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Armond White: The Gloved One Is Not A Chump – Der mit dem Handschuh ist kein Trottel

by on 16. April 2012

Auszug aus einem Interview mit Armond White:

Vor etwa einem Jahr entdeckte ich ein kleines, vom New Yorker Film und Musikkritiker Armond White selbst publiziertes Taschenbuch. “Moving on: The Chronicals Of Michael Jackson” Damals, so wie auch heute noch war es fast unmöglich Literatur zu finden, die Michaels Lebenswerk, oder den Menschen, der er bei fairer und nicht-sensationeller Sicht war, untersucht. Nachdem ich herausgefunden hatte, wer Mr. White war und was er in seinem Buch ansprach, dachte ich, dass diese Veröffentlichung etwas ganz besonderes war. Mr. White schrieb seit Mitte der 1980er Jahre Kritiken über Michaels Musik und Kurzfilme, und setzte dieses fort bis in die späten 1990er. Ich fand seine Sichtweise und Analysen von Michaels Kunst sehr fesselnd und verständnisvoll, weil er tief in die Denkprozesse und kraftvollen Botschaften eintaucht, die Michael in seine Arbeiten mit eingehen lies. Mr. White untersuchte Black Or White sehr tiefgehend und legt erstaunliche Interpretationen des Panther Dance, sowie der Zeichen (Coda) am Ende des Kurzfilms dar. Er bespricht auch Scream, Jam  und andere wichtige Veröffentlichungen, hinsichtlich der Musik, den Lyrics und der visuellen Umsetzung. Ich genoss es, an Mr. Whites zunehmender Wertschätzung von Michaels Courage und Entschlossenheit, seine Kreativität angesichts des mächtigen Gegenwindes auszudrücken, teilzuhaben. (Lauren Trainor – mjtribute portrait)

Interview with Armond White, Author of Keep Moving: The Michael Jackson Chronicle’s

Über Armond White:  geboren und aufgewachsen in Motown (Detroit, Michigan), Bachelor Abschluss in Journalismus, Master Abschluss in Filmgeschichte, Theorie and Criticism an der Columbia University; war Kritiker und Kunst Editor in der New Yorker The City Sun (1984 – 1996); gewann für die Kritik “The Gloved One Is Not A Chump” 1992 den “ASCAP-Deems Taylor Award for Music Criticism”; Chef Film Kritiker bei der New York Press (1997 – bis jetzt); dreimal Vorsitzender des New York Film Critics Circle. Bücher: The Resistance: Ten Years of Pop Culture That Shook the World, Rebel for the Hell of It: The Art Life of Tupac Shakur, and Keep Moving: The Michael Jackson Chronicles. (woraus dieser Artikel entnommen und übersetzt wurde)

http://www.resistanceworks.blogspot.de/

The Cloved One Is Not A Chump – Der mit dem Handschuh ist kein Trottel

Aufgewachsen mit der Motown-Moral aus Anpassung und Entgegenkommen, meint MJ es ernst, wenn er in „Black Or White“ von Brüderlichkeit predigt. Integration und ethnische Einheit sind unerlässliche Lehren seiner Philosophie über Erfolg im Showbiz (teilweise aus praktischen Bedürfnissen schwarzer Künstler heraus, um mit Musikern, Technikern und Geschäftsleuten arbeiten zu können und teilweise, weil Jackson daran zweifelsohne glaubt). Jackson pfeift nicht einfach nur Dixie, um Akzente zu setzen, er fügt auch der Politik eine neue, schockierende Ehrlichkeit/Offenheit hinzu.

Wenn dies in dem Song „Black Or White“ – einer sehr guten Popmelodie, die romantische Vorstellungen als Plattform nutzt, um Rassenhass und Rassenangst anzusprechen – auch nicht sofort deutlich erkennbar ist, so macht das Video zu „Black Or White“ doch Jacksons Botschaft durch seine durchaus übernatürliche bildliche Darstellung lebhaft deutlich.

Vielleicht weil „Black Or White“ eben keine „Geschichte“ erzählt und doch in vier Erzählungen aufgegliedert ist, die in Rhythmus und Melodie zusammenfließen, haben wohl viele Leute den Stilmix mit Jacksons persönlicher Verwirrung verwechselt. Die Wahrheit ist, „Black Or White“ ist eines der besten je gedrehten Musikvideos – wahrscheinlich das bedeutendste im Jahre 1991 – und Jackson sprach in keinem anderen Video sein eigenes Bewusstsein mit Hilfe visuellen und musikalischen bildlichen Ausdrucks gewagter, ambitionierter und präziser an als in diesem.

Auch wenn es in den Danksagungen zum Video heißt, dass „John Landis Regie geführt hat“, dieses Video trägt maßgeblich die Handschrift eines Autoren, dessen Image und Persönlichkeit jedes Bild dominiert. „Black Or White“ ist ganz deutlich eine Hollywood Produktion, vollgestopft mit Millionen Dollar teurem Know-how und Showbiz-Elan. Es ist voller überschäumender Fotografie und übersprudelnder Vorstellungskraft. Die Farben ahmen nicht alte MGM Musicals nach, wie es Janet Jacksons „Alright“ tut, hier gibt es eine hellere, weichere Palette, wie in Steven Spielbergs Produktionen, mit denen er begeisterte. Die Cleverness und der Schwung generieren eine aufgekratzte/fröhliche Stimmung, so als vergegenständlichten sie eine Philosophie wohlwollender Transformation, die in der vierten Sequenz des Videos gezielt zum Ausdruck kommt.

„Black Or Whites“ erhebende Botschaft wendet sich an das breite öffentliche Publikum. Ja, und das heißt überwiegend an das weiße Publikum, Jackson dreht damit erfahrungsgemäß den Afro-Amerikanern jedoch nicht den Rücken zu. Er hat nichts vergessen, die Eröffnungsszene, die sich wegbewegt von der kosmischen, allwissenden Sicht zu der Ansicht eines weißen Vororts, offenbart die Strategie eines Diskurses in die breite Öffentlichkeit, ein Diskurs, der die breite Öffentlichkeit absichtlich manipuliert.
Das ist scharfsinniges Marketing, aber es trifft auch eine Aussage. Macaulay Culkin (der Star aus „Kevin allein zu Haus“ und Jacksons neuester Starfreund) verkörpert das junge, weiße, enthusiastische, beeindruckbare, Rockmusik hörende Publikum. Die laute Rockmusik, die er sich anhört,stört seinen Vater (George Went aus den TV Cheers), der sich, wie in dem alten Video der Twister Sisters (eine Nummer, die heutzutage ein klassisches Stück des Rock n‘ Roll Varietés darstellt) lauthals beschwert. Das rebellische weiße Kind schiebt zwei riesige Lautsprecher ins elterliche Wohnzimmer, dreht die Lautstärke auf und schießt seinen Vater damit durchs Dach… bis nach Afrika.

Dies ist eine ideologische Überleitung wie der Schnitt zwischen Georgia und Afrika in der Briefsequenz des Films „Die Farbe Lila“. Die sprichwörtliche Gegenwehr der Weißen gegen die Musik der Wilden trifft hier auf Afro-fixierte Herkunft. Es ist ein angemessener Anfang für diesen Song und Jacksons erstes Auftreten hier in einer Gruppe Schild und Speer tragender Krieger mit schwarz und weiß bemalten Gesichtern, die einen leichtfüßigen Watusi Tanz aufführen, verweigert sich dieser Gegenwehr und umarmt die Herkunft.

Jacksons Forderung nach afrikanischen Wurzeln ist teilweise ein Akt von Universalität, doch die Szene mit den Kriegern vervollkommnet auch die Eigentümlichkeit des Performers. Er passt sich in die Szene ein wie ein Popkultur Schamane, der sein eigenes Opferritual feiert. Doch die Auswirkungen seiner kosmetischen OPs, vorgeschrieben durch seine Anpassung ans Showbiz, scheinen die Identität des Massenpublikums zu verkörpern. Genauso wie der strahlende Stil des Videos ist auch Jacksons helles scharf umrissenes Gesicht eher arttypisch als eigentümlich. Er wurde zu Neutralität gebleicht. Ob dies nun politisch korrekt ist oder nicht, es wischt sicherlich die vorangegangenen Behauptungen der Massen gegen Jackson oder gegen das Bedeutungsspektrum, zu dem er in seiner Kunst fähig ist, weg. Und wie ein Schamane oder ein Arzt erweist er der Weltgemeinschaft einen Dienst (er tanzt mit einer Truppe Indonesier), aber er bleibt autonom.

Das ist Musikvideophilologie. Jackson verbindet Welt und Kulturgeschichte durch Bilder der Popmusik, die seiner eigenen Vorstellungskraft und seiner Reaktion auf Hollywoods Medienarchetypen entspringen. Die hartnäckige Melodie des Songs verleiht diesen Fantasien einen eindringlichen Impuls. Die Gitarrenriffe besitzen die besondere Popresonanz der Rolling Stones und deren, der schwarzen Tradition entliehenen, kulturellen Mischung. Somit folgt das Video einer unterschwellig vorherbestimmten Route zurück nach Amerika, während Jackson von den afrikanischen Kriegern und den indonesischen Tänzerinnen auf eine Bühne mit Menschen springt, einer rhythmischen Nation, die ihres Landes, Amerika, enteignet wurde – er tanzt mit den Ureinwohnern Amerikas. Diese turbulente Szene bedient sich der gleichen westlichen modernen Mythologie wie „Zurück in die Zukunft III“, sie reist entlang eines anthropologischen Zeit/Raumkontinuums.

Jacksons dritte Welttournee geht nicht um Marktbeherrschung; er tritt heraus aus der Abgeschlossenheit der Vororte, um sich mit einer Reihe von kulturellen, musikalischen Kernaussagen zu identifizieren. Es geht ihm um etwas Reineres und Besseres als die kindische, rockige Idee von Popmusik als Rebellion. Jackson weiß, dass Popmusik mehr als das bedeutet und er zeigt es bereits in einem der ersten unterschwelligen Bildern des Videos: ein Pas de deux mit einer Inderin inmitten eines verkehrsreichen Highway mit einer im Hintergrund befindlichen Ölraffinerie. Die vorbeirasenden Autos und der anmutige Tanz visualisieren die Idee von Polyrhythmik, während der Hintergrund an die Industriealisierung menschlicher Energie erinnert, die die Welt der Popmusik definiert (es erinnert auch an Spielbergs Erklärung für das Design des Raumschiffs in „Unheimliche Begegnung der dritten ART“, er entwarf es nach einer Raffinerie, die er bei Nacht in Indien gesehen hatte).

Als der anrührende Tanz auf dem Highway von sanftem Schneefall bedeckt wird, wechselt die Szene zu den Zwiebeltürmen der russischen Architektur; in dieser Szene kämpfen Jackson und kostümierte Russen gegen einen symbolischen Kalten Krieg an. Diese Szene friert ein, wird zu einem spielzeugartigen Relikt, mit dem ein Pärchen, bestehend aus einem schwarzen und einem weißen Baby, das auf einer Weltkugel sitzt, spielt. Doch bevor dieses zuckersüße Bild schal werden kann, verwandelt es sich in eine Apokalypse. Das Bild wird rechtzeitig der harten Brücke des Songs geopfert und Jackson erscheint wieder durch Flammenwände laufend und singt:

„Ich habe genug von diesem Teufel
Ich habe genug von diesem Zeug
Ich habe genug von diesem Geschäft
Was genug ist, ist genug“

Als Jackson die Flammen zerteilt, blitzen im Hintergrund Bilder von Krieg und Elend auf, doch er schreitet weiter auf uns zu. Letztendlich, als er ein brennendes Kreuz beiseite schleudert, schreit er uns zu:

„Ich habe keine Angst vor eurer Bruderschaft
Ich habe keine Angst vor weißen Laken“

Dies erinnert stark an die kühne Szene aus Madonnas „Like A Prayer“, doch Jackson spiegelt eine deutlich aufsässigere Empörung wider. Und als er in der Mitte des „Eine-Welt-Idealismus“-Videos ankommt, besitzt Jacksons Wut eine noch größere Wirkung (sie ist „böser“ als all die vielgepriesene Profanität von Ice Cube). Es ist das hartnäckige Zentrum des gesamten Videos, sein Kern der Kraft. Selbst dort, wo er am abstraktesten ist, verliert Jackson nicht seine Griffigkeit: Da, wo Madonna und ihre Regisseurin Mary Lambert danach strebten, den Gebrauch des brennenden Kreuzes beim Ku-Klux-Klan zu untergraben und zur mittelalterlichen Bedeutung des Zornes Gottes zurückzukehren, führt Michael den Beweis weltlich, als er die Flammen des Chaos durch die Flammen aus der Fackel der Freiheitsstatue ersetzt (Die Zweideutigkeit dieser Verdopplung spiegelt auch den Misserfolg der amerikanischen Demokratie wider).

Dann folgt eine Szene, in der Michael gemeinsam mit Macaulay Culkin und einer Horde Kindern auf der Eingangstreppe eines Stadthauses steht (wie in dem 1945 gedrehten Film „The House I Live In“ mit Frank Sinatra) und mit den Lippen den Rap synchronisiert:

„Es geht nicht um Rassen
Nur Orte
Gesichter
Da, wo du herkommst
Ist dein Platz
Ich sah das Strahlende trübe werden
Ich werde mein Leben nicht damit verbringen
Eine Farbe zu sein“

Dies ist eine Erwiderung auf die Meinung von Public Enemy in ihrem Album „Fear Of The Black Planet“ und es ist politisch sehr scharfsinnig, auch wenn es eine persönliche Aussage ist. Der Rap zeigt Jacksons Entschlossenheit, über Politik hinauszuwachsen, es wird jedoch in einen Rap gepackt (synchronisiert durch seinen weißen Autor), da dieses Begehren, wie der Rap selbst, an sich schon ein politischer Akt ist.

Das triumphierende Bild Jacksons hoch droben auf der Freiheitsstatue (er zeigt dort die Pose aus seinem Bad Video), das Barbra Streisands Narzissmus in Funny Girl verneint, kündigt einen neuen Level der Symbolik an. Als das Bild breiter wird, sieht man Jackson in einer fantasiereichen Collage umringt von Eiffelturm, Sphinx, dem Taj Mahal, der Akropolis, Big Ben und anderen Weltwundern. Ganz offensichtlich spricht er so zu der Welt im Allgemeinen, doch die weniger vordergründige Bedeutung des Bildes zeigt, dass er selbst diesen Wundern entspricht: er ist gleichermaßen berühmt, gleichermaßen legendär, in gleichem Maße „groß“.

Seine Berühmtheit platziert Jackson an einen Ort jenseits durchschnittlicher, menschlicher Erfahrungen, genau wie sein verändertes Gesicht dies tut, es ist eine wissenschaftliche Meisterleistung, möglicherweise das achte Weltwunder. Die letzte Sequenz des Videos erklärt dies, während sie die universell-internationalen Empfindungen des Songs zusammenfasst. Erreicht wird dies durch die „Morphing“ genannte Special Effekt Technik, die durch Filme wie „Terminator 2“ populär wurde, doch das ist nicht einfach nur ein Gimmick. Die Bedeutsamkeit, die zum Ausdruck gebracht wird, wenn sich das Gesicht einer Person in das einer anderen verwandelt, transzendiert ähnliche Porträtstudien wie 1989 das Musikvideo von New Order (Round and Round) und Godley & Cremes „Cry“ von 1985.

Mindestens 15 Gesichter sind Teil dieser wundersamen Metamorphose, manche Gesichter erscheinen nur für den Bruchteil einer Sekunde: das breite Gesicht eines Chinesen verwandelt sich in ein schmales Gesicht einer Afrikanerin, die wiederum zu einer rothaarigen keltischen Frau wird usw., es geschieht in einer multi-ethnischen Staffelung. Die unterschwellige physische Entwicklung, die durch das „Morphing“ ausgedrückt wird, verbindet Wissenschaft und Natur, Technologie und Körper. Wenn man sich allein diese Sequenz betrachtet, ist es unmöglich zu glauben, dass Jacksons eigene Veränderungen seines Gesichts irgendetwas anderes seien als der Versuch, die Menschheit zu transzendieren. Sein Text „Es spielt keine Rolle, ob du schwarz bist oder weiß“ erscheint nun prophetisch. Charles Darwin hätte jetzt leben müssen, um diese Demonstration elektronischer Genetik sehen zu können. Es ist ein Anblick, der einen vollkommen demütig werden lässt.

Die Originalversion

Nachdem „Black Or White“ am 14. November 1991 landesweit zum ersten Mal ausgestrahlt wurde, kam Jackson durch Beschwerden der Zuschauer über die vierminütige Schlusssequenz, in der er einen gewalttätigen, sexuellen a capella Solotanz aufführt, zu der Überzeugung, diese vier Minuten bei weiteren Ausstrahlungen wegzulassen. Dies war der erste Erfolg der Mächte der Unterdrückung.

Doch vergessen Sie die Bedeutung von Jacksons originellem Akt nicht. Sein Solo zwang die amerikanische Öffentlichkeit, die Kehrseite ihrer umnachteten Rassenfantasien zu betrachten und die unbändigen Gefühle im Innern ihres berühmtesten Entertainers zu begreifen. Kein anderer afro-amerikanische Entertainer hatte so etwas gewagt (sicher nicht in dem Ausmaß wie in „Black Or White“) und auch kein weißer Entertainer hatte das je in vergleichbarem Maße überhaupt versucht.

Es ist zweifelhaft, ob die hingebungsvollsten Jackson Fans auf die in der Schlusssequenz gezeigte komplexe, zügellose Wut vorbereitet waren. Als auf der Bühne der Dreh für das „Morphing“ abgeschlossen ist, schleicht ein Panter, von den Technikern unbeobachtet, am Set umher und wandert weiter an ein Set, das eine dunkle, dunstige Straße darstellt, wo der Panter sich in Jackson verwandelt. Schwarz gekleidet mit weißen Socken, Armbinde und schwarzem Hut ändert Jackson seine 80er Jahre Roboterbewegungen in abgehackte, angespannte und letztendlich sinnliche Comicfigur-artige Krampfbewegungen (seine Gelenke scheinen sich um 360° drehen zu können).

Dies ist die Film Noir Version von Gene Kellys berühmter „Singin‘ in the Rain“ Nummer und Jacksons Umsturz dieses heiter verspielten Archetypus zerstörte ganz sicher die Vorstellung der meisten Leute über das, worum es im Showbiz geht. Doch dieser Abspann ist Michaels Wahrheit, seine erstaunliche Performance lässt die Welt seine Unzufriedenheit über das Showbusiness erkennen. Hier gibt es keine Musik, da Jackson, der bereits seit seiner Kindheit performt, keine Tradition für den musikalischen Ausdruck von Wut besitzt. Dieses unruhige Ballet läuft nach inneren Rhythmen ab; das, was er nicht in Worte kleiden kann, kommt in Form des Gebrülls eines schwarzen Panters aus ihm heraus (recht so!).

Als Jackson auf das Dach eines Autos springt und mit einem Brecheisen die Scheiben zerschlägt, entlädt sich seine Feindseligkeit gegen das gleiche Objekt, das Godard benutzte, um die bourgeoise Gesellschaft 23 Jahre zuvor in „Week End“ zu versinnbildlichen. Um die sozialen und ethnischen Themen seines Ärgers zu unterstreichen, lässt Jackson seiner Zerstörungswut eine „Mülltonne-gegen-die-Gedanken-an-der-Wand-schleudern“ Geste folgen, die direkt dem Film „Do the Right Thing“ entspringt.

Ohne diese Feindseligkeiten ist „Black Or White“ bloß ein exzellentes Video, diese Bitterkeit jedoch macht es zu einem großartigen, da die vorangehende liebende Botschaft in einer verbitterten sozialen Sichtweise verwurzelt ist. Die lieblichsten Gefühle waren hart verdient. Es ist wahrhaftig ein visionäres Musikvideo, das die gesamte Palette von Jacksons Empfindsamkeit widerspiegelt; dies zeigt 12 Jahre nach „Off The Wall“, dass er sich in einen reiferen, selbstsichereren, bedeutenderen Künstler verwandelt hat.
Das war 1982 nicht der Fall, als die hübsche Sammlung von Popliedchen auf „Thriller“ sich über alle Erwartungen hinaus verkaufte und aus ihm eine Weltklassefigur machte. „Thriller“ war nicht halb so originell oder intensiv wie Prince‘ „1999“, was zur gleichen Zeit herauskam, und bis zu „Black Or White“ stand Jackson immer im Schatten von Prince. Doch „Black Or White“ kommt aus Jacksons erschreckendsten Tiefen, sodass er in seinem wütenden Solo weiter geht als Prince in irgendeinem seiner dreisten, jedoch kalkulierten Ausbrüche.

Indem er seine Leistengegend liebkost und seine Brustwarzen berührt, geht Jackson über Exhibitionismus hinaus und geht somit über in eine kunstvoll huldigende Obsession. Jedem, der ihn als harmlosen Eunuchen eingeordnet hat, sagt dieser Abspann: „Nicht so schnell! Ich bin erwachsen und ich habe einen Schwanz. Und ich bin sauer!“
Der symbolträchtigste Augenblick im Abspann ist eine Nahaufnahme Jacksons, während er den Reißverschluss seiner Hose hochzieht. Der unsichtbare Penis ist das, was man „aufbauende Abwesenheit“ nennt – der Schwung des gesamten Videos repräsentiert das Vertrauen in sein Ego. Bis jetzt war Jacksons sexueller Ausdruck entweder konventionell oder unvollständig, doch meist bezeichnend wie etwa in Songs wie „Billy Jean“ und „Dirty Diana“ oder dem Titelsong aus dem neuen exzellenten Album „Dangerous“, der Schuld und Angst eines Erwachsenen vor ihrer/seiner eigenen Sexualität porträtiert.

Jacksons Kampf, seine sexuelle Natur in seiner Kunst herauszulassen kam mit dem „Bad“ Album und dem dazugehörigen Video vom Thema ab, in dem Leder, Schnallen und Rowdy-Verkleidung sein Gefühl für ihn selbst falsch darstellten. Selbst das Video „The Way You Make me Feel“, in dem Jackson und eine LA Gang ununterbrochen eine langbeinige Frau verfolgen, bis sie sich ergibt und kichert, verwechselte sexuelle Belästigung mit der Rolle konventionellen heterosexuellen Liebeswerbens (oder etwa nicht?).
Beide Videos ließen einen Außenseiter bei seinem peinlichen Versuch im Stich, konformistische Geschichten zu erfinden und versagten ostentativ. Solch populistische Impulse beschränkten Jacksons Kunst in dem gleichen Maße wie sie sie verschleiert haben; die Entscheidung, die letzten vier Minuten von „Black Or White“ herauszuschneiden ist Teil des gleichen Instinkts, der Masse zu gefallen. Dieser Instinkt ließ ihn auch aus „Beat It“ ein pseudo West Side Story Gangdrama machen, wo doch die wahre Bedeutung des Songs irgendwo zwischen Elvis Costellos „Pump It Up“ und Prince‘ „Little Red Corvette“ anzusiedeln ist – beides subjektive Fantasien über Flucht durch Masturbation. Im Abspann simuliert Jackson Masturbation in drei sich auflösenden Bildern, die seine blindwütige Isolation betonen. Es erinnert an die Zeile aus „Beat It“: „Du spielst mit deinem Leben/ das hier ist keine Wahrheit oder Mutprobe“.

Es gibt wohl keinen Tag, an dem die Mainstream Medien zu einem ernsthaften Blick auf schwarze Künstler aufrufen, ohne diesen automatisch auf weiße Künstler zu übertragen. Doch Jacksons Abspann reduziert Madonnas Wagnis auf eine triviale Verrücktheit, seine Rolle zu spielen ist sein Lebenswerk. Der Schock, den der Abspann von „Black Or White“ angerichtet hat, rührt aus dem unmissverständlichen Beleg dafür, dass Jackson jedem das Handwerk legen wollte, der seine Rekorde aus dem Rhythmus bringen will. Dieser Solotanz lässt ihn die Frustrationen abwerfen, die sich in 22 Jahren guten Betragens, einer verlorenen Kindheit und eines entfremdeten persönlichen Lebens aufgebaut hatten. Wie ein Kritiker über Marlon Brandos sich selbst offenbarendes Auftreten in „The Last Tango in Paris“ schrieb, wenn Michael Jackson diese Hölle kennt, warum sollten wir so tun, als ob wir sie nicht auch kennen?

Wenn es nicht so populär wäre, Jackson der schwarz-faschistischen, homophoben Gegenreaktion zuzuordnen, hätten die Leute keine Probleme damit zu erkennen, dass das Dilemma, das am Ende des Videos ausagiert wird, essentiell für die Erfahrungen schwarzer Persönlichkeiten ist, die in der Öffentlichkeit stehen. Einzeln betrachtet müssen Schwarze, wo immer sie sich beruflich bewegen, zwischen persönlicher Kultur und weißem Sozialverhalten wählen, unabhängig davon, ob sie ihre Ideale verraten, oder nicht (und ob sie es nun zugeben oder nicht, wie Jackson singt: „Sag mir nicht, du stimmst mir zu, wenn ich sehe, dass du mir Dreck ins Gesicht wirfst!“)

Der Konflikt – nicht die Verwirrung – liegt darin, dass „Black Or White“ psycho-dramatisiert. Zwischen seinem Watusi-Tanz zu Beginn und dem Tanz des schwarzen Panters am Ende verdeutlicht Jackson, dass er seinen eigenen Zustand analysiert. Gleichberechtigung und Humanismus, die er besingt, sind Fantasie und in Wirklichkeit viel weniger solipsistisch (ichbezogen) als die Art Rachefantasien, die Prince sich in „Lady Cab Driver“ zusammengebraut hat. Jackson konnte seine Konflikte nicht in einer so schlüpfrigen Komposition wie dieser lösen, doch er hat gelernt, seine Thesen in makellosen, musikalischen Ausdruck zu kleiden. Im Refrain von „Black Or White“ verleiht er konditionalen Begrifflichkeiten rhythmische Dramen: „ Doch wenn du darüber nachdenkst, mein Baby/Schatz/Schnuckelchen zu sein, ist es egal, ob du schwarz bist oder weiß“.

Käme diese Redewendung von jemand anderem  (namhaft aus den Reihen von Motown, die seit jeher ethnische Unterscheidungen mit Geringschätzung betrachten) wäre sie sehr offensiv. Doch von Jackson kommend, der sich diese Ansicht buchstäblich auf den Leib geschrieben hat, muss dieser Gedanke sehr viel ernster genommen werden.

Michaels physische Transformation ist nicht ein bloßes Spiel mit der Wahrheit oder ein bloßes Wagnis wie die Kostüme von Madonna oder David Bowie, die sie an- und ausziehen können. Bedenken Sie, dass weder Madonna noch David Bowie je mit der Idee geflirtet haben, die Identität einer anderen Rasse anzunehmen. Doch deren Seriosität ist eher gerissen denn urteilsfähig; sie kennen die Identität, der die Freiheit des Ausdrucks für gewöhnlich vorenthalten wird. Lautlosigkeit ist für sie das ultimative Tabu. Doch Jacksons Lautlosigkeit entfesselt den Teil in ihm, der stets in seinen Songs unterdrückt wurde. Er tanzt frei von persönlichen, sozialen und ethnischen Beschränkungen, die in der Art, wie es mächtige Weiße wohl niemals verstehen können, untrennbar mit seinen menschlichen Erfahrungen und seinen Erfahrungen als Schwarzer verbunden sind.
Es ist bedeutsam, dass schwarze Menschen Jacksons physische Erscheinung nicht so vordergründig pathetisch als „weiß sein wollen“ verstehen. Sein größter Wunsch ist es, „dich selbst über das Geläufige, über kleinkarierte Fesseln und Trennungen zu erheben“, die sich auf das Leben der meisten Menschen auswirken. Das Ausmaß, in dem er dies versucht hat, verwandelt „Black Or White“ in eine Frage über ihn selbst, eine Frage, die sich selbst unwichtig macht durch ihre offensichtliche Beantwortung: „Mensch“.
Viel Bedeutung mag wohl verlorengehen, wenn das Publikum davor bewahrt wird die Schlusssequenz zu sehen zu „Black Or White“. Ich habe mich sehr lange darüber ausgelassen, da das Video für mich die persönlichste Geste eines amerikanischen Künstlers seit Jahren zu sein scheint. Zu einer Zeit, in der Filme meist schäbig sind, erhellt „Black Or White“ den Zeitgeist. Michael Jackson hat der Popmusik damit einen unvergesslichen Ruck der Ernsthaftigkeit gegeben.

Die verzweifelte Trivialität der meisten Popmusikstücke und sogar seine Vorherrschaft wird durch das derzeitige Hammer Video „Too legit to Quit“ repräsentiert: Hammer postuliert eine ausgedachte Rivalität zwischen sich und Jackson und ernennt sich selbst dann als gesalbter Traditionalist, indem er sich mit seinem „Patenonkel“ James Brown bespricht. Doch James Brown nimmt die beste Stelle in Hammers Launenhaftigkeit ein, als er warnt: „Der mit dem Handschuh ist kein Trottel!“

Mit „Black Or White“ beweist Jackson, dass ihn, wenn er die höheren Bedeutsamkeiten von Kunst und derzeitiger Politik miteinander in Einklang bringt, niemand antasten kann. Er hat die Welt bereits verzaubert; „Black Or White“ zeigt, dass er auch noch den Mut besitzt, sie wachzurütteln.

The City Sun
27. November-3. Dezember 1991

Übersetzung: Achildsbliss – DANKE!

…weiter mit dem Interview mit Armond White :

Lauren Trainor: Was reizte sie an einer Schriftsteller Karriere und wie wurden sie Filmkritiker?

Armond White: Als ich Pauline Kaels Review Collection “Kiss Kiss Bang Bang” las, wurde mir klar, dass Kritiken eine literarische Form sein können, und ein Weg solche Reaktionen auf die populär Kultur / Popkultur und ihre Bedeutung für die Gesellschaft zu verstehen.

Lauren: Gab es besondere Mentoren, oder Personen, die sie bewunderten und die sie dazu brachten ihre eigene Arbeit weiter zu verfolgen?

Armond: Meine Familie waren in erster Linie immer meine Mentoren, sowie viele Beispiele von guten Denkansätzen/Ansichten und Schriftstücken.

Lauren: Mit welchen Herausgebern/ Verlagen arbeiten sie jetzt zusammen? Ist es angenehm/unterhaltsam?

Armond: Um für das politische Bewusstsein zu arbeiten war die von Schwarzen geführte Sun City eine Inspiration, worauf schon ihr Motto “Speaking Truth to Power” (“vor den Mächtigen die Wahrheit auszusprechen”) hindeutet. Jetzt für die New York Press zu schreiben ist eine großartige Möglichkeit “vor den Mächtigen die Wahrheit auszusprechen”. Ich bin glücklich, dort zu sein.

Lauren: Ich stelle mir vor, dass sie viel Zeit mit dem Ansehen von Filmen und mit Recherchen verbringen. Können sie darüber etwas erzählen?

Armond: Alles im Leben hat Auswirkung darauf, wie du auf Kunst reagierst. Ich sehe, lese und höre viel Musik, Filme und Bücher, eine Form beeinflusst die andere und alles ist hilfreich.

Lauren: Was ist die größte Herausforderung bei ihrer Arbeit?

Armond: Auf dem neusten Stand zu bleiben, und neue sowie alte Künstler zu entdecken. Auch Aufrichtigkeit in eine Kultur zu bringen, die von Gier und Unaufrichtigkeit und Rassismus korrumpiert ist.

Lauren: Können sie uns etwas zu den beiden von ihnen vor Keep Moving The Michael Jackson Chronicals, veröffentlichten Büchern berichten?

Armond: “The Resistance” sammelt Schriften von 1984 – 1994, als die Pop Kultur große Veränderungen durchmachte, aufgrund des Aufkommens von Hip Hop und dem Einfluss von Künstlern wie MJ, Public Enemy, Morrissey, Steven Spielberg, Pedro Almodovar und August Wilson. “Rebell For The Hell Of It” gab eine Chance, die kulturelle Bedeutung von Tupac zu bewerten – ein Thema welches ich auch in der kommenden Monografie über MJ, mit dem Titel “Souvenirs” verfolgen werde. Haltet danach Ausschau.

Lauren: Was bewog sie dazu, über Michael Jacksons Kunst zu schreiben? Haben sie ihn in jungen Jahren gehört und geschätzt, wie so viele andere?

Armond: MJ war ein phänomenaler Künstler. Ich wusste es von dem Moment an, wo die J5 1969 im Hollywood Palace auftraten. Ab da war seine Karriere eine Überraschung nach der andern. Er ist die größte Herausforderung an Kunst und Politik für mehr als das vergangene Viertel Jahrhundert. Seit Thriller war er die größte Inspiration für Musik und Video.

Lauren: Ihre Review zu Michaels Kurzfilm Black Or White von 1991, “The Gloved One Is Not A Chump”, gewann 1992 den ASCAP Deems Taylor Award für Filmkritiken. Ihre Besprechung, besonders über den letzten Teil des Coda-Dance, ist sehr lehrreich, aufschlussreich und regt zum nachdenken an. Können sie etwas darüber sagen, wie wichtig dieser Film war und immer noch ist?

Armond: Ich hoffe dass Essay spricht für sich selbst und wird Black Or White gerecht, und verdeutlicht dessen Bedeutung als künstlerischer Wendepunkt und großartiger, politischer Aussage. Es ist angefüllt mit Geschichte, Entrüstung, Schönheit und Vertrauen in das Potential der Menschheit.

Lauren: Würden sie etwas zu dem Mut sagen, den es von Michael verlangte, sich selbst in der Art auszudrücken, auf die er es tat, und wie er es erreichte, dass die ganze Welt es gemeinsam erlebte und ihm dabei zusah?

Armond: Black Or White ist ein gutes Beispiel für das, was ein prinzipientreuer Künstler erreichen kann. MJ hatte die Aufmerksamkeit der ganzen Welt und nutzte diesen Moment vollständig. Aber er tat das wiederholt – mit Bad, Scream und This is It.

Lauren: Denken sie, er war sich der möglichen Gegenreaktionen bewusst, besonders bezüglich der Schluss-Aussage, aber tat es trotzdem, um seine Botschaft an so viele Menschen wie möglich weiterzugeben?

Armond: Ein Künstler muss sich selbst ausdrücken, er kann sich keine Gedanken um Gegenreaktionen machen. Black Or White war MJs brillante und furchtlose Botschaft an die Welt. Er erholte sich immer von Gegenreaktionen, und kam dann jedes mal stärker als zuvor zurück. Scream setzt die Courage, die Wut und die Vision der Coda von Black Or White fort.

Lauren: Sie schrieben auch ausführlich über Jam und They Don’t Really CareAbout Us. Der Feuersturm, der von einigen Autoren nach der Veröffentlichung von TDCAU  in Gang gesetzt wurde, war profund. Denken sie, dass mit der Zeit und durch die Veröffentlichung fairer und nicht-verfälschter Studien zu dieser Arbeit, mehr Menschen das Geniale und die kraftvollen sozialen Aussagen, die darin enthalten sind, verstehen werden?

Armond: Natürlich! Aber weil auch MJ sich darum sorgte, “die Wahrheit gegenüber den Mächtigen auszusprechen”, müssen seine Visionen immer von seinen Befürwortern/Bewunderern vor den Angriffen und den durch die Medien verübten Verleugnungen, die den Status Quo beibehalten wollen, geschützt werden.

Lauren: Sie schreiben über die oberflächlichen, durch die Linse von Rassismus verzerrten Reviews von Michaels Werken durch die Medien, die Beurteilung seiner Person, seines Lebensstils, seiner persönlichen Vorlieben etc.. Warum denken sie, dass Michael so behandelt wurde?

Armond: Nochmal, MJ sprach den Mächtigen gegenüber die Wahrheit aus, mit einer Stimme, die nicht ignoriert werden konnte und wurde, und die Medien schlugen zurück – brutal.

Lauren: Haben sie eine Meinung dazu, warum die Medien auch nach seinem Tod damit fortfahren, Michaels Werk zu marginalisieren (ins Abseits zu drängen)? Warum all diese Anstrengungen, “sowohl den Beat als auch das Feiern von Jackson” zu stoppen?

Armond: Die einfache und umfassende Antwort ist Rassismus. Es gibt ein paar Typen im Mainstream, die es eingestehen werden, aber James Brown, James Baldwin, Dr. King, Malcolm X, Miles Davis, Sammy Davis, Jr., Marlon Brando, Elizabeth Taylor, und Ralph Ellison wussten es. MJ steht in dieser Linie. Wir haben es mit einem Künstler zu tun, aber es geht auch um Politik. Ein schwarzer Künstler steht in Amerika immer einem schweren Kampf mit einer immer noch voreingenommenen Macht Struktur gegenüber, die von tief sitzenden Vorurteilen aus agiert. Das alles läuft im Hintergrund/ohne Worte und kommt oft getarnt als “Moral” und “Geschmack” daher, aber im Endeffekt ist es einfach nur weiße Überlegenheit.

Lauren: Wo würden sie Michael Jackson in der Geschichte der modernen Musik und des Films einreihen, hinsichtlich seiner Bedeutung und seines kulturellen Einfluss?

Armond: MJs musikalische und filmische Leistungen reihen ihn in die rare Gesellschaft der Künstler ein, die verschiedene Medien beherrschen. Er sollte in einer Reihe mit den größten Multi-Taskern stehen: Charles Chaplin, Jean Cocteau, Laurence Olivier, Orson Welles, und Marlon Brando.

Lauren: Wie denken sie über Michael als sozial engagierter Aktivist?

Armond: Der politische Gehalt – seine Botschaften – von MJs Werk muss erst noch entdeckt und geschätzt werden, aber es ist ein ausschlaggebender Punkt seines künstlerischen Projekts. Ich hoffe, dass “Keep Moving” dabei helfen wird, die Entwicklung seiner politischen Stimme und Vision zu verdeutlichen.

Lauren: Was denken sie, wird sein bleibender Einfluss, seine Legacy sein?

Armond: MJ erschuf Musik, die das Leben von vielen, vielen Menschen begleitete. Er machte einige der Songs, die sehr verbindend waren. Diesen Einfluss kann man nicht aufhalten, egal wie viele so genannte Experten es auch immer verleugnen wollen.

Lauren: Haben sie einen persönlichen Lieblings-Song und Film?

Armond: Nicht ein einzelnes Lieblingsstück. MJs Musik und Videos bereichern so viele verschiedene Stimmungen. “The Love You Save”, “Ben”, “Billie Jean”, “Bad”, “Jam”, “You Are Not Alone”, “Tony Morans Mix von History.” Es hängt immer von der momentanen Gefühlslage ab – wobei ich “Black Or White” für eine herausragende Leistung halte.

Lauren: Wie haben sie die vielen Jahre, die sie sich mit Michaels Musik befassten, persönlich beeinflusst?

Armond: Es ist inspirierend, zu den Songs und Videos zurückzukehren, die ich Anfangs als ganz selbstverständlich nahm, und mich von ihnen zu neuem Leben erwecken zu lassen.

Lauren: Und abschließend, was sehen sie als wichtigste Botschaft, die jeder Mensch von seinem Werk lernen und aufnehmen kann?

Armond: Was auch Jesus befahl: “Love One Another’. und “You Are Not Alone’. (“Liebt einander” und “ihr seid nicht allein”)

Übersetzung: M.v.d.Linden

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