativ, es bringt das Medium auf eine neue Ebene. Ich hab das Musik-Video zu ‘Short-Films’ (Kurzfilmen) gebracht, um es auf eine neue Ebene zu bringen. Ich habe eine Menge Spaß damit.

Geraldo: Schaust du jemals zurück und sagst: „Oh mein Gott, ‘Thriller’ ist das am meistverkaufte Album aller Zeiten. Wie gehst du damit um?

Michael: Ich versuche, nicht zu oft darüber nachzudenken, weil ich nicht will, dass mein Unterbewusstsein denkt, ich habe alles erreicht, jetzt ist es genug. Das ist auch der Grund, warum ich keine Preise oder Auszeichnungen in mein Haus nehme. Du wirst keine Goldene Schallplatte irgendwo in meinem Haus finden. Denn es gibt dir das Gefühl, dass du ohnehin alles erreicht hast. Schau was ich erreicht habe. Aber ich habe immer das Gefühl: „Nein, noch hab ich nicht alles erreicht.“

Geraldo: Der „King of Pop” – und jetzt schaue ich mir ein paar der neuen Künstler an, da ist ein neuer – 50Cent und noch einer, dessen Namen ich jetzt vergessen habe. Aber sie sind alle sehr bekannt, weil sie Gewaltverbrechen knapp überlebt haben und sie machen eine Art HipHop. Es ist eine neue Ära in der Musikwelt angebrochen. Denkst du, du wirst so sein wie sie – mehr angepasst, neu – oder wirst du zurückkehren zu ‘traditioneller’ Pop-Musik und Rock?

Michael: Großartige Musik und schöne Melodien sind unsterblich. Kulturen verändern sich, Mode ändert sich, Gebräuche — aber großartige Musik ist unsterblich. Wir hören immer noch Mozart, Tschaikowsky, Rachmaninow, alle von diesen, alle diese Großen. Großartige Musik ist wie eine großartige Skulptur, ein großartiges Bild. Es ist für immer. Das ist Fakt.

Geraldo: Andererseits habe ich auch mal Barbara Streisand interviewt an einem Wendepunkt in ihrer Karriere. Sie hat Duette mit den Bee Gees und anderen berühmten Künstlern aufgenommen – sie hat sich irgendwie verändert um die Menschen zu überraschen.

Michael: Ich hab eine Menge davon gemacht – Ich rappe nicht wirklich, aber ich könnte. Ich habe Lieder mit Raps für sehr berühmte Rapper geschrieben, aber die können das wirklich sehr viel besser als ich.

Geraldo: Genießt du es nicht, abgesehen von deinem isolierten Leben und abgesehen von der langen Zeit in der du dieser Megastar bist, dass du mit deiner Gemeinde so verbunden bist? Gibt dir das Kraft? Was sagst du dazu?

Michael: Ja, das stimmt natürlich, denn es ist wichtig deine Nachbarn zu lieben …

Geraldo: Aber woher kommt das? Woher kommt diese nahezu instinktive Liebe in dir? 

Michael: Ich denke wirklich, dass das von meiner Mutter und von Gott kommt – aus der Art wie wir aufgezogen worden sind. Den Anstand den mein Vater uns gelehrt hat, als wir jung waren. Meine Mutter hat uns aus der Bibel vorgelesen – wir waren in der Kirche. Manchmal vier Mal die Woche und ich bin so froh, dass wir das getan haben, denn der Anstand ist sehr wichtig. Ich weiß nicht, ob ich das alles ohne erreichte hätte.

Geraldo: Verbringst du noch immer Zeit mit Mum und Dad? Sie sind nicht weit weg von hier, oder? Und wie steht ihr zueinander? Ich bin meiner Mutter sehr nahe. 

Michael: Es ist wundervoll. An diesem Punkt, tendierst du mehr dazu, deine Eltern dafür zu achten, wer sie sind und was sie für dich getan haben. Du beginnst darüber nachzudenken, wo du gerade stehst in deinem Leben und über die wundervollen Dinge, die sie dir beigebracht haben. Sie stehen dir wieder näher. Ich beginne, eine Menge Dinge nun anders zu sehen, wie mich mein Vater und meine Mutter beeinflusst haben.

Geraldo: Mein Freund Cheech, dessen Partner Tommy Chong geholfen hat euch zu entdecken, wie du weißt, ‘Bobby Taylor and die Vancouvers’, er sagt, dass, als er älter wurde, er sah das Gesicht seines Vaters im Spiegel. Fühlst du das auch? Wirst du so wie dein Vater?

Michael: Ich bin in vielerlei Hinsicht wie mein Vater. Er ist sehr stark. Ein Krieger. Er hat uns immer angehalten, Courage zu zeigen und zuversichtlich zu sein und an unsere Ideale zu glauben. Und dass kein Ziel zu hoch gesteckt sein kann und das man nie aufgeben soll — egal was kommt. Und unsere Mutter hat uns das auch beigebracht.

Geraldo: Also bist du auch ein Krieger. 

Michael: Absolut. 

Geraldo: So siehst du dich also selbst? Erzähl uns mehr über die Art und Weise wie du dich selbst siehst. 

Michael: Ich versuche freundlich und großzügig zu sein und zu tun, von dem ich denke, dass Gott, will dass ich es tue. Manchmal bete ich und sage: „Was soll ich jetzt tun, Gott? Wohin soll ich jetzt gehen?“ Ich war immer sehr gläubig. Aber das ist ja nichts Neues.

Geraldo: Hast du jemals den Film ‘Finding Neverland’ (‘Wenn Träume fliegen lernen’) gesehen oder über J. M. Barrie gelesen, den Mann der ‘Peter Pan’ geschrieben hat?

Michael: Ich weiß eine Menge über Mr. Barrie – nun, was heißt ‘eine Menge’ – ich bin ein Fan seit vielen, vielen Jahren.

Geraldo: Wie du weißt, hatte er einen steinigen Weg zu gehen, ähnlich wie du. Ich möchte das jetzt aber nicht vertiefen. Erzähl uns, was dich dazu gebracht hat, ‘Neverland’ zu kreieren. Ich rede von dem Ort. Es gibt ja zwei ‘Neverlands’, nein drei. Da ist das ‘Peter Pans’-Neverland, da ist das Neverland in Michael Jacksons Kopf und dann ist da noch der physische Ort Neverland, den du kreiert hast. Ich habe dich besucht, als du die Stadtkinder eingeladen hattest. Warum hast du diesen Ort kreiert?

Michael: Ich habe Neverland gebaut, als zu Hause für mich und meine Kinder. Ich hab es einfach errichtet, nun es war eher unterbewusst. Denn wie ich vorher gesagt habe: Wohin soll ich gehen? Es ist schwierig. Ich habe versucht herauszugehen und da waren Polizisten die mir gesagt haben: „Verkleide dich. Und gib mir ein Autogramm für meine Frau.“ Sie sagen mir: „Warum bist du hier draußen, ohne Security?“ Ich kann das nicht machen. Ich mache es manchmal, aber es ist sehr schwierig. 

Geraldo: Aber du hast Neverland besessen, bevor du die Kinder hattest … war es dann für dich? Die exotischen Tiere, waren die alle für Michael Jackson?

Michael: Für mich und für andere. Es gab mir die Möglichkeit zu tun, was ich als Kind nie tun konnte. Wir konnten nicht ins Kino. Wir konnten nicht nach Disneyland. Wir konnten diese ganzen schönen Dinge nie tun. Wir waren auf Tour. Wir haben hart gearbeitet. Und es hat uns gefallen. Aber das hat es mir dann auch möglich gemacht, einen Ort auf der Welt zu haben, wo alles ist, was ich liebe – hinter den Toren.

Geraldo: Du kreierst, ähnlich wie Barrie, diese imaginäre Welt. Wächst du da jemals heraus? Denkst du jemals, dass es dumm ist, diese ganzen Lamas und Miniaturzüge und die Hochschaubahnen?

Michael: Du würdest Gott dumm nennen, wenn du das sagst. Denn Gott macht alle Sachen, die großen und die kleinen. Andere Männer haben ihre Ferraris und ihre Flugzeuge oder Helikopter oder wo immer sie auch ihre Freude finden. Meine Freude ist es zu geben, zu teilen und einfach, unschuldigen Spaß zu haben.

Geraldo: Dein zu Hause ist … auch bei aller Einzigartigkeit von Neverland — dein zu Hause ist eigentlich sehr bescheiden. Und dein persönlicher Stil. Ich sehe keinen Schmuck an dir, zum Beispiel. Wie kommt es, dass du keine großen Diamanten hast mit deinem Namenszug?

Michael: Ich bin in dieser Hinsicht sehr anspruchslos. Wenn ich einen hätte, würde ich ihn wahrscheinlich dem ersten Kind geben, das mir sagt: „Wow, ich mag deine Kette.“ Als ich aufwuchs haben Stars wie Sammy Davis, Fred Astaire, Gene Kelly auch ihre Sachen weitergegeben. Wenn mir etwas gefallen hat, hab ich einfach gesagt: „Wow, ich liebe dieses Hemd, dass du trägst.“ Und sie haben es mir einfach gegeben. Das ist im Showgeschäft so üblich. Das Weitergeben.

Geraldo: Abgesehen von der ganzen Medien-Aufmerksamkeit und auch dem Tag an dem ich da war, wie ist es, all diese Kinder bei dir zu Hause zu haben? Warum tust du das? Ich wollte dich das an jenem Tag schon fragen aber ich mach es jetzt.

Michael: Ich bin über acht Mal rund um die Welt gereist. Ich besuche so viele Kranken- oder Waisenhäuser wie ich Konzerte gebe. Aber, natürlich, darüber wird nicht berichtet. Aber das mache ich auch nicht dafür. Ich mache es, weil ich es gern tue. Und es gibt so viele Kinder in der Stadt, die noch nie Berge gesehen haben, die noch nie Karussell gefahren sind, die noch nie ein Pferd oder ein Lama gestreichelt haben, sie noch nicht mal gesehen haben. Und wenn ich die Möglichkeit habe, meine Tore zu öffnen und diese Freude zu sehen, diese Explosion von Geschrei und Lachen der Kinder und sie hüpfen von einer Bahn auf die andere, dann sage ich: „Danke Gott.“ Dann hab ich das Gefühl, ich habe ein Lächeln von Gott gewonnen, denn ich mache etwas das Freude und Glück in das Leben anderer Menschen bringt. 

Geraldo: Nun, stehst du deinen Geschwistern nahe? Berührt es dich, wenn du da mit hinein gezogen wirst — wie bei Janet’s Superbowl Fiasko [das mit der nackten Brust]? Sag mir, wie du da als Bruder und Zuschauer reagiert hast.

Michael: Oh, ich kann nicht für meine Schwester sprechen. Aber, ich hab es live gesehen und ich hab nichts gesehen. Ich war bei einem Freund von mir, Ron Burkle, er hat ein Kino. Die Show war auf dem großen Bildschirm zu sehen, und ich hab wirklich nichts gesehen. Ich hab all diese Diskussionen gehört am nächsten Tag und sagte: „Das ist nicht wahr.“ Ich hab es nicht mal gesehen. 

Geraldo: Denkst du, dass die ganzen Diskussionen übertrieben waren? Denkst du, dass es darum so aufgebauscht wurde, weil ein Jackson damit verbunden ist oder ist es eine Widerspiegelung unserer Gesellschaft?

Michael: Das ist eine sehr interessante Hypothese. Es ist beides. Es ist schwierig darauf zu antworten. Ich möchte diese Frage nicht beantworten. 

Geraldo: Hast du sie angerufen und gesagt “Das ist doch nur Kleinkram“? 

Michael: So etwas ähnliches. „Sei stark. Das wird auch vorbeigehen.“ „Mach dir keine Sorgen. Ich habe schlimmere Dinge gesehen.“ Ich sagte: „Janet, du warst zu jung, um dich daran zu erinnern, aber ich habe einmal die Oscar Verleihung gesehen, mit David Niven und auf einmal kam ein nackter Mann. Aber: er konnte da nicht alleine rauf. Das war geplant und keine … sie haben nichts darüber gesagt. Ich sage nur so viel. Das war live, rund um die Welt. Am nächsten Tag, war es ein Scherz.

Geraldo: Ich denke, es ist wirklich wegen dem Nachnamen. 

Michael: Du kannst das sagen. 

Geraldo: Ich denke, das ganze war übertrieben. Ich denke, dass da wirklich der Nachname Jackson eine Rolle spielt. 

Michael: Danke. 

Geraldo: Also du arbeitest ja an deinem Album – wie geht’s jetzt weiter, was dürfen wir erwarten? Werden wir es im Radio hören und dann schicken die Leute das und wird dieses Geld an die Kinder in Region des Indischen Ozeans gehen?

Michael: Das wäre der Sinn der Sache. 

Geraldo: Jetzt erzähl mir, wie diese Freigiebigkeit, dieses Mitgefühl dich bewegt? Manchmal, denke ich, ist es ein besseres Gefühl für mich zu geben als zu nehmen. Erzähl mir, wie das bei dir ist! 

Michael: Genau so empfinde ich das auch. Ich weiß nicht, wie das genau ist. Ich liebe es einfach hart an etwas zu arbeiten. Etwas zusammenzubringen. Über etwas zu schwitzen und es dann mit anderen Leuten zu teilen und sie dazu zu bringen es zu lieben. Und ich bete immer, dass sie es lieben. Das gibt mir als Künstler große Befriedigung. 

Geraldo: Frustriert es dich als Künstler oder als Mensch, wenn die Leute sagen: „Dieses Jackson Projekt ist gefloppt, oder jenes ist passiert.“ Deine ‘Number Ones’- Kollektion, zum Beispiel, hat sich 7.5 Mio. Mal verkauft. Ich denke, das ist vierfach Platin oder was auch immer. Und trotzdem gibt es einige im Musikgeschäft, die sagen, dass es nicht – du weißt schon, das es kein Hit war.

Michael: Ich weiß nicht über welches Projekt du sprichst … wegen der negativen Presse. Klatsch scheint sich einfach besser zu verkaufen als schöne, positive Nachrichten. Die Leute hören lieber Tratsch. Meine letzten acht Alben haben alle Nr.1 Charteinstiege gehabt — die Leute mögen einfach, dass alles zu verdrehen und Geschichten und Gerüchte zu erfinden.

Geraldo: Verletzt es dich? Möchtest du aufschreien und sagen: „Hey, wartet mal, checkt mal die Zahlen.“

Michael: Das ist eine Haltung der Menschen, die ich nicht mag. Aber andererseits, gibt es da auch noch eine wundervolle andere Seite, oder? 

Geraldo: Aber nicht bei Eminem. Wir haben darüber gesprochen. Ich denke, dass du jetzt darüber sprechen solltest. Warum nicht? 

Michael: Und wie lautet deine Frage?

Geraldo: Stevie Wonder hat gesagt, wie abstoßend das war, für jemanden, der sein Geld mit der Community [die schwarze Gemeinde] verdient und jetzt so mit der Community umgeht. Er benimmt sich wie ein Rassist und, ich sagte es schon, und das in einer sehr primitiven Art und Weise tut. Erzähl uns, wie dich das verletzt hat und wie du jetzt darüber denkst.

Michael: Ich habe Herrn Eminem nie getroffen und ich hab ihn immer als Künstler bewundert. Ihn so etwas tun zu sehen, war ziemlich schmerzhaft so von Künstler zu Künstler. Es ist traurig, denn ich denke was Stevie Wonder sagte, ist wahr. Ich möchte, dazu nicht sehr viel mehr sagen. Er sollte sich schämen, für das was er da gemacht hat. Stevie hat gesagt, es ist „Bullshit“. Er hat das Wort benutzt. Das war es, was er sagte. Ich sage es nicht, Stevie sagte es. Stevie ist erstaunlich. Er ist einer der nettesten Männer in der Welt.

Geraldo: Das sagte Stevie und es ist „Bullshit“. Nun, als Stevie das gesagt hat, hattest du ein Gefühl von brüderlicher Liebe? 

Michael: Ich liebe Stevie Wonder. Für mich ist er ein Prophet der Musik. Ich werde ihn immer lieben. Eine Menge Leute bewundern Stevie und er ist sehr angesehen in diesem Geschäft und wenn er spricht, hören die Leute zu. Es war falsch von Eminem, das zu tun, was er tat. Ich bin ein Künstler für einen Großteil meines Lebens und ich habe nie einen anderen Künstler angegriffen. Große Künstler machen das nicht. Das muss man nicht.

Geraldo: Ich habe Janets Fiasko ja schon erwähnt und die übertriebene Aufregung, die damit verbunden war. Noch einmal: Denkst du, er hat es nur getan, weil er wusste, dass er damit durchkommt, weil du Michael Jackson bist?

Michael: Ja, aber das verletzt mich nicht. Es ist dumm. Es ist irgendwie primitiv. Ich hoffe, er hat Spaß. 

Geraldo: Denkst du, darüber als eine Art schlechter Scherz? Aber es verletzt dich noch immer und du möchtest nicht, dass deine Kinder das sehen? 

Michael: Oh Gott, ich würde es hassen, wenn sie es sehen sollten. Ich würde es hassen. 

Geraldo: Schlussendlich, haben wir es geschafft den Fall zu umgehen und gar nicht darüber zu sprechen. Du bist ja unter dieser ‘Gag-Order’ (Maulkorb-Erlass). Ich weiß, dass du eine Erlaubnis vom Richter erhalten hast, eine Stellungnahme vorzulesen. Ich hasse es, ein Interview so zu beenden, aber wenn du möchtest, kannst du das Statement jetzt vorlesen, ich denke, das ist wichtig.

Michael: In den beiden letzten Wochen wurde eine große Menge hässlicher, bösartiger Informationen über mich an die Medien gegeben. Anscheinend stammen diese Informationen aus Mitschriften einer ‘Grand Jury’ Prozedur, in der weder meine Anwälte noch ich selbst jemals erschienen sind. Diese Informationen sind empörend und falsch.

Vor Jahren habe ich einer Familie erlaubt Neverland zu besuchen und Zeit dort zu verbringen. Neverland ist mein Zuhause. Ich habe dieser Famile erlaubt zu mir nach Hause zu kommen, weil sie mir erzählt haben ihr Sohn sei krebskrank und brauche meine Hilfe.

Im Laufe der Jahre habe ich Tausenden von Kindern in Not und Kranken geholfen.

Diese Ereignisse haben einen Alptraum für meine Familie, meine Kinder und mich ausgelöst. Ich habe mir vorgenommen mich niemals wieder in eine derart verwundbare Position zu begeben.

Ich liebe meine Gemeinde und ich habe einen großen Glauben in unser Rechtssystem. Behalten Sie bitte Ihren Geist frei und warten Sie meinen Tag vor Gericht ab. Ich verdiene einen gerechten Prozess wie jeder andere amerikanische Bürger. Ich werde freigesprochen und rehabilitiert werden wenn die Wahrheit ans Licht kommt. 

Geraldo: Möchtest du noch etwas sagen, Michael? 

Michael: Nein … ja. Ich möchte die Menschen nur bitten, meine Familie und mich in ihren Gebeten zu behalten. Das wäre sehr nett. Danke, Geraldo.

In Brad Buxers Studio, during the Interview with Geraldo

Wenn du dir einen Stern wünschst

by

original: https://dancingwiththeelephant.wordpress.com/2013/10/10/when-you-wish-upon-a-star/

Joie: Also, Willa, ich habe durch YouTube gestöbert, wie ich es manchmal tue, und bin auf ein Video gestoßen, das ich schon eine Weile nicht mehr gesehen hatte. Und es war so bezaubernd, dass ich lächeln musste. Dann brachte es mich zum Lachen. Und ehe ich mich versah, hatte ich tatsächlich Tränen in den Augen. Aber obwohl es Tränen der Trauer um den wunderbaren Mann waren, den wir verloren haben, waren es auch Tränen der Freude und des Erstaunens, dass wir ihn überhaupt hatten. Tränen der Dankbarkeit, dass er auf dieser Erde wandelte und wir die einfache Liebe und das Glück, das er mitbrachte, erleben durften.

Das Video, das diese Gefühle auslöste, ist ein alter Clip eines Disney-Specials, das anlässlich des 25-jährigen Jubiläums von Disneyland ausgestrahlt wurde:

In dem Clip singt ein sehr junger Michael Jackson ein Disney-Medley, das “When You Wish Upon a Star” und “Ease On Down the Road” enthält. Das Special wurde 1980 gefilmt, zu einer Zeit, als Michael die Welt sozusagen an der Angel hatte. Er hatte gerade sein Spielfilmdebüt in “The Wiz” gegeben, er und seine Brüder hatten Erfolg mit dem Album “Triumph” und er selbst ritt auf dem Gipfel des Solo-Super-Ruhms mit “Off the Wall”. Ihn zu sehen, wie er das Tempo drosselte und an einer Feier für den glücklichsten Ort der Welt teilnahm, war wirklich ein besonderes Vergnügen. Und ich denke, es sagt viel darüber aus, wie viel Disney ihm bedeutete, dass er sich die Zeit nahm, mit ihnen zu feiern.

Willa: Es macht Spaß, sich diesen Clip anzusehen und ihn so jung und überschwänglich zu sehen. Aber ich bin überrascht, dass er “Ease on Down the Road” während einer Disney-Feier singt. The Wiz war doch kein Disney-Film, oder? Es erinnert mich daran, wie er “Billie Jean”, ein Lied, das er für Epic aufgenommen hat, während einer Motown-Feier gesungen hat. Ich habe den Eindruck, er mochte es nicht, wenn man ihm sagte, was er singen durfte und was nicht!  Aber unabhängig davon, wer die Rechte woran besitzt, liebe ich es, ihn diese Songs singen zu hören.

Joie: Nun, wie ich schon sagte, es war eine Zeit, in der der Name Michael Jackson eine Menge Gewicht in der Musik- und Unterhaltungsindustrie hatte. In den frühen 1980er Jahren konnte er wirklich nichts falsch machen, also wenn er sagte, er wolle einen bestimmten Song singen, glaube ich nicht, dass es allzu viele Leute gab, die versucht hätten, ihm zu widersprechen.

Aber um auf den Clip selbst zurückzukommen: ich finde einfach, dass er etwas so Unschuldiges und Süßes an sich hat. Wenn ich ihn ansehe, werde ich extrem nostalgisch wegen einer Zeit, die nie wieder kommen wird. Es versetzt mich in gewisser Weise zurück in meine Kindheit. Zurück in eine Zeit, in der es keine Probleme gab und die Welt einen Sinn hatte. Alles im Leben war einfach, und Michael Jackson war dein Freund. Nicht der Feind. Es ist eine Periode der Geschichte (meiner Geschichte jedenfalls), die ich immer in Ehren halten und auf die ich mit großer Zuneigung zurückblicken werde.

Weißt du, Willa … ich kann mich lebhaft daran erinnern, wie ich mit meiner Familie vor dem Fernseher saß und mir das ganze Special ansah, als es 1980 zum ersten Mal ausgestrahlt wurde.

Willa: Das ist lustig, Joie. Ich vergesse immer wieder, dass du viel jünger bist als ich! Ich war 1980 auf dem College und hatte keinen Fernseher, also habe ich das Special nicht gesehen und diesen Clip habe ich noch nie gesehen.

Joie: Oh, meine Güte! Wirklich? Du hast es nie zuvor gesehen? Oh, jetzt bin ich aber wirklich neugierig … was hältst du davon? Ruft es bestimmte Gefühle bei dir hervor?

Willa: Das tut es, eine Menge Gefühle. Auch wenn ich nicht die speziellen Erinnerungen habe, die du hast, als der Film zum ersten Mal herauskam, versetzt es mich doch in die Vergangenheit – aber mehr in seine Vergangenheit als in meine. Wie Du liebe ich es, ihn so jung und glücklich zu sehen, und es erfüllt mich mit Grauen, wenn ich daran denke, was vor ihm liegt. Es ist sehr bittersüß, das zu sehen, wenn man weiß, was ihm in den kommenden Jahren bevorstehen würde. Es ist so, als würde man einen Schnappschuss einer glücklichen Familie sehen, bevor eine Tragödie zuschlägt. Man schaut in diese lächelnden Gesichter und wünscht sich, man könnte irgendwie in der Zeit zurückgehen und ein paar kleine Vorfälle ändern, damit die Dinge anders ausgehen. Wenn zum Beispiel Michael Jacksons Van an diesem Tag nicht kaputt gegangen wäre, hätte er Jordan Chandler oder Evan Chandler nicht kennengelernt.

Joie: Oh, ich weiß, was du meinst. Und es ist seltsam, darüber nachzudenken, nicht wahr? Weißt Du, wir alle haben schon mal einen Film oder eine Fernsehsendung gesehen, in der es darum geht, dass der Held in der Zeit zurückreist – vielleicht für ein paar Tage oder vielleicht sogar für eine Stunde – und versucht, die Vergangenheit zu ändern, um die Zukunft zu verändern. Das sorgt für gute Unterhaltung. Aber es regt auch wirklich zum Nachdenken an. Was wäre, wenn wir wirklich zurückgehen und nur eine Sache ändern könnten? Nur einen Moment in der Zeit. Dieser eine Vorfall – sein Van, der an diesem Tag auf dem Wilshire Blvd. liegen blieb – veränderte den Entwicklungsverlauf seines gesamten Lebens. Und leider nicht zum Besseren.

Willa: Das ist wahr, obwohl ihn diese schrecklichen Erfahrungen in gewisser Weise dazu gebracht haben, einige seiner größten und wichtigsten Kunstwerke hervorzubringen. Deshalb frage ich mich manchmal – wenn er die Chance hätte, zurückzugehen und diese eine kleine Sache zu ändern, so dass sein Van an diesem Tag nicht kaputt gegangen wäre und die Anschuldigungen nie passiert wären, würde er es tun? Oder hat er durch diese schrecklichen Erfahrungen etwas gelernt, das er wissen musste? Ich frage mich das tatsächlich sehr oft….

Eine andere Sache, die mir auffällt, wenn ich mir diesen Disney-Clip ansehe, ist, dass er irgendwie befangen wirkt, auf eine Art und Weise, die wir normalerweise nicht bei ihm sehen, außer in Interviews. Normalerweise, wenn er auftritt, ist er so in den Moment vertieft, dass er überhaupt nicht verlegen oder befangen wirkt. Aber dann tritt er normalerweise auf der Bühne vor einem großen Publikum auf, das ihm eine Menge Energie gibt, oder er ist in einem Studio und interagiert mit anderen Akteuren, oder er singt leise vor sich hin, wie in Stranger in Moscow. Aber in diesem Clip tritt er vor einem großen Publikum auf, aber sie sind alle draußen im Fernsehland. Sie sind nicht mit ihm da. Die einzigen Zuschauer sind vermutlich die Kameraleute, und die sind damit beschäftigt, zu filmen und ihre Arbeit zu machen – sie geben ihm nicht die Energie, die er braucht, um in Fahrt zu kommen. Ein Teil von mir wünscht sich also, dass das Ganze etwas anders arrangiert worden wäre, etwa mit einem Live-Publikum oder so, damit er sich wohler gefühlt hätte.

Joie: Das ist eine interessante Beobachtung, Willa. Daran hatte ich noch gar nicht gedacht. Aber du hast Recht, er wirkt hier sehr befangen und gehemmt. Außerdem tanzt und interagiert er mit einem Haufen voll kostümierter Disney-Figuren, und das muss zumindest ein kleines bisschen unangenehm sein, würde ich denken.

Willa: Das ist wahr! Daran hatte ich gar nicht gedacht.

Joie: Aber es ist trotzdem ein wirklich süßer Clip.

Willa: Das ist es. Weißt du, sein Auftritt ist auch in einem ganz anderen Stil oder Genre als sonst. Er ist nicht im “Rockstar”-Modus, wie in Dirty Diana oder Give In to Me oder Come Together. Und er macht auch nicht die James Brown Soul Moves, die für ihn wie eine zweite Natur waren – er machte James Browns Spins und Shuffles seit er 5 Jahre alt war. Und auch die Motown-Moves, die er mit den Jackson 5 perfektioniert hat, macht er größtenteils nicht, auch wenn er am Ende des Clips ein paar davon zum Besten gibt.

Stattdessen verweist diese Performance auf eine viel frühere Zeit des Musiktheaters – auf die Tage von Ethel Merman, Al Jolson und Jimmy Durante, als die Darsteller ihre Songs mit großen, dramatischen, sehr stilisierten Handgesten schmetterten. Weißt Du eigentlich, woran mich diese Performance erinnert? Das Geburtstags-Tribut, das er für Sammy Davis, Jr. gemacht hat. Hier ist ein Link:

Verstehst Du, was ich mit dem Stil seiner Darbietung sagen will? Für mich fühlt es sich in gewisser Weise altmodisch an, genau wie der Disney-Clip. In beiden Auftritten beschwört er eine viel frühere Zeit in der Geschichte der musikalischen Darbietung herauf – zurück in die 1930er Jahre. Aber dann beendet er die Hommage an Sammy Davis, Jr. mit einem Griff in den Schritt – einem sehr stilisierten Griff in den Schritt. Ich glaube nicht, dass Al Jolson das je gemacht hat!

Joie: Nein! Ich glaube nicht, dass er das je getan hat, Willa. Ich schwöre, du bist zu lustig! Aber ich stimme dir zu, was den Stil dieser Aufführung angeht. Er erinnert an eine viel frühere und einfachere Zeit. Und ich denke, das trägt zu dem Gefühl der Unschuld bei, das ich empfinde, wenn ich es sehe. Es ist auch ein sehr passender Aufführungsstil für Disney.

Willa: Das ist wahr. Ist es.

Joie: Und das ist vielleicht auch der Grund, warum er diese Nummer auf diese Art und Weise aufgeführt hat. Immerhin ist Disney der glücklichste Ort auf Erden. Ein Ort für Kinder jeden Alters, und einer von Michael Jacksons Lieblingsorten überhaupt.

Willa: Das ist auch wahr – er hat viel Zeit in Disneyland verbracht. Und eigentlich ist es interessant, über all die Disney-Verbindungen nachzudenken – zum Beispiel ist der allererste Song auf dem allerersten Album der Jackson 5 “Zip-a-Dee-Doo-Dah”, der Titelsong von Disneys Song of the South, der später als Titelsong für die Wonderful World of Disney übernommen wurde. Ich habe das Disney-Special, an das du dich so gerne erinnerst, nicht gesehen, Joie, aber ich erinnere mich daran, dass ich jahrelang fast jeden Sonntagabend “Wonderful World of Disney” gesehen habe und den blauen Vogel auf Onkel Remus’ Schulter landen sah, als er dieses Lied sang. Und dann ist da noch Captain EO. Ich nahm meinen jüngeren Bruder mit, um Captain EO in Walt Disney World zu sehen, nicht allzu lange nachdem er im Epcot Center eröffnet wurde. Hattest du die Chance, es zu sehen, Joie?

Joie: Das habe ich. Das war ein Erlebnis, ihn tatsächlich in Disney zu sehen, nicht wahr?

Willa: Das war es. Ich glaube, das war der erste 3D-Film, den ich je gesehen habe, denn ich kann mich erinnern, dass ich von den 3D-Effekten überwältigt war. Was ist mit dir? Woran erinnerst Du dich?

Joie: Nun, ich habe es in Disney World gesehen, und ich erinnere mich, dass ich von der ganzen Aufregung gefangen war. Man konnte es sogar spüren, als man in der langen, gewundenen Schlange stand und auf den Einlass wartete. Jeder war einfach so aufgeregt und begierig, es zu sehen. Ich erinnere mich, wie ich aus dem Saal kam und mich sofort wieder anstellte, um fast eine Stunde zu warten, um es noch einmal zu sehen. Und wir waren nicht die einzigen, die das taten!

Willa:  Habt ihr das wirklich? Das ist lustig! Meine Reaktionen waren eigentlich eher gemischt. Um ehrlich zu sein, mochte ich das Ende nicht, und obwohl ich es jetzt ein wenig anders sehe, habe ich immer noch Vorbehalte dagegen. Ich war 1986 eine glühende junge Feministin – bin es eigentlich immer noch, wenn auch jetzt etwas grauer – und es hat mich wirklich gestört, dass da diese mächtige, kreative, aktive Frau als böse dargestellt wird, und am Ende verwandelt sie sich in eine völlig stumme, völlig passive Statue einer Frau, die als gut angesehen wird.

Wir sehen dieselbe narrative Struktur so oft, besonders in Disney-Filmen. Wie in Schneewittchen und die sieben Zwerge gibt es diese mächtige Stiefmutter, die alle Arten von wilder, kreativer Magie einsetzt, und uns wird gesagt, sie sei eitel und böse – die prototypische böse Stiefmutter. Und natürlich wird sie am Ende der Geschichte als Königin verdrängt und durch das passive, hilflose, häusliche Schneewittchen ersetzt, und uns wird gesagt, sie sei gut. Und sie ist gut – ich mag Schneewittchen – aber warum muss die mächtige Königin böse sein? Wir sehen dieselbe Struktur in Cinderella und Dornröschen und Die kleine Meerjungfrau – sogar in 101 Dalmatiner, wo die eitle und böse Cruela deVil versucht, die Welpen zu töten, um sich einen Pelzmantel zu machen.

Aber was mich jetzt am meisten interessiert, ist, dass in Captain EO die “bösen” Charaktere – die Königin und ihre Handlanger – nicht zerstört werden, wie es böse Charaktere normalerweise werden. Stattdessen werden sie transformiert, und was diese Transformation bewirkt, ist Kunst – speziell Musik und Tanz. Und das ist eine Idee, die wir immer und immer wieder in Michael Jacksons Arbeit sehen, von Beat It und Can You Feel It in seinen frühen Jahren bis hin zu ihrem wahrscheinlich vollsten Ausdruck in Ghosts. Immer und immer wieder sehen wir, wie er uns sagt, dass Kunst uns dazu bringen kann, uns selbst anders zu sehen und ein spirituelles Erwachen und einen tiefgreifenden sozialen Wandel zu bewirken. Und wir sehen das bis zu einem gewissen Grad auch in Captain EO. Wie Captain EO der Königin sagt, ist sie “innerlich sehr schön, aber ohne den Schlüssel, um es freizulassen.” Musik und Tanz liefern diesen Schlüssel und verwandeln sowohl die Königin als auch ihre Wachen, indem sie sie von Soldaten in Tänzerinnen verwandeln.

Joie: Wow, Willa! Ich wusste, dass du eine starke Meinung zum Feminismus hast, aber ich wusste nicht, dass du so stark über diese Märchen denkst. Ich neige dazu, bei diesem speziellen Argument zwischen den Stühlen zu sitzen. Ich kann die feministische Seite klar erkennen, und es beunruhigt mich, dass dies die Geschichten sind, die wir unseren kleinen Mädchen beibringen sollen. Aber gleichzeitig war ich schon immer ein überzeugter und hoffnungsloser Romantiker. Ich liebe diese Märchen, und ein Teil von mir liebt die Vorstellung, dass “eines Tages mein Prinz kommen wird” und dass es wirklich ein Happy End gibt.

Willa:  Joie!  Du kannst eine Feministin sein und trotzdem eine Romantikerin!  Warum kann es nicht eine mächtige Königin in einem Disney-Film geben, die als gut dargestellt wird? Als mächtig, aktiv, kreativ gut? Und warum kann sich nicht ein besonderer Mensch in sie verlieben, weil sie so mächtig, aktiv gut ist? Was ist falsch an dieser Geschichte? Und warum wird diese Geschichte nie erzählt?

Joie: Weil es ein Disney-Film ist, der für kleine Kinder zurechtgestutzt wurde, und wer auch immer diese Entscheidungen trifft, glaubt offensichtlich, dass Kinder Gut und Böse nicht verstehen würden, wenn man nicht diese sehr klaren Linien zieht. Aber Kinder sind wirklich schlau – schlauer als die meisten Erwachsenen es ihnen zutrauen – und ich denke, sie könnten eine mächtige Königin verstehen, die als gut dargestellt wird.

Aber man darf auch nicht vergessen, dass die meisten dieser Geschichten, wie Schneewittchen, Aschenputtel und Dornröschen, zu einer Zeit entstanden sind, als von den Frauen erwartet wurde, dass sie zu Hause bleiben und passiv und häuslich sind. Das war gut so. Damals wurde eine Frau in einer Machtposition, die nicht sehr häuslich oder mütterlich war, als sehr, sehr schlecht angesehen. Sie spiegeln also auch die Zeit wider, in der sie entstanden sind.

Aber um zu dem zu kommen, was Du über die böse Königin und ihre Handlanger gesagt hast, die nicht vernichtet werden … das ist für mich sehr interessant. Ich habe noch nie darüber nachgedacht, aber Du hast absolut Recht. Normalerweise sehen wir, dass die Bösewichte am Ende der Geschichte komplett vernichtet werden – egal, ob es sich um ein Märchen oder einen Actionfilm handelt. Aber hier ist das ganz und gar nicht der Fall. Stattdessen werden die Bösewichte in gute, fürsorgliche Menschen verwandelt.

Willa: Und das ist wirklich wichtig, denke ich. Manchmal werden diese “bösen” Charaktere auf schreckliche Weise getötet. In den Grimm’schen Märchen von “Schneewittchen” zum Beispiel – eine der ersten veröffentlichten Versionen, wenn nicht sogar die erste – bekommt die böse Königin ein Paar glühend rote Eisenschuhe, die in einem Feuer erhitzt wurden, und sie wird gezwungen, darin zu tanzen, bis sie stirbt. Ist das nicht ein schreckliches Bild – von jemandem, der gezwungen wird, in roten, heißen Schuhen zu tanzen, bis er stirbt? Es erinnert mich ein bisschen an Slave to the Rhythm.

Aber die Geschichte endet in Captain EO ganz anders. Anstatt dass die Königin getötet wird und Schneewittchen ihren Platz einnimmt, wird sie in Schneewittchen verwandelt, also in eine Art Schneewittchen-Charakter.

Joie: Hmm. Interessante Beobachtung, Willa. So hätte ich das nie gesehen.

Willa: Nun, das führt zurück zu der Idee der kulturellen Narrative, über die wir bereits gesprochen haben. Es gibt bestimmte Geschichten – wie die Geschichte von der bösen Stiefmutter, einer mächtigen bösen Frau – die immer wieder erzählt werden. Es gibt zum Beispiel mehr als 700 verschiedene Versionen von “Aschenputtel” auf der ganzen Welt, und sie werden seit Jahrhunderten von einer Generation zur nächsten weitergegeben. Und da sind all die anderen Hexen, bösen Königinnen und Stiefmütter in Tausenden von Geschichten noch gar nicht mitgezählt, von chinesischen Volksmärchen über Shakespeare bis zu Cruela deVil. Aber sie alle teilen das gleiche Merkmal einer mächtigen, sogar magischen, bösen Frau, und zusammen bilden diese Geschichten eine kulturelle Erzählung.

Und dann gibt es noch andere Geschichten, die selten oder gar nicht erzählt werden, wie die Geschichte von der mächtigen, kreativen, magischen guten Frau. Diese Geschichte ist nicht Teil unseres kulturellen Erbes. Tatsächlich ist sie fast nicht existent. Und das ist wichtig, weil unsere kulturellen Erzählungen unsere Gehirne fest verdrahten. Sie schaffen unser kollektives Gedächtnis und unsere kulturelle Psychologie, sie formen unsere Wahrnehmungen und unsere Überzeugungen. Wie wir über Frauen denken – mütterliche Frauen, starke Frauen, intelligente Frauen – spiegelt unsere kulturellen Narrative wider.

Joie: Kulturelle Narrative sind ein faszinierendes Thema, Willa, und sie spielen eine sehr wichtige Rolle in unser aller Leben. Wie Du sagst, sind sie in unseren Gehirnen fest verankert. Und das wirklich Interessante für mich ist, dass die meisten Menschen keine Ahnung haben, dass das überhaupt passiert. Wir hören oft den Satz: “Das ist nun mal so”. Aber die meisten Menschen verstehen nicht, dass die Dinge so sind, wie sie sind, wegen dieser alten kulturellen Narrative. Das ist sehr interessant.

Willa: Das ist sehr interessant, und auch sehr wichtig, denn wir neigen dazu, Dinge zu glauben, die in unsere kulturellen Erzählungen passen. Zum Beispiel beschuldigte 1993 ein weißer Mann (Evan Chandler) einen schwarzen Mann (Michael Jackson) fälschlicherweise, ein Sexualverbrechen an einer verletzlichen weißen Person (Jordan Chandler) begangen zu haben. Und trotz aller Beweise neigten die Polizei, die Presse und die Öffentlichkeit dazu, dem weißen Mann zu glauben und nicht dem schwarzen Mann. Es gibt viele Gründe, warum das passiert ist, aber ich denke, der Hauptgrund ist, dass es mit unseren kulturellen Erzählungen übereinstimmt – mit den Geschichten, die wir uns als Kultur seit Jahrhunderten erzählt haben. Und ich glaube, dass Michael Jackson mit einem Projekt beschäftigt war, unsere kulturellen Erzählungen neu zu schreiben, besonders, da sie beeinflussen, wie wir Rasse und Geschlecht und andere Unterschiede zwischen uns wahrnehmen. Wir sehen das immer wieder in seiner Arbeit – dieses Beharren darauf, Geschichten aus einer ganz anderen Perspektive zu erzählen, oft aus der Perspektive derjenigen, deren Stimmen ausgeschlossen waren. Und wir sehen das sogar ein bisschen in Captain EO, wie er die mächtige Königin und ihre Wachen transformiert, anstatt sie zu zerstören.

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TV Guide Interview Dezember 1999

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Dieses kleine Interview wurde am 29.11.1999 in Michaels Hotel Suite in New York aufgezeichnet und erschien im TV Guide* am 4 Dezember 1999.

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Originalversion englisch

TV Guide: „Thriller“ veränderte Musikvideos für alle Zeiten. Wie kamst du auf die Idee?

Michael: Mein Bruder Jackie kam zu mir nach Hause und sagte: „Hast die diese Show im Fernsehen gesehen? Sie spielen immer nur Musik, es heisst MTV.“ Ich sah es an und fand das Konzept sehr interessant. Was mir nicht gefiel war, dass diese Videos wie eine Bildercollage wirkten; ich dachte mir, wenn ich ein Video machen würde, hätte es mehr Unterhaltungswert. Mein Traum war es, etwas mit einem Anfang, einem Mittelteil und einem Ende zu drehen, wie einen Kurzfilm.

TV Guide: Hast du dir je vorgestellt, dass Thriller und die Videos für dieses Album deine Karriere in die Stratosphäre katapultieren würden?

Michael: Ich hab nicht darüber nachgedacht, wie sich das Album…

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Is It Scary?

Is it Scary? 

(Text von Joe Vogel aus dem Buch ‘Man In The Music’ )

Is It Scary ist Jacksons Höhepunkt beim Vorstoß zum Gothic. Es ist vielleicht auch seine beste Antwort darauf, wie er öffentlich wahrgenommen wird, als eine Kombination von Spektakel, Schurke und Freak. Wenn Childhood sein persönlichster Song ist, wie Jackson es einmal sagte, dann ist Is It Scary das dazu nötige Gegengewicht. Schaurig, aufrüttelnd und aufschlussreich – ein angemessener Abschluss von Blood On The Dance Floor, diesem Meisterstück-Konzept aus fünf düsteren Songs.

Eine frühe Version von dem Stück schrieb Jackson zusammen mit Jimmy Jam und Terry Lewis Anfang der 90er. Jackson war jedoch mit dem Track nicht zufrieden und formte ihn in den folgenden Jahren weiter aus und “lies ihn zu sich sprechen”. Vergleicht man den frühen Down-Tempo Groove Mix mit der Album Version, erhält man einen aufschlussreichen Einblick in Jacksons Prozess, einen Song zu entwickeln, bis er genau richtig ist. Der finalen Version wurden nicht nur einige der für den Song wichtigsten Textteile zugefügt, sondern sie bekommt auch die notwendige Atmosphäre, Drama und Leidenschaft, wodurch dem wirklichen Schmerz und Pathos der Lyrics ermöglicht wird, mit zu klingen.

Der Song beginnt mit den beinahe gleichen Beschreibungen wie Ghosts, Bilder von umfassenden Geistererscheinungen und Ghouls, knarrende Stufen und einengende Wände, akustisch dargestellt, eine Tür schließt sich, die Stimmung wird verdichtet, ein Herz fängt schnell zu schlagen an und ruft eine Art von Klaustrophobie, Angst und Panik hervor. Es ist wie ein symbolischer Abstieg in eine Gefängniszelle. Hier wird ganz deutlich, dass Michael Jackson seinem Publikum einen Spiegel vorhält.

“I’m gonna be exactly what you wanna see” / “Ich werde genau das sein, was du sehen willst”, singt er. Mit anderen Worten gesagt ist er in diesem geschlossenen Raum bereit zu performen, zu unterhalten. Was immer jemand in ihm oder durch ihn sehen will, wird über den Zuschauer ebenso viel enthüllen wie über das Subjekt. “It’s you who’s taunting me” / “Ihr seid es, die mich verspotten” singt er weiter direkt an seine Kritiker gerichtet. “Because You’re wanting me to be the stranger in the night” / “Weil ihr wollt, dass ich der Fremde in der Nacht bin.” Das “Verspotten” dient hier dazu seine Andersartigkeit auszugrenzen, sie in etwas ‘freakisches’ und nicht erkennbares zu verwandeln. Er wird zu einer Art modernem Barden, das Publikum keucht, klatscht, spöttelt und lacht, aber missversteht die wahre Natur des Performers und der Performance fundamental.

Kulturkritikerin Judith Cole sagt, dass Jackson “sich zu verschiedenen Punkten seines Lebens und seiner Karriere, der Rolle/dem lyrischen ich einer Reihe von Minnesängern anpasst, darunter Long Tail Blue, Dandy Blue Jim, Zip Coon, Master Juba und sogar Jim Crow.” Ein Minnesänger soll natürlich unterhalten, nicht nach seinen eigenen Bedingungen, sondern so, wie es von ihm erwartet wird, und Jacksons Widerstreben dieses zu tun untergräbt die ihm gegebene Rolle. “Die Geschichte des Amerikanischen Entertainments (und Jacksons eigener Platz in dieser Geschichte) ist nie weit entfernt von Jacksons Denken,” beobachtet Kulturkritiker David Yuan. “Er macht klar, dass er denkt, Afro-Amerikanische Musik sollte nicht auf einen Nebenschauplatz in der Amerikanischen Kulturgeschichte verbannt werden… es ist wichtig zu erkennen, wie die häufig erzählte Geschichte von Jacksons Aufstieg zum Stardom der institutionellen Geschichte des Afroamerikanischen Entertainments ähnelt – und der institutionellen Geschichte der Freak-Show.”

Seine Unfähigkeit oder sein Widerwille, gesellschaftlichen Erwartungen zu entsprechen und “normal” zu werden, erzürnt, verwirrt und fasziniert die Menschen zur gleichen Zeit. Yuan fährt fort: “Michael Jackson ist der definitive Celebrity-Freak unserer Tage… (und) die perplexe Öffentlichkeit sieht ihn als den Vermittler seines eigenen “Enfreakments”

Mit anderen Worten, seine “Entscheidung” der Freak zu sein verschlimmert die Gegenreaktionen noch mehr.

Ein scharfsinniger Jackson realisiert dieses Rätsel (Vexierspiel) und konfrontiert die Zuhörer mit einer Reihe von Fragen: “Am I amusing you/or just confusing you? Am I the beast you visualized?” / “Amüsiere ich euch, oder verwirre ich euch? Bin ich das Biest, das ihr euch vorgestellt habt?” Im Grunde fragt er, ob er als etwas geringeres als ein Mensch wahrgenommen wird. In Margo Jeffersons Buch “On Michael Jackson” beschreibt sie den historischen Kontext einer solchen Frage. “Als der Bürgerkrieg begann, hatte (P.T.) Barnum gerade einen englischen Zirkus Artisten in schwarzem Make Up und mit einem Pelzumhang vor einen Dschungel-Hintergrund gestellt, und fragte das Publikum: “Was ist das?” 1875 nahm er einen Afroamerikaner für diese Rolle… “Ist es eine niedere Art Mensch`? Oder eine höhere Art Affe? Keiner kann es sagen! Vielleicht ist es eine Kombination von beidem. Es ist unbestritten die erstaunlichste lebende Kreatur…” Jefferson fährt fort: “Michael Jackson verkörpert Spurenelemente von dieser ganzen Historie… Seine Rasse, sein Geschlecht, seine Sexualität, sein Alter sind völlig verschwommen und schwer einzuordnen. Für viele wird er deshalb zu einem “Was ist es?”

Durch diesen Kontext treffen Zeilen wie “And if you wanna see, Eccentric oddities, I’ll be grotesque before your eyes” / “Und wenn ihr exzentrische Seltsamkeiten sehen wollt, werde ich vor euren Augen grotesk” auf einer tieferen Ebene. Er wird grotesk sein, weil es das ist, was die voreingenommene Kultur sieht und sehen will. Es ist das, wozu sie ihn gemacht haben. Er ist – im wahrsten Sinn des Wortes – das Produkt einer Amerikanischen Kultur. Er sagt: “Wenn ich euch verängstige, dann deshalb, weil ich so sein soll, und dann werde ich es sein.”

Später erinnert er uns jedoch daran, dass hinter der Maskerade eine verletzte/leidende Seele steht. Er singt: “If you came to see, the truth, the purity, it’s here inside a lonely heart.” / “Wenn ihr gekommen seid, die Wahrheit, die Reinheit zu sehen, sie ist hier, in einem einsamen Herzen”. Das Paradoxum ist indes, dass er sich selbst nur offenbaren kann durch das Performen, das Erneuern der verschwommenen Linie zwischen dem Entertainer und dem Menschen, der Rolle und der Persönlichkeit. Diesem komplizierten Schicksal ergeben, erklärt Jackson, was das Motto seines Lebens sein könnte: “Let the performance start!” (Lass die Vorführung beginnen!) 

Der Höhepunkt präsentiert Jackson, wie er mit Kraft seine Wut durch einen Chor von Geistern bündelt, seinen Schmerz herauslässt als etwas, was sich wie Beschwörung/Exorzismus anfühlt. Das ist es, worauf sich Neil Strauss von der New York Times bezog, als er von Jackson sprach der “wie der Elefantenmensch schreit, dass er ein Mensch sei.” 

Es beinhaltet eine der schmerzvollsten, jedoch stärksten künstlerischen Äußerungen in Jacksons Karriere.

Am I the Beast You Visualized? Bin ich das Biest, das ihr euch vorgestellt habt? 

(Textauszüge von Joe Vogel, https://www.huffpost.com/entry/michael-jackson-trial-_b_1068750?guccounter=1)

In zahlreichen Songs benutzt Jackson die Musik gleichsam als gebündelten Aufschrei all derer, die schlecht behandelt werden. In „They Don’t Care About Us“ legt er Zeugnis ab für all jene, die erniedrigt und ihrer Bürgerrechte beraubt wurden. „Sagt, was wurde aus meinen Rechten, bin ich unsichtbar, nur weil ihr mich ignoriert?“, singt er dort. In „Little Susie“ richtet er die Aufmerksamkeit auf die Not der Vernachlässigten und Verlassenen, indem er die Geschichte eines Mädchens erzählt, dessen Gabe unbemerkt bleibt, bis es tot am Fuße der Treppe ihres Hauses gefunden wird. („Hebt sie ganz vorsichtig hoch“, singt Jackson, „Blut ist in ihrem Haar“). Der „Earth Song“ liefert eine epische Wehklage im Namen unseres Planeten und seiner verwundbaren Einwohner (repräsentiert durch die leidenschaftlichen Ausrufe des Chors: Was wird aus uns?). Durch solche Songs (wie auch durch sein ganzes Leben und seine ganze Persönlichkeit) wurde Jackson zu einer Art globalem Repräsentanten der „Anderen“.

Die Massenmedien jedoch hielten nie sonderlich viel von Jacksons „Anderssein“, genauso wie sie nie viel von den „Anderen“ hielten, von denen er in seinen Songs sprach. Sie fanden wohl eher eine einfache, profitable Geschichte – Jackson als exzentrischer „Freak“ – und an dieser Geschichte hielten sie nahezu 30 Jahre fest und sie erhöhten stets und ständig ihren Einsatz.

Die fesselndste Reaktion Jacksons auf die öffentliche Wahrnehmung von ihm kommt wahrscheinlich in diesen drei Songs zum Ausdruck: „Ghosts“, „Is It Scary“ und „Threatened“. Hier hält Jackson der Gesellschaft den Spiegel vor, die ihn verachtet und er verlangt von ihr, in ihr eigenes groteskes Spiegelbild zu blicken. „Erschreckt dich das?“, fragt er. Die Songs, mit den sie begleitenden bildlichen Darstellungen, sind nicht nur extrem selbstbewusst, sie demonstrieren auch sein sehr scharfsinniges Verständnis der giftigen Mächte, die ihn umgeben und jagen.

In dem Kurzfilm „Ghosts“ verhöhnt der Bürgermeister (eine konservative Autoritätsperson, inspiriert von DA Tom Sneddon) von „Normal Valley“ Jacksons Charakter: „Freaky Boy! Freak! Zirkusfreak!“ Interessanterweise ist es Jackson selbst, maskiert als Bürgermeister, der diese Worte sagt und man kann spüren, wie sehr er sie verinnerlicht hat. Es sind Beleidigungen, die beschmutzen und demütigen sollen (was sicher 1993 und 2005 auch der Zweck der Jagd auf Jackson war). Für den Bürgermeister ist Jacksons Anwesenheit in der Gemeinde nicht zu tolerieren. Es ist nicht so, dass Jackson irgendwem wehgetan hätte, es ist einfach, weil er anders ist und Anderssein bedrohlich ist.


In solch künstlerischen Ausdrucksformen erkennt Jackson ganz klar, was ihm angetan worden ist. Er wurde von äußeren Mächten in eine Schublade gesteckt. Er ist ein Phantom, das sie sich in ihren eigenen Köpfen erschaffen haben, wie er in „Is It Scary“ singt. „Wenn du exzentrische Seltsamkeiten sehen willst, werde ich vor deinen Augen grotesk“. Das heißt mit anderen Worten, dass er grotesk sein wird, weil es genau das ist, „was das Publikum sehen will“. Sie wurden so konditioniert, genau das zu sehen. Später in diesem Song nimmt er die Reaktionen des Publikums vorweg, indem er fragt: „Amüsiere ich euch/oder verwirre ich euch nur/bin ich das Biest, das ihr euch vorstellt?“ Wurde er weniger als ein Mensch? Warum? Ist es seine physische Erscheinung? Seine mehrdeutige Identität? Seine ungewöhnliche Lebensgeschichte? Keine Frage, Michael Jackson war anders. Die Frage ist, warum dieses „Anderssein“ eine solch glühende Herabwürdigung und Verunglimpfung entfachte.

Eine der bemerkenswertesten Qualitäten von Michael Jacksons Leben und Werk besteht jedoch darin, dass er sich weigerte, sein Anderssein aufzugeben. Er wird niemals „normal“, wie es, sagen wir, vom Bürgermeister von Normal Valley erwartet wird. Er passt sich keinen Erwartungen an. Lieber bleibt er sich selbst treu und stellt seine einzigartige, facettenreiche Identität zur Schau, zum Verdruss all derer, die sich wünschen, er möge in vorhersehbarere Schubladen passen. Seine Andersartigkeiten, wie Susan Fast schreibt, waren „undurchdringlich und unerschöpflich und riefen große Beunruhigung hervor. Sei doch bitte schwarz, Michael, oder weiß oder schwul oder hetero, Vater oder Mutter. Sei deinen Kindern ein Vater, aber sei doch bitte nicht selbst Kind, damit wir endlich wissen, auf wen wir unsere liberale (In)Toleranz richten sollen. Und versuch doch bitte nicht, alle gleichzeitig mit Kodes zu verwirren“.

Selbst Jahre nach seinem tragischen Tod, scheint es so zu sein, dass die Menschen immer noch nicht wissen, was sie mit Jackson anfangen sollen. Deshalb wird er einfach auf einen „Medikamentenabhängigen“ reduziert. Herzlos pflastert ein Foto seines leblosen Körpers die Nachrichtenseiten. Ein grausames, missbräuchliches Verhalten, unter dem Deckmantel „normal“. Vielleicht nutzte Jackson deshalb einen Gruselfilm als Medium, um sich zu wehren. Es war sein Weg, den Spieß umzudrehen, um symbolisch die Welt so darzustellen, wie er sie oft empfand: monströs und grotesk. Seine „Horrorstorys“ waren sicherlich nicht dafür vorgesehen, einfach nur zu unterhalten.

„Freaks werden Freaks genannt“, bemerkt Autor James Baldwin, „und sie werden behandelt, wie sie behandelt werden – in der Hauptsache abscheulich – weil sie Menschen sind, die tief in uns unsere grundlegendsten Ängste und Wünsche widerspiegeln.“ Doch so sehr Jackson zum symbolischen Magnet wurde, auf den diese kulturellen Ängste projiziert wurden, so war er doch auch ein Mensch aus Fleisch und Blut, der versuchte, sein Leben zu leben. Gegen Ende von „Is It Scary“ singt er: „Ich bin einfach nicht das, was ihr in mir sucht“, bevor er dem leidenschaftlichen Zuhörer offenbart: „Doch wenn ihr euch aufmacht/ die Wahrheit und Reinheit zu erkennen/ liegt sie hier in einem einsamen Herzen/ als lasst die Performance beginnen!“

Ironischerweise finden wir diese Wahrheit und Reinheit in der Performance seiner Kunst. Hier treibt er seine Dämonen aus, dort wo seine Qual sich in schöpferische Energie verwandelt. Hier stürzen Mauern ein und Masken fallen. Für die Außenwelt mag er in Spektakel sein, eine Karikatur, ein Freak; doch hier, in seiner Musik, offenbart er letztendlich seine Seele. Er ist ein Mensch.

Die Frage ist: Was sehen wir?

Michaels Liebe zur klassischen Musik

“The five hours I spent with Michael Jackson in Los Angeles will certainly be the most emotional of my musical career. It was fantastic to discover so many common points: passion for music (without limits), for peace and freedom, love for animals and nature. In one word: for humanity!”

„Die fünf Stunden, die ich mit Michael Jackson in Los Angeles verbringen durfte, waren sicher die emotionalsten meiner musikalischen Karriere. Es war fantastisch, so viele Gemeinsamkeiten zu entdecken: Die grenzenlose Leidenschaft für Musik, für Frieden und Freiheit, die Liebe für Tiere und die Natur. In einem Wort: Menschlichkeit.“
– Francois Glorieux

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David Michael Frank und François Glorieux berichten über ihre Projekte mit Michael, bei denen sie mit ihm, oder für ihn, an klassischer Musik arbeiteten. David M. Frank arbeitete 2009 mit Michael an einem klassischen instrumental Album, mit Stücken, die Michael komponiert hatte und die er arrangieren/orchesrtieren sollte. Francois Gloriuex arbeitete 1989 im Auftrag von Michael an der Orchestrierung seiner Hits, wie Beat it, Bad oder Liberian Girl.

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David Michael Frank über sein Treffen mit Michael 2009:

Link zum Text in englisch:  http://weblogs.baltimoresun.com/entertai…rumental_a.html

Vor vier oder fünf Monaten erhielt ich einen Anruf von Michael Jacksons langjährigem Aufnahmeleiter Michael Prince, der mir erklärte, dass Michael jemanden suchte, der die Arrangements für Orchestermusik schreiben könnte. Ich wusste, dass er vor hatte auf Tour zu gehen. Im darauf folgenden Monat rief er mich an, um mir zu sagen: „Michael Jackson lässt Ihnen sagen, dass er Sie anrufen wird.“

Ende April rief mich ein anderer Michael an…

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Was Thriller großartig machte – Michaels Manifest von 1987

Michaels ‘Manifest’, geschrieben 1987

Manifest 1987-1

WHAT MADE THRILLER BIG

I found out that when I have a deep reason, a reason of anger, I really come through to prove myself like on Thriller.

I hated unequality in record business. Blacks weren’t able to be on MTV, the most watched musical show. Signs like ‘disco sucks’ all over the town. The cross over unequality. Not being able to be on covers of white publications. Being told „We don’t put blacks on our covers, blacks don’t sell.“

All this put fire in me to sell the biggest, greatest selling Album of all time to get recognition to have whites and blacks of all races love me. To be on covers of Time, Life, Newesweek. But I did it all out of anger to get even to prove myself.

Was Thriller großartig machte

Ich habe festgestellt, wenn ich einen wichtigen Grund habe, einen aus Wut entstandenen Grund, dann schaffe ich es wirklich, mich selbst zu beweisen, so wie auf Thriller.

Ich hasste die Ungleichheit im Musikgeschäft. Schwarze konnten nicht auf MTV sein, der meist gesehenen Musiksendung. Überall gab es Parolen wie „Disco nervt“. Die Ungleichheit gegenüber des Cross-over. Nicht in der Lage zu sein, auf den Titelseiten weißer Publikationen zu sein. Gesagt zu bekommen: „Wir drucken auf unsere Titelseiten keine Schwarzen, Schwarze bringen keinen Umsatz.“ Das alles entzündete in mir das Feuer, das größte, meistverkaufte Album zu machen, um Anerkennung zu bekommen, um von Weißen und Schwarzen aller Völker geliebt zu werden. Um auf die Titelseiten von Time, Life, Newsweek zu kommen. Aber ich tat das alles aus der Wut heraus, mich selbst zu beweisen.

Manifest 1987-2

Elvis is not king. Show Springsteen whose boss. I will have the entire mags of Time, Life, Newsweek, People

I was very very angry. I have to prove myself and chang things.

Do it 200.00.000 for the white children so they’ll have black heroes. So they don’t grow up prejudice, all kids. Now. what must I do out of anger on this album to prove myself.

There’s a whole generation of white kids who are children to the KKK. I saw on the news on Martin Luther King’s birthday these kids were watching their parents stone black people. They will grow up prejudice, they hate blacks. My goal is to become so „big“ so poweful to become such a hero, to end prejudice, to make these little white kids love me by selling over 200.000.000 albums. Make them look up to me. I will change the world

Elvis ist nicht König. Zeig Springsteen, wer der Boss ist. Ich werde alle Magazine von Time, Life, Newsweek und People bekommen.

Ich war sehr wütend. Ich muss mich beweisen und die Dinge verändern.

Lass es 200.000.000 sein, für die weißen Kinder, damit sie schwarze Helden haben. Dann werden sie nicht mit Vorurteilen aufwachsen, alle Kinder. Jetzt. Was muss ich aus Zorn mit diesem Album tun, um mich zu beweisen. Da gibt es eine ganz neue Generation von Kindern für den KKK. An Martin Luther Kings Geburtstag habe ich es in den Nachrichten gesehen, dass diese Kinder ihren Eltern dabei zusahen, wie sie Schwarze mit Steinen bewarfen. Sie werden mit Vorurteilen aufwachsen, sie hassen Schwarze. Mein Ziel ist es, so „groß“ und einflussreich zu werden um ein Held zu werden, die Voreingenommenheit zu beenden und mehr als 200.000.000 Alben zu verkaufen, damit diese kleinen weißen Kinder mich lieben. Ich werde zu einem Vorbild für sie. Ich werde die Welt verändern.

Manifest 1987-3

Throughout History white men have always branded the pages of history with great white hopes putting whites over blacks as Noble’s, like Elvis being the King of Rock and Roll

Springsteen being the Boss or the Beatles being the Best.

Yes these guys were good but they weren’t better singers or dancers than the Blacks.

The difference is whites controll the press, the media and they can make the public believe whatever they desire.

Plus a lot of blacks have been ugly to look at. You must be beautiful looking.

I will change this „NOW“ with the power of my songs and dance and „looks“ and total reclusiveness and mystery world. I will rule as the king.

I am not prejudice, it’s just time for the first black king now.

Im Lauf der Geschichte haben Weiße immer ihre weißen Hoffnungen in die Seiten der Geschichtsbücher eingebrannt, sie stellten Weiße wie Adelige über Schwarze, so wie sie Elvis zum König des Rock und Roll kürten. Springsteen machten sie zum Boss und die Beatles zu den Besten.

Ja, diese Leute waren gut, aber sie waren keine besseren Sänger oder Tänzer als Schwarze.

Der Unterschied liegt darin, dass Weiße die Presse und Medien kontrollieren, und sie können der Öffentlichkeit weismachen, was immer sie möchten.

Dazu waren manche Schwarze nicht schön anzusehen. Du musst gut aussehen.

Ich werde das jetzt ändern. Mit der Kraft meiner Songs, meines Tanzes und meinem Look, totaler Zurückgezogenheit und geheimnisvoller Welt. Ich werde als König regieren.

Ich bin nicht voreingenommen, die Zeit ist einfach reif für den ersten schwarzen König.

Manifest 1987-4

I love white people black people. All races

I want what’s fair

Now is the time for my King Ship forever

I want all races to love as one

Now MJ the KING

Hide recluse, genius billionaire

strange beautiful face, greatest actor singer, dancer, performer

forever

Ich liebe weiße und schwarze Menschen. Alle Völker.

Ich möchte nur das, was gerecht ist.

Die Zeit für meine Königsherrschaft ist gekommen.

Alle Völker sollen gemeinsam lieben.

Jetzt

MJ The King

scheuer Einsiedler, genialer Milliardär

seltsam, wunderbares Gesicht, größter Schauspieler, Sänger, Tänzer, Performer

für immer

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„How I Make Music“ – Michael spricht über den kreativen Prozess und das Songschreiben

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I love to write songs.

It’s one of my favorite things to do. It’s very spiritual. It’s a connection. I’m just a source through which it comes. I’m inspired by a lot of things but it’s done in the heavens. I listen to the music and I just create from there.“

– Michael Jackson

★ ★ ★

Ich liebe es, Songs zu schreiben. Es ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Es ist sehr spirituell. Es besteht eine Verbindung. Ich bin nur die Quelle, durch die es hindurch fliesst. Ich bin von vielen Dingen inspiriert, aber es wird im Himmel gemacht. Ich höre der Musik zu, und erschaffe daraus.“

★ ★ ★

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Michael Jackson konnte weder Noten lesen noch schreiben und spielte wohl auch kein Instrument perfekt – wenn er auch verschiedene Instrumente etwas spielen konnte, wie Piano, Gitarre oder Schlagzeug. Michael hörte die kompletten Arrangements seiner Songs in seinem Kopf:

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Michael Jacksons Anwalt Bob Sanger über den King of Pop, sein Leben und seine Lesegewohnheiten

Er liebte es, zu lesen. Er hatte mehr als 10.000 Bücher in seinem Haus. Und ich weiß das. Ich hasse es, mich auf den Prozeß zu beziehen, denn ich wollte diesen Prozeß nicht – man sollte ihn nicht über den Prozeß definieren.
Aber es ist eines der Dinge, die wir erfuhren – die Bezirksstaatsanwaltschaft durchsuchte seine gesamte Bibliothek und fand zum Beispiel ein deutsches Buch über Kunst von 1930 – solche Dinge. Und es stellte sich heraus, dass dieser Bursche, der Künstler, von dem das Buch handelte, von den Nazis verfolgt worden war. Niemand wuste das, und dann kommen die Cops und sagen: „Wir haben dieses Buch mit Bildern von nackten Menschen gefunden.” Doch es war Kunst, mit einer Menge Text dabei. Es war Kunst!
Und sie fanden ein paar andere Dinge, eine Aktentasche, die ihm nicht gehörte, mit ein paar Playboy-Heften oder so was darin. Aber sie durchsuchten das ganze Haus des Jungen, 10.000 Bücher. Und das veranlasste uns, das Gleiche zu tun, sie anzusehen.
Es gab Plätze, an denen er gern saß und las; da waren Bücher mit seinen Lesezeichen und seinen Notizen und allem darin. Und ich kann Ihnen aus Gesprächen mit ihm sagen, dass er sehr – besonders für einen Autodidakten, wie er es war; er hatte seine eigene Leseliste – er war sehr belesen. Ich will nicht sagen, dass ich besonders belesen bin, aber, sagen wir so, ich habe sicherlich viel gelesen. Ich finde Gefallen an Philosophie und Geschichte, und es war sehr angenehm, mit ihm darüber zu sprechen, denn er war sehr intellektuell, und er liebte es, über diese Dinge zu sprechen. Er prahlte jedoch nicht damit, und es kam sehr selten vor, dass er von selbst ein solches Gespräch begann. Doch wenn man mit ihm in ein Gespräch wie dieses geriet, dann war er da.

He loved to read. He had over 10,000 books at his house. And I know that because – and I hate to keep referring to the case, because I don’t want the case – the case should not define him. But one of the things that we learned – the DA went through his entire library and found, for instance, a German art book from 1930-something. And it turned out that the guy who was the artist behind the book had been prosecuted by the Nazis. Nobody knew that, but then the cops get up there and say, ‘We found this book with pictures of nude people in it.’ But it was art, with a lot of text. It was art. And they found some other things, a briefcase that didn’t belong to him that had some Playboys in it or something. But they went through the guy’s entire house, 10,000 books. And it caused us to do the same thing, and look at it. 
And there were places that he liked to sit, and you could see the books with his bookmarks in it, with notes and everything in it where he liked to sit and read. And I can tell you from talking to him that he had a very – especially for someone who was self-taught, as it were, and had his own reading list – he was very well-read. And I don’t want to say that I’m well-read, but I’ve certainly read a lot, let’s put it that way, and I enjoy philosophy and history and everything myself, and it was very nice to talk to him, because he was very intellectual, and he liked to talk about those things. But he didn’t flaunt it, and it was very seldom that he would initiate the conversation like that, but if you got into a conversation like that with him, he was there. 

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Original von Randall Roberts, 25. Juni 2009 

For english version scroll down!

In Folge des Todes von Michael Jackson am heutigen Nachmittag kontaktierte West Coast Sound den langjährigen Anwalt des verstorbenen King of Pop, Bob Sanger.
Sanger vertrat Michael Jackson 16 Jahre lang und saß während des öffentlichen Prozesses von 2005, in welchem die Familie eines Jungen Jackson des sexuellen Missbrauchs von Kindern beschuldigte, mit ihm am Tisch der Verteidigung. Wir sprachen am späten Nachmittag mit Sanger.

Susan Yu, Bob Sanger, Tom Mesereau – 2005

Bob Sanger: Folgendes möchte ich sagen. Ich denke, es ist angemessen, zu diesem Zeitpunkt zu Ehren von Michael zu sprechen.
Zunächst – er war er ein großartiger Musiker und Performer, und sein Einfluss auf die Musik wirkt sich bis heute aus. Ich sah heute etwas im Fernsehen, ich weiß nicht mehr, wer es war, aber ich sah einen aktuellen Star in einem Musikvideo, und ich…

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“Ich schätze mich glücklich, das Instrument zu sein, durch das die Musik fließt.”

Ich schätze mich glücklich, das Instrument zu sein, durch das die Musik fließt.

Ich bin nur die Quelle aus der sie entspringt.“

“I feel fortunate for being that instrument through which music flows.

I’m just the source through which it comes.” ~ Michael (Ebony 1992)

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Aussagen über Michaels aussergewöhnliche Stimme und Fähigkeiten

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Lamont Herbert Dozier (Holland-Dozier-Holland):

Ich kannte Michael schon als unglaublichen, jungen Performer und sah zu, wie er zu einem der größten Talente unserer Zeit heranwuchs. Er war ein grandioser junger Mann, dessen Talent gleichzeitig mi ihm wuchs. Er war ein innovativer, talentierter Songschreiber.Seine Werke werden in den kommenden Generationen weiter leben. Er besaß die unheimliche Fähigkeit, Menschen aller Generationen mit seinen Songs zu berühren… es geschah nicht nur durch seine stimmliche Interpretation und den Tanz, sondern seine Art des Songschreibens, die Musik und Texte durchschnitten alles, was sonst gerade im Radio passierte und wurden weltweit von allen Genres empfangen. Er hat erreicht, dass Generationen zusammen kamen um diese Songs und ihn selbst als unvergesslichen Entertainer an zunehmen.

Ich war einer der Glücklichen, die bei Motown 25 im Publikum sassen, in dem Jahr, als er Billie Jean debütierte. Die Energie, die ich nur mit „Spirit“ beschreiben kann, in diesem Raum war unbeschreiblich, sie erreichte jeden und zwang alle auf ihre Füsse. Es war die kraftvollste Energie, die ich je bei einem Künstler erlebte.

Michael war nicht nur ein großartiger Künstler und Performer, er war auch Philanthrop und ein großzügiger Mensch, dessen Talent grenzenlos war. Das letzte Mal sah ich ihn bei einer kleinen Dinner-Party in New York im Haus eines gemeinsamen Freundes. Er war ein gewiefter Geschäftsmann und eine sanfte Seele, der all denen, die vor ihm in diesem Geschäft tätig waren, enormen Respekt und Liebe entgegenbrachte. Ich vermisse ihn sehr.“

I knew Michael when he started out as an incredible young performer and watched him grow into one of the most outstanding talents we have witnessed in our lifetime. He was a terrific young man whose talent and creativity grew as he did. He was an innovative and talented songwriter. His works will live on and on for generations to come. He had the uncanny ability to touch everyone from all generations with his songs… not just his vocal performance and dancing, but his songwriting, music and lyrics cut through whatever else was happening on radio and were received on a worldwide basis in all genres. He is responsible for the world coming together to embrace these songs and him as an unforgettable entertainer. I was one of the lucky ones who was present at the Motown 25 (Special) that year when he debuted “Billie Jean,” and I was sitting in the audience. There was an incredible energy in the room that I can only call “spirit”, that reached out and forced everyone to their feet. It was the most powerful energy I’ve ever witnessed from an entertainer. Michael was not only a great artist and performer, he was a philanthropist and such a generous man whose gifts were boundless. The last time I saw him was at a small dinner party in New York at the home of a mutual friend. He was an intelligent business man and a gentle soul who had tremendous love and respect for all of us who came before him in this business. I will miss him terribly.” ~ Lamont Herbert Dozier,(Holland-Dozier-Holland;)

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LaShawn Daniels:

Das erste Demo, das Michael vorgespielt wurde, war „You Rock My World“. Nachdem er es gehört hatte, fragte Michael wer die Melodie gesungen hatte. Das war ich und Michael sagte zu mir: “Shawn, kannst du mir die Melodie ins Ohr singen?“ Und ich fragte, meinst du das ernst? Und er: „Ja, sing es einfach in mein Ohr.“ Ich ging also ganz nah zu ihm hin und begann, genau in sein Ohr zu singen. Dann legte er seine Hand auf meine Schulter und sagte „Nein, lass uns diesen Teil verändern.“ Und ich dachte, oh mein Gott und konnte in dem Moment nicht mehr weitersingen. Ich sagte: „Mike, hör zu, ich schätze es sehr, dass du so cool bist, aber du kannst nicht so cool mit mir sein, weil ich nicht weiß, wie ich damit umgehen soll und was ich jetzt tun soll. Ich kann mich nicht einmal mehr auf die Melodien konzentrieren, weil ich Michael Jackson vorsinge.“ Und er begann laut zu Lachen und erreichte, dass wir uns alle wohl fühlten.“

The very first demo that was played to Michael was called ‘You Rock my World’. After hearing the track, Michael asked who was doing the melodies. „It was me, and Michael says, ‘Shawn can you sing the melodies in my ear’? And I’m like, ‘Are you serious dude?’ He’s like, ‘Yeah just sing it in my ear.’ I go right next to him and gotta pull towards his ear and start singing. When he puts his hand on my shoulder and says, ‘No. Let’s change this part.’ and I was like, ‘Oh, my god!’ I couldn’t even continue and had to stop. I said, ‘Mike, listen, I appreciate you beeing so cool, but you can’t be this cool with me because I don’t really know how to take it. I don’t even know what to do right now. And I can’t concentrate on the melodies because I’m singing to Michael Jackson.’ And he burst out laughing and just made us comfortable.“ ~ LaShawn Daniels on recording the Invincible Album

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Dave Way nahm Michael auf, als er den Refrain (von Remember The Time) sang, was zu dem Zeitpunkt der einzige Text war, der schon geschrieben war. Nachdem Michael den Teil einmal gesungen hatte, stoppte Way die Aufnahme:

Michael wunderte sich, warum wir das Band stoppten. Also erklärte ich ihm, dass Teddy und ich normalerweise den Refrain einmal aufnehmen und ihn anschliessend in alle anderen Teile einkopieren. Aber Michael wollte alle Teile, in denen der Refrain vorkam, einzeln einsingen. Wir begannen mit dem Song wieder von vorne und Michael sang jede Note und Harmonie und verdoppelte, verdreifachte oder vervierfachte den Refrain. Jedes mal passte alles perfekt, die Vibratos sassen perfekt und waren im Einklang. Es war in 20 Minuten getan, schneller als wir es hätten einkopieren können.“ ~ Dave Way über Aufnahmen von ‘Remember The Time’

Dave Way recorded Michael singing the hook, which was all that was written of the lyrics at the time. After Michael sang it once, Way stopped recording. Michael was bemused as to why we stopped the tape. So I explained that Teddy and I usually record the chorus once and then fly it in to all other chorus sections. But Michael wanted to sing the chorus sections all the way through. So we started the song from beginning, and Michael sang each note and harmony and doubled, tripled and quadrupled the hook. Each time, everything was matched to perfection, vibratos perfectly matched, perfectly in tune. It was done in 20 minutes, quicker than if we had flown them in. ~ Dave Way on recording ‘Remember the Time’

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Steve Whitsitt, Fotograf:

Eines nachmittags war ich in meinem Hotelzimmer und das Telefon klingelte – Es war Michael. „Steve kannst du rüber ins Appartement kommen? Ich möchte etwas mit dir besprechen.“

Natürlich, Mike, ich werde in einer halben Stunde da sein,“ sagte ich und lief die paar Blöcke zum Trump Tower hinüber, wo Michael wohnte, während er an seinem HIStory Projekt arbeitete. Als ich auf Michaels Etage ankam, liess mich sein Koch hinein und verabschiedet sich dann.

Nach ein paar Minuten Smaltalk kam Michael zum geschäftlichen Teil. „Steve, kennst du den Song „Smile“, fragt er. „Ich glaube schon, bin mir aber nicht sicher…“

Ich sing es dir einfach kurz vor!“

Um meine Reaktion im richtigen Kontext zu verstehen, muss euch klar sein, dass ich in Port Huron, einer kleinen Stadt nördlich von Detroit, geboren und aufgewachsen bin. Ich hatte nie damit gerechnet im Leben weit herum zu kommen. Obwohl ich 3 Jahre lang als Assistent von Michaels persönlichem Fotografen gearbeitet hatte, war der Aufstieg in meine jetzige Position schwindelerregend plötzlich gekommen. Ich hatte oft Unterhaltungen mit Michael und war mit dem alltäglichen Arbeitsverhältnis angenehm vertraut, aber hier stand ich jetzt, ein Kind aus Michigan, und dieser Mann sang ein Lied für ein einköpfiges Publikum. Für mich!

Es war nicht nur die Tatsache, dass er für mich sang, es war die absolut überwältigende Klarheit seiner Acapella-Stimme, die Haare an meinen Armen stellten sich auf, ich war fast zu Tränen gerührt. Das ganze dauerte nur wenige Minuten. Als er fertig war, fragte Michael, ob ich etwas über die Geschichte des Songs wisse. Ich musste erst ein paar Sekunden durchatmen und murmelte irgendeine Antwort. Über die nächsten Stunden erzählte Michael mir dann alles über Charlie Chaplin, insbesondere über den Film „The Kid“ und über Jackie Coogan, der Kinderdarsteller, der mit Chaplin in dem Film spielte, und wie Jackies Erfahrungen dazu führten, dass es zu den Gesetzen kam, die heute Kinder-Schauspieler schützen. Michael hatte eine Fülle an Informationen. Wir sprachen darüber, wie wir das Cover für die Single fotografieren wollten, und einigten uns auf verschiedene Konzepte.“

“One late afternoon I was in my hotel and the phone rang, “Please hold for Michael…” His voice came on the line, “Steve can you come over to the apartment? I want to talk to you.” “Sure Mike, I’ll be there in a half hour,” I said. I walked the few blocks to Trump Tower where Michael was staying during the recording of the HIStory project. When I got to Michael’s floor, his chef let me in and promptly said goodbye, leaving Michael and I alone. After a minutes of chatting Michael got down to business. “Steve do you know the song “Smile?” he said. “I think so Michael, but I’m not sure…” “Here, I’ll just sing it for you.”

To put my reaction in context, one has to realize that I was born and raised in Port Huron, a small city just north of Detroit. I had never expected to go very far or do very much in my life. Though I had worked as an assistant for Michael’s personal photographer for three years, my rise to the position that I was now in was head-spinningly fast. I’d had conversations with Michael and was reasonably comfortable with the day-to-day working relationship, but here I was a kid from Michigan, and this man was singing a song for an audience one. Me. It wasn’t just the fact that he was singing for me, it was the absolute stunning clarity of his acapella voice, the hair on my arms stood up, i was moved almost to tears. The whole thing lasted only a couple of minutes. When we had finished, Michael asked me if I knew anything about the history of the song. I took a couple of seconds to catch my breath and mumbles some sort of response. For the next few hours, Michael educated me on Charlie Chaplin, and specifically his film The Kid, and about Jackie Coogan, the child actor who played opposite Chaplin in the failm, and how Jackie’s experiences led to all of the laws that now exist protecting child performers. Michael was a wealth of of information. We discussed how we wanted to approach shooting a single cover for the song, and settled on a couple of concepts.” ~ Steve Whitsitt (photographer)

Steve Whitsitt smile shootSW

Foto von Steve Whitsitt, Session für Smile-Cover

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Jimmy Jam über Aufnahmen für Scream:

Wir sassen also da, Terry, Janet und ich, und Michael trug solche festen Schuhe und irgendeinen Schmuck, was du nicht tun solltest, weil es die Vocals bei der Aufnahme stören könnte. Alles ist bereit… Michael sagte, mit seinen Kopfhören sei alles ok, und seine Stimme war weich, nachdem er sein übliches heißes Wasser mit Ricola Hustenbonbons getrunken hatte. Er sagt also: „Lasst es uns versuchen.“ Die Musik fängt an und Michael beginnt für etwa 10 Sekunden zu tanzen, er stampft und schnippt mit den Fingern. Und dann plötzlich beginnt er zu singen. Ich habe in meinem ganzen Leben nie etwas derartiges gesehen oder gehört. Wir mussten uns wegen der schieren Energie und Kraft seines Gesangs quasi an unseren Sesseln festhalten. Und als es vorbei war, waren Terry und ich sprachlos. Und Michael fragt. „Wie war es?“ Und wir antworteten nur: „Yeah… großartig.“ Und Michael fragte uns, ob wir möchten, dass er eine weitere Aufnahme macht, und wir sagten nur: „Ja, klar!“ Und er traf es für weitere 4 oder 5 Aufnahmen genau auf den Punkt.“

So we sat there, Terry, Janet and myself, and Michael is wearing these hard shoes and some kind of jewellery, which you’re not really supposed to in case it interferes with the vocal. Everything is fine… Michael said his headphones are OK, and his voice is smooth after he drank his usual hot water with Ricola cough drops. So he says, ‘Let’s give it a go’: The music comes on, and for about ten seconds, Michael just starts dancing around, stomping… snapping his fingers… clapping, which is really unusual. And suddenly, he just started singing. I never seen or heard anything like it in my entire life. We had to almost hold onto our chairs due to the sheer energy and force of his singing. And when it was over, Terry and I were speechless. So Michael’s like, ‘How was it?’ And we’re like, ‘Yeah… great’, and Michael then asks us if we want him to do another vocal, and we’re like, ‘Sure!’ And he nailed in about four or five takes.“ ~ Jimmy Jam on recording Scream

Jimmy Jam, Bruce Swedien, Michael and some of the crew during the HIStory project in New York in 1994-studio

Jimmy Jam mit Michael Jackson im Studio

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Nicholas Pike (Komponist, arbeitete Mit Michael an “Ghosts”):

Er ist Perfektionist, so wie alle großen Künstler – das unterscheidet sie von all den anderen. Wir verbrachten etwa 9 Tage zusammen. Zwei davon nur wir beide in meinem Studio, und dann noch die Tage, an denen wir Besprechungen hatten oder das Orchester aufnahmen. Während der ersten 10 Minuten, nachdem er in meinem Studio eingetroffen war, konnte ich nur denken. „Ich sitze hier mit Michael Jackson! Ich sitze hier mit Michael Jackson!“ Danach waren wir einfach zwei Musiker, die zusammen im Studio arbeiteten.“

“He is a perfectionist, as are all of the greatest artists – it’s what sets them apart from all the rest. We spent about nine days together. Two full days in my studio just the two of us, and then days when we had meetings, recorded the orchestra. For the first ten minutes after he arrived at my studio, all I kept thinking was, “I’m sitting here with Michael Jackson, I’m sitting here with Michael Jackson!” After that we were just two musicians working together in the studio.” ~ Nicholas Pike (composer, working with MJ on Ghosts)

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Walter Scharf  (Komponist der Musik von “Ben”):

Michael war bei allem akribisch genau, fast schon übertrieben. Sehr diszipliniert. Ich denke, es ist unglaublich, sich in dem Alter schon so zu verhalten, diese Art Bewusstsein und Gefühl gegenüber deiner Arbeit zu haben.“

Michael was meticulous about everything, almost to a fault. Very disciplined. I think it’s marvelous to be like that at that age – to have that kind of knowledge and feeling toward your work.” ~ Walter Scharf, composer of the music to “Ben”

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Michael:

Vocals nehme ich sehr schnell auf. Manchmal musst du dich erst in den Song hineinfinden, in die richtige Stimmung kommen. Aber bei Ben z.B. machte ich nur eine Aufnahme. Ich lieferte es gleich perfekt ab, und fragte, ob ich noch eine Aufnahme machen soll. Und der Typ sagte: „Nein, nein, das war großartig!“ Und ich sagte: „War es das?“ So entstand es. Ich machte aber trotzdem 2 Versionen von Ben. Die Version, die du im Film hörst ist eine andere wie die, die auf dem Album ist, das ist die, die ich beim ersten Versuch aufnahm. Ich vergesse auch nie die kleine Apfelkiste auf der ich stand, da ich sonst nicht an das Mikrophon gekommen wäre.“

I do vocals pretty quick. Sometime you have to get into the song and have the right mood. But for instance, Ben I did in one take. I went right in and cut it, and I said, “wanna do an other one?” And the guy said, “no, no it was great!” And I said, “was it?” That’s how that came about. But I did two versions of Ben. I did… the one you heard in the movie was an other version than the one on the record, that I did in one take. And I never forget that little applebox I stood on because I couldn’t reach the microphone, and my name was written on it.” ~ Michael, (Interview 1980)

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Deke Richards (Produzent bei Motown):

Michael lernte schnell, er war wie ein Schwamm, der alles aufsaugte. Er konnte mir einen Teil, den ich ihm gerade gegeben hatte, sofort vorsingen, dabei veränderte er noch eine Zeile, die dann besser war, als die, die ich ihm gegeben hatte. Ich wünschte immer, dass alle unsere Künstler so fähig wären. Und er war erst 11 Jahre alt. Mit 12 oder 13 wurde es dann geradezu beängstigend! Egal, wie gut er war, Michael wollte besser sein, er wollte letztlich der Beste sein! Ich dachte bei Michael nie daran, dass er ein Kind war. Vielleicht war das ein Fehler. Für mich war er ein Profi, der einfach noch klein und jung war…“

Michael learned quickly. He was like a sponge, taking it all in! He could take a part I had given to him and sing it right back to me; he would also give me a line that was better than the one I had given to him. It made me wish all other artists were as capable. And he was only 11 years old. At 12 and 13, he became downright scary! No matter how good he thought he was, Michael wanted to be better, to ultimately be the best! Never thought of Michael as a child. Maybe that was a mistake. To me he was a total professional who happened to be young and small…“ ~ Deke Richards (Producer/songwriter at Motown)

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Nick Brandt:

“Ich werde niemals einen besonderen Moment vergessen. Das war beim Dreh zu Earth Song. Wir drehten nachts in New Jersey, mitten auf einem zerstörten Feld, wo alles abgebrannt war. Das war die letzte Sequenz des Liedes. Ich erinnere mich an die Stimmung beim Drehort. Überall waren all diese Techniker, sehr angewiderte und zynische Leute aus New York, die Michael gegenüber voreingenommen waren. Man konnte sogar eine gewisse Feindseligkeit ihm gegenüber spüren. Aber sobald die Musik lief und Michael anfing zu tanzen, drehten sich alle Köpfe zu ihm, alle erstarrten und ich sah, wie ihre Kinnladen herunterklappten. All diese Leute waren gefesselt von dem Spektakel dieses außergewöhnlichen Künstlers. Sie waren voller Bewunderung. Der ganze Rest war verschwunden. Das ist die Erinnerung an Michael, die ich behalten habe.” – Nick Brandt

The most interesting time for me was on “Earth Song” when, I had a bunch of very cynical, jaded New Yorkers for crew, the part of the shoot that he was there, and they were just auh, Michael Jackson, dadadadada. But then, when he started singing, at the end of that song, and he’s just, screaming out the vocals, you could, you could just see, you just look around and everybody had stopped in their tracks and was watching him, riveted. And he’d only give you like one take from each angle because he was being blasted by, you know, these wind machines and, stuff was flying in his eyes and, just, I mean it was really hard. I mean it was just firing dust and leaves and, all matter of stuff, into his face, and everybody was just electrified. And he completely turned everybody around.”

~ Nick Brandt, director „Earth Song – Short Film“

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Earth Song

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Hast du eine Erklärung dafür, wie du es schaffst, die Leute genau das fühlen zu lassen, was du fühlst wenn du singst?“

Michael: „Da gibt es keine wirklich Erklärung… es hat nichts mit persönlicher Erfahrung zu tun. Es geschieht durch meine Darstellung, meinen Gesang, ich sag’ es mal so einfach wie möglich: es ist göttlich, ehrlich. Ich sagte es schon zuvor, als ich klein war, wußte ich nicht wirklich, was ich tat, ich sang einfach und es klang sehr gut. Ich mache es einfach und dann passiert es. Ich kann es nicht erklären. Manche Leute nennen es Talent, andere was auch immer…. aber es hat nichts mit persönlicher Erfahrung oder anderen Methoden zu tun. Es ist einfach Gefühl und Gott – ich würde sagen, hauptsächlich Gott.“

“Do you have an explanation for how you manage it to make people feel what you feel, while you’re singing?”

Michael: “There is no real explanation, …there’s nothing having to do with personal experience. It is through acting, through my singing, it’s just… I just say it as simply as possible, it’s just godly, really. I’ve said this before, when I was small I didn’t really know what I was doing, I just sang and it came out sounding pretty good. I just do it and it happens. I can’t explain it. Some people call it talent, some people call it whatever, but it’s not any personal experience or anything that make it come across, it’s just feeling and god, I’ll say, mainly god.”

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Michael:

Ich höre Musik und wundere mich, dass sich sonst keiner bewegt. Mein Körper tut das einfach. Ein echter Tänzer ist der Mensch, der die Geräusche, die er hört interpretiert. Du wirst zum Bass, du wirst zur Trommel, du wirst zur Violine, zur Oboe. Alles geschieht in deinem Innern, nicht von Außen. Es geht nicht um Denken. Wenn ein Tänzer anfängt zu zählen – eins und zwei und drei – dann denkt er und alles ist vorbei. Du kannst es in ihren Gesichtern sehen, wenn sie zählen. Dein Ausdruck muss Eins sein mit dem, was dein Körper fühlt. Wenn ich es tue, weiß ich nicht einmal, was genau ich tue. Es ist Improvisation. Es schafft sich von selbst. Aber dein Körper muss trotzdem durch die Hölle gehen, um dich selbst auszudrücken. Du musst diese Hingabe haben.“

“I’ll hear music playing and wonder why nobody else is moving. My body just has to. A real dancer is a person who can interpret the sounds he hears. You become the bass, you become the drum, you become the violin, the oboe. And this is all internal, not external. It’s not about thinking. That’s why when a dancer starts to count – one and two and three – he’s thinking and all that should be gone. You can see it on their face if they’re counting. Your expression has to be in line with what you’re feeling in your body. So, in what I do, I don’t even know where I’m going. It’s just improvisation. It creates itself. But you still have to put your body through hell to express yourself. You have to be that dedicated.” ~ Michael Jackson, (quote from „Honoring The Child Spirit“)

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Geoge Atwell:

Nach der Veröffentlichung von Thriller, machte Michael Urlaub in Orlando, und durch gemeinsame Freunde in LA und Orlando fragte er bei uns an, ihm bei 4 Demos von Songs, die er in seinem Kopf hatte, zu helfen. Ich war zu der Zeit Producer in den Bee Jay Studios in Orlando, und wir nahmen Keyboards, Drum Machines, Gitarren und Bässe und trafen uns zu viert mit ihm im Royal Plaza Hotel im 13. Stock. Er war sehr nett, höflich und besorgt um unser Wohlergehen.. er fragte, ob wir nicht zu müde seien, ob wir etwas zu essen wollten..etc.. Zu der Zeit unterstützte er Pepsi und das erste was wir sahen waren 3 große Flaschen Pepsi im Waschbecken. Weil Michael keine Noten las, nahm er jeden von uns mit in den Arbeitsraum und ging solange über jeden Teil bis er das hatte, was er hören wollte. Er sang den Teil vor, und wir spielten es nach und dann modifizierte er es, änderte die Intonierung, die Akkorde etc, bis er sagte “ja, das ist es!” Vor dem Zimmer sass übrigens eine Wache, und während wir bis in die frühen Morgenstunden aufnahmen, konnten wir die ganze Nacht den Aufzug klingeln hören, weil die Fans versuchten, einen Blick auf Michael zu bekommen. Sie versuchten alles nur vorstellbare, um die Wache zu überzeugen, sie hereinzulassen, aber er tat es natürlich nicht.

Auf diese Art arbeiteten wir die Melodien im Hotel aus, dann nahmen wir alles mit ins Aufnahmestudio, nahmen die Tracks auf und er sang dann dazu. An was ich mich bei diesen Sessions am meisten erinnere ist die Tatsache, dass er stimmlich nie daneben traf! Wir mussten das Band nur dann zurückspulen, wenn ein Techniker zu spät einsetzte oder anderen, technischen Problemen. Er sang die Lead Vocals und alle 3 Background Stimmen, er überlagerte sie 3x und lag nie daneben. Er benutzte nicht das Piano, um die Hintergrundstimmen herauszuarbeiten (so wie es gewöhnlich getan wird), er nahm diese Teile “einfach aus der Luft”! Das unbeschreibliche Gefühl und den Sinn für Rhythmus seines Fingerschnippens während er die Grundmelodie für uns anlegte, von der aus wir weiterarbeiten konnte, ist für immer unauslöschlich in meinem Gehirn verankert. Es war ein präziser Groove im passenden Verhältnis zu dem Beat, den wohl nur er im Stande war, zu finden. Im Studio sassen wir alle im TV Raum, um die Premiere von Thriller auf MTV anzusehen. Er war wie ein Kind, er konnte nicht glauben, dass sein Video bei MTV gespielt wurde, dass sein Thriller Album die NR. 1 der Charts war, und das, obwohl er bis dahin während seiner Karriere schon so viele Nr. 1 Hits hatte. (er war 24)

Ich fragte ihn, warum er nicht Notenlesen gelernt habe, und er antwortete, Gott habe ihm diese Gabe gegeben und er hätte Angst, diese zu verlieren, wenn er zu viel über die intellektuelle Seite von Musik lerne. Er hatte eine Reisebegleitung, einen älteren Herren, der schon 16 Jahre bei ihm war, und er liebte es ihn zu necken und Witze mit ihm zu machen, wenn er einschlief. Er bekam täglich Edits des Thriller Videos aus LA und wir sahen sie zusammen an. Das erste mal hatte er uns alle vor dem TV versammelt, hatte Popcorn und Snacks und Drinks bereit gestellt, und als er das Band abspielte fand er zu seinem Entsetzen heraus, dass ein Gast des Hauses die 11 Uhr Nachrichten über das Video gespielt hatte. Er war so verlegen, und sagte immer zu, wie Leid es ihm tat und dass er garnicht verstand, wie das habe passieren können. Also lud er uns alle für den nächsten Abend noch einmal ein. Er hielt viel von John Landis und Quincy Jones, auch wenn er sagte, dass Quincy Billie Jean nicht auf dem Album haben wollte weil er dachte, es sei nich stark genug… Nun ja, wir wissen alle, wer in der Angelegenheit richtig lag!

Wir haben sehr schöne Erinnerungen an diese Zeit als Michael noch relativ unberührt von Reichtümern und Ruhm war, er war ein wirklich fürsorglicher und wunderbarer Mensch, wenn man mit ihm zusammen war. Mein Sohn Michael (der die Drum Machine programmiert hatte) war zu der Zeit 14 Jahre alt und das war seine erste bezahlte Aufnahme-Session…was für ein großartiger Start. Wir haben wunderbare Bilder mit ihm zusammen und natürlich eine Thriller Kopie mit Autogramm. Er zeigte uns die vorstehenden Sehnen an seinem Arm, die davon kamen, dass er den Baby Tiger so fest halten musste, denn der versuchte ihn andauernd zu beissen.

Good-bye Michael..du wirst vermisst, aber bei denen, die das Privileg hatten mit dir zu arbeiten und dich zu kennen wird deine Präsenz unvergesslich sein.“

Text English

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Larry Williams:

Michaels Talent als Musiker wird nicht ausreichend anerkannt. Natürlich tanzt er völlig synchron zur Musik; aber auch als Sänger ist sein Timing perfekt. Er ist ein wahres Rhythmusinstrument. Sänger lassen sich von Musikern inspirieren, und Musiker von Sängern – wirklich großen Sängern. Michaels Stimme ist ein unglaubliches Instrument. wenn er in Höchstform ist, reicht eine einzige Note, ein einziger Ton, und man weiß: Das ist Michael. Es braucht nicht mal das berühmte “hi-hi”, einfach nur ein “hi”, eine einzige Note, perfekt platziert von seiner intensiven, klangvollen Stimme. Er hat ein herrliches Vibrato, nicht überzogen, gerade richtig. Einfach einzigartig. Es ist wie bei Bob Dylan: er muss nur den Mund aufmachen, und egal, ob es dir gefällt oder nicht: das ist er – und es ist perfekt.“

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David Paich (Keyboarder von Toto):

Eine weitere prägende Erinnerung hängt mit meinem Vater zusammen, dem Arrangeur Marty Paich. Er war eine lebende Legende, denn er hatte mit den Größten zusammengearbeitet: Ray Charles, Lena Hone, Ella Fitzgerald, Mel Tormé. Alle – von Quincy Jones bis zum Tontechniker Bruce Swedien – waren absolute Fans von ihm. Sie sprachen Michael auf ihn an und Michael bat meinen Vater bei Gone Too Soon und Heal The World mitzuarbeiten. Michael behandelte meinen Vater sehr respektvoll. Wer den beiden bei der Arbeit zusah, erlebte zwei Profis am Werk. Mein Vater machte Michaels Gesangsregister aus und die Noten, die er singen konnte, und sie besprachen gemeinsam, in welcher Stimmlage ein Titel gesungen werden sollte. Meinem Vater wurde plötzlich klar, dass Michael diese völlig andere Stimme hatte, diese Bühnenstimme, wie man sie in Musicals hören kann. Ein Wahnsinns Stimmumfang, völlig anders als das, was für gewöhnlich auf seinen Alben zu hören war. Die beiden arbeiteten sehr lange eng zusammen. Gemeinsam komponierten sie “Overture”, mit dem Michael damals seine Live-Konzerte eröffnete. Aber sie schrieben auch Songs zusammen, denn mein Vater wohnte nicht all zu weit von Neverland entfernt. Gemeinsam komponierten sie Musik, die ihnen gefiel: so etwas wie symphonische Gedichte, mir Orchestrierung und Michaels Stimme. Die beiden bewunderten sich gegenseitig, und das kam in ihrer Musik zum Ausdruck.“

Studio Bad

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Neil McCormick (Musik-Kritiker):

Was macht einen großartigen Sänger aus?

Was auch immer über Michael Jackson gesagt wird, es scheint Übereinstimmung darin zu geben, dass er eine der größten populären Stimmen war. Sein Stil war typisch und absolut charakteristisch, von seinem fast ätherischen Falsetto, bis hin zu seinen weichen Mitteltönen; seine flüssige, nahtlose Kontrolle sich oft sehr schnell wechselnder Notenreihen, seine perkussiven und dennoch melodischen Ausbrüche, Schreie und Unterbrechungen (von diesen unheimlichen “tee-hee-hees” über “Grunzen” und “Heulen”)

Ungewöhnlich für jemanden, der aus der Black-American-Soul Tradition kommt, sang er nicht oft geradelinige, schlichte Balladen, aber wenn er es tat war der Effekt, der einer kraftvollen Einfachheit und Wahrheit. Jackson war im Herzen ein Tänzer, und seine stimmlichen Fähigkeiten fanden spielerisch Ausdruck in und um den Rhythmus herum. Er liebte es, seinen Gesang mehrspurig aufzunehmen (aber der Effekt war niemals übertrieben) so, dass er seine eigene Stimme aufspaltete, sich sein eigenes Call and Response lieferte. Ich denke oft, dass es eine dieser Stimmen ist, die ausserhalb jeden Wettbewerbs stehen, was man nicht von vielen Popsängern behaupten kann. Sie trifft emotional auf den Punkt, ist aber fast übermenschlich und überschreitet alle Grenzen auf eine Art, wie es selten ein große Sänger vermag und bewegt sich jenseits der Sprache hinein in die reine Musik.”

What makes a great singer?

Whatever else is said about Michael Jackson, there seems to be universal agreement that he was one of the greatest modern popular voices. His style was original and utterly distinctive, from his almost ethereal falsetto to his soft, sweet mid-tones; his fluid, seamless control of often very fast moving series of notes; his percussive yet still melodic outbursts, ululations and interjections (from those spooky “tee-hee-hees” to grunts and wails).
Unusually for someone coming from a black American soul tradition, he did not often sing straight, unadorned ballads, though when he did the effect was of a powerful simplicity and truth. Jackson was a dancer at heart, and his vocal prowess expressed itself playfully within and around the the rhythm. He liked to multi-track himself (though the effect was never over-bearing) so that he was spinning off his own vocal, providing his own calls and response.
I often think that it is one of those voices that would stand out in any context, which you cannot say of many pop singers, hitting a space that is emotionally right on the button but is almost more than human, transcending all divides in the way that, sometimes, a great world singer can, moving beyond language into pure music.” ~ Neil McCormick [Telegraph’s chief rock music critic and not always complimentary to Michael]

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Joe Vogel „Musik als gewebtes Kunstwerk“:

Jackson nutzte auch als Songwriter seine intuitive Musikalität. Er konnte weder Noten lesen, noch war er geübt darin, Instrumente zu spielen, doch er konnte Arrangements, Rhythmen, Tempi, Melodien und nahezu jedes Instrument für seine Titel rein mit seiner Stimme vermitteln. „Er fängt mit einem kompletten Sound und Song an“, erklärt der Produzent Bill Botrell. „Normalerweise beginnt er nicht mit dem Text, sondern er hört das gesamte Arrangement eines Songs in seinem Kopf… Er summt Teile davon. Wie kein anderer kann er den Song mit seiner Stimme zum Ausdruck bringen. Er singt nicht einfach die Texte, er kann auch in einem Drum oder Synthesizer Part Gefühle rüberbringen. Er ist wirklich gut darin, solche Dinge zu vermitteln.“ Oftmals nahm Jackson einen neuen Song mit einem Tonbandgerät auf, bis er ihn ins Studio bringen konnte oder er rief einen Musiker oder Produzenten an und spielte es ihm direkt vor. „Eines Morgens kam Michael mit einem neuen Song an, den er in der Nacht geschrieben hatte“, erinnert sich Toningenieure Rob Hoffmann. „Wir bestellten einen Gitarristen ein und Michael sang ihm jede Note und jeden Akkord vor. ‚Das hier ist der erste Akkord, die erste Note, die zweite Note, die dritte… Das hier ist der zweite Akkord, die erste Note, die zweite, die dritte… Wir erlebten dann mit, wie er ihm live aus dem Kontrollraum mit Hilfe eines SM57 die aufrichtigste und tiefste stimmliche Performance ablieferte. Er sang uns auch das gesamte Arrangement von Streichern vor, jeden einzelnen Teil. Steve Porcaro hat mir einmal erzählt, dass er miterlebt habe, wie Jackson dies mit einem kompletten Streichensemble getan hat, das mit im Raum war. Er hatte das alles in seinem Kopf, die Harmonien, einfach alles. Das waren nicht einfach nur acht Takte in Dauerschleife. Er hat sogar das gesamte Arrangement in einen Kassettenrekorder eingesungen, komplett mit Pausen und allem Drumherum.“

Wenn Jackson einmal das Fundament eines Songs hatte, fing er an, dieses auszuschmücken und zu ergänzen, Schicht für Schicht, es war ein Prozess, der manchmal ein paar Wochen dauerte und manchmal sogar Jahre in Anspruch nahm. „Musik ist wie Weben“, erklärte er. „Sie besteht aus verschiedenen Schichten, die ineinander verwoben werden und wenn du sie dir dann als Schichten ansiehst, verstehst du sie besser.“ Er mochte es sehr, dem Song Zeit zu lassen, sich selbst zu offenbaren. Wenn er noch nicht ganz da war, beschäftigte er sich mit etwas anderem und kam später wieder auf ihn zurück. Diejenigen, die mit ihm zusammenarbeiteten, sprachen oft von seiner Geduld, Konzentration und seiner echten Hingabe zu seiner Kunst. „Er war ein vollendeter Profi“, erinnert sich der technische Direktor Brad Sundberg. „Wenn geplant war, Punkt 12 Uhr mittags seinen Gesang aufzunehmen, war er um 10 Uhr morgens mit seinem Stimmtrainer Seth Riggs da und sang Tonleitern, ja Tonleitern. Ich stellte das Mikro ein, checkte die Ausrüstung, kochte Kaffee und in der Zwischenzeit sang er zwei Stunden lang Tonleitern.“

Music as Tapestry

Jackson used his intuitive musically as a songwriter as well. While he didn’t read music or play instruments proficiently, he could vocally convey the arrangement, rhythm, tempo, and melody of a track, including nearly every instrument. “He starts with an entire sound and song,” explains producer Bill Botrell. “Usually he doesn’t start with lyrics, but he hears the whole arrangement of the song in his head… He hums things. He can convey it with his voice like nobody. Not just singing the song’s lyrics, but he can convey a feeling in a drum part or a synthesizer part. He’s really good at conveying those things.” Often Jackson would vocalize a new song into a tape recorder until he could get to a studio, other times he would call a musician or producer and dictate to him or her directly. “One morning Michael came in with a new song he had written overnight,” recalls assistant engineer Rob Hoffman. “We called in a guitar player, and Michael sang every note of every chord to him. ‘Here’s the 1st chord, 1st note, 2nd note, 3rd note. Here’s the 2nd chord, 1st note, 2nd note, 3rd note.’ etc. We then witnessed him giving the most heartfelt and profound vocal performance, live in the control room through an SM57. He would sing us an entire string arrangement, every part. Steve Porcaro once told me he witnessed [Jackson] doing that with the string section in the room. Had it all in his head, harmony and everything. Not just little 8 bar loop ideas. He would actually sing the entire arrangement into a microcassette recorder complete with stops and fills.”

Once Jackson got down the foundation of the song, he would begin fleshing it out, layer by layer, a process that would sometimes take a few weeks and sometimes take years. “Music is tapestry,” he explained. “It’s different layers, it’s weaving in and out, and if you look at it in layers, you understand it better.” He liked to allow time for the song to reveal itself. If it wasn’t quite there, he would move on to something else and come back to it later. Those who worked with him speak of his patience, focus, and genuine commitment to his craft. “He was a consummate professional,” recalls technical director Brad Sunberg. “If his vocals were scheduled for a noon downbeat, he was there at 10am, with his vocal coach Seth Riggs, singing scales. Yes scales. I would set up the mic, check the equipment , make coffee, and all the while he would sing scales for 2 hours.“ ~ Joe Vogel, „Man in the music“

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CJ deVillar:

Er sang so gut. Wenn er in der Aufnahmebox war, kam Magie heraus. Ich konnte meine Gefühle nur schwer unter Kontrolle halten, denn ich bin eher Musiker als Toningenieur. Wenn Michael sang, traf er manchmal diese Noten, bei denen du von deinem Stuhl aufspringst, weil sie so unglaublich waren. Und ich musste mich zusammenreissen, denn ich bin der Toningenieur und kann nicht einfach vom Sitz springen, aber ein paar Mal tat ich es. Das Feuerwerk, das aus diesem Mann heraus sprühte, war unglaublich. Und es kam jedes Mal so aus ihm heraus! Es ist kraftvoll, es ist magisch. Es war, als ob er etwas kanalisierte, wenn er sang. Manchmal direkt beängstigend. Er griff das Mikrophon mit den Händen, brüllte und war voll drin. Wenn der Teil dann vorbei war, ging er vom Mikro weg, sass einfach da und beruhigte sich wieder. Manchmal musste ich 20 oder 30 Sekunden warten, bis er sich wieder gefasst hatte. Er sammelte Energie, öffnete seinen Körper und dann, Peng! Liess alles raus. Dann entspannte er, fasste sich, machte eine kleine 5 Sekunden Meditation und wir machten die nächste Aufnahme. Er arbeitete sehr fokussiert an jedem Teil. In jeder Aufnahme lag jede Menge Kraft.“

He sang so well. When he was in the booth, magic was coming out. I had to hold my emotions, because I’m more of a music guy than an engineer. When Michael would sing, sometimes he would hit these notes where I would jump out of my seat like, Oh, my god! And I’d have to stop myself because I’m the engineer an I can’t jump out of my seat, but I did a few times. The pyrotechnics that came out of this man were ridiculous. And it came out like that all the fucking time. It’s powerful. It’s magic. It was like he was channeling when he would sing. It was scary sometimes. He would actually grab the microphone with his hands and roar and just get into it. Then the part would be over and he would get of the mic and he would just sit there and simmer. And I would wait sometimes up to 20 or 30 seconds until he got his composure back. He was gathering up energy, widening up his body and then, Bam! Letting it loose. Then relaxing, composing himself, take a slight little five-second meditation and then we’d do another take. He was really focused on every part. There was a lot of force behind every single take.“ ~ CJ deVillar about recordíng with Michael.

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Dorian Holley:

Er nahm die Bühne mit einer Gruppe von Tänzern ein, die alle in den 20ern waren, aber man konnte die Augen nicht von IHM abwenden. Viele seiner Songs haben 6 oder 7 Teile, und er kam öfters rüber, wenn wir eine wichtige Note verpasst hatten, und er sang alle Teile im Schnelldurchgang, um uns zu verdeutlichen, was er wollte. Wir sassen einfach nur da mit offenen Mündern – es war unbeschreiblich. Er konnte immer noch alles tun, der einzige Unterschied war, dass er manchmal darüber sprach, wie es ihn schmerzte.“

Wir hatten die Technologie, sein Mikrophon separat zu schalten, und seinem Gesang getrennt von allem anderen zuzuhören. Ich hatte keine Vorstellung davon, welch ein Genie er war. Die Art, auf die er seine Stimme als ein Percussion Instrument benutzen kann, als Lyriker und Jazzsänger zu gleicher Zeit.. Ich bin sicher, dass die Leute, die in den kommenden Jahren seine Arbeit tiefer betrachten, entdecken werden, wieviel dort zu finden ist.

Es hört sich fast verrückt an zu sagen, dass sich die Show nicht um ihn drehte, aber er sagte es immer zu „Wir sind hier, um eine Botschaft über die Liebe und die Achtsamkeit gegenüber unseres Planeten zu verbreiten, damit die Leute verstehen, dass es sehr wertvoll ist, und es nicht für einfach gegeben nehmen – dafür sind wir hier.“

“He’d take the stage with this group of dancers, all in their 20s, but you couldn’t take your eyes off him … Many of his songs have six or seven parts, and he would often come over if we were missing an important note in our mix, and he would sing through all the parts rapid-fire to show us what he wanted. We would just sit there with our jaws open — it was awesome. He could still do everything … The only difference now was that he would sometimes talk about how it made him sore.”

“This time around, we had the technology to isolate just his microphone and listen to his singing separate from everything else. I had no idea what a genius he was. The way he’s able to use his voice as a percussion instrument, lyricist, jazz singer all at the same time. I’m sure as people mine his works in years to come, they’re going to discover how much is there.”

It almost sounds crazy to say that the show wasn’t about him, but … he’d put it in perspective all the time, saying, ‘This is what we’re here for, to spread a message of love and taking care of the planet, that we want people to understand it’s very, very dear and not to take it for granted.”

~ Dorian Holley, Vocal Coach TII

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On Stage, Proben für This Is It

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Joe Vogel:

Wie gewohnt sang Jackson in dieser Nacht ohne jedes Licht. Bruce Swedien und seine Assistenten konnten vom Kontrollraum aus nichts sehen. Aber das, was sie aus der Dunkelheit dröhnen hörten war erstaunlich: es war als ob Jackson aus den Lungen der Erde eine schmerzerfüllte, leidenschaftliche prophetische Stimme kanalisierte, und dem Leiden der Welt Ausdruck verlieh.
Diejenigen, die Zeuge davon waren, fühlten wie sich ihnen die Nackenhaare aufstellten. Das war der Michael Jackson, den die Medien nicht kannten: ein Künstler, seiner Kunst so verbunden, dass er völlig in einem Song aufgehen und dessen Emotionen kanalisieren konnte.“

As was his custom, Jackson sang that night with all the lights out. From the control room, Bruce Swedin and his crew of assistant engineers couldn’t see anything. Yet what they heard roaring out of the darkness was astonishing: it was as if Jackson was channeling from the lungs of the erarth – a pained, fierce, prophetic voice, giving utterance to the suffering of the world.
Those who wittnessed it could feel the hair standing up on the back of ther necks. This was the Michael Jackson the media never knew: an artist so committed he could dissolve completely into a song and channel its emotions.“   ~ „Earth Song – Inside Michael Jackson’s Magnum Opus“ – by Joe Vogel

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Glen Ballard (Co-writer of “Man In The Mirror”):

Dieser Song war dieser wirklich magische Moment, und das hatte ausschließlich mit der stimmlichen Interpretation Michaels zu tun. In den letzten 2 Minuten beginnt er mit diesen Incantationen (“Beschwörungen”), all diese “shamons” und “oohs”. An diesen Punkt kam er ganz von selbst. Das konnten wir sicher nicht so schreiben… Da gibt es all diese sonderbaren Intervalle in den Harmonien, die wir geschrieben haben, und Michael hat es perfekt getroffen… er fühlt Musik mit seiner Seele… er war so beseelt und rhythmisch feinsinnig… er wusste, wie man fehlerlos singt.”

The song was this really magical moment, and it had everything to do with Michael’s vocal interpretation. In the last two minutes [he] started doing these incantations: all the ‘shamons’ and ‘oohs’. He went to that place on his own. We certainly couldn’t have written that… There were all these strange intervals in the vocal harmonies we’d written, and Michael totally got it… He felt music at its core… He was so soulful and rhythmically sophisticated… He knew how to sing flawlessly.” ~ Glen Ballard, co-writer of “Man In The Mirror”

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Man In The Mirror

Geben, Großzügigkeit und Dankbarkeit

2 Kapitel aus dem Buch “Honoring The Child Spirit” Inspiration and Learning from our Children

Geben und Großzügigkeit

Ich hatte immer das Verlangen, zu Geben und zu Helfen.

Shmuley Boteach: Weißt du, dass die alten Rabbis sagten, Dass du jedes Mal, wenn du einen Kranken besuchst, ein Sechzigstel seiner Krankheit mit dir nimmst? Aber bei dir ist es fast so, als würdest du 50% der Krankheit wegnehmen. [ich hatte gerade einen geistig-behinderten jungen Mann zu Michael gebracht, und er “leuchtete”  durch das Treffen mit seinem singenden Idol wirklich auf.]

Michael Jackson: Yeah, yeah. Ich mag niemanden verletzt oder leiden sehen, besonders keine Kinder.

SB: Denkst du, dir ist die Kraft zu Heilen gegeben? Oder kommt es durch deine Berühmtheit? Also weil du so ein berühmter Mensch bist und einem Kind Aufmerksamkeit zeigst, erreichst du damit, dass es sich gut fühlt. Sie wissen, wie berühmt du bist, und sie fühlen etwas wie: “Wow, jemand berühmtes kümmert sich um mich, ich muss etwas ganz besonderes sein.” Aber abgesehen von all der Prominenz? Gibt es da etwas, was du schon hattest bevor du berühmt wurdest?

MJ: Ich denke, es ist etwas wozu ich bestimmt bin, denn ich hatte schon immer dieses Verlangen zu geben und zu helfen, um dadurch zu erreichen, dass es den Leuten besser geht.

SB: Du hattest das schon, als du noch das Kind Michael Jackson warst?

MJ: Ja. Wenn es jemanden gibt, der sich nicht gut fühlt, oder krank ist, möchte ich erreichen, dass sie glücklicher sind, sich besser fühlen, besonders wenn du sie dadurch aus einer Krise führen kannst und hilfst, sie zu retten. Ich liebe es, das zu tun. Ich liebe es in Krankenhäuser zu gehen, um die Kinder zu besuchen. Was ich nicht mag ist, wenn all die Erwachsenen, die Ärzte und die Schwerstern, Fotos machen und die ganze Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Sie sind viel schlimmer als die Kinder. Sie nehmen die ganze Aufmerksamkeit von den Kindern weg. Sie machen das Ganze zu einem Zoo. Das ist so. Ich liebe es, Babys zu halten.

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SB: Ich habe dir die Geschichte von Stephen Hawking erzählt, dem Physiker von Camebridge, wie sehr er es liebt Babys zu halten. Als er mein Gastredner in Oxford war, hatte meine Frau gerade unser sechstes Kind zur Welt gebracht und Hawking bestand darauf, das Baby zu halten. Seine Frau, die mir erzählte, dass ihr Mann Babys liebt, nahm seine leblosen Arme und schlang sie sanft um das Kind, mit einem unbeschreiblichen Ausdruck von Zärtlichkeit.

MJ: Ich liebe Babys.

SB: Erfüllt dich das mit Freude?

MJ: Absolut.

SB: Erzähle mir etwas über dein Verhältnis zu Mutter Theresa.

MJ: Sie schrieb mir viele, lange Briefe, und fragte mich, ob ich nach Kalkutta kommen könne um eine Show zu machen, aber es ging nicht. Es war schwer ihr zu erklären, warum es nicht ging. Sie sagte, dass ich ein Geschenk Gottes sei, ein Engel. Sie dankte mir für die Arbeit, die ich für Kinder mache und dass die Kinder dort mich lieben. “Bitte finde doch einen Weg, hierher zu kommen und eine Show zu machen.” Und ihr war es sehr ernst. Auf der Popularitätsskala überstrahlt Dianas Popularität die von Mutter Theresa, aber sie hat viel mehr Arbeit geleistet als Diana, über eine viel längere Zeitspanne. Diana hatte ihr Herz am richtigen Fleck, aber als Mutter Theresa starb, wurde das nicht so gewürdigt, wie es hätte sein sollen. [Diana starb einen Tag vor Mutter Theresa, und der Tod der Prinzessin überschattete völlig den der lebenden Legende] Die Welt verlor einen Schatz, aber die Menschen wollten mehr über Diana sprechen.

SB: Also erkannte auch Mutter Theresa den großen Wert des Entertainments und wie es dazu beitragen könnte, diesen besonderen Kindern Auftrieb zu geben?

MJ: Beim Entertainment geht es darum, Menschen von ihrem alltäglichen Ablauf abzulenken, wenn es da Chaos, Schmerz und Stress gibt. Du wirst von etwas unterhalten oder verzaubert, von einer Show zum Beispiel… das ist wichtig. Wir alle brauchen eine Ablenkung, wenn wir die Möglichkeit dazu haben.

SB: Denkst du, dass deine Kinder Prince und Paris verstehen werden, dass du ein liebevoller Vater bist, der alles nur Mögliche für sie tut, auch wenn du anderen Kindern so viel Aufmerksamkeit widmest?

MJ: Sollten sie je sagen, “Was ist mit uns? Du rennst immerzu los, um diesem oder jenem Kind zu helfen,” dann würde ich sie mit nehmen und sie würden sehen, warum. “Möchtet ihr, dass ich das ignoriere und mich davon abwende, als ob ich es nicht sehen würde? Würdest du nicht helfen wollen, damit dieses Kind leben kann? Und sie würden sagen, “Ja”. Auf diese Weise würden sie es verstehen. Wir werden Spielsachen in Krankenhäuser und Kinderheime bringen, all solche Sachen. Ich mag es, wie Lady Diana ihre Kinder in einer Schlange anstehen lässt. Es gibt Bilder von ihnen, wo sie anstehen. Das beeindruckt mich sehr. Prinz Harry und William stehen in einer Schlange, wie jeder andere auch. Das ist gut.

SB: Fühlst du dich unmittelbar mit ihr verbunden?

MJ: Ja, ich liebte sie immer sehr.

SB: Brachte sie dir viel Liebe entgegen?

MJ: Wir vertrauten uns gegenseitig, privat. Ich vermisse sie sehr. Zu sehr, ja. Zu sehr.

 

Erkenntlichkeit und Dankbarkeit

Ich kann nicht alles, was ich tue, als meinen Verdienst anrechnen… Es gibt immer eine höhere Quelle.

SB: Du möchtest deine Kinder nicht verwöhnen, du möchtest nicht, dass sie alles für selbstverständlich gegeben hinnehmen. Du sorgst dafür, dass sie nicht zu verwöhnt sind. Obwohl es überall auf Neverland Süßigkeiten gibt, dürfen sie diese nicht haben. Du sagtest mir, nur an ihrem Geburtstag oder wenn sie Gäste haben. Du möchtest, dass Prince und Paris die Dinge, mit denen sie gesegnet sind, zu schätzen wissen.

MJ: Ja, wenn sie etwas bekommen, dann möchte ich, dass sie das wirklich zu schätzen wissen und dass sie niemals arrogant reagieren. Sie freuen sich wie verrückt, wenn sie Kleinigkeiten bekommen. Die Leute sagen „Wow“, weil es nur so eine kleine Sache war, und die Leute sind beeindruckt davon, dass sie nicht verzogen sind, weil sie dachten, sie bekämen immer alles. Aber ich lasse nicht zu, dass sie überhäuft werden. Wir bekommen so vieles, was wir einfach weg tun.

SB: Die Kinder laufen also Gefahr, verzogen zu werden, und du musst das verhindern. So wie Grace [die Nanny der Kinder], als wir mit den Kindern auf Neverland waren, sagte sie, dass Prince und Paris nicht auf die großen Karussells dürften, sie sagte: „Ich möchte, dass Prince und Paris das zu schätzen wissen.“

MJ: Sie benutzen die Fahrgeschäfte nicht sehr oft. Nur bei besonderen Anlässen, wenn deine Familie zu Besuch kommt, oder eine andere Familie aus der Gegend. Ich möchte nicht, dass es sie irgendwann nicht mehr beeindruckt. Das wäre enttäuschend.

Neverland-Ranch

Make A Wish – Familien besuchen Neverland

SB: Du möchtest immer, dass sie teilen. Du willst nicht, dass sie auf Neverland oder ihre Spielsachen zu große Besitzansprüche haben. Auch als wir Geschenke für sie kauften, sagtest du: „Oh, sagt Danke!“ Gute Manieren sind für dich sehr wichtig – wie sie sich verhalten.

MJ: Ja, es ist eine Spiegelung der Erwachsenen. Es ist wichtig.

SB: Du willst also auch nicht, dass sie auf Neverland oder ihre Spielsachen zu große Besitzansprüche haben.

MJ: Nie so wie: „Das gehört mir und nicht dir.“ Arghh. Ich will nicht, dass sie so sind. Das wäre beschämend. Es ist so wichtig, zu teilen. Wir teilen unser Zuhause. Wir lassen die Öffentlichkeit hinein. Wir lassen Kinder aus allen Gesellschaftsschichten und allen Ländern hinein. Sie müssen das wissen. Wir diskriminieren niemals jemanden.

SB: Du sagtest oft, du wünschst dir Momente, wo die Familie zusammen feiert, Dinge wie Sabbath Dinner und ähnliches.

MJ: Oh Gott, ja. Die Leute müssen zusammenkommen.

SB: So wie an Geburtstagen. Das ist sehr interessant. Du sagtest, dass der Sinn all dieser Feiertage eigentlich der Zweck ist, sich zu treffen, ein Verabredungs-Termin, ein Anlass, damit die Leute zusammenkommen.

MJ: Genau so ist es.

SB: Es scheint, dass es dir wichtig ist, dich den Leuten gegenüber erkenntlich zu zeigen, die dir als Kind – oder auch heute noch – etwas gaben. Besonders gegenüber Barry Gordy, der dich für Motown entdeckte. Du hast immer versucht ihm Anerkennung zu zeigen, auch als du von dem Label weg warst – und ihn hättest vergessen können – du hast ihn immer zu Konzerten eingeladen und ihn öffentlich erwähnt. Was sagst du zum Thema Erkenntlichkeit?

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Michael mit Barry Gordy, 2007

MJ: Sehr viel. Man soll denen gegenüber großzügig sein, Anerkennung zeigen, und zeigen, dass man Taten derer zu schätzen weiß, die gut zu dir waren und dich in Zeiten, als du es brauchtest, stützten und eine große Hilfe in deinem Leben waren. Ich habe immer diejenigen anerkannt, die mir auf meinem Weg halfen als ich es so oft in meinem Leben gebraucht habe. Ich könnte niemals die Gefälligkeiten vergessen, die man mir entgegenbrachte.

SB: Dann gibt es da noch viele Leute, denen du zum Durchbruch verholfen hast, wie Wesley Snipes, den du in einem Musik-Video lanciert hast. Oder sogar Elton John, ich las, er war eine deiner Vorgruppen in Liverpool.

MJ: Ja, bevor er berühmt wurde, war er öfters Opening-Act, auch für die Queen von England, mehrere solcher Dinge.

SB: Denkst du, dass die Leute dir gegenüber  die gleiche Art Anerkennung zeigen?

MJ: Mir gegenüber Dankbarkeit zeigen? Nicht in der Art, wie sie es sollten. Manche tun es, andere nicht. Ich denke, sie werden es in der Zukunft vielleicht noch merken. Ich hoffe es, Aber weißt du –es ist egal.

SB: Bist du verletzt, wenn die Leute dir nicht die Art Anerkennung zollen? Ich kenne das, wenn du jemanden hilfst und später vergessen sie dich einfach und werden sehr selbstsüchtig, ich finde das verletzend.

MJ: Ja, es kann verletzend sein.

SB: Um bei deinen Kindern den Sinn von Dankbarkeit zu wecken, möchtest du, dass sie für die kleinen und die großen Dinge Dankbar sind?

MJ: Das ist sehr wichtig. Es stimmt. Und alles, was ich und andere dafür tun, ist auch für die kleinsten Dinge dankbar zu sein und „Dankeschön“ zu sagen.

SB: Aber für gewöhnlich ist es so, dass die Leute, wenn sie erfolgreich werden, diejenigen vergessen, die am Anfang ihres Weges standen.

MJ: So etwas verstehe ich nicht.

SB: Warum erinnerst du dich an sie? Und wie bewahrst du ihr Andenken?

MJ: Ich bin den Gefühlen und Emotionen anderer gegenüber sehr sensibel…und ich bin sehr Dankbar. Ich weiß nicht, ob ich meinen Weg hätte gehen können, ohne die Hilfe anderer, wirklich. Auch bei denen, die garnicht wussten, wie sehr sie mir geholfen haben, habe ich mich hinterher bedankt. Auch die, die aus der Distanz etwas tun, und garnicht wussten, dass es mich betrifft, Schriftsteller und Entertainer und andere Menschen, die schon starben, als ich noch ein Baby war.

SB: Hast du jemals jemanden angerufen und gesagt: „ Hallo, hier ist Michael Jackson. Ich wollt dir nur Danke sagen, du weißt es wahrscheinlich garnicht, aber du hast etwas verändert.“

MJ: Ja, von Sammy [Davies (Jr)], über James Brown, Jackie Wilson bis hin zu Walt Disney – ich bete immerzu zu ihnen. Ich versuche, ihre Familien zu erreichen, wenn sie eine Witwe hinterlassen haben. Charlie Chaplin. Ich gehe an sein Grab, und bete. Ich habe Charlie nie getroffen. Ich knie nieder und bete. Wir [Michael sieht zu seinen Kindern] lieben Charlie Chaplin. Ich weiß nicht, ob ich der selbe Entertainer wäre, ohne Charlie Chaplin, Jackie Wilson und Sammy Davis Jr.. Ich wäre es wohl nicht. Sie haben mich vieles gelehrt. Über Timing, Rhythmus und Pathos und all die großartigen Dinge.

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Michael Jackson & Sammy Davis Jr.

SB: Ich las auch, dass du Charlie Chaplins Witwe besucht hast.

MJ: Ja, habe ich. Und ich habe es so genossen.

SB: Hast du das aus Dankbarkeit getan?

MJ:. Ja. Ich musste jemanden danken, der ihm nahe stand. Ich sagte:“ Sie verstehen es nicht.“ So wie das auch mit Shirley Temple war und ich „danke“ sagte. Sie fragte: “Für was?“ Ich antwortete: „Für alles, was du getan hast. Du hast mein Leben gerettet.“ Und sie verstand es nicht. Ich erklärte es ihr. Ich erklärte ihr, wie es war in den Zeiten, als ich dachte, es geht nicht mehr weiter, und wie es auf mich wirkte, dann einfach ihre Präsenz zu spüren.

Manoir de Ban in January 1997Laura Chaplin

Michael bei einem seiner Besuch bei Charlie Chaplins Familie

SB: Denkst du, dass Dankbarkeit etwas ist, was Kinder von Natur aus empfinden? Du gibst ihnen etwas und sie wissen es zu schätzen, sie fühlen sich dir nahe, wenn du ihnen ein kleines Geschenk machst. Wenn du mit ihnen spielst, werden sie dich dann nicht vergessen, so wie es Erwachsene manchmal tun?

MJ: Ich denke, bei Kindern ist das normal. Die Eltern bringen ihnen dann das Gegenteil davon bei, Dinge wie: „Sprich nicht mit ihm.“ Kalt und gemein zu sein. Ich denke, sie sollten ihren Kindern beibringen, liebenswürdig zu sein und Güte und wirkliche, echte Freundlichkeit zu erkennen. Das ist wichtig.

SB: Es hat auch etwas mit Bescheidenheit zu tun. Du hast keine Angst zuzugeben, dass zu dem, was du heute bist, viele Leute etwas beigetragen haben. Vielleicht sind andere Menschen da arroganter und sagen: „Ich bin für meinen Erfolg selbst verantwortlich. Ich habe hart gearbeitet.“

MJ: Ich sage das nie. Ich bin für viele meiner Lebensumstände verantwortlich, aber es gab viele Leute, die für mich da waren, und mir geholfen haben, auf meinem Weg. Ich kann nicht alles was ich tue, als meinen Verdienst anrechnen. Ich weiß nicht einmal, ob ich irgendetwas als meinen Verdienst anrechnen kann. Es gibt immer eine höhere Quelle – eine Verbindung.

SB: Gott ist der Höchste. Also bist du ihm gegenüber immer Dankbar und es ist Teil deiner Erkenntlichkeit?

MJ: Machst du Witze? Selbstverständlich!

SB: Was würdest du als das größte Geschenk betrachten, das Gott dir gab?

MJ: Das Geschenk der Neugierde (Wissensdurst), des Lebens, der Liebe.

SB: Jetzt, wo du ein Elternteil bist, hilft es dir, deine eigenen Eltern besser zu verstehen?

MJ: Oh Gott, ich weiß garnicht, wie meine Mutter das gemacht hat. Ich habe Zwei, sie hatte Zehn. Ich weiß nicht, wie sie das gemacht hat.

SB: Liebst und schätzt du sie jetzt noch mehr?

MJ: Ja, ich muss jetzt öfter weinen. Sie hat ein Handycap, sie hatte Polio und ich… ich weiß nicht, wie sie das alles gemacht hat. Ich weiß es wirklich nicht.

SB: Empfindest du echte Dankbarkeit ihr gegenüber?

MJ: Ja, sie dankt mir, Shmuley. Sie dankt mir ständig. Sie sagt immer: „Ich danke dir für alles, was du für mich getan hast.“ Und ich sage: „ Mutter, was meinst du?“ „Sieh, was du für mich getan hast.“ Und ich sagte: „Bedanke dich nicht bei mir. Ich danke dir.“