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Michaels Liebe zur klassischen Musik

by on 13. February 2013

David Michael Frank und François Glorieux berichten über ihre Projekte mit Michael, bei denen sie mit ihm, oder für ihn, an klassischer Musik arbeiteten. David M. Frank arbeitete 2009 mit Michael an einem klassischen instrumental Album, mit Stücken, die Michael komponiert hatte und die er arrangieren/orchesrtieren sollte. Francois Gloriuex arbeitete 1989 im Auftrag von Michael an der Orchestrierung seiner Hits, wie Beat it, Bad oder Liberian Girl.

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David Michael Frank über sein Treffen mit Michael 2009:

Link zum Text in englisch:  http://weblogs.baltimoresun.com/entertai…rumental_a.html

Vor vier oder fünf Monaten erhielt ich einen Anruf von Michael Jacksons langjährigem Aufnahmeleiter Michael Prince, der mir erklärte, dass Michael jemanden suchte, der die Arrangements für Orchestermusik schreiben könnte. Ich wusste, dass er vor hatte auf Tour zu gehen. Im darauf folgenden Monat rief er mich an, um mir zu sagen: „Michael Jackson lässt Ihnen sagen, dass er Sie anrufen wird.“

Ende April rief mich ein anderer Michael an, Michael Jacksons persönlicher Assistent, und fragte mich, ob ich am nächsten Tag um 10 Uhr kommen könne und fragte mich nach Bauart und Marke meines Wagens. Ich fuhr nach Holmby Hills. Ich fuhr am Eingangstor vor und traf dort auf einen Assistenten, der mich herein bat. Dort traf ich eine Frau, gekleidet wie eine Hausdame und mit einem weißen Turban auf dem Kopf. Sie sagte: „Michael Jackson wird in Kürze bei Ihnen sein.“ Ungefähr zwei Minuten später kam er die Treppe runter.

Ich zögerte seine Hand zu schütteln, da ich gehört hatte, dass er wegen Keimen besorgt sei, aber er reichte mir sofort seine Hand und begrüßte mich mit einem sehr festen Händedruck. Er war ziemlich dünn, aber dennoch nicht zerbrechlich. Er trug einen Anzug und Hut, da er vor hatte, später noch an den Proben für die Tour teilzunehmen. Er sagte: „Sie kommen mir bekannt vor.“  Ich erzählte ihm, dass wir vor langer Zeit an einem Sammy Davis Jr. TV-Tribute im Shrine Auditorium zusammengearbeitet hatten, und dass ich ihn dort kurz getroffen hätte. Er sagte: „Ich vergesse nie ein Gesicht.“

Er erzählte mir: „Ich arbeite gleichzeitig an drei Projekten.” Das eine war die Tour, von der die ganze Welt erfahren hatte. Von den anderen beiden wusste niemand etwas. Eines davon würde ein Album mit Pop Songs werden. Dann sagte er: „Das andere, das ich aufnehmen möchte, ist ein Album mit klassischer Musik.“

Er sagte, er höre immer klassische Musik, es sei seine absolute Lieblingsmusik. Ich war beeindruckt von den Stücken, die er erwähnte. Aaron Coplands, Fanfare for the Common Man und Lincoln Portrait, Westside Story von Leonard Bernstein. Ich erwähnte On the Waterfront von Bernstein. Michael erwiderte, dass er Elmer Bernsteins Filmmusik liebe und erwähnte besonders To Kill a Mockingbird (nach dem Roman von Harper Lee – „Wer die Nachtigall stört“)

Mir fiel auf, dass die meisten klassischen Stücke, die er erwähnte, kindlich, sehr einfach und bezaubernd waren, wie Prokofievs Peter und der Wolf und Tschaikovskys Nussknacker Suite. Auch von Debussy sprach er mehrmals, besonders von Arabesque No 1 und Claire de Lune. Er sprach sehr sanft, wenn er über Musik sprach, aber wenn er durch etwas sehr angeregt wurde, war er wie ausgewechselt. Er erwähnte, wie sehr er Elmer Bernstein liebte, und als ich sagte, dass ich The Magnificent Seven (‚Die glorreichen Sieben’) orchestriere, begann Michael das Thema sehr laut zu singen, er schmetterte es.

Er sagte: „Ich spiele Ihnen eine CD vor.“ Dann kam sein Sohn Prince Michael herein und Michael bat ihn einen CD Player zu bringen. Paris brachte ihn zusammen mit Prince herein. Michael spielte die CD. Es war ganz zauberhafte Musik. Er sagte: „Ein Abschnitt fehlt.” Er spielte das zweite Stück.  Und er sagte: „Aber hier fehlt auch ein Stück. Aber ich kann es für Sie summen.” Ich fragte, ob es im Haus einen Flügel gäbe und er erwiderte, es stehe einer im Poolhaus. Wir machten uns auf den Weg, aber Michael ging nicht weiter, als er sah, dass der Hund draußen war, klatschnass, weil er im Pool gewesen war. Er wollte nicht, dass wir nass gespritzt wurden. Das war ziemlich witzig. Michael bat einen anderen Assistenten, den Hund fest zu halten, während wir zum Poolhaus gingen.

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Ich setzte mich an den Flügel und Michael summte den fehlenden Teil von einem der Stücke. Ich hatte ein kleines digitales Aufnahmegerät dabei, und fragte ihn, ob ich ihn aufnehmen könne. Er traf die perfekte Tonlage. Und ich versuchte, die richtigen Akkorde dazu zu finden, um sein Summen zu begleiten. Er sagte: „Sie haben ein sehr gutes Gespür für die Akkorde.“

Wir sprachen über noch mehr klassische Musik. Ich spielte einige Stücke von Debussy. Michael schien sehr glücklich darüber und war sehr ungezwungen. Er erwähnte wieder Leonard Bernstein und ich spielte etwas aus der West Side Story. Er erzählte mir, dass er Bernstein einmal getroffen habe und dass dieser ein großer Fan von ihm sei.

Wir waren wieder zurück im Haus und als wir von Zimmer zu Zimmer gingen hören wir jedesmal ‘Ich liebe dich, Daddy!’ –  ‘Ich liebe dich, Paris!’ Sie waren alle ziemlich normal und fröhlich.

Michael war sehr gespannt darauf, die Stücke zu arrangieren und die Musik mit einem großen Orchester aufzunehmen. Ich schlug vor, dass wir bei Fox, Sony oder Warner Brothers aufnehmen könnten. Ich bat ihn, dass mich jemand anrufen und das Budget aushandeln solle und er sagte, er würde sich darum kümmern. Als ich ging, waren einige Fans vor dem Tor.

Einige Zeit später telefonierte ich mit Michael. Er fragte mich, wie weit das Projekt sei, und ich erwiderte, dass ich darauf warte, jemanden zu sprechen um den Deal festzumachen. Ich schlug vor, dass wir die Musik in London aufnehmen könnten, wo er die Show machen würde. Die Idee sagte ihm zu. Und er spielte wieder Arabesque.

Ich habe keine Vorstellung, was damit passieren wird und ich hoffe, die Familie wird helfen das zu vollenden. Ich werde es nicht eher angehen, bis ich das Gefühl habe, dass die Zeit reif dafür ist.

Meine Vorstellung geht dahin, dass die Stücke sieben bis zehn Minuten lang sein werden. Jedes einzelne ist bedeutender als ein Song. Es ist ganz wunderbare Musik. Ein Stück hat einen irischen Charakter. Ich schlug vor, dass wir eine keltische Harfe einsetzen könnten. Das Stück klingt wie wunderschöne Filmmusik in sehr traditionellen Akkorden und sehr klangvollen Melodien. Eines der Stücke hörte sich ein bisschen wie eines von John Barry an, ähnlich wie Out of Africa – wie eine John Barry Partitur. Ich konnte mit meinem ‚inneren Ohr’ dramatische Streicher und Waldhörner im Gleichklang hören.

Ich erzählte Michael,  wenn wir die Aufnahmen machen würden,  würde ich einen von Leonard Bernsteins Taktstöcken benutzen, die ich bei einer Auktion gekauft hatte. Ich wusste, es würde ihm einen ziemlichen Kick geben. Ich denke, ich werde diesen Taktstock nehmen, wenn ich je diese Musik dirigieren werde.

(Übersetzung R.I.P. Michael –  mjnet)

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François Glorieux – arbeitete für Michael an klassischen Arrangements von Michaels größten Hits

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http://www.michaeljacksontributeportrait…?article_id=246

“The five hours I spent with Michael Jackson in Los Angeles will certainly be the most emotional of my musical career. It was fantastic to discover so many common points: passion for music (without limits), for peace and freedom, love for animals and nature. In one word: for humanity!”

„Die fünf Stunden, die ich mit Michael Jackson in Los Angeles verbringen durfte, waren sicher die emotionalsten meiner musikalischen  Karriere. Es war fantastisch, so viele Gemeinsamkeiten zu entdecken: Die grenzenlose Leidenschaft für Musik, für Frieden und Freiheit, die Liebe für Tiere und die Natur. In einem Wort: Menschlichkeit.“

Francois Glorieux traf Michael am 2. Mai 1989. Michael hatte ein privates Treffen mit ihm vereinbart, um über klassische Musik zu sprechen. Michael fragte Francois danach, klassische Arrangements seiner größten Hits zu machen. (Aus dem Video: Michael hatte Glorieux‘ Arrangements der Beatles Songs gehört, die ihm sehr gut gefielen, und er hatte dann Branca beauftragt, mit Glorieux Kontakt auf zunehmen.) Ein Jahr später trafen sie sich wieder, und Michael war “hin und weg” von den 3 Stücken, die Francois schon fertig hatte. (Bad, Liberian Girl, Smooth Criminal). Wenn alle Kompositionen fertig gestellt wären, planten sie gemeinsam in London ein großes Klassik-Event als Wohltätigkeits-Veranstaltung zu gestalten.   Mit den Jahren änderten sich diese Planungen, aber sie blieben Freunde. Seit Michaels Tod führte Francois die klassischen Hits von Michael, die er schon fertig bearbeitet hatte, weiterhin mit dem National Symphony Orchestra auf (life for BBC), und als Michael starb spielte er sie in Prag, wo er zu jener Zeit Konzerte gab.
Francois ist jetzt 78 Jahre alt. Michaels Tod ist immer noch sehr emotional für ihn. Francois veröffentlichte kürzlich eine CD In Memoriam Of Michael Jackson, auf der einige MJ Hits, arrangiert für Piano, und einige eigene Arbeiten, als Tribute für Michael, enthalten sind.

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Hier ein Video, in dem Francois über sein Treffen mit Michael berichtet… er ist immer noch sehr berührt davon, das versteht man auch, ohne das Holländische Interview wortwörtlich zu verstehen…  Er spielt in dem Video u.a. auch „She‘s out of my Life“ am Klavier … (das er während ihrem Treffen auch für Michael gespielt hatte.)

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Die Fotos von Glorieux und Michael entstanden bei dem Treffen 1989 – Michael hörte sich dort auch Glorieuxs Arrangement „Tribute to Michael Jackson“, an und sagte:

‘Francois’ orchestra is wonderful, he is an exceptional musician and I am fascinated by his work on my compositions. I have asked him to proceed with the arrangements of a large number of my successes.’

„Francois Orchester ist wundervoll, er ist ein außergewöhnlicher Musiker und ich bin fasziniert von seiner Arbeit an meinen Kompositionen. Ich habe ihn gefragt, ob er für mich einige meiner erfolgreichsten Stücke bearbeiten möchte.“

http://www.francoisglorieux.com/friends/michael_jackson.shtml

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One Comment
  1. opensky permalink

    Oh ich hoffe sehr, dass David Michael Frank noch zu seinen Lebzeiten das Ja bekommt, um die Stücke von Michael umzusetzen.
    She’s Out Of My Life am Piano… wow. Das Stück transportiert Michaels Emotionalität. Nie werde ich es hören können, ohne Michael im Ohr zu haben. Ich sah ihn hinter F.G. stehen, mit der Hand auf seiner Schulter… Sehr schöne Berichte. Danke schön ❤

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