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Radar Onlines Fälschung, um den siebten Jahrestag von Michael Jacksons Tod zu begehen

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Original: https://vindicatemj.wordpress.com/2016/06/25/radar-onlines-fake-to-mark-the-seventh-anniversary-of-michael-jacksons-death/

Hierbei handelt es sich um sehr wichtige und aufschlussreiche Aspekte bezüglich des Lügenkonstrukts von Radar Online. Ich habe lediglich den Beginn ausgelassen, da diese Inhalte bereits sehr ausführlich in Ravens Posts (Teil 1 & Teil 2) behandelt wurden. Raven verweist auch in ihrem Artikel für die Huffington Post auf die folgende Analyse.

*****

Seltsamer Zufall

Das Problem ist, dass der Polizeibericht, der während dem Entdeckungsprozess 2004 veröffentlicht wurde und bis vor kurzem für alle zugänglich war, zusammen mit all den anderen Dokumenten aus dem Prozess 2005 plötzlich aus dem Internet verschwunden ist. Um genauer zu sein, weist die offizielle www.sbscpublicaccess.org Seite eine Fehlermeldung auf, wenn man versucht, darauf zuzugreifen. Also entweder hat sich die Internetadresse des Santa Barbara Gerichts plötzlich geändert, oder irgendwelche Hacker haben sich daran zu schaffen gemacht, um sie für User unzugänglich zu machen.

Was auch immer der Grund ist, das Phänomen des Verschwindens an sich ist interessant, weil es ein zu großer Zufall ist, dass dies genau zu dem Zeitpunkt passiert, als ein großer Fake über Jackson durch alle Medien wütet.

Ohne dem authentischen Dokument kann alles an seiner Stelle präsentiert werden und da das ganze Register der Dokumente auf der Gerichtsseite nicht eingesehen werden kann, wird die Überprüfung unterbunden, ob das aktuelle Dokument tatsächlich etwas „neues“ ist oder ob es ein altes Dokument ist, das bereits im Prozess 2005 geprüft wurde – nur in einer gefälschten und viel skandalöseren Variante.

Glücklicherweise wurde der echte Polizeibericht vor sechs Jahren von uns heruntergeladen, als wir unsere Posts machten und hier ist er noch einmal:

https://drive.google.com/file/d/0B-stfayCXLjudXY1b0d2c2JoSUU/view?pref=2&pli=1

Dem vollen Register der Santa Barbara Gerichtsdokumente nach zu urteilen (das ebenfalls von uns heruntergeladen worden ist), wurde der Polizeibericht am 8. Juni 2004 bei Gericht eingereicht. Am 16. Juni 2005 wurde er per Gerichtsbeschluss entsiegelt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht – also hatte jeder, der daran interessiert war, reichlich Zeit, ihn sich anzusehen.

Daher sind die Fragen wie „Warum wurde er erst jetzt veröffentlicht?“ voller Vortäuschung und falscher Empörung, die ausschließlich für die Uneingeweihten bestimmt sind. Die Medien wussten absolut darüber Bescheid, da der Bericht von der Staatsanwaltschaft vorgelegt wurde und ein komplettes anti-Jackson Dokument war, in dem jeder Papierfetzen und sogar Magazine mit Leuten am Strand als „Material, um Kinder zu verführen“ präsentiert worden ist.

Es lag in dieser Befugnis, dass er im Prozess geprüft wurde, also gibt es jetzt keinen Grund zu behaupten, dass sie ihn niemals gesehen haben – die Medien hatten damit vor elf Jahren ihren großen Tag.

Wo ist Seite 3?

Der Vergleich der ersten Seiten beider Berichte bietet uns eine weitere Überraschung. Das erste, das man in der abgeänderten Radar Online Variante sieht, ist eine handgeschriebene Notiz, die besagt, dass „Seiten 1-3 fehlen“.

radaronline-version-june-2016-pages-1-3-missing

Diese Notiz wurde nicht von der Polizei gemacht und könnte von jenen stammen, die sich an dem Originaldokument zu schaffen gemacht haben – der ursprüngliche Polizeibericht hat eine Seite 3 und das bedeutet, dass diese Seite in der gefälschten Variante vorsätzlich entfernt worden ist.

Hier ist Seite 3 aus dem echten Polizeibericht:

sheriffs-report-page-3

Die Entfernung hat wegen der möglichen Gründe natürlich meine Neugier geweckt. Seite 3 muss etwas beinhalten, das die Autoren des „neuen“ Textes verstecken wollten und eine genaue Untersuchung lässt mich vermuten, was das sein kann.

Die fehlende Seite beginnt wie folgt:

„Das nächste von mir geprüfte Beweisstück war Gegenstand Nummer 505. Dieser Gegenstand wurde beschrieben als drei Bücher mit Fotos von nackten und zum Teil bekleideten Kindern. Dieser Gegenstand wurde im Keller des Video/Spielhallen Bereichs gefunden.

Nach dem Öffnen der Beweisverpackung fand ich die Gegenstände in einer zweiten, verschlossenen Papiertüte vor. Ich öffnete den Verschluss der zweiten Papiertüte. Im Inneren des Pakets fand ich drei Hardcover-Bücher. Das erste Buch hatte den Titel Underworld, Autor Kelly Klein. Das zweite Buch hatte den Titel Room To Play, Autor Simen Johan. Das dritte Buch hatte den Titel Drew and Jimmy, Autor John Patrick Salisbury.“

Bitte berücksichtigt, dass Seite 3 die Nummer des Gegenstandes angibt, die diese drei Bücher umfasst, was wiederum erlaubt, sie im Laufe des Prozesses ausfindig zu machen – im Gerichtssaal bezogen sich die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung meist auf die Nummer des Beweisstücks und nicht auf die Buchtitel, also ohne Seite 3 wäre es schwieriger, die Übereinstimmung zwischen ihnen zu bestimmen.

Der Kriminalbeamte gibt seine Beschreibung zu jedem dieser Bücher ab und im letzten Absatz auf der Seite sagt er, was er später für jeden einzelnen in Michaels Besitz gefundenen Gegenstand wiederholen wird – dass nicht ein einziges davon als ,Kinderpornographie‘ betrachtet werden kann (obwohl er jedes Mal hinzufügt, dass sie benutzt werden könnten, „um ein Kind zu verführen“):

„Keines der oben angeführten Bücher enthält Material, das illegale Aktivitäten (einschließlich sexueller Handlungen mit Kindern) abbildet. Keines der Bücher erfüllt die gesetzlichen Bestimmungen, um als Kinderpornographie eingestuft zu werden. Basierend auf meiner Ausbildung kann solch ein Material als Teil eines Vorganges verwendet werden, „um ein Kind zu verführen“.

Wenn man die oben angeführte Schlussfolgerung des Sheriffs mit dem vergleicht, was einem die Medien derzeit erzählen, wird man erkennen, dass die Dinge, die sie behaupten, glatte Lügen sind – keiner dieser Gegenstände hat irgendetwas mit den sogenannten „Kindesmissbrauchsbildern“ zu tun, über die die Boulevardmedien toben und all ihre Hysterie dreht sich in der Tat um Garnichts.

Die erotischen Magazine wie Hustler, Playboy usw. wurden tatsächlich in Michaels Haus gefunden und der Jury tagelang Seite für Seite gezeigt, was Michaels Mutter aus Verlegenheit rot werden ließ, aber sie hatten nichts mit Kinderpornographie zu tun, wie die Medien das derzeit suggerieren. Es gab nicht ein einziges Stückchen davon in Michaels Haus – weder in Magazinen, Büchern oder Videos – und der Polizeibericht macht diesen Punkt für jeden glasklar.

Den einzigen Missstand, den die Polizei betreffend dieser Bücher aufgeworfen hat, ist, dass sie verwendet werden „könnten“, um Kinder zu verführen. Nun, „könnten“ ist kein Beweis, besonders da jeder im Prozess ausgesagt hat, dass sie niemals irgendetwas Unangemessenes in Michaels Besitz gesehen haben (nur die Arvizos haben behauptet, dass sie einige Magazine gesehen haben) und darüber hinaus stellt sich immer noch die große Frage, ob Michael diese Bücher überhaupt je in seinen Händen hatte.

Und das bringt uns zu einem weiteren Punkt zurück, den die Medienlügner der Öffentlichkeit von Seite 3 nicht wissen lassen wollten – die drei dort erwähnten Bücher waren in einer verschlossenen Papiertüte und wurden im Keller der Spielhalle gefunden und nicht in Michaels Haupthaus.

Der Punkt, dass sie „verschlossen“ waren, klingt ziemlich interessant. Die Polizei verpackte alle beachtenswerten Gegenstände aus Neverland in einer speziellen Verpackung, die der Kriminalbeamte später geöffnet hat, als er seine Bestandsaufnahme gemacht hat. Aber diese drei Bücher waren bereits zuvor verpackt und sahen aus wie ein verschlossenes Paket.

Ein verschlossenes Paket hätte ein Weg gewesen sein können, wie die Bücher überhaupt auf Neverland eingetroffen sind (zum Beispiel mit einem begleitenden Schreiben, das die Bücher nennt). Danach hätte es im Keller aufbewahrt und niemals von Jackson gesehen werden können, bis die Polizei Neverland durchsucht hat und alles beschlagnahmt hat, dass sie als passend erachtet haben.

Dies ist die einzige Erklärung, die ich für diese doppelte Verpackung finden kann, die selbst der Kriminalbeamte wichtig genug fand, um sie zu notieren – offenbar war das ungewöhnlich für ihr polizeiliches Standardverfahren.

Natürlich ist das eine dieser „mag sein“ Situationen, aber wenn der Kriminalbeamte seine Vermutungen über das Verführen von Kindern geäußert hat, warum können wir nicht das gleiche über die verschlossene Papiertüte machen?

Der Fundort von diesem Paket ist auch beachtenswert. Das Haupthaus war nur der Familie und einem engen Kreis von Michael Jacksons Freunden zugänglich, während das Spielhallengebäude für alle geöffnet war und jeder hätte dort alles ablegen können, was in irgendwelchen Taschen mitgebracht wurde. Wenn man berücksichtigt, dass Neverland von tausenden Leuten besucht wurde, war das Einschmuggeln jeglicher Gegenstände überhaupt kein Problem.

Hier ist ein Video, das die Spielhalle zeigt (die in einem separaten Gebäude auf der Ranch untergebracht ist) und einer Horde von Leuten – Erwachsene und Kinder gleichermaßen – die sich dort amüsieren:

Die Chronik der Massenbesuche auf Neverland zeigt, dass es am 12. Oktober 2003 von 200 Mitgliedern der US Air Force und ihren Familien besucht wurde, die den ganzen Tag dort verbracht haben. Und ein Jahr später, am 13. September 2004, öffnete Michael die Tore zu seiner Ranch für eine besondere Wohltätigkeitsveranstaltung, die von vielen Prominenten besucht wurde und höchstwahrscheinlich auch von der breiten Öffentlichkeit.

Bitte prägt euch diese Daten ein, da sie wichtig sein könnten.

Neben der physischen Anwesenheit hunderter Gäste auf Michaels Territorium gab es auch einen stetigen Strom an Geschenken von seinen Fans (und nicht-Fans) und diese riesige Menge musste irgendwo gelagert werden, bis er sich schließlich selbst damit vertraut gemacht hat, und dieser Ort könnte der Keller der Spielhalle oder irgendein Dachboden gewesen sein, wo verschiedenste Geschenke aufbewahrt wurden ohne von Jackson überhaupt gesehen oder geöffnet worden zu sein.

Das Argument, dass ich anzubringen versuche, ist, dass der auf Seite 3 genannte Keller der Spielhalle als Fundort dafür sprechen könnte, dass Michael Jackson diese Bücher überhaupt nicht gesehen hat und dass sie dort von jemand anderem hätten eingeschleust werden können.

Das Buch mit dem Titel „Room to Play“ war unter diesen drei Büchern im Keller der Spielhalle und es ist eines, über das die Medien am lautesten schreien. Das Folgende bezieht sich mit Sicherheit auf dieses Buch: „Widerliche Bilder von nackten Teenagerjungs, Kinderquälerei und Tieropfern, die auf Michael Jacksons Neverland Ranch gefunden worden sind, wurden in einem nie zuvor gesehenen Polizeibericht offenbart.“

Nun, lasst uns anschauen, worum es in diesen drei Büchern ging.

Underworld

Das erste auf Seite 3 genannte Buch trägt den Titel „Underworld“. Der Kriminalbeamte beschrieb es wie folgt:

„Ich überprüfte jede Seite des Buchs mit dem Titel Underworld und habe keine eingefügten Bilder und/oder Texte gefunden, die nicht wie ein ursprünglicher Teil des Buchs erscheinen. Das Buch enthielt zahlreiche Fotos von teilweise und/oder völlig entkleideten Männern, Frauen und Kindern. Der Großteil der Bilder in diesem Buch ist von Leuten, die nur ihre Unterwäsche tragen.“

Die Autorin dieses Buchs ist Kelly Klein, die sich als Modefotografin und Frau von Calvin Klein herausgestellt hat. Ihre Webseite gibt an, dass sie seit über 25 Jahren in die Modeindustrie eingebunden ist und ihr „Underworld“ ist eine Art Werdegang der Unterwäsche, beginnend in den 1880ern bis in die 1990er. Das Vorwort von Anne Rice lautet:

„Hier sind Fotos – 154 schwarzweiße und farbige – von bekleideten und unbekleideten Männern und Frauen, die in der Zeit zwischen den 1880ern und den 1990ern von Jacques-Henri Lartigue, Imogene Cunningham, Steven Meisel, Bettina Rheims, Helmut Newton, Kurt Markus, Ellen von Unwerth, Andre Kertesz, Louis Dahl-Wolfe, Brassai und 75 anderen aufgenommen worden sind.“ (Veröffentlicht am 12. November 1995 von Knopf)

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Das Foto von Kelly Klein im Vogue Magazin zeigt uns eine Frau, die aus Sicht der Boulevardmedien schuldig ist, ein Buch mit „widerlichen Fotos“ erschaffen zu haben, das „ein düsteres und erschreckendes Bild von Jackson zeichnet“.

Die überwältigende Mehrheit der Fotos in „Underworld“ sind jene von jungen und alten Männern und Frauen. Sehr wenige sind von Kindern und diese sind in etwa so:

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Das Vorwort zu dem Buch von Anne Rice lautet:

„Klein hat einen hervorragenden Geschmack für Fotonarren: Brassai, Man Ray, David Salle, Sally Mann, David Hockney, Cindy Sherman und unbekannte Fotografen von aufmerksamkeitsstarken Szenen. Die Nebeneinanderstellungen sind gut: Christy Turlington ergänzt perfekt ein 1930 Lartigue Model; eine Bruce Weber Szene passt zu einer Playtex Werbung von 1945. Man sieht hier eine Seite des todgeweihten Models Gia mit Lockenwicklern, über die einem selbst die Enthüllungs-Biographie Thing of Beauty nichts sagen kann.“

Der Kommentar eines Lesers gibt an, dass ihn die Fotos in dem Buch an die Calvin Klein Plakatwerbungen erinnern (die auf den Straßen für alle sichtbar hingen, auch für Kinder):

„Möglicherweise von den Unterwäsche Plakatwerbungen ihres damaligen Ehemanns Calvin inspiriert, führt Underworld eine üppige Kollektion überwiegend schwarzweißer Fotos von Leuten in verschiedenen Stadien der Entkleidung zusammen. Einige sind von berühmten Fotografen wie Robert Mapplethorpe, andere sind ,unbekannt‘.“

Tim Appelo, der für Seattle Weekly, die New York Times und People über Kunst schreibt, hinterließ ebenfalls einen Kommentar, in dem er sagt Das ist ein gutes Buch, das für einen guten Zweck gemacht wurde, wobei der sich offensichtlich auf den Fakt bezieht, dass Kelly Klein alle Einnahmen der CFDA Foundation Fund for AIDS spendet.

Nun, und Radar Online und all die anderen Boulevardblätter sagen, dass es „krankes und verdrehtes Material“ ist – um diese Kontroverse zu lösen, schlage ich diesen Blättern vor, niemals Calvin Kleins Werbung zu drucken und alle Fotos von Männern in Unterwäsche und Frauen in Bikinis sollten völlig von ihren Seiten entfernt werden, da sich diese Blätter an die höchsten moralischen Standards zu halten scheinen und sie sollten ihren Lesern nicht erlauben, auf diese Schandtaten zu blicken.

Room To Play

Wie ihr bereits wisst, ist „Room To Play“ eines der Bücher, um die es bei dem derzeitigen Medienhype geht und darum erfordert es eine viel genauere Betrachtung.

Der Polizeibeamte beschreibt es wie folgt:

„Ich habe jede Seite des Buchs mit dem Titel Room to Play überprüft und habe keine eingefügten Bilder und/oder Texte gefunden, die nicht wie ein ursprünglicher Teil des Buchs erscheinen. Dieses Buch enthielt zahlreiche Fotos von Kindern, einige davon erschienen modifiziert, zum Beispiel wurde „Morphing“ benutzt, um die Fotos durch Verstärkung der anatomischen Merkmale der Kinder zu sexualisieren. Viele der Fotos zeigten den Intimbereich der Kinder.“

Das Internet bietet heute viel mehr Informationen über dieses Buch als bei unserer ersten Analyse vor sechs Jahren. Auch die Amazon Buchbeschreibung ist jetzt informativer und der Kommentar des Herausgebers dazu klingt in der Tat beängstigend. Er lautet:

„Simen Johan kreiert ein surreales und erzählerisches Bild über korrumpierte Jugend. Seine Bilder der Kinder und Jugendlichen sind durch digitale Manipulation erstellt und kombinieren Gesichts- und Körperteile, die Leuten unterschiedlicher Volksgruppen, Alter und Geschlecht gehören. Seine fiktionalen Identitäten sind in ebensolchen fabrizierten Szenarien abgebildet, die mit Referenzen zu kunsthistorischer Tradition und freudianischer Sexualität vollgestopft sind. Das poster-perfekte Finish seiner Drucke täuscht über die verstörende Art der Inhalte hinweg; ein pubertierendes Mädchen spielt vor einer idyllischen Strandkulisse mit einem Hula Hoop Reifen, welcher Blutergüsse an ihrer Taille hinterlässt; ein androgyner Teenager krault den Kopf eines toten Schafes, auf dem Fliegen zu landen beginnen .“

Von Simen Johan: „Meine Fotografien sind Kompositionen aus Mehrfachbilderfragmenten, die ich digital manipuliert und kombiniert habe; sie umfassen sowohl Bilder, die ich selbst fotografiert habe, als auch gefundene Bilder. Mein Ziel ist es, durch Kombination unterschiedlicher Elemente künstliche Szenarien zu kreieren, die flüchtig bekannt erscheinen und zahlreiche Assoziationen erzeugen. Ich möchte ein Gefühl der Vertrautheit hervorrufen, das den Betrachter dazu verleitet, seiner oder ihrer eigenen Erfahrung, Vorstellung und Kenntnis mit/von bestehender, populärer Bildsprache zu erlauben, ein Tool zu werden, um mein Werk zu interpretieren.“

Wenn ihr mich fragt, sind die Fotos und Kollagen in „Room To Play“ in der Tat unangenehm anzusehen, da sie offensichtlich unglückliche und vernachlässigte Kinder zeigen – die Art der Szenen, die Michael immer traurig gemacht haben.

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Die Kinder in diesem Buch sehen verwahrlost und schmutzig aus, sie sind sich selbst überlassen und betätigen sich in merkwürdigen Aktivitäten in ihrer trostlosen Umgebung.

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In einer der Kollagen kombiniert der Fotograf den Körper eines Kleinkindes in durchnässter Unterhose mit dem Gesicht eines älteren Jungen (aus irgendeinem Grund mit einer Zarenkrone). Das Bild vermittelt ein düsteres Gefühl und verdeutlicht den Gedanken des Kriminalbeamten bezüglich „Morphing“ und seinen Kommentar über den „Intimbereich von Kindern“.

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Und wenn man diese armen Kinder lächeln sieht, hat man das beunruhigende Gefühl, dass dieses Lächeln eher einer Tragödie nahekommt, als Glück und Freude.

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Kurzum lässt einen das Buch mit einem unbehaglichen Gefühl zurück, dass etwas sehr böses und verkehrtes in der Welt vernachlässigter Kinder vor sich geht. Es beinhält allerdings gewiss keine Kinderquälerei und die verschiedenen toten Tiere auf den Fotos können nicht als „Tieropferungsszenen“ bezeichnet werden.

Es ist auch nicht ersichtlich, wie diese Fotos dazu benutzt werden können, um „Kinder zu verführen“, aber es ist völlig klar, dass Szenen wie diese Michael erstens empört und traurig machen würden, da er Erwachsene dazu aufrief, Kindern genau das zu ersparen.

Und zweitens sind diese Fotos definitiv nicht die Art Fotos, mit denen er sich umgeben wollte – er mochte fröhliche Kindergesichter und die gefühlsbetonte Lieblichkeit und das engelsgleiche Aussehen der Gemälde seiner Wahl verärgerte manche Leute sogar. Sie belächelten Michael und nannten es „Kitsch“.

Nun, die Fotos in Room To Play sind gewiss kein „Kitsch“ und deshalb sind sie absolut nicht Michaels Stil. Und in Verbindung mit der Tatsache, dass dieses Buch in irgendeinem Keller aufbewahrt wurde, möglicherweise sogar in einem verschlossenen Paket, lässt mich vermuten, dass Michael es weder gesehen, wahrgenommen oder geöffnet hat.

Was meine Aufmerksamkeit allerdings am meisten erregt hat, ist das Jahr, in dem das Buch „Room To Play“ veröffentlicht wurde.

Das Buch hat nur zwei Auflagen – eine vom 1. August 2002 und eine vom 1. Februar 2003. Beide Zeitpunkte liegen sehr nahe beieinander und fallen ebenfalls in die Zeit von Bashirs Dokumentation über MJ, den darauf folgenden Medienwahn, die polizeiliche Untersuchung von Arvizos Unterstellungen und die spätere Polizeidurchsuchung Neverlands.

Damit sich dieses Buch zum Zeitpunkt der Polizeidurchsuchung auf Neverland befand, müssen wir annehmen, dass MJ kurz nach seiner Veröffentlichung zur Buchhandlung geeilt ist, um es zu kaufen. Aber wenn man bedenkt, wie beschäftigt er 2002 war (Blankets Geburtstag, der Bruch mit Sony, ein achtmonatiges Interview mit Bashir) und dann erst 2003 – und wenn man bedenkt, wie wenig Zeit Michael überhaupt auf Neverland verbracht hat, klingt diese Variante etwas unwahrscheinlich.

Leider wissen wir nicht, welche Ausgabe auf Neverland gefunden wurde, da uns sonst eine Fülle an Informationen zur Verfügung stehen würde.

Wenn es zum Beispiel die Februar 2003 Ausgabe gewesen ist, könnten wir mehr als sicher sein, dass dieses Buch von irgendeinem MJ „Gönner“ auf Neverland untergeschoben wurde. Anfang Februar 2003 wurde Bashirs Dokumentation im Fernsehen ausgestrahlt. Am 18. Februar hat die Polizei von Los Angeles eine Untersuchung des Arvizo Falls begonnen (später wurde sie mangels Beweisen geschlossen). Das Amt für Familien und Kinder schaltete sich ebenfalls ein und befragte die Arvizos (am 20. Februar), und seit dieser Dokumentation bis zum Prozess fokussierte sich die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf Neverland.

Die Androhung einer jederzeitigen Polizeidurchsuchung schwebte über der Ranch und es war gewiss nicht der beste Zeitpunkt, um irgendwelche Bücher zu kaufen, die den Verdacht der Polizei erregen könnten.

Außerdem gab es außer der Cascio Familie und Michaels Verwandten weder 2002, noch 2003 Besuche von Kindern auf Neverland, also gab es in der Tat niemanden, dem diese Bücher gezeigt werden konnten, um angeblich „Kinder zu verführen“. Tatsächlich waren die Arvizios die einzigen Fremden, die Neverland besuchten (September 2002 und Februar-März 2003), aber sie sagten niemals auch nur ein einziges Wort über irgendwelche Bücher.

Michaels Hater werden natürlich sagen, wenn es keine Kinder gab, denen das Buch gezeigt werden konnte, musste er es für sich selbst gekauft haben – diese Version ist allerdings auch nicht besser. Wenn sich Leute etwas für sich selbst kaufen, bewahren sie es nicht an irgendeinem entfernten Ort auf, sondern haben es in ihrer Nähe. Wenn man sich vorstellt, man müsste in den Keller der Videospielhalle gehen, um ein Buch durchzublättern, das ein im Staub spielendes Mädchen zeigt, wird man erkennen, wie absurd das Ganze ist.

Die Möglichkeit, das Buch (oder alle drei) dort einzuschleusen, war allerdings absolut gegeben. Erinnert ihr euch an den 12. Oktober 2002, als zweihundert Familien Neverland besucht haben und an das Charity Event am 13. September 2003? Und vergesst bitte nicht den Aufenthalt der Arvizos bei zwei Gelegenheiten und Martin Bashir als einzigen Fremden, der die Ranch während seiner achtmonatigen Interviewsession mit Michael regelmäßig besucht hat.

Und wie konnten wir vergessen, dass Bashir und Victor Gutierrez (ein langjähriger Michael Jackson Hater und notorischer Lügner) kurz nach der ersten Dokumentation begonnen haben, gemeinsam an einem weiteren ihrer fiktionalen Filme über MJ zu arbeiten?

Ist all das nicht bedenkenswert, wenn man einen Moment der Stille hat und in der Lage ist, sich selbst aus dem Albtraum des aktuellen Medienwahns in die Realität zurückzuholen?

Drew and Jimmy

drew-and-jimmy-bookFoto aus „Drew and Jimmy“

Das dritte Buch, das von der Polizei im Keller der Spielhalle beschlagnahmt worden ist, trägt den Titel „Drew and Jimmy“. Der Autor schreibt über seine beiden Cousins und illustriert es mit ihren Fotos (noch dazu in ihrer Kleidung).

Amazon beschreibt das Buch wie folgt:

„John Patrick Salisburys erstes Buch (Drew & Jimmy) ist das Ergebnis einer fünf Jahre andauernden Reflexion über die Vergangenheit seiner Familie. Ursprünglich aus einem isolierten Bauerndorf in Nordkalifornien stammend, gingen Salisbury sieben Generationen voraus. Familienangehörige leben immer noch hier und Salisbury erlebt seine Vergangenheit durch die Leben seiner Cousins Drew und Jimmy indirekt im Geiste noch einmal. Das resultiert in einem ergreifenden und bewegenden Portrait der Kindheit im ländlichen Amerika.“ – Jack Woody.

Der Polizeibericht sagt folgendes über diesen großartigen Fund:

„Ich überprüfte jede Seite des Buchs mit dem Titel Drew and Jimmy und fand keine eingefügten Bilder und/oder Schriften, die kein ursprünglicher Teil des Buchs zu sein scheinen. Das Buch enthielt zahlreiche Fotos von zwei kaukasischen männlichen Jugendlichen, die in ihren frühen bis mittleren Teenagerjahren zu sein scheinen. Die Buben auf diesen Fotografien sind überwiegend bekleidet, vereinzelte Fotographien zeigen sie in Badehosen.“

Und, was soll’s? Das ist es, was die Medien „krankes und verdrehtes Material“ nennen?

Natürlich sind wir noch nicht über die Seite 3 hinausgekommen, aber selbst diese drei Beispiele zeigen, wie übertrieben und falsch die Medienangaben sind. Wir haben uns bereits vor sechs Jahren auch die restlichen Bücher und Magazine angesehen und keines davon zeigt „Kinderpornographie“ oder „Bilder von sexuellem Kindesmissbrauch“, wie es auch das Polizeidokument klar und deutlich darlegt – was wir hier gerade sehen, ist also in der Tat ein schwerwiegender Verleumdungsfall, komplett mit gefälschten Fotos und einem manipulierten Polizeibericht.

Das Estate von Michael Jackson hat ihn bereits als Fälschung tituliert und mein einziger Wunsch ist es, dass Radar Online und die anderen für die boshafte Verleumdungskampagne bezahlen müssen, die sie erneut gegen Michael Jackson begonnen haben.

Die Stellungnahme des Estates vom 21. Juni lautet wie folgt (das Fettgedruckte stammt von mir):

Am kommenden Samstag vor sieben Jahren hat die Welt einen erstaunlichen Künstler und Humanitär verloren, der hilfsbedürftigen Kindern in aller Welt hingebungsvoll geholfen hat. Michael Jacksons Fans, einschließlich den Vollstreckern seines Nachlasses, ziehen es vor, den wundervollen Gaben zu gedenken, die Michael hinterlassen hat, statt seinen guten Ruf erneut vom Boulevardschund durch den Dreck gezogen zu sehen.

Alles in diesen Berichten, einschließlich dem, was das County von Santa Barbara „Inhalte, die aus dem Internet oder aus unbekannten Quellen zu stammen scheinen“ bezeichnet, ist falsch, und wurde zeitlich zweifelsfrei mit dem Jahrestag von Michaels Ableben abgestimmt. Jene, die Michael weiterhin mittels schäbigen Internet „Klickködern“ schamlos ausbeuten, ignorieren, dass er 2005 von einer Jury in jedem einzelnen der 14 anzüglichen, in einer gescheiterten Hexenjagt gegen ihn vorgebrachten Anklagepunkte freigesprochen wurde.

Michael bleibt betreffend dieser Anschuldigungen im Tod ebenso unschuldig wie er es zu Lebzeiten war, auch wenn er nicht mehr hier ist, um sich selbst zu verteidigen. Genug ist genug.

Das Estate von Michael Jackson

http://www.billboard.com/articles/news/7415547/police-reports-michael-jackson-alleged-pornography-collection

Allerdings, genug ist genug. Alle vernünftigen Menschen sollten sich selbst fragen, warum die Medien über Michael sogar nach seinem Tod Blödsinn verbreiten und warum sie auf Fälschungen zurückgreifen müssen, um ihren „Fall“ gegen Jackson zu bekräftigen.

Die Frage, warum sie das immer noch machen, ist schwer zu beantworten – das ständige Verleumden Michael Jacksons könnte eine bewährte Methode sein, um ihr Geld zu verdienen und die Gewinne zu steigern, es könnte allerdings auch eine Kampagne sein, die von irgendjemanden inszeniert wurde, der Michael immer schon seines Ruhms, Geldes und guten Rufs entledigen wollte. Jetzt machen sie dasselbe mit Michaels Estate und hoffen, es finanziell ausbluten zu können, indem sie die Leute abschrecken, Michaels Musik zu hören und zu kaufen und neue fiktionale „Opfer“ ermutigen, sich zu melden und ihre Klagen gegen den verstorbenen Michael Jackson einzureichen.

Warum sie in ihrer boshaften Kampagne gegen Jackson auf Fälschungen zurückgreifen müssen, ist sehr leicht zu beantworten – sie haben einfach nichts echtes, um es gegen Jackson vorzubringen.

Eine weitere Frage, die sich die Leute stellen sollten, ist, warum die Medien die wahren Tatsachen über Michael ignorieren und ihn niemals als die Person zeigen, die er wirklich war.

Wenn wir zum Beispiel über die Bücher sprechen, die Michael wirklich gelesen hat, werdet ihr überrascht sein, dass er ein Bewunderer der Sufi-Poesie war, die er nach seinen Konzerten zu lesen pflegte; mit dieser Gewohnheit erstaunte er seine Freunde und Bekannten  (ein Post über die Bücher, die Michael mochte, ist hier).

Und wenn wir über die Bilder sprechen, mit denen Michael sich umgab, haben euch die Medien niemals über das Gemälde erzählt, das Michael in seinem Schlafzimmer genau über seinem Bett hatte, auch 1993 – genau zu dem Zeitpunkt, als er laut denen angeblich in irgendeine fiktionale „Belästigung“ Jordan Chandlers verwickelt gewesen sein soll.

Ich wette, dass niemand von euch weiß, welches Gemälde das ist. Die Medien haben niemals darüber berichtet, obwohl das Bild sensationell ist, da es Michaels wahre geistige Haltung zeigt und die Anliegen, die für ihn am wichtigsten waren.

Ihr denkt, es war ein Bild von irgendeinem Kind? Ein Bild einer jungen Frau oder eines Mannes? Oder vielleicht das Bild seiner Mutter? Oder ein Bild von Michael selbst, das ihn in irgendeinem pompösen Stil darstellt, worüber die Medien so gerne reden? Oder irgendetwas Perverses wie ein „gequältes Tier“, was euch die Medien gerade einreden wollen?

Nein, keine dieser Vermutungen ist korrekt.

Das Gemälde über Michaels Bett war ein Bild von Jesus Christus.

Ein wirklich noch nie zuvor gesehenes Bild

Da weder die Medien, noch die Staatsanwaltschaft und noch nicht einmal die Verteidigung jemals über dieses Gemälde gesprochen haben, habe ich ganz zufällig davon erfahren – aus dem Video, das nach Oprahs Interview mit Michael Jackson 1993 entstanden ist.

Dieses lustige Video zeigt Oprah, Liz Taylor, Michael Jackson und andere Leute beim Anschauen des gerade aufgezeichneten Interviews. Die Aufnahme wurde auf einem großen Fernseher gezeigt, der sich am Fußende von Michaels Bett befindet, was mich feststellen ließ, dass das Bett faktisch der einzige Ort war, von wo aus man dort fernsehen konnte.

Das Bett war tatsächlich ein sehr großes und zu diesem Zeitpunkt wurde es von mehreren Leuten besetzt, die sich das Video ansehen, einschließlich Debby Rowe, Arnold Klein und anderen. An einem gewissen Punkt beginnt die Kamera, im Raum herumzuschwenken und hält ein Gemälde über Michaels Bett fest. Zu meinem schieren Erstaunen entpuppte es sich als ein Abbild von Jesus Christus… Michael hatte also das Abbild Jesus Christus‘ über seinem Bett und niemand hat uns davon erzählt?

Aber warum wurde das niemals erwähnt? Die Medien, die Staatsanwaltschaft und all diese zahlreichen „Zeugen“ sprachen über jedes kleine Detail in seinem Schlafzimmer, jedes Buch und Kleidungsstück in jedem Keller, Schrank und Dachboden in dem Haus und auf der Ranch, aber niemand hat jemals den Elefanten im Raum erwähnt – das Bild von Christus in seinem Schlafzimmer, genau über seinem Kopf?

Liegt es daran, dass die Behauptung, er habe direkt unter diesem Gemälde angeblich „Verbrechen an Kindern“ begangen, dem Ganzen einen Touch an Unwirklichkeit gegeben hätte und diesen Fakt gegenüber der Jury zu erwähnen stand außer Frage, da es ihnen die Augen geöffnet hätte, was für ein Mensch Michael wirklich war?

Die Tatsache, dass Michael dieses Gemälde für den zentralen Ort in seinem Haus gewählt hat, bedeutet in der Tat, dass Jesus Christus sein täglicher und nächtlicher Begleiter war, der Gegenstand seiner regelmäßigen Gebete und ein Aufpasser über alles, was in Michaels Zimmer vor sich ging, wenn er dort seine Gäste empfing.

Ich weiß nicht, wie es euch damit geht, aber diese Entdeckung erschütterte mich völlig. Nicht nur, dass das etwas Neues über Michael war, aber die Tatsache, dass dies niemals von der Presse erwähnt wurde, war schlicht der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Hier ist das Gemälde, von dem ich spreche – es ist ein Screenshot von dem Video und es reflektiert offenbar die Raumbeleuchtung, die wie Kerzenschein unter dem Gemälde aussieht:

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Bei ungefähr 2:05 könnt ihr es mit euren eigenen Augen sehen. Bitte vergesst nicht, das Video auf euren Computer herunterzuladen, um es wieder hochladen zu können, wenn es jene, die es gerade besonders gut mit Michael Jackson meinen, von Youtube entfernen, wie sie es mit dem echten Polizeibericht gemacht haben.

Da wir gerade von diesem Bericht reden – ich habe vergessen, euch zu sagen, dass das Original viel kürzer war als die 88-seitige Version von Radar Online. Momentan wurde er auf 60+ Seiten verkürzt, da die offensichtlichsten Fakes gelöscht worden sind, aber er ist immer noch weit von dem echten Dokument entfernt, das nur 48 Seiten hatte.

Und während sie immer noch daran „arbeiten“ ist hier das Video, das ihr genießen und dabei sehen könnt, wie Michael wirklich war!

Update

Dank unserer Leserin Annemarie haben wir jetzt ein Foto von Michaels Bett auf Neverland mit dem Bild von Christus darüber und wir haben erfahren, dass dieses ganz besondere Abbild Christus‘ Das heilige Herz von Jesus genannt wird.

Es kommt aus der katholischen Tradition und besitzt eine besondere Bedeutung; darum hat Michael es offensichtlich ausgewählt. Das heilige Herz von Jesus stellt seine göttliche Liebe für die Menschheit dar.

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Dieses Bild von Christus wurde 1673 erschaffen, als eine französische Nonne eine Vision von Ihm mit seinem von Liebe entflammten Herzen hatte – eine Vorstellung, die in großem Gegensatz zu den strikten Tendenzen dieses Jahrhunderts stand.

Seine Botschaft ist, unsere Liebe und uns selbst jedem zu geben, den Gott in unser Leben bringt.

Diese Seite sagt darüber:

Darum geht es bei der Andacht an das Heilige Herz. Es ist die Ausübung selbstloser Liebe gegenüber selbstsüchtigen Menschen. Wir geben uns Menschen hin, die sich uns nicht hingeben.

Ist das nicht exakt die Beschreibung davon, wie Michael Jackson sein Leben und seinen Glauben gelebt hat?

Die Grenzen verwischen: Die Michael und Prince Saga (Neuauflage des Allforloveblog-Posts vom Jänner 2011 mit neuer Einleitung und neuem Schluss)

by

Original: http://www.allforloveblog.com/?p=10508

Michael und Prince Gemälde

Anfang 2011 schrieb ich eine zweiteilige Serie über die Saga der „MJ vs. Prince“ Rivalität. Der kürzliche Tod von Prince entzündete einige dieser Vergleiche erneut (sowohl auf positive, als auch auf negative Weise) und es scheint angebracht, diese Serie erneut aufzugreifen. Ich habe jetzt beide Teile zu einem Post zusammengefasst, sowie den ursprünglichen Inhalt überarbeitet und aktualisiert. Damals wollte ich viele Mythen der „wer ist besser“ Frage durchtrennen, die in erster Linie immer schon eher ein von den Medien befeuerter Wettkampf war (und immer noch ist). Aber dabei stellen sich viele Fragen darüber, warum und wie diese Vergleiche überhaupt begonnen haben, und – vielleicht noch wichtiger – was das darüber aussagt, wie wir schwarze männliche Künstler auch heute noch betrachten.

Michael Speed Demon

Sicherlich war die Musikwelt immer schon voller Wettbewerbe dieser Art, beginnend in den 1950ern, als die Leute darüber debattierten, wer den Titel „King of Rock’n’Roll“ tatsächlich verdient hat – Elvis Presley, Chuck Berry oder Little Richard? In den 60ern ging es weiter, als die Fans die Tugenden der Beatles im Vergleich zu der Düsternis der Rolling Stones diskutierten. Aber in den 80ern, als Michael Jackson und Prince die beiden meistverkauften Sänger des Jahrzehnts wurden, wurde Rasse zu einem Faktor in einer Art und Weise, wie wir sie noch nie zuvor gesehen haben.

Prince am Motorrad

Die Spielregeln haben sich völlig verändert. Es war nicht länger ein Wettbewerb zwischen weiß und schwarz oder zwischen zwei britischen Gruppen mit ähnlichem Arbeiterklassenhintergrund, die die gemeinsame Blues-Tradition erweiterten und dann sehr unterschiedliche musikalische Wege beschritten haben. Hier ging es um zwei schwarze Männer, die ihre bescheidenen Anfänge im mittleren Westen Amerikas hatten – beide aus derselben Generation, im selben Sommer geboren – die das Erscheinungsbild der Popmusikszene völlig veränderten, und obendrein alle Regeln und Erwartungen darüber in Frage stellten, wo der „Platz“ eines schwarzen Mannes in der Musikindustrie zu sein hat. Und obwohl es stimmen mag, dass Künstler wie James Brown den Weg lange vor Michael oder Prince gebahnt haben, ist das Level des kommerziellen Crossover-Erfolgs, den seine Wunderkinder Michael und Prince zwanzig Jahre später erreicht haben, etwas, das sich selbst der Godfather des Souls niemals hätte erträumen können. Aber darin könnte einer der fundamentalsten Unterschiede zwischen den beiden liegen. Während beide begabte Schüler in der Schule von James Brown und Jackie Wilson waren, könnte eingewandt werden, dass Michael diesen Wurzeln treuer blieb, wohingegen Prince schon früh als „die Parusie von Jimi Hendrix“ angepriesen wurde – ein exotischer, auffälliger, schwarzer Mann an der Gitarre, der Hendrix‘ Faszination an apokalyptischen, astralen Themen teilte.

Michael Jackson James BrownWährend beide Künstler offensichtlich aus James Browns Schule kamen, könnte eingewandt werden, dass MJ diesen Wurzeln am treuesten blieb…

Als der Purple Rain Soundtrack Mitte der 1980er das einzige Album wurde, das bedeutend genug wurde, um es mit dem phänomenalen Erfolg von Thriller aufzunehmen (und als es begann danach auszusehen, als würde es auf die Frage hinaus laufen, wessen Poster die meisten Zimmerwände der weißen Teenagermädchen zierten), konnten die Medien jedoch nicht widerstehen – und die „Rivalität“ war geboren.

Prince… Prince schien oft eher wie die Reinkarnation von Jimi Hendrix

Jimmi Hendrix

Ich stamme aus derselben Generation wie Michael und Prince. Natürlich bedeutete das, dass ich wie jedes Kind meiner Generation mit den Jackson 5 aufgewachsen bin. Aber Michaels Erwachsenen-Solokarriere, die mit Prince’ Karrierestart zusammenfiel, überschnitt sich auch mit meinem eigenen Erwachsenwerden. Als junge Erwachsene liebte ich sowohl die Musik von Prince, als auch die von Michael Jackson, aber wie bei vielen jungen Leute dieser Ära schwankte meine Präferenz und Loyalität für einen der beiden abhängig davon, in welcher Phase ich mich gerade befand. Schon früh liebte ich Michaels funkige Grooves. Aber Mitter der 80er, als ich in meine rebellische „Headbanger“-Phase kam, schien Prince eher meinen Geschmack zu treffen. Er schien kantiger zu sein und sein avantgardistischer Stil kam meiner düsteren Stimmung zu dieser Zeit sehr gelegen. Jetzt darauf zurückblickend scheint vieles der „wer ist besser“ Rivalität in Wirklichkeit seine Wurzeln in der damals sehr „Rockismus“-geprägten Agenda zu haben, Michael Jacksons Erfolg zu zerstören. Und auf welchem Weg hätte das besser erreicht werden können, als seine Popularität gegen einen anderen schwarzen Künstler auszuspielen, der mehr „Rock“-Plausibilität zu haben schien?

Michael Jackson Black or White

Sicherlich war beiden sehr bewusst, wie sie gegeneinander ausgespielt wurden. Ihre Rivalität war niemals persönlich; beide machten es im Laufe der Jahre sehr deutlich, dass ihr Respekt für den anderen aufrichtig und enorm war. Sie waren niemals „beste Kumpel“, aber ihre Lebenswege kreuzten sich oft; sie hängten einige Male zusammen ab, spielten gemeinsam Basketball im Paisley Park; matchten sich sogar beim Ping Pong, um Sherilyn Fenn zu erobern. Der Wettbewerb spielte dennoch bis zu einem gewissen Grad in ihre jeweiligen Egos.

Prince 2

Wie alle erfolgreichen Künstler hatten beide eine sehr wetteifernde Ader. Sie waren beide getriebene Perfektionisten, die jeden innovativen Karriereschritt des anderen aufmerksam verfolgten, wie zwei berechnende Schachspieler, die beide nach der Chance Ausschau hielten, den anderen „Schachmatt“ zu setzen. Das war nicht boshaft; es kam eher von einem tiefen, instinktiven Überlebensdrang in einem Business, das sie beide als halsabschneiderisch erkannten. Genauer gesagt inspirierte jeder den anderen dazu, nachzuhaken und noch härter zu arbeiten. Zu der bekannten literarischen Rivalität zwischen Ernest Hemingway und F. Scott Fitzgerald wurde gesagt, dass „sie beide am anderen beneideten, was sie selbst nicht hatten.“ Im Fall von Michael und Prince schien es eher so zu sein, dass sie beide beneideten – und vielleicht sogar fürchteten – was beide in sich selbst sahen, wenn sie den anderen ansahen. Es mag der Fairness halber erwähnt werden, dass Michaels „tafferes“, härteres Image der „Bad“-Ära zu großen Teilen Prince zu verdanken ist, aber am interessantesten ist, wie ihre Leben und Karrieren sehr parallele Wege zu beschreiten schienen, allerdings in entgegengesetzte Richtungen – zum Beispiel, wie Michael als sehr frommer Zeuge Jehovas erzogen wurde und bewusst ein blitzsauberes Image und eine ebenso tadellose Bühnenrolle beibehalten hatte, sich vom Glauben losriss und sich für ein „böseres“ Image (wie Prince es einst hatte) entschied – während der vormals „bösere Junge“ der beiden eine viel spirituellere Phase begonnen hatte und sein Image säuberte. Während der 90er, als Michael Jackson sich die Hörner abzustoßen schien – was er sich selbst im vorherigen Jahrzehnt nicht erlaubt hatte – beschritt Prince einen Pfad, der schließlich in seiner Konvertierung zu demselben Glauben gipfelte, von dem Michael sich gelöst hatte. Kurz gesagt wurde er mehr zu einem Prophet und weniger zu einem Lustknaben für „Darling Nikki“.

Michael Jackson und Prince waren beide maßgeblich daran beteiligt, die Definition eines schwarzen Popkünstlers auszureizen, indem sie Hits schrieben, welche die Grenzen zwischen Pop, Hard Rock und Funk verwischten. Sie waren beide Innovatoren im Videosektor (obwohl ich denke, dass hier einige Michael im Vorteil sehen), beide wurden respektierte Legenden mit zahlreichen Musikpreisen, beide kämpften ihre eigenen Schlachten gegen die Plattenindustrie, erlitten ähnliche persönliche Tragödien und suchten spirituelle Antworten – sie nahmen sogar dieselbe Religion an, allerdings in unterschiedlichen Lebensabschnitten. Sie waren beide Gegenstand prüfender Blicke der Medien bezüglich ihrer Sexualität und des zum Teil geschlechterverschwimmenden Appeals. In beiden Fällen entzündete der vorzeitige und unerwartete Tod eine globale Welle bestürzter Trauer und liebevoller Nostalgie, die ebenso schnell durch die grauenhafte Sensationsgier der Medien getrübt wurde.

Was genau war die Essenz ihres Appeals? Vielleicht war es die Quittung für all jene Jahre, in denen hübsche weiße Jungs wie Elvis Presley die Musik für sich beansprucht und den Markt beherrscht hatten, während sie es schafften, alle Mädchen zu bekommen, und natürlich war das alles vollkommen „sicher“, denn Typen wie Elvis waren hygienisch sauber, weiß … und „sicher“.

Aber bei allen Gemeinsamkeiten waren es vor allem ihre Unterschiede, die wirklich Öl ins Feuer der „Rivalität“ gossen. Obwohl ich behaupten möchte, dass ihre Unterschiede vielleicht gar nicht so ausgeprägt waren wie manche denken, und in manchen Fällen vollkommene Mythen waren (so wie die unkorrekte Annahme mancher Fans von Prince, dass Michael nicht seine eigene Musik geschrieben oder keine Instrumente gespielt habe), können wir die Tatsache nicht ignorieren, dass es ihre Unterschiede waren, die schließlich die meisten Fans dazu veranlasste, ihre Wahl zu treffen, wem sie sich zugehörig fühlten, abhängig von persönlichen Präferenzen.

Michael Jackson Destiny TourMichael war in den frühen 80ern der süße, adrette Junge von nebenan…

 

Prince 3… und Prince war der schmutzige Junge, den du in einer versteckten Seitenstraße triffst und dich nicht traust deiner Mama davon zu erzählen. Aber …

Schon früh wirkte Michael mehr wie eine adrette, disney-esque Persönlichkeit. Obwohl frühe Videos wie Billie Jean und Beat it deutlich machten, dass er definitiv sexier geworden war und sein Jackson 5 Image verschärft hatte, fühlte es sich doch niemals schmutzig an. Selbst als seine Musik richtig rockte, blieb da immer der Glanz des Pop. Im Gegensatz dazu kam Prince viel kantiger rüber, mehr wie ein aktualisierter Jimi Hendrix als ein Popkünstler. Er spielte elektrische Gitarre. Er sang schmutzige, anzügliche Lyrics – und er gab dem Ganzen den Anschein, als wären sie auch wirklich so beabsichtigt!

Michael Jackson Dangerous Tour… alles war dabei sich zu verändern!

Michael Jackson In the Closet…und wie!

Kurz gesagt, trotz aller Gemeinsamkeiten schienen sie – zumindest auf den ersten trügerischen Blick – das genaue Gegenteil von einander zu sein. Mitte der 80er Jahre schienen die Grenzen ziemlich klar gezogen. Michael Jackson war wie eine Ein-Mann-Version der Beatles – poppig, geschliffen, sauber und glücklich. Prince war die Ein-Mann-Version der Rolling Stones – dunkel, schmutzig, ein wenig gefährlich und voller Angst.

Oder in anderen Worten, wenn du die meisten Mädchen in den 80ern gefragt hast, welchen Typen sie mit nach Hause nehmen würden, um ihn ihrer Mutter vorzustellen, wäre die meistgegebene Antwort sicherlich Michael Jackson gewesen. Prince war mehr wie der schmutzige Junge, den du in einer Seitenstraße getroffen hast und dich nicht trautest, irgendjemandem davon zu erzählen.

Aber es dauerte nicht lange, dass diese klar gezogenen Trennlinien ziemlich verschwammen.

Genau wie die Beatles im Laufe der 60er Jahre schrittweise dunkler und angstbeherrschter wurden, so wurde auch Michael schließlich eine dunklere, wütendere und sexuell gesehen offensivere Persönlichkeit. Und umgekehrt erfand Prince, während er in seinem Privatleben spiritueller wurde, sich selbst auf der Bühne neu und wurde eher zu einem Propheten als zu einem Lustknaben für Darling Nikki.

Soweit es um das „wer ist besser“ geht, denke ich, dass das ein wirklich überflüssiger Streitpunkt ist, der mich nicht interessiert. Beide haben ein Vermächtnis, das unerreichbar ist. Beide haben durch die blanke Zahl gewonnener Awards und ihrer entsprechend verkauften Tonträger bewiesen, was in ihnen steckt. Sie haben beide einige der beständigsten Klassiker der Popmusik der vergangenen 30 Jahre geschrieben. Wenn es stimmt, dass Prince mehr Instrumente als Michael spielte und dass er besser darin war, dann ist es genauso wahr, dass allein Michael Jacksons Tanztalent ausreichte, um ihn in eine gänzlich andere Stratosphäre zu katapultieren. Konträr zu dem populären Mythos, der von vielen Prince Fans aufrechterhalten wird, spielte Michael Jackson sehr wohl Instrumente. Er spielte ziemlich gut Klavier und Gitarre und auf dem posthum veröffentlichten Titel „Don’t Be Messin‘ Around“ hört man Michael deutlich Klavier spielen. Es stimmt, er betrachtete sich selbst nicht als einen „von anderen Musikern bewunderten Musiker“ im technischen Sinne; er war sehr ehrlich darin, seine eigenen Talente diesbezüglich zu beurteilen, die er als ganz ordentlich, aber nicht außergewöhnlich einschätzte. Was Michael allerdings besaß, war eine unheimliche Begabung, vollständige Arrangements zu komponieren, die in vollem Umfang in seinem Kopf entstanden sind, und die er bekanntermaßen in einen Rekorder beatboxte, wobei er den Klang jedes einzelnen Instruments festhielt.

Einer der geläufigen Mythen ist, dass Prince ein erfolgreicherer Songschreiber war. Das ist allerdings auch nicht wahr. Sowohl Michael, als auch Prince gehörten zu den erfolgreichsten Songschreibern unserer Generation. Es wurde oft erzählt, dass Michael buchstäblich hunderte Songs für jedes seiner Alben geschrieben hat. Der einzige Grund dafür, warum es so erscheint, dass Prince der produktivere der beiden war, ist, dass viel mehr seiner Songs veröffentlicht wurden, entweder auf seinen eigenen Alben, oder von anderen Künstlern gecovert, während Michael, der der wählerische Perfektionist war, der er war, dazu tendierte, mehr zurückzuhalten und oft jahrelang auf Songs herumbrütete, wenn er nicht das Gefühl hatte, dass sie seinen Standards genügten. Und beide erhielten wohl den gleichen Umfang an Kritik – oft von denselben Gruppierungen – als sie weniger tanzbare, flippige Grooves entwickelten und ihr Schaffen stattdessen sozialbewusster wurde.

Prince Klavier

Michael Jackson Klavier

Wenige würden bestreiten, dass Prince ein Musiker war, der von anderen Musikern bewundert wurde. Hier ist eine seiner besten Darbietungen auf der Gitarre – von den Rock and Roll Hall of Fame Awards 2004:

Aber Michael war auch keine Niete. Hört euch sein Bossa Nova Style Klavierspiel in „Don’t Be Messin‘ Around“ an:

Herkunft und Familiennamen

Prince Roger Nelson und Michael Joseph Jackson kamen beide im Sommer 1958 auf die Welt. Die Geburt von Baby Prince ereignete sich nur etwas mehr als zwei Monate vor der Michaels am 7. Juni 1958 (Michaels Geburt war am 29. August). Interessanterweise machte Madonna die Trilogie der künftigen Superstars der 80er Jahre, die während des Sommers 1958 geboren wurden, mit ihrer Ankunft nur wenige Wochen vor Michael am 16. August, komplett. Sowohl Michael als auch Prince gaben ihre verheißungsvollen Debüts im mittleren Westen Amerikas. Anders als Michael kam Prince aus einer relativ kleinen Familie mit nur zwei Kindern, er selbst und eine jüngere Schwester. Michael begann im Alter von fünf Jahren zu arbeiten, Prince wurde erst ein Star, als er bereits erwachsen war. Allerdings zeigte sich bei beiden schon in sehr jungem Alter ihre erstaunliche Begabung und ihr Talent, und beide hatten Väter mit musikalischem Hintergrund. Joe Jackson spielte Gitarre in einer örtlichen Band, die sich The Falcons nannte. Prince‘ Vater, John Nelson, trat mit einer Jazz-Gruppe, dem Prince Rogers Trio, auf. Beide wurden mehr durch ihre Väter als durch ihre Mütter in eine Musikkarriere gepusht. Natürlich, wir alle kennen die Geschichte darüber, wie Joe Jackson seine Söhne dazu gebracht hat, zu den phänomenalen Jackson 5 zu werden. Ähnlich wird der Vater von Prince zitiert, der gesagt haben soll: „Ich habe meinen Sohn Prince genannt, weil ich wollte, dass er alles das tut, was ich eigentlich vorhatte.“

https://en.wikipedia.org/wiki/Prince_%28musician%29

Der irgendwie ungewöhnliche Vorname, den John Nelson für seinen Sohn gewählt hat, war auch der Name, der seit vielen Jahren in Michaels Familie mütterlicherseits weitergegeben wurde. Prince Albert Screws (später geändert in Scruse), Michaels Großvater mütterlicherseits, trug den Namen wie sein Vater vor ihm. Obwohl Michael selbst der weitverbreitete Name „Michael“ gegeben wurde, setzte er die Tradition mit der Geburt seiner eigenen Söhne fort, die nun den Namen ihres Urgroßvaters tragen.

Zwei verschiedene Familien, drei verschiedene Generationen von Prince!

Prince ScruseMichael Jacksons Großvater mütterlicherseits, Prince Albert Scruse

 

Prince 4Prince Roger Nelson

 

Prince-Jackson-and-Blanket-Jackson-2009-prince-michael-jackson-27746427-800-1100Michael Jacksons Söhne, Prince Michael und Prince Michael II (aka Blanket)

Und … wollt ihr einen WIRKLICHEN Twilight Zone Moment? Der Mädchenname von Prince‘ Mutter war Mattie Shaw. Michael Jacksons Großmutter mütterlicherseits trug den sehr ähnlichen Namen Martha (Mattie) Upshaw!

Berührung mit einer höheren Macht

Sowohl bei Michael als auch bei Prince gab es bereits in einem sehr jungen Alter Anzeichen, dass sie außergewöhnlich sensible Kinder waren, mit der Fähigkeit von einer Spiritualität zu zehren, die ihrem Alter weit voraus war. Bevor Michael überhaupt zehn Jahre alt war, weinte er bei den Bildern hungernder Kinder im Fernsehen und sagte seiner Mutter, dass er, wenn er groß genug wäre, allen Kindern auf der Welt helfen würde (und genau das hat er getan!). Von Prince wird gesagt, dass er mit Epilepsie geboren wurde. Aber in einem sehr jungen Alter verschwanden die Krämpfe auf mysteriöse Weise. Später berichtete er in einem Interview von einem Ereignis, das stattfand, bevor er alt genug war, um sich daran zu erinnern:

„Meine Mutter erzählte mir eines Tages, dass ich zu ihr kam und sagte ‚Mom, ich werde ab jetzt nicht mehr krank sein’ und sie fragte ‘Warum?’ und ich sagte ‚Weil ein Engel es mir gesagt hat’“.

people.com/people/article/0,,20275184,00.html

Awards und Auszeichnungen

Es besteht kein Zweifel, soweit es um Music Awards geht, hat Michael mehr gewonnen. Michael Jackson hat 18 Grammys gegenüber 7 von Prince, zusätzlich 26 AMA Awards (im Vergleich dazu hat Prince 4), 40 Billboard Awards und 13 World Music Awards. Insgesamt beträgt Michaels Anzahl an gewonnenen Awards sage und schreibe eindrucksvolle 387!

https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_awards_and_nominations_received_by_Michael_Jackson

Allerdings hat Prince den einen Award gewonnen, der Michael Jackson sein gesamtes Leben hindurch versagt blieb – nämlich den Academy Award! (Für Purple Rain als besten eigenen Song im Jahr 1985).

Ganz nebenbei: Welches ist der Award, den sie beide gewannen und in derselben Anzahl? Antwort: Der Golden Globe. Sie haben ihn jeder einmal gewonnen, Michael 1971 für Ben und Prince für The Song of the Heart aus dem Film Happy Feet, 2007.

Eine vollständige Auflistung aller Awards, die Prince gewonnen hat oder für die er nominiert wurde, findet man hier:

http://www.aceshowbiz.com/celebrity/Prince/awards.html

Der Fluch des „einen Großen”

Wo willst du noch hin, wenn dein eigenes Album nicht nur das bestverkaufte Album des Jahrzehnts (in Michaels Fall, aller Zeiten) ist, sondern eins der zwei kultigsten Alben der Dekade? Für Michael und Prince wurde es zur größten Herausforderung ihrer jeweiligen Karriere, den Erwartungen nach Thriller und Purple Rain gerecht zu werden. Für beide bedeutete dies, dass jedes folgende Album mit diesen zwei verglichen wurde. Obwohl sie meiner Meinung nach mit besseren Werken weitermachten, würde ihr kommerzieller Erfolg – oder dessen Fehlen – jedes Mal an diesen zwei Alben gemessen werden – die Alben, die sie beide definiert und schließlich begrenzt hatten.

Michael Jackson Thriller Cover

Prince Purple Rain Cover

Die Mädchen in der Band

Weibliche Gitarristen waren immer noch eine Neuheit in den frühen 80ern, als Prince Lisa und Wendy als Teil von The Revolution einstellte. Niemals jemand, der sich von Prince ausstechen ließ, war Michaels Antwort die blonde Bombe Jennifer Batten. Obwohl nie ausdrücklich die Rede davon war, dass Michael es absichtlich mit Prince aufnehmen wollte, sagte Jennifer Batten selbst, als ich an ihrer Q&A Session bei der Fanvention 2010 teilnahm, dass Michael ein ganz spezifisches Bild im Kopf hatte, wie genau diese Gitarristin aussehen sollte – und sie, das farblose, kleine Mädchen mit Brille und braunem Haar wurde diesem Image entsprechend verwandelt! Während Wendy und Lisa ihr Spiel mit den lesbischen Fantasien der Männer trieben, bot Jennifer ihren eigenen geschlechterübergreifenden Kontrast zu Michaels männlicher Energie als nordische Rockgöttin mit einer stählernen Gitarre!

Wendy und LisaWendy und Lisa

 

poster_jennifer-battenJennifer Batten

Madonna

Prince sang ein Duett mit Madonna auf ihrem Album von 1989 Like a Prayer und spielte Gitarre in mehreren Songs, einschließlich dem Titelsong. Es ist nicht bekannt, ob er Madonnas Toy Boy wurde, obwohl ich sicher bin, dass Miss „Express Youself“ zumindest ihr Bestes gegeben hat, so wie ich sie kenne!

Madonna Michael JacksonHat Madonna Michael zu ihrem Toy Boy gemacht? Nun, wir wissen, sie hat sich definitiv voll dafür eingesetzt!

Michael und Madonna hatten geplant, zusammen In the Closet aufzunehmen, waren sich aber schließlich uneinig über Madonnas Konzept für das Video. Es ist nicht bekannt, ob sie zu 100% erfolgreich dabei war, Michael zu ihrem Toy Boy zu machen, obwohl sie einmal gebeichtet hat, sie hätten „wild geknutscht”.

Dirty Diana vs. Darling Nikki

Als ob es nicht schon gereicht hätte, dass sie bereits als Rivalen in jeder Hinsicht wahrgenommen wurden, hatte sich sogar jeder von ihnen mit seinen eigenen Groupies ausgestattet! Während Prince‘ „Sexkapaden“-Possen mit Darling Nikki vielleicht Tipper Gore in Aufregung versetzt und so die Entstehung von PMRC beschleunigt hat – und diese „Ausdrückliche Warnung“-Sticker haben wir noch heute – (eigene Anmerkung: PRMC = Parents Music Resource Center, von Tipper Gore gegründetes Gremium, das sich die Information von Eltern über eine eigens diagnostizierte Verrohung von Texten in der aktuellen Musik zum Ziel gesetzt hat), war Michaels Dirty Diana eine völlig andere Sorte Medusa, eine ambitionierte, gefühllose Sirene von Groupie, die Männer buchstäblich in den Ruin treiben konnte. Während Darling Nikki zu Magazinen masturbierte (eine relativ gesunde und harmlose Beschäftigung) erzählte Dirty Diana deiner Frau am Telefon, dass „er mit mir schläft” und zettelte so deinen Untergang an!

Zumindest diese Runde hat Michael gewonnen. Darling Nikki bot dir eine gute Unterhaltung, aber Dirty Diana würde dich mit Haut und Haaren verschlingen, dich lebendig zum Frühstück verspeisen und sich mit den übriggebliebenen Knochen die Zähne säubern! Dirty Diana machte ihrem Namen alle Ehre und spielte ein schmutzigeres Spiel als es Nikki jemals gekonnt hätte!

Aber ihre zwei bestbekannten Groupies spiegeln auch etwas sehr Grundlegendes über die Art wider, auf die beide Künstler (in diesem Stadium ihrer Karriere) Frauen und Sex sahen. Prince hatte für sich die stereotype, machomäßige Rock’n‘Roll-Persönlichkeit angenommen, die alle Frauen grundsätzlich als Spielzeug sieht, das man zu seinem eigenen Vergnügen genießt. Michaels Ansatz war, wie so oft in seinen 80er Songs über Frauen und Sex, die moralische Herangehensweise als warnendes Beispiel. Mit anderen Worten: Lust gibt es nur zu einem hohen Preis und mit moralischen Konsequenzen.

Am Schluss des Dirty Diana Videos öffnet Michael die Limousinentür und findet SIE dort, auf dem Rücksitz, wartend. Das plötzliche, disharmonische, unheilvolle Geräusch; der Ausdruck auf seinem Gesicht, sagt alles. Interessant genug, wie ein Online-Kritiker, der die Kriterien dieses Videos für „Zehn Dinge, die jedes 80er Video haben sollte” analysierte, bemerkte, dass Michael NICHT glücklich dabei wirkte Dirty Diana auf seinem Rücksitz zu finden. Die Schlussfolgerung schien zu sein, dass man meinte, hier einen weiteren Beweis dafür gefunden zu haben, Michael sei asexuell oder dass er keine Mädchen mochte. Dieser Person möchte ich wärmstens nahelegen, zurück zu gehen und das Video nochmal anzusehen und der BOTSCHAFT wirkliche Beachtung zu schenken! Der Grund, warum er in seiner Rolle in diesem Moment nicht glücklich aussieht ist der, dass er weiß, dass er gerade in eine Falle tappt und dass seine Seele über’s Ohr gehauen wurde!

Was mich wahrscheinlich zu meiner nächsten Kategorie weiterleitet:

Liebe, Sex und Bezeugen für Jehovah

Die größte Parallele im Leben von Prince und Michael Jackson darf nicht unterschätzt werden: Sie haben beide als strenggläubige Zeugen Jehovahs gedient, wenn auch nicht zur selben Zeit. Eigentlich ist es sehr interessant, dass Prince im Grunde erst ein Zeuge Jehovahs wurde, lange nachdem Michael sich von der Kirche gelöst hatte. Michael war von einem jungen Alter an als ZJ aufgewachsen und war während der meisten Zeit seines jungen Erwachsenenlebens ein inbrünstig Glaubender und Anhänger. Prince dagegen war aufgewachsen als Adventist des Siebten Tages und konvertierte im Jahr 2001 zum Glauben der Zeugen Jehovah.

Aus: Sean O’Hagan, „Royal Blush”, veröffentlicht in The Observer, 4 April 2004

(guardian.co.uk/arts/features/story/0,11710,1186112,00.html; angesehen am 15 November 2005):

Wenn man alles bedenkt, was passiert ist, dann überrascht es vielleicht nicht, dass Prince, wie viele wegweisende schwarze Künstler vor ihm, Trost in der Kirche gesucht hat. Obwohl er als praktizierender Adventist des Siebten Tages aufgewachsen war, wurde er kürzlich, wie Michael Jackson vor ihm, ein Zeuge Jehovah. Die Geschichte seiner Konvertierung kam letzten Oktober auf ungewöhnliche Weise ans Licht, als eine Zeitung seiner Heimatstadt berichtete, wie ein verheiratetes Paar seine Haustür öffnete, vor der Prince stand und eine Kopie des Wachturms anbot. Sie waren zwar orthodoxe Juden und es war gerade Jom Kippur, aber sie waren auch Prince Fans. Sie hießen ihn mit seinem Freund Larry Graham, ehemaliges Mitglied von Sly & the Family Stone, einem der prägenden Einflüsse von Prince, in ihrem Haus willkommen und er verbreitete das Wort Jehovahs zwanzig Minuten lang, bevor er zum nächsten Haus weiter ging.

Obwohl er immer offen über seine Glaubensüberzeugungen gesprochen hat – ‚The Cross’ von ‚Sign O’ the Times’ war eine wahrhaftige Hymne – und seine Konvertierung im Rückblick durch sein kürzliches Album ‚The Rainbow Children’ signalisiert wurde, das nun als ein Tribut an seinen neu gefundenen Glauben gelesen werden kann, sahen die Medien sein Outing als weitere Bestätigung dafür, dass Prince Michael Jackson nun als komischer Kauz des Pop unterstützt.

Was dies in Bezug auf seine musikalische Richtung bedeutet, interessiert wahrscheinlich niemanden außer die meisten der eingefleischten Prince Fans. Der Rest von uns, von denen viele Prince‘ Veröffentlichungen der Achtziger Jahre mit einer Art von Aufregung erwartet hat, wie es nur bei Werken der wahrlich Begnadeten der Fall ist, freut sich nun mit einer Mischung von Resignation und Wunschdenken auf die Veröffentlichung doch noch eines Prince Albums.

‚Du hältst an einer unwirklichen Hoffnung fest, dass er zurück kommt und es wie immer bringt,’ sagt DJ Norman Jay, ein Mann, der auf einigen Prince Partys in den 80ern aufgelegt hat, ‘aber mit jeder aufgebauschten Aufnahme, die sich dann als nur ein weiteres Prince Album herausstellt, schwindet die Hoffnung. Er ist das klassische Abbild des A&R Sprichwortes (A&R: Artists & Repertoire / http://de.wikipedia.org/wiki/Artists_and_Repertoire), dass wenn du einem Künstler die absolute kreative Kontrolle überlässt, du ihn damit zerstörst. Ihm wurde zugestanden viel zu viele Stücke zu veröffentlichen und er hat sich selbst wahrscheinlich zu sehr mit Leuten umgeben, die ihm erzählen, dass alles, was er anfasst, großartig ist. Das ist ein Rezept für reine Zügellosigkeit – besonders – wenn ein Genie betroffen ist.’

http://www.adherents.com/people/pp/Prince.html

Es ist interessant, den sarkastischen Ton dieses Artikels festzustellen (mal ganz abgesehen von ‚unterstützt Michael Jackson als komischer Kauz des Pop‘). Es ist dieselbe Art von „Kritik“, die Michael widerfahren ist, als er in den 90ern und darüber hinaus versuchte, seine Kunst zu erweitern und zu entwickeln. Im Fall von Michael und Prince würden sie beide für den Rest ihrer Laufbahn dafür kritisiert werden, dass sie es wagten davon abzuschweifen, fröhliche „Song und Tanz“-Männer zu sein. Jedoch denke ich, dass die Gründe für ihre künstlerische Entwicklung grundsätzlich gegensätzlich waren.

Für Michael war es so, dass ihm die Loslösung von der Religion seiner Kindheit mehr persönliche und künstlerische Freiheit verschaffte als jemals zuvor, aber zu einem hohen Preis. Dieser Preis bestand in der Haltlosigkeit, dem Zweifel und der Unsicherheit, die daraus resultierten, dass er seinen Glauben, den festesten Anker, den er kannte, los ließ. Für viele Jahre danach würde er durch die Schuldgefühle wegen dieser Entscheidung zerrissen, gleichwohl fand er in späteren Jahren Trost im traditionellen christlichen Glauben.

Das Positive daran war, dass ihn die Loslösung endlich von den Beschränkungen befreite, die ihn eingeengt hatten. Als er in seinem Privatleben sexuell etwas befreiter war, zeigte sich dies auch in einer neu entdeckten Reife und Freiheit in seiner Kunst. Er konnte endlich viele der Themen ausloten, die er sich immer versagt hatte, ohne die Angst der Zensur oder davor aus der Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden. Seine Persönlichkeit auf der Bühne und in Videos wurde ironischerweise genau zu dem Zeitpunkt sexueller, als der frühere „Bad Boy“ Prince bibeltreuer wurde und sein Image „aufräumte“.

Für jemanden, der immer eine Faszination für apokalyptische Symbolik in seinen Werken ausgedrückt hat, schien Prince‘ neu entdeckter religiöser Eifer mit Alben wie Sign O‘ The Times festgeschrieben zu sein. (Nicht zu erwähnen, dass ich gehört habe, er hätte sich viele seiner Frauen dadurch entfremdet, dass er darauf bestand, die Missionarsstellung sei die einzige geweihte sexuelle Position für Mann und Frau, aber das ist eine alte Geschichte, und ich habe nichts gefunden, das sie belegen würde.) Dies ist ein Zitat von einer sehr hämischen Website, deren Autor anscheinend ein frustrierter Ex-Fan ist (und ich entschuldige mich bei den Prince Fans dafür, dass ich dies als Quelle für eine Bezugnahme nutze; allerdings passt es vielleicht als Beobachtung für die Parallelen zwischen den beiden, wir können auch feststellen, wie sehr beide auf dem Prüfstand standen):

Zitiert aus The G Spot, 8. November 2010:

„Das ist die traurigste Sache von allen – Prince verlor seinen Glücksbringer, weil er zu schwach war und Angst hatte vor dem Tod und dem Sterben.“

http://www.dannyhaszard.com/Prince.htm

Dies erinnert mich sehr an dieselbe Art von Kritik, mit der Michael Jackson überhäuft wurde, weil er solche Themen wie die Medien und die Hetzjagd auf ihn thematisierte.

Kurz gesagt, als beide Künstler begannen, persönlichere und globale Themen zu untersuchen, wurden sie für ihre Maßlosigkeit und ihre Selbstgefälligkeit kritisiert.

Was uns zu einer weiteren Gemeinsamkeit bringt: Beide hatten Songs, die apokalyptische Visionen zum Thema hatten, denn man kann behaupten, dass Michaels Earth Song das Gegenstück zu Sign O’ The Times ist, die Prophezeiungen der Änderungen der Erde reflektierend genauso wie Prince’ Song die globale Krise der Menschheit reflektiert.

Was ihre privaten Beziehungen betrifft, trotz dem beide mit einer Reihe prominenter Beziehungen in Verbindung gebracht wurden, haben sie die Jahre hindurch eine fast identische Zurückhaltung geteilt, wenn es um die Presse und Interviews ging. Beide haben zweimal geheiratet und wurden zweimal geschieden. Michael heiratete Lisa Marie Presley 1994, sie wurden 1996 geschieden, und Debbie Rowe 1996, von der er 1999 geschieden wurde. Prince heiratete 1996 Mayte Garcia, die Scheidung war 1999 (ironischerweise begann und endete ihre Ehe exakt zur selben Zeit wie Michaels und Debbies), 2001 heiratete er Manuela Tesolini. Die Ehe wurde 2006 geschieden.

Michael Jackson

Der ein wenig androgyne Sex Appeal von beiden führte zu den unvermeidlichen Spekulationen bezüglich ihrer Sexualität

Prince 5

Erstes Kind und Tragödie

Michael und Prince teilen noch etwas sehr Trauriges. Sie verloren beide ihr erstes Kind – und das innerhalb desselben Jahres! Debbie Rowe erlitt Anfang 1996 eine Fehlgeburt und verlor das Baby, das ihr erstes Kind mit Michael gewesen wäre (Michaels Sohn Prince wurde später in diesem Jahr gezeugt, der zweite Versuch des Paares). Ich habe ein wirklich schönes Video gefunden, in dem Debbie Rowe über die Fehlgeburt spricht (ein Thema, über das sie selten gesprochen hat):

Michael Jackson Debby RoweDebbie und Michael verloren ihr erstes Baby, eine selten erwähnte Tatsache

Unterdessen wurde der Sohn von Prince und Mayte Garcia – der Junge Gregory – im selben Jahr geboren, starb aber nach nur einer Woche am Pfeiffer Syndrom.

http://www.ew.com/ew/article/0,,295564,00.html

Eigene Versuche, die Geburt und den Tod des Kindes nachzuweisen, gestalteten sich als schwierig. Eine Geburtsurkunde wurde bei den staatlichen Behörden bis zum 6. Dezember nicht eingereicht. Während aber Garcia als Mutter genannt war, konnte man bei „Name des Vaters“ lesen „Mutter verweigert Information“.

Inzwischen stöberte die Minneapolis Star Tribune das auf, von dem man glaubt, es sei die Sterbeurkunde des Babys, eingereicht am 4. November. Dort wird bekundet, dass ein „Junge Gregory“, am 16. Oktober geboren, am 23. Oktober am äußerst seltenen Pfeiffer Syndrom Typ 2 starb – ein Leiden, bei dem die Schädelknochen so miteinander verbunden sind, dass sie Druck auf das Gehirn ausüben. Gemäß der Urkunde ereignete sich der Tod im Children’s Health Care Minneapolis, das dem Krankenhaus angegliedert ist, in dem das Kind geboren wurde und wo es auch bestattet wurde. Der Name der Mutter ist aufgeführt als „Mia Gregory“, dieselben Initialen wie Mayte Garcia.

Zur Druckzeit untersuchten örtliche Bedienstete, ob die Sterbeurkunde unter einem falschen Namen eingereicht worden war – eine Gesetzesübertretung in Minnesota. Eine Quelle bei EMI, Prince‘ neuem Label, sagt, die Verantwortlichen hätten den Sänger dazu gedrängt eine Erklärung abzugeben, aber nichts kam heraus.

Während der Anwalt von Prince, Londell McMillan, darauf besteht, dass der Künstler „außerordentliche Privatheit erwartet” kann man einen unbeobachteten Moment auf Emancipation finden. In dem Song Sex in the Summer (Originaltitel Conception / Empfängnis) verarbeitete Prince eine Aufnahme vom Herzschlag seines noch ungeborenen Kindes.

Prince 6Prince und Mayte Garcia kannten auch den Schmerz ein Kind zu verlieren. Ihr Sohn Gregory starb nur eine Woche nach seiner Geburt

In einer Situation wie dieser ist es sinnlos, darüber zu streiten, was tragischer ist. Für Prince, der seinen Sohn wenigstens einmal sehen und in seinen Armen halten konnte, muss der Verlust ganz sicher verheerend gewesen sein. Wenn man aber weiß, wie verzweifelt Michael sich ein Kind gewünscht hat, muss Debbies Fehlgeburt mindestens genauso traumatisch gewesen sein. Ein Kind zu verlieren heißt ein Kind zu verlieren und wenn jemand daran zweifelt, dann muss man nur einmal Eltern fragen, denen gerade die Nachricht einer Fehlgeburt übermittelt wurde. Ich weiß nicht, wie es bei Vätern ist, aber ich weiß, dass eine Fehlgeburt für Mütter oft ein emotionales Trauma ist, dessen Narbe niemals verheilt. Ich bin sicher, dass der Verlust einen sensiblen Vater wie Michael genauso traf wie Debbie, wenn nicht noch mehr.

Und wenn man den EW Artikel liest, kann man ganz sicher mit Prince mitfühlen, wie er versucht, die sehr persönlichen und schmerzlichen Details vom Tod seines Sohnes vor dem neugierigen, bohrenden Weibsstück Oprah Winfrey zu verbergen!

Berühmte Kleinkriege

Wie ich bereits in „The Invincible Saga” ausgeführt habe, waren Michael und Prince beide bekannt für ihre berüchtigten und sehr öffentlichen Kämpfe mit ihren Plattenlabels. Michaels Kämpfe mit Sony sind unter den Fans sehr bekannt.

Jedoch hat Prince diesen Pfad bereits fast ein Jahrzehnt vorher beschritten in seinem gewaltigen Kampf mit Warner Brothers, in dem es um seine kreative Leistung und um die Kontrolle über seinen Namen ging. Im Jahr 1993 erschien er bekanntlich mit dem auf seine Wange geschriebenen Wort „Slave” und änderte dann seinen Namen in ein unaussprechliches Symbol um:

„Der erste Schritt, den ich in Richtung meines endgültigen Ziels, nämlich der Befreiung von den Fesseln, die mich an Warner Bros. binden unternommen habe, war meinen Namen zu ändern von Prince zum Love Symbol. Prince ist der Name, den meine Mutter mir bei meiner Geburt gab. Warner Bros. nahm den Namen, machte daraus ein Markenzeichen und benutzte es als allgemeines Marketinginstrument, um die gesamte Musik, die ich schrieb, zu vermarkten. Die Firma hat die Rechte an dem Namen Prince und an der gesamten Musik, die unter dem Namen Prince vermarktet wurde. Ich war lediglich eine Schachfigur, die benutzt wurde, um mehr Geld für Warner Bros. abzuwerfen … Ich wurde als Prince geboren und wollte keinen anderen konventionellen Namen annehmen. Der einzige akzeptable Ersatz für meinen Namen und meine Identität war das Love Symbol, ein Symbol ohne Aussprache, das mich selbst und das, wofür meine Musik steht, repräsentiert. Dieses Symbol ist seit Jahren in meinen Werken gegenwärtig; es ist ein Konzept, das aus meiner Enttäuschung gewachsen ist; es ist, wer ich bin. Es ist mein Name.“ – Prince

Jüngste Artikel, die seit Prince‘ Tod erschienen sind, haben versucht, seinen Kampf mit Warner Brothers völlig anders darzustellen und haben die Situation – in zumindest zwei Artikel, die ich gesehen habe – als Prince‘ „heldenhaften Widerstand gegen die Musikindustrie“ bezeichnet. Sie neigen zu vergessen, dass eben diese Medien ihn damals für diesen Widerstand wie einen gestörten Wahnsinnigen behandelt haben, genauso, wie sie es ein Jahrzehnt später mit Michael gemacht haben. Michaels eigene Rehabilitation kam fast ein weiteres Jahrzehnt später, als die berüchtigten gehackten und durchgesickerten Sony Mails aufgedeckt haben, dass vieles von dem, was er uns 2002 gesagt hat, gestimmt hat. Letztendlich erlangte Prince seine Veröffentlichungsrechte von Warner Brothers zurück. Michael behielt natürlich bis zum Ende seines Lebens und darüber hinaus die Kontrolle über seinen Sony/ATV-Katalog – der Katalog, der ihn zu einem der wohlhabendsten und mächtigsten Player in der Industrie gemacht hat. Für Michael und Prince ist das freilich ein Teil ihres Vermächtnisses, das noch lange nicht vorüber ist. Erst letzten Monat waren MJ Fans schockiert und aufgebracht, als sie erfahren haben, dass das Estate Sony den Katalog überlassen hat.

Die Verschwörungstheorien, die das Timing von Prince‘ Tod nach der Wiedererlangung seiner Veröffentlichungsrechte von Warner Brothers in Frage stellen, haben bereits begonnen. Und während die Medien zum Zeitpunkt seines Todes scheinbar riesigen Spaß daran hatten, über Michaels Finanzen zu spekulieren, zeichnet sich ab, dass Prince‘ finanzielle Schwierigkeiten sogar noch verheerender gewesen sein könnten. Ohne klares Testament wird es für seine Erben ein harter Kampf werden, sein Vermögen zu verwalten.

Business Mogule

Aber lasst uns von diesen Themen nicht unser Urteil darüber vernebeln, was sie als Business Mogule erreicht haben. Beide waren nicht nur die erfolgreichsten männlichen Solokünstler des Jahrzehnts oder eigentlich überhaupt die erfolgreichsten, ungeachtet der Rasse, sondern auch höchst erfolgreiche Geschäftsmänner, die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt Leben in die Bude der von Weißen dominierten Industrie brachten. Mit der möglichen Ausnahme von Berry Gordy hat es nur wenige schwarze Unternehmer in der Musikindustrie gegeben, die erfolgreich ihr eigenes Label und Firmen geführt haben. Im Jahr 1985 lancierte Prince mit der Unterstützung von Warner Brothers sein eigenes Label, Paisley Park Records. Acts wie Sheila E., The Time und George Clinton waren unter den größten Namen des Labels. 1994 übte Warner Brothers, wütend durch Prince’ öffentlichen Kampf mit dem Label, durch Entzug der Distribution Vergeltung. Prince jedoch machte unter einem anderen Label, NPG Records, weiter.

Michael Jackson wurde natürlich einer der reichsten und einflussreichsten Männer des Musikgeschäfts durch den erfolgreichen Erwerb des Beatles Katalogs 1985, und dann später als Miteigentümer des Sony/ATV Verlags. Michael Jackson war außerdem Gründer seiner eigenen Produktionsfirma, MJJ Productions, die später zu Michael Jackson Co. LLC wurde und nun MJJ Productions, LLC and Inc. heißt.

Sie beide dienten als Modell dafür, wie schwarze Künstler nicht nur erfolgreich sein können, sondern auch die Kontrolle über ihren Erfolg haben können. Unglücklicherweise mussten beide jedoch auf die harte Tour erfahren, dass sie immer noch eine Ware der Firma waren, die sie kontrollierte – und die mit aller Macht dafür kämpfte, dass sie schön „an ihrem Platz“ blieben.

Der Superbowl:

Beide Künstler machten eine Superbowl-Halbzeit-Show und beide lieferten Auftritte ab, die unbestreitbar zu den besten Superbowl-Halbzeit-Shows gehören. Fans werden natürlich darüber diskutieren, wer letztlich „die“ beste Superbowl-Halbzeit-Show abgeliefert hat. Kritiker scheinen gleichmäßig zwischen den beiden aufgeteilt zu sein, obwohl Michael im Allgemeinen nicht nur dafür anerkannt wird, der erste Superstar gewesen zu sein, der einen Halbzeitauftritt gemacht hat (und somit die Messlatte gelegt hat, an der alle anderen gemessen werden), sondern auch als der „Impulsgeber“, der den Standard festgelegt hat. Letzten Endes war seine Choreografie von „Heal The World“ – die eine Luftbildaufnahme erforderte, um sie wirklich in ihrer ganzen Pracht zu würdigen – eine atemberaubende Meisterleistung, die anderen Künstlern Jahre kostete, um überhaupt in die Nähe zu kommen.

Doch genauso unvergesslich ist der Anblick eines zierlichen Prince, mit nichts anderem als seiner Gitarre, wie er durchnässt im Regen steht und eine der gefühlvollsten Interpretationen von „Purple Rain“ überhaupt dargeboten hat!

Ein „farbiger“ Mann wird immer noch nach der Farbe seiner Haut beurteilt

Obwohl die Medien unbestritten sehr viel grausamer mit Michael Jackson umgingen (sorry, dies ist kein Wettstreit!), wurden beide Künstler genau dafür unter die Lupe genommen, dass sie „nicht schwarz genug“ aussehen würden. Die ganze Bemerkung ist genauso lachhaft, als würde man einen Italiener mit olivfarbenem Teint mit einem blassen Norweger vergleichen und behaupten, der Italiener sei „kein Europäer“. Trotzdem wurde zu verschiedenen Zeiten ihre Identität bezüglich ihrer Rasse oder ihrer Loyalität zu ihrer Rasse in Frage gestellt. Wegen Prince‘ heller Hautfarbe und der Tatsache, dass nicht viel bekannt ist über seine direkte Familie, hielt sich jahrelang das Gerücht, er sei gemischtrassig. Frühe Presseveröffentlichungen bezeichnen ihn als „gemischt”, obwohl es scheint, dass diesen Quellen weitgehend ein schlechter Ruf anhängt. Prince selbst hat sich immer als Schwarzen bezeichnet, obwohl er einräumte, dass sein Vater auch italienisches Blut in sich trägt. Fotos aus früheren Zeiten zeigen offensichtlich, dass Prince sich operieren ließ. Geringstenfalls hatte er irgendwann eine Nasenoperation, und ziemlich wahrscheinlich auch andere Eingriffe. Was auch immer die ästhetischen Gründe für diese Veränderungen waren – ob es daran lag, „gemischtrassiger“ auszusehen oder daran, ein Gesicht zu kreieren, das den Showbusiness-Standards für „Schönheit“ eher entsprach – oder einfach daran, eine persönliche oder künstlerische Laune zu erfüllen – kann nicht gesagt werden.

prince-high-school-photo-teenager-younger-pictureEin frühes Foto von Prince vor der kosmetischen Operation

Andererseits ist es so, dass die Jacksons im Rampenlicht standen, seit Michael ein Kind war, so dass es wenig Zweifel an seiner schwarzen Herkunft geben konnte, obwohl sein Vater Joe – wie Prince‘ Vater – gemischtrassig ist und es eindeutig indianisches Blut auf beiden Seiten der Eltern gibt. Allerdings war es die Hautkrankheit Vitiligo, die die dramatischste Veränderung hervorrief und ihn ausgehend von seinem kupferfarbenen Naturton in einem Zeitraum von etwa zehn Jahren über das hellere Bronze der Bad-Ära und schließlich bis zum porzellanfarbenen, durchscheinenden Weiß der letzten zwanzig Jahre veränderte. Es ist traurig, dass diese so wenig verstandene Krankheit durch die Medien so viel Spott und öffentlichen Hohn über Michael gebracht hat. Er wurde beschuldigt, seine Haut zu bleichen und seine Rasse zu hassen. Sogar als durch den Autopsiebericht bestätigt wurde, dass er in der Tat an Vitiligo gelitten hatte, wurde dies von den Medien vielfach ignoriert und sie fuhren fort mit dem Mythos einer „angeblichen” Krankheit.

Die Beschuldigung war auf mehreren Ebenen lächerlich. Michael konnte ganz sicher nicht leugnen schwarz zu sein, schließlich ist er vor den Augen der Öffentlichkeit aufgewachsen! Zweitens gab es nie irgendeine Zeit in seinem Leben, in der er nicht schwarz aussah. Sogar im fortgeschrittensten Stadium seiner Krankheit und nachdem er fast alles der übriggebliebenen Farbe depigmentieren lassen hat, sah er immer noch aus wie das, was er war – nämlich ein schwarzer Mann ohne Hautpigmente. Leute, die behaupten, er habe alle Spuren seiner ethnischen Zugehörigkeit „ausradiert“, haben sein Gesicht nicht richtig betrachtet. Michael war immer stolz darauf, ein schwarzer Mann zu sein. Seine Krankheit war etwas, für das er nichts konnte. Und die Unsicherheiten, die ihn zu kosmetischen Korrekturen brachten, wurzelten in anderen Dingen, die nichts mit Rasse zu tun hatten. Leute, die ihn persönlich kannten, gaben an, dass es von einer Unsicherheit über sein Aussehen stammte. Allerdings gab es in den letzten Jahren viele interessante und aufschlussreiche Debatten zu der Möglichkeit, dass sein sich entwickelndes Aussehen weniger mit der verbreiteten Dysmorphophobie-Theorie zu tun hatte, sondern mehr mit dem Wunsch, sein Gesicht als eine Leinwand für seine Kunst zu nutzen. Das ist gewiss eine interessante Theorie, der ich aufgeschlossen gegenüberstehe und ich bin ziemlich interessiert daran, sie weiter zu erkunden, aber nachdem uns Michael selbst diesbezüglich niemals eine endgültige Antwort gegeben hat, bleiben solche Theorien höchstens das – Theorien und Vermutungen.

Popular-Black-Cosplay-font-b-Wigs-b-font-Long-Curly-Jackson-font-b-Wigs-b-fontMichael im Übergang. Obwohl seine Haut aufgrund von Vitiligo heller wurde, gab es doch niemals eine Zeit, in der er nicht schwarz „aussah“.

„Wir werden farbige Menschen genannt, weil es uns in so vielen verschiedenen Farben gibt, von hell wie meine Hand bis dunkel wie dein Shirt (zu Martin Bashir, der ein schwarzes Sweatshirt trägt). Mein Vater hat blaue Augen.“ – Michael Jackson.

Opfer der Rachsüchtigen

Es muss nicht extra gesagt werden, dass beide viel einstecken mussten von rachsüchtigen Ex-Freunden, Ex-Angestellten, Ex-Fans und von Journalisten, die auf alles einschlagen, mit dem sie ein Hühnchen zu rupfen haben, danach trachtend schnelles Geld zu machen. Die folgenden sind nur die Spitze des sprichwörtlichen Eisbergs. Ich nehme an, man könnte behaupten, dass das zum Reich- und Berühmtsein dazu gehört. Allerdings scheint es so, als hätten Prince und Michael mehr als den üblichen Anteil an hinterhältigen Freunden, Fans und Angestellten gehabt. Bei „Freunden“ und „Fans“ wie Bob Jones und Alex Hahn, wer braucht da noch Feinde?

Michael Jackson Bob Jones

Prince Possessed

Nun, wo wir uns also ein paar ihrer vielen Parallelen angesehen haben, gibt es immer noch eine brennende Frage: Was haben Prince und Michael wirklich über einander gedacht? Eine großartige Quelle, die ich übrigens sehr empfehlen kann, ist dieser Vibe-Artikel vom Juni 2010:

http://www.vibe.com/content/michael-jackson-prince-oral-history

Hauptsächlich ist er für mich eine großartige Quelle für den Zeitablauf in der Michael-Prince Saga, ebenso wie die Quelle für viele bedeutende Zitate beider Künstler darüber, wie sie zueinander standen. Bei meiner Recherche für den zweiten Teil stütze ich mich sehr auf den Vibe-Artikel als Quelle, in den ich außerdem andere Artikel und meine eigenen Kommentare einstreuen werde.

CYNTHIA HORNER (Ehemalige Herausgeberin des Right On! Magazine von 1976-2005; ist Herausgeberin und schreibt zurzeit für Hip-Hop Weekly): Ich traf Michael 1976 und er war einer der schüchternsten Menschen, mit denen ich je zu tun hatte. Es war etwas schwierig ihn zu interviewen, denn obwohl ihm als professionellem Entertainer bewusst war, dass er die Presse brauchte, war er doch nicht jemand, der wusste, wie er sich gegenüber den Medien verhalten sollte in der Hinsicht, wie offen er mit Informationen sein sollte. Er war einfach superschüchtern, außer wenn er von seiner Familie umgeben war. Aber er bemerkte die Tatsache, dass ich ebenfalls schüchtern war, also umarmte er mich irgendwie, und wir freundeten uns an. Er und Prince waren sich ziemlich ähnlich, denn Prince war auch schüchtern. Wenn du ihm als Journalist gegenüber saßest, gab er dir dieselben einsilbigen Antworten, wie Michael es tat. Und dazu sprach Prince auch sehr häufig in Rätseln; er war sehr ausweichend. Er beantwortete niemals irgendeine meiner Fragen (lacht). Er wollte um jeden Preis sein Privatleben schützen.

*****

ALAN LEEDS: Michael war kein Musiker im klassischen Sinn. Er näherte sich seiner Musik völlig anders an als Prince es tat, obwohl Michael genauso einen großartigen Song schreiben konnte. Aber Prince war wohl in erster Linie ein Musiker. Ich denke nicht, dass irgendein Zweifel daran besteht, dass Prince Michael als ein Symbol dafür sah, wo er hinwollte [bezüglich des Bekanntheitsgrades]. Michael war einer der wenigen Künstler des Planeten, den Prince in diesem Sinn respektierte (Ravens Betonung) Als wir erst einmal realisiert hatten, dass er sich im Prozess des Schreibens dafür befand, was die ursprüngliche Idee für den Film Purple Rain darstellte, das er 1982 während seiner Tour für 1999 in Notizbücher kritzelte, da wussten wir, dass er mehr wollte. Es begann sich der Spruch zu verbreiten: „Hey, Prince denkt wirklich, er schreibt einen Film”. Ich denke nicht, dass irgendjemand von uns es so ernst nahm, weil es keinen Sinn ergab, dass jemand, der zu dem Zeitpunkt nur ein paar Pop-Hits hatte, fähig sein sollte, die Finanzierung für einen Film zu erhalten. Aber es zeigte sicherlich eine Ambition, die er hatte und man muss anerkennen, dass Prince es durchgezogen hat.

CYNTHIA HORNER: Ich gab Michael Kopien der Magazine und er sah dann gewisse Leute in dem Buch und fragte mich eine Menge Fragen über die Künstler, die ihn interessierten. Und so machte er sich mit Prince vertraut. Danach begann ich Michael einiges von Prince’ Musik, die ich besaß, hören zu lassen und er war fasziniert. An diesem Punkt bemerkte ich, dass sich da so etwas wie eine Rivalität entwickelte. Michael war länger in dem Business gewesen, also wollte er natürlich nicht von dem Newcomer ersetzt werden. (Ravens Betonung)

ALAN LEEDS: Prince ging [1983] zu einem James Brown Auftritt mit Bobby Z, seinem Drummer zu jener Zeit, Big Chic, der sein Sicherheitsmann war und ich glaube Jill Jones, der einer seiner Protegés war. Inzwischen weiß jeder, was bei diesem Auftritt passierte. Ich glaube nicht, dass Prince ahnte, dass Michael dort sein würde. James guckt in diesem Video ein wenig verwirrt, als Michael in sein Ohr flüstert: „Hey, hol Prince auf die Bühne”. Und natürlich wusste Prince auch nicht wirklich, was er tun sollte. Zuerst ging er zu der Gitarre, aber er fummelte etwas herum, denn sie war für Linkshänder. Er spielte ein paar Spuren, tanzte etwas und warf versehentlich eine Requisite um. Nun, ich habe mich immer gefragt, ob Michael Prince absichtlich in diese Situation gebracht hat, einfach um zu sagen: „Hey, du denkst also, du bist mir auf den Fersen? Dann beachte dies, Motherfucker (lacht)”. (Ravens Betonung) Bobby Z rief mich an und sagte: „Oh boy … er hat sich heute Nacht zum Narren gemacht”. Er erzählte, dass Prince auf dem ganzen Weg zum Hotel kein Wort gesagt hat.

http://www.vibe.com/content/michael-jackson-prince-oral-history

http://www.vibe.com/content/michael-jackson-prince-oral-history-pg-2

Hier ist der berühmt-berüchtigte und historische Moment, in dem wir James Brown, Michael Jackson und Prince zusammen auf derselben Bühne sehen. Meines Wissens nach ist dies das einzige Mal, bei dem Michael und Prince jemals zusammen auftraten – wenn man es so nennen kann!

Es wäre toll gewesen, wenn ihre einzige Begegnung auf der Bühne dieses großartige, monumentale Event gewesen wäre, in dem jeder sein ebenbürtiges Bestes gegeben hätte, aber es entwickelte sich nicht ganz so. Wenn man das Video betrachtet, scheint es sich eher so abgespielt zu haben:

Zu Beginn des Clips ruft James Michael auf die Bühne. Michael kommt hoch und beginnt eine sanfte Ballade zu singen, bis die Band ihn überrascht und ihn zu einer spontanen Parodie auf James Brown zwingt (die er natürlich brillant durchzieht. Meine einzige Beschwerde – es war viel zu kurz!). Wir können sehen, wie er James Brown etwas zuflüstert, also nehme ich an, dass dies der Moment des „abgekarteten Spiels” um Prince ist. Wie in Alan Leeds Beschreibung zieht Prince kurz sein Gitarrending durch, als wenn er sagen wollte „Scheiß drauf!”, zieht sein Shirt aus und beginnt mit einer durchgeknallten, spontanen Nummer, die mit dem Unfall ihren Höhepunkt findet.

Man kommt beim Ansehen dieses Clips leicht zu dem Schluss, dass Prince an diesem Abend Michael die Schau gestohlen hat, wie es zumindest ein Artikel seit Prince‘ Tod  dargestellt hat. Sicher war es die auffälligere Performance (und diejenige, die mit dem größten Knall endete!). Rückblickend hatte Michaels glatte Kontrolle allerdings Methode. Erstmal denke ich, Michael war klug genug einzusehen, dass man James Brown nicht die Schau stiehlt! Das macht man einfach nicht. Ich bin sicher, es wäre ein Leichtes für Michael gewesen, seine beste Billie Jean Nummer aus der Tasche zu ziehen und ihm die Show zu stehlen, aber er entschied sich, lieber im Hintergrund zu bleiben. Am Ende war er derjenige mit mehr Klasse, der kontrolliertere Performer, der in dir den Wunsch nach mehr weckt, wohingegen Prince … nun, das Video spricht für sich. Es war das klassische Beispiel dafür, dass Prahlerei und Protzerei nicht immer den größeren Auftritt bedeuten. Am Ende hatte es, wie Bobby Z betont hat, zur Folge, dass Prince sich an diesem Abend am meisten selbst genierte (ob er seinen Kopf wegen Drogen verloren hatte, wie manche spekuliert haben, diese Entscheidung überlasse ich anderen). Stellte Michael Prince an diesem Abend absichtlich eine Falle? Oder dachte er ganz einfach, dass dies alles nur im Namen eines netten Spaßes und aus Sportsgeist stattfinden würde? Ein Teil von mir möchte behaupten, dass Letzteres wahrscheinlich ein wenig zu naiv gedacht ist, während der andere Teil von mir sagt, dass das Erste wohl ein wenig zu extrem ist. Ich denke nicht, dass er Prince absichtlich dazu brachte einen Narren aus sich zu machen (Prince schien das ganz gut selbst hinzukriegen!), aber vielleicht war es eine Art, die drohende Rivalität mit einem Vergleich herauszufordern, sozusagen – wenn auch nur unbewusst.

Michael Jackson Wetten Dass Earth SongMichael, der sich während seiner Auftritte tapfer in die Höhe wagte, war nicht der Meinung, dass es viel Mut erforderte über Masturbation zu schreiben!

Als sich der Kopf-an-Kopf-Kampf zwischen Thriller und Purple Rain aufzuheizen begann, behielten Michael und Prince sehr scharf im Auge, was der andere so machte:

ALAN LEEDS: Bevor wir zur Purple Rain Tour aufbrachen, war es sprichwörtlich Prince, der sehen wollte, was Michael und die Jacksons in Hinsicht Produktion, Beleuchtung, Bühne und das alles auf der Victory Tour machten. Wir charterten einen Jet mit ein paar seiner Bodyguards, Jerome Benton von The Time und Leroy Bennett, der Licht- und Produktionsdesigner für Prince auf seinen Touren war. Wir flogen nach Dallas zum alten Stadion, in dem die Cowboys spielten. Es gab in unserem Lager das Gefühl, dass, während sie eine sehr solide Stadion-Produktion hinlegten, es an der Technik nichts wirklich Innovatives gab. The Varilites, was ein Markenname für eine bestimmte Art computergesteuerter Beleuchtung war, war zu jener Zeit der Goldstandard in der Branche. Und wir stellten sicher, dass wir all diesen Mist hatten. Aber die Produktion der Jacksons hatte es nicht. Prince hatte großen Respekt vor Michael, aber er war nur milde beeindruckt von der Show.

QUESTLOVE: Michael besuchte viele der Purple Rain Konzerte. Ich war bei den vier Purple Rain Shows ’84 in Los Angeles. Und jetzt, da ich realisiere, dass Mike im Publikum war, sehe ich es mir oft an, um zu sehen, ob ich ihn erkenne (lacht). Aber es macht dich nachdenklich. Warum war Mike vier Abende nacheinander da? Du hast bereits Thriller erschaffen, du hast den Moonwalk getanzt, du hast bahnbrechende Videos gedreht und du hast eine Million in der Woche verkauft. Du bist offiziell im Guinness Buch der Rekorde. Im Grunde wurden von Purple Rain 15 Millionen verkauft, aber es waren kaum die 33 Millionen, die von Thriller verkauft wurden. Warum also bist du so neugierig, wer hinter dir liegt? Dann wurde mir klar, dass du ohne Wettbewerb nicht so erfolgreich sein kannst. Michael wusste, dass Prince eine ernsthafte Bedrohung war. (Ravens Betonung)

http://www.vibe.com/content/michael-jackson-prince-oral-history-pg-2

Randy Taraborrelli goss weiteres Öl in die „Prince-und-Michael-Rivalität”, als er schrieb, dass Michael aus einer Filmvorführung von Purple Rain ging und so zitiert wird, dass Prince „gemein aussah”, nicht schauspielern konnte und dass er die Art, wie er Frauen behandelte, nicht mochte. (Für’s Protokoll: Es gibt eine Szene in Purple Rain, in der Prince in seiner Rolle Appolonia schlägt. Allerdings zeigt der Film auch auf, wie der Kreislauf von Gewalt sich fortsetzt, wenn jemand aus einem missbräuchlichen Umfeld kommt und dass derjenige daran arbeiten muss, diesen Kreislauf zu durchbrechen – etwas, von dem ich glaube, dass Michael ebenfalls eine Beziehung dazu hatte!)

Michael hat außerdem einige ausgesuchte Bemerkungen über Prince’ Song „Jack U Off“ vom Controversy Album gemacht, und sagt, er sehe nicht, wie jemand über etwas so Privates schreiben könne.

http://lacienegasmiled.wordpress.com/category/bromance/prince/

Michael billigte Prince’ „Jack U Off“ nicht. Aber hört euch „She Got It“ an, einen unveröffentlichten Titel von Dangerous und unbestreitbar Michaels „Prince-mäßigster“ Song überhaupt:

Aber lasst uns fair sein. Während Michael angeblich Seitenhiebe auf Prince abgab, hat Prince ebenfalls seinen gerechten Anteil an Sticheleien losgelassen. Diese Strophe von Prince’ Song „Life o’ The Party“ macht kein Geheimnis daraus, wer „der andere Typ” ist:

Aber es ist nichts, wenn es keinen Spaß macht
Meine Stimme wird höher
Und Ich habe niemals meine Nase machen lassen
Das ist der andere Typ … Prince

But it ain’t nothing if it ain’t fun
My voice is getting higher
and Eye ain’t never had my nose done
That’s the other guy… Prince

Hmmm. Er hat niemals seine Nase machen lassen? Nun, in Teil Eins habe ich ein altes Bild gezeigt, das eindeutig zeigt, dass Prince eine kosmetische Operation hatte. Ich werde es hier noch einmal einstellen. Fotos lügen nicht!

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Prince 7

Ich will jetzt nicht voreingenommen sein deswegen. Michael hat offensichtlich sehr viel mehr kosmetische Änderungen machen lassen als Prince. Trotzdem, dieser spezielle Seitenhieb war ein besonders scheinheiliger Fall von „Ein Esel schimpft den anderen Langohr”.

Trotz billiger Seitenhiebe äußerte Michael ein ums andere Mal die Bereitschaft mit Prince zusammenzuarbeiten. Über die Jahre waren mehrere Projekte geplant, die The Gloved One (Den mit dem Handschuh) und The Purple One (Den Lilafarbenen) zusammenbringen sollten (sorry, ich konnte dem schlechten, boulevardartigen Wortspiel nicht widerstehen!). Nicht eins davon wurde verwirklicht. Und in jedem dieser Fälle war es so, dass der Ball in Prince’ Spielfeld gespielt wurde und er sich weigerte, ihn aufzunehmen.

Typisches Beispiel: „We Are The World“. Es gehört zum Allgemeinwissen, dass Prince bei dem Projekt teilnehmen sollte, aber am Tag der Aufnahme nicht erschien. (Er kompensierte sein Fernbleiben allerdings, indem er dem Projekt einen anderen Song zur Verfügung stellte, 4 The Tears In Your Eyes).

Dann kann „Bad“ – und das erste wirkliche Zusammentreffen zwischen Michael und Prince! (Nun, offiziell war dies ihr „erstes“ Treffen, obwohl Prince laut dieser Seite der ungenannte Dinnergast in Latoyas Autobiografie ist, der Michael das seltsame, voodoo-mäßige Geschenk aus Talismane und Federn überreichte!

Prince 8Versuchte Prince Michael mit einem Voodoozauber zu belegen?

 

LaToya-Jackson-218x300Oder nahm Latoya Lehrstunden bei Maureen Orth darüber, „wie man Sensationsmache schreibt“?

Laut Taraborelli war das geplante „Duett“ für „Bad“ jedoch ein weiterer Werbegag von Frank DiLeo, aber einer, dem Michael zugestimmt hat. Das „Kunststück“ bestünde darin, auch Prince mit ins Boot zu ziehen.

Ich habe viele Male gehört, wie Quincy Jones diese Story erzählt hat. Auf der Special Edition von Bad gibt es einen ganzen Bonustrack, wo Quincy Jones über dieses „historische Treffen“ spricht, und obwohl er nicht klar sagt, dass das alles ein Werbegag war, streitet er es jedoch auch nicht ab.

Hier ist Taraborellis Darstellung dieses ersten Treffens:

Quincy arrangierte für Michael ein Treffen mit ihm (Prince), da er das Gefühl hatte, die beiden wären kreative Genies und sollten sich kennen, ob sie nun jemals miteinander singen würden oder nicht. Laut dem Autor Quincy Troupe „war es ein seltsames Gipfeltreffen. Sie standen in solch einer Konkurrenz zueinander, dass keiner in irgendeiner Art und Weise nachgeben würde. Sie saßen irgendwie dort, checkten sich gegenseitig ab, sagten jedoch nur sehr wenig. Es war eine faszinierende Pattsituation zwischen zwei sehr mächtigen Typen.“

Prince stimmte jedoch zu, sich das Band des Songs anzuhören. Nachdem er die erste Zeile gehört hatte – „Your butt is mine“ (Dein Arsch gehört mir) – lehnte er das Angebot ab. Nach seinen eigenen Angaben sagte Prince zu Michael, dass er diese Zeile nicht zu ihm singen würde, und Michael würde sie sicher nicht zu ihm singen! Er soll auch gesagt haben, dass Michael ihn nicht brauchen würde, damit der Song ein Hit wird (womit er Recht hatte!).

Prince spricht mit Chris Rock über die Ablehnung des Angebots, ein Duett für Bad aufzunehmen:

mickael-jackson-bad„DEIN ARSCH GEHÖRT MIR!“

 

Prince 9„WARTE EINEN MOMENT … WER WIRD DIESE ZEILE ZU WEM SINGEN?!“

Michael fasste die Abfuhr angeblich als eine Art Brüskierung auf, aber er ist nicht darauf herumgeritten. Er zog weiter und machte sein Ding. Was Prince betrifft: trotz dem, was er in dem Interview mit Chris Rock über „keine Rivalität“ sagt – und unabhängig davon, wie oft er in den darauffolgenden Jahren darüber gesprochen hat, wie sehr er Michael respektiert – kann ich mir nicht helfen, aber es hinterlässt den Eindruck, dass es in gewisser Weise Eifersucht und Arroganz seinerseits war, zumindest damals. (Vielleicht brachte das Erwachsenenalter wie bei allen Dingen einen gewissen Grad an später Einsicht und Weisheit). Meine ehrliche Meinung ist, dass er damals – als ein Großteil seines Reizes darauf basierte, das genaue Gegenteil von Michael Jackson zu sein – auch Angst gehabt haben könnte, seine Fangemeinde zu verprellen. Er könnte aber auch gewittert haben, dass Michael diesen Teil seiner Fangemeinde für sich zu gewinnen wollte und vielleicht empfand er das als echte Bedrohung.

Da beide die wortkargen, schüchternen, manchmal kryptischen Künstler waren, die sie nun einmal waren, ist es wirklich schwer, genau zu bestimmen, was sie dachten. Aber ich werde die Vermutung äußern, dass die Rivalität zumindest Mitte der 80er, als sie beide am Gipfel ihres Ruhms standen und beide Jugend und Testosteron an ihrer Seite hatten, etwas mehr als nur ein Lippenbekenntnis war.

ALAN LEEDS: Aber die Sache, als Michael sich an Prince wandte und wollte, dass er „Bad“ aufnahm, das machte ihn wirklich stinksauer. Prince meinte „Oh, er möchte mich auf Platte einschüchtern. Glaubt er, ich bin verrückt?“ Er konnte nicht genug aus sich heraus, um zu erkennen, dass das etwas war, von dem sie möglicherweise beide hätten profitieren können (Ravens Betonung). Es wäre nach wie vor Michaels Video gewesen und Prince wäre nur ein Gast gewesen. Das erfasste, wie die Beziehung nicht sein konnte. Sie waren wie Ali vs. Frazier. Und die Medien konnten nicht genug davon bekommen, diese Typen gegeneinander auszuspielen.

http://www.vibe.com/content/michael-jackson-vs-prince-oral-history-3

Sherilyn Fenn wallpaper

Sherilyn Fenn wallpaper

Sherilyn Fenn, heiß genug um … ein Ping Pong Match anzuzetteln?

Allem Anschein nach war die Rivalität gelegentlich mehr als nur eine berufliche. Das berüchtigte Ping Pong Match ereignete sich, als Michael versuchte, die Aufmerksamkeit von Prince‘ Freundin Sherilyn Fenn zu ergattern (Ah, jetzt kommen wir zum wirklich Wesentlichen dieser Situation! Er hat ihn nicht nur dazu „gedrängt“, „your butt is mine“ zu singen, es scheint, dass Michael ebenfalls versuchte, einen gehörnten Mann aus dem armen Prince zu machen!).

QUESTLOVE: Da gab es diese jetzt berüchtigte Story über ein Ping Pong Match zwischen Mike und Prince 1986, als Prince Under The Cherry Moon aufnahm und Mike an Captain Eo arbeitete. Und sie beide wetteiferten um die Aufmerksamkeit von Prince‘ Mädchen Sherilyn Fenn, die damals echt heiß war. Es war ein verrücktes Ping-Pong Spiel. Er sagte, dass MJ wie Helen Keller spielte. [Redaktionelle Anmerkung: Prince‘ Drummer Bobby Z gab in der Minneapolis Star Tribune über die gutartige Auseinandersetzung des ungleichen Paars MJ und Prince zu Protokoll „Sie warfen in [Prince‘] Paisley Park Körbe. Prince hatte eine tief verwurzelte wetteifernde Natur, es ist also leicht zu erkennen, wo er sich gegen Jacksons Erfolg messen würde.“]

http://www.vibe.com/content/michael-jackson-prince-oral-history-pg-2

Aber wie kam es wegen Michaels Spiel zu dem Helen Keller Kommentar? Diese Story kam vom Techniker David Z, der das Match verfolgt hat:

„Michael legte seinen Schläger ab und hielt seine Hände vors Gesicht, damit ihn der Ball nicht treffen konnte. Michael ging mit seinem Bodyguard und Prince fing an, wie ein Gockel herumzustolzieren. ,Hast Du das gesehen? Er spielte wie Helen Keller.‘“

http://newsroom.mtv.com/2009/06/29/michael-jackson-vs-prince-the-forgotten-rivalry/

Wenn Michael sich schuldig gemacht hat, Prince‘ Mädchen stehlen zu wollen, dann war Prince allerdings auch schuldig, sich an Michaels Schwester ranzumachen, wenn man Latoya glauben kann (natürlich hat laut Latoya jeder Mann versucht, sich an sie ranzumachen!)

Aus Latoya Jacksons Autobiographie von 1978

Da ich unter so vielen Brüdern aufgewachsen bin, mochte ich Männer als Freunde, aber ich war total unerfahren in der Entschlüsselung nonverbaler Signale zwischen Männern und Frauen.

Kurz nachdem Prince „Soft and Wet“ herausgebracht hat, hat er sich mir schüchtern bei einer Rollerskating Party vorgestellt. „Hi.“

„Hi“, sagte ich lässig.

„Ich bin Prince.“

„Ja, ich weiß.“ Es stand außer Frage – die großen braunen Augen, flaumiger Schnurrbart und glatte schwarze Haare. Obwohl ich gesessen bin, um mir meine Skates anzuziehen, hatte er fast meine Höhe.

„Ich wollte Dich nur wissen lassen, dass ich wahnsinnig in Dich verliebt bin.“ flüsterte er leidenschaftlich.

„Oh.“ Ich dachte, das wäre seine Art gewesen, jemanden Komplimente zu machen. Ich hatte keine Ahnung von seinen wahren Absichten, bis er sagte „Ich habe all Deine Bilder und alles und ich mag alles an Dir.“ Seine Stimme verstummte allmählich, als ihm die Worte ausgingen.

„Oh… das ist nett.“

Die meisten Mädchen hätten ihn geküsst oder geschlagen. Ich? Ich stand auf, sagte beschwingt „Naja, hoffe, Du hast heute einen schönen Abend!“ und skatete davon.

http://lacienegasmiled.wordpress.com/category/bromance/prince/

Ihre sportliche Rivalität übertrug sich laut Bobby Z auch auf Basketballspiele in Paisley Park:

http://newsroom.mtv.com/2009/06/29/michael-jackson-vs-prince-the-forgotten-rivalry/

Man kann sich nur fragen, ob diese Matches so ähnlich waren wie das Jackson/Jordan Match in Jam!

Wenn man berücksichtigt, dass Prince nur 158cm groß war im Vergleich zu Michaels 175cm (was beides nicht gerade Basketballmeisterschaftsmaße sind) kann ich mir nur vorstellen, dass diese Spiele nur durchschnittlich waren, aber ich wäre liebend gerne ein Mäuschen gewesen auf dem Spielfeld während dieser Matches! (Wie Michael gesagt hätte, wurde dort wahrscheinlich „wie verrückt gemogelt!“).

Prince äußerte sich bekanntlich zu Michael Jacksons Talenten als Kämpfer und Konkurrent:

QUESTLOVE: Erinnerst Du Dich an dieses unglückliche Duett zwischen Eddie Murphy und Michael namens „Whatzupwitu”? Ich habe fünf Stunden unbearbeitetes Filmmaterial von diesem Videodreh. Michael und Eddie hatten eine Green Screen hinter sich und irgendwann in der zweiten Stunde kam die Sprache auf Prince. Und Eddie sagt „Yeah man… Prince ist ein böser Motherfucker. Ich bin froh, mit Dir zu arbeiten, aber ich träume auch davon, mit ihm zu arbeiten.“ Und ich glaube nicht einmal, dass Mike wusste, dass die Kamera auf ihn gerichtet war und er sagt „Ja, er ist ein naturgegebenes Genie.“ Und dann, vier Takte später, sagt Michael „Aber ich kann ihn schlagen [lacht].“ (Ravens Betonung).

http://www.vibe.com/content/michael-jackson-vs-prince-oral-history-3

Scheinbar machte Michael 1996 einen letzten Versuch, um sich für eine Zusammenarbeit an Prince zu wenden. Ich bin mir nicht sicher, worum es bei diesem geplanten Projekt ging. Aber trotz wachsender Karriereprobleme schien Prince auch Mitte der 90er seinen Stolz nicht weit genug unterdrücken zu können, um das Angebot anzunehmen.

Hätte er damals anders gehandelt, wenn er gewusst hätte, dass die Zeit abläuft? Das werden wir niemals erfahren.

Michael Jackson 2„WARUM HAT PRINCE SEINEN BASS DIREKT IN MEIN GESICHT GESPIELT?“ – MIKE SUCHT EINE ANTWORT AUF EINE DER VERWIRRENDSTEN FRAGEN DES LEBENS!

Michael erschien derjenige zu sein, der die Stiche der wiederholten Zurückweisungen und die garstigeren Aspekte der Rivalität am meisten gespürt hat:

WILL.I.AM (Kopf der Black Eyed Peas; Ist live mit Prince aufgetreten und hat mehrere Titel für Michael Jackson produziert): Ich hatte 2008 eine Show mit den Black Eyed Peas und später an diesem Abend bin ich mit Prince im Palms Hotel aufgetreten. Ich rief Micheal kurz vor der Show an und sagte „Hey Mike, ich bin in Vegas.“ Ich erzählte ihm von dem Auftritt im Palms mit Prince und fragte ihn, ob er kommen wollte. Er war anfangs etwas beklommen, aber ich sagte ihm „Lass mich Prince anrufen, um zu sehen, ob alles OK ist.“ Ich saß neben Mike, nachdem ich einen Song mit Prince beendet hatte und er kommt Bass spielend von der Bühne runter, genau auf unseren Tisch zu… bearbeitete den Bass bis zum Geht nicht mehr! Es war das coolste Erlebnis, das ich jemals hatte. Ich war mit meinen beiden Helden zusammen. Während wir an neuem Material für sein Album arbeiteten, fragte mich MJ, warum die Leute ihn nicht genauso als ernstzunehmenden Songwriter sahen wie Prince. Es war ein Schock, das von solch einem ikonischen Künstler zu hören. (Ravens Betonung).

http://www.vibe.com/content/michael-jackson-prince-oral-history-pg-4

Das obige ist eine wichtige Offenbarung. Michael war sich dessen sehr bewusst, dass seine Talente und Leistungen als Songschreiber nicht den gleichen Respekt erhielten wie die von Prince, obwohl er in die Songwriter’s Hall of Fame aufgenommen wurde (eine Ehrung, die Prince ironischerweise nicht zuteilwurde). Es zeigt auch, dass er auf einer sehr tiefgehenden Ebene als Künstler ernstgenommen werden wollte, nicht nur als ein großartiger Showman. Er wollte Prince‘ Level an künstlerischem Respekt; er sehnte sich danach auf die gleiche Weise, in der ein Mensch Brot begehrt, selbst wenn ihm Kaviar gegeben wird. Wenn man berücksichtigt, dass sie beide getriebene und erfolgreiche Künstler waren, die einige der gefeiertsten und beständigsten Popklassiker unserer Zeit erschufen, ist es verständlich, warum Michael die Hauptlast der zwischen ihnen gemachten Unterschiede so stark fühlte. Wenn er vielleicht nur ein Showman gewesen wäre – statt einer der besten Songschreiber unserer Zeit – hätte es nicht annähernd so geschmerzt. Aber Michael kannte die Wahrheit.

Prince selbst war immer schnell damit, Michaels Kunst zu verteidigen und bezeichnete ihn mehr als einmal als ein „schieres Genie“.

Und vielleicht hatte Michael in gewisser Hinsicht letztlich doch das letzte Wort!

2008 lud Will I Am Michael zu einem Konzert in Las Vegas ein, wo The Black-Eyed Peas mit Prince gemeinsam auftraten. Es war das letzte Mal, dass sich die beiden Legenden persönlich getroffen haben.

Will I Am spricht hier über dieses Konzert (und andere Erinnerungen an Michael):

http://news.bbc.co.uk/2/hi/entertainment/8123506.stm

Dieser Bericht über das Konzert und was sich laut einem Interview mit Will I Am in dieser Nacht abgespielt hat, wurde aus einem deutschen Artikel übersetzt:

Will.i.am: … Ich war mit den Black Eyed Peas vor ein paar Monaten in Las Vegas. Da ruft mich Prince an, der in einem Casino spielte: „Hey, willst Du heute mit mir auftreten?” Klar, sage ich, natürlich! Am nächsten Tag rief mich sein Assistent an und sagte: „Prince würde gern wissen, ob Du Lust hättest, heute Abend noch einmal mitzuspielen.” Lust? Was gibt es Cooleres als mit Prince aufzutreten? Genau: An zwei Tagen hintereinander mit ihm aufzutreten! Ein paar Minuten später bekomme ich einen weiteren Anruf: „Hey, hier ist Mike, was machst du gerade so?” Mike? Michael Jackson? Wow! Er hatte zu dem Zeitpunkt das Studio gewechselt, von Irland nach Las Vegas. Ich sage also: „Hey, ich trete heute Abend hier mit Prince auf.” – „Prince? Das ist toll!” – „Du solltest vorbeikommen!” – „Wirklich? Meinst Du, das wäre cool?” – „Das wäre verdammt cool!” – „Okay, dann komm ich.” Das muss man sich mal vorstellen: Ich trete mit Prince auf, und Michael Jackson sitzt im Publikum! Heilige Scheiße! Wie wahrscheinlich ist es, dass ein Mensch innerhalb von zehn Minuten erst einen Anruf von Prince bekommt und dann einen von Michael Jackson?

SZ: Die Wahrscheinlichkeit liegt bei null.

Will.i.am: Richtig. Okay, ich mache mich also am frühen Abend auf den Weg zum Konzert und – bleibe im Verkehr stecken! Fuck, denke ich, gibt es einen schlechteren Zeitpunkt im Stau zu stehen? Ich springe also irgendwann aus dem Auto und renne los. Ich schaffe es in der allerletzten Sekunde in den Club. Alles läuft wunderbar, nach drei Minuten bin ich wieder runter von der Bühne, Prince ruft noch ins Mikrofon „Give it up for Will.i.am!”, ich schleiche mich in den Saal und setze mich an den Tisch von – Michael Jackson. Er ist also wirklich gekommen! „Wie fandest Du mich?”, frage ich ihn. Er antwortet: „Ich wusste gar nicht, dass du rappst.” Wie bitte? Der Mann hat mich für ein paar Aufnahmen ins verdammte Irland einfliegen lassen, und er wusste nicht einmal, dass ich nicht nur Produzent bin, sondern auch Rapper! Ich sage: „Hörst du nie meine Musik, guckst du nie meine Videos? Ich bin verdammt nochmal der Hauptrapper der Black Eyed Peas!” Anyway. Neben Michael Jackson sitzt noch der Schauspieler Chris Tucker, und dann kommt Prince von der Bühne runter auf uns zu…

SZ: … und sieht Michael Jackson am Tisch mit Ihnen sitzen?

Will.i.am: Yo. Er hat seinen Bass umgeschnallt und bleibt vor unserem Tisch stehen. Da sitzen wir also: Michael Jackson, Chris Tucker und ich. Prince steht direkt vor Michael Jackson und improvisiert auf seinem Bass: Slap! Sonst macht er – nichts! Sagt – nichts! Spielt einfach. Was für eine Szene! Als Prince wieder zurück auf der Bühne ist, sagt Michael Jackson zu mir: „Prince hat mir mit seinem Bass mitten ins Gesicht gespielt! Was sollte das denn?” Naja, sage ich: „Du bist schließlich inkognito hier! Stell dir doch mal vor, Prince hätte gesagt: ,Ja, und hier sitzt übrigens Michael Jackson.’ Die Leute sind ja schon wegen Prince genug ausgerastet, geschweige denn, sie hätten gewusst, dass du auch da bist!” Tja, das war sie dann, die verrückteste Nacht meines Lebens.

http://prince.org/msg/7/312585

[deutscher Originalartikel: http://www.sueddeutsche.de/kultur/interview-mit-william-wen-interessieren-silberne-plastikscheiben-1.251061; Anm.d.Übers.]

Nun, ich weiß nicht, wie sehr man den Gerüchten Glauben schenken kann. Aber ich habe (unbestätigt) gehört, dass Michael an jenem Abend gesagt haben soll, dass er froh sei, niemals eine Gitarre gebraucht zu haben, um zu beweisen, dass er einen Penis hat.

Autsch.

Michael hat sich zumindest öffentlich nie über Prince geäußert, ebenso wie er sich nur sehr selten über irgendwelche andere Künstlerkollegen geäußert hat. Um die Frage zu beantworten, wie sie miteinander zurechtgekommen sind: Ich denke nicht, dass sie jemals wahre Freunde waren (trotz Bobby Zs Beharren: http://www.drfunkenberry.com/2009/06/27/prince-michael-jackson-were-friends/). Ich kann sie mir nicht als „beste Kumpel“ vorstellen. Ich denke, sie hatten einen sehr fest verwurzelten, manchmal missgönnenden Respekt für einander, gepaart mit einem heftigen Sinn für Konkurrenzdenken – was für beide gleichermaßen gilt. Die wenigen Male, die sich ihre Wege kreuzten, waren sie immer herzlich zu einander, obwohl die unterschwelligen Spannungen fast immer spürbar waren. Ich bin mir sicher, dass sie zeitweise eine lockere Kameradschaft hatten. Ich kann sie mir leicht dabei vorstellen, ein paar Körbe zu werfen, vielleicht mit einem Crown anzustoßen und ein paar Witze zu machen. Sie hätten diese Art der Verbundenheit haben können, die einfach aus dem gegenseitigen Verständnis heraus entsteht, weil sie beide den gleichen Berühmtheitsgrad hatten. Vielleicht war es ihnen in jenen raren Momenten, wenn die Welt nicht zusah – wenn sie ihre Masken und ihre Schutzmechanismen lange genug fallen lassen konnten, um einfach Michael Joseph Jackson und Prince Roger Nelson zu sein – möglich, dieses verwandtschaftliche Verhältnis zu finden. Doch für wie lange oder wie oft, werden wir vielleicht niemals mit Sicherheit wissen.

Zwei seltene, jugendlich frische Fotos: Michael und Prince ohne ihr bekanntes Makeup:

Michael Jackson PHM

Prince 10

Als uns Michael am 25. Juni 2009 verlassen hat, gab es viele Spekulationen darüber, ob sich Prince den Rängen der Prominenten anschließen würde, die offizielle Stellungnahmen abgaben. Er äußerte sich in einem französischen Interview auf diese sehr kurze und bündige Art:

„Es ist immer traurig, jemanden zu verlieren, den man liebt.“

Auf typisch kryptische Prince-Art war das vielleicht alles, was gesagt werden musste. Seither begnügte er sich wie immer damit, die Musik sprechen zu lassen und inkludierte einige Michael Jackson Songs in seine Liveauftritte als Tribute.

War er aufrichtig, als er sich auf Michael bezog als jemanden, den er liebte?

Ich würde sagen, nach seinem besten Vermögen, ist diese Antwort ja.

Update: Ich verfasste den ganzen obigen Text vor mehr als fünf Jahren im Jahr 2011, offenkundig lange vor Prince‘ tragischem Tod am 21. April diesen Jahres. Damals war es meine Absicht, eine ausgewogene Beschreibung ihrer „Rivalität“ und ihrer persönlichen Freundschaft zu präsentieren, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Als ich mir das Geschriebene von damals erneut durchgelesen habe, war ich versucht, ein paar Passagen im Nachhinein zu überarbeiten. Aber dann dachte ich nein, es würde keinem der beiden wirklich einen Gefallen tun, die Wahrheit zu beschönigen. Es mindert den enormen Respekt, den ich für beide empfinde, in keinster Weise. Es zeigt einfach die menschlichen Schwächen der beiden und auch die Tatsache, dass beide niemals diesen Erfolg gehabt hätten, wenn sie nicht solche Egos gehabt hätten und die enorme wetteifernde Ader, die notwendig ist, um ein erfolgreicher Performer zu sein.

In der Woche seit Prince‘ Tod haben wir eine ähnliche globale Welle des Schocks und der Trauer gesehen, die wir 2009 gesehen haben. Michael Jackson Fans fühlten diesen Schmerz; für uns ist es ein weiterer Verlust, der diesen kulturellen Nerv getroffen hat. In den Jahren nach dem Verlust Michaels empfanden viele von uns, dass Prince immer noch zu haben, zumindest eine Art Trost war – dass wir zumindest einen Teil der Magie unserer Jugend immer noch hatten. Jetzt ist es nur noch ein Gefühl der Leere.

Prince TrauerDie Fan-Gedenkstätten vor Paisley Park bringen für MJ Fans schmerzvolle Erinnerungen hervor

In der letzten Woche war ich wie viele andere des „Prince Pauken“ schuldig – plötzlich wollte ich möglichst viel über einen Künstler lernen, den ich geliebt habe, den ich aber zugegebenermaßen als zu selbstverständlich betrachtet habe, als er noch hier war. Es war die gleiche Phase der Entdeckung, die ich mit Michael durchgemacht habe, als ich immer erstaunter wurde über solch einen begabten Künstler und großartigen Menschen, den ich mir irgendwie nie erlaubt habe, zu Lebzeiten besser kennen zu lernen. Über Prince habe ich ebenfalls so viel gelernt, das ich zuvor nie wirklich beachtet habe – sein humanitäres Wirken, worüber, wie bei Michael, oft zu wenig berichtet wurde; die Tiefe seines privaten Schmerzes, das Leid und der Mut, da er trotz oft lähmender Schmerzen weiter erschuf, immer sein tapferstes Gesicht für seine Fans zeigte; oder einfach nur, wie sarkastisch lustig er in Interviews sein konnte, wie in dem Interview in der Arsenio Hall Show 2014.

Auf typische Art und Weise haben viele MJ und Prince Fans versucht, die Ungeheuerlichkeit dieses zweifachen Verlustes auszugleichen, wie es nur jene von uns wirklich können, die diese Zeiten durchlebt haben – mit einer gesunden Dosis Humor. Ich möchte euch hier ein paar meiner liebsten Bildunterschriften der letzten Woche zeigen, die einige Tränen in Glucksen verwandelt haben.

In diesem Sinne, gute Nacht, lieber King und Prince.

Prince Michael Jackson Humor

*Prince betritt das Himmelstor*

Hm, hm, hm. Wenn es nur nicht Michael ist.

*Michael dreht sich um* Ach Du Hölle.

Übersetzung: Ilke & Doris

Eine beschämende Episode in der Mediengeschichte

Eine beschämende Episode in der Mediengeschichte (ein Artikel von Charles Thomson, 13/6/2010)

Der Journalist Charles Thomson schrieb 2010 den hervorragenden Artikel “One Of The Most Shameful Episodes in Journalistic History” – “Eine beschämende Episode in der Mediengeschichte” , darüber, wie die Medien über Jahrzehnte mit Michael Jackson umgingen. Dieser Artikel ist immer noch aktuell und lesenswert!

Original in Englisch: One of the Most Shameful Episodes In Journalistic History http://www.huffingtonpost.com/charles-thomson/one-of-the-mostshameful_b_610258.html

Es ist heute 5 Jahre her, dass 12 Juroren Michael Jackson uneingeschränkt von den verschiedenen Anklagepunkten der Kindesbelästigung, der Verschwörung und der Gabe von Alkohol an ein minderjähriges Kind freisprachen. Schwer zu beurteilen, wie der Michael Jackson-Prozess in die Geschichte eingehen wird. Vielleicht als ein klassisches Beispiel westlichen Promikults. Vielleicht als ein Beispiel für Lynchen im 21. Jahrhundert. Ich persönlich denke, er wird als die abscheulichste Episode des Journalismus in Erinnerung bleiben.

Erst wenn man sich durch die Zeitungsarchive gewühlt und Stunden von Fernsehberichten gesehen hat, wird man das wirkliche Ausmaß des Fehlverhaltens der Medien erkennen. Es war flächendeckend. Zweifelsohne gab es Reporter, Zeitungen und TV-Sender, die ganz offensichtlich auf Seiten der Anklage standen, aber viele der Fehlleistungen der Medien waren systembedingt. Wie gibt man in einem Medienbetrieb, der stets auf der Suche nach knappen, eingängigen Phrasen ist, 8 Stunden Zeugenbefragung in 2 Sätzen korrekt wieder? Wie widersteht man in einer Zeit sich überschlagender Nachrichten und konstanten Bloggens der Versuchung, bei der erstmöglichen Gelegenheit aus dem Gerichtssaal zu rennen und über die neuesten sensationslüsternen Beschuldigungen zu berichten, auch wenn dies bedeutet, einen Teil der Zeugenbefragungen des Tages zu verpassen?


Wenn ich auf den Michael Jackson-Prozess zurückblicke, sehe ich eine außer Kontrolle geratene Medienlandschaft. Man kann sich kaum vorstellen, welcher Abgrund an Propaganda, Voreingenommenheit, Verzerrung und Fehlinformation sich da auftat. Ein Vergleich der Gerichtsakten mit den Zeitungsberichten macht deutlich, dass der Prozess, so wie er der Öffentlichkeit präsentiert wurde, so gar nichts mit den Ereignissen zu tun hatte, die im Gerichtssaal stattfanden. In den Protokollen findet sich eine schier endlose Liste von zwielichtigen Zeugen der Anklage, die sich in Widersprüche verwickelten und von denen beinahe stündlich einer unter dem Kreuzverhör zusammenbrach. Presse und Fernsehen berichteten täglich über die abscheulichsten Anschuldigungen und schmutzigsten Unterstellungen.


Es war der 18. November 2003, als 70 Sheriffs in Michael Jacksons Neverland Ranch eindrangen. Unmittelbar nach Bekanntwerden dieser Nachricht änderten die Nachrichtensender ihr Programm und gingen zur 24-Stunden-Berichterstattung über. Als sich andeutete, dass Jackson beschuldigt wurde, den krebskranken Jungen Gavin Arvizo belästigt zu haben, der bekannterweise die Hand Jacksons in Martin Bashirs Dokumentation “Living with Michael Jackson” gehalten hatte, gerieten die Medien außer Kontrolle. Fernsehsender waren so besessen vom Jackson-Skandal, dass über einen Terroranschlag in der Türkei so gut wie gar nicht berichtet wurde, nur CNN war die gemeinsame Pressekonferenz von George Bush und Tony Blair zum Vorfall eine Meldung wert.

Die drei größten amerikanischen Nachrichtensender brachten sofort mehrstündige TV-Specials zum Jackson-Fall, obwohl zu dem Zeitpunkt außer der Tatsache, dass es Anschuldigungen gab, nichts bekannt war, und auch die Staatsanwaltschaft keine Fragen beantwortete.
CBS widmete dem Thema eine Episode von ’48-Hours Investigates’, NBCs Dateline und ABCs 20/20 brachten ebenfalls in kürzester Zeit Jackson-Sondersendungen. In den zwei Tagen der Neverland-Razzia, noch bevor Michael Jackson überhaupt verhaftet wurde, kündigte der Sender VH1 eine halbstündige Dokumentation mit dem Titel “Der Michael Jackson-Sexskandal” an.

Die Zeitung ‘Daily Variety’ beschrieb die Jackson-Story als “ein Gottesgeschenk für die Medien, wobei speziell die nationalen und lokalen TV-Sender darauf hofften, auf diese Weise in der so wichtigen letzten Novemberwoche Rekord-Einschaltquoten zu erzielen.”

Daily Variety hatte Recht. Die Quoten der Promi-Klatsch-Sender schnellten in die Höhe, als die Jackson-Story einschlug. Die Einschaltquoten des Promi-TV-Magazins ‘Access Hollywood’ übertrafen die der Vorwoche um 10%. Die Konkurrenten ‘Entertainment Tonight’ und ‘Extra’ erzielten die höchsten Einschaltquoten der Saison und ‘Celebrity Justice’ konnte sich über einen Anstieg von 8% freuen.

Zeitungen reagierten ebenso hysterisch wie TV-Stationen: “Pervers!” titelte die New York Daily News. Mit “J.A.C.K.O: Nun bist Du dran” schlug die Schlagzeile der New York Post in die gleiche Kerbe.

’The Sun’, Großbritanniens größte Zeitung, brachte einen Artikel mit der Schlagzeile “He’s Bad (er ist schlecht), He’s Dangerous (er ist gefährlich), He’s history (er ist Geschichte)”. Das Blatt brandmarkte Jackson als einen “Ex-Schwarzen Ex-Superstar”, einen “Freak” und ein “verrücktes Individuum” und rief dazu auf, Jacksons Kinder in Sicherheit zu bringen. “Wenn er nicht ein Pop-Idol mit einem Haufen Geld wäre, dann wäre er schon Jahre zuvor weggesperrt worden.”

Angestachelt vom Anstieg der Zuschauerzahlen durch den Jackson-Skandal, machten es sich die Medien zu ihrer Mission, die Story bis aufs Äußerste auszuschlachten. Tom Sinclair vom Magazin ‘Entertainment Weekly’: “Medienvertreter vom schmutzigsten Schmierenreporter bis zum angesehensten Nachrichtenjournalisten überschlugen sich, Material zusammenzutragen, um Kolumnenspalten und Sendezeit mit J.A.C.K.O-Exklusivmeldungen und Talkrunden zu füllen”.

”Der Druck auf die Presseleute ist enorm,” so Anwalt Harland Braun zu Sinclair. “So fühlen sich Rechtsanwälte, von denen Du vorher nie gehört hattest, berufen, im TV über einen Fall zu sprechen, den sie überhaupt nicht kennen.”

Sinclair fügt hinzu, “Und nicht nur Rechtsanwälte. Jeder, vom Arzt, Journalisten, Psychiater bis zum Supermarktverkäufer, der Jackson mal bedient hat, meint, dies genügt, sich über Jackson im Fernsehen und in der Zeitung äußern zu können.

Die Medien hatten vollauf damit zu tun, jede Menge selbsternannter Experten und Leute, die nicht zum engeren Bekanntenkreis Jacksons gehörten, nach ihrer Meinung zum Skandal zu befragen. Unterdessen bediente sich das Team der Staatsanwaltschaft im Fall Jackson fragwürdiger Methoden, aber die Medien kümmerte dies anscheinend nicht.


Während der Neverland-Razzia überschritt Bezirks-Staatsanwalt Tom Sneddon, der Jackson bereits 1993 erfolglos strafrechtlich verfolgt hatte, seine Befugnisse, als seine Mitarbeiter in Jacksons Büro eindrangen und eine Unmenge an Geschäftsunterlagen beschlagnahmten, die für den Fall aber keinerlei Bedeutung hatten. Zudem drangen sie illegalerweise ins Büro eines Mitarbeiters des Verteidigungs-Teams ein und entfernten für Jackson entlastendes Material aus dem Haus seines persönlichen Assistenten.

Sneddon schien außerdem jedes Mal grundlegende Bestandteile seines Falles zu verfälschen, wenn Beweise ans Licht kamen, die die Behauptungen der Arvizos als unwahr erscheinen ließen. Als er z.B. auf zwei Video-Interviews stieß, in denen die komplette Arvizo-Familie Lobgesänge auf Jackson sang und jeden Missbrauch verneinte, erhob er Anklage wegen Verschwörung und machte geltend, dass die Familie gezwungen worden sei, die Unwahrheit zu sagen.

In einem ähnlichen Beispiel erklärte Jacksons Anwalt Mark Geragos im Januar 2004 gegenüber NBC, Jackson habe ein “wasserdichtes Alibi” hinsichtlich der Daten im Anklageprotokoll. Bis Jackson zu den Verschwörungsvorwürfen im April vernommen wurde, waren die Daten zur Kindesbelästigung in vorherigen Fällen um fast zwei Wochen verschoben worden.

Sneddon wurde später beim offensichtlichen Fälschen von Fingerabdruckbeweisen gegen Jackson erwischt, als er dem Ankläger Gavin Arvizo während des Grand-Jury-Verhörs Pornohefte in die Hand gab, sie dann in einen Umschlag packte und versendete, um die Fingerabdrücke untersuchen zu lassen.


Nicht nur, dass Medien in ihrer Mehrzahl über diese fragwürdigen und bisweilen auch illegalen Aktivitäten der Anklageseite hinwegsahen, man schien offensichtlich Gefallen daran zu finden, der vernichtenden Propaganda der Anklageseite ständig neuen Stoff zu geben, obwohl keinerlei unterstützendes Beweismaterial existierte. Zum Beispiel trat TV-Reporterin Diane Dimond Tage nach Jacksons Festnahme in ‘Larry King Live’ auf und erwähnte wiederholt einen Stapel Liebesbriefe, die der Star angeblich Gavin Arvizo geschrieben habe.

”Weiß irgendjemand hier von der Existenz dieser Briefe?” fragte King.
”Ohne jeden Zweifel”, antwortete Dimond. “Ich weiß es. Ich bin mir 100% sicher, dass es sie gibt!”
”Diane, haben Sie sie gelesen?”
”Nein, ich habe sie nicht gelesen.”

Dimond gab zu, die Briefe nie gesehen zu haben, sie nie gelesen zu haben, berief sich aber auf “zuverlässige Rechtsquellen”. Aber diese Liebesbriefe hat nie jemand zu Gesicht bekommen. Als Dimond sagte, sie sei sich “hundertprozentig sicher”, was deren Existenz betreffe, stützte sie ihre Aussage einzig auf Äußerungen aus Polizeikreisen. Bestenfalls dienten die Polizeiquellen dazu, die Glaubwürdigkeit der Arvizo-Vorwürfe zu untermauern, schlimmstenfalls entstand aus ihnen eine Story, die nur dazu diente, Jacksons Namen zu besudeln. So oder so, die Geschichte ging um die Welt, ohne dass es auch nur den geringsten Beweis dafür gab.


Es war über ein Jahr nach Jacksons Festnahme und dem Beginn seines Prozesses, und die Medien versuchten alles, um die Story in der Zwischenzeit auszukochen. Wohlwissend, dass es Michael Jackson gerichtlich untersagt war, sich in der Öffentlichkeit zu den Vorwürfen zu äußern, ließen der Anklage nahestehende Personen Dokumente, wie das Jordan Chandler Polizeistatement von 1993, durchsickern. Die Medien waren hungrig nach Skandalen und Sensationen und stürzten sich darauf.

Zur gleichen Zeit wurden Beschuldigungen, die in den 90ern von verdrossenen Ex-Angestellten an die TV-Sender verkauft worden waren, wieder aufgewärmt und als Neuigkeiten präsentiert. Einige Details der Arvizo-Beschuldigungen sickerten ebenso regelmäßig durch.

Während die meisten Medien diese Storys als Behauptungen und nicht als Fakten präsentierten, hatten Anzahl und Häufigkeit solcher Geschichten, die Jackson mit dem hässlichen Vorwurf des sexuellen Missbrauchs in Verbindung brachten, einen verheerenden Einfluss auf das Image des Stars, auch deswegen, weil es ihm unmöglich gemacht wurde, sich dagegen zur Wehr zu setzen.

31.1 Jury selection

31.1.2005 – Beginn der Jury Auswahl

Die Verhandlung begann Anfang 2005 mit der Auswahl der Jury. Von NBC über die Juryauswahl seitens der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung befragt, sagte Dimond, der Unterschied sei, dass die Staatsanwaltschaft nach Jurymitgliedern suche, die eine Ahnung von “Gut und Böse” hätten und die Recht und Unrecht unterscheiden könnten.

Die Juroren waren kaum ausgewählt, da versuchte Newsweek ihre Autorität schon mit dem Argument zu untergraben, dass eine Jury aus der Mittelschicht die Kläger-Familie Arvizo aus der Unterschicht wohl kaum fair beurteilen könne. In dem Newsweek-Artikel “Die Klassenkarte ausspielen” stand zu lesen: “Der Jackson-Fall könnte von etwas anderem abhängen als Rassenfragen. Und damit meinen wir nicht die Beweise.”

Als die Verhandlung in Gang kam, war sehr schnell klar, dass der Rechtsfall sehr viele Lücken aufwies. Der einzige “Beweis” der Staatsanwaltschaft waren ein paar Pornohefte für Heterosexuelle und ein paar legale Kunstbücher. Thomas Mesereau schrieb in einem Antrag: “Die Anstrengungen, Mr. Jackson dafür vor Gericht stellen zu wollen, die größte Bibliothek der Welt zu besitzen, sind alarmierend. Seit den Zeiten des Nazi-Regimes vor knapp 75 Jahren hat es das nicht mehr gegeben, dass jemand unter dem Vorwand, der Besitz von Büchern bekannter Künstler stelle den Beweis für ein Staatsverbrechen dar, strafrechtlich verfolgt wurde.”


Gavin Arvizos Bruder Star ging früh in den Zeugenstand und sagte, er könne zwei Fälle von Missbrauch bezeugen, aber seine Aussagen waren vollkommen widersprüchlich. Betrachtet man den einen Fall des Missbrauchs, so sagte er vor Gericht aus, Jackson habe Gavin liebkost. In einer früheren Aussage hatte er den Vorfall noch ganz anders beschrieben und angegeben, Jackson habe seinen Penis an Gavins Gesäß gerieben. Auch zu den anderen Vorwürfen machte er vor Gericht an zwei aufeinander folgenden Tagen zwei verschiedene Aussagen.

Während des Kreuzverhörs zeigte Jacksons Anwalt Thomas Mesereau dem Jungen ein Exemplar der Pornofilmreihe ‘Barely Legal’ und befragte ihn wiederholt, ob das die Ausgabe sei, die Jackson ihm und seinem Bruder gezeigt habe. Der Junge bestand darauf, dass es so war, woraufhin Mesereau darlegte, dass die fragliche Ausgabe erst im August 2003 erschienen war, fünf Monate nachdem die Arvizo-Familie Neverland verlassen hatte.

Aber diese Information ging nahezu völlig unter. Die Medien richteten ihr Augenmerk lieber auf die Anschuldigungen des Jungen als auf das Kreuzverhör, das sie widerlegte. Anschuldigungen sind immer für griffige Schlagzeilen gut, ein komplexes Kreuzverhör nicht.


Als Gavin Arvizo aussagen sollte, behauptete er, Jackson habe den ersten Missbrauch initiiert mit den Worten, Jungen müssten masturbieren, sonst würden sie zu Vergewaltigern. Allerdings hatte der Junge, dies bewies Mesereau im Kreuzverhör, bei vorangegangenen Befragungen angegeben, dass diese Äußerung von Gavins Großmutter stammte, nicht von Jackson. Damit war klar, dass die ganze Anklage auf einer Lüge aufbaute.

Im Kreuzverhör schadete der Junge der Verschwörungs-Theorie der Staatsanwaltschaft sehr mit seiner Aussage, er habe auf Neverland niemals Angst gehabt und habe auch nie von dort weg gewollt. Auch wichen seine Aussagen zum angeblichen Missbrauch von denen seines Bruders ab.

Unglücklicherweise für Jackson wurde das Kreuzverhör von den Medien praktisch komplett ignoriert, da die Presse viel lieber darüber berichtete, dass Jackson an diesem Tag in Schlafanzughosen vor Gericht erschien. Dafür muss man wissen, dass Michael Jackson am ersten Tag der Vernehmung Gavins in seiner Dusche ausrutschte, Lungenquetschungen erlitt und ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Als Richter Rodney Melville Jackson mit einer Zwangsvorladung drohte, wenn er nicht binnen einer Stunde erschiene, beeilte sich Jackson und kam in den Pyjamahosen zum Gericht, die er getragen hatte, als er ins Krankenhaus gebracht wurde.


Jackson+s+Pajamas+QArVNaIUxj0l

Die Fotos von Jackson im Pyjama gingen um die Welt, oftmals ohne seine Verletzung zu erwähnen oder den Grund, warum er den Pyjama trug. Viele Journalisten unterstellten ihm, das Ganze inszeniert zu haben, um Mitleid zu erregen. Obgleich “Mitleid“ die letzte Vokabel wäre, die einem einfallen würde, um die Reaktionen der Medien zu beschreiben.

Der Vorfall schreckte die Medien nicht davon ab, die entsetzlichen Aussagen des Jungen am nächsten Tag rund um den Globus zu schicken. Manche stellten die Aussage des Jungen sogar als Tatsache dar und nicht als Mutmaßung. “Er sagte, dass Jungen möglicherweise zu Vergewaltigern werden, wenn sie es nicht tun – Krebskranker Junge Gavin Arvizo erzählt dem Gericht über ***** Sex”, so titelte der englische „Mirror“.

Sobald es aber um das Kreuzverhör des Jungen ging, sah die Sache schon wieder ganz anders aus. Es wurde weitestgehend nicht darüber berichtet. Anstatt Storys über die Lügen Gavins und die widersprüchlichen Aussagen der beiden Jungen zu bringen, waren die Zeitungen voller abfälliger Bemerkungen über Jacksons Pyjama, obwohl der “Pyjama-Tag” schon Tage vorher durch war. Tausende von Worten wurden verschwendet darauf, ob Jackson nun eine Perücke trug oder nicht und die Sun brachte sogar einen Artikel, in dem sie Jackson wegen seiner Anhänger, die er an seiner Weste trug, angriff. Die Presse schien gewillt, alles zu schreiben, um nicht vom Kreuzverhör berichten zu müssen, das die Argumentation der Staatsanwaltschaft schwer ins Wanken brachte.


Von widerlichen Anschuldigungen zu berichten, aber das Kreuzverhör auszulassen, das sie selbst in Misskredit gebracht hätte, war eine Taktik, die sich wie ein roter Faden durch den gesamten Prozess zog. Im April 2005 erklärte der Fox-Kolumnist Roger Friedman in einem Interview bei Radiomoderator Matt Drudge: “Nicht berichtet wird, dass das Kreuzverhör diesen Zeugen in der Regel das Genick bricht.” Sobald etwas Obszönes oder Dramatisches über Jackson gesagt wurde, stürzten sich die Medien draußen darauf, um darüber zu berichten, beim anschließenden Kreuzverhör waren sie schon nicht mehr dabei.

Drudge stimmte zu und ergänzte: “Du bekommst gar nicht so schnell mit, wie sich ein Zeuge nach dem anderen in Luft auflöst. Es hat in der letzten Zeit nicht mal einen Zeugen gegeben, der nicht gestanden hat, in früheren Verfahren – entweder in diesem oder in einem anderen Fall – einen Meineid geleistet zu haben.”

Dieser alarmierende Trend, das Kreuzverhör zu ignorieren, war wohl am augenscheinlichsten in der Berichterstattung über Kiki Fourniers Aussage. Beim direkten Verhör durch die Staatsanwaltschaft bezeugte Fournier – eine Haushälterin in Neverland – dass Kinder, die Neverland besuchten, oft über die Stränge schlugen. Sie hätte manchmal Kinder gesehen, die so hyperaktiv gewesen seien, dass sie durchaus betrunken gewesen sein könnten. Die Medienvertreter rannten nach draußen, um über diese vermeintliche Sensation zu berichten und verpassten so eine der für den gesamten Prozess wichtigsten Zeugenaussagen.

Beim Kreuzverhör durch Thomas Mesereau sagte Fournier aus, dass während der letzten Wochen der Familie Arvizo auf Neverland – die Zeitspanne, in der die Belästigungen angeblich begonnen hätten – die Gästezimmer der beiden Jungen ständig in Unordnung waren, und sie schloss daraus, dass die Jungen in ihren eigenen Zimmern schliefen und nicht in Jacksons Schlafzimmer.

Sie sagte auch aus, dass Star Arvizo, Gavin’s Bruder, einmal in der Küche ein Messer zog. Für Fournier sah das nicht nach einem Spaß aus und sie vermutete, er “wolle damit seine Macht demonstrieren”.

Es war ein verheerender Schlag gegen die Staatsanwaltschaft, deren Verschwörungsanklage zunehmend zur Lachnummer verkam, als sich Fournier über die Annahme amüsierte, irgendwer könne unfreiwillig auf Neverland gefangen gehalten werden. Sie erklärte den Geschworenen, dass es um das Grundstück keinen hohen Zaun gab und dass die Familie zu jeder Zeit “mit Leichtigkeit” hätte gehen können.

Als Janet Arvizo, die Mutter von Gavin und Star, als Zeugin vernommen werden sollte, ahnte Tom Sneddon schon Schlimmes. Sie sagte aus, dass ihr die Aussagen in einer Videoaufnahme von ihr und ihren Kindern, in der sie Jackson priesen, Wort für Wort von einem Deutschen, der jedoch kaum Englisch sprach, vorgeschrieben worden wären. Ausschnitte zeigten, wie sie Jackson in den höchsten Tönen lobte und dann geniert schaute und fragte, ob sie aufgenommen würde. Sie sagte, dass auch das ihr vorher aufgeschrieben worden sei.

Sie sagte aus, sie sei auf Neverland gefangen gehalten worden, obwohl Einträge ins „Logbuch“ zeigten, dass sie die Ranch dreimal während ihrer “Gefangenhaltung” verlassen hatte und zurückgekommen war. Ans Licht kam auch, dass gegen sie zu diesem Zeitpunkt wegen Sozialbetrugs ermittelt wurde und dass sie außerdem wegen der Krankheit ihres Sohnes unberechtigterweise staatliche Unterstützung bekam, obwohl die Kosten bereits durch die Krankenversicherung abgedeckt waren.

Selbst die glühendsten Unterstützer der Staatsanwaltschaft mussten zugeben, dass Janet Arvizo eine katastrophale Zeugin der Anklage war. Außer Diane Dimond, die im März 2005 Janet Arvizos Sozialbetrug (sie wurde nach dem Prozess gegen Jackson verurteilt) als allumfassenden Beweis für Jacksons Schuld zu nutzen schien. Sie schrieb einen schockierenden Artikel in der New York Post mit der Überschrift “Pädophile sind nicht auf der Suche nach Kindern aus Heile-Welt-Familien.”


Als die Staatsanwaltschaft sah, dass ihre Argumentation mehr und mehr in sich zusammenfiel, wandte sie sich an den Richter und bat, auch Beweise aus “früheren schlechten Taten” zuzulassen. Ihr wurde die Erlaubnis erteilt. Die Staatsanwaltschaft teilte der Jury mit, dass sie Aussagen von fünf früheren “Opfern” hören würden. Aber diese fünf Fälle stellten sich als noch mehr an den Haaren herbeigezogen heraus als der Arvizo-Fall.

Ganze Heerscharen verärgerter Sicherheitsleute und Hauspersonals traten in den Zeugenstand, um auszusagen, dass sie Zeugen einer Belästigung gewesen seien, hauptsächlich an drei Jungen: Wade Robson, Brett Barnes und Macauley Culkin. Aber diese drei Jungen waren die ersten Zeugen der Verteidigung, und jeder von ihnen sagte aus, dass Jackson sie niemals angefasst habe und waren verärgert darüber, dass jemand überhaupt so denken konnte.

Außerdem kam heraus, dass jeder dieser früheren Angestellten entweder von Jackson wegen Diebstahls entlassen worden war oder einen Prozess wegen ungerechtfertigter Kündigung verloren hatte, mit dem Ergebnis, dass sie Jackson erhebliche Geldsummen schuldeten. Sie hatten es auch versäumt, der Polizei zu erzählen, wann sie Fälle von Kindesbelästigung beobachtet haben wollten. Sogar zum 1993er Chandler-Fall hatten sie nichts zu erzählen, obwohl sie danach versuchten hatten, der Presse entsprechende Storys anzubieten – manchmal mit Erfolg. Je mehr Geld im Spiel war, desto obszöner wurden die Anschuldigungen.



Roger Friedman beklagte in einem Interview mit Matt Drudge, dass der Umstand, dass diese Zeugen ins Kreuzverhör genommen wurden, in den Medien keinerlei Widerhall fand, die Berichterstattung war einseitig geworden. Friedman: “Als es am Donnerstag losging, begann die erste Stunde mit Ralph Chacon, jemand, der auf der Ranch als Wachmann gearbeitet hatte. Er erzählte eine ganz abscheuliche Geschichte. Mit ganz plastischen Worten. Und natürlich rannte jeder nach draußen, um darüber zu berichten. Aber da waren noch die zehn Minuten direkt vor der ersten Pause am Donnerstag, als Tom Mesereau Chacon ins Kreuzverhör nahm und ihn platt machte.”

Das vierte “Opfer”, Jason Francia, ging in den Zeugenstand und behauptete, dass Jackson ihn als Kind bei drei verschiedenen Gelegenheiten belästigt habe. Als man ihn zu Einzelheiten dieser “Belästigung” befragte, gab er zu Protokoll, Jackson habe ihn dreimal durch die Kleidung hindurch gekitzelt und er habe jahrelang Therapie gebraucht, um darüber hinwegzukommen. Die Jury verdrehte die Augen, aber die Journalisten, darunter der MSNBC-Korrespondent Dan Abrams, verkündeten, Francia sei “überzeugend” und prophezeiten, dass er der Zeuge sein könne, der Jackson hinter Gitter bringen könnte.


Die Medien behaupteten wiederholt, dass die Anschuldigungen Francias schon 1990 gemacht wurden, damit die Zuhörer glaubten, dass die Anschuldigungen Jordy Chandlers vordatiert seien. Obwohl Jason Francia zufolge die sexuelle Belästigung im Jahr 1990 stattfand, berichtete er erst darüber, als der Mediensturm über Chandlers Vorwürfe losbrach. Genau zu dem Zeitpunkt erhielt seine Mutter Blanca Francia (ein Dienstmädchen auf Neverland), prompt $ 20.000 von ‘Hard Copy’ für ein Interview mit Diane Dimond und weitere $ 2.4 Millionen im Rahmen einer Einigung mit Jackson.

Darüber hinaus zeigten Abschriften von Polizeivernehmungen, dass Francia seine Geschichte wiederholt verändert hatte. Ursprünglich hatte er immer beteuert, nie belästigt worden zu sein. Aus den Abschriften ging auch hervor, dass er nur aussagte, belästigt worden zu sein, nachdem die Polizisten während der Befragung wiederholt Grenzen überschritten hatten. Die Polizisten betitelten Jackson mehrmals als “Kinderschänder”. Einmal sagten sie dem Jungen, dass Jackson Macauley Culkin genau in dem Moment belästigen würde, als sie Francia vernahmen, und dass Culkin nur zu retten wäre, wenn Francia ihnen gestehe, dass er von Jackson sexuell missbraucht worden sei. Die Abschriften belegten auch, dass Francia zuvor über die Polizei gesagt hatte, “Sie wollten, dass ich mit Sachen rausrücke, sie haben gedrängt. Ich wollte ihnen nicht nach dem Mund reden.”

Das fünfte “Opfer” war Jordy Chandler, der lieber außer Landes gegangen war, anstatt gegen seinen ehemaligen Freund auszusagen. Thomas Mesereau sagte später in diesem Jahr in einem Vortrag in Harvard: “Die Anklage versuchte ihn dazu zu bringen, vor Gericht zu Erscheinen, aber er wollte nicht. Wäre er gekommen, hätte ich Zeugen gehabt, die bezeugen konnten, dass Chandler ihnen gegenüber erwähnt habe, dass nie etwas passiert sei und dass er nie wieder mit seinen Eltern reden wolle, für das, was sie ihn zwangen auszusagen. Er wäre vor Gericht gegangen und hätte dort die rechtliche Unabhängigkeit von seinen Eltern erwirkt.”

26 april

Tom Meserau, Michael Jackson

June Chandler, Jordys Mutter, sagte aus, sie habe 11 Jahre nicht mit ihrem Sohn gesprochen. Nach dem 1993er Fall befragt, schien sie an einem schweren Fall selektiver Wahrnehmung zu leiden. Einmal behauptete sie, sie könne sich nicht erinnern, von Michael Jackson verklagt worden zu sein, ein anderes Mal sagte sie, noch nie von ihrem eigenen Anwalt gehört zu haben. Sie war auch nie Zeugin irgendwelcher sexuellen Belästigung.

Wenn die Anklage pausierte, schienen die Medien das Interesse an der Verhandlung zu verlieren. Der Argumentation der Verteidigung wurde vergleichsweise wenig Raum in den Zeitungen und Übertragungen gegeben. Die Zeitschrift ‘Hollywood Reporter’, die ansonsten kontinuierlich über den Jackson-Prozess berichtete, verpasste zwei ganze Wochen, in denen die Verteidigung ihre Argumente vortrug. Die Haltung schien so zu sein, dass – sofern die Aussagen nicht drastisch und schlüpfrig waren und damit für eine Schlagzeile gut – es nicht wert war, darüber zu berichten.



Die Verteidigung rief zahlreiche sehr wichtige Zeugen auf; Jungen und Mädchen, die immer wieder mit Jackson Zeit verbracht und noch nie unangemessenes Verhalten bemerkt hatten, Mitarbeiter, die gesehen hatten, wie sich die Arvizo-Jungen in Jacksons Abwesenheit selbst mit Alkohol versorgten und andere Prominente, bei denen die Ankläger ebenfalls um Almosen gebettelt hatten. Aber wenig von diesen Aussagen kam an die Öffentlichkeit. Als Bezirks-Staatsanwalt Tom Sneddon den schwarzen Komiker Chris Tucker während seines Kreuzverhörs als “Bübchen” bezeichnete, entlockte das den Medien nicht mal ein Wimpernzucken.

Als beide Seiten pausierten, wurde den Juroren gesagt, dass sie Jackson freisprechen müssten, wenn sie begründete Zweifel an den Anklagepunkten hätten. Jeder, der das Verfahren aufmerksam verfolgt hatte, konnte sehen, dass die Anschuldigungen so abstrus waren, dass es nicht mehr lustig war. Fast jeder einzelne Zeuge der Anklage leistete entweder selbst Meineid oder half durch seine Aussagen der Verteidigung. Es gab nicht die Spur eines Beweises dafür, dass Jackson eine Straftat begangen hatte, und es gab auch keinen einzigen glaubwürdigen Zeugen dafür.


Aber das hielt Journalisten und Experten nicht davon ab, Jackson bereits im Vorfeld schuldig zu sprechen. CNNs Giftspritze Nancy Grace führte das Feld an. Verteidiger Robert Shapiro, der einst die Familie Chandler vertreten hatte, behauptete felsenfest auf CNN: “Er wird verurteilt werden.” Ex-Staatsanwalt Wendy Murphy zu Fox News: “Keine Frage, wir werden hier Verurteilungen zu sehen bekommen.”

So hysterisch die Fans vor dem Gerichtsgebäude waren, so aufgeregt waren die Reporter, die sich im Saal Sitzplätze gesichert hatten, und Richter Rodney Melville wies sie an, sich zu “mäßigen”. Thomas Mesereau sagte rückblickend, dass die Medien schon darüber gegeifert hätten, dass sie Jackson zum Gefängnis geschleift hätten.


Als die Jury Jackson in allen 14 Anklagepunkten ‘nicht schuldig’ sprach, waren die Medien “gedemütigt”, sagte Mesereau in einem späteren Interview. Medien-Analyst Tim Rutten kommentierte später: “Also, was passierte, als Jackson in allen Anklagepunkten freigesprochen wurde? Rote Gesichter? Sich die Angelegeheit noch einmal durch den Kopf gehen lassen? Zur Abwechslung mal in sich gehen? Vielleicht ein Ausdruck des Bedauerns darüber, Jackson so schnell vorverurteilt zu haben? Nein. Stattdessen war die Reaktion Wut, reichlich gespickt mit Verachtung und dem Ausdruck des Nicht-Glauben-Könnens. Zielscheibe waren die Juroren…Die Hölle kann nicht so wüten wie die unersättliche Medien-Meute, wenn sie dich in ihren Klauen hat.”

In einer Pressekonferenz nach dem Urteil bezeichnete Sneddon weiterhin Gavin Arvizo als “Opfer” und deutete an, der “Promi-Faktor” habe die Jury in ihrer Urteilsfähigkeit beeinträchtigt – eine Sprachregelung, die sich viele Medienexperten zu eigen machten, um die Autorität der Juroren und ihre Entscheidung zu untergraben.

Innerhalb von Minuten nach der Ankündigung erschien Nancy Grace in der Gerichtsshow ‘CourtTV’ und behauptete, dass die Juroren von Jacksons Ruhm geblendet worden seien, und sie stellte die bizarre Behauptung auf, dass das einzige schwache Glied der Anklage Janet Arvizo gewesen sei.

”Ich habe gerade eine Kröte zu schlucken”, sagte sie. “Dass mir das schmeckt, kann ich nicht behaupten. Aber wissen Sie was? Ich bin auch nicht überrascht. Ich dachte mir schon, dass die Berühmtheit ein so großer Faktor ist. Wenn man denkt, man kennt jemanden, weil man seine Konzerte gesehen, seine Musik gehört, seine Texte gelesen hat und glaubt, sie seien von Herzen gekommen…Obwohl er kein einziges Mal in den Zeugenstand berufen wurde, verbreitet Jackson großes Charisma. Das hat eine Wirkung auf die Jury.”

”Ich werde keinen Stein auf die Mutter werfen, obwohl ich denke, dass sie das schwache Glied in diesem Fall war, aber das überrascht mich nicht. Ich dachte, dass die Jury zu Gunsten der Zeugen abstimmen würde, die von angeblichen früheren Kindesbelästigungen berichteten. Anscheinend hat die Verteidigung sie mit dem Kreuzverhör der Mutter überrollt. Ich denke darauf läuft es hinaus, schlicht und einfach.”

Nancy Grace gab später an, dass Jackson “nicht schuldig war nur, weil er berühmt sei” und wurde beobachtet, wie sie versuchte, Jury-Obmann Paul Rodriguez zur Aussage zu bewegen, er glaube, Jackson habe Kinder sexuell belästigt. Einer der Gäste von Grace, Psychoanalytikerin Bethany Marshall, erhob persönliche Angriffe gegen eine weibliche Jurorin und bezeichnete sie als “eine Frau, die kein Leben hat.”


Drüben auf Fox News, brandmarkte Wendy Murphy Jackson als “den Kinderschänder, an dem nichts haften bleibt, wie an einer Teflon-Pfanne” und sagte, dass es nötig sei, die Juroren IQ-Tests zu unterziehen. Später fügte sie hinzu: “Ich bin überzeugt, ausschlaggebend ist der Promi-Faktor, nicht die Beweislage. Ich glaube nicht, dass die Juroren auch nur einen Schimmer davon haben, wie sehr sie durch den Status von Michael Jackson beeinflusst wurden… Sie haben im Grunde alle Kinder, die von nun an in Michael Jacksons Leben treten werden, zu Freiwild gemacht, insbesondere die am meisten gefährdeten.”

Rechts-Analytiker Jeffrey Toobin vertrat gegenüber CNN die Ansicht, bei den Aussagen zu früheren Fällen von Kindesbelästigung handle es sich um “schlagkräftige Beweise”, auch wenn verschiedene Jungen, die im Zentrum dieser Aussagen standen, als Zeugen der Verteidigung auftraten und bestritten hatten, jemals belästigt worden zu sein. Er behauptete auch, dass die Verteidigung nur gewonnen hatte, weil es ihr gelungen war, “Geschichten zu erzählen, und Juroren Geschichten immer besser verstehen als irgendwelche Einzelfakten.”


Nur Robert Shapiro war angesichts der Urteile würdevoll und riet den Zuschauern, die Entscheidung der Juroren zu akzeptieren, weil die Juroren aus “einem sehr konservativen Teil Kaliforniens” stammten und “wenn diese keinen Zweifel hegen, sollte auch keiner von uns irgendwelche Zweifel haben.”

Am folgenden Tag bekräftigte Diane Sawyer auf Good Morning America ihre Ansicht, dass das Urteil von Jacksons Promi-Status beeinflusst worden sei. “Sind Sie sicher?” so ihre eindringliche Frage: “Sind Sie sicher, dass dieser gigantisch berühmte Kerl, wenn er in den Raum kam, überhaupt keinen Einfluss hatte?”

Die ‘Washington Post’ kommentierte den Prozess: “Ein Freispruch wäscht ihn nicht rein, er trübt nur das Wasser.” Sowohl die New York Post als auch die New York Daily News erschienen mit der abfälligen Überschrift “Boy, Oh, Boy!”

In ihrem abschließenden New York Post-Artikel über den Prozess äußerte Diane Dimond ihr Bedauern über den Freispruch und vertrat die Ansicht, dass Michael Jackson dadurch unantastbar geworden sei. Sie schrieb: “Er ging aus dem Gericht als freier Mann, nicht schuldig in allen Anklagepunkten. Aber Michael Jackson ist viel mehr als nur “frei”. Er hat nun einen Freibrief, sein Leben so zu leben wie und mit wem immer er will, denn wer wird jetzt noch versuchen, ihn jemals wieder strafrechtlich zu verfolgen?”

In der britischen Tageszeitung ‘The Sun’ verfasste die überall präsente Society Expertin und Tratschtante Jane Moore einen Artikel mit dem Titel “Wenn die Jury sich einig ist, dass Janet Arvizo eine schlechte Mutter ist (und das IST sie)… Wieso ließen sie Jackson dann gehen?”. Er begann damit: “Michael Jackson ist unschuldig. Gerechtigkeit wurde geschaffen. Zumindest wollen uns die Verrückten vor dem Gerichtsgebäude dies glauben machen.” Sie fuhr damit fort, die Zurechnungsfähigkeit der Geschworenen in Frage zu stellen sei und schrieb das amerikanische Rechtssystem als “unausgegoren” ab. “Nichts und niemand geht hier als wirklicher Gewinner aus diesem jämmerlichen Durcheinander hervor,” sagte sie abschließend, “am allerwenigsten das, was sie lächerlicherweise amerikanische “Gerechtigkeit” nennen.”


Ally Ross, eine Kolumnistin der ‘Sun’ tat Jacksons Fans als “traurige, einsame Deppenköpfe” ab. Ein anderer Artikel der Sun, von Daytime-TV Moderatorin Lorraine Kelly verfasst, mit dem Titel “Vergiss die nach wie vor gefährdeten Kinder nicht….J.A.K.O.S. eigene”, nannte Jackson unverhohlen einen schuldigen Mann. Kelly – die zu keiner Zeit beim Jackson-Prozess vor Ort war – beklagte, dass Jackson “ungestraft davonkommt”, und beschwerte sich darüber, dass “Jackson, statt im Gefängnis zu verkümmern, wieder zu Hause in Neverland ist.” Jackson, so fasste sie zusammen, war “ein trauriger, kranker Verlierer, der seinen Ruhm und sein Geld dazu benutzt, die Eltern jener Kinder, an denen er Gefallen findet, zu täuschen.”


michael-jackson not guilty

Nach der anfänglichen Empörung verschwand die Michael-Jackson-Story langsam aus den Schlagzeilen. Eine Analyse der “Nicht schuldig”-Urteile und der Gründe dafür gab es kaum. Ein Freispruch wurde als weniger einträglich angesehen als eine Verurteilung.

Tatsächlich sagte Thomas Mesereau Jahre später, dass, wenn Jackson verurteilt worden wäre, eine Art “Hinterhofindustrie” entstanden wäre, bei der die Medien noch Jahre danach eine tägliche Story hervorgebracht hätten. In einer schier endlosen Saga hätten Themen wie das Sorgerecht für Jacksons Kinder, die Kontrolle seines finanziellen Imperiums, andere “Opfer”, die eine Zivilklage einreichen und die langwierigen Berufungsverfahren jeweils über Monate, Jahre, vielleicht sogar über Jahrzehnte, tausende Geschichten hervorgebracht.

Jacksons Gefängnisaufenthalt hätte die Medien mit immer neuen Gratis-Schlagzeilen versorgt: Wer besucht ihn? Wer nicht? Ist er in Einzelhaft? Wenn nicht, wer sind seine Zellengenossen? Was ist mit seinen Gefängniswärtern? Hat er im Gefängnis eine Brieffreundin? Dürfen wir mit einem Helikopter über den Gefängnishof fliegen und ihn beim Trainieren filmen? Es gab unzählig viele Möglichkeiten. Noch bevor die Jury mit den Beratungen begann, wütete ein Bieterkrieg darüber, wer die ersten durchgesickerten Fotos von Jackson in seiner Zelle bekommen würde.


Ein “Nicht schuldig”- Urteil war bei weitem nicht so lukrativ. In einem Interview mit Newsweek erinnert sich CNN- Boss Jonathan Klein, wie er die “Nicht schuldig”- Urteile eingehen sah und dann zu seinen Stellvertretern meinte, “Wir haben nun eine weniger interessante Story.” Der ‘Hollywood Reporter’ merkte an, dass hastig zusammengestellte TV-Specials über Jacksons Freispruch schlecht liefen und ihre Einschaltquoten unter denen einer Wiederholung der Show Nanny 911 lagen.

Die Geschichte war vorbei. Es gab keine Entschuldigungen und keine Widerrufe. Es gab keine genauen Untersuchungen – keine Nachforschungen oder Ermittlungen. Niemand wurde zur Rechenschaft gezogen für das, was Michael Jackson angetan wurde. Die Medien begnügten sich damit, die Leute weiterhin ihre stark verzerrte und als grenzwertig zu bezeichnende, unwahre Schilderung des Prozesses glauben lassen zu können. Das war es.

Als Michael Jackson starb, überschlugen sich die Medien abermals. Welche Mittel töteten ihn? Wie lange hatte er sie schon eingenommen? Wer hatte sie verschrieben? Was war außerdem in seinem Körper zu finden? Wie viel wog er?

Aber es gab eine Frage, die – so schien es – niemand stellen wollte: Warum?

Warum war Michael Jackson derartig gestresst und von Angstzuständen geplagt, dass er nicht einmal vernünftig schlafen konnte, ohne dass ihm jemand eine Kanüle eines Narkosemittels in den Arm jagte? Ich denke, die Antwort ergibt sich aus den Ergebnissen der verschiedenen Meinungsumfragen, die nach Michael Jacksons Prozess durchgeführt wurden.

Eine Umfrage, die von Gallup in den Stunden nach dem Urteil durchgeführt wurde, zeigte, dass 54 % der weißen Amerikaner und 48 % der Gesamtbevölkerung mit dem “Nicht schuldig” der Jury nicht einverstanden waren. Aus der Umfrage ging weiter hervor, dass 62 % der Bevölkerung der Meinung waren, Jacksons Promistatus habe einen maßgeblichen Einfluss auf den Ausgang des Verfahrens gehabt.
34 % sagten, sie seien “traurig” und 24 % “schockiert” über das Urteil.
In einer Umfrage der Fox News sagten 37 % der Wähler, dass das Urteil „falsch“ sei, während weitere 25 % anmerkten, dass “sich Prominente Gerechtigkeit kaufen”. Eine Umfrage von People Weekly ergab, dass unglaubliche 88 % der Leser dem Urteil der Jury nicht zustimmten.

Die Medien hatten beide, ihr Publikum und Jackson böse ausgetrickst. Nachdem Michael Jackson sich durch einen aufreibenden, grauenhaften Prozess gekämpft hatte, gespickt mit abscheulichen Anschuldigungen und Rufmord-Attacken, hätte er sich rehabilitiert fühlen sollen, als die Jury 14 einstimmige “nicht schuldig”- Urteile verkündete. Aber die unverantwortliche Berichterstattung der Medien über den Prozess machte es Jackson unmöglich, sich jemals richtig rehabilitiert zu fühlen. Das Rechtssystem mag ihn für unschuldig erklärt haben, aber das vorherrschende Bild, das die Öffentlichkeit nach wie vor von ihm hatte, sah anders aus. Anschuldigungen, die vor Gericht widerlegt wurden, gingen kritiklos durch die Presse. Fragwürdige Zeugenaussagen wurden als Tatsachen dargestellt. Die Argumente der Verteidigung wurden so gut wie völlig ignoriert.

Wenn die Jury auf diejenigen angesprochen wurde, die die Urteile anzweifelten, antwortete sie, “Sie haben nicht gesehen, was wir sahen.”

Sie haben Recht. Das haben wir nicht. Aber das hätten wir tun sollen. Und jene, die uns entsprechende Informationen vorenthalten haben, behalten ihre Jobs, als wenn nichts gewesen wäre, – ungestraft und frei, genau das Gleiche irgendjemand Beliebigem anzutun.



Das nenne ich nun Ungerechtigkeit.

Radar Onlines verborgene Schande aufdecken: Die Wahrheit darüber, was Michael Jackson in seinem Schlafzimmer hatte (und nicht hatte) – Teil 2

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Original: http://www.allforloveblog.com/?p=10678

MJ Ritts In the closetWas Michael „In The Closet“ behielt … Ist vielleicht nicht ganz so sensationell.

In der Zeit seit ich Teil 1 dieser Serie am späten Freitag gepostet habe, lag der Fokus überall in den Social Media hauptsächlich auf Radar Onlines unfassbar sittenwidrigem Verhalten, die Dokumente in ihrer ursprünglichen Story vom 20. Juni zu fälschen, die sie als „offizielle“ Polizeidokumente ausgegeben haben. Mein Ziel in Teil 1 war hauptsächlich, einen breiten Überblick über die Story zu bieten und die sensationssüchtigen Medienbehauptungen zu widerlegen, dass dies „neue“ oder „kürzlich ausgegrabene“ Berichte waren. Zweitens habe ich die Leser daran erinnert, dass in den Originalberichten niemals behauptet wurde, dass auf Neverland Kinderpornographie gefunden wurde – mit einer Stellungnahme, die sowohl von der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft, als auch Richter Melville unterzeichnet wurde. Dann diskutierte ich kurz an, wie Radar Online einige Informationen gefälscht hat und stark übertriebene Behauptungen über die Gegnstände gemacht hat, die in den echten Berichten waren.

Am späten Freitag, als ich gerade Teil 1 gepostet habe, fing die Kacke richtig zu dampfen an, als sich der kanadische Künstler Jonathan Hobin an die Medien wandte, um die Welt wissen zu lassen, dass eines der Fotos, die Radar Online fälschlicherweise als „Beweis“ für Michaels „kranken, verdrehten und beunruhigenden Vorrat“ an sexuellen Bildern von Kindern in Wahrheit Teil von Hobins bekannter Kollektion namens In the Playroom war. Es ist tatsächlich ein Kunstbuch mit Fotografien, das die Darstellung von Kindern zum Thema hat, die Opfer von Gewaltverbrechen geworden sind. Es ist eine Kollektion, die „schockierende Kunst“ als Aufforderung für soziales Erwachen einsetzt, um sich damit auseinanderzusetzen, was mit Kindern in unserer modernen Gesellschaft passiert. Weitere Nachforschungen haben ergeben, dass die Medien über diese Kollektion und den Autor ziemlich ausgiebig berichtet haben. Es gab Berichte auf Vice.com und eine umfangreiche Rezension für The Huffington Post von Priscilla Frank im Jahr 2013 – ja, die selbe Huffington Post, die auf den MJ Story Zug aufsprang und Radar Onlines Lügen, dass ein Bild von dieser Kollektion angeblich Teil von Michaels „Vorrat“ an „verstörenden Bildern“ war, Wort für Wort wiederholt hat.

Das folgende schrieb die Huffington Post 2013 über Jonathan Hobins Buch:

Obwohl Kindheit im Allgemeinen als eine Zeit der Unschuld und Glückseligkeit dargestellt wird, ist die Wahrheit oft weit düsterer. Der Fotograf Jonathan Hobin fängt unsere Kindheitsfaszinationen in seiner polarisierenden Serie „In The Playroon“ mit den dunkelsten Aspekten des Erwachsenenlebens ein. Die Serie bildet bestürzende historische Momente wie die Angriffe am 11. September 2001 und JonBenèt Ramseys Tod nach. Wir traten mit Hobin in Kontakt, um mehr zu erfahren…

Beachtet, dass JonBenèt Ramseys Foto hier explizit erwähnt wird, was bedeutet, dass sich The Huffington Post genauso wie andere Medienoutlets der Herkunft dieses Fotos als Teil einer Kunstkollektion offensichtlich bewusst waren.

american-idolJonathan Hobins Foto „American Idol“ wurde fälschlicherweise als ein Foto in MJs Sammlung zum Zeitpunkt der Razzia auf Neverland 2003 ausgewiesen

Aber der wirklich entscheidende Faktor ist, dass Hobins Buch erst 2008 veröffentlicht wurde! Also war dieses Buch unmöglich etwas, das Michael Jackson 2003 besitzen konnte, als die Razzia auf Neverland stattfand!

Dasselbe Foto war 2013 Teil einer Huffington Post Slideshow über Hobins Werk – damals gab es keine Erwähnung, dass es irgendetwas anderes als ein Kunstwerk ist!

Hobin hat versucht, sich an die Medien zu wenden und die Wahrheit über das Foto und seinen Ursprung zu verbreiten. Bislang ist mir nicht bekannt, dass ihn jemand beim Wort nahm.

Jonathan Hobin@JonathanHobin Jun 23Ottawa, Ontario

Im the artist of the infamous photo. Who wants the real story? @CBCNewsArts @CNN @vicecanada @TMZ http://dailym.ai/28NbKmO  via @MailOnline

hobin-tweet

Ich bin der Künstler von dem berüchtigten Foto. Wer möchte die wahre Geschichte?

Aber interessanterweise hat das ursprünglich 88 Seiten starke Dokument, das Radar Online gepostet hat, als Hobin sich geäußert hat – und als andere Medienoutlets angefangen haben, darüber zu breichten, dass Radar Online zumindest einen Teil der Dokumente gefälscht hat, über Nacht plötzlich 27 Seiten verloren und ist auf nur mehr 61 Seiten zusammengeschrumpft. Das ist eindeutig ein Fall von Spurenverwischung! Ohne Widerruf und ohne formeller Entschuldigung bedeutet die Geste der bloßen Entfernung dieser plump gefälschten Bilder und Dokumente garnichts. Sie haben den Schaden angerichtet, indem sie diesen gefälschten Mist überhaupt veröffentlicht haben – jetzt, da sie ertappt wurden, versuchen sie, es zu vertuschen.

Und zu allem Übel haben sie und ihre Kohorten jetzt, da Radar Online wegen der Fälschung offizieller Polizeiberichte ins Scheinwerferlicht geraten ist, eine weitere Ablenkung kreiert – eine, die noch bestürzender ist, da sie haltlose Spekulationen über Michaels eigene Kinder und Neffen umfasst. Wenn das nicht die ultimative Diffamierung ist, dann weiß ich es auch nicht! Ich weiß, dass es an der Zeit ist, dass das aufhören muss; dieser Wahnsinn ist so verrückt geworden, dass sich jeder – wie es scheint – alles was er will über Michael oder seine Familie ausdenken kann – oder seine Kinder (von denen einer – lasst uns das nicht vergessen – immer noch minderjährig ist!) und es wird von den Medienoutlets gedruckt, die sich niemals die Mühe machen werden, die Story einer Faktenprüfung zu unterziehen. Es ist sogar noch erschreckender als das. Man kann tatsächlich über alles spekulieren und somit eine Atmosphäre erzeugen, in der die Leute glauben, es sei ein Fakt. Was sie machen, ist jede Menge Rauch zu erzeugen, um zu verdecken, dass es kein Feuer gibt. Das ist eine alte Medientaktik, aber leider eine, die oft den gewünschten Effekt hat.

Wie dem auch sein, ich denke, ich gestatte meinem Ärger, mich abzulenken und mich selbst zu überholen. Was ich mit dieser Serie beabsichtigt habe, war Radar Onlines Behauptungen damit zu widerlegen, von dem ich über den Michael Jackson Fall und was gefunden wurde (und dem, was nicht gefunden wurde) weiß, dass es der Wahrheit entspricht – die Wahrheit von sensationalisierter Fiktion zu trennen. Und der beste Weg, um das zu tun, ist die Dokumente Punkt für Punkt durchzunehmen und jeden Gegenstand oder jede Ausgabe anzusprechen, wie sie in Erscheinung treten. Die Basis dafür werden selbstverständlich die ursprünglichen 88 Seiten sein, die Radar Online in der Zwischenzeit gelöscht hat – nicht, weil ich deren Fabrikationen weiter sensationalisieren möchte, sondern weil ich denke, dass es wichtig ist, dass jeder weiß, womit sie versucht haben durchzukommen (ich glaube nicht, dass sie wirklich dachten, nicht erwischt zu werden, sondern dass sie einfach sehen wollten, wie sehr und wie lange sie die Story ausschlachten können, bevor sie die Wahrheit einholt). Den Fakt, den wir uns am meisten vor Augen halten müssen, wenn wir diese Gegenstände überprüfen, ist, dass viele dieser Dinge bereits einer Fehlinterpretation und dem Versuch ausgesetzt waren, sie aus dem Zusammenhang ihrer ursprünglichen Intention gerissen zu betrachten – denkt daran, die Staatsanwaltschaft hat hart daran gearbeitet, daraus einen Fall von „möglichem“ Kindesverführungsmaterial zu bilden, da sie keine wirklichen Beweise hatten, auf denen sie ihren Fall aufbauen konnten. Radar Online (wie auch Vanity Fair und andere) fügten dem, was in vielen Fällen bereits eine grobe Fehldarstellung war, einfach nur eine weitere Schicht Effekthascherei hinzu. Von scharfsichtigen Fans wurde auch berichtet, dass viele der „Fake“ Bilder aus Internetquellen entnommen wurden, denen Identifizierungsinformationen anhaften, die auf Wade Robsons und Jimmy Safechucks Anwälten zurückzuführen sind. Ihr werdet das sehen, wenn wir und durch die Dokumente arbeiten und zu den gefälschten Bildern kommen.

Hier ist die erste Seite des Dokuments:

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Die ersten drei Seiten fehlen wie erwähnt, also beginnt das Dokument mit Seite 4. (Update: Eine Analyse des Inhalts dieser fehlenden Seite ist hier zu finden. [Übersetzung folgt; Anm.d.Übers.])

Der erste Gegenstand, auf den eingegangen wird, ist Gegenstand #507, eine Zeichnung eines Jungen in einem Kreis, die in einen Notizblock gezeichnet wurde. Auf dem Blatt wurden von irgendjemandem Vermutungen notiert, die auf ein Blatt Papier geschrieben wurden, das sich oben auf befunden hat, aber es konnte nicht festgestellt werden, was dort geschrieben wurde. Jeder, der mit Michaels Kunststil vertraut ist, weiß allerdings, dass sich das nach einer typischen Zeichnung anhört, wie er sie gerne gemacht hat. Viele seiner Skizzen sind öffentlich einsehbar (einige davon sind durch eine schnelle Googlesuche zugänglich) und wir können sehen, dass Michael typischerweise Selbstportraits von sich selbst als Kind, andere berühmte Figuren und Cartooncharaktere oder Szenen, die irgendwie an das Wesen der Kindheit erinnern, gezeichnet hat. Im Folgenden sind einige sehr typische Beispiele seiner Kunstwerke zu sehen:

MJ Zeichnungen

MJ Zeichnungen 2

MJ Zeichnung 3

MJ Zeichnung 4

MJ Zeichnung 5

Folglich ist es sehr naheliegend, dass die beschriebene Zeichnung den oben angeführten Beispielen im Stil und Inhalt sehr ähnlich sein könnte. Bemerkenswerterweise wird über die Zeichnung nichts weiter gefolgert, außer, dass sie „forensisch ausgewertet“ werden müsste, um die verborgenen Schreibereien zu studieren. Übersetzung: Sie wussten, dass sie damit Zeit verschwendeten, indem sie überhaupt darüber sprachen, da es nur eine Zeichnung eines Jungen war, der in einem Kreis sitzt (interessanterweise hätte das eines von Michaels vielen Selbstportraits sein können, in dem er sich selbst im Scheinwerferlicht darstellt, aber ohne es tatsächlich gesehen zu haben, ist es schwer zu sagen. Alles, was ich mit Sicherheit weiß, da ich mit Michaels Style und den Themen vertraut bin, die er gerne in seinen Kunstwerken darstellte, ist, dass es typisch ist).

Fahren wir fort:

Als nächstes wird ein Buch beschrieben, das in der Spielhalle gefunden wurde, The Fourth Sex: Adolescent Extremes. Der Bericht beschreibt es als ein Buch über Jugendliche und die Gegenkultur mit „ein paar“ Bildern von offensichtlich Erwachsenen „ohne Kleidung oder zum Teil bekleidet“. Ich habe über dieses Buch ein paar Nachforschungen angestellt (was offen gesagt nicht schwer war – eine schnelle Google-Suche ist üblicherweise alles, was erforderlich ist, da dies völlig legale Kunstbücher waren und immer noch sind) und habe herausgefunden, dass das ganze Projekt Teil einer italienischen Kunstausstellung war, die im Jänner 2003 in Florenz eröffnet wurde. Wie auf der pittidiscovery Webseite angegeben, war das Ziel des Projekts:

„eine Gelegenheit der Reflexion über die zunehmende Wichtigkeit der Jugendlichen in unserer Gesellschaft. Eine Gesellschaft, in der die Veralterung sexueller und demografischer Identität gesellschaftliche Änderung auf gewalttätige, widersprüchliche Art und Weise reflektiert. Das vierte Geschlecht gehört den Jugendlichen. Ein sexuell unbestimmter Moment, in dem geschlechtliche Mehrdeutigkeit vorherrscht. Jugendliche sind weder Jungs oder Mädchen, noch Männer oder Frauen. Sie gehören zu einem parallelen, fließenden Universum im Zustand des Werdens. Sie sind mit der Gegenwart eng verbunden, doch tragen sie sinnbildlich die Saat der Zukunft in sich.

Jugend ist nicht nur eine Übergangsphase im Menschenleben, es ist auch ein mentaler Zustand, ein existenzieller Zustand mit einem überwältigenden Einfluss auf Lebensgewohnheiten und Trends. Jugendliche sind omnivore, rastlose Konsumenten, abgelenkt und doch aufmerksam, leicht zu überzeugen aber auch unabhängig. Jugendliche wollen nicht ausgeglichen sein, sie lieben die Extreme in allem: von Mode über Kunst bis Musik…

Nicht im Gleichgewicht zwischen Gegenwart und Zukunft erscheinen uns Jugendliche sowohl fahrig als auch seltsam passiv. Sie mögen ihrer Welt auf aggressive Art Form geben, aber gleichzeitig sind sie gezwungen, sich mit den Etiketten, den Urteilen und den Formeln der Erwachsenenwelt zu arrangieren.

Von Experten aller Art beobachtet und studiert, in ihren Verhaltensmustern überwacht, repräsentieren Jugendliche ein entscheidendes Segment in der Konsumstrategie. Sie verehren Kleidung und Musik. Sie wollen um jeden Preis cool sein. Die Modebranche beobachtet das Teenageruniversum genau, sowohl als eine Quelle der Inspiration, als auch als eine wichtige Zielgruppe, während sie zeitgenössische Kunst erforscht, wird der Mythos der ewigen Jugend ausgebeutet und analysiert. Von der Rebellion der historischen Avantgarde über die Gegenkultur der Sechziger bis zu den Zweifeln und Unsicherheiten der Generation X, hat zeitgenössische Kunst die Jugendlichkeit als ein unverzichtbaren Bezugspunkt betrachtet, die sich mit ihren radikalen Gesten, Verstößen und ihrer Unduldsamkeit auseinandersetzt.

Die Ausstellung The fourth sex. Adolescent Exremes beobachtet und porträtiert das ruhelose Territorium der Teenager: eine unglaubliche Ressource kreativer Energie. Die Show entzündet eine Serie emotionaler Feuer, wo sich Vorstellungen in neuen Bedeutungskonstellationen treffen und entgleisen. Die Gegenstände in der Show reflektieren das komplexe Universum der zeitgenössischen Kultur: Mode, Kommunikation, Kunst, Musik, Film… Die Themen sind viele und sie berühren zwangsläufig einige der Nervenzentren unserer Gesellschaft. Über Jugend zu sprechen, bedeutet nicht nur über junge Leute zu reden, sondern auch deren ruhelose Beziehung mit der Erwachsenenwelt zu thematisieren. Das bedeutet nicht nur, die positiven Energien dieser Altersgruppe darzustellen, sondern auch die Unsicherheiten und Ängste zu erkunden, die zu entsetzlichen, extremen Gesten führen können.

Die beiden Kuratoren Francesco Bonami und Raf Simons beabsichtigen eine Ausstellung auszuarbeiten, die für sich genommen ein Ausdruck der Jugendsprache ist, indem sie ausdrucksvolle Codes und Disziplinen vermischen. Aus der Vielfalt der Teenagersprachen Inspiration schöpfend, wird The fourth sex ein Raum sein, in dem unterschiedliche Ideen und Trends veröffentlicht werden, die die Show in einen Ort der Begegnung und Öffnung transformieren.

Die Ausstellung, die von einer Gruppe junger Architekten, den Cliostraats, in Stazione Leopolda errichtet worden ist, beleuchtet die Stärke, die Schwäche und die Versprechen des vierten Geschlechts. Das Buch/der Katalog bietet nicht nur eine vielfältige Fotomontage der Bilder in der Show, sondern auch ergänzendes ikonographisches Material, wie Bilder von Kunst, Mode, jugendlichen Ikonen und legendären Filmen. Der Band ist auch eine Anthologie der interessantesten Texte auf dem Gebiet der Jugend, in dem ein Mix aus Poesie, Literatur, aktuellen Ereignissen, Journalismus und Essays all den Widersprüchen und Mehrdeutigkeiten eines unglücklichen Alters, das wie niemals bedauern werden, Form und Farbe gibt.”

Nachdem erheblicher Raum verschwendet worden ist, um das Buch zu beschreiben, gibt der Bericht deutlich an: „In diesem Buch erfüllt kein Material die gesetzlichen Bestimmungen, um als Kinderpornographie betrachtet zu werden.“ Gewöhnt euch daran, diese Phrase zu hören; das ist eine, die bei nahezu jedem beschriebenen Gegenstand auftauchen wird! Das einzige, das sie versuchen konnten, war zu behaupten, dass solches Material verwendet werden könnte, um ein Kind zu verführen. Das wiederum wird oft zur Sprache kommen, weil, erinnert euch, das alles war, um weiterzumachen und die Staatsanwaltschaft versuchte verzweifelt, einen Fall darauf aufzubauen!

Nun, das ist alles, wofür ich heute Zeit habe, aber ich werde am Mittwoch damit weitermachen, euch auf die Reise durch Michael Jacksons echte und „ausgedachte“ „gehorteten“ Pornos mitzunehmen. Entschuldigt, wenn es nicht so erregend ist wie die Boulevardberichte. Das ist die Wahrheit selten.

In der Zwischenzeit ist hier ein cooles Widerlegungsvideo, das sich wie ein Lauffeuer verbreitet. Teilt es und sorgt dafür, dass es sich noch weiter verbreitet!

Und vergesst nicht zu unterschreiben:

„We’ve Had Enough“ („Wir haben die Nase voll“) – Ein Aufruf an die Fan-Community, sich gegen verleumderische Boulevardmedien zur Wehr zu setzen.

Lest Firpo Carrs Statements, die Radar Online ebenfalls widerlegen! Es besteht aus zwei Teilen. Er gibt ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie unschuldige Dinge, die MJ nicht einmal gehörten, als „Beweis“ verbucht worden sind!

http://firpocarr.com/firpofiles0625a2016.html

http://firpocarr.com/firpofiles0625b2016.html

Radar Onlines verborgene Schande aufdecken: Die Wahrheit darüber, was Michael Jackson in seinem Schlafzimmer hatte (und nicht hatte) – Teil 1

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Original: http://www.allforloveblog.com/?p=10653

Michael Jackson Zitat

„Ich habe die Welt mehr als 8 Mal umrundet. Ich besuche genauso viele Spitäler und Waisenhäuser, wie ich Konzerte gebe. Aber natürlich wird darüber (von der Presse) nicht berichtet. Das ist nicht der Grund, warum ich das mache, für die Berichterstattung. Ich mache das, weil es mir am Herzen liegt. Und es gibt so viele Kinder in der Stadt, die noch nie die Berge gesehen haben, die noch nie auf einem Karussell gewesen sind, die noch nie ein Pferd oder Lama gestreichelt haben, sie noch nie gesehen haben, also wenn ich meine Tore öffnen kann und diese Glückseligkeit sehen kann, eine Explosion brüllenden Lachens von den Kindern und sie laufen zu den Fahrgeschäften, sage ich „Danke, Gott.“ Ich fühle mich, als hätte ich Gottes zustimmendes Lächeln gewonnen, weil ich etwas mache, das anderen Menschen Freude und Glück bringt.“ – Michael Jackson

Es schmerzt mich wirklich, Michaels Todestag damit zu verbringen, die Lügen und Verzerrungen der Medien zu entlarven, die diese Woche Schlagzeilen gemacht haben, aber das hier war leider keine dieser kleinen trashigen Boulevardstories, die ignoriert werden können. Dies ist eine Vendetta, der dank der billigen Taktik eines speziellen Infoportals, das ich schon vor langer Zeit dahingehend „geoutet“ habe, dass es ein persönliches Interesse daran hat, Michael Jackson zu verleumden und sein Vermächtnis zu beflecken, Flügel gewachsen sind. Ja, andere Infoportale haben diese Story ebenfalls aufgegriffen und mit ihnen werde ich später ein Hühnchen rupfen. Aber größtenteils haben sich diese Infoportale einfach nur dem ewig gleichen copy-paste-Journalismus schuldig gemacht, den wir schon so lange anprangern – ihr wisst schon, ein Outlet druckt es und all die anderen stürzen sich darauf wie ein Haufen hungriger Haie, weil sie nicht auf die Zugriffe auf ihre Seite verzichten möchten. In diesem Fall nahmen sich zumindest ein paar die Zeit, um die Polizei in Santa Barbara zu kontaktieren, und die Stellungnahme, die sie bekommen haben, war entscheidend, um zu beleuchten, was hier wirklich vor sich geht. Wie auch immer – mein Punkt ist, obwohl andere Outlets diese flaschen Geschichten aufgegriffen und verbreitet haben, müssen wir dort anfangen, wo das Übel herkommt – bei Radar Online.

Aber lasst uns zuerst damit beginnen, einige der verdrehten Mythen und glatten Lügen auffliegen zu lassen, die derzeit kursieren. Ich bin seit sieben Jahren ein engagierter Michael Jackson Rechercheur. Ich habe alle Aspekte des 2005 gegen ihn eingebrachten Falls studiert – in dem er völlig rehabilitiert wurde – und den Jordan Chandler Vergleich von 1993. Und was ich nicht weiß, kann ich sehr rasch von engagierten Forschenden bekommen, die noch umfassender und fundierter informiert sind als ich. Hier wird es einzig und alleine darum gehen, die Sensationsgier der Medien von sachlichen Wahrheiten zu trennen – und seid geduldig, weil das eine Weile dauern kann; das ist nicht etwas, das ich in einem einzigen Post ordentlich festmachen kann, obwohl ich natürlich wünschte, ich könnte es.

Das erste, das wir ansprechen müssen, ist, dass die Informationen und Angaben in diesen Berichten NICHT neu sind und dass dies keine „kürzlich ausgegrabenen“ Berichte sind – all diese Informationen waren sowohl der Staatsanwaltschaft, als auch der Verteidigung 2004 bekannt, als die Anklage und der Grand Jury Prozess begannen. Tatsächlich gelangten einige dieser Informationen damals an die Öffentlichkeit und kursieren nach den Anhörungen in der Presse, was eine Stellungnahme von Michaels Anwalt Thomas Mesereau zur Folge hatte (die von Richter Melville unterzeichnet wurde, der bestätigte, dass keine Kinderpornographie gefunden wurde).

Mesereau Statement Kinderpornographie

Datum: Dienstag, 21. September 2004

STELLUNGNAHME VON MICHAEL JACKSONS ANWALT THOMAS A. MESEREAU, JR.

Michael Jacksons Verteidigungsteam hat erfahren, das Informationen bezüglich vermeintlicher Fotos in den Medien kursieren, die angeblich von Mr. Jacksons Wohnsitz beschlagnahmt wurden. Diese Information ist falsch. Die Staatsanwaltschaft hat bestätigt, dass das falsch ist.

Wir fordern einen umgehenden Widerruf von jeder Nachrichten- oder Medien-Organistaion, die solch eine Meldung machte. Journalistische Integrität ist ein wichtiger Faktor in der gesamten Berichterstattung. Diese Art der Berichterstattung ist verantwortungslos. Mr. Jackson steht wie jedem anderen Menschen in Amerika ein fairer Prozess zu. Dieser Fall wird in einem Gerichtssaal ausgefochten, nicht in den Medien. Mr. Jackson ist unschuldig und wird rehabilitiert werden.

ANMERKUNGEN: Jacksons Anwalt Tom Mesereau hielt heute eine kurze Pressekonferenz in Alabama ab, wo er ein neues Gerücht anspricht, das von Celebrity Justice verbreitet wurde und besagt, dass auf Jacksons Neverland Ranch Nacktfotos von Jungs gefunden worden sind.

Mesereau, der eine Sondergenehmigung vom Richter erhalten hat, um die Stellungnahme zu verlesen, sagt, dass die Foto-Story FALSCH ist. Weiters sagt er, dass die Staatsanwaltschaft ebenfalls bestätigt hat, dass die Story falsch ist.

Es wurden keine Nacktfotos – keine Kinderpornographie – gefunden, wie von Celebrity Justice und ihren „der Staatsanwaltschaft nahestehenden Quellen“ behauptet.

Letztendlich wurden die meisten dieser Objekte als unzulässig erachtet, weil es handelsübliche Kunstbücher waren, die jeder legal erwerben kann. Die „Sadomasochismus“ Bücher waren Erwachsenenbücher mit Erwachsenen (er besaß ein Exemplar von Madonnas „Sex“, ein Buch, das in den frühen 1990ern legal in Buchläden verkauft wurde) und nichts davon entsprach der rechtlichen Definition von Kinderpornographie – tatsächlich kann einiges davon überhaupt nicht als Pornographie bezeichnet werden, sondern als Kunst. Das ließ die Staatsanwaltschaft in der ziemlich peinlichen Situation zurück, in der sie einen Fall auf Michaels legaler Erwachsenenpornographiesammlung aufbauen mussten, die – sagen wir einfach – gesund, aber nicht unüblich war für einen alleinstehenden Kerl. Lasst uns nicht vergessen, dass diese Leute schließlich in seinen Privatbereich eingedrungen sind. Aber im Grunde genommen zwang das die Staatsanwaltschaft zu dem Versuch, einen Fall von Kindesmissbrauch gegen einen Mann aufzubauen, gegen den die einzigen „Beweise“, die sie hatten, Ausgaben von Hustler, Playboy, Penthouse, Barely Legal und ähnliches waren – zusammen mit, nun, jeder Menge Kunstbüchern. Das, was man nicht vergessen darf, ist, dass die Staatsanwaltschaft niemals auch nur ein Schnipsel eines wie wir es nennen würden „entscheidenden Beweises“ hatte – etwas, das normalerweise ganz einfach zu einem „Fall abgeschlossen“ Schuldspruch führt. Es gab keine expliziten an Kinder geschriebenen Liebesbriefe, keine Fotos von ihm selbst oder Kindern bei Sexualakten, keine Videobänder von ihm mit Kindern bei anzüglichen Handlungen, keine aufgezeichneten Telefongespräche, keine online „Sex Chats“ – in anderen Worten, keines der Dinge, die in den meisten Fällen zu einem einfachen Schuldspruch führen können. Man darf nicht vergessen, dass Michael über zehn Jahre lang unter ständiger Überwachung durch das FBI stand. Die Berichte kamen letzenendes zu dem Schluss, dass nichts gefunden wurde. Während der Razzia 2003 wurden all seine Computerfestplatten beschlagnahmt, aber die Durchsuchung der über sechzehn Computerfestplatten ergab einzig, dass er gelegentlich ein paar legale Pornoseiten besucht hat, wo er sich als „Dr. Black“ und „Marcel Jackson“ eingeloggt hat. Reizvoller Klatsch, ja. Illegal, nein.

madonna sexMadonnas „Sex“ – Ein Buch, von dem man weiß, dass Michael es erworben hat, ist typisch dafür, was die Staatsanwaltschaft als „Sadomasochismus“-Bücher in seiner Sammlung bezeichnet hat

In Ermangelung solcher schwerwiegender Beweise lief der Fall im Wesentlichen auf das Wort des Anklägers Gavin Arvizo gegen Michaels hinaus. Ab diesem Punkt war die einzige Hoffnung der Bezirksstaatsanwälte Tom Sneddon und Ron Zonen, ihre Anklage als eine Rufmordkampagne aufzubauen. In ihrem verzweifelten Versuch, „Beweise“ aus fehlenden Beweisen zu erzeugen, wurden die Kunstbücher (ohne Erfolg) als Bücher vorgebracht, die der Definition entsprechen „könnten“, was ein Fallbuchpädophiler besitzen würde, und die legale Pornographie wurde als „Vorbereitungsmaterial“ dargestellt (ein Argument, dass die Jury ebenfalls nicht überzeugt hat – besonders, nachdem Gavin Arvizo im Kreuzverhör zugegeben hat, dass das Magazin, von dem er zuerst behauptet hat, dass es ihm von Michael gezeigt wurde, in Wahrheit erst fünf Monate nach dem angeblichen Vorfall veröffentlicht worden ist).

Das Problem ist, dass es in Abwesenheit jeglicher Hardcorebeweise zunehmend schwieriger wird, eine Jury davon überzeugen zu können, was jemandes „Absichten“ mit einem bestimmten Foto oder Kunstbuch sind. Man kann nicht feststellen, was jemandem durch den Kopf geht, oder ob jemand gewisse Materialien – legal oder nicht – für sexuelle Befriedigung nutzt. Das driftet in den Bereich des „begründeten Zweifels“ ab und ist nichts, was bewiesen werden kann. Das einzige, was ein Richter und eine Jury tun können, ist, auf bestimmte gezeigte Beweismittel zu blicken und zu fragen: Ist das Pornographie oder ist es das nicht? Und wenn es Pornographie ist, ist es legal? Man darf nicht vergessen, dass etwas, das im Grunde genommen keine Kinderpornographie ist, nicht als zulässiger Beweis angeführt werden kann, weil es nicht kriminell ist – zumindest sicherlich nicht in den Vereinigten Staaten – Kunstbücher oder legale Erwachsenensexbücher zu besitzen, ganz gleich, wie „anschaulich“ die Bilder sind (von denen in den Medienberichten auch einiges sehr übertrieben wurde, aber eines nach dem anderen).

Die ursprüngliche Radar Online Story, die am 20. Juni publiziert worden ist, räumt sogar ein, dass diese Berichte von 2003 sind und keine neue Information, aber sie verdrehten ihre Story auf solche Art und Weise, dass es den Anschein erweckt, als wäre das eine Information, die irgendwie „neu an die Öffentlichkeit gelangt ist“ oder als wäre es ein „neu entdeckter“ Beweis, der irgendwie – aus welchen unheimlichen Gründen auch immer – während dem Prozess nicht ans Licht gebracht wurde. Das ist schlicht nicht wahr, da alle offiziellen Gerichtsdokumente, die sich auf den Fall von 2005 beziehen, eindeutig zeigen, dass diese Objekte sowohl der Staatsanwaltschaft, als auch der Verteidigung bekannt waren. Viele dieser Objekte wurden an dem berüchtigten als „Porno Tag“ bekannt gewordenen Tag vor der Jury erörtert und vorgelegt (ein Tag, an dem Michaels sehr religiöse Mutter sich dazu entschieden hat, außerhalb des Gerichtssaals zu bleiben). Was nicht behandelt wurde, wurde schlicht nicht behandelt, weil es nicht als pornographisch erachtet wurde und deshalb unzulässiges Beweismittel war. Michael Jackson war einer der eiferndsten Strafverfolgungen ausgesetzt, die für eine Einzelperson überhaupt möglich ist. Er hatte einen Bezirksstaatsanwalt, der es sich zu seinem persönlichen Lebensziel machte, ihn hinter Gitter zu bringen – oder ihn dauerhaft aus Santa Barbara zu vertreiben, was ihm letztlich gelungen ist. Das war eine Staatsanwaltschaft, die den Globus auf der Suche nach „Opfern“, Beweisen und jeglichen Zeugen durchkämmt hat, die gewillt waren, herauszukommen, ungeachtet der Glaubhaftigkeit, und die im Verlauf Millionen an Steuergeldern ausgegeben hat. Zugegebenermaßen hatten Sneddon und Zonen ihre ungeschickten Momente, aber einer Sache könnten sie niemals beschuldigt werden – nicht gründlich gewesen zu sein oder eine halbherzige Ermittlung verübt zu haben, die Beweise tatsächlicher Kinderpornographie übersehen hätte. Tatsächlich wurde in diesen Berichten nichts übersehen oder zurückgehalten. Es war einfach keine Kinderpornographie, weder damals noch heute.

Das ist ein wichtiger festzustellender Fakt, weil ich denke, dass viele von den tendenziösen Medienberichten den Eindruck bekommen, dass diese angesprochenen Objekte irgendwelche „schockierenden, neuen Knalleffekt“ Enthüllungen sind, die gerade erst ans Licht gekommen sind. Das ist schlicht nicht wahr. Das alles sind alte Nachrichten von vor zehn Jahren und es gibt hier absolut nichts in diesen Berichten, das nicht bereits vor Gericht behandelt worden ist – zumindest jene Objekte, die es über die Offenlegungsphase geschafft haben. Die Medien versuchen, diese Story auf diese Art und Weise zu verdrehen, weil sie so anzüglichere Schlagzeilen und Klick-Köder erschaffen, aber wenn man das Kleingedruckte liest, müssen die meisten an einem gewissen Punkt zugeben, dass dies eigentlich alte Dokumente sind, die ins Jahr 2003 zurückreichen, als die Entdeckungsphase für den Prozess im Gange war. Es gibt hier also nichts Neues und nichts, das den Anwälten, dem Richter oder der Jury nicht bekannt gewesen ist, als Michael 2005 vor Gericht gestellt und freigesprochen wurde.

Kommen wir zur nächsten Frage … warum jetzt? Nun, das reicht zurück zu den engen Verbindungen zwischen Radar Online (mit dem ehemaligen Leiter Dylan Howard) und den Anwälten von Wade Robson und Jimmy Safechuck, sowie einem gewissen verräterischen „Freund“ der Jackson Familie – Stacy Brown. Stacy Brown, der Karriere damit machte, mit Schweinereien bei den Boulevardmedien hausieren zu gehen. Robson und Safechuck haben beide Zivilklagen gegen Michael Jacksons Estate ausstehend und Radar Online wurde deren Verbündeter und bereitwilliges Sprachrohr. Wir wissen von der Stellungnahme des Santa Barbara Sheriff’s Departments, dass sie die Dokumente nicht an Radar Online oder irgendeine andere Medienquelle ausgehändigt haben:

Einige Dokumente scheinen Kopien der Berichte zu sein, die von den Mitarbeitern des Sheriff’s Office verfasst worden sind, sowie Beweisfotos, die von den Mitarbeitern des Sheriff’s Office aufgenommen worden sind – durchsetzt mit Inhalten, die anscheinend auf das Internet oder unbekannte Quellen zurückzuführen sind. Das Sheriff’s Office gab keine dieser Dokumente und/oder Fotos an die Medien weiter. Das Sheriff’s Office veröffentlichte all seine Berichte und die Fotos als Bestandteil der vorgeschriebenen Entdeckungsphase an die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung.

Aber was am verstörendsten ist – und ein Fakt, den der Rest der Medienoutlets, die diese Story gebracht haben, absichtlich übersieht – ist Radar Onlines Bereitschaft, offizielle Dokumente und Fotos zu fälschen. Viele der Medienoutlets, die die Originalstory kopiert haben, haben ihre Information jetzt aktualisiert und diese Stellungnahme inkludiert. Das ist zumindest ein Schritt in die richtige Richtung, nehme ich an, aber das berücksichtigt immer noch nicht deren offensichtliche Bereitschaft, eine Story zu bringen, die von eben jenen Behörden, die in diesem Fall ermittelt haben, offensichtlich als falsche Information identifiziert wurde.

Lasst uns nochmal diese offizielle Stellungnahme ansehen, die vom Santa Barbara Sheriff’s Department veröffentlicht worden ist – die wesentlichsten Passagen sind hervorgehoben:

Einige Dokumente scheinen Kopien der Berichte zu sein, die von den Mitarbeitern des Sheriff’s Office verfasst worden sind, sowie Beweisfotos, die von den Mitarbeitern des Sheriff’s Office aufgenommen worden sind – durchsetzt mit Inhalten, die anscheinend auf das Internet oder unbekannte Quellen zurückzuführen sind. Das Sheriff’s Office gab keine dieser Dokumente und/oder Fotos an die Medien weiter. Das Sheriff’s Office veröffentlichte all seine Berichte und die Fotos als Bestandteil der vorgeschriebenen Entdeckungsphase an die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung.

Dies ist eine öffentliche Stellungnahme, dass Radar Online vorsätzlich Informationen gefälscht hat und diese als offizielle Polizeidokumente ausgegeben hat. Ich werde im nächsten Post weiter ins Detail gehen, welche Teile authentisch sind und welche gefälscht, und einen detaillierten Bericht über jene Gegenstände verfassen, die tatsächlich in den offiziellen Berichten aufgezählt und in dem Versuch, „Beweise“ zu fingieren, stark aufgebauscht wurden.

Die Stellungnahme mach desweiteren klar, dass jemand anderes als eine offizielle Quelle dafür verantwortlich ist, Radar Online mit dieser Information versorgt zu haben – jemand (oder mehrere), der diese bösartige Verleumdungskampagne zeitlich genau so festgelegt hat, dass sie mit den Erinnerungen und Feierlichkeiten von Michaels Todestag zusammenfallen – eine Zeit, in der die Gefühle seiner Familie, Freunde und Fans am verwundbarsten sind.

Hier sind Links zu vielen Medienoutlets, die die Story bereits zurückgezogen haben und sie als die boshafte Radar Online Falschmeldung entlarvt haben, die sie auch ist:

http://www.washingtontimes.com/news/2016/jun/23/authorities-rebut-claims-child-porn-found-michael-/?utm_campaign=shareaholic&utm_medium=twitter&utm_source=socialnetwork

http://www.usatoday.com/story/life/people/2016/06/22/michael-jacksons-family-sheriff-respond-child-porn-allegations/86225804/

http://www.people.com/article/michael-jackson-estate-blasts-porn-reports

BET hat die Story überhaupt gelöscht, wie es aussieht.

Am schädlichsten für die Falschmeldungs-Täter war diese Stellungnahme von Ron Zonen selbst, einem der Staatsanwälte, der gewiss Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt hätte, um den „Beweis“ gegen Michael Jackson zu bekommen, nach dem er sich so verzweifelt gesehnt hat:

zonen-statement

Der ehemalige Santa Barbara Bezirksstaatsanwalt-Oberassistent Ron Zonen, der half, Jackson strafrechtlich zu verfolgen, erinnert sich an die Besichtigung der an den Fall geknüpften vorliegenden Dokumente und sagt PEOPLE, dass die Strafverfolgung Erwachsenen-Pornomagazine und –videos entdeckt hat, jedoch nichts, das Kinderpornographie darstellt.

„Es gibt allerhand konventioneller Pornomagazine.“, sagt Zonen. Dinge wie Playboy, Penthouse. Es gab eines namens Barely Legal. Das war eine Publikation, wo junge Frauen darstellt sind, die vermutlich über 18 Jahre alt sind, aber ausgewählt wurden, weil sie viel jünger aussehen.“

Die Strafverfolgung entdeckte auch ein Buch mit „masochistischen“ Zeichnungen.

Bezüglich Artikel im Zusammenhang mit Kindern sagte er „Es gab Fotos von nackten Kindern, aber die waren nicht sexueller Natur.“ „Das waren keine Kinder bei sexuellen Aktivitäten und es gab keine Kinderpornographie. Es gab keine Videos von Kindern. Es gab Videos, die beschlagnahmt wurden, aber das war konventionell sexuelles Erwachsenen-Material. Keine Kinder waren involviert.

Er sagt, die Bilder von nackten Kindern zeigen Kinder „die im Bach spielen, auf Bäume klettern, Naturfotos, Nudistenkolonien und solche Dinge.“, sagt er. „Sie stammten aus Fachpublikationen. Ich kann mich nicht dazu äußern, ob sie für Pädophile bestimmt waren oder als künstlerische Fotobücher.“

Lasst uns auf die wichtigsten hier getroffenen Aussagen zurückkommen: „… es gab keine Kinderpornographie. Es gab keine Videos mit Kindern.“

Also worum geht es bei diesem ganzen Rummel dann überhaupt? Ihr würdet schockiert und überrascht sein! Offensichtlich verwenden die Medien Wörter wie „schockierend“, „erschütternd“, „widerlich“ und so weiter, um einen Klick-Köder zu erzeugen. Ich habe hier die gleiche Taktik benutzt. (Glaube ich wirklich, dass Radar Online irgendein Schamgefühl hat? Nee!) Wenn man das diskutierte Material und die Bilder beleuchtet und analysiert, stellt sich nicht nur heraus, dass alles aus legalen Quellen stammt (Kunstbücher und derartiges), sondern dass die erotischen Bilder von Erwachsenen sind! Also… was soll das eigentlich? Es scheint genau genommen so, dass über Michael Jacksons Geschmack bezüglich Kunst und Erwachsenenerotika ein riesiger Mediensturm erschaffen wurde. Wie ich bereits zuvor gesagt habe: Klatschfutter? Ja, vielleicht. Beweis für kriminelles Verhalten? Nein. Und Radar Online pfuscht absichtlich in vielen dieser Bilder herum, um sie eindeutiger „erscheinen“ zu lassen als sie eigentlich sind, wie das folgende Beispiel zeigt. Auf der rechten Reite ist das Bild, wie Radar Online es gepostet hat. Auf der linken Seite ist das Originalbild aus dem Buch, dem es entnommen wurde. Wie ihr sehen könnt, hat Radar Online die Genitalien mit schwarzen Balken abgedeckt, damit es so scheint, als seien die jungen Männer nackt, obwohl sie in Wahrheit Shorts anhaben.

Radar Online FakeIch werde im Laufe der nächsten Tage mehr zu diesem Thema posten, aber für jene, die es in der Zwischenzeit nicht mehr erwarten können, mehr über den Umfang von Michael Jacksons Pornosammlung zu erfahren, ist hier eine sehr gute, umfangreiche Liste. Für’s Protokoll, die in dieser Liste angeführten Artikel sind die einzigen wirklichen Pornos, die gefunden wurden. Eine hervorragende Serie über die in Michaels Sammlung gefundenen Kunstbücher – viele davon sind der Ursprung des aktuellen Medienwahnsinns – kann hier gefunden werden. Soweit ich das beurteilen kann, war das der erste Post dieser Serie. Ihr könnt hier beginnen und euch von hier durch den Rest der Serie durchklicken.

Hier gibt es noch viel, viel mehr zu sagen, da ich Radar Online in den kommenden Tagen Lüge für Lüge zerstören und entlarven werde. Aber da der 25. Juni naht, möchte ich diese Abschiedsworte hinzufügen: Vor sieben Jahren haben wir einen erstaunlichen Künstler, Mann und Menschenfreund verloren. Von Ferguson, Missouri und Black Lives Matter über Paris, Frankreich und ganz aktuell als Folge der Tragödie in Orlando, bleibt Michaels Musik die Musik, um unseren Planeten zu heilen. Woran liegt es, dass sich die Leute immer wieder Michaels Musik zuwenden, wenn uns eine Tragödie trifft oder wenn es ein neues Erwachen für die Notwendigkeit gibt, uns als eine globale Familie zu vereinen?

Teilnehmer einer Gedenkveranstaltung für die Opfer von Orlando singen „Heal The World“

Michael Jackson war ein seltenes Geschenk für den Planeten, jemand, der diese Art der Behandlung sicherlich nicht verdient hat (und immer noch nicht verdient). Ich sagte es neulich in den Social Media und werde es hier wiederholen: Wenn die Welt viel mehr Zeit damit verbringen würde, seinen Worten zuzuhören, statt sich zwanghaft damit zu beschäftigen, was er in seinem Schlafzimmer hatte, würden wir es besser haben. Michaels Privatleben wurde bereits genauestens analysiert. Er wurde einem äußerst strapaziösen und öffentlich demütigenden Prozess ausgesetzt, der nichts der Fantasie überlassen hat – seine innere Heiligkeit völlig durchwühlt, seine privatesten Besitztümer zur öffentlichen Einsichtnahme ausgestellt, sogar sein eigener Körper wurde geschändet.

Mein Punkt ist, dass es hier nichts Neues zu sehen gibt. All diese „Beweise“ wurden vor einem Jahrzehnt bei Gericht zerlegt. Also warum springt Radar Online so hämisch auf diese fingierte Verleumdungskampagne und würgt jahrzehntealte Informationen hoch, für die Michael Jackson vor langem vor Gericht gestellt und freigesprochen wurde? Meine Vermutung, die wahrscheinlich nicht allzuweit daneben liegt, ist, dass das alles Teil eines sorgfältig abgestimmten Plans ist, um das Estate in einen Vergleich mit Robson und Safechuck zu drängen. Und in Radar Online haben sie den perfekten, willigen Komplizen – ein Outlet, das nichts dagegen hat, alle Regeln des Fairplays zu biegen, oder sogar Informationen zu fälschen, um eine leichtgläubige Öffentlichkeit aufzuhetzen und glauben zu lassen, dass eine Liste an Artikeln, die vor zwölf Jahren überprüft und als „Beweis“ abgelehnt wurde, irgendwie eine Titelseitennachricht wert ist.

Michael im SpitalEr war ein Geschenk an die Welt, der viel mehr verdient hat, als das, was ihm gegeben wurde

Das erste, an das ich vielleicht seltsamerweise dachte, als diese Story eingeschlagen ist, war die kürzlich neu aufgeflammte Kontroverse über die Konföderiertenflagge. Präsident Obama sagte, dass die Konföderiertenflagge dauerhaft in einem Museum seinen Ruhestand antreten soll, wo sie als Teil der Geschichte in Erinnerung bleiben kann, aber nicht als Trotzreaktion für ein Ideal im Wind weht, das nicht mehr existiert. Dasselbe empfinde ich über all diese hochgewürgten Informationen aus Michael Jacksons Prozess. Jene Dokumente (die echten) befinden sich seit mehr als einem Jahrzehnt im Archiv des Bezirks Santa Barbara. Sie sind Teil der Geschichte, aber nicht mehr relevant. Der Prozess endete am 13. Juni 2005 in einem Freispruch in allen vierzehn Anklagepunkten und Michael Jackson starb am 25. Juni 2009.

Aber ebenso wie es ein paar Leute gibt, die niemals akzeptieren werden, dass der Bürgerkrieg 1865 endete, gibt es auch eine Splittergruppe, die niemals akzeptieren wird, dass Michael Jackson 2005 von einem Gerichtshof völlig entlastet worden ist. Zu diesem Zweck werden sie weiter lügen, alte Geschichten aufwärmen und boulevardisieren, um die Wahrheit zu verdrehen und ja, sogar neue „Beweise“ fälschen, wo keine existieren. Es ist ein nur spärlich verschleierter Versuch, eine alte Schlacht in Gang zu halten, die schon lange gekämpft – und gewonnen wurde.

Wenn Du das liest und zustimmst, dass wir bessere Gesetze brauchen, um die Verstorbenen vor dieser Art von Verleumdung zu beschützen, unterschreibe bitte diese Petition für die Anti-Diffamierung Vermächtnis Recht Advokaten. Das ist eine Initiative, die, wenn sie als Gesetz verabschiedet wird, den Hinterbliebenen von verstorbenen Personen die gleichen Gesetze und Absicherungen gegen Verleumdung und Beleidigung durch die Medien ermöglicht, wie dies derzeit lebende Personen haben.

„We’ve Had Enough“ („Wir haben die Nase voll“) – Ein Aufruf an die Fan-Community, sich gegen verleumderische Boulevardmedien zur Wehr zu setzen.

UPDATE: Das ist eine ziemlich brisante Information, die gerade durch die kanadische Presse ans Licht gekommen ist (vielen Dank an meine Freunde sanemjfan und Melanie, die diese Eilmeldung auf Twitter und FB geteilt haben): Der Künstler, von dem eines der Fotos stammt, das Radar Online dem Polizeibericht von 2003 „fälschlicherweise hinzugefügt“ hat, der kanadische Künstler Jonathan Hobin, hat bestätigt, dass dieses Foto BIS 2008 NICHT EINMAL EXISTIERT HAT und deshalb UNMÖGLICH im Zuge der Razzia 2003 konfisziert worden sein kann!

Das hat Radar Online ursprünglich berichtet:

ramsey-image

„In einem Buch, das Jackson Room to Play (Raum zum Spielen) nannte, gibt es ein zutiefst bestürzendes Foto einer [ermordeten Kinder-Schönheitskönigin] Jon Benet Ramsey Doppelgängerin mit einer Schlinge um ihren Hals“, enthüllt der Insider. „Es gab auch Fotos und Videos von sadomasochistischem Sex, Bondage, Transsexuellen – ,Tussen mit Schw-nzen‘.“

Die ganze Geschichte hinter dem Foto ist auf der CBS News Seite zu finden.

Jonathan Hobin erklärt in einem Auszug aus dem obigen Artikel:

Die meisten Werke, auf die sich der Radar Online Bericht bezieht, sind in Wirklichkeit keine Pornographie, sondern Bilder, die laut Hobin online aus Kunstbüchern entnommen wurden.

„Die Leute manipulieren den Kontext der Kunst für ihre eigenen teuflischen Zwecke. Ich denke, das lässt sich auf armseligen Journalismus und die Aufregung zurückführen, die durch das Erzeugen von nicht existierendem Drama entsteht.“ sagte er.

Hobin glaubt, dass es am besten wäre, wenn die fragliche Polizeibehörde die Behauptungen dementiert, um dieser Fehlinformation ein Ende zu bereiten.

„(Das Sheriff’s Department) hätte sich unverzüglich zu Wort melden und mitteilen können, dass dies jemandes Versuch ist … eine schon vorhandene polizeiliche Untersuchung zu korrumpieren.“ sagte er.

„Ich wünsche mir, dass sie umgehend das Wort ergreifen … jeder von Vanity Fair über Daily Mail zu wem auch immer spricht über diese Sache, die angeblich existiert, und auf gewisse Weise frage ich mich, ob hier eine Art von Absicht von ihnen vorliegt, dass sie dieser Diskussion erlauben, sich fortzusetzen, wenn sie dem sofort ein Ende bereiten könnten.“

Hier habt ihr es also … noch mehr Beweise, dass dieses Schundblatt die Wahrheit verfälscht und boulevardisiert. Michael wird jetzt auf Basis eines Fotos beschuldigt, dass 1. nach keiner rechtlichen Definition Kinderpornographie ist und dass er 2. zum Zeitpunkt der Razzia unmöglich besessen haben kann.

„We’ve Had Enough“ („Wir haben die Nase voll“) – Ein Aufruf an die Fan-Community, sich gegen verleumderische Boulevardmedien zur Wehr zu setzen.

by

Original: https://antidefamationlegacylawadvocates.org/2016/06/20/weve-had-enough-an-appeal-to-the-fan-community-to-take-a-stand-against-slanderous-tabloids/

AdLLaw

Meine Aufgabe bei Michael’s Dream Foundation besteht unter anderem darin, bei den Nachrichten über Michael Jackson am Laufenden zu bleiben. Das ist etwas, das ich täglich mit dem Ziel mache, interessante Artikel über ihn zu teilen – insbesondere, wenn über seine humanitäre Arbeit und sein Vermächtnis berichtet wird.

Leider gehören die unzähligen Boulevardartikel ebenfalls zu diesem Bereich, den ich durch meine Recherche aufdecke – keinen davon teile ich. In den 27 Jahren, die ich ein Michael Jackson Fan bin, habe ich nicht ein einziges Mal einen Boulevardartikel über ihn geteilt und ich habe mit Sicherheit nicht vor, dies jetzt zu tun; ich werde wiederholen, was Michael selbst gesagt hat – ich lese sie nicht. Der Umstand, dass etwas geschrieben wird, macht daraus nicht zwangsläufig „Wahrheit“. Ich schenke diesen Artikeln nicht noch mehr Aufmerksamkeit, als sie verdienen. Stattdessen ignoriere ich sie. Warum würde ich einem Artikel Aufmerksamkeit schenken wollen, der eindeutig mit absurden Lügen über einen Mann übersäht ist, dem ich seit vielen, vielen Jahren gefolgt bin und über den ich schon so lange recherchiere?

Aber heute stieß ich auf einen Artikel, den ich nicht ignorieren konnte. Ich weiß nur zu gut, dass es Radar Online großes Vergnügen bereitet, negative Dinge über Michael zu posten; sie verbeißen sich an dem Kindesmissbrauchsprozess 2005 wie ein Hund an seinem Knochen. Die Tatsache, dass Michael durch ein EINSTIMMIGES Urteil von ALLEN Anklagepunkten freigesprochen wurde, scheint ihnen nicht in den Kopf zu gehen. Natürlich ignorieren sie alle konkreten Fakten in ihrem Streben, ihre Leserschaft zu vergrößern und aufrechtzuerhalten. Heute gingen sie allerdings zu weit…

In einem widerlichen Artikel unter dem Titel „Paedo Proof? Never before seen – Cop Reports Expose Michael Jacksons Sick Secrets” (Paedo Beweis? Nie zuvor gesehen – Polizeireport enthüllt Michael Jacksons kranke Geheimnisse) gehen sie soweit und sagen, dass Michael ein „manipulatives drogen- und sexbesessenes Raubtier“ war. Im Verlauf des Artikels verweisen sie auf Dokumente, die „obszöne Fotos und Videos von Männern, Frauen, Jungs und Mädchen in perversen Positionen“ zeigen und „Medikamente, um Sexsucht zu behandeln, mit mehreren Rezepten, die von einer Vielzahl von Ärzten für Leute ausgestellt wurden, die dem Star nahestanden“. Der Artikel fährt fort und gibt an, dass Michael sogar „sexy Fotos seiner eigenen Neffen in deren Unterwäsche nutzte, um junge Burschen zu erregen“. Und laut ihnen „teilte ein Ermittler Radar mit, „dass die Dokumente Jackson als ein manipulatives drogen- und sexbesessenes Raubtier entlarven, das Blut, eindeutig sexuelle Bilder von Tieropfern und perversen Geschlechtsakten nutzte, um Kinder seinem Willen zu unterwerfen.“ Dem nicht genug, ergänzte die „Quelle“, dass „er auch widerliche und regelrecht schockierende Bilder von Kinderquälerei, Nacktfotos von Erwachsenen und Kindern, Frauen-Bondage und Sadomasochismus besaß.“

Ich werde nicht fortfahren, diesen beleidigenden Artikel zu zitieren. Das Ganze ist peinlich, widerlich und verursacht so viel Wut, dass jeder Fan spüren kann, wie sein Blut den Siedepunkt erreicht.

Aber wie zum Hohn bietet der Artikel einen Link an, wo man sich diesen sogenannten „Beweis“ selbst ansehen kann. Und was habe ich dort gefunden? Den Beweis, dass Radar Online diesen „Beweis“ mit dem Ziel, Michael zu verleumden und die Wahrheit zu verzerren, völlig aufgebauscht hat. Die unter dem Link dargestellten Bilder sind überhaupt nicht das, worüber berichtet wurde.

Also warum ärgerte mich dieser spezielle Artikel mehr als andere, die ich gesehen habe? Tatsächlich postete Radar Online nur wenige Tage zuvor einen Artikel über Michaels „bizarres Sexualverhalten“; angeblich nachdem Bobby Brown behauptet hat, dass er gesehen hat, wie Michael seiner Schwester einen Klaps auf den Hintern gab, als er mit Janet Jackson zusammen war. Erkenne ich darin „bizarres Sexualverhalten“? Nein, das tue ich nicht. Mein Bruder tat dasselbe, als wir aufwuchsen – und auch im Erwachsenenalter. Das nennt sich „Geschwister-Neckerei“. Ist mein eigener Bruder demzufolge ein Sexualstraftäter, weil er exakt dasselbe Verhalten zeigte? Nein, ist er nicht. Wenn ich andererseits den gleichen Gedankengang einschlage wir die Boulevardmedien – mein Bruder ist kein exzentrischer Popstar, der seine Privatsphäre verzweifelt beschützt.

Ich schweife ab.

Der wahre Grund für meine heftige Wut auf diesen Artikel war die Bosheit dahinter. Hier wurden nicht einfach absurde Lügen über Michael gedruckt. Dieser Artikel geht weiter. Er wagt sich auf das Gebiet der Verleumdung, der Diffamierung und darüber hinaus. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass es weniger eine Pressemeldung, sondern viel mehr ein persönlicher Angriff gegen Michael war – und lasst uns daran denken, dass Michael leider nicht mehr hier ist, um sich selbst zu verteidigen. Wer auch immer diesen Artikel geschrieben hat, sein Hass und seine Bitterkeit bis zu dem Punkt einer Vendetta gegen Michael waren sofort erkennbar. Beim Lesen zwischen den Zeilen (wie ich es oft tue, wenn ich irgendeinen Nachrichtenbeitrag über Michael lese), konnte man das toxische Gift sehen, dass von jedem einzelnen getippten Wort heruntertropft. Diese Person wusste ganz genau, was sie tat und das Timing von solch einem Artikel spricht Bände. Fünf Tage vor dem 25. Juni? Wohl kaum ein Zufall. Ich weiß nicht, wer dahinter steht. Diese Information wurde nicht veröffentlicht … wie praktisch.

Oh, und obendrein liefert der Artikel eine nur spärlich verschleierte Andeutung, dass weitere Vorwürfe und Zivilprozesse gegen Michael eingebracht werden sollten. „Anything for money“ vielleicht?

Warum tauchen diese Artikel nun fast 7 Jahre nachdem uns Michael verlassen hat auf? Wegen dem Zivilprozess, der 2017 stattfinden soll. Und wenn Du denkst, dieser hier war übel – warte auf den nächsten und den danach. Sie werden schlimmer werden, besonders von einer Seite, die dafür bekannt ist, sehr gegen Michael Jackson eingestellt zu sein.

Es wäre so einfach, diesen beleidigenden Artikel zu lesen, wütend zu werden, wegen Michaels Situation traurig zu sein und es zu vergessen. Michael ist nicht mehr unter uns, oder? Gewiss macht es nichts mehr aus. FALSCH! Nachdem ich den besagten Artikel gelesen habe, sprach ich mit ein paar Fans darüber und wie ich sind sie es leid, leid, leid, diese Lügen immer wieder zu sehen. Und wisst ihr, was noch schlimmer ist? Die Tatsache, dass die Urheber dieser Lügen ungestraft davonkommen. Natürlich könnte man Radar Online kontaktieren und sie beten, es zurückzunehmen, aber höchstwahrscheinlich friert zuerst die Hölle zu, bevor sie das machen. Wenn sie arrogant genug sind, diesen Unsinn zu posten, werden sie sich nicht entschuldigen und zugeben, dass sie sich völlig daneben benommen haben. Stattdessen werden sie damit weitermachen, Gift zu posten, um Michaels Ruf, Vermächtnis und vergesst nicht – seine Kinder – zu beschädigen, weil sie die Freiheit dazu haben. Wie kann das denn richtig sein?

Es ist nicht richtig und das wird es nie werden. Sieben schmerzvolle Jahre sind vergangen und selbst jetzt zerlegen und verstümmeln die Medien Michaels guten Namen, um Profit zu machen. Sie haben nach sieben Jahren nicht aufgehört; sie werden auch in absehbarer Zeit nicht damit aufhören. Erinnern wir uns daran, dass Michael die berühmteste Person auf der Welt war und ist. Sein Andenken wird auf folgende Generationen hinaus weiterleben. Und wenn wir nicht JETZT handeln und etwas unternehmen, wird auch das verleumderische Verhalten der Medien fortbestehen.

Noch nie war es so wichtig wie jetzt, uns zu vereinen und die AdLLaw Initiative zu verwirklichen. Sollte diese Initiative als Gesetz verabschiedet werden, dann kann Michaels Ruf und Vermächtnis nicht länger von den Aasgeiern der Boulevardblätter befleckt werden. Und jene, die versuchen, das Gesetz zu brechen, werden für ihr Handeln zur Verantwortung gezogen. Wäre es nicht ein wunderschöner Tag, wenn es den Boulevardmedien nicht mehr erlaubt ist, die Namen und Reputationen jener, die verstorben sind und sich nicht selbst schützen können, zu diffamieren? Handelt JETZT und dieser Tag kann viel früher kommen. Aber damit das passieren kann, braucht es mehr als eine Person, um es zu realisieren.

Michael sprach oft über Einheit und die Wichtigkeit, sich zu vereinen, um einen Wandel herbeizuführen. Er hat völlig Recht. In der Vielzahl liegt die Stärke. Einer oder zwei können keinen Unterschied machen. Aber eine oder zwei Millionen schon. Wir, seine Fans, sind bekannt als seine „Soldaten der Liebe“. Er solidarisierte sich mit seinen Fans und beschützte sie um jeden Preis. „Verletzt meine Fans nicht“ war seine Botschaft, weil er uns genau so sehr liebte wie wir ihn lieben. Wenn er mit uns Schulter an Schulter stehen konnte, können wir ihm dann die gleiche Solidarität entgegenbringen? Jetzt ist die Zeit, in der er uns am meisten braucht und der kommende Zivilprozess wird das noch mehr verstärken. Er erbat seinen Tag vor Gericht; den hatte er und er hat gewonnen. Für manche ist das dennoch nicht genug. Hass gegen Michael und die Tatsache, dass er völlig rehabilitiert wurde – es wird immer noch von den Medien und deren giftigen Artikeln angeheizt. Hätte Michael das toleriert? Zur Hölle, nein! Warum sind wir also im Begriff, es zu tolerieren?

Es ist die Zeit gekommen, um für Michael einzutreten und alles in unserer Macht stehende zu tun, um seinen Ruf zu beschützen. Schürt dieses Feuer in euren Bäuchen und denkt an die Bilder von Michael während dem Prozess 2005. Denkt an das Gefühl des gebrochenen Herzens, als ihr diese entsetzliche Traurigkeit in seinen Augen gesehen habt. Denkt an diese Freude, die ihr erlebt habt, als Michael freigesprochen wurde. Michael und seine Fans machten all das gemeinsam durch. Doch sofern wir nicht gegen die Medien Stellung beziehen, wird all das umsonst gewesen sein. Keine andere Berühmtheit wurde von den Medien so grausam angegriffen wie Michael Jackson. Er durchlebte das sein Leben lang und es machte sein Leben zu einem Elend. Die Berichterstattung über den Prozess 2005 wurde als „Prozess durch die Medien“ tituliert. Er hätte als von den Medien „vor Gericht gestellt, verurteilt und gehängt“ tituliert werden sollen und nächstes Jahr werden wir alles wieder von vorne erleben. Es war beim ersten Mal entsetzlich genug. Aber der Unterschied ist, dass Michael damals seine Meinung sagen und sich selbst verteidigen konnte. Dieses Mal kann er das nicht. Und darum fällt es UNS zu, etwas GEMEINSAM zu tun.

Es gibt kein „I“ (ich) in „us“ (uns). Und man kann „unite“ (sich vereinen) nicht aussprechen, ohne „you“ (du) und „I“ (ich) zusammenzufügen.

Kerry Ward, MDF Admin

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„Beschützt das Vermächtnis der Verstorbenen und die geistige Gesundheit ihrer Hinterbliebenen“ (AdLLaw Initiative)

Link zur Petition: http://petitions.moveon.org/sign/protect-the-legacy-of

Wir richten uns an das Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten, den Senat der Vereinigten Staaten und Präsident Barack Obama

Verabschieden Sie ein Gesetz, das die Verstorbenen zu jenen einreiht, die, wenn sie diffamiert werden, denselben Rechtsschutz haben können, indem Sie deren Familienmitgliedern eine Gesetzesgrundlage bieten, auf der sie einen zivilen Klageanspruch aufbauen können.

Die Anti-Diffamierung Vermächtnis Rechts Advokaten betrachten dieses Gesetz wie jedes andere; als eine Abschreckung für die meisten und ein Mittel gegen die schwerwiegenderen Täter. Wenn eine Person verstorben ist, kann nahezu alles über sie gesagt oder geschrieben werden. Selbst Unbekannte können zur Zielscheibe werden, was bedeutet, dass wir und unsere Liebsten in Gefahr sind.

Wir hoffen, es wird ausschlaggebend sein, um den Gesetzesentwurf zu verabschieden oder zu einem Bestreben beider Parteien zu machen.

https://antidefamationlegacylawadvocates.org/

Petitionshintergrund

Wir ersuchen alle Leute – die Mitglieder unseres Kongressorgans und den Präsidenten der Vereinigten Staaten, die Initiative der Anti-Diffamierung Vermächtnis Rechts Advokaten oder AdLLaw (Ad Law) zu unterstützen.

Ursprünglich dachten wir, mit Kalifornien zu beginnen. Der kalifornische Gerichtsjustizrat erstellte einen Entwurf für eine Initiative. Obwohl es für Kalifornien konzipiert wurde, bekundet das Dokument eindeutig, dass wir dieses Gesetz auf nationaler Ebene verwirklicht sehen wollen.

https://antidefamationlegacylawadvocates.org/2013/07/18/anti-defamation-legacy-law-advocates-adllaw-initiative/

Ziel dieser Initiative ist es, ein Gesetz zu verabschieden, das die Verstorbenen unter jenen einreiht, die juristisch betrachtet diffamiert werden können, wodurch deren Familienmitgliedern eine Gesetzesgrundlage geboten wird, auf deren Basis sie einen zivilen Klageanspruch aufbauen können. Wir sehen dieses Gesetz wie jede andere Zivilklage. Solch ein Gesetz wäre weder unbegründet, noch eine Zauberpille, um alle Missstände zu kurieren, aber in den meisten Fällen eine realisierbare Abschreckung gegen die Verleumdung eines Verstorbenen und ein denkbares Mittel, um sich mit ernstzunehmenderen Tätern zu befassen.

In den letzten 5 Jahren überstieg die Liste der Verstorbenen, die ungeheuerlich diffamiert worden sind, die Marke des Üblichen oder des zu erwartenden. Die Liste reicht von den Berühmten über die Unbekannten.

Wir Amerikaner sind mit vielen Rechten gesegnet, aber mit ihnen gehen Verantwortlichkeiten einher, um sicherzustellen, dass wir niemandem mit unserem gefährlichen Verhalten schaden. Vorsätzliche Diffamierung eines Verstorbenen richtet viel mehr an, als nur die Gefühle der Hinterbliebenen zu verletzen, es kann deren Gesundheit und Wohlbefinden durch falsche öffentliche Wahrnehmung, Meinungen und ergriffene Maßnahmen gefährden. Wir schätzen die Rechte des amerikanischen Ersten Verfassungszusatzes, aber in unserer Verfassung befindet sich nichts über das Ablegen eines falschen Zeugnisses als Rechtsanspruch.

Wir erbitten dringend, die Anti-Diffamierung Vermächtnis Rechts (AdLLaw) Initiative zu unterstützen.

https://antidefamationlegacylawadvocates.org/

Forest Lawn besuchen und überdenken

by

Original: https://dancingwiththeelephant.wordpress.com/2016/06/16/visiting-and-revisiting-forest-lawn/

Post vom 16/06/2016

Willa: Letzten Juni besuchte unsere Freundin und regelmäßige Mitarbeiterin Eleanor Bowman den Forest Lawn Memorial Park, wo Michael Jackson beerdigt ist. Ich habe nie viel darüber nachgedacht – ich schätzte, ich habe einfach angenommen, dass es ein schöner Friedhof ist, wo viele Hollywoodstars begraben sind – aber Eleanor erklärte, dass es viel mehr als das ist. Zum Beispiel sagte sie, dass sich im Großen Mausoleum am Forest Lawn lebensgroße Reproduktionen von Michelangelos Statuen befinden, die wie die Originale in Marmor gemeißelt sind.

Eleanors Emails entfachten meine Neugier und so begann ich nachzuforschen. Ich fand heraus, dass Forest Lawn auf Basis einer ganz unüblichen Vision gestaltet wurde, wie ein Friedhof sein könnte – ein fröhlicher, öffentlicher Ort, an dem die Leute in Verbundenheit mit der Natur großartige Kunstwerke erleben können und die Leben ihrer geliebten Menschen feiern. Tatsächlich half er, die gängigen Vorstellungen über Friedhöfe zu verändern. Der Gründer Hubert Eaton schrieb 1917 „Ich werde danach streben, Forest Lawn im Gegensatz zu anderen Friedhöfen zu erbauen, so wie sich Sonnenschein von Dunkelheit unterscheidet, so wie sich ewiges Leben vom Tod unterscheidet.“

Dieses Jahr nähern wir uns also dem siebenten Jahrestag von Michael Jacksons Tod und wir würden gerne über Forest Lawn sprechen, über Dr. Eatons Vision, wie sie sich auf Michael Jacksons Ideen über Kunst beziehen und ob Forest Lawn eine geeignete letzte Ruhestätte für ihn ist. Eleanor, vielen Dank, dass Du Deine Gedanken mit uns teilst!

Lisha: Wow, das klingt nach einem faszinierenden Thema. Ich hatte keine Ahnung, dass Forest Lawn solch eine ungewöhnliche Geschichte hat. Eleanor, vielen Dank, dass Du bei uns bist. Ich kann es kaum erwarten, mehr darüber zu lernen.

Eleanor: Hi, Willa und Lisha. Und danke für die Einladung, um erneut über meinen Lieblingsmenschen zu sprechen.

Letztes Jahr besuchte ich meinen Sohn Shaw in LA und mir war bewusst, dass der Jahrestag von Michaels Tod nahe lag. Ich wollte etwas tun, um mich ihm irgendwie näher zu fühlen und ihn zu ehren. Und mein Sohn, der mich vor ein paar Jahren bei Laune hielt, indem er mich an den Toren der ursprünglichen Jacksonresidenz in Hayvenhurst vorbeifuhr, ging auf meine Stimmung ein und verbrachte den ganzen Tag damit, mich zu Orten zu bringen, die mit Michael in Verbindung stehen.

Willa: Oh, wirklich? Du und Dein Sohn habt also eine private Michael Jackson Tour gemacht?

Eleanor: Ja, das haben wir. Und es war ein wundervoller Tag!

Willa: Das klingt nach richtig viel Spaß! Es gibt professionelle Michael Jackson Touren, die hunderte Dollar kosten, aber eine eigene Tour zu machen klingt viel besser.

Lisha: Ich stimme zu. Seit ich dieses YouTube Video mit dem Titel „Ultimate Michael Jackson Fan Tour (Red in L.A.)“ gesehen habe, wollte ich selbst eine Do-It-Yourself Tour machen:

Willa: Ich liebe dieses Video, Lisha. Und wie toll, dass Du mit Deinem Sohn eine „Do-It-Yourself Michael Jackson Tour“ machen konntest, Eleanor! Wo wart ihr überall?

Eleanor: Zuerst waren wir in Hombly Hills (Hombly Hills grenzt an Beverly Hills), um das Haus zu besichtigen, in dem er lebte, als er sich für This Is It vorbereitet hat. Es nimmt einen ganzen Block ein und liegt auf einem steilen, tortenförmigen Stück Land mit dem Haus obenan, die Vorderseite blickt auf Terrassengärten und darüber hinaus über LA hinaus. Die Doppelgarage befindet sich direkt auf der Strasse, das Garagentor war geöffnet und ich konnte mir MJ vorstellen, wie er sein Haus betrat und verließ. Die Nachbarschaft ist so schön und friedlich: gewundene Gassen, die mit wunderschönen Bäumen und Blumen gesäumt sind. So grün und ruhig.

Als nächstes fuhren wir nach Hollywood und ich fand seinen Stern am Walk of Fame. An diesem Abend gingen wir ins La Cabanita, einem mexikanischen Restaurant in Glendale, das eines von Liz Taylors liebsten war, und wir konnten uns MJ und Liz beim gemeinsamen Abendessen vorstellen. (Das Essen war großartig!)

Aber der beste und bewegendste Teil des Tages war für mich der Besuch des Forest Lawn. Sehr ruhig. Eine Hügellandschaft mit weitgehend ebenerdigen Grabstellen. Natürlich mit Ausnahme des Großen Mausoleums, wo die reichen und berühmten, einschließlich MJ, beerdigt sind – eine Art Kathedrale für die Toten. In Elizabeth Taylors Krypta gibt es auf beiden Seiten wunderschöne Zweige weißer Orichdeen und einen riesigen Marmorblock mit ihrem Namen. Oben auf war eine enorme Statue eines Engels.

Willa: Ja, es ist wirklich wunderschön. Hier ist ein Foto, das ich online gefunden habe:

Elizabeth Taylor Krypta

Eleanor: Das Gebäude ist ein echtes Kulturerlebnis. Ich habe niemals etwas Vergleichbares gesehen. Überall Nachbildungen von Michelangelos Skulpturen, wie Du erwähnt hast, Willa. In Originalgröße. Und ein riesiges mit Glasmalereien verziertes Fenster, das eine Kopie von Leonardo da Vincis Letztes Abendmal zeigt. Wirklich übertrieben, aber doch… passend für diese Leute, die irgendwie unsere kulturellen Archetypen repräsentieren, denke ich.

Ich sagte Shaw, dass ich an Evelyn Waughs The Loved One und Jessica Mitfords The American Way of Death erinnert wurde, beides kulturelle Kritiken der US, beide vom Forest Lawn inspiriert und beide repräsentierten alles, was ich über Forest Lawn wusste. Ich meine, Forest Lawn ist selbst eine kulturelle Ikone, wenn ein Friedhof eine Ikone sein kann.

Willa: Ich weiß, was Du meinst, Eleanor. Er veränderte wirklich das Aussehen von Friedhöfen im ganzen Land. Ich habe nicht realisiert, wie signifikant er war, bis Du mir darüber erzählt hast und ich begonnen habe, ein wenig zu recherchieren. Tatsächlich wusste ich nur sehr wenig über Forest Lawn. Aber nachdem Du mein Interesse angeregt hast, besuchte ich Kalifornien und Forest Lawn – etwas, das ich ohne Deine Ermunterung vermutlich nicht gemacht hätte – und ich war überrascht davon, wie wunderschön er ist. Es fühlt sich an wie ein Park. Tatsächlich ist es ein beliebter Ort für Hochzeiten, was ziemlich ungewöhnlich ist für einen Friedhof…

Lisha: Hochzeiten? Das kann nicht Dein Ernst sein! Ich kann mir zu einem Friedhof nichts Gegensächlicheres vorstellen als eine Hochzeit!

Willa: Ich war auch schockiert, als ich das gelesen habe. Also habe ich David Macdonald dazu befragt. Die Forest Lawn Gesellschaft hat eigentlich sechs separate Friedhöfe – oder Gedenkparks, wie sie es nennen – und Mr. Macdonald leitet die Glendale Anlage, wo sich Michael Jackson befindet. Toni Bowers und ich besuchten Kalifornien letzten November und vor unserem Ausflug kontaktierten wir Mr. Macdonald. Er nahm uns netterweise mit auf eine Tour und während wir herumgingen, fragte ich ihn, ob es stimmt, dass Ronald Reagan dort geheiratet hat. Er sagte ja, tausende Leute haben dort geheiratet und es ist immer noch ein beliebter Ort für Hochzeiten. Tatsächlich sagte er, dass er selbst dort geheiratet hat. Ich war von all diesen Hochzeiten wirklich überrascht. Das war überhaupt nicht das, was ich bei einem Friedhof erwartet habe.

Lisha: Das ist so cool, dass Du dort warst! Und die Hochzeiten sind einfach so überraschend – ich kann es mir einfach nicht vorstellen.

Ich googelte und fand dieses Foto von Ronald Reagan und Jane Wymans Hochzeit 1940, die in der Wee Kirk o‘ the Heather abgehalten wurde, einer Kirche am Forest Lawn:

reagan-wyman-wedding

Das Brautpaar sitzt im „Wunschsessel“ der Kirche, einem Steinmonument, auf dem auszugsweise steht „Das Glück wird für immer auf das Brautpaar lächeln, das an ihrem Hochzeitstag in diesem Sessel sitzt.“ Forest Lawns Hochzeitskoordinatorin Mildred Broking sagte der Los Angeles Times, dass „Ein Paar in den 40ern, wenn es nicht im Wee Kirk vermählt wurde, einfach nicht verheiratet war… Es war der Eliteort, um zu heiraten.“

In einer Million Jahren hätte ich niemals vermutet, dass eine Friedhofskirche „der Eliteort“ für eine Hochzeit werden könnte!

Eleanor: Das hätte ich auch nicht, Lisha, und ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich mich mit dem Gedanken wohlfühle.

Willa: Es ist auf jeden Fall unerwartet, oder? Aber in gewisser Hinsicht ist es ein Testament für den Erfolg von Dr. Eatons Vision. Er war nicht der Meinung, dass ein Friedhof ein trauriger Ort sein sollte, sondern vielmehr ein Ort der Feierlichkeit. Tatsächlich hat Mr. Macdonald gesagt, dass Forest Lawn die populärste Touristenattraktion in Los Angeles war, bevor Disneyland errichtet wurde, und er zieht immer noch viele Besucher an – wenngleich natürlich nicht annähernd so viele wie Disneyland. Es ist einfach schwer vorstellbar, dass ein Friedhof solch ein beliebter Ort ist.

Lisha: Das ist wirklich etwas. Es klingt so, als hätte Dr. Eaton wirklich die Art in Frage stellen wollen, wie Leute über den Tod zu denken gewöhnt waren.

Willa: Ja, das denke ich auch.

Lisha: Ich weiß, dass der Père Lachaise Friedhof in Paris ebenfalls viele Touristen anzieht, aber ich dachte, das läge an den berühmten „Bewohnern“ wie Jim Morrison, Oscar Wilde, Èdith Piaf und Frèdèric Chopin. Besucher finden Gefallen daran, die Gräber der historischen Personen zu finden, die dort begraben sind.

Willa: Und das trifft auf Forest Lawn ebenfalls zu. Es ist erstaunlich, wieviele berühmte Leute aus vielen unterschiedlichen Bereichen dort beigesetzt wurden, einschließlich Schauspielern, Musikern, Athleten und Politikern. Dort sind Clark Gable und Carole Lombard, Humphrey Bogart und Lauren Bacall, Gracie Allen und George Burns, Mary Pickford, Ethel Waters, Sammy Davis Jr, Sam Cooke, Nat King Cole, Red Skelton, Casey Stengel – sogar Dr. Suess. Hier ist eine Liste mit über 1000 berühmten Leuten, die dort begraben sind.

Eleanor: Danke, Willa. Ziemlich umfangreich.

Willa: Es ist eine lange Liste, oder? Aber ich denke, es gibt noch etwas anderes am Forest Lawn, das all die Besucher und die Hochzeiten erklärt. Dr. Eaton stellte ihn sich als einen Ort für die Lebenden, wie auch die Toten vor.

Es wird erzählt, dass er am Neujahrstag 1917 in den Hügeln in Forest Lawn spazieren ging und plötzlich eine Vision hatte, was es sein könnte. Er kam nach Hause und schrieb auf, was als „Das Bekenntnis des Erbauers“ bekannt wurde. Es wurde in eine Wand nahe dem Eingang zum Großen Mausoleum in Stein gemeißelt. Hier sind ein paar seiner Worte:

Ich glaube an ein glückliches ewiges Leben…

Deshalb weiß ich, dass die heutigen Friedhöfe falsch sind, weil sie ein Ende darstellen, statt einem Anfang…

Ich werde mich bemühen, Forest Lawn anders zu erbauen, anders als andere Friedhöfe, so wie sich Sonnenschein von Dunkelheit unterscheidet, so wie sich ewiges Leben vom Tod unterscheidet…

Forest Lawn wird ein Ort werden, an dem junge und alte Liebende es lieben werden, zu flanieren und das Glühen des Sonnenuntergangs zu betrachten, für die Zukunft zu planen oder in vergangenen Erinnerungen zu schwelgen; ein Ort, an dem Künstler studieren und entwerfen; wo Lehrer glückliche Kinder hinbringen, um die Dinge zu sehen, von denen sie in Büchern gelesen haben…

Dr. Eaton stellte sich Forest Lawn also tatsächlich als einen Ort für Liebende vor! In diesem Sinne – dass es ein Ort ist, an dem Liebende flanieren, Künstler entwerfen und ein Ort, den Schüler in Exkursionen besuchen, um großartige Kunstwerke zu sehen – unterscheidet er sich sehr von den meisten Friedhöfen.

Lisha: Das ist solch ein radikales Konzept – das Ende des Lebens als neuen Anfang zu feiern, wie wir normalerweise über Hochzeiten denken, und nicht über Beerdigungen. Es wandelt das Konzept einer Beerdigung in eine Feier des Lebens und der Liebe, statt in das endgültige tragische Ende.

Willa: Ich denke, Du hast Recht, Lisha.

Lisha: Auf der Forest Lawn Webseite findet man eine interessante Geschichte über die allererste Statue, die Dr. Eaton 1915 für den Friedhof erworben hat – bekannt unter dem Namen Duck Baby. Der Gedanke, Kunst in einem Friedhof aufzustellen, war damals so ungewöhnlich, dass der Erwerb einige Kontroversen hervorrief und zunächst vom Vorstand abgelehnt wurde. Duck Baby stellt ein lachendes Kind dar – voller Leben – dass Entenbabys in seinen Armen hält. Eine wunderschöne Statue wie diese aufzustellen, war solch eine andere Art, über Beerdigungen zu denken, und viele hatten Schwierigkeiten damit, sich das Konzept vorzustellen.

duck-baby forest lawn

Eleanor: Ja, es ist wirklich ganz anders. Und nicht jeder teilte oder bewunderte Eatons Vision. Besonders nicht zu Beginn. Forest Lawn besitzt eine lange Geschichte und hat viele Kotroversen entfacht; oft wurde er als Beispiel für amerikanischen Kommerz und Geschmacklosigkeit betrachtet. Jessica Mitford führte ihn als Beispiel dafür an, wie man es nicht macht. Und Evelyn Waugh nutzte ihn, um das amerikanische Leben zu verspotten.

Da meine Vorstellungen über Forest Lawn einzig auf diesen beiden Büchern basierte, hatte ich selbst einige Vorbehalte darüber, ob er eine geeignete Grabstätte für Michael Jackson ist. Aber natürlich ist er nicht wirklich begraben, sondern beigesetzt. Für mich schien es fast schon entweihend für ihn, ihn irgendwo beizusetzen. Er schien sich selbst so sehr als Teil der Natur zu fühlen, seinen Körper von seiner geliebten Erde zu trennen, schien gegen alles zu sein, woran er glaubte. Einäscherung schien angemessener zu sein.

Willa: Das ist ein wirklich guter Punkt, Eleanor. Ich meine, Michael Jackson schrieb in „Planet Earth“ im Grunde einen Liebesbrief an die Natur, als er sagte:

In meinen Adern spürte ich das Geheimnis
Der Zeitkorridore, der Geschichtsbücher,
Lebendige Gesänge aus alter Zeit, die in meinem Blut pochen,
Tanzten den Rhythmus von Ebbe und Flut,
Deine Nebelwolken, dein elektrischer Sturm
Waren turbulente Stürme in mir.

Es ist schwer vorstellbar, dass der Mensch, der diese Worte geschrieben hat, seinen Körper von der Natur und dem Kreislauf des Lebens getrennt gehalten haben wollte – im Inneren eines Metallsarges weggesperrt, der dann mit Gestein ummantelt wird. Aber ich verstehe auch, warum seine Familie und Fans einen Ort haben wollen, um ihm zu gedenken und seim Leben ein Denkmal zu setzen.

Eleanor: Ja, ich stimme zu. Auf der einen Seite schien er sich so im Einklang mit der Natur gefühlt zu haben, so sehr als Teil davon. Ich sehe seine Kunst gerne als Ausdruck der Natur, die in seinem Tanz durch seinen Körper fließt. Seine Stimme singt die Lieder der Natur.

Ich machte allerdings einen Realitätscheck und obwohl ich denke, dass eine Feuerbestattung passender gewesen wäre, war er schließlich Michael Jackson und das wäre einfach nicht passiert. Nach reiflicher Überlegung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es keinen angemesseneren Ort für den King of Pop als Forest Lawn geben könnte.

Willa: Interessant, dass Du das gesagt hast, Eleanor, weil ich am Forest Lawn unter anderem gelernt habe, dass eine anfängliche Definition eines „Mausoleums“ „eine Grabstätte für Könige“ ist. Es ist also angemessen, dass der King of Pop dort beigesetzt wurde, wie Du gesagt hast.

Eleanor: Das wusste ich nicht! Es ist also wirklich passend für Michael.

Willa: Ja, das ist es. Aber Forest Lawn war auch ein früher Befürworter der Einäscherung. Laut Forest Lawn: the First 100 Years, einem Buch, das veröffentlicht wurde, um ihre Hundertjahrfeier zu zelebrieren, „wurden 1906 in den Statuten unter den frühesten Zielen von Forest Lawn Anlagen für ein Krematorium aufgeführt“ und sie errichteten 1917 ein Krematorium, als Einäscherung für viele Leute noch ein sehr verstörender Gedanke war und nicht annähernd so akzeptiert war wie heute. Tatsächlich war das „Zerstreuen der Mythen“ über die Feuerbestattung zu Beginn eine ihrer vielen Herausforderungen.

Aber obwohl sie immer noch Kremierungen anbieten, sind sie nicht dafür bekannt. Bekannt sind sie für das Große Mausoleum, das wunderschöne Gelände und die vielen Berühmtheiten, die dort beerdigt oder beigesetzt wurden.

Eleanor: Ja, und Forest Lawn ist vielleicht der einzige Friedhof der Welt, der die Ressourcen hat, um ihn vor verrückter Liebe und Hass zu beschützen. Der Teil des Mausoleums, wo er verschlossen aufbewahrt wird – was auch mit seinem goldenen Sarg zu tun haben mag. Ich weiß nicht. Weiß es jemand von euch? Ich konnte nicht hinein, als ich dort war, also musste ich mich damit begnügen, mir vorzustellen, wie es im Inneren ist.

Willa: Nun, das Große Mausoleum ist riesig und während Teile davon für die Öffentlichkeit zugänglich sind, ist der Großteil privat. Da ist das Hauptgebäude, das 1917 erbaut wurde, und dann wurden im Laufe der Jahre Erweiterungen angebaut. Die erste war Azalea Terrace 1919 und dann machten sie alphabetisch aufsteigend weiter bis Jasmine Terrace. Michael Jackson ist in der Holly Terrace, die 1949 angefügt wurde. Ich habe eine Webseite gefunden, wo ein historisches Foto abgebildet ist, das 1952 aufgenommen wurde, bevor Iris und Jasmine Terraces gebaut wurden. Die Holly Terrace ist rot markiert:

holly-terrace-photo-taken-1952

Das Große Mausoleum ist also ein riesiges Bauwerk, oder eine Serie von Bauwerken, und große Teile davon sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, Familienmitglieder können allerdings jederzeit hinein. Tatsächlich glaube ich, dass alle Terrassen privat sind. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, dass das so ist. Ich weiß, dass die Holly Terrace für die Öffentlichkeit gesperrt ist und Michael Jacksons Familie entschied sich, ihn dort unterzubringen. Laut einem Artikel des Time Magazins, der am Tag seiner Beerdigung veröffentlicht wurde, waren Sorgen über die Privatsphäre ein wesentlicher Faktor bei ihrer Entscheidung.

Mr. Macdonald erzählte uns, dass die Jackson Familie sogar den gesamten Alkoven erworben hat, wo sich Michael Jackson befindet, der etwa ein Dutzend Grabräume in den Wänden beinhält, die seine Krypta umgeben. (Mr. Macdonald war sich nicht sicher, wieviele es genau sind). Ich nehme also an, dass seine Mutter dort eines Tages beigesetzt werden wird, zusammen mit anderen Familienmitgliedern.

Lisha: Das ist wirklich interessant. Davon habe ich noch nie gehört.

Willa: Ich auch nicht. Man kann das Äußere der Jackson Alkoven übrigens im obigen Bild sehen. Es ist die Ausbuchtung auf der rechten Seite der Holly Terrace (der rote Teil). Hier ist ein besseres Foto mit Blick auf die Alkoven, wo er sich befindet:

michael-jackson-alcove-outside-2

Und hier ist ein Foto der Jackson Alkoven von innen, das ich auf Pinterest gefunden habe:

michael-jackson-alcove-in-holly-terrace

Die wunderschönen Fenster mit Glasmalerein, die seine Krypta umgeben, werden die Himmelfahrt-Fenster genannt und basieren auf Nicola D’Ascenzos „Christi Himmelfahrt“, einem aufwendigen Fenster in der Church oft he Good Shepherd in Scranton, Pennsylvania. Die Steinplatten auf beiden Seiten des Alkoven markieren den Platz, wo weitere Särge in die Wände eingefügt werden können.

Eleanor: Vielen Dank für dieses Foto, Willa.

Willa: Es ist wunderschön, oder? Und Du musst Dir all die Blumen ansehen. Obwohl Fans die Holly Terrace nicht betreten dürfen, sagte Mr. Macdonald, dass sie versuchen, den Fans so weit wie möglich entgegenzukommen. Er sagte, dass sie aus Sicherheitsgründen nichts in seine Krypta bringen können, dass nicht vom Forest Lawn stammt. Aber wenn Fans einen Strauß im Forest Lawn Blumenladen kaufen, wissen sie, dass es sicher ist und bringen ihn zu seinem Sarg. Fans aus aller Welt machen das regelmäßig, sagte er, und es gab viele Blumengestecke, als wir dort waren.

Eleanor: Ich wünschte, ich hätte das letztes Jahr gewusst. Als wir angekommen sind, gingen wir zum Mausoleum und drückten einen Knopf auf der Außenseite der Tür und eine düstere, körperlose Stimme aus dem Inneren sagte uns, dass es geschlossen war; dann dirigierte sie uns aber zu der Tür, die Michael Jacksons Ruhestätte am nächsten ist.

Willa: Ja, es gibt dort einen Bereich in der Nähe des Haupttores zur Holly Terrace, der zu einer ständigen Gedenkstätte geworden ist. Als wir dort waren, waren dort frische Blumen, Briefe und selbstgemachte Poster – und das war im November, was nicht gerade eine besondere Zeit im Michael Jackson Kalender ist – nicht wie Juni oder August.

Eleanor: Ja. Die Terrasse außerhalb der Holly Terrace wurde zu einem Treffpunkt für Leute, die gekommen sind, um Michael zu ehren. Es gab frische Blumen in der Nähe der Tür und Liebesbriefe. Ich kaufte Blumen bei dem Blumenhändler und als ich zurückgekommen bin, standen ein paar Leute herum und unterhielten sich leise. Ich legte meinen Strauß zu den anderen und dann kam ein sehr netter älterer Mann mit australischem Akzent und sagte, er würde für meine Blumen eine Vase mit etwas Wasser füllen, damit sie in der heißen Sonne länger halten würden. Ich fühlte so viel Liebe – die Liebe, die uns Michael Jackson in seiner Kunst und seinem Leben gegeben hat, gaben wir einander. Das berührte mich wirklich sehr und meine Augen füllten sich mit Tränen.

Willa: Das klingt wunderschön, Eleanor. Wir haben keine Fans gesehen, als wir dort waren, aber ein paar Fans waren vor uns an diesem Tag dort und Mr. Macdonald sagte, dass Fans so ziemlich jeden Tag kommen. Und ich war auch tief berührt davon, dort zu sein – mehr, als ich erwartet hätte. Ich muss sagen, dass ich Michael Jacksons Präsenz am Forest Lawn nicht wirklich gespürt habe. Ich fühle ihn viel stärker, wenn ich seine Musik höre oder seine Kurzfilme oder Konzertmitschnitte sehe. Aber es war sehr bewegend und es gibt am Forest Lawn Aspekte, die es besonders für ihn geeignet machen, denke ich.

Zum Beispiel wollte Dr. Eaton Forest Lawn zu einem Ort machen, der mit Statuen und Gemälden gefüllt ist, wo Leute ohne viel Geld an einem wunderschönen Ort spazieren gehen und großartige Kunstwerke erleben können. Es gibt dort also fantastische Bildhauerkunst, wie zum Beispiel sehr schöne handgemachte Nachbauten von Michelangelos David und The Pieta und ein faszinierendes Werk mit dem Namen The Mystery of Life von dem italienischen Bildhauer Ernesto Gazzeri. Hier ist ein Bild:

mystery-of-life-2

Es gibt auch eine ungewöhnliche Szene von Vincenzo Jerace mit dem Namen Christ and the Children. Laut Forest Lawn: the First 100 Years erzählte Eaton die Geschichte von Jeraces Statue sehr gerne:

Er erzählte den Zuhörern, dass er glaubte, dass Christus eine wunderbare, warmherzige Persönlichkeit haben musste, um Kinder und Erwachsene anzuziehen. Aber die Kunst hat Ihn meistens entweder in Todesqualen am Kreuz dargestellt oder mit einem sehr düsteren Gesichtsausdruck. Eaton suchte und suchte nach einer Christus-Darstellung, die Freude ausstrahlt. Nachdem es ihm nicht möglich war, solch ein Kunstwerk zu finden, versammelte er eine Gruppe italienischer Bildhauer und erklärte ihnen seine Vision. Die meisten antworteten, dass sie das nicht machen können, da ihnen ihre Religion gelehrt hat, dass Christus für ihre Sünden gelitten hat und es wäre nicht angemessen, einen lächelnden Christus zu zeigen. Ein Künstler allerdings, Vincenzo Jerace, sagte Eaton, dass er es versuchen würde. Das Ergebnis ist diese Statue, die als „der lächelnde Christus“ bekannt ist.

Hier ist ein Foto von Jeraces Statue:

jerace-2

Lisha: Wow, das ist wirklich wunderschön!

Willa: Ja, und die Geschichte dahinter gefällt mir sehr. Dort gibt es auch fantastische Glasmalereien. Es gibt die Nachbildung von Leonardo da Vincis Letztes Abendmahl als Glasmalerei, wie Du schon vorher erwähnt hast, Eleanor; der italienische Künstler Caselli Moretti brauchte sieben Jahre, um es mit Hilfe der Originalskizzen da Vincis zu erschaffen. Und es gibt die Himmelfahrts-Fenster in Jacksons Alkoven. Des weiteren gibt es in einem Untergeschoß des Großen Mausoleums einen wunderschönen Ort namens Poet’s Corner (Dichterecke), wo Szenen aus der Poesie auf Glas nachgebildet wurden. Als Toni und ich dort waren, stand die Sonne tief am Himmel und schien direkt durch diese Fenster und es raubte uns einfach den Atem. Es war unbeschreiblich schön.

Lisha: Das würde ich wahnsinnig gerne sehen. Es klingt absolut großartig.

Willa: Oh, das war es! Ich habe versucht, Fotos zu machen, aber ich konnte dieses Licht einfach nicht einfangen. Ich fürchte, ich bin keine sehr gute Fotografin…

Was ich also versuche rüberzubringen, ist, dass es am Forest Lawn überall Kunstwerke gibt, sowohl im Mausoleum, als auch überall in den Gärten verteilt, und besonders die Statuen der Kinder erinnerten mich sehr an Michael Jackson. Hier ist zum Beispiel eine Statue von einem Mädchen und einem Jungen, die zu der Gravur von Dr. Eatons „Erbauerbekenntnis“ hinaufblicken:

builders-creed forest lawn

Eleanor: Hmmm. Erinnert mich an Neverland.

Lisha: Genau das habe ich auch gedacht!

Willa: Das denke ich auch, besonders wegen der Art, wie sie sich an den Händen halten, mit dem Welpen in einem Wagen. Statuen wie diese sind der Grund, weshalb ich finde, dass Forest Lawn sehr passend für Michael Jackson ist.

Lisha: Weißt Du, da ich noch nicht dort war, fällt es mir schwer, mir diesen Park mit all der Kunst und den Michelangelo Repliken vorzustellen. Er scheint ungewöhnlich zu sein. Ich fand auf You Tube ein paar Urlaubsaufnahmen, die mir halfen, es mir besser vorzustellen:

Mein Bauchgefühl sagt mir, Michael Jackson würde diesen Ort lieben. Es scheint in vieler Hinsicht ein idealer Ruheplatz für jemanden zu sein, der sich so sehr dafür engagierte, die Welt mit Hilfe von Kunst und Schönheit zu einem besseren Ort zu machen.

Willa: Dem stimme ich zu. Es fühlt sich richtig an, dass er an einem so schönen, mit Kunst gefüllten Ort ist.

Eleanor: Eine perfekte Ruhestätte für einen Künstler, besonders für einen Pop Künstler. In seinen frühen Jahren war Forest Lawn ein Symbol für das, was jetzt als Pop-Kultur bekannt ist, aber dann sah man das Nebeneinander von „Pop“ und „Kultur“ als sich widersprechend an, oder gar als schwachsinnig, was den alten britisch/europäischen Snobismus gegenüber den Vereinigten Staaten und ihrer eher demokratischen Herangehensweise an Kunst widerspiegelt, ein Ansatz, der durch amerikanischen Film und Popmusik veranschaulicht wird. Lange Zeit wurde „Kultur“ und Kunst mit der Alten Welt identifiziert und nicht mit der Neuen, und mit der Elite anstatt mit der breiten Masse.

Willa: Genau, und Dr. Eaton wollte diese Kluft überbrücken und „hohe“ Kunst – oder wenigstens Repliken hoher Kunst – für jeden zugänglich machen, auch für Schulkinder.

Eleanor: Es ist interessant, dass Forest Lawn und so viele der Menschen, die dort begraben oder beigesetzt sind, so eng mit dem Film verbunden sind, einer Kunstform, die darum kämpfen musste, ernstgenommen und als Kunst anerkannt zu werden, so wie es auch bei der populären Musik der Fall war. Und dass Forest Lawn teilweise der gleichen Kritik ausgesetzt war – wie die von Mitford und Waugh ausgeteilte – die auch Michael Jackson verfolgte.

Zum Beispiel wurden sowohl Forest Lawn als auch Michael Jackson beschuldigt, „kommerziell“ zu sein. Das Los Angeles Magazine beschrieb Forest Lawn als ein „Freizeitpark-Nekropolis“, und drückte mit anderen Worten aus, was Jessica Mitford mit „der Kitsch von Forest Lawn war nur eine ausgeklügelte Strategie, um die Scheckbücher der Trauernden zu schmieren“ beschrieb.

Lisha: Das ist sogar irgendwie witzig!

Eleanor: Ja, und die Analyse Mitfords liegt vermutlich garnicht soweit daneben. Ich kann mir nicht vorstellen, was es kostet, im Mausoleum beigesetzt zu werden.

Willa: Ja, aber der Eintritt ist frei. Jeder, der das Gelände besuchen und sich die Kunstwerke ansehen möchte, kann das kostenlos tun. So bezahlen die Wohlhabenden nach ihrem Tod dafür, dass Kunst für jeden zugänglich ist. Aber ich vermute, du hast Recht, Eleanor – ich nehme an, dass es sehr teuer ist, eine Gruft im Mausoleum zu kaufen.

Eleanor: Mitford sah in Forest Lawn eine Möglichkeit, den Tod in ein Gewerbe zu verwandeln, und Film und Pop-Musik werden ebenfalls als Gewerbe bezeichnet – oder als Entertainment-Industrie in einen Topf geworfen – oder in LA einfach nur als „Das Geschäft“ bezeichnet. Erfolg in diesen Bereichen bringt sicherlich Vermögen und Ruhm mit sich. Und Michael Jackson wurde oft dafür kritisiert, seinen Fokus auf Verkaufszahlen zu legen.

Lisha: Oh, lasst mich bloß erst garnicht anfangen mit dieser alten Sache über die Zweiteilung von Kunst und Kommerz! Es ist wirklich an der Zeit, das hinter sich zu lassen. Mir fiel auf, dass es die gleichen Kritiker des Kommerzes sind, die auch alle Michael Jackson Alben ausser Thriller ignorieren. Als Kultur sind wir wirklich in der Meinung steckengeblieben, dass kommerzieller Erfolg und Kunst nicht vereinbar seien. Als ob Michael Jackson irgendeine „Schuld“ daran trägt, das meistverkaufte Album aller Zeiten zu haben.

Eleanor: Ich weiß, Lisha. Das ist deprimierend. Und falsch! Er setze die Verkaufszahlen nicht so sehr mit Geld gleich, sondern sah sie als einen Indikator dafür, wie viele Menschen er mit seiner Kunst erreichte – und veränderte.

Willa: Genau. So interpretiere ich es auch, Eleanor. Er versuchte, die Welt zu verändern, und dazu brauchte er eine globale Zuhörerschaft.

Eleanor: Sein kommerzieller Erfolg spiegelt auch einen Level an kulturellem Wert wieder, der einem Schwarzen üblicherweise nicht gewährt wurde. Es war also sehr wichtig – besonders für ihn.

Lisha: Ich stimme dir zu, Eleanor, und denke, dass kann man garnicht genug betonen. Es gibt auch die kulturelle Vorstellung darüber, dass nur das „original“ Kunstwerk einen hohen Wert besitzt, während jedes Duplikat oder jede Kopie, egal wie gekonnt sie sein mag, eine wertlose Replik ohne jeden „wirklichen“ künstlerischen Wert ist.

Mir scheint, dass diese Denkweise auch bei der Abwertung aufgezeichneter Musik eine Rolle spielt, von der oft angenommen wird, dass sie eine geringere Qualität habe, da sie industriell vervielfältigt und an die Massen verkauft wird, anstatt den kulturellen Eliten vorbehalten zu sein.

Willa: Das ist eine wirklich interessante Verbindung, Lisha.

Eleanor: Und wenn man darüber nachdenkt, warum sollte Kunst nur wenigen vorbehalten sein und nicht für viele da sein? Warum sollte es nur etwas für Kenner sein? Forest Lawn als Symbol für die Popkultur ist der perfekte Ruheplatz für den King Of Pop.

Lisha: Dem stimme ich zu.

Eleanor: Manche Kritiker haben Forest Lawn als eine Art Disneyland für Tote abgelehnt, aber ich denke, Michael Jackson hätte dem wegen seiner Wertschätzung für Pop-Kultur und Disney positiver gegenübergestanden. Vielleicht würde ihm der Gedanke gefallen, in einem Disneyland für Tote zu sein!

Lisha: Hey! Ist das nicht tatsächlich so? Ist nicht Walt Disney auch dort begraben?

Willa: Ja, ist er – oder besser gesagt, es gibt einen privaten Garten, der ihm gewidmet ist und in dem seine Asche verstreut wurde. Hier ist ein link zur Beschreibung und Fotos seines Gartens, in dem auch eine Statue der kleinen Meerjungfrau steht.

Anscheinend waren Walt Disney und Dr. Eaton gute Freunde und Disney wollte bei Dr. Eatons Beerdigung Sargträger sein, er war jedoch wegen seinem Lungenkrebs zu krank, um daran teilzunehmen. Stattdessen wurde er als Ehren-Sargträger aufgeführt und starb 3 Monate später. Sein Neffe Charles Disney war ebenfalls ein guter Freund Dr. Eatons und schrieb nach seinem Tod eine Hommage an ihn.

Lisha: Verrückt. Die Welt ist wirklich klein, oder? Ich habe auch gelesen, dass es ein wunderbares Kunstmuseum auf Forest Lawn gibt. Momentan ist dort noch bis zum Jahresende eine Ausstellung mit Werken von Eyvind Earle zu sehen, einem der legendären Trickfilmzeichner Disneys. Ihm werden einige der beeindruckenden Hintergrund-Animationszeichnungen in Dornröschen und Peter Pan zugeschrieben.

Willa: Wow, und was könnte passender sein, wenn man Michael Jacksons Liebe für Disney und Peter Pan bedenkt?

Lisha: Ganz meiner Meinung. Diese Ausstellung würde ich gerne sehen und ich glaube, Michael Jackson hätte das auch ziemlich interessiert.

Eleanor: Ohne Zweifel. Michael Jackson war fasziniert vom Film, besonders von Disney, und verrückter Weise wurde das hügelige Gelände, auf dem sich jetzt Forest Lawn befindet, früher als Film-Location benutzt. Birth Of A Nation (Die Geburt einer Nation) wurde z.B. dort gefilmt.

Lisha: Was!? Die Geburt einer Nation wurde tatsächlich dort gefilmt, bevor es ein Friedhof wurde?

Eleanor: Ja! Ist das zu fassen?

Lisha: Nein!

Willa: Wow, das war mir völlig unbekannt. Wirklich unglaublich.

Eleanor: Ich erwähnte das meinem Sohn gegenüber und er erinnerte mich daran, dass zu der Zeit, als die Filmindustrie neu war – und das war sie, als Geburt einer Nation gedreht wurde – und bevor LA zur heutigen Größe angewachsen war, die Umgebung Hollywoods oft als Drehort genutzt wurde, so wie es heute auch mit LA selbst getan wird. Bedenkt man Michael Jacksons Interesse für Film und seinen Bestreben, selbst im Filmgeschäft zu sein, sowie die persönliche Signifikanz, die Geburt einer Nation für ihn hatte, ist es interessant, dass seine Grabstätte an dem Ort ist, die einst Set dieses Films war. (“I ain’t scared of no sheets!”- „Ich habe keine Angst vor Bettlaken“)

Willa: Das ist wirklich schaurig, nicht wahr? Das bringt ein ganz neues Ausmaß zur Bedeutung Forest Lawns als seine letzte Ruhestätte. Wie Joe Vogel mit uns im letzten Jahr in einem Post (Junge, gehört das Mädchen zu dir?) besprach, hatte „Geburt einer Nation“ unglaublichen Einfluss auf die Bildung amerikanischer Vorstellungen über Film und Rasse – immerhin wird in dem Film der Klu Klux Klan glorifiziert. Und Joe sieht Black or White als eine Antwort auf diese rassistische Geschichte.

Wie wundervoll ist es also, dass Menschen aus aller Welt nun zu diesem Ort kommen – genau der Platz, an dem „Geburt einer Nation“ gefilmt wurde – um dort Michael Jackson zu ehren. Was für eine Wende! Unbeschreiblich!

Lisha: Du hast Recht, Willa, das dreht wirklich den Spieß um, oder? Es ist schön, so darüber zu denken. Wie Du bereits gesagt hast, kommen nahezu täglich Besucher, um Michael Jackson als einem der berühmtesten und bedeutendsten Künstler unserer Zeit ihre Ehre zu erweisen. Das ist weit entfernt von der rassengetrennten Zukunft, die sich „Geburt einer Nation“ ausmalt. Es ist so befremdlich daran zu denken, dass dieser Film zur damaligen Zeit weitgehend gelobt und akzeptiert wurde.

Eleanor: Ja, wirklich befremdlich. Und Forest Lawn war zu Beginn in ähnlicher Manier isoliert – für Afroamerikaner, Chinesen und Juden gesperrt.

Willa: Das ist ein weiterer wichtiger Punkt, Eleanor. Und jetzt ist Michael Jackson deren berühmtester „Bewohner“, der Leute aus der ganzen Welt anzieht. Das ist wieder wie ein Akt der Rückgewinnung.

Wisst ihr, zu Beginn war Forest Lawn auch bei deren Kunst ziemlich ausschließend. Der Schwerpunkt ihrer Sammlung lag definitiv auf europäischer Kunst und Tradition, besonders der italienischen Renaissance – Dr. Eaton besuchte Europa wieder und wieder auf der Suche nach Kunst für Forest Lawn.

Aber sie wurden jetzt einschließender, sowohl hinsichtlich der Frage, wer dort begraben wird, als auch der Kunstgattungen, die dort ausgestellt werden. Zum Beispiel besuchte der Dalai Lama Forest Lawn am 29. Juni 2000, um eine neue Skulptur zu segnen – das Shi-Tro Mandala – und sie scheinen sehr stolz darauf zu sein, dass er Forest Lawn während seinem Besuch als „einen heiligen Ort“ anerkannte.

Lisha: Das ist erstaunlich! Ich hatte keine Ahnung.

Eleanor: Wow. Ein heiliger Ort. Ich liebe es. Nun, für mich ist er heilig, weil Michaels Grab dort ist. Aber ich mag den Gedanken, dass der Dalai Lama ihn ebenfalls als heilig ansieht.

Willa: Mir geht es genauso. Nun, vielen Dank, Eleanor, dass Du mich darauf aufmerksam gemacht hast, was für ein besonderer Ort Forest Lawn ist, und mich dazu ermuntert hast, ihn zu besuchen!

Lisha: Und danke, dass Du heute mit uns darüber gesprochen hast. Ich habe von euch beiden so viel gelernt.

Eleanor: Danke nochmal für die Einladung.

Übersetzung: M.v.d.L. & Doris

Die Jagd der Staatsanwaltschaft auf weitere Opfer

by

Original: http://michaeljacksonallegations.com/the-prosecutions-hunt-for-other-victims/

Um den Fall gegen Michael Jackson 1993 zu belegen, interviewten Polizeibeamte 40-60 Kinder (laut einigen Quellen sogar bis zu 100), die entweder mit Jackson oder auf seiner Neverland Ranch Zeit verbracht haben. Keines dieser Kinder bestätigte die Story der Ankläger. Sie alle sagten den Behörden, dass sie niemals von dem Star belästigt wurden und dass er niemals irgendetwas Unangebrachtes mit ihnen gemacht hat.

Frustriert über das Fehlen bekräftigender Opfer, setzte die Polizei während der Befragungen der Kinder fragwürdige Taktiken ein, um den Chandler-Fall zu unterstützen. Die Eltern dieser Kinder wandten sich an Jacksons Anwalt Bert Fields, um sich über diese Belästigungen durch die Polizei zu beschweren. Fields schrieb 1993 diesen Brief an Willie Williams, den Polizeichef von Los Angeles:

Sehr geehrter Polizeichef Williams!

Ich vertrete Michael Jackson. Mein ganzes Erwachsenenleben lang war ich ein überzeugter Befürworter des LAPD. Ich habe Jack Webb jahrelang vertreten. Während meiner Arbeit mit Jack an Dragnet und Adam-12 habe ich viele Polizisten kennengelernt, für die ich bis heute Respekt und Bewunderung empfinde. Ihre relativ wenigen Polizisten, die jeden Tag ihr Leben riskieren, um uns zu beschützen, verdienen unsere uneingeschränkte Wertschätzung.

Manchmal verliert allerdings selbst ein engagierter Polizist die Wichtigkeit von Fairness und der Achtung der Rechte des Beschuldigten aus den Augen, wenn er an einer bedeutsamen Ermittlung arbeitet.

In den laufenden Ermittlungen gegen Michael Jackson betraten die ermittelnden Beamten das Zuhause von Minderjährigen und verhörten diese unter hohem Druck, manchmal in Abwesenheit ihrer Eltern. Mir wurde mitgeteilt, dass ihre Beamten verängstigten Jugendlichen ungeheuerliche Lügen erzählt haben – wie zum Beispiel „wir haben Nacktfotos von Dir“ – um sie dazu zu drängen, Anschuldigungen gegen Mr. Jackson zu erheben. Natürlich gibt es von diesen Jugendlichen keine solchen Fotos und sie haben keine wahrheitsgetreuen Anschuldigungen vorzubringen. Aber ihre Beamten zeigen sich bereit, jedes Mittel einzusetzen, um potentielle Beweise gegen Mr. Jackson zu generieren.

Darüber hinaus haben ihre Beamte den Eltern gesagt, dass ihre Kinder belästigt worden sind, obwohl die fraglichen Kinder das unmissverständlich bestritten haben. Sie haben Mr. Jackson auch einen „Pädophilen“ genannt, obwohl er nicht angeklagt wurde, geschweige denn verurteilt.

Und Minderjährige und deren Eltern zu schikanieren ist nicht alles. Die in Mr. Jacksons Wohnsitz durchgeführte Durchsuchung führte zu der Entwendung vieler Gegenstände aus seinem persönlichen Besitz, einschließlich seines Adressbuchs, das die Namen und Adressen potentieller Zeugen beinhält. Wir haben gefordert, jene Aufzeichnungen entweder zu retournieren oder auf unsere Kosten zu kopieren. Dies wurde abgelehnt, um die Verteidigung in ihren eigenen Ermittlungen in diesem Fall zu behindern.

Diese Taktiken sind nicht nur unangemessen, sie sind skandalös…

Selbst die New Yorker Polizei, die nicht für ihre Vornehmheit bekannt ist, unterließ diese Art der übereifrigen Offensive gegen Woody Allen, dem eine ähnliche Straftat vorgeworfen wurde. Warum gewährt das LAPD Michael Jackson nicht das gleiche Maß an Ausgewogenheit und Fairness?

Ich fordere Sie auf, diesen Verstößen ein Ende zu bereiten. Untersuchen Sie diese Vorwürfe so gründlich wie möglich, aber machen Sie dies auf eine Art und Weise, die mit Ehrlichkeit, guter Sitte und den hohen Standards im Einklang stehen, die mich einst stolz auf das LAPD machten.

Mit freundlichen Grüßen,

Bertram Fields [1]

Eine Tonbandaufzeichnung der Befragung von Schauspieler Corey Feldman aus dem Jahr 1993, die 2005 während Jacksons Prozess öffentlich wurde, dient als Beispiel dafür, wie solche Befragungen durchgeführt wurden. Feldman, der mit Jackson befreundet war, seit er ein Teenager war, wurde von Sergeant Deborah Linden befragt und ungeachtet dessen, dass er ihr wiederholt sagt, dass Jackson niemals irgendetwas Unangebrachtes mit ihm gemacht hat, suggeriert sie weiterhin, dass etwas passiert sein muss und drängt ihn über eine Stunde lang dazu, dass er etwas belastendes über den Sänger sagt.

Tatsächlich sagt Feldman Linden sogar, dass er als Kind belästigt worden ist, allerdings nicht von Michael. Er nennt sogar den Namen seines Belästigers (der Name wird in dem folgenden Video nicht offenbart) – ein Fakt, den die Ermittlerin völlig ignoriert. Sie scheint nur daran interessiert, belastende Aussagen über Michael Jackson zu bekommen. Feldman war zum Zeitpunkt der Befragung 22 Jahre alt, aber auch viele Kinder machten ähnliche Befragungen durch, manchmal in Abwesenheit ihrer Eltern.

Hier sind Auszüge aus Feldmans Befragung:

Corey: Werden Sie Michael Jackson ins Gefängnis schicken?

Corey: Mit Michael ist niemals etwas passiert.

Corey: Wenn da etwas wäre, das ich für all diese Jahre verheimlicht hätte, dann würde ich nichts lieber tun wollen, als es genau jetzt zu sagen – um sicherzustellen, dass Michael die Hilfe bekommen würde, die er bräuchte.

Sgt. Linden: Was mir daran Sorgen macht, ist, dass wenn da etwas passiert; wenn etwas passiert ist, das Sie uns nicht sagen… Sie würden es deshalb nicht sagen.

Corey: Ich kann mich nicht in die Lage versetzen, um zu überlegen „würde ich oder würde ich nicht?“, weil nichts passiert ist!

Corey: Dort war ein Bett in dem Raum und er bat darum, dass ein Zustellbett hinaufgebracht werde. Das Zustellbett wurde gebracht und wir redeten für eine Weile, bis wir müde wurden und er bestand darauf, dass ich im Bett schlafe und er nahm das Zustellbett, weil er nicht das Gefühl hatte, dass es höflich wäre, wenn er das Bett genommen hätte.

Corey: Wir blieben die ganze Nacht auf und redeten und solches Zeug. Wir beteten gemeinsam, bevor wir schlafen gingen und er trug seinen Pyjama. Und ich trug meinen Pyjama.

Corey: Wir gingen ins Jacuzzi… wir redeten… nichts passierte.

Sgt. Linden: Was habt ihr getragen?

Corey: Badehosen.

Sgt. Linden: Im Jacuzzi.

Corey: Ja. Er… Ich glaube, er hatte… er hatte eine zusätzliche Badehose, die er mir zugeworfen hat.

Sgt. Linden: Sie haben etwas seltsam ausgesehen, als ich Sie über das Jacuzzi befragt habe.

Corey: Habe ich?

Sgt. Linden: Ja.

Corey: Ähm…

Corey: Er hat sich niemals unpassend verhalten. Ich meine, in keiner Weise… wissen Sie. Ich meine, er hat mich höchstens berührt, wenn er mir zum Beispiel einen Klaps aufs Bein gab, wissen Sie, wenn wir darüber redeten, dass ich abgenommen habe.

Corey: Ich wurde belästigt, also weiß ich, wie es sich anfühlt, diese Gefühle durchzumachen, und glauben Sie mir, die Person, die mich belästigt hat… wenn er das gewesen wäre, wissen Sie, der mir das angetan hat, dann wäre dies eine völlig andere Geschichte, weil ich da draußen wäre… an vorderster Front, wissen Sie, ich würde sofort etwas unternehmen, damit dieser Mann bekommt, was er verdient.

Sgt. Linden: Wir haben viele Leute befragt und wir sind immer noch dabei. Wir haben bis jetzt nichts aufgedeckt, das ihn entlasten würde.

Sgt. Linden: Wir hören einiges darüber, dass Michael niemals ein Kind verletzen würde. Natürlich würde er das nicht. Er liebt Kinder und er würde sie nicht verletzen… nicht körperlich. Ich glaube nicht, dass Michael, wenn er Kinder belästigt, dies tut, weil er sie verletzen will. Er tut es, weil er sie liebt.

Sgt. Linden: Steht Ihnen Ihr Glaube an ihn und Ihre Liebe für ihn im Weg, um uns etwas zu sagen?

Corey: Alles, was ich Ihnen gesagt habe, stimmt und da ist… ich meine, es ist nichts passiert.

Sgt. Linden: Ich befürchte so sehr, dass Sie uns nicht sagen, wenn etwas passiert ist, weil es so schwer sein würde, uns dies zu sagen…

Corey: Nein.

Corey: Sie wissen nicht, wie oft ich mein Gehirn gequält habe und mich gefragt habe „Ist da etwas, das ich vergessen habe? Ist das etwas, wissen Sie, von dem ich denke, dass es nicht passiert ist und in Wirklichkeit ist es passiert.“ Wenn ich irgendetwas finden könnte, würde ich Ihnen das gerne mitteilen, aber es ist nichts passiert. [2]

Indem sie diese unzulässigen Verhörmethoden nutzte, konnte die Polizei einen jungen Buben, den 13 jährigen Jason Francia, zu der Behauptung drängen, dass ihn Jackson unpassend berührt habe, als er ihn gekitzelt hat. Der Junge bestritt anfänglich jegliches Fehlverhalten des Stars, aber als ihn die Vernehmer unter Druck setzten und ihn dorthin lenkten, dass er ihnen die Antworten gab, die sie hören wollten, gab er nach. Als Jason Francia im Prozess 2005 von Jacksons Anwalt Thomas Mesereau befragt wurde, warum er in seinen Polizeibefragungen 1993-94 schwankte, ob er überhaupt von Jackson gekitzelt worden ist, sagte er: Ich versuchte herauszufinden, wie ich da raus komme.“ [3], wobei er sich auf den hohen Druck während der Befragung durch die Polizei bezog. Details zu Jason Francia, den unzulässigen Polizeibefragungen, die zu seinen Vorwürfen führten und seiner Aussage 2005 sind hier zu finden: http://michaeljacksonallegations.com/jason-francia/

Während einer Pressekonferenz, die nach Jacksons Verhaftung im November 2003 weltweit ausgestrahlt wurde, rief Bezirksstaatsanwalt Thomas Sneddon Opfer von Jackson dazu auf, sich zu melden. Hierfür richtete die Staatsanwaltschaft sogar eine Webseite für vermeintliche Opfer ein. Darüber hinaus schickten sie sowohl 1993, als auch 2003-2004 Beamte um die ganze Welt, um Kinder zu befragen, die mit Jackson Kontakt hatten und beide Male fanden sie nichts.

Während sich die Staatsanwaltschaft abmühte, glaubwürdige und bekräftigende „Opfer“ für ihren Fall zu finden, meldeten sich viele Kinder und deren Eltern, um Jackson zu unterstützen. Sie gaben gegenüber den Ermittlern an, dass ihnen Jackson niemals irgendetwas Unangemessenes getan hat; darüber hinaus verteidigten ihn einige dieser Kinder in der Öffentlichkeit.

Das brachte die Staatsanwaltschaft in solch eine verzweifelte Lage, dass sie sich während Jacksons Prozess 2005, als sie ihre Beweise für ihre sogenannten „vorherigen bösen Handlungen“ eingebracht haben, auf Zeugen stützten, die in den Fall nicht direkt involviert waren – statt auf die angeblichen Opfer selbst. Sie riefen ehemalige Angestellte Jacksons in den Zeugenstand, die mit dem Entertainer noch ein Hühnchen zu rupfen hatten, die sich mit ihren Anschuldigungen gegen Jackson zuerst an die Boulevardmedien wandten statt an die Behörden und die finanzielle Motive hatten, um ihn zu beschuldigen.

Obwohl die Staatsanwaltschaft sowohl 1993, als auch 2005 Mühe hatte, glaubwürdige und bekräftigende „Opfer“ für ihren Fall zu finden, ruhten die Medien nicht. Um die Sensationsgier anzuheizen, versprachen und zahlten sie Leuten, die gewillt waren, verleumderische Behauptungen gegen Jackson zu machen, hohe Geldsummen. Die Rolle der Medien in der Erschaffung falscher Anschuldigungen gegen Michael Jackson wird im folgenden Artikel besprochen: http://michaeljacksonallegations.com/the-medias-role-in-the-allegations-against-michael-jackson/

Quellen:

[1] Brief von Michael Jacksons Anwalt Bertram Fields an den Polizeichef von Los Angeles, Willie Williams, von 1993

[2] Band von Corey Feldmans Polizeiverhör (Dezember 1993), das 2004 oder 2005 von Celebrity Justice veröffentlicht wurde

[3] Jason Francias Aussage in Michael Jacksons Prozess (4.-5. April 2005)

„Apropos Vitiligo…“ Hatte Michael Jackson Vitiligo?

Das ist eine Übersetzung eines Berichts, der auf der Seite einer Vitiligo Klinik & Forschungszentrums veröffentlicht wurde. In dem von John E.Harris (einem Arzt und Wissenschaftler,der klinische Studien und Forschung über Vitiligo betreibt) geschriebenen Artikel wird über die immer wiederkehrende Behauptung, dass Michael Jackson Bleichcreme benutzte um seine Haut willentlich zu bleichen und dass er es einfach deshalb tat weil er „weiß werden“ wollte, aufgeklärt und es wird beschrieben, was es mit der Creme Benoquin, die auch Michael verwendete, auf sich hat.

Originalartikel:

http://www.umassmed.edu/vitiligo/blog/blog-posts1/2016/01/did-michael-jackson-have-vitiligo/

Apropos Vitiligo…“

Hatte Michael Jackson Vitiligo?

Ob du es glaubst oder nicht, bei der Google Suche im Zusammenhang mit Vitiligo ist Michael Jackson einer der am häufigsten gefragten Begriffe. Das kommt daher, dass er die wohl bekannteste Person ist, die behauptete an Vitiligo zu leiden, und dieser Krankheit wird nachgesagt, für eine Reihe seiner bekannten Eigenheiten, wie dem Tragen eines einzelnen weißen Handschuhs, verantwortlich zu sein. Aber die wohl am kontroversesten geführte Diskussion über Michael Jackson betrifft die Tatsache, dass seine Haut mit der Zeit heller wurde und er beschuldigt wurde, sich einer hautbleichenden Behandlung zu unterziehen. In Kombination mit verschiedenen kosmetischen Operationen (an Nase und Kinn) ließ das vermuten, er wolle nicht mehr wie er selbst aussehen, sondern eher wie jemand anders – einige sagten, er „wollte weiß aussehen“. Die Diskussion ist kompliziert, so wie sein Leben, aber ich glaube, in diesem Artikel kann ich ein paar Dinge aufklären.

Zweifelsohne war Michael Jackson ein unbeschreiblich talentierter Performer, wohl einer der besten in der Geschichte. Ich erinnere mich daran, sein Video Thriller gesehen zu haben und dass ich einfach nur völlig erstaunt darüber war, wie innovativ er war, ganz zu schweigen davon, dass er ein großartiger Sänger, Songschreiber und Tänzer war. Sein Ruhm begann schon als Kind, im Alter von sechs Jahren, als er zusammen mit seinen Brüdern als The Jackson 5 auftrat, und er verbrachte fast sein ganzes Leben im Licht der Öffentlichkeit.

Das ist für niemanden einfach, aber stellt euch vor wie bei ihm, der wohl berühmtesten Person der Welt, als junger Mann weiße Flecken auf der Haut erschienen, auch auf den Händen und im Gesicht. Er war sicherlich verwirrt und beschämt (so wie es vielen Menschen, die an Vitiligo leiden geht, die aber NICHT ständig vor der Kamera stehen und von aller Welt gesehen werden), und wahrscheinlich wußte er nicht genau, was vor sich ging. Und als er dann anfangs die Diagnose bekam, waren seine Ärzte sicher nicht in der Lage voraus zusagen, welches Ausmaß es annehmen würde, oder ob es ihm gelingen könnte, es erfolgreich mit Make-Up und Kleidung zu verdecken.

Wir wissen, dass Michael Jackson bekannt gab Vitiligo zu haben, obwohl das erst nach jahrelangen Gerüchten über sein „Weißwerden“ und seine vielen Operationen geschah. Der bekannteste Anlass, bei dem er über seine Vitiligo sprach, ist sein Interview mit Oprah in ihrer Show von 1993. Er sagte, seine Haut hätte ungefähr in der Zeit nach Thriller, das 1982 veröffentlicht wurde, angefangen sich zu verändern, also war er etwa 24 Jahre alt, als es begann und die Krankheit war zu dem Zeitpunkt des Interviews schon seit zehn Jahren fortgeschritten. Er war ein 24 Jahre alter Mann, eine für seine Musik, seinen Tanz und seine Musikvideos weltbekannte Person, und er litt an einer Krankheit, die sein Aussehen zu verändern begann und schwer zu verstecken war. Ich habe viele Patienten mit Vitiligo kennengelernt und behandelt, und ich kann sagen, dass es für viele von ihnen verheerend ist, auch für diejenigen, die nicht im Licht der Öffentlichkeit stehen. Sie ziehen oft Aufmerksamkeit auf sich, werden angestarrt, werden angehalten und gefragt („Haben sie sich verbrannt?“ ist eine verbreitete Frage), und manchmal verweigern Kassierer auch Geld aus ihren Händen anzunehmen.

Michael Jackson, der sich selbst als Perfektionist bezeichnete, der nie mit seiner Musik oder seinem Aussehen zufrieden war (er sagte, er vermeide es, in den Spiegel zu sehen, weil er es hasse), musste sich sehr unsicher gefühlt haben, als diese weißen Flecken auf seiner Haut erschienen.

Der einzelne weiße Handschuh erschien 1983 zum ersten mal (zusammen mit seinem ikonischen „Moonwalk“), das war kurz nachdem Thriller herausgekommen war und zu dem Zeitpunkt, den er als Beginn seiner Vitiligo nannte. Seine frisch ausgebrochene Vitiligo könnte der Grund gewesen sein, den Handschuh zu tragen – denn obwohl die Krankheit normalerweise beide Körperhälften befällt, kann sie in einem kleinen Bereich auf einer Seite, zum Beispiel an der Hand, beginnen. Aber der Handschuh wechselte immer wieder die Seite, und sein Kostümbildner gab an, er sei verwendet worden, damit das Publikum seine schnellen Handbewegungen besser verfolgen könne. Er trug Make-Up um die Flecken abzudecken, was er im Interview mit Oprah bestätigte. Aber mit der Zeit, und sicherlich zur Zeit des Interviews, zeigte er keine enthüllenden Vitiligo Flecken, sondern er schien komplett weiß zu sein, im Unterschied zu früheren Fotos, auf denen er dunkle Haut hatte.

vitiligo2002

Konnte DAS eine Folge von Vitiligo sein? Was ist mit der Bleichcreme, von der oft behauptet wurde, dass er sie benutze um „weißer auszusehen“?

Ja, Vitiligo kann den Großteil, wenn nicht sogar das gesamte Pigment der Haut zerstören, so dass man keine Hautpigmente mehr hat. Das ist jedoch sehr selten und es dauert viele Jahre, ein Prozess, während dem immer wieder Flecken auf der Haut auftreten. Es ist daher wahrscheinlich, dass nicht die Vitiligo alleine für diese signifikante Veränderung der Hautfarbe verantwortlich war. Aber es gibt eine Behandlungsmethode, die bei Vitiligo Patienten die verbleibenden Pigmente der Haut entfernen kann. Die Behandlung erfolgt mit einer Hautcreme mit dem Namen Monobenzone oder Benoquin (monobenzyl ether of hydroquinone), und es ist faktisch die einzige von der FDA (Behörde für Lebens- und Arzneimittel) zugelassene Behandlungsmethode für Vitiligo.

Info: BENOQUIN

In den meisten Fällen ist diese Creme jedoch wirkungslos – es sei denn, man hat Vitiligo. Es ist also nicht einfach so, dass jemand „weiß werden“ möchte und diese Creme dazu benutzen kann. Es ist eine wirkliche Vitiligo Behandlung, behördlich geprüft, für Menschen, die lieber ihre verbleibenden Pigmente entfernen möchten, anstatt gefleckt zu bleiben.

Ich habe es Vitiligo Patienten verschrieben und sie waren mit dem Ergebnis immer zufrieden. Es ist also nicht wirklich überraschend, dass Michael Jackson zur Behandlung seiner Vitiligo Benoquin benutzte, und deshalb veränderte sich seine einheitlich schwarze Hautfarbe zu einer sehr weißen. Oprah sagte in einem Interview nach Michael Jacksons Tod, dass es tatsächlich so war, dass er keinerlei Pigment in der Haut seiner Hände gehabt hätte, sie seinen eigentlich wie durchscheinend gewesen. Genau das verursacht Benoquin, und es wirkt relativ schnell, innerhalb von einem etwa 12 Monate dauernden Gebrauch. Von Bildern Michael Jacksons ausgehend, scheint sich seine Hautfarbe irgendwann während den späten 1980er Jahren signifikant geändert zu haben, was auch dazu passen würde, dass er die Diagnose Anfang der 1980er bekam, eine Zeit lang probierte, damit klar zu kommen und sich dann für den Weg entschied, Benoquin zu benutzen.

Hatte Michael Jackson Vitiligo? Nach seinem Tod bestätigte sein Autopsiebericht, dass bei der Untersuchung seiner Haut „Bereiche von hellen und dunkel pigmentierten Regionen“ vorhanden waren, und Vitiligo war in seiner Anamnese aufgeführt. Zudem wurde eine Tube Benoquin 20% Creme in der Auflistung seiner Medikamente aufgeführt, was bestätigt, dass er diese von der FDA- Behörde zugelassene Behandlungsmethode anwendete. Er hatte auch eine Tube BQ/KA/RA (Benoquin 8%, Kojic acid 1%, und retinoic acid 0.025%), eine weitere effektive Darreichungsform von Benoquin, als auch Hydroquine Lotion 8% (die dabei hilft verbleibende Pigmentation aufzuhellen), und UVA Anthelios XL Sunscreen (Sunblocker), das für jeden Vitiligo Patient ratsam ist, besonders dann, wenn sie ihre Haut depigmentiert haben. Die mikroskopische Untersuchung seiner Haut ergab einen Mangel an Pigmenten und eine verminderte Anzahl von Melanozyten, wie es meistens bei Vitiligo der Fall ist, mit oder ohne den Gebrauch von Benoquin, und die offizielle Diagnose des Berichts lautete Vitiligo.

michael-jackson-vitiligo

Nur selten erscheinen Fotos von ihm, auf denen seine depigmentierte Haut zu sehen ist und eines davon zeigt seine zu Großteil depigmentierten Arme mit einigen verbliebenen Pigmentflecken.

Es ist also keine Frage, dass Michael Jackson Vitiligo hatte, wie er es auch selbst angab und wie es die Autopsie bestätigte. Es scheint so, dass er Benoquin dazu benutzt hat um die Depigmentierung seiner Haut zu unterstützen, aber nicht weil er „weiß werden“ wollte, sondern weil es eine zugelassene Behandlungsmethode bei Vitiligo ist. Er war ein bemerkenswerter Mann, ein selbsterklärter Perfektionist, der ohne Zweifel durch seine sichtbare Vitiligo belastet war, was ein wichtiger Faktor für das Meiden der Öffentlichkeit in seinen späteren Jahren, seinen Medikamentengebrauch (der schliesslich seinen Tod verursachte), und seine Frustration über das Eindringen der Medien in sein privates Leben sein könnte.

Hatte er Vitiligo? Ja, aber er ist sicherlich kein gutes Beispiel dafür, wie es aussieht, wenn man diese Krankheit hat, weil er sehr gut darin war, sie zu verdecken und schliesslich seinen Zustand mit der Depigmentierungs Creme Benoquin behandelte. So wie für viele meiner Vitiligo Patienten fühle ich mit ihm und hoffe, dass die Menschen diese Krankheit und die Auswirkungen auf die Betroffenen eines Tages erkennen, und ihnen mit Sympathie begegnen. Ich hoffe auch, dass wir irgendwann bessere Behandlungsmethoden haben, oder sogar Heilungsmethoden für Patienten, die meine Hilfe beanspruchen.

Mehr Informationen über Michael Jackson und Vitiligo hier:

https://all4michael.com/2011/05/05/michael-jackson-und-vitiligo/

Übersetzung: M.v.d.Linden

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“Speaking of Vitiligo…”  Did Michael Jackson have vitiligo?

Posted On: Monday, January 18, 2016  Posted By: John E. Harris

Believe it or not, among the most commonly searched terms with vitiligo on Google Search is Michael Jackson. That’s probably because he is the most famous person to have claimed to suffer from vitiligo, and the disease is rumored to be responsible for a number of his well-known quirks, like wearing a single white glove. But possibly the most controversial discussion about Michael Jackson is the fact that his skin seemed to get lighter over time, and he was accused of using a bleaching treatment on his skin. That, combined with multiple plastic surgeries that changed a number of his features (nose, chin, etc), suggested that he wanted to look less like himself, and more like someone else – some have said he “wanted to look white”. The discussion is complicated, as was his life, but I think there are a few things that I can clear up in this post.

Michael Jackson was undoubtedly an incredibly talented performer, maybe one of the best in history. I remember seeing his music video Thriller, and being utterly amazed at just how innovative he was, not to mention a great singer, songwriter, and dancer. His fame began as a young child (6 years old) when he sang with his brothers in the Jackson Five, and so he spent almost his entire life in the public eye.

That is not easy for anyone, but imagine him as a young man, maybe the most famous person on earth, when white spots started to appear on his skin, including his hands and face. He was likely embarrassed and ashamed (like many people with vitiligo who AREN’T constantly on camera for the world to see), and probably did not know exactly what was happening. And if he did get diagnosed early, his doctor wouldn’t be able to tell him how extensive it would become, or whether he would be able to successfully hide it with clothing and makeup.

First, we know that Michael Jackson stated that he had vitiligo, although this was not until many years after rumors were flying about his “turning white” and his many surgeries. The best-known occasion on which he addressed his vitiligo was during an interview with Oprah on her show in 1993. He said that his skin started to change sometime after Thriller, which was released in 1982, so he was about 24 years old when it started, and he had progressed for about 10 years at the point of the interview. He was a 24-year old man, one of the most famous people on earth for his music, dancing, and music videos, and he acquired a disease that started to change his appearance and was very difficult to hide. I have met and treated many patients with vitiligo, and I can tell you that for many, even those who are not public icons, it is devastating. They often become the focus of attention in any public place, getting stared at, stopped and asked questions (“did you get burned?” is a common one), and cashiers even refuse to take money from their hands.

Michael Jackson, the self-proclaimed perfectionist who was never happy with his music or his appearance (he said he hated to look in the mirror and tried not to), must have been very self-conscious about the white spots appearing on his skin.

The single white glove made its appearance in 1983 (along with his signature “moonwalk” dance move), which was right after Thriller was released and when he said his vitiligo started. His new onset vitiligo may have been the reason for starting to wear the glove – while the disease typically affects both sides of the body, it can begin in a small area on one side, like the hand. But the single glove was switched between hands over time, and his costumer said that it was used so the audience could track his quick hand moves. He wore makeup to help cover up the spots, a point that he made in the Oprah interview. But over time and certainly by the time of the interview, he did not have the telltale white spots of vitiligo, he just appeared completely white, which was a big difference from earlier photos in which he had black skin. Could vitiligo do THAT? What about the bleaching cream that many accused him of using in order to “look more white”?

Yes, vitiligo can remove most, if not all, of the pigment in someone’s skin, such that they have no skin color. However that is very rare, and it usually takes many years to do this, with spots appearing during the process. So it’s not likely that vitiligo alone was responsible for his significant transformation in skin color. There is a treatment, though, that can remove the remaining pigment in someone’s skin if they have vitiligo. The treatment is a skin cream called monobenzyl ether of hydroquinone (monobenzone, or Benoquin), and it is, in fact, the only FDA-approved treatment for vitiligo.

But in most cases, using this cream doesn’t work unless you have vitiligo, so it is not as simple as someone “wanting to look white” and using the cream. It is a bona-fide vitiligo treatment, approved by the FDA, for people who would rather remove their remaining pigment than continue to look spotted. I have prescribed this for vitiligo patients, and they have always been happy with the results. So it is not too surprising that Michael Jackson would use Benoquin to treat his vitiligo, and this is why he went from having clearly black skin to very white skin. In fact, Oprah commented in an interview after Michael Jackson’s death that he had no pigment in the skin of his hands, that they were essentially translucent. Benoquin would do that, and could do it relatively quickly, after about 12 months of use. From available pictures of Michael Jackson, his skin color seemed to change significantly sometime in the late 1980’s, which would make sense if he was diagnosed in the early 80’s, tried to treat it for a while, and then decided to go the other way and use Benoquin.

Vitiligo1

Vitiligo2

Did Michael Jackson have vitiligo? After his death, his autopsy report stated that there were “patches of light and dark pigmented areas” on examination of his skin, and vitiligo was listed as a diagnosis in his medical history. In addition, a tube of Benoquin 20% cream was noted among his medications, revealing that he did use this FDA-approved treatment for vitiligo. He also had a tube of BQ/KA/RA (Benoquin 8%, Kojic acid 1%, and retinoic acid 0.025%), another effective formulation for Benoquin, as well as hydroquinone 8% lotion (which would help to lighten any remaining pigment), and UVA Anthelios XL sunscreen, a good idea for anyone with vitiligo, especially if they had depigmented their skin.

Microscopic examination of his skin revealed a lack of pigment and reduced number of melanocytes, which is most consistent with vitiligo, with or without the use of Benoquin, and vitiligo was the official diagnosis on the report. Rare photos of him when his skin was exposed appear to show his depigmented skin, and one (above) shows his largely depigmented arms with some remaining spots of pigment.

So there is no question that Michael Jackson had vitiligo, by his own admission and according to his autopsy after his death. He did appear to use Benoquin to help depigment his skin, but not because he “wanted to be white”, but as an FDA-approved treatment for his vitiligo. He was a remarkable man who was a self-proclaimed perfectionist who was undoubtedly stressed by his vitiligo and visibility, and this may have been an important factor in his avoidance of the public later in life, his use of drugs (which was ultimately the cause of his death), and his frustration about the press’s invasion into his private life.

Did he have vitiligo? Yes, but he’s probably not a great example of what it looks like to have the disease, since he was very good at covering it up and, eventually, treated his condition with the skin depigmenting cream Benoquin. As with many of my patients with vitiligo, I hurt for him, and hope that someday people will recognize the disease, its effect on those who suffer from it, and have sympathy for them. I also hope that someday we will have better treatments and, eventually a cure, for patients who seek my help. 

Die entlarvten Lügengeschichten in Wade Robsons Klageschrift

by

Hierbei handelt es sich um eine zusammenfassende Übersetzung der Postings Wade Robson is requestet to admit that he is a liar, Wade Robsons fake story of home alone at Neverland & The missing bed in Wade Robsons stories vom Vindicating Michael Blog.

Nachdem das Folgende eine sehr ausführliche Analyse von Wade Robsons Lügen ist, möchten wir an dieser Stelle ein PDF der Übersetzung in Form eines E-Books anbieten. Hier geht’s zum Download Wade Robsons Klageschrift 6 Zoll (z.B. für Standard-Ebook-Reader) oder Wade Robsons Klageschrift 10 Zoll (z.B. für Standard-Tablets).

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Manchmal reicht es, einige Gerichtsdokumente noch einmal zu lesen und damit aufzuhören, die Verhaltenskomplexitäten des „armen Jungen“ Wade Robson zu betrachten, um die Einfachheit des Falles in all seiner brutalen Nacktheit zu sehen.

Diese wohltuende Abwechslung ereignete sich, als ich auf der Suche nach dem $1,62 Milliardenbetrag war, den der „arme Junge“ jetzt verlangt. Im Zuge dessen habe ich nicht nur seine aktuellen Gerichtsdokumente gelesen, sondern auch die Aussagen der ganzen Robson Familie im Prozess 2005.

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was das für ein Schlüsselerlebnis war. Tatsächlich lesen sich die aktuellen Gerichtsdokumente am besten, wenn man sie mit jenen Aussagen von damals in Verbindung setzt. Das öffnet einem die Augen nicht nur bezüglich der krassen Falschheit von Robsons aktueller Story, sondern auch bezüglich seines unglaublichen Egos, Zynismus, seiner Undankbarkeit, Eifersucht, Abgebrühtheit und natürlich seiner Geldgier.

Die drei Dokumente aus dem Jahr 2005 sind die Aussagen des 22-jährigen Wade Robson, seiner Mutter Joy Robson und seiner 25-jährigen Schwerster Chantal Robson.

Chantal und Joy RobsonChantal und Joy Robson 2005

Die zwei aktuellen Dokumente von Robson sind seine am 19. Februar 2014 eingereichte zweite, abgeänderte Klageschrift und gewisse am 25. Juli 2014 eingereichte „besondere Beweisfragen und Geständnisanträge“.

Ziel ist es, Robsons Lügen (welche viele sind) zu lokalisieren und die tatsächlichen Ereignisse wieder herzustellen, wie sie wirklich passiert sind und nicht, wie sie von diesem Typen zusammengereimt wurden.

All das ist reine Restaurationsarbeit, wie in der Kunst, also lasst es so sein, wie es sein soll – sorgfältig, methodisch und originalgetreu bis ins kleinste Detail. In Verleumdungsfällen wie Robsons, besonders wenn die verleumdete Person nicht mehr für sich selbst sprechen kann, darf kein Detail als „unwichtig“ betrachtet werden. Jedes Bruchstück ist von Bedeutung, da es die Bruchstücke des ursprünglichen Gemäldes sind, die uns dabei helfen, das ganze Bild bis zu seinem wahrhaftigen Selbst wiederherzustellen.

Jene, die darauf erpicht sind, Michael Jacksons Charakter zu diffamieren, haben hart daran gearbeitet, ihre falsche Story so konsistent wie nur irgend möglich zu machen. Lügen können allerdings grundsätzlich nicht makellos sein, da sie das gekünstelte Produkt eines bösen Verstandes sind, also wird ein aufgedecktes falsches Detail hier und dort und auch in den wesentlichen Teilen der Story zu einem offensichtlichen Schwindel hindeuten.

Mein Ziel ist es gar nicht so sehr, Robson und seine Lügen zu diskreditieren, sondern die unschuldige Wahrheit über Michael Jackson wiederherzustellen und den Skeptikern zu beweisen, dass die Wahrheit eine absolute Sache ist und sogar in vollkommen unmöglichen Situationen erreicht werden kann.

Wie die erste Klageschrift, führt auch die geänderte keine „sexuellen Handlungen“ näher aus (da sie stark editiert ist), sie zählt jedoch wahrscheinlich sämtliche Paragraphen des kalifornischen Strafgesetzbuches auf, die es zu den unterschiedlichen Formen der Belästigung gibt, was impliziert, dass die Klage das volle Spektrum davon abdeckt. Der Pluspunkt dieses Dokumentes ist allerdings, dass es Robsons Story wiedergibt.

Die „besonderen Beweisfragen“ führen einen an ein breites Themenspektrum heran, zu dem der Kläger von dem „Unternehmen“ (MJJ Production) Informationen möchte. Die 143 Punkte erstrecken sich von der Identifizierung „aller Geschäftseinheiten, in denen der Verstorbene im Zeitraum von etwa 1990 bis 1997 Eigentümerinteresse hatte“ bis zu „allen Personen, denen das Unternehmen Entgelt bezahlte, um Klagen wegen fahrlässiger Zufügung seelischen Leides durch den Verstorbenen aus der Welt zu schaffen“. Kurzum: die Beweisfragen des Klägers wollen alles.

Ein neugieriger Kopf wird an dem Dokument „Geständnisanträge“ das meiste Interesse haben, in dem die 93 Punkte die Angeklagten dazu auffordern, verschiedene Dinge zuzugeben – einschließlich der angeblichen „sexuellen Handlungen“, von denen MJJ Productions und das Estate offenbar vermeintlich gewusst haben sollen.

Die meisten Geständnisanträge sind irrsinnig, selbst die unschuldigsten. Hier ist ein Beispiel eines Geständnisantrages, dass „der Verstorbene Robson gesagt hat, dass er ein Filmregisseur wird“. Na und?

Wade Robson Klageschrift Punkt 17Eingeständnisantrag NR. 17: Geben Sie zu, dass der VERSTORBENE Wade Robson im Zeitraum von etwa 1990 bis 1997 gesagt hat, dass Wade Robson ein Filmregisseur werden würde.

Natürlich scheinen die „Geständnisanträge“ der fesselndste Teil der Sammlung zu sein, aber nachdem ich sie mit den Aussagen der drei Robsons im Prozess 2005 verglichen habe, hinterließ das Dokument den größten Eindruck nicht wegen der Enzyklopädie der dort aufgezählten angeblichen Sexualverbrechen, sondern weil all das Gute, das Michael für diese Familie getan hat, als etwas Böses und Niederträchtiges dargestellt wird.

Das trifft einen am meisten, wenn man einen Vergleich zieht zwischen der schönen Geschichten, die alle Robsons über ihre Freundschaft mit Michael im Prozess 2005 erzählt haben, und den nüchternen Äußerungen von Robsons vorliegender Klageschrift, wo all das Gute, das Michael für sie getan hat, auf den Kopf gestellt und in der abscheulichsten Art und Weise dargestellt wird.

Zum Beispiel verlangt die Auflistung das Geständnis, dass die „erwidernde Partei für Wade Robson arrangierte, in einem oder mehreren Musikvideos des Verstorbenen zu tanzen“, Visa für die Familie beantragte, als sie sich in den USA niederließen, Robsons Mutter mit ihrer Anstellung half und dafür gesorgt hat, dass Zahlungen an sie erfolgen, obwohl ihr temporäres Visa dies nicht vorsah, ein Album für Wade bei Michael Jacksons Plattenfirma veröffentlichte und viele weitere bösartige Handlungen beging.

Die Aufzählung der Verbrechen gegen die Menschlichkeit lesen sich am besten vor dem Hintergrund der Aussagen der Familie, da man nur so erkennt, dass es das brennende Verlangen dieser Familie war, all diese bösartigen Dinge zu bekommen, über die sich Robson jetzt beklagt.

Die Ungeheuerlichkeit seiner jetzigen Lügen und seine Undankbarkeit sind monumental und jenseits jeder denkbaren Beschreibung. Zumindest habe ich nicht die passenden Worte, um es zu formulieren.

Deshalb mache ich einfach meine eigene erste Aufzählung der Geständnisaufforderungen (13 Punkte) und richte sie an Robson, seine Familie und auch an jene, die immer noch zwischen den Stühlen sitzen und „nicht wissen, was sie darüber denken sollen“, arme Dinger.

Um es für alle einfacher zu machen, werde ich versuchen, der Struktur des Dokuments zu folgen, das von Robsons Anwälten bei Gericht eingereicht wurde. Der einzige Unterschied ist, dass meine Punkte detaillierter sein werden als die einzeiligen Anträge von WR, was die Öffentlichkeit wegen dem völligen Mangel an Details nur verwirrt.

Einige Aufforderungen werden nur zu Informationszwecken sein, weil sie notwendig sind, um den Schauplatz des Verbrechens (natürlich Robsons Verbrechen) zu beschreiben.

Geständnisaufforderung Nr. 1

Gebt zu, dass Robson in seiner Klageschrift den Zeitpunkt von Michael Jacksons Einladung, ein Wochenende auf Neverland zu verbringen, mit Februar 1990 benennt. In ihren Aussagen von 2005 variiert der von der Familie genannte Zeitpunkt ihres ersten Besuchs auf Neverland allerdings – Joy Robson (Mutter) spricht vom Jänner 1990; Wade und Chantal Robson sprechen vom Jahr 1989.

Nun gebt zu, dass die Abweichungen bezüglich des Anfangs der Story, wie auch einiger anderer Punkte, klar zeigen, dass die drei Familienmitglieder nicht versucht haben, ihre Aussagen abzusprechen und dass ihre Aussagen spontan waren und nicht von Michael Jackson oder jemand anderem gecoacht wurden.

Geständnisaufforderung Nr. 2

Wade Robson und Michael JacksonRobson mit 5 Jahren

Gebt zu, dass Robson und seine Mutter Michael Jackson 1987 in Australien nach einem Tanzwettbewerb kennengelernt haben, bei dem MJ zu treffen der erste Preis war. Im Grunde war es nur ein Meet-and-Greet Event.

Michael freute sich, Wade Robson in seinem „Bad“ Outfit zu sehen und bot ihm an, am nächsten Tag in seiner Show aufzutreten. Das zweite Mal trafen sie ihn am Tag nach der Abendvorstellung, als Wade und seine Mutter zu seinem Hotelzimmer gingen und ein paar Stunden darüber sprachen, was Wade machen wollte.

Nachdem Michael Australien verließ, hatten sie zwei Jahre lang keinen Kontakt miteinander. Wade Robson tanzte weiterhin mit seiner Truppe, der Johnny Young Talent Company in Australien, Brisbaine.

Gebt also zu, dass Michael Jackson nicht versuchte, in irgendeiner Art und Weise mit der Robson Familie in Verbindung zu bleiben.

In seiner Aussage 2005 beschrieb Wade Robson es wie folgt:

„Ich traf ihn zum ersten Mal, als ich fünf Jahre alt war. Ich denke, es war ‘87. Und Michael tourte, er machte die „Bad“ Tour. Und ich imitierte ihn zu diesem Zeitpunkt als Tänzer. Und er hielt diese – es war in Verbindung mit Target oder so was, hielt diese Art Tanzwettbewerbe ab, überall, wo er hinreiste. Also nahm ich an einem der Tanzwettbewerbe teil und gewann ihn, kam ins Finale und gewann dieses und dann war der Preis, Michael zu treffen. Also traf ich ihn nach einem seiner Konzerte in Brisbane, Australien. Und es war genauso wie eine Art Meet-and-Greet Raum. Und wir trafen uns und ich war in meinem ganzen, wissen Sie, „Bad“ Outfit und alles. Er lachte irgendwie und flippte aus wegen meinem Outfit und fragte, ob ich tanze. Ich sagte „Ja“. Und er bat mich, mit ihm in der Show am nächsten Abend aufzutreten. Also nach – am Ende des Konzerts kam ich auf die Bühne und performte mit ihm in der Show. Die nächsten – die nächsten – ich denke innerhalb der nächsten paar Tage machten meine Mutter und ich uns auf, um ihn in seinem Hotelzimmer zu besuchen und wir blieben für ein paar Stunden. Das war in Brisbane, Australien. Redeten nur darüber, was ich machen wollte. Und dann war es das fürs erste. Und für die nächsten zwei Jahre hatten wir überhaupt keinen Kontakt. Und ich führte meine Tanzkarriere in Australien fort. Und dann reiste mein Ensemble, das Tanzensemble, nach Amerika, um eine Aufführung in Disneyland zu machen. Also gingen wir alle.”

Geständnisaufforderung Nr. 3

Gebt zu, dass die Aufführung der Johnny Young Talent School in Disneyland, wo Wade Robson tanzte, nur für einen Tag angesetzt war – es war der 26. Jänner, an dem dort der Australia Day gefeiert wurde.

Die Tanzschule wurde von Disneyland eingeladen und Michael hatte nichts damit zu tun. Tatsächlich wusste er nicht einmal, dass die ganze Robson Familie in den USA angekommen war. Die Familie bestand aus Wade, seiner Schwester, seiner Mutter, seinem Vater und zwei Großeltern.

Hier ist Wade Robsons Auftritt vom 26. Jänner 1990 (ein interessanter Anblick):

Geständnisaufforderung Nr. 4

Gebt zu, dass die Klageschrift den Eindruck erweckt, dass die Familie Michael Jacksons Telefonnummer hatte oder die von seiner Sekretärin Norma Staikos und dass sie ihn gleich nach dem Auftritt kontaktierten und ihn „am folgenden Tag“ trafen, weil der 26. Jänner in der Klageschrift nicht als Datum des Auftrittes erwähnt wird.

In Wirklichkeit schaffte es die Familie erst am siebenten Tag nach dem Auftritt (am Donnerstag, 1. Februar), Norma Staikos Telefonnummer zu bekommen. Sie riefen sie in der Hoffnung an, dass Michael sich an den Jungen erinnern würde, den er zwei Jahre zuvor in Australien getroffen hatte. Zu ihrer großen Freude erinnerte er sich und Norma Staikos arrangierte einen Besuch in Michael Jacksons Aufnahmestudio am Tag nach dem Telefonat, dem 2. Februar 1990.

Vergleicht das mit dem Text der Klageschrift:

„Als der Kläger 7 Jahre alt war, reiste der Kläger mit seiner Familie nach Kalifornien, weil das Tanzensemble des Klägers, Johnny Young Talent School, eingeladen war, in Disneyland aufzutreten.

Die Mutter des Klägers, der Vater, die Schwester (nicht der Bruder) und die Großeltern mütterlicherseits begleiteten den Kläger, da die Reise auch ein Familienurlaub werden sollte. Nach dem Auftritt kontaktierte die Mutter des Klägers Norma Staikos (die persönliche Assistentin des Verstorbenen bei MJJ Productions) und für den Kläger wurde für den nächsten Tag, 2. Februar 1990, ein Treffen arrangiert, um den Verstorbenen in einem Aufnahmestudio in Van Nuys, Kalifornien, zu treffen. Nach diesem Treffen lud der Verstorbene die ganze Familie ein, das Wochenende auf seiner Ranch in Santa Barbara, „Neverland“, zu verbringen, was sie taten.“

Gebt zu, dass Robsons Klageschrift die obigen entscheidenden Details weglässt, um den Eindruck zu erwecken, dass die Familie im Zeitraum zwischen 26. Jänner und 1. Februar nicht nach Michael suchte, sondern dass sie eine Art zuvor verabredetes Treffen mit ihm hatte. Des weiteren entsteht der Eindruck, dass sie die Einladung in sein Aufnahmestudio und dann nach Neverland ganz nüchtern angenommen haben (während in Wirklichkeit ihre kühnsten Träume wahr wurden).

Geständnisaufforderung Nr. 5

Gebt zu, dass Joy Robson 2005 in ihrer Aussage auch bestätigt, dass es keinen zuvor verabredeten Besuch gab und dass sie nach Wades Auftritt „herum telefonierten“ und versuchten, Michaels Nummer zu bekommen, bevor sie schließlich an Norma Staikos gerieten. Es war also der sehnlichste Wunsch der Familie, Michael zu sehen, und nicht anders herum.

F. Erinnern Sie sich an das erste Mal, als sie Neverland besucht haben?

A. Ja. Das war im Jänner 1990.

F. Und wie kam es zu diesem Besuch auf Neverland?

A. Als wir dort waren, telefonierten wir herum und versuchten, Michael wieder zu finden. Er hatte uns gesagt, wir sollten ihn kontaktieren, wenn wir in die Vereinigten Staaten zurückkehren. Also telefonierten wir herum und wurden schließlich mit seiner persönlichen Assistentin verbunden, die zu dieser Zeit Norma Staikos war, und sie rief Michael an. Er erinnerte sich an uns sagte, er würde uns gerne wieder sehen. Also trafen wir uns mit ihm in einem Aufnahmestudio, in dem er damals gearbeitet hatte.

F. Und es gab keine Vereinbarungen, als sie Mr. Jackson das erste Mal trafen?

A. Nein.

Geständnisaufforderung Nr. 6

Gebt zu, dass Wade Robson in seiner Aussage 2005 sogar noch mehr Details zu deren Beharrlichkeit liefert, Kontakt mit Michael herzustellen. Es stellte sich heraus, dass sie raffinierter Weise die gesamte Videosammlung von Wades Tanzmaterial der letzten zwei Jahre bei sich hatten, um es Michael zu zeigen und ihn für sein Talent zu interessieren. Und als Michael all seine Videos gesehen hatte, war er wirklich begeistert davon.

Wade Robson sagte dazu:

A. Wie ich sagte, hatten wir keinen Kontakt mit Michael oder ähnliches. Irgendwie geriet meine Mutter in Kontakt mit Michaels damaliger Sekretärin, Norma Staikos.

A. Sie redete mit Michael über – wir wollten sehen, ob wir wieder mit ihm in Kontakt treten und ihn wieder treffen können. Sie redete mit Michael. Michael erinnerte sich an mich, als ich ihn als Fünfjähriger getroffen habe, wollte mich wieder treffen. Also war ich mit meiner Mutter, Schwester, meinem Vater und den Großeltern dort. Wir alle trafen ihn im Record One Aufnahmestudio. Und das war – das war ‘89.

A. Wir trafen uns mit ihm. Er war mitten in, wissen Sie, arbeitete an Musik und diesen Dingen. Er machte gerade Fotoaufnahmen im Studio. Wir machten einige Fotos mit ihm. Meine Familie und ich gingen in seinen – wie einen Green Room, und spielten ihm einige Videos vor, von all dem Tanzen, das ich in den letzten zwei Jahren gemacht habe. Und, wissen Sie, er war einfach wirklich begeistert, schaute sich alles an, was ich gemacht habe. Und am Schluss lud er meine Familie und mich am Wochenende auf die Ranch ein.

Geständnisaufforderung Nr. 7

Gebt zu, dass Robson in seiner Aussage klar macht, dass Michael sie für ein Wochenende nach Neverland einlud, nachdem er die Sammlung der Videos gesehen hat, in denen Wade tanzt und er wirklich von seinem Talent inspiriert war.

Robson hatte in der Tat ein außergewöhnliches Talent dazu, wie Michael Jackson zu tanzen. Hier ist ein weiteres Video von seinem Auftritt bei Star Search in Australien 1990:

Gebt zu, dass ihr von dem, was ihr gesehen habt, sehr begeistert seid (wie ich auch). Es überrascht uns also überhaupt nicht, dass Michael auch begeistert und inspiriert war von Wades Talent. Michael hat sicher sein Potenzial erkannt und da wir seinen ständigen Wunsch kennen, anderen zu helfen, können wir sicher sein, dass er daran dachte, auch Wade Robson zu helfen und ihm einen Karrierestart zu verschaffen.

Sein Glaube in Wade Robsons Talent wird sehr gut durch eine Nachricht verdeutlicht, die er einst an Robson schrieb, um ihn zu ermutigen: „Du bist jetzt meine größte Inspiration.“

Joy Robson sagte ebenfalls aus, dass Michaels Interesse an Robson darin begründet lag, dass er Wades Potential sah und dass es für Michael war, als würde er sein früheres Ich im Spiegel sehen:

F. VON MR. MESEREAU: Warum haben Sie Wade erlaubt, so viel Zeit mit Michael Jackson zu verbringen?

A. Sie verstanden sich gut. Sie – sie waren sehr ähnliche Menschen. Ich erinnere mich daran, dass mir Michael schon früh gesagt hat, dass es sei, als würde er in den Spiegel schauen, er sah sich selbst. Sein Interesse war darin begründet, dass er Wades Potential sah. Und Wade liebte alles, was Michael tat und wollte so viel lernen, wie er nur konnte.

Geständnisaufforderung Nr. 8

Wade Robson Star Search 1990Wade Robson bei Star Search 1990

Gebt zu, dass Wade Robson, selbst als er noch in Australien lebte, keine Mühe scheute, wie Michael Jackson auszusehen. Sogar seine Haare sahen aus wie Michaels und sein „australisches“ Abbild erinnert einen total an einen Nachbau von MJ, nur in klein.

Tatsächlich gab MJ Wade Robson den Spitznamen „Kleiner“, als er ihn 1987 als Fünfjährigen zum ersten Mal sah, und der Name hielt sich.

„Der in Australien geborene Wade, der bei der bekannten Talentshow Star Search als Tänzer „Downunder“ nationale Anerkennung gewann, stieg schnell zur Spitze junger Darsteller auf, nachdem er einen Michael Jackson Tanzwettbewerb in Brisbane gewonnen hatte. Der Gewinn ermöglichte ihm, mit seinem Idol auf der Bühne im Brisbane Entertainment Centre zu tanzen und der kleine Wade – von Michael als „Kleiner“ bezeichnet – stahl ihm die Show und gewann das Herz des Superstars.“ (http://onwiththeshow.com.au/the-inside-story-on-life-in-michael-jacksons-shadow-1995/)

Joy, Chantal and Wade Robson in LA

Joy, Chantal und Wade Robson präsentieren Wades erstes Album QUO

Lasst uns als Randbemerkung ebenfalls zugeben, dass Wade Robson, sobald er in den Vereinigten Staaten ankam, sein Image dramatisch verändert hatte.

Er färbte seine Haare und rasierte seinen Kopf, womit er klar machte, dass er auf der Suche nach einem neuen Image war und eine Karriere einschlagen wollte, die weit davon entfernt war, einfach nur MJ und seinen Tanz zu imitieren.

Lasst uns ebenfalls einräumen, dass Michael ihn bestimmt in diesem Streben nach Unabhängigkeit für seine Identität unterstützt hat, da Robson sonst seinen alten à la Michael Jackson Style beibehalten hätte.

Geständnisaufforderung Nr. 9

Gebt zu, dass Wade Robsons derzeitige Klageschrift mit keinem Wort erwähnt, wie es dazu kam, dass sich Wade und Chantal Robson in ihrer ersten Nacht auf Neverland in Michaels Zimmer wiederfanden und dass sie nicht ausführt, wie die Kinder selbst ihre Eltern anflehten, um dort bleiben zu können.

Die Klageschrift verschweigt, dass sie alle zusammen mit MJ im Zimmer der Eltern waren und Wades Kostüme besprachen; es wurde spät, aber die Kinder wollten, dass der Spaß weiterging und sie flehten ihre Eltern an, bei MJ bleiben zu dürfen und diese stimmten zu, nachdem sie zuerst um sein Einverständnis baten. Er sagte: „Oh, absolut. Wenn sie bleiben wollen, ist das prima.“

Joy Robson beschreibt es wie folgt:

A. Nun, den ersten – den ersten Abend, den sie aus waren, machten sie das Übliche auf Neverland, spielen. Und später am Abend kamen sie alle zurück in die Suite, in der sich mein Mann und ich aufhielten, und meine Eltern waren ebenfalls bei uns. Wir redeten alle gemeinsam in der Suite. Und Wade imitierte Michael eine Zeit lang und hatte viele Kostüme von Michael, die wir gemacht haben. Und Michael schaute sie sich an und wir redeten halt alle darüber. Und dann wurde es spät und meine Kinder, sowohl Chantal als auch Wade, meine Tochter sagte „Können wir bei Michael bleiben?“ Und mein Mann und ich schauten zu Michael und sagten „Naja, wenn das für Dich ok ist.“ Und er sagte „Oh, absolut. Wenn sie bleiben wollen, ist das prima.“

F. Und haben Sie ihrem Sohn und ihrer Tochter erlaubt, in seinem Zimmer zu bleiben?

A. Ja.

Wade Robson erklärte in seiner Aussage sogar, warum sie bei Michael bleiben wollten – sie haben einen neuen Freund gefunden und wollten ihm nicht von der Seite weichen. „Das ist bei jedem Kind so“, sagte Robson.

A. Ich erinnere mich, dass Chantal das auch wollte.

F. Was hat Sie dazu bewogen, ihn zu fragen, ob sie in seinem Zimmer bleiben können?

A. Nun, das ist bei allen Kindern gleich. Wenn Du – wissen Sie, wenn Du einen besten Freund hast oder einen neuen Freund gefunden hast, möchtest Du immer im gleichen Raum mit ihm sein.

Geständnisaufforderung Nr. 10

Nun gebt zu, dass die Aussagen der Robsons im Prozess 2005 ab diesem Punkt dramatisch von allem abweichen, was Wade Robson jetzt behauptet.

Wades Aussage von 2005 gibt an, dass er in der ersten Nacht (Samstag, 3. Februar) in MJs Bett im Erdgeschoss geschlafen hat und dass seine Schwester Chantal bei ihnen war, genau wie in der nächsten Nacht. Um präziser zu sein, war sie laut ihm die „ganze Zeit“ mit ihnen im selben Bett.

Im Zuge der Erläuterung machte Wade auch klar, dass er nicht „mit“ Michael Jackson geschlafen hat – er schlief nur in seinem Bett.

F. In Ordnung. Nun, Sie waren sieben Jahre alt, als Sie das erste Mal mit Mr. Jackson geschlafen haben, stimmt das?

A. Ich habe im selben Bett mit ihm geschlafen. Aber ja, ich war sieben.

F. Haben Sie meine Frage anders verstanden als das?

A. So klang es.

F. In Ordnung. Aber Sie haben im selben Bett mit ihm geschlafen, als Sie sieben Jahre alt waren, stimmt das?

A. Ja.

F. War jemand anderes mit ihnen in diesem Bett?

A. Meine Schwester, Chantal Robson.

F. Sie war zehn Jahre alt, stimmt das?

A. Ja.

F. Stimmt es, dass in diesem Raum nirgendwo ein anderer Erwachsener war, als sie mit Mr. Jackson ins Bett gekrochen sind?

A. Richtig.

F. Und Sie haben während dieser Woche tatsächlich weiterhin mit Mr. Jackson geschlafen, als sie sieben Jahre alt waren, stimmt das?

A. Ja.

F. War ihre Schwester während dieser Woche auch die ganze Zeit da?

A. Ja.

F. War sie auch mit ihnen in diesem Bett?

A. Ja.

Heute sagt er, dass Chantal in der ersten Nacht bei ihnen war, in der nächsten Nacht „äußerte“ sie jedoch angeblich „Bedenken darüber“, schlug vor, dass sie beide im Obergeschoss schlafen und als Wade ablehnte, ging sie alleine nach oben und so fingen die „sexuellen Aktivitäten“ angeblich an.

Die zweite, abgeänderte Klageschrift (Punkt 10-11) beschreibt es mit einer unverfrorenen Lüge wie folgt:

„In der ersten Nacht des Wochenendes am oder um den 3. Februar 1990 schliefen der Kläger und seine Schwester im Schlafzimmer des Verstorbenen im selben Bett mit dem Verstorbenen im Erdgeschoss.

In der nächsten Nacht äußerte die Schwester des Klägers, die 3 Jahre älter als der Kläger war, Bedenken darüber, mit dem Verstorbenen im selben Bett zu schlafen und schlug vor, dass sie beide im Obergeschoss schlafen. Der Kläger lehnte ab und schlief erneut mit dem Verstorbenen im Erdgeschoss. Die sexuellen Aktivitäten begannen in oder um diese Nacht, dem 4. Februar 1990. <Text redigiert>

Das war der Beginn des sexuellen Missbrauchs des Klägers durch den Verstorbenen, der im Verlauf der nächsten 7 Jahre regelmäßig die im Paragraph 22 beschriebenen sexuellen Handlungen enthielt.“

Was für eine schreckliche, schreckliche Geschichte. Der Missbrauch begann also in der zweiten Nacht und das Mädchen konnte es nicht sehen, weil sie im Obergeschoss des Schlafzimmers war und so begann also der Albtraum für den armen Wade Robson?

Ja, es wäre wirklich fürchterlich schrecklich gewesen, wenn nur nicht Chantal Robson eine völlig andere Geschichte erzählt hätte.

Diese Lüge ist der erste Akt seiner fiktionalen Story und nur eine Ouvertüre zu vielen, vielen weiteren. Wenn Du denkst, dass der Rest seiner Erzählung auch nur ansatzweise besser wird, stehst Du vor einer großen Enttäuschung – je weiter Du voranschreitest, desto lächerlicher wird es.

Wade Robson Klageschrift*LÜGE* In der nächsten Nacht äußerte die Schwester des Klägers, die 3 Jahre älter als der Kläger war, Bedenken darüber, mit dem Verstorbenen im selben Bett zu schlafen und schlug vor, dass sie beide im Obergeschoss schlafen. Der Kläger lehnte ab und schlief erneut mit dem Verstorbenen im Erdgeschoss. Die sexuellen Aktivitäten begannen in oder um diese Nacht, dem 4. Februar 1990. *LÜGE*

Geständnisaufforderung Nr. 11

Das Problem ist, dass die fast 26 jährige Chantal 2005 in ihrer Aussage das Gegenteil von dem sagte, was Wade heute behauptet.

Sie sagte, dass sie in der ersten Nacht nicht in Michaels Privatsphäre eindringen wollte und schließlich in der Erwartung nach oben ging, dass ihr jüngerer Bruder folgen würde (entweder lehnte er ab, oder er war bereits eingeschlafen, als sie nach oben ging).

Ihre Erklärung für ihr Verhalten ist verständlich – es war ihr erster Besuch auf Neverland und im Gegensatz zu den anderen hatte sie Michael erst zum zweiten Mal in ihrem Leben gesehen, also gewann ihre natürliche Zurückhaltung die Oberhand und sie beschloss, MJ zu verlassen, um nicht in seine Privatsphäre einzudringen.

In der zweiten Nacht hatte sie allerdings schon eine viel engere Freundschaft mit Michael und ihre vorherigen Überlegungen machten ihr nicht mehr sehr zu schaffen. Die Kinder waren offensichtlich so müde, dass beide – Wade und Chantal – in Michaels Bett einschliefen ohne darüber nachzudenken, ob es angebracht war oder nicht. Sie sagt, dass hinter ihrem Schlafen im Erdgeschoss kein „Plan“ stand – sie schliefen einfach ein und das war es.

Die Zusammenfassung der Geschichte ist also, dass Chantal nicht in der ersten, aber in der ZWEITEN Nacht in Michaels Bett schlief. Das erste Mal kommt auch nicht in Betracht, da sie zuerst im Bett war, aber später ihre Meinung geändert hat und nach oben ging.

Lasst mich euch noch einmal daran erinnern, dass Wade Robson behauptet, dass der angebliche Missbrauch in der zweiten Nacht begann, die er in MJs Zimmer war.

Uns muss ebenfalls bewusst sein, dass Chantal nicht wusste, dass er zehn Jahre später irgendetwas in dieser Art behaupten würde und deshalb beschrieb sie es in ihrer Aussage 2005 wie es wirklich war. Folgendes hat sie gesagt und dabei ist zu beachten, wie nachdrücklich ihre Worte sind:

F. Sie verbrachten also die allererste Nacht auf Neverland in Mr. Jacksons Schlafzimmer?

A. In seinem Schlafzimmer, ja.

F. Und in dieser ersten Nacht schliefen Sie im Erdgeschoss des Schlafzimmers, richtig?

A. Nein.

F. Sie schliefen im Obergeschoss?

A. Ja.

F. Haben Sie – oder ich werde das anders ausdrücken. Wurden Sie am 2. Mai 2005 von Scott Ross, einem Ermittler für Michael Jackson, befragt?

A. Ja. Ich bin nicht sicher, ob es dieses Datum war, aber ja.

F. Das war erst vor ein paar Tagen?

A. Ja.

F. Und haben Sie Mr. Ross gesagt, dass Sie sich daran erinnern, die erste Nacht im Erdgeschoss geschlafen zu haben und Wade ging nach oben und schlief mit Mr. Jackson?

A. Nein. Es war genau anders herum.

F. Okay.

A. Michael und Wade schliefen – Michael und Wade schliefen im Erdgeschoss und ich schlief im Obergeschoss in der ersten Nacht.

F. In Ordnung. Also schliefen Mr. Jackson und Wade gemeinsam in einem anderen Bereich als Sie?

A. Ja.

F. Warum war das so?

A. Weil ich nach oben ging.

F. Warum gingen Sie nach oben?

A. Weil ich etwas älter war und das Gefühl hatte, als würde ich in Michaels Schlafzimmer eindringen, deshalb ging ich nach oben.

F. Weil Sie Mr. Jackson etwas Privatsphäre geben wollten?

A. Ja.

F. Und er war zu dieser Zeit allein mit Ihrem Bruder?

A. Ja.

F. Und Ihr Bruder war sieben Jahre alt?

A. Ja.

F. Und in dieser Nacht schlief Ihr Bruder im selben Bett mit Michael Jackson?

A. Ja. Ich sagte ihm, er solle mit mir nach oben kommen.

F. Sie sagten ihm, er solle mit Ihnen nach oben kommen?

A. Ja.

F. Lag das daran, weil Sie das Gefühl hatten, er sollte nicht mit einem erwachsenen Mann in einem Bett schlafen?

A. Ganz und gar nicht.

F. Also warum haben Sie ihm gesagt, dass er das tun soll?

A. Weil ich nicht wollte, dass Michael das Gefühl hatte, dass zwei Leute in seinen Raum eindringen.

F. Etwas ließ Sie in dieser Nacht unbehaglich fühlen, oder?

A. Nein, ganz und gar nicht.

F. Haben Sie Mr. Ross nicht vor ein paar Tagen gesagt, dass Sie sich in der zweiten Nacht wohler gefühlt haben?

A. Ja, wohler mit meiner Freundschaft mit Michael.

F. Und in der nächsten Nacht haben Sie im selben Bett mit Michael Jackson geschlafen?

A. Das habe ich.

F. Wessen Idee war es, dass Sie in Mr. Jacksons Bett geschlafen haben?

A. Es war eigentlich unsere Idee.

F. Wie bitte?

A. Mein Bruder und ich. Es war eigentlich kein Plan. Wir schliefen einfach ein.

Geständnisaufforderung Nr. 12

Gebt zu, dass Wades eigene Schwester, die drei Jahre älter ist als Wade und damals zehn war, von einer völlig anderen Zeitabfolge sprach, was seine aktuelle Theorie davon, „wie der Missbrauch begann“ grundsätzlich widerlegt.

Er behauptet, dass es in der zweiten Nacht begann. Und sie sagt, dass ihr zehnjähriges Ich in genau dieser Nacht mit dem siebenjährigen Wade in einem Bett schlief.

Selbst wenn wir uns vorstellen, dass der Schlaf des Mädchens sehr tief war und sie deshalb nichts gehört oder gesehen hat, ist es nicht vorstellbar, dass irgendein Missbraucher bewusst einen Tag wählen würde, an dem er einen direkten Zeugen seiner unrechtmäßigen Aktivitäten haben würde.

Das besonders schöne und ironische an dieser Situation ist, dass Chantals Aussage gegenüber Wades jetziger Story Vorrang hat, da sie vor zehn Jahren ausgesagt hat, als ihr nicht bewusst war, dass ihre unschuldige Stellungnahme Wade Robsons späterer Behauptung widersprechen würde. Man kann darüber nur staunen, wie ein unschuldiges Wort, das zehn Jahre zuvor ausgesprochen wurde, heute nachhallt und ein großes Unrecht korrigiert.

Chantal hatte keinen Grund, darüber zu lügen, wo sie in jenen Nächten schlief. So oder so stellte sich heraus, dass sie eine Nacht mit Wade zusammen war und die andere Nacht nicht und es ist nur die Reihenfolge jener Nächte, die unterschiedlich war.

Gebt des weiteren zu, dass es zum Zeitpunkt ihrer Aussage im Prozess 2005 keinen Unterschied gemacht hat, in welcher der Nächte sie im Erdgeschoss geschlafen hat und die einzige Tatsache, die für die Jury von Bedeutung war, war, dass Wade zumindest bei einer dieser Gelegenheiten mit Michael alleine war. Ob es nun die erste oder die zweite Nacht war, spielte damals keine Rolle.

Allerdings spielt es heute eine sehr große Rolle.

Gebt zu, dass Chantal sogar einen negativen Eindruck bei der Jury hätte hinterlassen können, als sie 2005 auf ihrer Geschichte beharrte, da sie hätten denken können, dass die Familienmitglieder nicht ganz konsistent waren in ihren Aussagen und sie gewann nichts, als sie ihre Geschichte erzählte. Sie bestand allerdings wiederholt darauf, dass es so war, wie sie es beschrieben hat und da sie die ältere und zuverlässigere der beiden war, können wir absolut glauben, was sie gesagt hat.

Gebt auch zu, dass diese sehr kleinen Unterschiede in ihren Aussagen erneut klar machen, dass die Mitglieder der Robson Familie ihre Aussagen 2005 nicht abgesprochen haben, was bedeutet, dass sie niemand vor ihren Aussagen gecoacht hat – weder Michael, noch sonst jemand. Wenn sie jemand gecoacht hätte, wären ihre Aussagen völlig deckungsgleich gewesen.

Geständnisaufforderung Nr. 13

 Wade Robson

Gebt zu, dass Chantals Beharren, in der zweiten Nacht in Michaels Bett geschlafen zu haben, bedeutet, dass der „Missbrauch“ nicht am 4. Februar 1990 begonnen hat und dass uns Wade Robson jetzt schrecklich belügt.

Tatsächlich ist diese Diskrepanz in seiner Story ein unmittelbarer Beweis für seine Lügen.

Wenn Du in Deiner Kindheit missbraucht wurdest, geraten solche Dinge einfach nicht in Vergessenheit. Sie prägen sich in ihrer Gesamtheit in Deiner Erinnerung ein – in der Zeit, dem Ort und Verhältnis zu allen anderen Ereignissen dieses Zeitraums bis ins kleinste Detail. Du erinnerst Dich an die Reihenfolge und wie eines zum nächsten führte. Du erinnerst Dich an die seltsamsten Details, den Gesichtsausdruck, Deine Gedanken und sogar die Gerüche.

Es ist schlicht unmöglich zu vergessen, in „welcher Nacht es passierte“ (wenn es überhaupt passierte). Nur jene, die solche Erfahrungen nie durchgemacht haben, können glauben, dass es egal ist, ob es die erste oder zweite Nacht Deines Aufenthaltes war.

Nein, der Zeitpunkt ist sehr wichtig; wenn Dir so etwas jemals passiert ist, wirst Du es nie wieder vergessen. Nie wieder.

Umfangreiche Diskussion in der Nacht

Schon der nächste Absatz der Klageschrift wird Dich wieder wundern. In dem Versuch, seine Story glaubwürdig erscheinen zu lassen, fügte Robson seiner Beschreibung ein Detail hinzu, das sie allerdings nur noch lächerlicher macht – besonders jetzt, da wir wissen, dass seine eigene Schwester neben ihm im selben Bett lag.

Unser Darling Robson behauptet, dass sein siebenjähriges Ich und MJ in der zweiten Nacht diskutierten und die Diskussion fand nicht irgendwann am Nachmittag statt, wie man sich das vielleicht vorstellen könnte, sondern gerade während der Nacht und in genau diesem Bett.

Wenn wir nicht gewusst hätten, dass Chantal genau im selben Bett mit Wade war, wäre dieses Detail sicher unbemerkt an uns vorbeigegangen, aber da wir nun wissen, dass sie ihre Unterhaltung leicht hätte mitanhören können, macht diese kleine Ergänzung die ganze Situation lachhaft.

Wie konnte der angebliche Feind sicher sein, dass das Mädchen schlief und nicht nur mit geschlossenen Augen da lag? Und wie konnte er eigentlich sehen, ob ihre Augen geschlossen waren, wenn es tiefste Nacht war? Und was war der Sinn dahinter, die Angelegenheit während der Nacht zu diskutieren und nicht irgendwann am Morgen, wenn es zumindest eine Garantie dafür gab, dass das Mädchen nicht zuhört?

Nein, nichts davon passt zusammen. Dieser faule Typ konnte nicht einmal die Aussage seiner eigenen Schwester im Prozess 2005 lesen, um all diese unglaublichen Fehler zu vermeiden…

Die Punkte 11-12 der Klageschrift beschreiben seine Story wie folgt:

„Die sexuellen Aktivitäten fingen in oder um die Nacht des 4. Februar 1990 an. <> In dieser ersten Nacht fing der Verstorbene an, dem Kläger zu sagen: „Wir können niemals irgendjemandem sagen, was wir machen. Die Leute sind ignorant und sie würden niemals verstehen, dass wir uns lieben und dass wir es so zeigen. Wenn das jemals jemand herausfindet, wären unsere Leben und Karrieren vorbei.“ Der Kläger schwor dem Verstorbenen, dass er es niemals einer Seele erzählen würde.”

Was für eine wahrlich ausgedehnte und umfangreiche Diskussion, besonders, da sie angeblich genau unter Chantals Ohren stattfand! Offensichtlich war Robson bei seiner Klageschrift so auf die Notwendigkeit fokussiert, zu erklären, warum er seinen Eltern am nächsten Morgen nichts erzählt hat, dass er sich dazu entschieden hat, seine Lüge mit einer weiteren Rüsche zu dekorieren – „ihm wurde gesagt, es nicht zu tun – deshalb“.

Nun, das hätte er nicht tun sollen. Das Ergebnis ist, dass wir jetzt die Wahrheit kennen – es gab nicht nur keine Belästigung in der zweiten Nacht (wenn überhaupt), sondern es gab auch keine Diskussion mit MJ darüber. All das war schlicht unmöglich, da Chantal ein direkter Zeuge davon gewesen wäre, aber sie hat nie etwas gehört oder gesehen – ganz einfach, weil es nie passiert ist, deshalb.

Schnitzer wie diese passieren oft, wenn Lügner versuchen, ihre Story überzeugend zu machen. Sie strecken ihre Zunge raus und denken „Was kann ich hier noch hinzufügen, um es glaubhafter erscheinen zu lassen?“, erfinden dies und jenes und übertreiben es, was zu einem völlig gegenteiligen Ergebnis führt. Jedes neue Detail diskreditiert seine Story nur weiter und kann sogar den ganzen Betrug freilegen.

Also lasst uns nicht zu herablassend auf kleine Details blicken. Der Teufel steckt im Detail und nicht darin, was sie Dir vor die Nase halten und Dich sehen lassen wollen. Schau Dir an, was sie Dich nicht sehen lassen wollen und das wird Dir dabei helfen, den Dingen auf den Grund zu gehen.

Lasst uns auch feststellen, dass echte Kinderschänder ihre Verbrechen niemals auf solch riskante Weise begehen. Darum ist es so schwer, sie zu erwischen. Sie sind extrem vorsichtig und treffen jede Vorsichtsmaßnahme, um niemals irgendwelche direkten Zeugen zu haben für das, was sie tun. Michaels Verleumder möchten euch glauben machen, dass der angebliche Missbraucher jeder Logik trotzte und sich nicht um direkte Zeugen seines angeblichen Verbrechens kümmerte, aber in Anbetracht der Tatsache, dass ein Vater und Großvater bei dem Besuch dabei war, wäre ich mir nicht zu sicher, wenn ich Du wäre…

Und im Übrigen, wenn Du annimmst, dass MJ in Aktivitäten wie diesen furchtlos war, warum dann dieses ganze Aufsehen über das Ertönen eines bestimmten Alarms, wenn sich jemand seinem Zimmer nähert? Eine gute Story sollte in all seinen Details konsistent sein, also wenn jemand im Flur ein Problem war, war die Anwesenheit eines zehnjährigen Mädchens im selben Bett dann nicht auch ein kleines Problem?

Es würde uns auch nicht schaden, uns an Macaulays Vater Kit Culkin zu erinnern, der Michael als einen „absoluten Angsthasen“ beschrieb und einen „Kerl, der von seinem eigenen Schatten völlig verängstigt ist“. Das Lexikon definiert „Angsthase“ als „jemanden, der vor fast allem Angst hat“ und dieses kleine Detail von Michaels Charakter hilft Robsons Story auch nicht gerade weiter, auch wenn MJs Verleumder versuchen, uns einen selbstsicheren Feind zu schildern, dem es nichts ausmacht, ein Kind zu missbrauchen, selbst wenn sich ein direkter Zeuge genau im selben Bett befindet.

Wade Robson Klageschrift Schweigen*LÜGE* In dieser ersten Nacht fing der Verstorbene an, dem Kläger zu sagen: „Wir können niemals irgendjemandem sagen, was wir machen. Die Leute sind ignorant und sie würden niemals verstehen, dass wir uns lieben und dass wir es so zeigen. Wenn das jemals jemand herausfindet, wären unsere Leben und Karrieren vorbei.“ Der Kläger schwor dem Verstorbenen, dass er es niemals einer Seele erzählen würde. *LÜGE*

Ein weiteres tragisches aber falsches Detail: Robson – alleine zu Haus auf Neverland

Je weiter Du voranschreitest, desto absurder wird Robsons Erzählung. Nur einen Schritt weiter kannst Du die nächsten Lügen ernten. Einen ganzen Haufen davon findet man gleich im nächsten Absatz des Schriftstücks, das eine bemerkenswerte Episode in Robsons Leben beschreibt und in seiner Falschheit auch völlig bemerkenswert ist.

Punkt 13 der Klageschrift behauptet allen Ernstes, dass die Familie den armen Jungen nach dem ersten Wochenende auf Neverland zurückließ und er musste dem angeblichen Feind ausgeliefert ganz alleine dort bleiben!

Schaut euch den blanken Horror dieser Beschreibung an:

„Die Familie des Klägers verließ die Ranch am Montag, um ihren Road Trip fortzusetzen, ließ allerdings den Kläger zurück, um bei dem Verstorbenen zu bleiben. Der Kläger schlief jede Nacht im Bett des Verstorbenen und jede Nacht fand sexueller Missbrauch statt. Die Familie des Klägers kehrte am kommenden Wochenende zur Ranch zurück, um bei dem Kläger zu sein. Der Kläger schlief wieder im Bett mit dem Verstorbenen, während die Familie wo anders im Haus schlief. Der sexuelle Missbrauch setzte sich in jeder dieser Nächte fort.“

Was für eine tragische (und originelle) Story. Der Junge wurde angeblich nur zwei Tage nach ihrer Bekanntschaft mit MJ von seiner ganzen Familie alleine gelassen und sie kamen erst nach einer Woche zurück! Und schaut euch an, was ihm dort passiert ist!

Einen kleinen Jungen bei einem beinahe Unbekannten zurückzulassen ist in der Tat so ein befremdliches Vorkommnis, dass man sich gar nicht entscheiden kann, wer hier der schlimmere Kriminelle ist – die Eltern und Großeltern, die das Kind angeblich bei einem fast Unbekannten zurücklassen oder der Mann, der für sein angeblich unangebrachtes Verhalten beschuldigt wird.

Wenn wir Robsons Story glauben, stellt diese Episode seine ganze Familie in der Tat als eine Bande von Zuhältern dar, die bereit ist, ihren Sprössling an jemanden zu prostituieren, den sie kaum kennen. Das ist der Eindruck, den diese Story erzeugt – aber natürlich nur, wenn Du es glaubst und es nicht als die Erfindung eines perversen Verstandes erkennst.

Um zu überprüfen, ob hinter dieser seltsamen Episode irgendeine Wahrheit steckt, müssen wir ein hartes Stück Arbeit leisten – die Prozessaussagen aller Robsons durcharbeiten, die korrekte Chronologie für ihre Aktivitäten bestimmen und herausfinden, wer wann wo war. All das dient nur dazu, ein kleines Detail zu überprüfen, aber die Arbeit hat sich gelohnt.

Lasst uns anschauen, woran sich Wades Schwester Chantal diesbezüglich erinnert.

Was Chantal Robson gesagt hat

In ihrer Aussage im Prozess 2005 erwähnte Chantal mit keinem Wort, die Woche zwischen den beiden Wochenenden auf Neverland gewesen zu sein und sie sprach auch nicht davon, dass Wade oder irgendjemand sonst von ihnen dort während ihres ersten Besuchs in den Vereinigten Staaten alleine gelassen wurde.

Sie sagte aus, dass der Besuch in zwei Wochenenden aufgeteilt war und dass sie beide Male dort war und jedes Mal in Michaels Zimmer schlief. Sie stellte klar, dass sie insgesamt vier Mal dort geschlafen hat und das deckt sich absolut mit unserem Verständnis ihrer Chronologie – sie besuchten Neverland für ein Wochenende, dann verließen sie Neverland und kamen für ein weiteres Wochenende zurück. Im Laufe der nächsten Woche reisten sie nach Australien ab.

Chantal sagte folgendes:

F. Wie oft denken Sie, waren Sie in Michael Jacksons Raum?

A. Ich bin dort wohl viele Male ein- und ausgegangen. Geschlafen habe ich dort vier Mal.

F. War Ihr Bruder Wade immer dort, wenn Sie in Michael Jacksons Zimmer geschlafen haben?

A. Ja.

Chantal erinnerte sich auch an ihren Ausflug nach Los Angeles, den sie mit Michael gemeinsam unternommen haben. Dieser fand nach dem zweiten Wochenende statt:

F. Wissen Sie, ob ihre Familie mit ihm gereist ist?

A. Ja.

F. Was wissen Sie darüber?

A. Ich weiß, dass mein Bruder und meine Mutter in Vegas waren. Ich ziehe das zurück. Ich war mit ihm in Los Angeles. Bei meiner ersten Reise. Ich fuhr nach Los Angeles, nur ich und meine Mutter. Entschuldigung, ich und mein Bruder.

Und das ist praktisch alles, was wir von Chantal zu diesem Thema erfahren.

Die Aussage ihrer Mutter Joy war viel länger und sie hatte viel mehr zu sagen über ihren ersten Besuch in den Vereinigten Staaten (und Neverland).

Was Joy Robson gesagt hat

Von Anfang an hat Joy Robson klargestellt, dass sie nur für ein Wochenende auf Neverland eingeladen wurden und dass sie dieses Wochenende dort verbracht haben. Eine Woche später kamen sie zurück und verbrachten ein weiteres Wochenende dort.

Tom Sneddon war hartnäckig in seinen Fragen und versicherte sich, dass zwischen den beiden Wochenenden eine Woche lag. Sie stellte noch einmal klar, dass sie nicht für eine ganze Woche dort waren und einmal erwähnte sie sogar, dass „sie alle“ die Ranch „verlassen“ haben, bevor sie woanders hingefahren sind.

Hier sind ein paar Auszüge aus ihrer Aussage:

F. Und dann wurden sie auf die Ranch eingeladen, für ein Wochenende, wenn ich das richtig verstanden habe?

A. Korrekt.

F. Sie waren also nicht die ganze Woche dort?

A. Nein.

F. Nur für das Wochenende?

A. Ja.

F. Sind sie für ein zweites Wochenende zurückgekehrt?

A. Ja.

F. Und lag da ein Wochenende oder mehr als eine Woche dazwischen?

A. Es war eine Woche dazwischen.

F. Es war also das folgende Wochenende, an dem sie zurückgekehrt sind?

A. Ja.

F. Und als sie bei dieser Gelegenheit zurückgekehrt sind, wer von ihrer Familie war anwesend?

A. Mein Mann, meine Tochter, mein Sohn und meine Eltern.

F. Nun, waren ihr Mann und ihre Eltern bei dem ersten Besuch bei Ihnen?

A. Ja.

F. Erinnern Sie sich, unter Eid ausgesagt zu haben, dass Ihre Eltern und Ihr Mann in San Francisco unterwegs waren, als Sie die Ranch das erste Mal besucht haben?

A. Nein, das waren sie nicht – wir waren am Wochenende alle dort. Sie verließen – wir alle reisten ab, um nach San – nein, sie fuhren in der zweiten Woche nach San Francisco. Wir fuhren mit Michael zurück nach Los Angeles.

Die Chronologie ist völlig klar. Ein Wochenende auf Neverland, eine Woche wurde wo anders verbracht, ein weiteres Wochenende auf Neverland. Dann fuhren Joy und ihre Kinder mit Michael nach Los Angeles, während ihre Eltern und ihr Mann nach San Francisco fuhren. Später in dieser Woche trafen sie sich wieder und flogen zurück nach Australien.

Es gibt absolut keine Erwähnung des armen Jungen, der von ihnen verlassen auf Neverland zurückblieb. Joy Robsons Aussage schließt das einfach aus – sie sagt ganz klar, dass sie nicht die ganze Woche dort verbracht haben und dass es eine Pause zwischen den beiden Besuchen gab. Ein weiteres Detail der Geschichte bestätigt auch, dass ihr Sohn mit der Familie zusammen war, als sie zum zweiten Mal nach Neverland kamen:

F. Und als sie bei dieser Gelegenheit zurückgekehrt sind, wer von ihrer Familie war anwesend?

A. Mein Mann, meine Tochter, mein Sohn und meine Eltern.

All das steht in direktem Widerspruch zu dem, was Wade Robson uns jetzt sagt – er wurde dort nicht zurück gelassen und folge dessen gab es auch keinen Missbrauch. Es geschah nicht nur nicht in der „zweiten Nacht“, sondern es geschah auch nicht in der folgenden Woche. Robson war schlicht nicht dort und hier gibt es nichts weiter zu erörtern.

Ist das also eine weitere seiner offensichtlichen Lügen? SCHON WIEDER??? Nun, ich fürchte, so ist es. Es klingt unglaublich, aber Robson lügt tatsächlich in jeder seiner Angaben.

Jene, die sich immer noch an Strohhalme klammern, um Robsons Situation zu retten, sind eingeladen, über das Folgende zu reflektieren. Wenn der kleine Junge wirklich im Haupthaus Neverlands zurückgelassen worden wäre, wäre dieser Umstand schwer zu verbergen gewesen. Manche Hausmädchen hätten das sicher bemerkt und würden sich erinnern. Allerdings hat das kein Hausmädchen erwähnt, auch nicht Blanca Francia, die 1990 Michael Jacksons persönliches Hausmädchen war und sein Zimmer täglich gereinigt hat. Sie ist ebenfalls eine von der erpresserischen Sorte und hätte es garantiert bemerkt, wenn es dort irgendetwas zu bemerken gegeben hätte, doch nicht einmal sie sagte ein einziges Wort.

Robsons Unterstützer werden natürlich toben, dass wir seiner Mutter kein einziges Wort glauben sollen. Sie werden sie eine Zuhälterin, eine Goldgräberin und dergleichen nennen. Aber laut Robsons Story wurde er nicht nur von seiner Mutter auf Neverland zurückgelassen, sondern auch von seinem Vater, Großvater und auch der Großmutter!

Deuten seine Unterstützer also an, dass alle aus seiner Familie Zuhälter sind? Und ist Robson bereit, die Ehre aller für diese $1,62 Milliarden, die er jetzt verlangt, zu opfern?

Ich stimme allerdings zu, dass wir einen Punkt erreicht haben, an dem das Wort der Mutter gegen das des Sohnes steht. Einer von ihnen ist definitiv ein Lügner und zur Wahl steht, dass entweder Joy Robson damals gelogen hat oder Wade Robson jetzt lügt und ihr werdet zustimmen, dass beide Optionen nicht sehr schön sind.

Um zu entscheiden, wer der Lügner ist, erinnern wir uns an ein paar weitere Details.

Zu allererst sagte Joy Robson 1993 vor der Grand Jury unter Eid aus, wo sie von niemand geringerem als Tom Sneddon verhört wurde (natürlich in Abwesenheit des Verteidigungsanwaltes, da diese dort nicht zugelassen wurden). Wade Robson wurde ebenfalls unter Eid verhört. Also wurden die 2005 von ihnen berichteten Tatsachen auch von ihren früheren Aussagen untermauert und keiner der beiden erwähnte jemals, dass Robson bei ihrem ersten Besuch in Neverland „zurückgelassen“ wurde.

Die andere Überlegung ist, wenn Joy wirklich Leichen im Keller gehabt hätte und Angst hatte, dass ihre Kinder ihr Geheimnis offenbaren würden, hätten sich die drei zusammengesetzt und ihre Aussagen für den Prozess 2005 auf Joys Version abgeglichen. Das hätte die Kinder zu ihren Komplizen gemacht (aber natürlich nur, wenn wir Robsons aktueller Lüge Glauben schenken).

Das interessante an ihren Aussagen ist allerdings, dass sie weit davon entfernt waren, einheitlich zu sein und das legt nahe, dass sie wahr, ungekünstelt und nicht gecoacht waren. Zum Beispiel werdet ihr überrascht sein, von Wade Robsons Aussage 2005 zu lernen, dass er sagte, während seines ersten Besuchs auf Neverland eine Woche dort verbracht zu haben, nur sagte er, dass er nicht alleine war sondern mit seiner Familie.

Er konnte sich nicht an ein zweites Wochenende auf Neverland erinnern und behauptete sogar, dass sie unmittelbar nach der „Woche“ „alle nach Australien zurückflogen“. Da war keine Erinnerung an eine Reise nach Los Angeles oder den Sightseeing-Trip seiner Großeltern.

Kurz um, die 2005 von ihm gelieferte Chronologie war völlig albern, aber in diesem Fall zeigt sie, dass Wade Robson nicht gecoacht war.

Die Erinnerungen eines Siebenjährigen

Wade Robson in Michaels KleidungWade Robson trägt 1990 das Shirt, das Michael Jackson in dem TV Spezial Motown 25 getragen hat und den Hut, den ihm der Sänger gegeben hat. Foto: Ian Waldie

Die Art, wie sich der 22-jährige Wade Robson an die 15 Jahre zurückliegenden Ereignisse erinnerte, wird euch sicher zum Lächeln bringen.

Seine Erinnerung an seinen ersten Besuch in den Vereinigten Staaten mit sieben Jahren war bei bestimmten Dingen so vage und undeutlich, dass man sich nur wundern kann, wie gut er sich jetzt an alles erinnern kann. Zehn weitere Jahre sind vergangen und plötzlich kann er sich an jedes Detail erinnern? Was für ein interessantes Phänomen.

Seine damalige Erinnerung war voller spannender Eindrücke, wies allerdings nur wenige korrekte Details bezüglich Zeit und Ort auf:

A. … wir fuhren, meine ganze Familie fuhr zu der Ranch. Und, wissen Sie, wir blieben, ich weiß nicht, für etwa eine Woche oder so.

F. Und in welchem Jahr etwa war ihr erster Besuch auf Neverland, Mr. Robson?

A. Das war 1989.

F. Okay. Und mit wem gingen Sie beim ersten Mal nach Neverland?

A. Wir gingen mit meiner Mutter, meiner Schwester, meinem Vater und meinem Opa und Oma.

F. Und wie lange blieben sie während diesem Besuch?

A. Ich denke, es war etwa eine Woche.

F. Und nachdem sie eine Woche auf Neverland verbracht haben, was machten sie?

A. Wir gingen nach Australien zurück.

F. Erinnern Sie sich an ihren zweiten Besuch auf Neverland?

A. Nein.

Was für eine großartige Chronologie. Er dachte also, dass sein Aufenthalt auf Neverland eine Woche dauerte. Und seine ganze Familie war bei ihm:

„wir blieben, ich weiß nicht, für etwa eine Woche oder so.“

Und dann gingen sie nach Australien zurück. Da war kein zweites Wochenende auf Neverland, kein Trip nach Los Angeles, keine Reise nach San Francisco von seinem Vater und Großeltern – es war nur eine „Woche“ mit Michael, die mit der ganzen Familie verbracht wurde und das war’s.

Ist das eine Lüge? Nein, das ist es nicht – es ist nur die Erinnerung eines Kindes. Versuch Dich an etwas zu erinnern, als Du sieben Jahre alt warst und Du wirst feststellen, dass Du Dich nur an jene Fragmente erinnern kannst, die den größten Eindruck hinterlassen haben, sowohl positiv wie negativ. Sie tauchen als Flashback hier und da auf, ohne Verbindung dazwischen und ohne klare Abfolge und Chronologie der Ereignisse.

Die älteren Familienmitglieder können Dir natürlich mehr über Deine eigene Kindheit erzählen und auf Basis ihrer Beschreibungen, Fotos, Videos usw. wirst Du ein mehr oder weniger zusammenhängendes Bild Deiner Kindheit haben, aber Du wirst zustimmen, dass Deine eigenen Erinnerungen nur die strahlendsten und emotionalsten Momente Deiner frühen Vergangenheit bewahrt haben.

Genauso hat Wades Erinnerung nur die strahlendsten Momente dieser Reise festgehalten – und das war die Zeit, die sie mit Michael Jackson verbracht haben.

Michael war alles, was damals für ihn zählte und deshalb schrumpfte ihre beinahe einen Monat lange Reise in die Vereinigten Staaten in seiner Erinnerung auf nur eine Woche. Es ist klar, dass er sich an nichts erinnerte außer der Zeit, die er mit Michael verbrachte, während all die anderen Ereignisse der Reise völlig aus dem Gedächtnis verschwunden sind.

Wenn man ihn damals gefragt hätte, wo sie sich in LA aufgehalten haben, bevor oder nachdem sie sich mit Michael getroffen haben, hätte er es nicht sagen können – er konnte sich nur an die Zeit erinnern, die er mit Michael verbracht hatte. Seine Eindrücke verkürzten sich auf eine durchgehende Woche, „nach der sie alle nach Australien abreisten“ und das ist alles.

Robsons Aussage über seine späteren Jahre wurde detaillierter und präziser, da er älter wurde, aber seine Erinnerung an die Zeit, als er 7 Jahre alt war, war bruchstückhaft wie Deine oder meine an dieses Alter. Wenn uns etwas wirklich Großartiges oder Schreckliches zustößt, erinnern wir uns daran, während die alltäglichen Ereignisse, die nicht mit Emotionen unterlegt sind, verschwinden. Prüfe Dich selbst und Du wirst erkennen, dass die einzigen Vorfälle, an die Du Dich erinnern kannst, jene sind, die durch starke Emotionen im Gedächtnis geblieben sind – Freude, Angst, Glück, Sorge, Kummer, Schock, Erstaunen usw. Der Rest davon ist fast leer – es sei denn, der Eindruck des Ereignisses war wirklich stark.

Robsons Erinnerung war also typisch für sein Alter und obwohl seine Chronologie eigentlich völlig falsch war, sagte er die Wahrheit, als er 2005 darüber aussagte.

Robson erinnerte sich auch klar und deutlich daran, dass seine Schwester Chantal immer bei ihm war, als er bei Michael war. Für ihn war es wieder eine „Woche“ und technisch gesprochen war sein Eindruck korrekt – sie waren tatsächlich zwei Wochenenden (vier Tage) bei Michael und ein paar weitere Tage verbrachten sie mit ihm in Los Angeles am Ende ihrer Reise. Und alles zusammengenommen war der Zeitraum in der Tat ungefähr eine „Woche“. Die einzige Unstimmigkeit war, dass es kein durchgehender Kontakt mit MJ war, sondern die gesamte Zeit, die er mit ihm verbracht hatte – zusammengesetzt aus getrennten Gelegenheiten.

Hier ist ein Beispiel für Robsons Erinnerung an den Spaß, den sie dort gemeinsam mit seiner Schwester Chantal hatten – Fahrgeschäfte, Golfwagen, Tiere, Videos und sogar ein Jacuzzi. Er erinnerte sich klar und deutlich daran, dass sie bei drei oder vier Gelegenheiten mit ihm in Michaels Bett geschlafen haben (was sich mit Chantals Worten deckt) und dass sie „während dieser Woche“ ständig bei ihm waren:

F. Okay, an welche Aktivitäten können Sie sich erinnern, als Sie Neverland zum ersten Mal besuchten und etwa eine Woche dort verbrachten?

A. Nun, zu diesem Zeitpunkt hatte er nur wenige Fahrgeschäfte. Wir sahen uns Filme im Kino an. Wissen Sie, wir spielten Videospiele. Wir fuhren in Golfwagen herum, sahen uns die Tiere an. Diese Dinge.

A. Einmal gingen meine Schwester und ich, meine Schwester und ich und Michael in den Jacuzzi auf der Neverland Ranch.

F. Und wissen Sie ungefähr, wann das war?

A. Nein. Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen. Ich glaube, dass es beim ersten Besuch war, als ich ’89 dort war.

F. Erinnern Sie sich, was Mr. Jackson in dem Jacuzzi an hatte?

A. Soweit ich mich erinnere, trug er Shorts.

F. Nun, Sie sagten, ihre Schwester war manchmal in Mr. Jacksons Zimmer, richtig?

A. Ja.

F. Und erinnern Sie sich, wie oft das der Fall war?

A. Ich erinnere mich nur während diesem ersten Ausflug, den wir dorthin machten, daran. Also es waren – es waren, wissen Sie, drei oder vier Nächte oder so ungefähr.

F. Ok. Aber Sie schliefen im selben Bett mit ihm, als sie sieben Jahre alt waren; ist das korrekt?

A. Ja.

F. Und war jemand anderer mit Ihnen in diesem Bett?

A. Meine Schwester, Chantal Robson.

F. Sie war zehn Jahre alt, ist das richtig?

A. Ja.

F. Ist es richtig, dass dort kein anderer Erwachsener irgendwo in diesem Raum war, als Sie mit Mr. Jackson ins Bett gekrochen sind?

A. Richtig.

F. Und Sie haben während dieser Woche in der Tat weiterhin mit Mr. Jackson geschlafen, als Sie sieben Jahre alt waren, ist das richtig?

A. Ja.

F. War Ihre Schwester während dieser Woche ebenfalls die ganze Zeit dort?

A. Ja.

F. War sie ebenfalls in diesem Bett bei Ihnen?

A. Ja.

Ich weiß nicht, wie Robson seine damalige Version, in der „Chantal die ganze Woche bei ihm war“ und „immer in einem Bett mit ihm schlief“ mit seiner jetzigen tragischen Story in Einklang bringen wird, in der „er dort eine Woche lang ganz alleine zurückgelassen wurde“. Hier passt etwas definitiv nicht zusammen, aber lasst das Robsons Problem sein und nicht unseres.

Nähern wir uns dieser Angelegenheit stattdessen von einer anderen Seite und schauen, ob Robson jemals erwähnt hat, alleine auf Neverland gewesen zu, ohne seiner Mutter. Gibt es in seiner Aussage irgendeinen Hinweis darauf, dass er dort jemals alleine war?

Nein, es gibt absolut keinen Hinweis darauf. Er erinnert sich an eine Gelegenheit, wo ihn seine Mutter nicht nach Neverland begleitet hat. Es war nur einmal und fand 1993, drei Jahre nach ihrem ersten Besuch in den Vereinigten Staaten, statt. Inzwischen hatte er Jordan Chandler bereits kennen gelernt und er war alleine auf Neverland, weil dort auch andere Kinder waren, einschließlich Jordan Chandler, Macaulay Culkin und Brandy Jackson.

Sehen wir uns weitere Auszüge aus Robsons damaliger Aussage an:

A. … meistens besuchten meine Mutter und ich die Ranch gemeinsam. Ich denke, einmal war ich alleine dort, ohne meine Mutter. Es waren andere Leute dort.

F. Gab es Gelegenheiten, wo Sie Mr. Jackson zur Neverland Ranch kommen ließ?

A. Mich kommen ließ?

F. Ja. Sie anrufen und fragen, ob Sie kommen und dort sein möchten; Sie auf die Neverland Ranch einladen?

A. Uns einladen, ja.

F. Okay. Ohne ihre Mutter?

A. Meinen Sie, dass er fragte, ob ich ohne meiner Mutter kommen würde?

F. Oder nur Sie wurden eingeladen und Sie sind alleine gekommen.

A. Ich erinnere mich an ein einziges Mal, dort gewesen zu sein – Entschuldigung. Das einzige Mal, an das ich mich erinnere, dort gewesen zu sein, war dieser – dieser Ausflug, von dem wir gesprochen haben – ich alleine mit Jordie Chandler und Macaulay.

F. Nun, erinnern Sie sich, wie oft Ihre Mutter mit Ihnen Neverland besucht hat?

A. Es war jedes Mal, außer dieses eine Mal, von dem ich gesprochen habe, als ich mit Jordie Chandler und Macaulay dort war.

Trotz all dieser beharrlichen Fragen erinnerte sich Robson an nur eine Gelegenheit, bei der er ohne seine Mutter auf Neverland war. Es war drei Jahre nach seinem ersten Besuch dort und er war dort nicht alleine, sondern mit Jordan Chandler und Macaulay Culkin.

Und das war alles.

Für vernünftige Menschen wäre das genug, um das Thema Wade Robson ein für alle Mal abzuschließen, also überlasse ich euch die Entscheidung, ob ihr wirklich noch mehr Beweise für seine Lügen braucht. Ich selbst bin allerdings sehr daran interessiert, warum sich Robson dazu entschieden hat, eine schreckliche Story zu erfinden, in der er im zarten Alter von sieben Jahren von seiner Familie verlassen wurde. War ihm nicht klar, dass sie von den Worten seiner Mutter einfach widerlegt werden konnte? Also warum versuchte er es überhaupt?

Warum diese Lüge?

Der erste Grund, den ich hier sehe, ist, dass Robson gehofft hat, dass niemand die Zeugenaussagen seiner Mutter und Schwester im Prozess 2005 wirklich überprüfen würde und dass er nicht damit gerechnet hat, dass diese Widersprüche aufgedeckt werden.

Der zweite Grund ist, dass es nicht seine Absicht ist, irgendjemandem irgendetwas zu beweisen. Seine Absicht ist zu schockieren und zu rennen und so viele schockierende Aussagen zu tätigen, wie das überhaupt nur möglich ist und diese über die Medien ohne jeglichen Beweis zu verbreiten. Sein Fall ist einzig für die Öffentlichkeit gedacht und ist eine Art Verhandlungsprozess mit dem MJ Estate – „solange ihr mir keine eineinhalb Milliarden gebt, werde ich damit weitermachen, Michael durch den Dreck zu ziehen. Haltlos oder nicht haltlos, aber der Schock meiner Anschuldigungen ist immer noch da.“

Der dritte Grund ist, dass Robsons Story ein reines Skelett ist und etwas Fleisch benötigt, das daran wächst. Es reicht nicht, zu behaupten, dass er einfach „belästigt“ wurde – es soll eine Story sein mit all den zugehörigen Details und Schrecken. Also je mehr bildhafte Details hinzugefügt werden, desto mehr wird die Öffentlichkeit darüber sprechen. Deshalb entstand die tränenreiche Story über einen einsamen Jungen, der von seiner Familie verlassen und erst eine Woche später wieder abgeholt wurde. Lasst die Leute das Schicksal des armen Jungen diskutieren, seine skrupellose Familie und deren mögliche Motive. Das wird ihnen etwas zum Besprechen geben und sie daran hindern, darüber nachzudenken, dass selbst die wichtigsten Eckpfeiler der Story völlig verrückt sind.

Und schließlich ist der Hauptgrund, warum er diese Geschichte erfand, weil er seine vorliegende Klageschrift mit seiner Aussage im Prozess 2005 vereinbar machen musste. Die Niederschrift der Aussage enthielt praktischerweise das Wort „Woche“, was aus der vagen und unsicheren Erinnerung eines Kindes resultierte und somit eine Gelegenheit bot, die Robson nicht zu verspielen beabsichtigte. Er nutzte das aus und bildete daraus eine Horrorgeschichte, in der er von seinen naiven Eltern verlassen und eine Woche lang von seinem Idol missbraucht wurde.

Wir haben bereits gesehen, dass es in den Aussagen der drei Robsons absolut nichts gibt, was dieses verrückte Szenario bestätigt. Er war nicht eine Woche lang dort, wie seine Mutter bereits mehrmals unter Eid gesagt hatte (obwohl ihm seine Kindheitserinnerungen diesen Eindruck vermittelt haben), seine Familie und seine Schwester waren die ganze Zeit bei ihm (wie er es selbst gesagt hatte) und er war nicht 1990 das erste Mal alleine auf Neverland, sondern drei Jahre später, als er mit anderen Kindern dort war (wie Robson selbst erklärt hat).

Der Trip nach LA im Februar 1990

Der einzige verbleibende Punkt ist ein Ausflug von Joy, Wade und Chantal gemeinsam mit Michael nach Los Angeles und ein dortiger Aufenthalt für wenige Tage, bevor sie schließlich nach Australien abgereist sind.

Obwohl wir dieses Thema noch nicht besprochen haben, können wir zumindest eine Zwischenbilanz machen – alles, was Wade Robson bis zu diesem Punkt in seiner Klageschrift angegeben hat, ist eine LÜGE.

ALLES!

Und das lustigste daran ist, dass sich Robson jetzt an jedes kleine Detail dieser Horrorgeschichte erinnert, während er sich zehn Jahre zuvor an absolut nichts erinnert hat.

Ich frage mich, wie Du dieses merkwürdige Phänomen erklären würdest?

Wade Robson Klageschrift 2*LÜGE* Die Familie des Klägers verließ die Ranch am Montag, um ihren Road Trip fortzusetzen, ließ allerdings den Kläger zurück, um bei dem Verstorbenen zu bleiben. Der Kläger schlief jede Nacht im Bett des Verstorbenen und jede Nacht fand sexueller Missbrauch statt. Die Familie des Klägers kehrte am kommenden Wochenende zur Ranch zurück, um bei dem Kläger zu sein. Der Kläger schlief wieder im Bett mit dem Verstorbenen, während die Familie wo anders im Haus schlief. Der sexuelle Missbrauch setzte sich in jeder dieser Nächte fort. *LÜGE*

Bis jetzt haben wir erst Punkt 13 seiner am 19. Februar 2014 eingereichten „zweiten, abgeänderten Klageschrift“ erreicht. An diesem Punkt fahren wir fort. Er lautet wie folgt:

Am folgenden Montag traf sich der Kläger gemeinsam mit seiner Mutter und seiner Schwester mit dem Verstorbenen in seinem Apartment am Wilshire Boulevard im Stadtteil Westwood, Los Angeles, das gegenüber eines Holiday Inns gelegen ist, während der Vater und die Großeltern des Klägers ihre Autoreise für ein paar weitere Tage fortsetzten. Der Kläger schlief mit dem Verstorbenen in seinem Bett im Westwood Apartment; die Mutter und die Schwester des Klägers hielten sich auf der anderen Straßenseite im Holiday Inn Hotel auf. Der sexuelle Missbrauch ereignete sich auch in jeder dieser Nächte. Im Verlauf dieser Woche kehrte die gesamte Familie nach Australien zurück.“

Dieser Absatz ist von enormer Bedeutung – er wird dabei helfen, viele andere Details bezüglich Michael Jackson zu erfahren und das Bild als Ganzes zu begreifen. Deshalb wird dieser Abschnitt nicht nur jene Tage abdecken, die die Robsons in Los Angeles verbracht haben, sondern er wird sich auch über ihren Besuch im Mai 1990 erstrecken, wo Wade Robson und seine Mutter nach Los Angeles zurück gekehrt sind, um an Michaels Werbespot für LA Gear teilzunehmen und laut deren Aussage für ganze 6 Wochen in den Vereinigten Staaten blieben.

Aber lasst uns zuerst klären, was in dem obigen Absatz mit „am folgenden Montag“ gemeint ist.

Die zeitliche Abfolge entsprechend dem US-amerikanischen Kalender

Der „folgende Montag“ war der 12. Februar 1990, welcher der Beginn der letzten Woche der Familie in den Vereinigten Staaten war.

Laut Robsons Dokumenten endete ihr Besuch in den Vereinigten Staaten irgendwann „im Verlauf dieser Woche“ nach „ein paar weiteren Tagen“, die sie außerhalb Neverlands verbrachten. Nach dem zweiten Wochenende auf Neverland teilte sich die Familie auf und Wades Vater und Großeltern fuhren nach San Francisco, während Wade mit seiner Mutter Joy und Schwester Chantal zurück nach Los Angeles fuhren, dieses Mal mit Michael Jackson. Nach diesen paar Tagen traf sich die Familie wieder und „im Verlauf dieser Woche“ reisten sie nach Australien ab.

Mein Kalender von 1990 zeigt die paar Tage, die die Familie mit Michael in LA verbracht hat, als Montag, 12. Februar bis Mittwoch, 14. Februar. Donnerstag, 15. Februar war höchstwahrscheinlich der Tag, an dem sich die Familie wieder in Los Angeles traf (sie sollten sich treffen und ihre Koffer packen, oder?) und Freitag, 16. Februar ist wahrscheinlich das Datum für ihre Abreise nach Australien.

Für den Fall, dass sie das Land einen Tag später verlassen haben, kann ihre Zeit in LA gemeinsam mit Michael um einen Tag verlängert werden, aber das ist das absolute Maximum. Diese Variante scheint allerdings unwahrscheinlich zu sein, da es in der Klageschrift „im Verlauf dieser Woche“ heißt und nicht am Ende der Woche, also soweit wir wissen, könnte die Abreise bereits am Donnerstag, 15. Februar gewesen sein.

Da der Zeitraum, den sie in LA verbracht haben, sowohl verkürzt als auch verlängert werden kann, habe ich die goldene Mitte von drei Tagen gewählt, die sie mit Michael gemeinsam verbracht haben.

Alles in allem blieben die Robsons etwa dreieinhalb Wochen in den Vereinigten Staaten (die Ankunft fand wahrscheinlich einen Tag vor dem Auftritt in Disneyland am 26. Jänner 1990 statt).

Von den maximal 24 Tagen verbrachten sie laut dieser Schätzung sieben Tage mit Jackson, was genau die „Woche“ ist, an die sich Wade erinnern konnte.

Vier der sieben Tage wurden bereits untersucht. Wir haben festgestellt, dass an diesen Tagen nicht einmal theoretisch ein Missbrauch stattgefunden haben kann.

So kommen wir nun zu den letzten in etwa drei Tagen ihres Aufenthalts in den Vereinigten Staaten und das Folgende wird ein Versuch werden, die Wahrheit hinter den weiteren Lügen wiederherzustellen, die uns Robson über diesen Zeitabschnitt erzählt.

Der Toys“R“Us Shop

2005 stellte Tom Sneddon ähnliche Fragen und irgendwann schnitt er mit Joy Robson das Thema eines Toys“R“Us Shops an. Wir sind an diesem Thema auch sehr interessiert.

Tom Sneddon sagt, dass der Einkauf in der Nacht stattfand. Das war für MJ üblich, da es seine einzige Chance war, eine Menschenschar zu vermeiden. Das macht den Ausflug zu dem Spielzeuggeschäft nur möglich, wenn die Robson Familie während der Nacht mit Michael zusammen war, ungeachtet davon, wo das war.

Diese nächtlichen Gelegenheiten können nun an den Fingern einer einzigen Hand gezählt werden. Darunter befinden sich 1) zwei Nächte während des ersten Wochenendes auf Neverland, 2) zwei Nächte während des zweiten Wochenendes auf Neverland und 3) zwei oder drei Nächte, die mit MJ mit Joy Robson und ihren Kindern in Los Angeles verbracht hatte.

Im Prozess 2005 erinnerte sich Joy Robson an diesen Ausflug zu Toys“R“Us. Sie begleitete ihre Kinder nicht dorthin und konnte sich nicht wirklich daran erinnern, wann dieser Ausflug stattfand, aber sie war sich sicher, dass es nicht während des ersten Wochenendes war, wahrscheinlich nicht während des zweiten Wochenendes und alles, woran sie sich gerade noch erinnern konnte, war, dass die Kinder mit MJ wahrscheinlich nach Geschäftsschluss dorthin fuhren:

F. VON MR. SNEDDON: Fuhren Sie während dem ersten Wochenendausflug nach Neverland zu Toys“R“Us?

A. Nein.

F. War das das zweite Wochenende?

A. Ich bin nie zu Toys“R“Us gefahren.

F. Sind Ihre Kinder zu Toys“R“Us gefahren?

A. Ja.

F. An welchem dieser Wochenenden sind sie gefahren?

A. Ich erinnere mich nicht.

F. Aber Sie erinnern sich an einen Ausflug?

A. Ja.

F. Und sie fuhren mit Mr. Jackson?

A. Ja.

F. Und das war Stunden nachdem das Geschäft geschlossen hatte?

A. Ich erinnere mich nicht.

F. Und ihnen war erlaubt, alles zu kaufen – oder erlaubt, alles zu bekommen, was sie wollten und Mr. Jackson zahlte dafür, richtig?

A. Ich denke schon.

Lasst uns versuchen, die Toys“R“Us Episode dahingehend einzukreisen, wann und wo sie tatsächlich stattgefunden haben könnte.

Joy Robson sagt, dass der Ausflug nicht während des ersten Wochenendes stattfand und das stimmt. Das erste Wochenende war ein geschäftiges. Am Samstag, 3. Februar 1990 nahm Michael einen Award aus Japan via Satellit entgegen und verbrachte deshalb nur einen Teil des Tages mit den Robsons. Aufgrund der großen Zeitverschiebung (Japan liegt 17 Stunden vor den Vereinigten Staaten) wäre die Zeremonie in den Vereinigten Staaten zu Mitternacht des vorigen Tages gewesen, wenn sie am Sonntagabend Ortszeit abgehalten worden wäre, und wenn die Zeremonie in Japan am Sonntagmorgen stattfand, wäre sie in den Vereinigten Staaten am späten Samstagnachmittag gewesen.

Die letztere Variante passt besser zu den Aussagen der Robsons. Joy sagte, dass sie als erstes auf Neverland eintrafen und sogar noch Zeit hatten, sich im Haus umzusehen, bevor Michael eintraf. Er kam irgendwann am Nachmittag, also hatten sie am 3. Februar eigentlich nur sehr wenig Zeit für einander, bevor es Abend wurde (und die Kinder fragten, ob sie die Nacht in Michaels Zimmer verbringen können).

Sonntag, 4. Februar war eine weitere voll ausgefüllte Nacht. ABC sendete ein Tribut zu Sammy Davis‘ 60sten Jahr im Showbusiness und Michael und die Robson Familie sahen sich die Zeremonie mit Sicherheit im Fernsehen an. Es war ein äußerst propagiertes Event – die Einnahmen der Show, 250.000 $, kamen dem United Negro College Fund zugute und Michael sang dort das Lied „You were there“ als Hommage an Sammy Davis, der an Kehlkopfkrebs litt. Zu diesem Zeitpunkt konnte er kein Wort mehr sprechen und er starb wenige Monate nach Ausstrahlung der Show. Die Show wurde im November des Vorjahres aufgezeichnet, ausgestrahlt wurde sie aber am 4. Februar 1990 und nachdem es solch ein emotionales und bedeutsames Event war (das später den Emmy für herausragende Musik gewann), schaute es Michael sicherlich live im Fernsehen – höchstwahrscheinlich gemeinsam mit der Robson Familie.

Also fand der Ausflug zu Toys“R“Us gewiss nicht während ihres ersten Wochenendes auf Neverland statt.

Hier ist Michaels Hommage an Sammy Davis Jr.:

Könnte der Ausflug zu Toys“R“Us während ihrem zweiten Wochenende auf Neverland stattgefunden haben?

Es sieht so aus, als wäre das auch nicht der Fall gewesen.

Um das festzustellen, könnte eine Karte eine große Hilfe sein und Google Maps zeigt uns, dass sich die nächstgelegendsten Toys“R“Us Filialen zu Neverland in Santa Maria und Santa Barbara befinden (die Orte, an denen später die beiden Grad Jurys im Chandler Fall sitzen werden), und beide Orte sind ziemlich weit entfernt von der Ranch – einer liegt mehr als 40 Kilometer nördlich und der andere mehr als 60 Kilometer südlich. Beide Entfernungen sind wirklich zu weit, besonders in Anbetracht dessen, dass es ein nächtlicher Ausflug war, wie Tom Sneddon behauptet hat.

Landkarte Neverland RanchSanta Maria liegt mehr als 40 Kilometer nördlich von Neverland und Santa Barbara mehr als 60 Kilometer südlich davon

Aber wenn beide Wochenenden ausgeschieden sind, wann könnte dieser Ausflug stattgefunden haben?

Hier rufen wir uns zurück ins Gedächtnis, dass Michael und die drei Robsons nach dem zweiten Wochenende auf Neverland nach Los Angeles fuhren. Die Karte zeigt, dass Los Angeles ein ganzes Netz an Toys“R“Us Filialen hat und mehrere davon sind nicht weit entfernt vom Wilshire Boulevard in Westwood, wo es heißt, dass Michael dort seine Eigentumswohnung hatte. Möglicherweise war der Besuch dieses Shops der einzige Grund, warum Michael überhaupt mit der Familie nach LA fuhr.

Los Angeles Toys R Us ShopsToys“R“Us Filialen sind im westlichen Teil von Los Angeles weit verbreitet und nicht weit entfernt vom Wilshire Boulevard in Westwood, wo es heißt, dass Michael dort seine Eigentumswohnung hatte. Ein nächtlicher Besuch dort nach Geschäftsschluss ist eine denkbare Option

Nicht, dass der Besuch eines Spielzeuggeschäftes für uns von solch großer Bedeutung ist. Michael kaufte gerne Spielzeug und besuchte Toys“R“Us Filialen bei jeder sich bietenden Gelegenheit und wenn ein paar Kinder dabei sind, war er wahrscheinlich nicht mehr zu stoppen.

Das korrekte Timing für diesen Besuch ermöglicht uns allerdings, ihn einer dieser Nächte zuzuordnen, die Wade, Chantal und Michael gemeinsam in Los Angeles verbracht haben und festzustellen, dass sie nicht in einem Schlafzimmer, sondern in einem hell erleuchteten Spielzeuggeschäft verbracht wurde.

War das eine passende Nacht für den „Missbrauch“? Wohl kaum. Die Fahrt zu dem Geschäft und retour dauerte wohl mindestens eine Stunde, ganz zu schweigen von der Zeit, die dort mit dem Aussuchen und Ausprobieren verschiedener Spielsachen verbracht wurde, genauso wie das natürliche Verlangen von Kindern, mit ihren Spielsachen zu spielen, als sie zurückkehrten.

Und die Tatsache, die das alles krönt, ist, dass Chantal in der Nacht von dem Besuch des Spielzeuggeschäfts wieder bei ihrem Bruder war, und das die ganze Nacht lang!

Von den drei möglichen Nächten für den „Missbrauch“ ist eine bereits ausgeschlossen. Was ist mit den beiden verbleibenden?

Das Holiday Inn

Punkt 13 in Robsons Klageschrift beschreibt ihren Aufenthalt in LA auf sehr seltsame Weise. Auf der einen Seite wird angegeben, dass sich Joy, Wade und Chantal aufmachten, um „mit MJ in seinem Apartment in Westwood zu verweilen“ und auf der anderen Seite „hielten sich seine Mutter und Schwester im Holiday Inn auf der anderen Straßenseite auf“. Wie war es denn nun? Waren die beiden in MJs Apartment oder im Holiday Inn?

Wie sollen wir das verstehen?

„Am folgenden Montag machten sich der Kläger, seine Mutter und Schwester auf, um mit dem Verstorbenen in seinem Apartment am Wilshire Blvd. im Stadtteil Westwood, Los Angeles zu verweilen, das gegenüber des Holiday Inn Hotels gelegen ist. <> Die Mutter und die Schwester des Klägers hielten sich im Holiday Inn auf der anderen Straßenseite auf.“

2005 versuchte Tom Sneddon ebenfalls, ihre Erinnerungen darüber zu entwirren, wer sich bei ihrem ersten Besuch in Michaels Wohnung wo aufhielt und was der Unterschied war zu ihrem zweiten Besuch in den Vereinigten Staaten im Mai 1990, als sie an einem Werbespot gearbeitet hatten und sich 6 Wochen im Holiday Inn aufgehalten haben.

Sneddon nannte ihre Reise nach LA im Februar 1990 einen „Jänner-Besuch“, aber abgesehen davon ist sein Timing okay. Lest diesen Teil seiner Vernehmung von Joy Robson und ihr werdet vermutlich erkennen, dass es einen enorm wichtigen Fakt enthält.

Sie erinnert sich, dass sie während ihres Winterbesuchs in LA bei MJ mit ihrer Tochter Chantal ein paar Tage in MJs Wohnung verbrachte und dort auf dem Boden schlief.

F. Als Sie im Mai zurückgekommen sind, war das deshalb, weil Ihr Sohn bei einem L.A. Gear Werbespot mitmachte?

A. Ja.

F. Nun, als Sie damals wegen dem L.A. Gear Werbespot dort waren, stiegen Sie im Holiday Inn ab?

A. Ja. In Westwood.

F. Und Sie waren dort für etwa sechs Wochen?

A. Ja.

F. Und Mr. Jackson hatte eine Eigentumswohnung auf der anderen Straßenseite?

A. Ja.

F. Und bei einigen Gelegenheiten waren Sie mit ihnen in der Eigentumswohnung und Sie und Ihre Tochter, oder Sie, schliefen auf dem Boden; erinnern Sie sich daran?

A. Ich denke, dass meine Tochter und ich am Boden geschlafen haben – das war bei dem ersten Ausflug. Es war nicht während dieser Zeit.

F. Der erste Ausflug im Jänner?

A. Ja.

F. Gab es einen Zeitpunkt, zu dem Sie Mr. Jackson im Jänner in seiner Eigentumswohnung besucht haben?

A. Ja.

F. Nun, diese Besuche im Holiday – diese Besuche bei Mr. Jackson, als Sie im Holiday Inn waren, viele dieser Anrufe von Mr. Jackson waren sehr spät in der Nacht, ist das nicht richtig?

A. Ja, er hat gearbeitet.

MR. SNEDDON: Streichen Sie das wegen ausweichender Beantwortung, Euer Ehren.

DAS GERICHT: Ich streiche das letzte – nach „Ja“.

Nun wissen wir, dass die Familie im Februar 1990 nur wenig bis gar keine Zeit im Holiday Inn verbracht hat, obwohl für die drei Reservierungen gemacht wurden.

Joy schlief möglicherweise einmal dort, als die Kinder Spielsachen kaufen gegangen sind, aber die beiden verbleibenden Nächte waren sie und ihre Tochter sicherlich mit Wade und Michael zusammen, da sie in Michaels Eigentumswohnung am Boden geschlafen haben.

Das nagelt eine weitere Lüge Robsons fest – seine Mutter und seine Schwester waren nicht im Holiday Inn, wie er in seiner Klageschrift behauptet hat.

Zumindest schliefen sie nicht dort. Stattdessen schliefen sie mit Wade zusammen in Michaels Apartment.

Und das bedeutet, dass Wade in allen drei Nächten, die sie in Los Angeles verbracht haben, niemals mit Michael alleine war – in der Shoppingnacht wurde er von seiner Schwester Chantal begleitet und in den verbleibenden beiden Nächten waren seine Mutter und seine Schwester bei ihnen in derselben Eigentumswohnung und haben dort auf dem Boden geschlafen.

Das fehlende Bett in Wade Robsons Kriminalgeschichte

Warum auf dem Boden schlafen?

Jedes Mal, wenn wir hören, dass jemand in Michaels Apartment auf dem Boden geschlafen hat, fragen wir uns, warum es der Boden war und nicht das Bett. Warum sollte eine erwachsene Frau wie Joy mit ihrer zehnjährigen Tochter Chantal auf dem Boden schlafen, statt in einem Bett, und dann auch noch in zwei aufeinanderfolgenden Nächten?

Euer Unterbewusstsein suggeriert euch, dass es dort vielleicht nur ein Bett gab, das von Michael und Wade belegt war (?) Nun, gebt zu, dass es das ist, was euch in den Sinn kam – besonders, da Wade unverhohlen behauptet, dass er in Michaels Bett in seinem Westwood Apartment am Wilshire Boulevard geschlafen hat:

„Der Kläger schlief mit dem Verstorbenen in seinem Bett im Westwood Apartment; die Mutter und die Schwester des Klägers hielten sich auf der anderen Straßenseite im Holiday Inn Hotel auf.“

Die Story über „den Aufenthalt seiner Mutter und Schwester im Holiday Inn“ wurde gerade als Lüge enttarnt, aber wie wahr ist Wades Story über das Schlafen in MJs Bett und gibt es einen Weg, sie nachzuprüfen?

Und hier kommt der Moment, um uns an die Aussage von Michaels Dienstmädchen Blanca Francia zu erinnern. Ein Detail daraus wurde plötzlich enorm bedeutsam für uns.

Im Prozess 2005 bezeugte Blanca Francia, dass es in Michaels Eigentumswohnung am Wilshire Boulevard keine Betten gab – sie waren schlicht nie dort, in keinem der Räume:

A. Wie – eine Art Apartment, Suite. Nannte es „The Hideout – Das Versteck“.

F. Wo war das; wissen Sie das?

A. Ich weiß, dass es am Wilshire ist.

F. Okay. War dort ein Bett in dieser Residenz?

A. Nein.

F. Niemals?

A. Niemals.

F. Die ganze Zeit, in der Sie dort sauber gemacht haben?

A. Ja.

Wieder und wieder fragten sie der ungläubige Staatsanwalt und der Verteidiger wegen einem Bett in der Wilshire Eigentumswohnung und wieder und wieder wiederholte sie dasselbe – in dem Hideout-Apartment in der Eigentumswohnung am Wilshire Boulevard gab es kein einziges Bett:

F. Okay. Lassen Sie mich eine Frage über das Hideout stellen. Sie haben erwähnt, dass es in dem Hideout kein Bett gab. Wo schlief Mr. Jackson?

A. Er schläft in einem Schlafsack.

F. In Ordnung. Die ganze Zeit, die er in dem Hideout verbrachte?

A. Ja. Dort gab es kein Bett.

F. Pardon?

A. Dort gab es kein Bett.

F. Okay. Nun, Sie haben ausgesagt, dass es in dem Apartment, das Mr. Jackson besitzt und das Sie „The Hideout“ nannten, keine Möbeln gab, richtig?

A. Mhm.

F. Gab es dort überhaupt ein Bett?

A. Nein.

F. Okay. Nun, wo hat er – ich habe Sie gefragt, wo er geschlafen hat und Sie sagten in einem Schlafsack. Beschreiben Sie uns den Schlafsack. Was für eine Art Schlafsack war das?

A. Ein gewöhnlicher Schlafsack, in dem man schläft.

F. Schlafsack für eine Person? Für zwei Personen? Wie groß?

A. Ein normaler.

F. Nur ein normaler Schlafsack?

A. Ja.

F. War dieser Schlafsack immer offen oder war er eingerollt?

A. Er war offen.

F. Immer?

A. Nun, wenn ich ihn gemacht habe, habe ich versucht, ihn wie ein Bett zu machen, wissen Sie.

F. Gab es dort irgendwelche Decken auf dem Schlafsack oder unter dem Schlafsack?

A. Ja, dort waren Decken.

F. Welche? Auf dem Schlafsack oder –

A. Auf dem Schlafsack, ja.

F. Lag der Schlafsack einfach auf dem Boden?

A. Ja.

F. Gab es dort einen Teppich am Boden?

A. Ja.

Überraschung – Überraschung, aber Blanca Francia macht absolut klar, dass es in Michael Jacksons Eigentumswohnung am Wilshire Boulevard überhaupt keine Betten gibt. Die Einrichtung in Michaels Hideout war extrem spärlich – ein Tisch, ein Sessel, ein Fernseher und Schlafsäcke am Boden. Sie sagte sogar, es gäbe dort keine Möbel.

Warum? Höchstwahrscheinlich nutzte Michael die Wohnung, um dort zu tanzen und zog es vor, die gesamte Fläche mit möglichst wenigen Möbeln zu verstellen.

SchlafsackEin Standardschlafsack für eine Person

Also wo schliefen sie dann alle?

Michael und alle anderen schliefen in Schlafsäcken am Boden.

Die Schlafsäcke hatten eine Standardgröße – nur für eine Person. Also höchstwahrscheinlich hatte jeder seinen eigenen Schlafsack, der geöffnet am Teppich lag und das ganze Schlafarrangement war offenbar auch ein sehr offenes.

DoppelschlafsackEin nicht standardmäßiger Doppelschlafsack für zwei Personen. In Michael Jacksons Eigentumswohnung gab es nur normale Ein-Personen-Schlafsäcke

Michaels Verleumder werden natürlich sagen, dass es nicht von Bedeutung ist, ob es dort ein Bett gab oder nicht – Missbrauch kann auch ohne Bett stattfinden und dem stimmen wir zu.

Wade Robson macht uns gegenüber ein klares Statement, dass er „in einem Bett mit Michael geschlafen hat“ und dort geschah sein „Missbrauch“ „wieder“ in jeder dieser Nächte.

Und nun finden wir heraus, dass dieses Statement völlig fiktional ist und kein Standbein hat.

Erstens gab es dort schlicht und einfach kein Bett und zweitens war es uns absolut unmöglich, den Moment auszumachen, an dem der angebliche Missbrauch begann, geschweige denn, wann er „wieder“ stattfand!

Ist es einem echten Missbrauchsopfer möglich, zu vergessen, ob es dort ein Bett gab oder nicht?

Definitiv nicht.

Ich habe bereits mehrfach geschrieben, dass sich die schrecklichen Dinge, die Dir in Deiner Kindheit passiert sind, in ihrer vollen Gesamtheit in Deinem Gedächtnis einprägen, einschließlich der Tageszeit, dem Ort, der Umstände, der Details und sogar der Gerüche.

Wenn Du so etwas wirklich in Deiner Vergangenheit erlebt hast, kommt es als Flashback zurück, wenn Du Dich an exakt demselben Ort befindest mit all den Details, die dazu gehören. Es ist Dir nicht möglich, ein einziges Detail der Szene zu verändern und Du siehst Dich selbst noch einmal als kleines Selbst, das in den Aufzug einsteigt – und dort war er, jemand in einem dunklen Mantel, dem Du nicht einmal bis über die Taille schauen konntest…

Erinnerungen

Und selbst wenn seit diesem Vorfall dreißig Jahre vergangen sind, wirst Du Dich trotzdem daran erinnern, dass es im Aufzug passiert ist und nicht in einem Zimmer oder dem Stiegenhaus desselben Gebäudes.

Die Abweichung ist einfach unmöglich, weil Dich Dein Flashback dazu bringt, es in exakt denselben Umständen zu sehen und wieder zu erleben und exakt so wie es war, ohne einer einzigen Veränderung.

Wenn Wade Robson jetzt also von irgendeinem Missbrauch spricht, der auf einem „Bett“ stattgefunden hat und wir finden heraus, dass dort in Wirklichkeit garkeines war, bedeutet das, dass er etwas Fiktionales beschreibt, weil wenn es dort kein Bett gab, gab es auch keinen Missbrauch.

Immer noch skeptisch? Dann erinnere Dich an einen Unfall, den Du hattest, als Du mit einem Fahrrad eine Berglandschaft hinuntergefahren bist und in voller Fahrt in einen Baum gekracht bist. Wird es Dir möglich sein, irgendetwas in diesem Bild zu verändern, wenn Dir jemand sagt, dass Du eigentlich auf einer großen Straße warst und in eine Säule gekracht bist? Obwohl der Unfall an sich absolut derselbe ist, wird Deine Erinnerung niemals zustimmen, dass sich der Unfall, der auf einer Landstraße passiert ist, stattdessen auf einer Straße in der Stadt ereignet hat. Solch ein Austausch ist einfach ausgeschlossen und das ist alles, was dazu zu sagen ist.

Dasselbe gilt für Robson. Wenn das Verbrechen angeblich im Bett stattgefunden hat und Du findest heraus, dass es dort gar kein Bett gab, ist das ein unwiderlegbarer Beweis, dass es kein Verbrechen gab.

Zusammenfassung:

Erinnert ihr euch an Robsons albtraumhaften Bericht, dass „in der zweiten Nacht“ dies und jenes begann und der Verstorbene dem Kläger sagte, er müsse es geheim halten und dass „die sexuellen Handlungen während der gesamten darauffolgenden Woche jede Nacht stattfanden“ usw.? Schrecklich, oder?

Und was ist wirklich passiert? Das Folgende haben wir herausgefunden:

Kalender Jänner Februar 1990Kalender von Jänner-Februar 1990 in den USA

  • Ihre Ankunft in den USA könnte am Tag vor dem 26. Jänner gewesen sein, der in Disneyland gefeierte Australia Day. An diesem Tag tanzte Wade mit der Johnny Talent Time School und imitierte Michael Jacksons „Smooth Criminal“. Der Auftritt fand nur an einem Tag statt.
  • Die Familie versuchte dann über eine Woche lang, Michael zu kontaktieren, da sie weder seine, noch die Telefonnummer seiner Sekretärin hatten.
  • Als das Treffen letztendlich arrangiert wurde, trafen sie ihn in seinem Aufnahmestudio und sie wurden eingeladen, ein Wochenende auf Neverland zu verbringen. Das war laut Robsons aktueller Klageschrift von 3. bis 4. Februar.
  • In der ersten Nacht während ihrem ersten Wochenende auf Neverland gab es keinen Missbrauch, da Robson selbst nichts über diesen Tag gesagt hat.
  • Der Missbrauch fand nicht „in der zweiten Nacht“ auf Neverland statt und es gab auch keine nächtliche „Diskussion“ darüber, da auch seine Schwester Chantal diese Nacht in Michaels Bett verbracht hat.
  • Dann kam eine Unterbrechung von einer Woche, in der sich die gesamte Familie nicht auf Neverland aufhielt. Die Unterbrechung wurde von Wades Mutter sowohl während ihrer Aussage 2005, als auch in ihrer Aussage unter Eid vor der Grand Jury 1993 bestätigt (höchstwahrscheinlich sagte Wade 1993 während seiner eigenen Aussage unter Eid vor den beiden Staatsanwälten von Los Angeles und seinem eigenen Anwalt dasselbe.). Also gab es keine Episode unter dem Titel „ihn eine Woche zurücklassen“ und demzufolge gab es keine sexuellen Handlungen, die in diesem Zeitraum angeblich stattgefunden haben sollen.
  • Am zweiten Februarwochenende (10. bis 11. Februar 1990) kam die Familie nach Neverland zurück und verbrachte zwei weitere Tage dort. Auch am zweiten Wochenende fand kein Missbrauch statt, weil Chantal wieder im selben Bett mit Wade geschlafen hat. Beide haben das bestätigt, somit ist das zweite Wochenende hinsichtlich sexueller Aktivitäten ebenfalls ausgeschlossen.
  • Am darauffolgenden Montag (12. Februar) fuhren Wade, seine Mutter Joy und seine Schwester Chantal für etwa drei Tage gemeinsam mit Michael nach Los Angeles zurück, während Wades Vater und die Großeltern nach San Francisco gereist sind.
  • An einem dieser Tage unternahmen Wade, Chantal und Michael eine nächtliche Shoppingtour zu Toys“R“Us, womit diese Nacht für einen möglichen Missbrauch ausgeschlossen werden kann.
  • Es passierte auch nicht in Michaels Eigentumswohnung, da es dort das in seiner Klageschrift beschriebene Bett einfach nicht gab.
  • Im Verlauf dieser Woche traf sich die Familie wieder und reiste nach Australien ab.
  • Alles in allem blieben die Robsons etwa dreieinhalb Wochen in den Vereinigten Staaten.
  • Von den maximal 24 Tagen verbrachten sie laut dieser Schätzung sieben Tage mit Jackson (im Kalender grün markiert), was genau die „Woche“ ist, an die sich Wade erinnern konnte.

Weiters haben wir herausgefunden, dass Wade Robson seine falsche Story mit einer Menge verlogener Details ausgeschmückt hat, um seine Story „realistischer“ und „glaubhafter“ zu machen.

Also lasst uns schließlich feststellen, dass Wade Robsons „zweite, abgeänderte Klageschrift“ von Anfang an Lügen erzählt. Sie beginnt mit einer großen Lüge und fährt im Verlauf seiner Behauptung damit fort.

Kurzum, wir haben aufgedeckt, dass Wade Robson ein LÜGNER ist. Und hiermit wird er aufgefordert, Manns genug zu sein, um dies zuzugeben.

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