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„How I Make Music“ – Michael spricht über den kreativen Prozess und das Songschreiben

by on 6. April 2014

I love to write songs.

It’s one of my favorite things to do. It’s very spiritual. It’s a connection. I’m just a source through which it comes. I’m inspired by a lot of things but it’s done in the heavens. I listen to the music and I just create from there.“

– Michael Jackson

★ ★ ★

Ich liebe es, Songs zu schreiben. Es ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Es ist sehr spirituell. Es besteht eine Verbindung. Ich bin nur die Quelle, durch die es hindurch fliesst. Ich bin von vielen Dingen inspiriert, aber es wird im Himmel gemacht. Ich höre der Musik zu, und erschaffe daraus.“

★ ★ ★

studioa

Michael Jackson konnte weder Noten lesen noch schreiben und spielte wohl auch kein Instrument perfekt – wenn er auch verschiedene Instrumente etwas spielen konnte, wie Piano, Gitarre oder Schlagzeug. Michael hörte die kompletten Arrangements seiner Songs in seinem Kopf:

Die Lyrics, die Saiten-Instrumente  die Akkorde, alles kommt in einem Augenblick, wie ein Geschenk, das dir in den Kopf gegeben wird und so höre ich es.“ (Dangerous Deposition 1994)

Um diese Dinge, die er in seinem Kopf hörte weiterzugeben, sie mit Instrumenten umsetzen zu lassen, sang er das, was er hörte – jedes Instrument, den Rhythmus, die Harmonien, das komplette Song-Arrangement – in einen Tape-Rekorder – oder ggf. auch gleich den entsprechenden Musikern vor.  Auch die Tontechniker und Produzenten, die im Studio an den Tracks arbeiteten, waren begeistert von seiner Genialität. 

Rob Hoffman (Toningenieur) beschreibt den Prozess so:

Eines Morgens kam Michael herein mit einem neuen Song, den er über Nacht geschrieben hatte. Wir holten einen Gitarrenspieler hinzu, und Michael sag ihm jede einzelne Note von jedem Akkord vor. ‚Dies ist der erste Akkord, erste Note, zweite Note, dritte Note. Dies ist der zweite Akkord, erste Note, zweite Note, dritte Note,’ etc. Dann wurden wir Zeuge davon, wie er die innigste und tiefempfundendste stimmliche Performance gab, live im Kontrollraum mit einem SM57 (-Mikrofon). Er sang uns das gesamte Streicherarrangement vor, jeden Teil. Steve Porcaro erzählte mir einmal, dass er beobachtet hätte, wie Jackson das mit allen Streichern, die in dem Raum waren, getan hat. Er hatte das alles in seinem Kopf, die Harmonien und alles. Nicht nur einfach Ideen von kleinen Achttaktern. Er sang tatsächlich das gesamte Arrangement in einen Mikrokassettenrecorder, komplett mit Pausen und Einfügungen.“

http://lacienegasmiled.tumblr.com/post/77598143356/demo-of-beat-it-composed-using-only-michael

(in diesem link gibt es auch das Beat It acapella zu hören, in dem Michael die verschiedenen „Lagen“ des Arrangements – Vocals, Harmonien, Rhythmus…- singt und beatboxt)

how i write songs

Ein interessantes Interview darüber, wie Michael Jackson arbeitete, kann man im Audio der Dangerous Deposition hören.

(Songwriter Crystal Cartier hatte Michael Jackson wegen eines angeblichen Plagiats verklagt und Michael wurde während der Aussage vor Gericht zu seinem Prozess des Song-Schreibens befragt.)

Hier jetzt 2 Audios der Dangerous-Deposition, mit den Ausschnitten, in denen Michael darüber spricht, wie er Songs schreibt, wie er Songs erschafft.

(Was natürlich schwer zu beschreiben ist – und noch schwerer als schriftliche Übersetzung wiederzugeben ist – deshalb unbedingt die Audios anhören, auch weil dort viel Beatboxing und acapella Gesang von Michael enthalten ist….)

Dangerous-Deposition/Vid 1

Michael: „Normalerweise, wenn ich Songs schreibe, übertrage ich die Songs mündlich auf einen Kassettenrekorder. Bei dem Song „Streetwalker“ z.B., der einen treibenden Bass („a driving Bass lick“) hat und über den ich gerade sprach, nahm ich einen Kassettenrekorder und sang den Bass-Teil in den Rekorder. (…beatboxt den Streetwalker-Bass-Lick…5:03) …ich nehme diese Bass Spur und singe darüber die Akkorde der Melodie. Dadurch wird die Melodie inspiriert und all die anderen Sounds, die ich in meinem Kopf höre. Das ist die Bass-Linie – und ich benutze den Moog (Synthesizer) und eine Bass Gitarre um diesen Sound, den ich in meinem Kopf höre, zu erschaffen.

Anderes Beispiel: Billie Jean… ich fuhr im Auto, und es begann auch wieder mit der Bass-Spur. (…beatboxt Bass-Line von Billie Jean… 6:03)… und darüber hinaus höre ich die Akkorde… (beatboxt Whoo…Whoo….) und dann die Melodie…(singt: „she was more like a beautyqueen…“) … und die Lyrics, die Strings… die Akkorde… ALLES kommt in diesem Moment, wie ein Geschenk, was einfach in deinen Kopf kommt… das ist, wie ich es höre.“

Frage: Sie begannen einfach, den Text zu singen?

Michael: „Absolut… als ich sang „Billie Jean is not my Lover“… dachte ich nicht darüber nach, es kam einfach, es fiel mir plötzlich in den Schoß – und ich mochte es, ich fuhr schnell nach Hause, ich nahm mir ein Mikrophon und nahm die Sachen auf. Dann bin ich ins Studio, lies die Musiker kommen, und gab jedem seinen Teil. So wurde es erschaffen. Und es ist bei anderen Songs, die schrieb, genauso.“

Frage: Können sie Noten lesen?

Michael: „Nein, kann ich nicht. Ich glaube nicht, dass es notwendig ist.“

Dangerous-Deposition/Vid 2

Michael (über „Dangerous“): „Beim ersten Teil wußte ich, ich möchte einen Sprechgesang, eine Art Rap… (spricht Text von Dangerous: „As She walked in the Room /I Knew Right Then And There / There Was Something Different About This Girl….).. das ist in etwa die Strophe, dann geht es über in den B-Teil, der zum Chorus führt. (beatboxt/ singt „I Never Knew But I Was Walking The Line / Come Go With Me / I Said I Have No Time“… 0:55) Von dem B-Teil aus baut es sich auf.. (singt…“..She’s So Dangerous / The Girl Is So Dangerous“) … so ist es entstanden… ich höre einfach diese Akkorde, die die Melodie inspirieren.“

Frage: Welcher Teil von dem ist die Vocal-Melodie?

Michael: „Das war der B-Teil, der in den Chorus übergeht. Wenn ich „Dangerous“ singe, hört man die hohen Strings, man hört den Höhepunkt der Komposition. Das bildet den Chorus. Die Strophe ist hier (unten) und der B-Teil ist wie Treppenstufen… und wenn du zum Chorus (Refrain) kommst, ist das der Höhepunkt, wie eine Explosion.“

Frage: Nochmal, welcher Teil ist die Vocal-Melodie? Singen sie einfach nur den Teil…

Michael: (singt – 2:10)„I never knew but I was Walking the line / Come go with me / I said I have no time…. Ich habe den restlichen Text vergessen.“ (lacht)

Frage: Erinnern sie sich daran, als sie diese Lyrics im Studio gesungen haben?

Michael: „Ja, tue ich. Billy Botrell war dort, Brad Sundberg war da… und es war… es war ein lustiger Tag, also nicht wirklich lustig. Also, ich singe für gewöhnlich im Dunkeln, weil ich einfach alles fühlen möchte… ich mag auch nicht, wenn die Leute mich dabei ansehen, ausser, wenn ich auf der Bühne bin… Also, alle Lichter waren aus, und genau, als ich zu Singen anfing, fiel diese riesige Wand auf meinen Kopf. Es verursachte ein lautes Knallen – es tat weh – aber ich realisierte erst am nächsten Tag, wie sehr es weh tat- und das ist auch auf dem Band zu hören, wenn du das Demo abspielst…“ (4:19 – Demo Dangerous wird gespielt – am Anfang der Knall…)

studioc

Auch in der Mexico-Deposition von 1993 wird Michael ausführlich gefragt, wie er seine Songs schreibt und ob es da einen bestimmten Prozess gibt. Auch wenn der Anlass unangenehm und überflüssig ist, und man es Michael gerne erspart hätte, dort zu sitzen – das was wir dadurch erfahren ist eigentlich sehr wertvoll – er beschreibt dort ausführlich wie nie, wie er einen Song kreiert –am Beispiel von The Girl Is Mine – inclusive sehr viel original Audiomaterial, welches dort bei der Deposition vorgespielt wird, damit wir es auch selbst detailliert hören können.

A Master At Work!

(Mexico Deposition: Michael wurde von Reynaud Jones und Robert Smith beschuldigt, Songs gestohlen zu haben (The Girl Is Mine, Thriller und We Are The World) Die Befragung fand am 8. und 10. November 1993 in Mexico City statt und ging über insg. 7 Stunden! Michaels Anwalt Howard Manning nimmt Michaels Aussage auf.  Am 11 Nov. 1993 gibt Michael noch ein letztes Konzert in Mexico City, zwei weitere werden abgesagt und die Dangeroustour abgebrochen.)

Mexico Deposition 2/16

(ab 1:20 – Tape „The Girl Is Mine“ läuft)

Michael (2:00): „Das bin ich, wie ich die Teile von „The Girl Is Mine“ schreibe… es erschaffe…

Frage: Unter welchen Umständen erstellten sie Ex. 4/89? (Tape von The Girl Is Mine)

Michael: „Einfach mit einem Kassettenrekorder, in dem ich Geräusche machte (beatboxt..und singt “TGIM”…will gar nicht mehr aufhören.. )

Einspruch…Mr. Jackson, ich habe einen Einspruch! (Michael macht weiter…)

Michael: „Oh, so ging das, so hab ich das gemacht.“

Frage: Wie haben sie das… wie haben sie den Song von EX. 4/89 in ihre Gedanken bekommen?

Michael: „Wie ich schon zuvor sagte… Songs schaffen sich selbst… es kommt einfach aus mir heraus… es kommt von innen heraus… ich denke, ich bin die Quelle, durch die es fliesst..und sie fragten mich, wie ich es mache… und ich fing an es vorzumachen, damit sie ein Beispiel dafür haben, wie es geht und wie ich Songs erschaffe. Und wenn ich meine Musik erschaffe, dann mache ich diese Geräusche… Ich schreib ein Lied mit dem Namen „Who Is It“.

Frage: Wissen sie, wo sie waren, als das Lied TGIM in ihren Kopf kam, Mr. Jackson?

Michael: „Ich glaube, ich war im Haus in Encino, oder in einer anderen Wohnung, weil wir gerade das Haus in Encino renovierten, und in einer kleineren Wohnung waren.

F: Lassen sie mich noch etwas spielen für sie..von Ex 4/89, und dann irgendwo anhalten, und ihnen ein paar mehr Fragen zu stellen.

(Band von The Girl Is Mine spielt..Michael macht mit..)

Frage: Möchten sie uns vorführen, was sie auf diesem Band machen?

Michael: „Ja..“(singt The Girl Is Mine… und beatboxt) (ab 4:30)

Frage: Wenn sie diese Geräusche mit ihrem Mund machen, wofür ist das?

Michael: „Diese Geräusche sind die Rhythmen, die ich mache. Ich schrieb einen Song für das Dangerous-Album, „Who Is It“ , und was ich mache ist, dass ich einen Kasettenrekorder nehme und die Geräusche aufnehme, wie ich sie in meinem Kopf höre. Ich höre den Bass, ich höre die Percussion…und ich höre die Trommel… und „Who Is It“ geht so..(beatboxt Who Is It) Ich nehme also den Rekorder und mache darauf genau das, was ich in meinem Kopf höre…und so mache ich das…

Frage: Können sie uns vormachen, wie sie die Rhythmusgeräusche bei TGIM machen?

Michael: „Sicher…(macht The Girl Is Mine..singt…) Sorry, aber meine Stimme… ich bin wirklich heiser, ich hatte letzte Nacht ein Konzert…und meine Kehle ist…

Frage: Zum Tape, sie singen dort ein paar Lyrics aber nicht alle… Warum?

Michael: „Weil bestimmte Worte zu einer bestimmten Zeit in deinen Sinn kommen, mit dem Gefühl für die Melodie…bestimmte Worte kommen mit der Melodie…zu gleichen Zeit, wenn sie erschaffen wird, wissen sie. Heal The World, (singt) Make it A better Place..…. Ich habe nicht darüber nach gedacht, es kam einfach so, es kam mit der Melodie…Heal The World..ich dachte einfach wow, das ist schön…Heal The World, let’s heal our Planet..

(Tape wird weiter abgespielt)

Frage: Was machen sie da gerade, bei The Girl Is Mine?

Michael: „Ich mache…ich imitierte einen Moog-Bass… wenn sie den Bass am Keyboard spielen, dann gibt es da diesen kleinen… sowas wie einen Hebel…und das geht whuhuhu..das Geräusch ist so, wie dieses…(„whuhuhu“ …macht das Geräusch vor…) so wie das.

Frage: Danke! (das Band spielt weiter) Da singen sie ein paar hohe Noten..Was singen sie genau an dieser Stelle?

Michael: „Ich singe was ich über dem Chorus höre, den Teil der Saiteninstrumente…dadadada..(singt..) Diesen Teil des Liedes habe ich nie benutzt…“

Frage: Warum nicht?

Michael: „Weil es sich in eine andere Richtung entwickelte und wenn ich dem jetzt zuhöre, kann ich ihnen sagen, in welche Richtung es ging. Es ging (singt die Melodie vor..)..in die Richtung entwickelte es sich…ich habe das hier seitdem nicht mehr gehört…(Band spielt weiter) Hören sie das?

Frage: Welchen Teil sangen sie gerade, bevor das Band anhielt?

Michael: „Counter Lines…musikalische Counter Lines, die gehen entgegen dem Hauptteil, es kann ein Keyboard, eine Flöte oder ein Streicherarrangement sein, es ist wie ein Klangteppich. So ist das Gesetz der Musik.“

Mexico Deposition 3/16

Frage: Was ist da genau für ein Instrument? (ab 0:50)

Michael: „Das ist ein Piano..dadamm“

Frage: Wir spielen noch mehr von Ex 4/89, Mr. Jackson, wenn sie bitte auf meine Fragen warten.. (Band spielt weiter) 

Frage: Was machen sie hier?

Michael: „Saiteninstrumente..(singt die Saiteninstrumente vor..) das ist der Teil, der sich über eine Strophe legt, so wie eine zweite Strophe… was den Song zum Höhepunkt führt, ihn aufbaut.“

Frage: Denken sie an ein bestimmtes Instrument, bei diesem Geräusch?

Michael: „Ja, Strings…”

Frage: Was machen sie jetzt?

Michael: „Nach dem ich die Melodie entwickelt habe, füge ich die verschiedenen Sounds hinzu, die mit der Melodie zusammengehen sollen – das, was jedes Instrument machen soll… um den Song zu entwickeln.“

Frage: Was machen sie hier? (ab 3:30)

Michael: „Das ist ein Teil für Waldhörner, den ich aber nie verwendet habe (singt den Teil vor…) ich sagte, dass könnten “weiche” Hörner sein..

(auf dem Band kommt Michaels Stimme..er sagt, “wenn du den Song schreibst, lass ihn sich selbst erschaffen.”) Das ist mein Gesetz…“

(bei 5:20 kommt noch mal der Text von Band.)

Michael: “..wenn du den Song schreibst, schreibe nichts, lass den Song sich selbst entwickeln… lass die Strings dir sagen, was zu tun ist… lass das Piano dir sagen, welche Akkorde kommen sollen, lass den Bass dir sagen, was er tun soll, alles… lass es sich von selbst entwickeln…lass ihn tun, was er will, zwinge den Song nicht irgendwohin…”

Frage: Was meinen sie mit dem, was sie auf dem Band beschreiben?

Michael: „Was ich sagen will ist, ein Song erschafft sich selbst…ich bin nur die Quelle, durch die es fliesst, es erschafft sich völlig von selbst. Wenn ein Song zu mir kommt, dann höre ich die Strings, den Bass, die Drums… es kommt alles zusammen, wie ein Paket, es ist, als ob du ein Blatt auffängst, das von einem Baum fällt, das Spirituellste und Schönste, was überhaupt passieren kann. Manchmal falle ich auf die Knie und bete zu Gott aus Dankbarkeit dafür, dass es mir passiert, dass der Song zu mir kommt. Und das meine ich, wenn ich sage…lass es sich von selbst entwickeln…“

(Band läuft weiter..)

Frage: Was sagen sie an der Stelle?

Michael: „Das ist ein harmonischer Teil (singt bisschen vor..) was ich da versuche ist… was ich in meinem Kopf höre, ist die Counterline… beim Songschreiben sollte man von den Strophen zum Refrain (chorus) kommen…und wenn der Refrain dann kommt, sollte er wie eine Blume sein, die vor deinem Angesicht erblüht. Um das zu erreichen, muss man weitere Sounds hinzufügen, um es frisch und wundervoll zu machen.“

Frage: Was ist die Bridge in einem Song?

Michael: (singt ..I Love you more than he...)

Frage: …ich wollte es mehr allgemein wissen..was ist eine Bridge?

Michael: „Was eine Bridge ist? Eine Bridge ist dafür da, dich von A nach B zu bringen, sie bringt dich von den Strophen zu einem anderen Teil. Es ist Eskapismus, davon, immer das gleiche triviale, normale zu hören, was man die ganze Zeit hört – denn die Ohren ermüden davon, immer die gleichen Sounds zu hören – und was die Bridge macht ist, dich von all dem weg zu führen, und wenn man aber schließlich zu dem zurückkehrt, was man zuvor machte, dann ist es kräftiger, viel kräftiger..es hat einen viel stärkeren Effekt.“

Frage: Hat The Girl Is Mine eine Bridge?

Michael: „Ja, hat es… (singt: I love you more than he…) So in der Art.“

Auch im nächsten Teil der Mexico Deposition geht es noch mit “The Girl Is Mine” weiter:

(…wer möchte, kann noch weiter zuhören)

https://www.youtube.com/watch?v=dsSFu5V4Pu0

Michael: “Ich kreiere…entdecke, sollte ich sagen… ich versuche zu entwickeln, zu entdecken, was da ist. Ich versuche herauszufinden, in welche Richtung der Song gehen will…es ist die Bridge, die Bridge von dem Song… es ändert sich. Bei einem Lied, was ich vor kurzem schrieb, “Stranger In Moscow”, wollte ich das gleiche machen, ich wollte es in das Mikrophon sprechen… das was man in seinem Kopf hört und das ist manchmal sehr schwer, weil man hat nur eine Stimme, doch man hört 4 Akkorde…es ist also sehr schwierig, das zu tun, man versucht es so gut wie möglich zu machen.”

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Und auch im Ebony Interview von 2007 spricht Michael über den kreativen Prozess:

Michael: “Ich schreibe ständig. Wenn du weißt, es ist richtig, dann spürst du manchmal, wie etwas kommt, wie etwas heranreift, beinahe wie eine Schwangerschaft oder so etwas. Es bewegt dich, und du fühlst etwas erblühen, und die Magie, sie ist da! Es ist die Eruption von etwas, das so schön ist, dass du denkst: WOW! Da ist es. So funktioniert es, durch dich. Es ist wunderschön. Es ist ein Universum, in das du eintauchen kannst, mit diesen zwölf Noten. [Er hört nun eine frühe Aufzeichnung von Billie Jean auf einem iPhone]


Was ich mache, wenn ich schreibe, ist, dass ich eine knappe, raue Version mache, nur um den Refrain zu hören, nur um zu sehen, ob mir der Refrain gefällt. Wenn es so für mich stimmt, so spartanisch, dann weiß ich, es wird funktionieren … Hör dir das an, das ist zu Hause. Janet, Randy, ich … Janet und ich machen “Whoo, Whoo…Whoo, Whoo…” Ich mache das, den gleichen Vorgang, mit jedem Song. Es ist die Melodie, die Melodie ist das Wichtigste. Wenn die Melodie mich fesselt, wenn mir dieses Ungeschliffene gefällt, dann mache ich den nächsten Schritt. Wenn es in meinem Kopf gut klingt, ist es meist auch gut, wenn ich es mache. Die Idee ist, das, was in deinem Kopf ist, auf ein Tonband zu übertragen.
Nimm einen Song wie Billie Jean, wo die Bassline der markante, dominante Teil ist, wo der wichtigste Protagonist des Songs das treibende Riff ist, das du hörst – den Charakter dieses Riffs genau so hinzukriegen, wie du es haben willst, braucht viel Zeit. Hör zu, man hört dort vier Bässe, die vier unterschiedliche Persönlichkeiten haben, und das ist es, was ihm den Charakter gibt. Aber es bedeutet viel Arbeit.

Das ganze Ebony-Interview incl. Audio: https://all4michael.com/2012/12/03/ebony-interview-2007-michael-jackson-in-seinen-eigenen-worten/

dancing-the-dream-michael-jackson-dancing-786298220

★ ★ ★

How I Make Music

People ask me how I make music. I tell them I just step into it.

It’s like stepping into a river and joining the flow.

Every moment in the river has its song. So I stay in the moment and listen.

What I hear is never the same.

A walk through the woods brings a light, crackling song:

Leaves rustle in the wind, birds chatter and squirrels scold, twigs crunch underfoot, and the beat of my heart holds it all together.

When you join the flow, the music is inside and outside, and both are the same.

As long as I can listen to the moment, I’ll always have music.

– Michael Jackson, Dancing the Dream

★ ★ ★

Wie ich Musik mache

Die Leute fragen mich, wie ich Musik mache. Ich antworte ihnen, ich begebe mich einfach in sie hinein.

Es ist, als ob du dich in einen Fluss begibst, und mit der Strömung mitgehst.

Jeder Augenblick im Fluss hat seinen Song. Ich verweile im Augenblick und höre zu.

Was ich höre, ist nie das selbe.

Ein Spaziergang durch den Wald, bringt einen leichten, knisternden Song:

Die Blätter rascheln im Wind, Vögel zwitschern und Eichhörnchen zetern, unter den Füssen knacken Zweige, und mein Herzschlag hält all das zusammen.

Wenn du dich dem Fluss hingibst, ist die Musik innen und aussen und beides wird zu ein und demselben.

Solange ich dem Augenblick zu hören kann, werde ich immer Musik haben.

★ ★ ★

…………………………………………..

Übersetzungen: Pearl, Ilke, M.v.d.L

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From → Allgemein

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