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Joe Vogel: Die Geschichte hinter Michael Jacksons mitreißendem, neu veröffentlichtem Song “Don’t Be Messing’ Round”

by on 6. June 2012

The Story behind Michael Jackson’s infectious, newly released song

By Joseph Vogel – June 5 2012

http://www.theatlantic.com/entertainment/archive/2012/06/the-story-behind-michael-jacksons-infectious-newly-released-song/258115/

 

Die Geschichte hinter Michael Jacksons mitreißendem, neu veröffentlichtem Song

Das Demo von Don’t Be Messin’ Round ist eines von Dutzenden unveröffentlichten Tracks aus den BAD Sessions, und gibt einen Einblick in den Prozess des Songschreibens und des Aufnahme-Ablaufs des King Of Pop.

Es ist 25 Jahre her, seit Michael Jackson im West Lake Studio in Los Angeles die letzten Handgriffe an sein klassisches Album BAD von 1987, legte. Heute wird ein Demo eines zuvor unveröffentlichten Songs aus diesen Aufnahme-Sessions endlich Zuhörer finden, weil Sony die Original Singleauskopplung des BAD Albums,   I Jus’t Can’t Stop Loving You, wieder veröffentlicht. Die B-Seite davon, ein mitreißender Rhythmus Track heißt “Don’t Be Messin’ ‘Round,” und gibt einen Einblick in Jacksons kreativen Prozess – und in seine unglaubliche Extravaganzen als Songschreiber.

Jackson hatte die Gewohnheit, für jedes neue Projekt dutzende Songs zu schreiben und aufzunehmen. Das war besonders in der Bad-Ära der Fall, einer produktiven Phase seiner Karriere. Er zog sogar in Erwägung, das BAD-Album zu einem Triple-CD Album zu machen, weil er eine solche Menge an qualitativ hochwertigem Material hatte. Deshalb ist es passend, dass Sony Music und das Jackson Estate im Herbst dieses Jahres ein komplettes Album mit zuvor unveröffentlichtem Material aus den BAD-Sessions herausbringen werden. Über die Liste der Songs ist noch nicht entschieden und sie wird sicher erst bekannt gegeben, wenn wir uns dem 18. September nähern, dem Datum der Veröffentlichung. Momentan werden mehr als 20 neue, unveröffentlichte Demoversionen aus den BAD-Sessions für dieses neue Album in Erwägung gezogen. Unter den dafür evaluierten Songs ist eine Anzahl von wahren Juwelen und ein paar der Titel sind sogar den leidenschaftlichsten Jackson Fans unbekannt.

Jackson kam sowohl in den Dangerous-Sessions als auch in den HIStory-Sessions wieder auf diesen Song zurück. Es war ganz deutlich ein Song den er mochte. Aber er fand nie den richtigen Platz dafür.

Ein Team vom Verwaltern und Mitarbeitern Jacksons, darunter auch die Spitze des Estates, Sony VP John Doelp, Produzent Al Quaglieri (der die Aufsicht über das 2004 veröffentlichte, hervorragende Box-Set “Michael Jackson: The Ultimate Collection” hatte) sowie der Aufnahmetechniker Matt Forger, gingen durch die Tresore um zu sehen, was für die BAD  25 Veröffentlichung realisierbar sei. Die Kriterien, um potentielle Songs herauszufiltern waren einfach: Sie mussten während der BAD-Ära aufgenommen sein (1985 – 1987), und sie mussten genügend weit ausgearbeitet sein, um sich wie eine vollständige Aufnahme anzuhören.

 Das Estate von Michael Jackson und Sony Legacy lassen dieses Mal Jacksons Arbeit roh und unbearbeitet, im Kontrast zu dem ersten posthumen, kontroversen Album “Michael”  des King Of Pop von 2010. Diese Tracks sind folglich weniger bearbeitet und authentischer, organischer und näher an dem, was Jackson hinterlassen hat. Ähnlich der von der Kritik gefeierten Dokumentation von 2009, This Is It , ist das Ziel, einen intimen Einblick auf den Künstler in seinem Element zu ermöglichen. Der Zuhörer wird im Wesentlichen mit Michael Jackson in das Studio gebracht, während er einige musikalischen Ideen seines daraus folgenden Bestseller Albums ausarbeitet.

“Don’t Be Messin'” verdeutlicht dieses Konzept sehr gut. In der Aufnahme können wir hören, wie Jackson Anweisungen macht, Instrumental Teile mit der Stimme verdeutlicht, angibt, wo Worte zu akzentuieren sind oder Perkussion hinzufügt, und wie er unfertige Textteile  “skattet” und durch “Ad Libbs” ersetzt. “Eine der wichtigsten Intentionen war es zu zeigen, dass dieses Werke sind, die am entstehen sind,” sagt Matt Forger, ein Toningenieur und langjähriger Freund und Mitarbeiter Jacksons, “den Vorhang etwas zu lüften und Michael wirklich in seinem natürlichen Arbeitsumfeld zu erleben, wie er Anweisungen gibt, seinen Sinn für Humor zeigt, und worauf er fokussiert ist.”

Das fertige Produkt ist absichtlich unfertig und spontan. Forger sagt: “Du kannst hören, wie viel Spaß er hat. Sein Spirit und seine Emotionen sind voll da. Er wusste, für Demos musste er nicht perfekt sein in der Ausführung. Deshalb war er locker. Er warf Ad Libbs ein und tanzte oder sang, oder schnippte mit den Fingern und klatschte in die Hände. Du kannst regelrecht hören, wie er es genießt.”

 Jackson schrieb “Don’t Be Messin'” während der Thriller Zeit, und nahm es da auch zum ersten Mal mit dem Techniker Brent Averill auf. Zu der Zeit arbeitete er an vielen musikalischen Ideen, inklusive der Demos von “P.Y.T.” und “Billie Jean.”

“Don’t Be Messin'”, zeigt Jackson, wie er selbst Piano spielt. (Forger sagt: “Er konnte sehr viel mehr, wie er die Leute wissen lies.”) Er produzierte und arrangierte und führte viele der instrumentalen Teile, inklusive der dramatischen Streichinstrumente, dem Piano Teil von Jonathan Maxey in der Bridge, und David Williams abgefahrenem Gitarren Part.

Schließlich entschied Jackson “Don’t Be Messin'” mit der Absicht, es für das nächste Album weiter zu bearbeiten, zurückzustellen, da der Song noch nicht vollständig entwickelt war und so viel anderes, starkes Material für Thriller dazu gekommen war.  Forger erklärt: “Das war die Art, auf die Michael Ideen und Lieder entwickelte. Er lies den Liedern Zeit, sich selbst entwickeln. Manchmal war ein Lied einfach nicht reif oder passte nicht zum Charakter des Albums oder Projekts und blieb dann im Tresor. Und wenn der richtige Zeitpunkt gekommen war, nahm er es wider hervor.”

In diesem Fall kam der Song 1986 wieder zum Vorschein, während der frühen Stadien der BAD -Sessions. Anfangs arbeitete Jackson mit dem Toningenieuren Matt Forger und Bill Botrell im “Laboratory” (der Name seines eigenen Studios in seinem Haus in Hayvenhurst) an dem Song. Wie es für Jacksons Rhythmus Tracks typisch war, war der Song in seinen Anfangsphasen ziemlich lang. (fast 8 Minuten) Forger sagt: “Michael mochte es, wenn die Songs lang waren. Er mochte, wenn sie “Groove” hatten, denn  das brachte ihn zum tanzen – was sehr wichtig war, denn wenn Musik Michael zu Tanzen brachte, bedeutete das, den richtigen Groove in der Tasche zu haben.” 

 Jacksons Grooves waren jedoch insoweit untypisch, da sie nicht das Typische der meisten Tanzmusik wiederholten, sondern mit fremdartigen  Beats, Texturen und Nuancen überraschten. “Einige dieser langen Versionen von “Don’t Be Messing'” klingen sehr interessant, weil in den unterschiedlichen Teilen ganz verschiedene Dinge passieren,” sagt Forger. “Es ist nicht so, dass du da sitzt und denkst, “8 Minuten können ganz schön lang sein”, denn die Dinge, die während dieser Zeit passieren lassen es sich einfach cool anfühlen. Es ist wirklich sehr überzeugend, diesem Rhythmus zuzuhören.”

Einen Song zu kürzen war für Jackson oft ein brutaler Prozess, besonders die Intros und Outros. So wie auch bei anderen Songs auf Thriller und BAD, versuchte er sie auf die vier- bis fünf Minuten Spanne herunter zu kürzen, was dann auch der Ausgangspunkt des nächsten Mix von “Don’t Be Messin'” war.

Jackson arbeitete an “Don’t Be Messin'” bis Ende 1986, sowohl in seinem Heimstudio als auch in Westlake. Als jedoch Quincy Jones an Bord kam, begann der ernsthafte Auswahlprozess, und “Don’t Be Messin'” wurde unbeachtet liegen gelassen. Jackson nahm sich den Song jedoch sowohl während den Dangerous-Sessions als auch während den HIStory-Sessions noch einmal vor, bearbeitete die Sounds und fügte neue Elemente hinzu. Es war ganz sicher ein Song, den er mochte. Aber letztlich fand er nie einen Platz dafür.

 Die Abmischung von Matt Forger war die letzte Version, an der Jackson während den BAD- Sessions 1986 gearbeitet hatte. Forger hält es für die reinste, emotional aufrichtigste Version: “Es ist exakt so, wie Jackson es zu der Zeit haben wollte. Es verdeutlicht genau, wie Michael es beschrieb: “das ist genau, wie es sein sollte.'”

 Das Demo von 1986 ist kein herausragender Song. Der Gesang ist nur teilweise stark,  die Lyrics unvollständig, und die Produktion ist nicht das, was daraus geworden wäre, wenn Jackson und Quincy Jones es bis zum Ende realisiert hätten. Trotzdem ist es eine solide Addition zu der wachsenden Liste von qualitativen Outtakes der BAD-Ära. (Eine Liste, auf der “Streetwalker,” “Fly Away,” und “Cheater” zu finden sind) Forger sagt: “Es hat so eine eingängige, zugrunde liegende Melodie. Und es hat ein Rhythmus Gefühl, was sich auf interessante Art zusammenfügt.” In einem Interview von 2009 nennt der legendäre Toningenieur Bruce Swedin diese Aufnahme als einen seiner Lieblings-Unveröffentlichten Songs von Jackson: “Es ist einfach wunderbar,” sagt er, “Oh mein Gott, es gibt nichts Vergleichbares.”

So wie ein großer Teil seines Werks, passt dieser Song nicht einfach in ein bestimmtes Genre, er verschmilzt Elemente von Latin, Jazz und Pop. Mit seinem fröhlichen Bossa Nova Rhythmus und Lagen von miteinander verwebten “Hooks”, ist es ein Lied, was schnell im Ohr bleibt und bei dem du tanzen willst – und es belohnt auch mehrmaliges Hören mit seiner anspruchsvollen Synkopierung und seinem komplexen Rhythmus Arrangement. (Jackson sagt:  “Musik ist wie ein Teppich. Sie besteht aus verschiedenen Lagen, die miteinander verwoben sind, wenn du die verschieden Lagen betrachtest, wirst du es besser verstehen können.”)

 Bei Matt Forger löste die Arbeit an dieser Aufnahme Erinnerungen an unbeschwerte Zeiten in Jacksons turbulenter Karriere aus: “Es brachte all die Gefühle zurück, wie es in dieser Zeit war. Michael war einfach dieser ausgelassene, glückliche Mensch. Er wollte die Welt herausfordern und wunderbare, großartige Musik machen.”

 Was war Forgers Ziel beim Wiederbeleben dieser Aufnahme?

 “Ich wollte es einfach authentisch machen. Zu etwas, was Michael genießen würde und worauf er stolz wäre. Es beinhaltet seinen Charme und sein Energie. Wenn die Leute es als das zu schätzen wissen, was es ist, und es genießen, dann bin ich zufrieden. Und alles was ich wollte ist, dass es für das, was es ist, gemocht wird.”

 

Übersetzung: M.v.d. Linden

 

 

 

 

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From → Presse Artikel

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