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Interview mit Teron Beal – „Heaven Can Wait“/ Michael Jackson Invincible

by on 13. August 2012

http://tributomichaeljackson.wordpress.c…can-wait%C2%BB/
MJF: Hallo, Teron! Du bist 36 und bist amerikanischer Sänger/Texter/Komponist, der Songs für Jennifer Lopez, Pink, Kelly Rowland und natürlich für Michael Jackson höchstpersönlich komponiert hat. Du hattest das Privileg, einen deiner Titel, „Heaven Can Wait“ geradewegs auf dem Album „Invincible“ wiederzufinden. Kannst du uns ganz genau von deiner ersten Begegnung mit Michael erzählen?

Teron Beal: Hallo! Ich bin glücklich, mich den französischen Medien anvertrauen zu können. Es ist nicht meine Art, über die Vergangenheit zu sprechen, aber heute habe ich Lust, das zu tun! Das hier muss ich einfach mit euch teilen! Erst einmal müsst ihr wissen, dass es mir eine totale Ehre war, mit meinem Idol arbeiten zu dürfen, der großartige Michael Jackson war seit meiner Kindheit mein Idol! Ich weiß, dass ich großes Glück hatte, dass er einen meiner Titel aussuchte, dass ich ihn leibhaftig sehen durfte und sogar mit ihm sprechen durfte. Ich frage mich noch heute, ob ich das wirklich erlebt habe. Es ist einfach unglaublich! Michael ist unglaublich, er ist ein Genie.

Meine erste Begegnung mit ihm fand in einem Studio in Miami statt. Es war noch vor 2000, ich war so etwa 20 Jahre alt und Michael war dabei, sein (letztes) Album „Invincible“ zu kreieren. Die Räumlichkeiten waren riesig, fast wie in einem Hangar. Ich arbeitete seit 5 Tagen mit Ted Riley an meinem Song. Vom ersten Augenblick an war ich sehr glücklich, diese in der Musikwelt so einflussreiche Persönlichkeit näher kennen zu lernen. Er kannte Michael sehr gut, da er bereits in der Vergangenheit mit ihm zusammengearbeitet hatte. Die Songs, die Teddy und Michael zusammen gemacht haben, zählen zu den berühmtesten. Allein das zu wissen, verlieh mir eine enorme Energie während der Zeit unserer Zusammenarbeit.

Diese Woche raste wie im Flug davon. Meine Mutter rief mich an und bat mich, nach Texas in mein Elternhaus zurückzukehren, um die Familie wiederzusehen. Meine Großmutter war ernsthaft erkrankt. Das war mir sehr peinlich, da ich meiner Mutter gegenüber nicht ungehorsam sein wollte, aber gleichzeitig wünschte ich mir so sehr, wegen des Jobs hier zu bleiben. Welch ein Dilemma! Ich hoffte, Michael zu treffen, er konnte jeden Augenblick eintreffen und das womöglich genau dann, wenn ich mich auf den Weg nach Texas machte! Ich musste mich entscheiden, wusste aber nicht wofür!

Das Problem löste sich von selbst, als Teddy mir sagte, dass Michael tatsächlich jetzt Ende der Woche ins Studio käme. Ich fragte ihn, ob das ganz sicher sei und begriff eigentlich gar nicht, dass ich für den King of Pop arbeitete. Er bestätigte mir kurz und bündig, dass der Meister gegen 14:30 Uhr im Studio ankäme. Schade um meine Großmutter, sie würde warten müssen… ich rief meine Mutter wieder an und erklärte ihr höflich, dass ich Michael Jackson kennenlernen musste.

Michael war eine sehr geheimnisvolle Person. Man wusste nie, wie und wann er irgendwo eintreffen würde! Wie vereinbart, traf er Ende der Woche ein! Ich war total aufgeregt und hatte Angst vor dieser ersten Begegnung. Dem Personal im Studio wurden Anweisungen gegeben: die Temperatur im Raum sollte angenehm sein, das Wasser sollte die gleiche Temperatur haben und jemand sollte Honig mitbringen… gesagt, getan.

Teddys Telefon klingelte, aus seinem Handy hörte ich Michaels Stimme. Er rief an, während er sich dem Studio näherte. Teddy öffnete die Tür des Hangars. Teddy und Michael, die sich nun Aug in Aug gegenüberstanden, redeten weiter über das Handy miteinander! Endlich, nur noch wenige Sekunden! Ich war wie erstarrt, ich würde meinem Idol gegenüberstehen! Wow! Diese erste Begegnung werde ich niemals vergessen. Michael in schwarzen Hosen, rotem Hemd und mit undurchsichtiger Brille. Er sah sehr entspannt aus, wohingegen ich total verkrampft war. Wissen Sie, Michael war wirklich ein ganz besonderer Mensch. Er verströmte eine Aura. Ich habe schon mit vielen Künstlern gearbeitet, aber Michael bewegte sich außerhalb jeder Norm.

Michael nahm seine Brille ab und bemerkte mich. Für Michael Jackson existierte ich, ich, der kleine Teron! Bist du dir darüber im Klaren? Ich fühlte mich, wie ein kleiner Hosenscheißer von 8 Jahren, mein Traum wurde Wirklichkeit! Michael wollte mich begrüßen, aber ich konnte mich nicht bewegen. Ich bin sehr sensibel, wissen Sie? Er gab mir dann ein Handzeichen der Begrüßung und sagte: „Hey, ich bin froh, dich zu sehen.“ Das beruhte total auf Gegenseitigkeit! Teddy, der mittlerweile für mich ein vertrautes Gesicht war, blieb neben mir stehen. Das half mir, mich etwas zu beruhigen. Ich unterhielt mich ein bisschen mit Michael, er war jedoch ein wenig wortkarg, da er sich an die Arbeit machen musste. Er machte also ein paar Dehnübungen mit seinen Armen und seinem Rücken und zog sich in einen privaten Raum zurück.

MJF: Hast du dich auch privat mit Michael Jackson unterhalten? Du musst uns natürlich nicht erzählen, worüber ihr gesprochen habt, denn das sollte persönlich bleiben, nicht wahr?

Teron Beal: Natürlich haben Michael Jackson und ich uns unterhalten! Er hat sich Zeit genommen, mit mir zu sprechen und mich kennenzulernen. Er nahm sich Zeit, herauszufinden, wer ich war, er hörte mir sehr aufmerksam zu. Er hatte ein wunderbares Gedächtnis, er erinnerte sich an alles, was ich ihm erzählt hatte. Michael ließ mich enorm wachsen. Ich weiß nicht, wo ich heute im Musikbusiness wäre, wenn es ihn nicht gegeben hätte. Er hat mir so vieles beigebracht. Er spürte die Musik, die Töne. Dieser Kerl war überirdisch. Und ich bin nicht der Einzige, der das sagt.

MJF: Der Song „Heaven Can Wait“, den du komponiert hast, symbolisiert einen der seltenen, auserwählten Songs auf dem Album „Invincible“. Bist du stolz darauf?

Teron Beal: Ich empfinde eher Glück und Respekt als Stolz. Es ist für mich bis heute eine große Ehre. Stell dir einfach mal vor: Du bist gerade mal 20 Jahre alt und Michael Jackson sagt dir, dass er deinen Song haben will!! Es hat eine Zeit gedauert, bis ich das wirklich begriffen habe. Vor allem angesichts dessen, dass er, wie du selbst sagst, nur wenige Songs hatte, die er schließlich tatsächlich auswählte. Michael war von diesem Song wie vom Blitz getroffen. Vielleicht erinnerte es ihn etwas Persönliches. Er mochte den Text sehr, der Refrain war etwas mystisch. Der Titel war damals etwas Besonderes und er blieb es bis heute. Der Titel an sich hebt sich von dem ab, was wir zu hören gewöhnt sind. Der Aufbau ist originell und das liegt wohl mehr an Michael.

MJF: Bei deinem Song ist Michaels Stimme sehr atypisch, vor allem gegen Ende der Komposition. Er singt da auf eine ganz besondere Art. Einen Song für Michael zu schreiben ist eine tolle Sache, aber dass sich dieser Titel von allen anderen unterscheidet ist noch besser, oder?

Teron Beal: (Teron, der sehr gerührt ist, bleibt ein paar Sekunden still, bevor er antwortet) Michael hat den Song förmlich an sich gerissen. Er hat ihn nicht so gesungen wie ich. Ich habe den Song eher soulisch und locker gesehen… Michael sah ihn energetischer und dramatischer, düsterer. Er steckte viel Kraft in seine Interpretation. Dank seiner Begabung transzendierte er die finale Version buchstäblich über meine ursprüngliche Version hinaus. Im Studio hatte er eine regelrecht halluzinogene Stimme, sie brachte mich zum Erbeben. (Teron kullern Tränen die Wange herunter, was mich sehr überrascht. Teron und ich sind gezwungen, eine kleine Pause zu machen. Einige Minuten später ergreift er wieder das Wort) Es tut mir leid, aber weißt du, das bringt mir all diese Erinnerungen wieder. Es fällt mir nicht leicht, über die Vergangenheit zu sprechen, weil die Bilder noch da sind und Michael gegangen ist. (Teron improvisiert und singt Teile seines Songs „Heaven Can Wait“, auf seine Art. Er interpretiert es anders, leichter und doch sehr melodiös. Teron hat auf magische Art einen Weg gefunden, mich ein sein Universum, seine Erinnerungen eintauchen zu lassen, indem er durch seinen Gesang die Grenze zur Realität verwischte. Es war wohl zweifelsfrei genau der Augenblick, in dem mir die Glückseligkeit bewusst wurde, die über ihn wachte, aber auch die Last, die auf seinen Schultern lag. Es war eine unvergängliche Erinnerung, absolut fabelhaft, die bis zu seinem letzten Atemzug in ihm spuken wird)

MJF: Hast du eine kleine amüsante Anekdote zwischen Michael und dir, die du uns erzählen möchtest?

Teron Beal: (Teron deutet ein Lächeln an) Als ich klein war, hatte ich eines Nachts einen Traum: Michael war in seiner Limousine gekommen, um mich zu besuchen. Wir gingen zusammen einen Hamburger mit Pommes essen. Jahre später aßen Michael und ich tatsächlich gemeinsam im Studio. Er hatte für uns Hühnchen mit Pommes bestellt (die Fans wissen, dass das eines seiner Lieblingsspeisen war!) Und weißt du was? Die Realität war überraschender als mein Traum, weil Michael mir nämlich die Pommes stibitzte!

Michael war wirklich einer von den ganz höflichen und er war so lustig! Er war zu jedem sehr freundlich, er respektierte jeden, wer auch immer es war. Wir lachten sehr viel mit ihm, wenn wir ihn persönlich kennengelernt hatten. Letztendlich war er total natürlich. Es ist schade, dass die Welt das so nie feststellen konnte. Hätte es das Internet früher gegeben, hätte man sicher viel früher feststellen können, dass Michael ein cooler Typ war und ganz sicher kein bösartiger Mensch. Darüber gab es sehr viele Missverständnisse. Hätte Michael weniger mysteriös und dafür natürlicher sein sollen? Das ist eine lange Debatte… Man muss immer an seine Träume glauben oder zumindest ihnen nicht die Türen verschließen. Man muss im Leben das Beste geben, um sie Wirklichkeit werden zu lassen.

MJF: Vorletzte Frage: Kannst du uns sagen, wie dein Verhältnis zur Musik heute ist?

Teron Beal: Traurig.

MJF: Beenden wir unser Gespräch hier jetzt mit der Frage danach, was du zurzeit tust. Dürfen wir erfahren, was du momentan musikalisch tust?
Teron Beal: Am 24. Januar habe ich ein Album mit dem Titel „Liquor Store“ herausgebracht. Ich habe ein Jahr lang in Schweden Aufnahmen gemacht, wo ich wohne. Es ist traditioneller Funk und Soul, mit ein paar modernen Dingen. Ich versuche mich in meinen Alben vom R&B zu lösen, um meinen eigenen Stil zu finden. Ich mag Melodien, die fließen und die leicht sind. Ich bin sicher von Prince, Lenny Kravitz, Radiohead, den Beatles und Pink Floyd beeinflusst worden… und ohne es sagen zu müssen, von Michael Jackson. Ich hoffe, das Album wird gut angenommen.

MJF: Vielen Dank, Teron, dass du dich MJF anvertraut hast. Wir wünschen dir viel Erfolg.

Teron Beal: Vielen Dank fürs Zuhören. Ich grüße alle Michaelfans auf MJF. Hört euch Michael an, so oft ihr nur könnt! Er wird immer der Beste bleiben, Friede seiner Seele!

Zusammengestellt von Frédéric Benkel für MJF./ Übersetzung: achildsbliss, MJJackson forever.com

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