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Der König des Pop und der Pate des Soul

by on 8. January 2014

Vorwort

Warum mit dem Elefanten tanzen?

Conversations about Michael Jackson, his art and social change

http://dancingwiththeelephant.wordpress.com

Leave Me Alone

Die Diskussionen in dem Blog Dancing With The Elephant zwischen der Literaturwissenschaftlerin und Autorin des Buches M Poetica, Dr. Willa Stillwater und dem Gründungsmitglied des MJFC, Joie Collins, oft auch mit Gästen, erscheinen regelmäßig seit August 2011.

Mit dem ausdrücklichen Einverständnis von Willa Stillwater werden die Beiträge künftig als deutsche Übersetzung in diesem Blog veröffentlicht.

Der „Elefant“ hat in mehrfacher Hinsicht Bezug zum Thema Michael Jackson. Warum sie selbst diesen Titel für ihren Blog gewählt haben, erklärten Willa und Joie in ihrem ersten Post. Da gab es Gypsy und Babar, die Elefanten im Leben von Michael Jackson selbst. Für sein Buch Dancing The Dream schrieb er einen Essay mit dem Titel So The Elephants March. Es gibt auch die Geschichte über sechs Blinde, von denen jeder einen anderen Teil eines Elefanten berührt und beschreibt, und deren gemeinsames Bild schließlich nur durch ihren Meinungs- und Erfahrungsaustausch zustande kommt – ein schönes Gleichnis, „wenn man versucht so etwas Kompliziertes und Subjektives wie ein Kunstwerk zu verstehen, speziell bei einem Künstler, der so experimentell ist wie Michael Jackson, der so viele Grenzen verschoben und so viele vorgefasste Meinungen und allgemein anerkannte Sichtweisen in Frage gestellt hat“ und …

… die englischsprachige Redewendung „The Elephant In The Room“ beschreibt den Umstand, dass es ein sensibles Thema gibt, welches unübersehbar im Raum steht, über das zu sprechen alle Anwesenden aber lieber vermeiden würden. Willa hat in diesem ersten Blogpost hierzu folgendes Bild gezeichnet:

„Joie, ich liebe deine Beschreibung des Elefanten im Zimmer. Ich liebe es einfach! Es erzeugt da diesen kleinen Film in meinem Kopf von einem Haufen Leute, die in einem Zimmer sitzen mit einem Elefanten, den niemand eingeladen hat, und jeder fühlt sich unwohl und peinlich berührt und weiß nicht, wie er sich verhalten soll. Schließlich geht irgendjemand einfach zu dem Elefanten, begrüßt ihn und lädt ihn zum Tanz ein – und sie finden nun alle heraus, dass er im Grunde gar nicht so unheimlich ist. Plötzlich wird aus der peinlichen Situation etwas Angenehmes, und vielleicht wird daraus sogar eine Party. Ich liebe einfach dieses Bild von dem Tanz mit dem Elefanten!“

✨✨🐘✨✨

Der König des Pop und der Pate des Soul

The King of Pop und the Godfather of Soul

19/12/2013

Willa: Ich denke nicht, das es irgend einen Zweifel gibt, dass James Brown einer von Michael Jacksons frühesten und grundlegendsten Einflüssen als Sänger und Tänzer und überdies eine überlebensgroße Person des öffentlichen Lebens war. Wir haben wahrscheinlich alle die Clips von Michael Jacksons Audition bei Motown 1968 gesehen, in denen er I Got The Feelin’  in perfekter James-Brown-Manier darbietet – den Tonfall, die Ausrufe und das Fallen, das „baby baby baby“ in der Pause, die Drehungen und der Shuffle … sogar die selbstsichere Art, in der er während der Eröffnungstakte den Mikrofonständer greift und ihn hinter sich wirft. Es ist eine perfekte Imitation eines neunjährigen musikalischen Wunderkindes, das James Brown geliebt und jede seiner Bewegungen beobachtet hat. Hier ist ein Clip:

Diese Woche sind Joie und ich sehr glücklich, dass sich wieder einmal Charles Thomson zu uns gesellt, ein Journalist, der wahrscheinlich bestens bekannt ist für seine aufschlussreiche Analyse der verzerrten Medienberichterstattung des Prozesses 2005. Mehrere Links zu Charles’ Artikeln haben wir in unserem Reading Room, einschließlich einem kürzlich veröffentlichten Post, den er über Michael Jacksons Teilnahme an den World Music Awards 2006 in London, einem Event, an dem Charles teilnahm, schrieb, und darüber, wie dieser Event in den Medien dargestellt wurde.

Es ist faszinierend, Charles, deinen Bericht der Szenerie in der Earls Court Arena aus erster Hand zu lesen, zusammen mit dem von dir bereit gestellten Videomaterial des äußerst warmherzigen Empfangs, der Michael Jackson hier erwartet hat und dies vergleichst mit dem „Chor der Buhrufe“, über den in den Londoner Boulevard-Medien und später dann auch in den Mainstream-Medien wieder und wieder berichtet wurde. Wie du in deinem Post sagst war dies nicht ein Fall verschiedener Beobachter, die eine Situation nur auf unterschiedliche Art interpretiert haben. Es war „eine völlig frei erfundene Story“, wie du sagst, und das ist ganz offensichtlich in dem Videomaterial, das du zur Verfügung stellst, ersichtlich.

Aber Charles, du bist auch ein „sehr leidenschaftlicher“ James Brown Fan, und du hast sogar mehrere Leute interviewt, die ihn kannten und mit ihm gearbeitet haben, richtig? Wie kam es dazu?

Charles: Witzigerweise war das letzte Mal, dass ich James Brown sah, weniger als drei Wochen vor dieser World Music Award Feier 2006. Er trat im Roundhouse in London auf, um ein Konzert für die BBC zu geben. Ich stand auf Mr. Browns Gästeliste und nahm an einer Pressekonferenz vor der Show teil, wo ich die Chance bekam ihm eine Frage zu stellen. Was für eine Ehre!

Willa: Wirklich?! Du hast tatsächlich mit James Brown selbst gesprochen? Das ist ja großartig! Also, wie kam es, dass du dich für seine Musik interessiertest?

Charles: Es ergab sich durch Michael Jackson, dass ich ein Fan von James Brown wurde. Ich war etwa sieben oder acht Jahre alt, als ich Michael Jackson entdeckte und anfing, seine Musik zu sammeln. Meine Mutter, die damit aufgewachsen war die Jackson 5 zu hören, führte mich an seine früheren Produktionen und generell an Motown heran. Damals hat sich meine Liebe zu Soulmusik entwickelt.

Ich war mir immer bewusst, dass James Brown da war, der ja ständig von Michael und vielen anderen als der größte Entertainer aller Zeiten bezeichnet wurde, aber das war vor der Zeit von YouTube, bevor du „James Brown“ in die Suchmaschine eingeben konntest und Tausende von Videos erschienen.

Willa: Es ist erstaunlich, wie YouTube und ähnliche Seiten verändert haben, wie wir Musik erfahren, nicht wahr? Es ist wunderbar, solch eine Fülle von Videos und Filmen und Konzertmaterial mit einem Fingertipp verfügbar zu haben, aber ich muss zugeben, ich vermisse die Tage, als man noch einen Plattenladen ging, um Alben zu kaufen.

Joie: Yeah, die gesamte Musikindustrie ist in solch einer seltsamen Position heutzutage. Es gibt fast keine Plattenläden mehr. Ich meine, sie existieren nicht. Ich finde irgendetwas daran ziemlich traurig. Obwohl es fantastisch ist, diese Fülle von Musik mit einem Fingertipp verfügbar zu haben, wie du sagst, ist es einfach sehr verrückt, dass wirkliche Plattenläden – und sogar Musikabteilungen in bestimmten Kaufhäusern und Elektronikgeschäften – tot sind.

Und was du gerade über YouTube gesagt hast, lässt mich über mein eigenes Wettern gegenüber MTV nachdenken. Wisst ihr, ich denke immer noch, dass es die Höhe der Absurdität ist, dass es einen Fernsehsender mit Namen Music TV gibt, dessen Programm absolut nichts mehr mit Musik zu tun hat. Und ich habe in der Vergangenheit eine Menge Lärm darüber gemacht, dass sie entweder den Namen ändern oder zu ihren Wurzeln zurückkehren sollten. Aber die Wahrheit ist, sie müssen wirklich einfach ihren Namen ändern, weil das Konzept jetzt ohnehin irrelevant ist, da die Leute nun Zugang zu YouTube und ähnlichen Seiten auf ihren Laptops, Tablets und Telefonen haben.

Charles: Es ist traurig, dass wir unsere Plattenläden verlieren. Der große HMV in Piccadilly, London, wurde kürzlich geschlossen und wurde durch einen Fanartikel-Shop ersetzt, von denen es bereits etwa zehn Stück in Fußgängernähe gibt. Es ist eine Schande, dass so viele Leute nicht bereit sind für gute Musik zu zahlen. Ich kaufe immer die Aufnahmen der Künstler, die ich mag, weil ich möchte, dass es sie in die Lage versetzt, mehr davon zu machen.

Vor diesem Hintergrund muss man sagen, dass – da ich nicht in der Stadt lebe – die Soulabteilung meines örtlichen Plattenladens vor zehn Jahren ziemlich armselig war. Dazu kam noch, dass ich zu jung war für eine eigene Kreditkarte, um online kaufen zu können, und auch zu jung, um allein nach London zu fahren, wo die meisten Plattenläden wahrscheinlich über eine respektable Auswahl verfügten. So kam es also, dass ich jahrelang mein Verständnis, warum Michael James Brown so sehr liebte, durch eine Live CD nährte, die ich auf einem Wühltisch in meiner lokalen Shopping Mall gefunden habe. Die Kraft und Energie der Performance war unglaublich, aber ich habe ihn niemals richtig bei einem Auftritt gesehen.

Im Jahr 2004 entdeckte ich in einer Zeitung, dass James Brown an einem unentgeltlichen Konzert in London teilnahm und dass die Tickets verlost würden. Ich nahm teil und gewann.

Willa: Wow, Charles, du scheinst außerordentliches Glück zu haben, wenn es um James Brown geht! Es ist, als sollte es dein Schicksal sein, über ihn zu berichten.

Charles: Ich habe es als großen Glücksfall empfunden, dass ich zufällig diese Werbeanzeige entdeckt und auch noch Tickets gewonnen habe. Ohne diese zwei unglaublichen Glücksfälle wäre mein Leben wohl sehr viel anders verlaufen. Wie sich herausstellte hatte ich nur ein kleines Zeitfenster, um James Brown zu sehen ehe er starb, also bin ich froh, dass ich so viele Auftritte wie möglich mitgenommen habe.

Jenes Konzert 2004 war eines der ersten Male, bei dem es mir erlaubt wurde mit meinen Freunden nach London zu fahren. Ich war 16 Jahre alt. Außerdem traten noch Ozzy Osborne und Rod Stewart auf, aber James Brown – der 71 Jahre alt war – performte am längsten und gab die beste Vorstellung des Tages. Ich stand stundenlang an, um ganz vorn stehen zu können und er war jede Minute wert. Seine Band war atemberaubend. Er machte seine unverkennbaren Moves und lief immer wieder und wieder auf der Bühne hin und her und schien dabei kaum ins Schwitzen zu kommen. Ich war vollkommen gebannt.

Ich sah ihn 2005 wieder und dann zwei weitere Male 2006. 2005 stand ich genau vorne in der ersten Reihe. Er performte I Got the Feelin’ mit den „baby, baby, baby“-Zusammenbrüchen. Es war unglaublich.

Willa: Er war also oft in London – mehr als ich erwartet hätte – und trat in vielen Shows auf, besonders für einen Mann in seinen Siebzigern.

Charles: Er tourte ständig. Es galt als ziemlich sicher, dass er jedes Jahr eine Tour durch Europa machen würde. Es hielt Mr. Brown nicht nur fit (und er schien sich ein wenig gehen zu lassen, wenn er eine Pause machte, also war es gut für ihn weiter zu arbeiten – er starb 2006 während einer zweimonatigen Unterbrechung, der längsten Arbeitspause, die er seit zehn Jahren eingelegt hatte), sondern es gab auch Dutzende anderer Leute, deren Einkommen von ihm abhing.

Die Beschaffenheit seiner Shows war zum Beispiel dergestalt, dass seine Band unglaublich diszipliniert sein musste. Sie musste auf wahrscheinlich 100 Songs vorbereitet und in der Lage sein, sie je nach Mr. Browns Laune anzustimmen. Er kommunizierte während der gesamten Show mit ihnen durch Handzeichen. Michael Jackson machte das Gleiche auf der Bad Tour, beispielsweise als er signalisierte, wie viele „Stiche“ (bestimmte Moves) er während des Tanzteils von Another Part of Me wollte, indem er ganz diskret Handsignale in seine Dance Moves einbaute.

Willa: Und offenbar waren einige von James Browns an seine Band gerichtete Handsignale Verwarnungen! Jedes Mal, wenn er dir fünf Finger entgegenstreckte, bedeutete das eine Verwarnung. Bei etwa 40 min. wird darüber in Soul Survivor: The James Brown Story gesprochen.

Darüber kann ich mich kaputtlachen, aber es zeigt auch, wie bewusst er alles wahrnahm, was auf der Bühne mit seiner Band und den Background-Sängern vor sich ging. Wenn sie nicht alles gaben und seine Erwartungen nicht erfüllten, dann ließ er es sie wissen, genau dort an Ort und Stelle.

Charles: Mr. Brown konnte nicht einfach eine Show auf die Art machen, die er wollte und einfach die Leute dafür einstellen, die gerade verfügbar waren. Er brauchte seine straff gedrillte Band hinter sich – aber um das zu haben, musste er immer Arbeit für sie haben, andernfalls wären sie nicht unbedingt verfügbar gewesen, wenn er sie gebraucht hätte.

Joie: Das ist unglaublich.

Willa: Das stimmt. Ich habe niemals bisher darüber nachgedacht – dass er seine Band ständig beschäftigen musste, um sie zu halten.

Joie: Und das erklärt wirklich, warum er immer als „der am härtesten arbeitende Mann des Show Business“ bekannt war, nicht wahr?

Charles: Seine Shows waren umwerfend. Obwohl seine Konstitution in späteren Jahren etwas schwankend war – manchmal klang er etwas schwächer oder konnte nicht so energiegeladen tanzen, wie er es normalerweise tat – war die Erfahrung seiner Shows insgesamt außergewöhnlich. Es war, als würde man in eine andere Zeit zurückversetzt oder als würde man Zeuge eines unglaublichen, sehr alten Rituals sein. Jonathan Lethe schrieb 2006 einen brillanten Artikel für das Rolling Stone Magazin mit dem Titel Being James Brown, der die lebhafteste, schönste Beschreibung der Magie und der Mystik einer James Brown Show beinhaltete. Ich empfehle jedem, es sich einmal durchzulesen.

Mehr als jeder andere habe ich erkannt, dass Mr. Brown die Verkörperung des Begriffs „Lebende Legende“ war. Es war bei dem Gig 2005 fast unglaublich, als ich mir meinen Platz direkt vor der Bühne sicherte, dass der James Brown – der TAMI Show und der von Boston `68 und von Zaire `74 – nur ein paar Schritte von mir entfernt auftauchte und auftrat. Ich war für einen kurzen Moment davon überzeugt, dass ich reingelegt worden war und es sich nur um irgendeinen unbekannten Sänger oder Songwriter mit demselben Namen handeln müsste. Die Show war einfach euphorisierend. Ich habe seitdem niemals wieder einen Gig wie diesen erlebt. Es war schwindelerregend. Was für eine Atmosphäre.

Die erste Sache, die er tat, nachdem er herauskam und sich verbeugte, waren ein paar kurze Ausbrüche von Make It Funky, dann warf er das Mikrofon zum Publikum hin, schnappte sich das Kabel und zog es wieder zurück, bevor es jemanden traf. Als es zu ihm zurückflog, drehte er sich um 360 Grad und fing dann den Mikrofonständer mit perfekter Präzision, während er sofort sein typisches Aufheulen hören ließ.

Die Show setzte sich den ganzen Abend in dieser Stimmung fort. Er fiel bei Man’s World direkt vor mir auf die Knie. Als er während der Upbeat Nummern seine Drehungen machte, flogen Schweißperlen über die ersten paar Reihen. Er machte alle seine typischen Moves mit Begeisterung (ausgenommen den Spagat natürlich). Während eines Songs begann meine Kamera Ärger zu machen und ich sah hinunter, um sie wieder funktionsfähig zu machen. Als ich wieder aufsah, sah ich ein Mikrofon auf mein Gesicht zufliegen und schreckte reflexartig zurück. Natürlich stoppte es etwa einen Fuß entfernt kurz vor meinem Gesicht und sprang zurück in Mr. Browns wartende Handfläche, wobei er in Lachen ausbrach. Für den Rest des ganzen Auftritts kam er immer wieder zu mir herüber und ließ mir das Mikrofon entgegenschnellen, woraufhin wir dann zusammen lachten.

Einmal kniete er sich an einer Seite der Bühne hin, nahm seine Schleife ab und gab sie meiner Freundin Angela in die Hand.  Sie hat sie inzwischen mir gegeben, weil ich so ein riesiger Fan bin. Es ist eine so wundervolle Erinnerung, denn es war einfach das großartigste Konzert, bei dem ich je gewesen bin. Als ich ging, nachdem es zu Ende war, konnte ich all die Leute um mich herum hören – die Menge war sehr jung – wie sie ihre Erschütterung und ihr Erstaunen darüber ausdrückten, einfach wie unglaublich er gewesen war, wenn man bedenkt, dass er in seinen Siebzigern war.

Joie: Das klingt erstaunlich!

Charles: Ich sah ihn 2006 zwei weitere Male. Der erste Auftritt war im Juli beim Tower in London – eine großartige Gelegenheit  nach Beendigung meines College Examens zu feiern. Dann, im September 2006 – gerade als ich Journalistik- Student geworden war – kündigte er das BBC Konzert am Roundhouse an, wo ich ihn das vierte und letzte Mal live zu sehen bekam.

Willa: Und da war es, dass du mit ihm gesprochen hast?

Charles: Ja, ich hatte den Geistesblitz, meine neu erworbene Legitimation als Journalistik-Student für ein Interview zu nutzen. Mir wurde gesagt, er wäre nur für einen Tag in der Stadt und würde keine Interviews geben, aber seine Leute luden mich zur Pressekonferenz ein, auf der ich ihm eine Frage über sein neues Album, von dem ich gehört hatte, dass er es aufnahm, stellte.  Dieser Wortwechsel, so kurz er auch war, ist eine meiner am meisten geschätzten Erinnerungen.

Willa: Wie wunderbar!

Charles:  Da ist ein ganz kurzes Gif davon, wie wir miteinander reden, auf meiner Website http://www.charles-thomson.net/about-jamesbrown.html

Traurigerweise starb er weniger als zwei Monate nach dieser  Pressekonferenz. Zwei Jahre später interviewte ich seinen früheren Posaunisten Fred Wesley für das U.S. Journal Wax Poetics. Ich wusste, dass Fred bei diesem letzten Album involviert war – welches niemals veröffentlicht wurde – also befragte ich ihn darüber. Ich hatte mich gefragt, was mit diesen Tracks passiert war, also beschloss ich es herauszufinden. Ich interviewte jeden, den ich finden konnte, der an dem Album beteiligt gewesen war – Musiker, Produzenten, Manager, Sänger – und verfasste daraus einen 5.000-Wort-Artikel: James Brown: Das verschwundene  Album (James Brown: The Lost Album). Zwei Auszüge daraus sind auf meiner Website zu finden. Es wurde die Titelstory auf einem Magazin, das ich herausgab. Mit dem Titel JIVE war es mein abschließendes praktisches Projekt an der Journalistikschule. Eintausend Exemplare wurden davon gedruckt. Ich habe immer noch welche von ihnen. Man kann hier etwas über JIVE lesen und sich hier einige Beispielseiten ansehen:

http://charles-thomson.net/about-jive.html

http://charles-thomson.net/about-jive-spreads.html

Der Artikel über James Brown hat mir einige Monate später einen Preis für das Schreiben einer Dokumentation von der Zeitung Guardian eingebracht, und ich wurde zu einer Art Ansprechpartner für Artikel über sein Leben und sein Werk. Darauf folgende Stücke beinhalteten ein exklusives Interview mit seiner Witwe bei den Feierlichkeiten zu seinem sich zum vierten Mal jährenden Todestag und einer ausführlichen Untersuchung seines humanitären Vermächtnisses:

http://charles-thomson.net/tomi_rae_brown.html

http://charles-thomson.net/feature-big-payback.html

Willa: Ich bin froh, dass du das erwähnst, Charles, weil ich denke, dass seine humanitäre Arbeit nicht sehr bekannt ist.  Ich wusste, dass er ein Konzert in Boston gegeben hat in der Nacht, als Martin Luther King Jr. ermordet wurde, und ich wusste, jenes Konzert wurde von vielen als Zerstreuung einer sehr spannungsreichen Situation und eventuelle Abwendung eines möglichen zerstörerischen Aufstandes gesehen. Am 40. Jahrestag des Todes von MLK hörte ich auf NPE ein Interview http://www.npr.org/templates/story/story.php?storyId=89273314 mit David Leaf, dem Regisseur des Films The Night James Brown Saved Boston (Die Nacht, in der James Brown Boston rettete). Hier ist ein Ausschnitt aus diesem Film:

Ich wusste auch, dass er sehr engagiert war, die Bewegung der Schwarzen und den Gedanken von „Ich bin schwarz und ich bin stolz“ (I’m Black and I’m Proud) zu fördern. Aber ich wusste nichts über seine lange Geschichte wohltätiger Arbeit, bis ich Soul Survivor und eine weitere Biografie James Brown: the Godfather of Soul gesehen habe. Hier ist auch dazu ein Video:

Charles: Dieses Konzert in Boston war einer der prägenden Momente in Mr. Browns Karriere. Es zeigte seine außergewöhnliche Bedeutung für die Black Community. In der Nacht von Dr. Kings Ermordung brachen in ganz Amerika Straßenkämpfe aus – auch in den schwarzen Gegenden von Boston. Am folgenden Tag war der Stadtrat drauf und dran, sein Konzert nicht stattfinden zu lassen aus Angst, dass es die Aufrührer in das Zentrum der Stadt – die weißen Gegenden – ziehen würde, aber sie beschlossen stattdessen (ohne Mr. Browns Erlaubnis), dass sie das Konzert im Fernsehen übertragen lassen würden mit der Absicht, die Leute in den Häusern zu halten.

Letztendlich war es so, dass sich nicht nur die Straßenkämpfe nicht ausweiteten – es gab in dieser Nacht auch weniger Berichte über Verbrechen in Boston als es in anderen Nächten der Fall war. Der Fernsehsender zeigte das Konzert wieder und wieder, direkt aufeinander folgend, und die Menschen blieben die ganze Nacht in ihren Häusern, um James Brown zu sehen. Sein beruhigender Einfluss auf die schwarze Gemeinschaft der Stadt war so unglaublich, dass andere Städte nach ihm zu fragen begannen. Washington fragte sofort nach seiner Anwesenheit, und er ging hin und beruhigte die Kämpfe auch dort.

Willa: Offensichtlich war dies der Moment, in dem er als Godfather of Soul bekannt wurde. Dieser Titel bezieht sich auf den Film Der Pate (The Godfather), und es bedeutet, dass er in seiner Fähigkeit Situationen zu kontrollieren so einflussreich wie ein Mafiaboss war – nur kontrollierte er sie, indem er Menschen durch seine Musik bewegte und nicht indem er sie durch Handlanger bedrohte. Dieses Konzept erkennen wir regelmäßig in Michael Jacksons Videos über Musik, die Gewalt überwindet – wie in Beat It, Bad, The Way You Make Me Feel, Smooth Criminal, Heal the World, Ghosts, sogar Captain EO – wir erkennen buchstäblich, wie es durch James Browns Konzerte nach der Ermordung Martin Luther King Jr.’s passiert.

Charles: Im folgenden Jahr brachte das Look Magazin eine Titelstory unter der Überschrift: James Brown: Ist er der wichtigste Schwarze in Amerika? (James Brown: Is He the Most Important Black Man in America?). Im einführenden Abschnitt war zu lesen: „Viele Männer kamen aus dem Ghetto zu Ruhm, und wurden vergessen. Er machte sich die Mühe zurückzukommen.“

Das war der Grund, warum er, trotz seiner verschiedenen Irrungen und Wirrungen, größtenteils den Respekt von Amerikas Black Community behielt. Die Bilder der Menge draußen vor dem Apollo in Harlem, die anstand, um seinen öffentlich aufgebahrten Körper sehen zu können – keine Stars, keine Autogramme, nur die Gelegenheit Respekt zu zollen – waren unglaublich.

Abertausende kamen, nur um einmal an seinem Sarg vorbeigehen und ein leises Goodbye sagen zu können. Er hatte sich diesen Respekt verdient, weil er niemals seine Wurzeln vergaß.

Er hatte sich geweigert aus Augusta wegzuziehen, obwohl ein Umzug nach Los Angeles seine Musikkarriere erheblich unterstützt hätte. Er spendete an Wohltätigkeitsorganisationen, finanzierte Lebensmittelgutscheine und verteilte bei seinen Konzerten Stipendien für das College. Jedes Jahr verschenkte er in Augusta Hunderte von Truthähnen zu Thanksgiving und kaufte Tausende Weihnachtsgeschenke für bedürftige Kinder.

Willa: Das ist wahr. Gemäß der Dokumentationen, die ich gesehen habe, war er sehr großzügig darin etwas an die bedürftigen Menschen in den Gemeinden zurückzugeben, die ihn unterstützt hatten, ganz besonders in Augusta und Harlem. Und er engagierte sich für die Förderung von Erziehung und Ausbildung, wie etwa durch seine „Don’t Be a Dropout“-Kampagne (Sei kein Schulabbrecher-Kampagne).

Charles: Aber wie bei Michael Jackson erstreckte sich sein humanitäres Wirken über seine Taten hinaus bis hinein in seine Musik.

Willa: Ja, wie du in deinem Artikel aufzeigst, sah James Brown Musik als einen Weg die Welt zu verbessern – „diese Kinder zu einem besseren Leben und einem besseren Ort zu führen“, wie du ihn aus seiner Einführungsrede in der U.K. Music Hall of Fame zitiert hast. Wir sehen diesen Gedanken definitiv ebenso fortgeführt durch Michael Jackson – diese Musik und die Künste können Menschen aufrichten und uns dazu inspirieren einen besseren Ort aus der Welt zu machen.

Charles: Bootsy Collins – in den frühen 1970ern für eine kurze Zeit James Browns Bassist – veröffentlichte vor etwa zwei Jahren ein Album, das einen Tribute Song mit dem Titel JB-Still The Man enthielt. Es war eine Zusammenarbeit  mit Reverend Al Sharpton, der Mr. Brown in einem Instrumentalstück im James-Brown-Stil pries.

Willa: Hier ist ein Video – natürlich von YouTube! – und es sieht aus, als hätte Bootsy Collins es selbst hochgeladen:

Charles: Ein Abschnitt des Songs lautet folgendermaßen:

Jedes Mal, wenn ein Künstler in ein Studio geht und aus einem höheren Grund singt als für sich selbst, das ist James Brown. Er ist immer noch Der Mann. Jedes Mal, wenn wir unsere Kunst und unsere Musik dafür einsetzen, um jene hochzuziehen, die am Boden sind, damit sie nach oben blicken und von besseren Tagen träumen können, dann weiß ich, dass James Brown immer noch Der Mann ist.

James Browns Katalog ist voll von Hymnen mit sozialem Bezug – von Don’t Be a Dropout (Sei kein Schulabbrecher) über I Don’t Want Nobody to Give Me Nothin’ (Ich will nicht, dass mir irgendjemand etwas gibt) bis hin zu The Funky President. Sogar seine Weihnachtslieder waren mit sozialem Bezug: Santa Claus Go Straight to the Ghetto (Santa Claus geht direkt ins Ghetto). Er nahm sogar Musik mit humanitärer Zielsetzung auf, wenn er wusste, dass es ihn unpopulär machen würde. Say It Loud, I’m Black and I’m Proud kostete ihn viel Sendezeit und eine Menge Verträge.

Willa: Das habe ich nicht bemerkt. Das ist etwas, das wir auch bei Michael Jackson sehen: Der Panther Dance in Black or White wurde dafür kritisiert zu aggressiv zu sein, The Lost Children wurde dafür kritisiert zu rührselig zu sein, Little Susie wurde dafür kritisiert zu deprimierend zu sein und They Don’t Care about Us wurde fast durchgängig missverstanden und als antisemitisch kritisiert. Aber trotz dem er heftig wegen dieser Songs und Videos kritisiert wurde, weigerte er sich damit aufzuhören durch seine Musik die Hand auszustrecken.

Charles: Die humanitäre Thematik in Michael Jacksons selbstverfassten Werken gab es seit den Tagen der Jacksons mit Stücken wie Can You Feel It – einem Track im Funkrhythmus, speziell dafür gemacht die Tanzflächen zu füllen und gleichzeitig eine starke, positive soziale Botschaft in sich zu tragen. Das ist lehrbuchmäßig James Brown. Aber du hast Recht: Er nahm ebenfalls wie James Brown Material mit humanitärem Anspruch auf in dem Wissen, dass es Kritik anziehen könnte. Könnt ihr euch einen weniger kommerziellen, in der Ära des Grunge veröffentlichten Song vorstellen als Heal The World? Ein in der Mitte der 90er weniger „aktuelles“ Stück als Earth Song?

Willa: Genau. Er stand in Verbindung mit musikalischen Trends, aber sein Fokus lag immer darauf, Werke zu erschaffen, die bedeutsam und zeitlos sind, in dem Sinn, dass sie die Zeit überdauern und relevant bleiben, auch nachdem aktuelle musikalische Launen sich geändert haben.

Charles: Sein eher gegen den Strom konzipiertes, sozialpolitisches Material war ebenfalls von James Browns Einfluss durchdrungen. They Don’t Care About Us besteht weitgehend aus einem sich wiederholenden, rauen Drum Track mit staccato-artigen Lyrics. Sicher, viele Künstler haben Songs wie diesen über die Jahre aufgenommen – aber es war James Brown, den Michael als seinen größten Einfluss bei jeder sich bietenden Gelegenheit nannte. Und wenn er Lyrics wie „Black man, black male, throw the brother in jail / All I wanna say is that they don’t care about us“ (Schwarzer Mensch, schwarzer Mann, wirf den Bruder ins Gefängnis / Alles, was ich sage ist, dass sie sich nicht um uns kümmern) sang, war dann die Stimmung so weit entfernt von James Browns „We’d rather die on our feet than keep living on our knees“ (Wir werden lieber stehend sterben, als kniend weiter zu leben)?

Michael wuchs natürlich umgeben von politischer Musik auf. Im Alter von 11 war er während der Aufnahmen von What’s Going On Kollege von Marvin Gaye. Er war bei den Aufnahmen von Stevies Songs in the Key Of Life dabei, die Stücke wie Black Man enthielten.  Er coverte Sly Stones Stand und Jermaine Jacksons Buch enthüllte, dass ein junger Michael George Clintons Parliament / Funkadelic liebte – keine Überraschung, dass George 2003 Teil von The One, einer Dokumentation über Michael, war.

Aber wie ich schon sagte – es war James Brown, den Michael regelmäßig als seinen größten Einfluss zitierte, also wäre es ziemlich naiv die massiven Ähnlichkeiten zu ignorieren, nicht nur in ihrer humanitären Arbeit, sondern auch in der Größe ihrer humanitären und sozio-politischen Leistungen.

Joie: Ich muss zugeben, dass das alles sehr faszinierend für mich ist. Ich bin nie in wahren Sinn des Wortes ein „Fan“ von James Brown gewesen.  Ich meine, es gibt mehrere seiner Songs, von denen ich wirklich behaupten kann, dass ich sie liebe, aber ich habe mich nie wirklich genug für ihn interessiert, um in seinen gesamten Musikkatalog einzutauchen oder seine Geschichte und sein humanitären Wirken zu untersuchen.

Aber als ein farbiges Kind wusste ich, als ich aufwuchs, dass James Brown ein unglaublich respektierter und geliebter Mensch in der Black Community war. Unter älteren Leuten – und ich sollte eigentlich nicht wirklich „älter“ sagen, ich meine nur die Generation meiner Eltern – war James Brown so etwas wie ein Held. Er war jemand, der mit ihnen „im Schützengraben gelegen“ hatte und der mit ihnen durch den ganzen Bürgerrechtskampf gegangen war, und er konnte nichts falsch machen. Wenn James Brown sang „Say It Loud, I’m Black and I’m Proud“, dann sangen sie diese Zeile laut mit ihm. Er war, wie der Song sagt, „The Man“.

Charles: Nebenbei gesagt – es ist interessant, dass „Say It Loud, I’m Black and I’m Proud“  zu Recht als einer der bedeutendsten Songs in Mr. Browns Karriere betrachtet wird, aber dies fast ausschließlich hinsichtlich seines textlichen Inhaltes und aufgrund seines sozio-politischen Einflusses. Ich würde gern jedem empfehlen, sich einmal für ein paar Minuten die Kopfhörer aufzusetzen, Say it Loud richtig laut zu drehen, die Lyrics für eine kleine Weile zu vergessen und nur der Komposition zu lauschen. Es ist eine der unglaublichsten rhythmischen Kompositionen, die ihr jemals hören werdet, komplex, aber gleichzeitig durchgängig ansprechend. Sogar ohne die Lyrics klingt es fast militärisch. Es ist wie ein Ruf zu den Waffen. Es wurde mitgeschrieben von Pee Wee Ellis und ist ein unglaubliches Werk.

Willa: Wow, ich muss es mir wohl noch mal sorgfältiger anhören.

Und es ist interessant für mich, dass wir James Brown zuerst alle unter anderen Aspekten begegnet sind und auf unterschiedlichen Wegen zu ihm gefunden haben. Charles, deine ersten Eindrücke kamen durch das Hören seiner Musik auf CD. Joie, deine Eindrücke ergaben sich aus dem, was du von deiner Familie über ihn als bedeutende, kulturelle Person gehört hast. Und meine kamen daher, dass ich ihn als Tänzer und Performer in Soul Train gesehen habe. Ich habe in der Junior High School und später auch oft Babysitting gemacht, und damals gab es nicht viele Fernsehsender – nur die drei großen und ein paar wenige mit UHF (Ultra-Hochfrequenz), bei denen der Empfang meistens nicht gut war. Ich saß da im Dunkeln bei irgendjemandem im Haus, versuchte keine Angst zu haben bei all den seltsamen Geräuschen, die nachts in einem fremden Haus zu hören waren, und ich freute mich immer, wenn James Brown auftrat, denn durch ihn fühlte ich mich mutig. Zum einen, weil er so energiegeladen war, dass er die Atmosphäre vollkommen verändern konnte – das Haus schien nicht so leer zu sein, wenn er da war. Und er war furchtlos!  Er griff das Mikrophon, als wäre es lebendig und ließ es herumschnellen, als würde er mit bloßen Händen mit einer Schlange ringen. Du konntest einfach keine Angst haben, wenn er da war.

Joie: Energiegeladen und furchtlos. Ich liebe das, Willa. Das sind großartige Worte, um ihn zu beschreiben, finde ich.

Willa: So war er wirklich – extrem energiegeladen und furchtlos. Ich erinnere mich, wie ich bei einer Laser Show am Stone Mountain in Georgia gewesen bin – meine Güte, vor 30 Jahren – damals, als Laser noch ziemlich selten waren. Es war die erste Laser Show, die ich je gesehen habe, und sie spielten einige klassische James Brown Songs, während ein Laser die Umrisse eines tanzenden James Brown auf diese riesige Felsoberfläche skizzierte. Es war frenetisch! Du hattest den Eindruck, dass es selbst dem Laserstrahl schwer fiel mit ihm mitzuhalten … Und natürlich lernte Michael Jackson von einem frühen Alter an dieses hochenergetische Tanzen zu übernehmen und bezog es in seine eigenen einzigartigen Performances ein. Er variierte gern das Tempo seiner Konzerte und schloss Balladen und andere ruhige Momente ein, aber er konnte definitiv  aufdrehen und diese wieselflinken Drehungen und Shuffles ausführen, wenn er es wollte. Hier ist ein Clip von 1983 bei einem Auftritt im klassischen James Brown Stil, während sein Mentor zusieht, und sieh dir auf jeden Fall die Drehungen an. Es ist unglaublich. Er macht dreieinhalb Drehungen, glaube ich – sie sind so schnell, dass ich sie kaum zählen kann. Ich glaube nicht, dass ein Schlittschuhläufer sich so schnell drehen kann. Hier ist der Clip:

Ich liebe James Browns Reaktion! Man merkt ihm an, dass ihm das großen Spaß macht. Und hier ist ein weiterer Clip 20 Jahre später, von 2003, in dem Michael Jackson seinen Mentor noch einmal ehrt:

James Brown war also eine bedeutende Persönlichkeit des Tanzes, der einen enormen Einfluss auf Michael Jackson hatte, und er war ebenso auch ein musikalischer Innovator. In dem Tribute Song JB-Still The Man, den du, Charles, bereits erwähnt hast, sagt Al Sharpton:

Er hat die Musik, wie wir sie kannten, verändert … Er änderte buchstäblich die Takte, zu einem 1-3 von einem 2-4. Er brachte der Welt bei, auf der 1 zu beginnen. Darum ist er immer noch The Man. Denn jedes Mal, wenn ich eine Hip Hop Aufnahme auf der 1 beginnend höre, ist das James Brown.

Das wird auch in  Deep Soul: the Uprising of James Brown (Tiefer Soul: Der Aufstand des James Brown)  diskutiert. Hier ist ein Clip:

Seine Musik war also sehr vom Rhythmus getrieben – wie sein Drummer sagte: „Es ist, als würde ein Dinosaurier gehen“ – und es war kulturell wie auch künstlerisch extrem bedeutend. Deep Soul stellt fest, dass „Funk trotzige schwarze Musik“ war. Der Musikkritiker Rickey Vincent erklärt: „Funk, das war ein Weg, um irgendwie anzudeuten, dass du alles an deinem rauen Leben feierst. Weißt du, wir sind in diesen Ghettos gefangen, aber wir haben sehr viel rauen Stil.“ Dies kommt auf das zurück, was Reverend Sharpton auch gesagt hat – James Brown ist The Man, sowohl kulturell, als auch kreativ.

Gemäß seinem Biografen Bruce Tucker war Papa’s Got a Brand New Bag wie nichts, was irgendwann einmal vorher war. New Bag ist Funk – die Geburt des Funk. Er veränderte den Beat vom Upbeat zum Downbeat, fügte Synchronizität hinzu und erfand damit ein gänzlich neues Musikgenre.

Charles: Komischerweise wird Papa’s Bag oft als das erste Beispiel für Funk zitiert – einschließlich von Mr. Brown selbst, aber Brown-Experten gehen noch weiter zurück zu Tracks wie Out of Sight, das einen pochenden Beat und ein fast hypnotisches rhythmisches Muster hat. Im Grunde hat Papa’s Bag nicht einmal einen 1-und-3-Beat. Mr. Brown sprach oft darüber, wie der Song 1965 herauskam und wie er über 1-und-3 stolperte, aber Papa’s Bag hat einen ganz eindeutigen 2-und-4-Beat. Sein langjähriger Manager Charles Bobbit erzählte mir vor einigen Jahren, dass Mr. Brown dies aus einem Grund machte, da er, sogar Jahrzehnte später, seine Methoden sehr schützte. Gemäss Mr. Bobbit weigerte er sich bei den meisten Gelegenheiten in eine ernsthafte Diskussion über seine Werke einzutreten, weil er, wie er jenen, die ihn umgaben anvertraute, dass „diese Strolche nur wissen wollen, wo ich herkomme“. Was eigentlich nur darauf eingeht, dass die 1 in Papa’s Bag die Hörner sind, nicht der Beat.

Willa: Oh, das ist interessant, Charles. Ich werde es mir noch einmal mit diesem Wissen im Kopf anhören müssen und sehen, ob ich das heraushören kann, was du sagst. Weißt du, mein Musikverständnis ist ziemlich miserabel, eigentlich, und es ist schwer für mich herauszufinden, was in James Browns Musik vor sich geht, besonders, weil sie so kompliziert und so funky und so anders ist.

Aber mich haut der Gedanke ziemlich um, dass James Brown und seine Band den Funk, ein neues Musikgenre, erfunden haben. Ich habe immer gedacht, dass sich Musik nur langsam über eine gewisse Zeit entwickelt, aber je mehr ich über Musikgeschichte lerne, desto mehr realisiere ich, dass das nicht wahr ist. Von Zeit zu Zeit taucht ein unglaubliches Talent wie ein Komet, der die Richtung der Musik ändert, auf, und dann werden diese Neuerungen schrittweise angepasst, und dann erscheint ein weiterer Komet.

Bill Monroe erfand Bluegrass. Vor ihm existierte es nicht. Das ist für mich einfach erstaunlich. Southern Rock, wie wir ihn kennen, existierte nicht, bevor Duane Allman und Wilson Pickett sich für ihre Version von Hey Jude zusammentaten. Und Funk als ein Musikgenre existierte nicht, bis James Brown „buchstäblich den Beat verändert hat“, wie Rev. Sharpton sagt. Und dann, denke ich, brachte Michael Jackson dies auf eine gänzlich neue Ebene und erfand damit ein völlig neues Kunstgenre …

Charles: Ich denke nicht, dass Michael Jackson ein neues Genre der Musik erfand. Mir fällt kein Sound oder keine Methode ein, die er erschuf und die nicht schon vor ihm da war. James Browns Musik klang völlig neu und revolutionär. Michael Jacksons Musik klang einfach nur unglaublich gut.

Die drei zentralen Grundsätze des Funk sind 1. der 1-und-3-Beat, 2. das Vorherrschen von Bass und Drums und 3. die Betonung des Rhythmus statt der Melodie. Funk entstand in den frühen 60ern. Die letzte riesige musikalische Revolution war in den 50ern der Rock’n Roll gewesen, der fest ausschließlich  auf dem 2-und-4-Beat basierte. Natürlich gab es hier und da auch den 1-und-3-Beat – aber niemand machte ihn zum Prinzip; James Brown adaptierte ihn als seinen Modus Operandi. Zusätzlich stellte er den Bass und die Drums in den Vordergrund seiner Kompositionen, während sie sonst typischerweise hinter den Gitarren zurückstanden. Drittens gab er seiner Band die Anweisung „Spielt jedes Instrument wie die Drums“, was den Verzicht auf melodische Schnörkel bedeutete. Alles wurde dem Rhythmus untergeordnet. Die Kombination dieser drei Elemente stellte eine völlig neue Art Musik zu machen dar.

Im Gegenzug dazu arbeitete Michael Jackson immer innerhalb bereits existierender Genres. Die meisten seiner frühen Solowerke fielen eindeutig in die konventionellen Genre von Soul, Disco und traditionellen R&B. Off the Wall beinhaltete außerdem einen ordentlichen Anteil an Jazz. Das Bad Album klang hauptsächlich wie typischer 80er Synth-Pop mit Ausflügen zu Gattungen wie Gospel und Rock. Dangerous setzte sich auch mit diesen zwei Genres auseinander, ebenso wie mit dem klassischen Sound und natürlich seinem übergeordneten New Jack Swing Sound. Und so weiter und so fort.

Was Michael Jackson gemacht hat, war innerhalb dieser existierenden Genres zu arbeiten – obgleich er sie manchmal auf ungewöhnliche Weise verschmolz (beispielsweise war er einer der ersten Popstars, der damit begann Gast-Rapper einzusetzen) – aber seine Musik auf einen so hohen Standard zu bringen, dass sie die Messlatte für all seine Kollegen darstellte. Stellte das Bad Album eine neue Art Musik zu machen dar? Nein. Aber er stellte verdammt sicher, dass von all den Synth-Pop-Alben, die in den späten 80ern aufgenommen wurden, es eines der absolut besten war und eines der beständigsten bleiben sollte.

Er war ein Perfektionist, nahm akribisch genau Dutzende von Songs für ein Album auf, ließ Jahre zwischen den Veröffentlichungen vergehen, um sicherzustellen, dass das, was immer er herausgab, das absolut Bestmögliche war. In dieser Hinsicht waren er und Mr. Brown sehr verschieden. Mr. Brown nahm ganze Alben innerhalb von Stunden auf und hasste größtenteils Neuaufnahmen. Sogar wenn er oder seine Band Fehler machten, nahm er oft eher die erste Version als den Fehler zu beheben. Sein Spruch war: „Die erste Aufnahme ist Gott. Die zweite Aufnahme ist der Mensch.“ Für ihn ging es nur um das Gefühl.

Ein Stück mit einem Fehler ist zum Beispiel It’s a New Day. Gegen Ende fängt Mr. Brown an die falsche Zeile zu singen, muss sich selbst korrigieren und setzt die richtige Zeile als Nachsatz schnell nach. Man bemerkt es, aber der Groove ist so unglaublich, dass es einen gar nicht kümmert. Es passt einfach zu diesem fantastischen improvisierten Live Sound, den er kultiviert hat.

Ich bin der Meinung, dass sowohl seine als auch Michael Jacksons Methoden in gleichem Maß ihre Berechtigung haben, aber es ist ein Bereich, in dem ihre Musik sich unterscheidet. Sonst zeigt Michaels Musik natürlich einen riesigen Einfluss durch James Brown. Die vielleicht sofort am meisten offensichtliche Ähnlichkeit ist der beiden gemeinsame Einsatz vokaler Ticks während ihrer Aufnahmen wie „ow“ und „huh“. James Brown erklärte dieses Phänomen in einem Interview mit Jonathan Ross: „Ich setzte meine Stimme wie ein Instrument ein.“ Michael, natürlich, führte dies noch einen Schritt weiter und „beatboxte“ sogar Teile seiner eigenen Songs.

Während ich nicht denke, dass Michael Jackson irgendwelche Musikgenres erfand, soll das nicht heißen, dass er nicht extrem einflussreich war. Ein Bereich, in dem sein Einfluss nicht in Frage gestellt werden kann, ist das Musikvideo. Niemand könnte seinen enormen Einfluss auf diese Kunstform leugnen. Man könnte auch darüber streiten, dass Michael Jackson ein neues Genre der Live Performance erschaffen hat – aber das Problem war, dass er es so gut gemacht hat, dass niemand, der es ihm bisher nachtun wollte, fähig gewesen wäre, ihm gerecht zu werden. Durch die Eigenschaft seines kolossalen Talents, legte Michael unbewusst einen unmöglichen Standard für seine Schüler fest und setzte uns schließlich einer endlosen Parade von untauglichen, Fedora-liebkosenden Imitatoren – Usher, Chris Brown, etc. – aus, von denen ich mir eher wünschen würde, dass sie einfach aufgeben und weggingen, wenn ich wirklich ehrlich bin.

Willa: Hmmm … Nun, ich mag wirklich einige von den neuen „Fedora-liebkosenden“ Performern, die in seine Fußstapfen treten, obwohl ich dir zustimme, dass sie nicht er sind. Aber das scheint ein unfairer Maßstab zu sein! Jemand wie Michael Jackson ist in der Tat sehr selten …

Und ich bezog mich, als ich sagte, Michael Jackson erschuf ein neues Kunstgenre, nicht so sehr auf seine Musik wie auf seine visuelle Kunst, ganz besonders die Art, auf die er in Frage gestellt hat, wie wir sein Gesicht und seinen Körper „lesen“ – und noch allgemeiner, wie wir Rassen- und Geschlechterzugehörigkeit und Sexualität und Nationalität und Identität und all jene Einteilungen, die wir zwischen uns selbst und anderen konstruieren, „lesen“. Ich glaube nicht, dass wir als eine Kultur überhaupt schon angefangen haben, dies zu verstehen, was ich als sein revolutionärstes und bedeutendstes Werk sehe.

Aber ich glaube schon, dass er ebenso innovativ in seiner Musik war, an vielen verschiedenen Fronten – zum Beispiel, die Art, auf die er verschiedene Musikgenres innerhalb eines Werkes gegenübergestellt hat, um eine Art bedeutungsvoller Dissonanz herzustellen. Lisha McDuff sprach mit uns darüber in einem Post über Black or White, und dann schloss sich Susan Fast uns an für einen Post über sein mehr allgemeines Überschreiten der Genres sowohl bei seiner aufgenommenen Musik, als auch bei seinen Live Auftritten. Das ist eine gänzlich neue Art des Musikaufbaus und darüber zu denken, wie man Bedeutungen durch Musik vermitteln kann.

Und wie James Browns Kreation des Funk ist diese neue Herangehensweise an Musikkomposition kulturell wie auch vom ästhetischen Empfinden her bedeutend, denn Michael Jackson stellte oft „schwarze“ und „weiße“ Genres einander auf eine Art gegenüber, die die etablierten Rassenhierarchien unterwanderte. Susan Fast erzählte uns zum Beispiel in ihrer Analyse von Working Day and Night aus der Dangerous Tour: „Metal (das weiße Genre) ‚dient‘ dem größeren R&B/Funk (schwarzen) Genre“. Das ist eine subtile, jedoch kraftvolle Umkehrung.

Charles: Einige jener genre-verschmelzenden Experimente waren meiner Meinung nach erfolgreicher als andere. Persönlich denke ich Black or White ist ein ziemliches Schlamassel, und es wird oft liebevoller bedacht als es vielleicht ohne dieses sehr gute Video der Fall gewesen wäre.

Willa: Du lieber Himmel, Charles … „Schlamassel“? Ich bin sprachlos …

Joie: Und ich bin ziemlich empört. Wenn auch Black or White nie einer meiner Favoriten war, so liebe ich doch die Botschaft dieses Songs, und ich würde es ganz sicher nicht als „Schlamassel“ bezeichnen. Aber ich muss zugeben, ich mag deine britische Umgangssprache!

Willa: Du bist enorm diplomatisch, Joie …

Charles: Der Einsatz von orchestraler / klassischer Musik war oft sehr beeindruckend, wie etwa einen tief bewegenden Chor im Intro dem harten, funkigen Hauptteil von Who Is It gegenüberzustellen.

Das ist ein ziemlich guter Hinweis auf die Working Day and Night Performances. Working Day and Night ist einer meiner liebsten Michael Jackson Songs überhaupt – ob auf dem Album oder auf der Bühne. Die meisten meiner liebsten Michael Jackson Songs bauen auf Schichten von Rhythmus in der Tradition von James Brown auf. Ich fand es in den späteren Jahren recht seltsam, dass Michael so oft über „Die Melodie ist König“ schrieb, wo doch die Mehrheit seiner populärsten Werke rhythmisch war: Don’t Stop Til You Get Enough, Working Day and Night, Wanna Be Starting Something, Billie Jean, Smooth Criminal, etc. Ich bin schon gespannt auf Susans Buch über das Dangerous Album.

Willa: Ich auch! Es soll diesen Sommer erscheinen, glaube ich, und ich habe das Gefühl, dass es ein langer Weg werden könnte, die kritischen Meinungen über Michael Jackson, speziell über das Dangerous Album und sein Werk im Allgemeinen, zu ändern – besonders seine späteren Werke, die schrecklich unterschätzt wurden. Susan hat mich eine Grobfassung lesen lassen und es ist fantastisch! Ihre Erkenntnisse haben mich wieder mal umgehauen. Ich kann es nur sehr empfehlen.

Nun, danke dass du hier warst, Charles! Ich stimme nicht immer mit dir überein – in der Tat ein „Schlamassel“! Joie und ich werden dich noch deswegen bearbeiten müssen – aber es ist immer wunderbar mit dir zu sprechen.

Und dies scheint eine sehr passende Zeit im Jahr zu sein, um über James Brown zu sprechen. Er starb vor sieben Jahren am Weihnachtstag, und offensichtlich besuchte Michael Jackson den Ort der Bestattung während der frühen Morgenstunden und hielt eine private Nachtwache bei ihm. Ein paar Jahre später, nach seinem eigenen Tod, veröffentlichte WRDW-TV aus Augusta ein Nachrichtensegment darüber. Und obwohl ich es hasse, jemanden auf die New York Daily News hinzuweisen, brachten sie drei Wochen später tatsächlich einen tiefer gehenden Artikel darüber.

Dem Bericht von Charles Reid, dem Bestattungsunternehmer, zufolge tauchte Michael Jackson etwa um Mitternacht auf und blieb bis zur Morgendämmerung. Er küsste James Brown, wie er da so in seinem Sarg lag, auf die Stirn, und dann drehte er eine Locke von seinem Haar in die Stirn, so dass es mehr nach ihm aussah. Und er sprach darüber, wie viel er ihm bedeutet hat: „Wie wichtig Mr. Brown für ihn war“, erinnerte sich Reid. „Was für eine Inspiration er war.“ Da ist etwas sehr Berührendes für mich dabei – das Bild von Michael Jackson, der ganz still eine Totenwache für den Mann abhält, der über so viele Jahre so viel für ihn bedeutet hat.

Charles: Michaels Teilnahme an James Browns öffentlicher Trauerfeier war sein erstes Erscheinen in den Vereinigten Staaten nach seinem Prozess. Ich denke, das ist sehr aussagekräftig und spricht Bände über seine Liebe zu Mr. Brown. Meiner Meinung nach war Rev. Al Sharptons Einführung zu Michaels kurzer Trauerrede sehr klug: „Obwohl er weiß, dass sie ihn dafür kritisieren werden, sagt Michael, ihm ist es egal, was sie sagen. Michael kam heute für Sie, Mr. Brown.“ Und natürlich, es war genau das, was die Medien taten am nächsten Tag, nämlich Michael dafür verspotten, dass er seinen Mentor auf die Stirn küsste, als dieser aufgebahrt war. Interessanterweise war Michaels eigene Trauerfeier – und sogar sein eigener Sarg – dem Mr. Browns nachempfunden. Die Lehrer-Schüler-Beziehung setzte sich bis zum Ende fort.

JB_Funeral

Die Gemeinsamkeiten im Nachgang zu ihrem Tod enden hier noch nicht. Michael wurde in den Tagen nach seinem Tod mit einer Feier im Apollo Theater in Harlem geehrt, der Rev. Sharpton beiwohnte. Das ist eine weitere Tradition, die anscheinend 2006 mit Mr. Browns Tod begann. Rev. Sharpton hielt eine Rede bei einer Trauerfeier im Apollo für James Brown, die weit weniger bekannt ist als seine kürzere Rede bei der später folgenden Gedenkfeier in der Arena, an der Michael teilnahm. Während es nicht eindeutig ist, denke ich, dass die Apollo-Rede auf perfekte Art die monumentale Bedeutung von James Brown auf den Punkt bringt. Jedes Mal höre ich sie mit Tränen in den Augen. Wenn ich darf, würde ich gern zum Ende unserer Diskussion diese Trauerrede posten, da wir uns seinem Todestag nähern:

Willa: Das ist wunderschön – warmherzig und amüsant und beeindruckend. Und noch einmal danke, Charles, dass du hier warst und deine tiefe Liebe und deinen Respekt für James Brown geteilt hast.

Charles: Ich danke euch für die Einladung zu dieser Diskussion, die ich enorm genossen habe. Wenn man bedenkt, mit wie viel Leidenschaft und Regelmäßigkeit Michael James Brown seine „größte Inspiration“ genannt hat, werden sein Leben und sein Vermächtnis doch selten diskutiert und sind kaum bekannt in Michaels Fangemeinschaft. Ich hoffe, dass die Leute einiges von dem, was wir hier diskutiert haben – verschiedene Dokumentationen und Aufnahmen -, ausfindig machen werden und dass er einige neue Fans gewinnen wird. Michael liebte ihn aus einem Grund. Er war ein wahrer König.

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