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Michael Bearden Interview mit mjj tribute portrait

by on 2. June 2011

A Powerful Truth – Interview with Michael Bearden (mjj tribute, juni 2011)

Michael Beraden war Michael Jacksons musikalischer Direktor von This Is It

Auszüge aus einem Interview mit Valmai Owens, mjjtribute portrait

(…)

Valmai: 1993 hast du zum ersten mal Michael Jackson getroffen, für ihn gearbeitet zum ersten mal 2001. Wie waren diese Erfahrungen für dich?

MB: Ich traf Michael in Mexiko 1993, bei seinem Konzert. Ich arbeitete zu der Zeit mit Madonna, und wir gingen uns seine Show ansehen. Er hatte Schwierigkeiten mit dem Atmen in dieser Höhe von Mexiko City. Ich hatte auch eine schwere Zeit damit, und ich musste nicht mal auf der Bühne performen. Wir gingen backstage und ich sagte “Hallo” und all das. Er war immer einer der nettesten Künstler die du nur treffen konntest. Er war einfach ein wirklich süßer Mensch.

Auf der Bühne arbeitete ich mit ihm zum ersten mal 2001 beim 30th Anniversary Concert im Madison Square Garden in NY. Er war nicht so, wie mir gesagt wurde. Es war einfach, mit ihm zu reden, er war sehr einnehmend und nicht so schüchtern, wie ich gehört hatte. Seine Brüder waren da und vielleicht fühlte er sich deshalb wohl. Ich lernte ihn als extrem professionel und sehr detailorientiert kennen. Er wusste, was er wollte und wie er es bekommt. Sein Talent spricht für sich selbst.

 Valmai: Hattest du zwischen 2001 und 2009 weiterhin Kontakt?

MB: Nicht jedes Jahr, aber ich sah in ein paar mal, wenn er Aufnahmen machte. MJ machte immer viele Aufnahmen, wenn er an einer Platte arbeitete, und ich war mit ihm für ein paar dieser Aufnahmen im Studio. Vieles von den Sachen, die ich spielte kamen nie auf die Platte, aber es war immer großartig, mit Michael im Studio zu arbeiten.

Valmai: Wie kam es, dass du für TII unter Vertrag kamst?

MB: Als ich herausfand, dass ich auf der Liste der möglichen musikalischen Direktoren für Michaels TII Tour stand, war ich überraschender Weise erst etwas widerstrebend. Ich war in meiner Karriere für so viele große Stars der musikalische Leiter gewesen, und wollte andere musikalische Aufgaben bevorzugen, die näher an Zuhause waren. Allerdings, wenn Michael Jackson ruft, dann musst du deine Möglichkeiten abwägen.

Ich traf mich zuerst mit TII Direktor Kenny Ortega. Wir hatten ein gutes Treffen und er lud mich an diesem Abend noch ein, Michael Jackson zu treffen. Ich fragte, ob es in dem Raum, wo ich MJ treffen sollte, Keyboards gäbe. Als sie MJ hereinbrachten, um mich kennen zulernen, spielte ich auf dem Keyboard herum. Er kam flott herein und breit lächelnd. Er fing sofort an zu tanzen und mit zu “swingen” als ich Working Day and Night spielte. Wir umarmten uns und redeten darüber, nach was er suchte, und ich sagte ihm, was ich mir vorstellte. Ich unterbrach ihn manchmal, damit er mir Lieder vorsang, die ich für ihn spielte. Er tat es und wir hatten direkt einen guten Draht. Wir hatten ein etwa halbstündiges Konzert, nur er und ich. Als ich ging, fragte ich ihn nach der Set List und er lachte. Sie sahen sich noch ein paar mehr Typen an, nach mir. Er sagte “Gott schütze dich” und dann ging ich. Ich war noch nicht richtig zuhause, als ich den Anruf bekam, dass ich sein musikalischer Leiter sei. Ich gönnte mir einen kurzen Augenblick der Dankbarkeit und fing dann aber sofort an die Songs zu lernen!

Valmai: Michael Jackson kannte jeden Teil, jedes Instrument, jede Note und Accord seiner Musik. Er wusste, wenn etwas nicht stimmte, wir sehen das in dem Film an dem Song The Way You Make Me Feel. War das das einzige mal, dass ihr beide nicht ganz übereinstimmtet mit dem Arrangement eins Stücks?

MB: Viele Leute scheinen zu glauben, dass MJ und ich in dem Moment nicht einer Meinung seien. Stimmt nicht. Wir hatten einen kreativen Zweikampf, wie wir es nannten. Michael vertrat eine starke Ansicht und ich auch. Am Ende davon lachten wir und umarmten uns, und du kannst in dem Film den gegenseitigen Respekt und Liebe erkennen. Ich war nie dafür da, um nur der Schmeichler zu sein, und mich vor allem, was der Künstler sagt, zu verbeugen. Wozu sollte man einen musikalischen Leiter arrangieren? Nur um jemanden zu haben, der das ausführt, was man haben will und damit zufrieden ist? Michael war brilliant darin, immer wachsen zu wollen und die Grenzen zu verschieben, er sagte mir immer, ihn zu puschen, und das tat ich. Ich habe kein Problem damit, so mit jedem Künstler umzugehen, mit dem ich arbeite. So war es mit MJ und mir, und so funktioniert es. Wir sahen uns in die Augen und brachten unsere Vision weiter voran. Mit dieser Art Annäherung sind die Endergebnisse immer besser. Und alles geschah mit Liebe.

Valmai: Was ist der Moment mit MJ bei TII, an den du dich am liebsten erinnerst?

MB: Die Frage ist immer schwer zu beantworten Ich wuchs damit auf, dass MJ und die J5 meine Idole waren, wie bei so vielen von uns. Und jetzt arbeitete ich zusammen mit einem Held aus meiner Kindheit. Nicht nur einfach arbeiten, sondern auch zu vertrauen, mit ihm zusammen zu sein und die Ehre zu haben, dass er mir vertraute und Hoffnung in mich setzte, dass ich ihm bei seinem nächsten Schritt auf seinem beruflichen Weg helfen würde. Woran erinnert man sich lieber, als an das? Am Ende vertraute mir MJ unausgesprochen, und lies mich das spüren, während er da war. Ich bin für die Ewigkeit von MJ auserwählt, wenn du so willst, und allein das ist Wert genug, um sich daran zu erinnern.

Valmai: Andere, die Michael trafen, sprachen von einer Energie und einer Aura, die ihn umgab, wenn er in einen Raum kam, dass die Luft sich veränderte. Hast du das auch verspürt?

MB: Ja, da habe ich wirklich. Alles was darüber gesagt ist, stimmt. MJ hatte einen besonderen Stolz, niemand konnte das kopieren. Diese Aura war real. Die Luft veränderte sich, denn er brachte sie dazu sich anzustrengen um zu duften. Und er roch einmalig! Ich wusste immer, wenn er da war, auch wenn ich ihn nicht sah.

Valmai:  Du warst  der letzte der Company, der Michael sah nach seiner letzten Probe. Schien er glücklich und bereit für diese Tour?

MB: Du hast deine Hausaufgaben gemacht. Ja, er war sehr glücklich. Kenny Ortega und ich waren den größten Teil des Tages mit ihm zusammen, wegen Tour Geschäftlichem und solchen Dingen.  Travis arbeitete mit den Tänzern. Wir kamen an diesem Abend spät zur Bühne, aber machten noch eine volle Probe. MJ sah großartig aus und sagte, er fühle sich gut. Die Band sagte, er hätte ein Glühen an sich, an diesem Abend. Sie hatten recht. Ich umarmte ihn, er sagte mir, dass er mich liebe, redete über den nächsten Tag und wir stiegen in unsere Autos und verließen das Staples Center. Ich habe ein sehr positives Bild in Erinnerung von diesem letzten mal, wo wir uns sprachen. Ich habe Frieden damit geschlossen.

Valmai: Viele Leute sagen, Michael wäre nie in der Lage gewesen die 50 Konzerte zu vollenden. Wie denkst du darüber?

MB: Wer sind diese vielen Leute? und waren sie bei den gleichen Proben, an denen ich teilnahm? Ich bin immer erstaunt über Leute, die voller Überzeugung reden aber keine Informationen aus erster Hand haben, die ihre Meinung anscheinend auf Hörensagen und Gerüchte begründen. Sieh, es ist schwierig zu sagen, ob MJ die 50 Konzerte beendet hätte oder nicht. Er war niemand, der Zeichen erkennen lies, wenn er arbeitete. Er stieg immer voll ein, jedes mal wenn ich mit ihm arbeitete. Ein paar seiner Brüder waren verwundert darüber, als sie frühe Mitschnitte von TII sahen. Sie konnten nicht glauben, dass MJ sich so voll einbrachte. Sie sagen mir, er versuchte das immer für die Show aufzubewahren. Ich schätze, dass MJ fühlte, dass er etwas zu beweisen hatte. Meiner Meinung nach war er am besten Weg das auch zu tun. Da gibt es keine Möglichkeit, das zu faken, was er bei TII leistete. Das ist MJ wie er das macht, was er am besten kann. Er arbeitete so um für die Show bereit zu werden und in diesen letzen Nächten war er es! Und er wusste es! Ich sehe keinen Grund, warum er es nicht hätte schaffen können, mit diesen Terminen. Er redete sogar über die Möglichkeit, die Tour auszuweiten auf ein anderes Land. Das sagt für mich alles.

Valmai: Zurückblickend auf all die Liebe die für deinen Freund seit seinem Tod ausgedrückt wurde, was denkst du, würde er zu all dem sagen?

MB: Ich muss mir das garnicht nur vorstellen. Ich weiß, er wäre sehr geehrt/gerührt davon. Er würde es annehmen und schätzen. Sogar von den Heuchlern. MJ wollte immer nur geliebt werden für seine Kunst, die er erschuf. Ich weiß, dass er verletzt war von all der Aufmerksamkeit der Tabloids und von den Paparazzi die ihn verfolgten, aber er verstand es. Er wollte nur fair beurteilt werden, und dass die gesammelte Aufmerksamkeit fairer und ausgewogener wäre. Er war ein sehr gebender und liebender Mensch und wollte das auch zurückbekommen. Als sein Freund würde ich ihn nie versuchen zu vergöttern. Er war nur ein Mensch, wenn auch ein außergewöhnlicher Mensch.

Valmai: Wenn du heute noch einmal Gelegenheit hättest, Zeit mit ihm zu verbringen, was würdest du ihm sagen?

MB: Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht an MJ denke. Nicht einen Tag seitdem er ging. Wir sind für immer verbunden und ich bin damit im Reinen. Ich möchte mein Leben nicht hypothetisch leben, aber wenn er hier wäre, wäre das wichtigste was er wissen wollte, dass es seinen Kindern gut geht und dass sie wohl zu außergewöhnlichen Weltbürgern heranwachsen. Darüber wäre er am glücklichsten. Alles andere wäre zweitrangig für ihn. Ich würde ihn auch wissen lassen, dass seine wirklichen Freunde ihn nie vergessen haben, und dass sie das mit Taten bekräftigen und nicht nur mit Worten. Dann würden wir wahrscheinlich viel lachen und etwas zum Essen holen von irgendwoher wo wir es mögen. Das würde ich sehr genießen.

Valmai: Hast du seien Geist/Spirit gespürt, wie so viele andere?

MB: Ja, aber nicht so, wie du denkst. Ich habe ihn gespürt als er hier war. Da gibt es einen Augenblick in TII, wo wir am Earth Song arbeiten. MJ erklärt was er möchte und dann sagt er mir, wann ich das “Piano starten” soll. In dem Moment gibt er mir ein “Daumen hoch”. Ich habe etwas gespürt. Ich erinnerte mich daran als ich von den Proben nach Hause fuhr in dieser Nacht. Ich vergas es, bis wir mit dem Film begannen. Sobald ich es sah, war es genau das gleiche Gefühl wie beim ersten mal, als es stattfand. Energietransfer ist zwischen kreativen Menschen real, aber das war etwas anders.

Valmai: Was ist dein liebevollster Augenblick mit Michael?

MB: Ich habe viele liebevolle Augenblicke mit MJ. Er war einfach so. Einer der liebsten ist, als wir an der Set Liste arbeiteten, am Beginn der Proben, noch bevor wir eine Band und Tänzer hatten. Wir redeten über den “Fluss” der Show und dass wir wie Achterbahn Designer seien. Das war es, was er wollte, dass seine Show sich anfühlt, wie eine Fahrt auf der Achterbahn. Ein vertraulicher Moment für mich war, als er mir seine persönlichen handgeschriebenen Notizen über das Set zeigte; er holte seine Lesebrille heraus. Ich sah ihn an und lächelte und er sagte “Was?” Ich sagte nichts und wir arbeiteten weiter. Es war schön, seine menschliche Seite so zusehen. In der Öffentlichkeit war er immer so vollkommen, es war schön ihn ein wenig verletzlich zu sehen. Es war auch schön festzustellen, dass unser Verhältnis sich in etwas verwandelte, was über das bloße Musikdirektor/Star Verhältnis hinausging. Er fühlte sich sehr wohl bei mir und ich wusste das zu Schätzen. Er wusste, dass ich nichts anderes von ihm wollte, als ihn wieder an der Spitze zu sehen. Die Brille hat mir das bestätigt.

Valmai: Was denkst du, ist Michaels größtes Vermächtnis?

MB: Schwer zu sagen. Seine Kunst bedeutet für alle etwas anderes. Für mich ist sein Vermächtnis vielleicht einfach nur seine Schlichtheit. Niemals in meiner Karriere und möglicherweise auch niemals in der Musikgeschichte, hat ein Künstler gleichzeitig so viele Menschen berührt. Ich kann dir garnicht sagen, wie oft ich das von Fans gehört habe, die mir sagen, dass ihre 2,3,4 oder 5Jährigen Kinder Michaels Musik entdeckt haben. Für mich ist das außergewöhnlich. Was hat es mit dieser Musik auf sich, die auf so viele Menschen wirkt? Er sagte immer zu mir: “Wenn du ein Arrangement für einen neuen Song machst, stelle Sicher, dass es einfach ist.” Er sagte: “Sie müssen es mitsummen können. Wenn man es nicht summen kann, ist es zu kompliziert.” Er wollte, dass seine Musik von allen zwischen 8 und 80 mitgesungen werden könnte. Und das erreichte er!

Valmai: Was denkst du über das Michael Jackson Tribute Portrait? Denkst du, dass er es gemocht hätte oder damit einverstanden wäre?

MB: Ich halte es für eine großartige Sache, das Tribute Portrait ist brilliant in seiner Art und ich kann mir nur vorstellen, dass MJ es geliebt hätte. Ich fühle mich geehrt, ein Teil davon zu sein.

Valmai: Wenn man deine Credit-Liste ansieht, scheinst du ein sehr gefragter Mann zu sein. Kannst du uns sagen, an was du momentan arbeitest? Kommt etwas Großes?

MB: Bisher bin ich sehr gesegnet mit meiner Karriere. Es ist nicht leicht sein Leben auf etwas aufzubauen, was man liebt und es nicht für selbstverständlich zu nehmen. Ich bin jeden Tag in Demut über mein Glück. Momentan bin ich musikalischer Direktor bei Lopez Tonight, George Lopez Late Night Show. Es ist großartig und wir versuchen das Late Night (Image) zu verändern. Ich habe auch noch ein paar andere Künstler, mit denen ich Dinge entwickle, und ich mache mit meiner Band Aufnahmen bei der TBS Show. The Ease Vatos. Ich bin auch noch bei vielen philanthropischen Projekten involviert. Ich versuche einfach fit (gesund) zu bleiben, und mich sooft wie möglich zu erholen, damit ich alle tun kann, was ich tun möchte. Ich bin ein Workoholic! Aber es ist ein Segen, das zu tun.

Übersetzung: M.v.d.L.

Quelle: http://mjtpmagazine.presspublisher.us/issue/a-powerful-truth/article/interview-with-michael-bearden

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One Comment
  1. Melissa permalink

    MICHAEL JACKSON IS THE KING and god bless michael bearden

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