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“A lot of people misunderstand me. That’s because they don’t know me at all.” – Michael Jackson

2 Interviews aus dem Buch Michael Jackson: „I Love You Poland“

I Love You Poland ist ein Fotobuch über Michael Jacksons Aufenthalt in Polen 1997, von dem Fotografen Cziesław Czapliński, der Michaels Aufenthalt dort dokumentierte. In dem Buch ist Michaels Polenbesuch ausführlich beschrieben und es gibt auch zwei Interviews. Das eine mit Prof. M. Kwiatkowski, und ein weiteres mit Waldemar Dąbrowski, Direktor der staatlichen Agentur für ausländische Investitionen und später Minister für Kultur und Direktor der Nationaloper.

Das Buch gibt es z.B. hier http://www.slowianin.de/advanced_search_result.php?keywords=I+Love+You+Poland&x=14&y=8

(Es sind wunderschöne Fotos darin, der Text ist allerdings auf Polnisch.)


Geradewegs ins Herz der Menschen – Interview mit Prof. M. Kwiatkowski


Prof. M. Kwiatkowski, von den Warschauern geliebt und als große Autorität mitten unter den Geschichtsliebhabern geschätzt, war einer der wenigen Personen, die im Gespräch mit Michael Jackson am meisten Zeit verbrachten. Der große Meister, Mitglied des Ordens des heiligen Staniławs, des Ritterordens des Lachens (so heißt das wirklich) und honorierter Ehrenbürger Warschaus erwarb sich die richtige Freundschaft des Königs des Pop.


Frage: Sie haben Michael Jackson während der Zeit seines Besuches in unserem Land begleitet. Hat den Künstler etwas in Polen überrascht? Womit hat er Sie überrascht?

Prof. M. Kwiatkowski: Anfänglich war ich ihm gegenüber eigentlich eher negativ eingestellt, später hatte ich Gelegenheit meine Meinung zu ändern, dank seiner Reaktionen auf die Menschen, die Kinder und die Kunst. Er erlangte meine Aufmerksamkeit, weil er sich für die barocke Kunst interessierte. Beim Besuch des Palastes in Wilanów bemerkte er Details, welche den Augen anderer kluger Personen, die früher von mir durch die königliche Residenz geführt wurden, entgangen sind. Es sind viele, jedoch bemerkte Michael Einzelheiten, was mir erlaubte zu meinen, dass er den Barock gut kennt und mag.

Frage: Er scherzte, dass er das eine oder andere Werk kaufen möchte und die Personen, die ihn während des Besuchs begleiteten, notierten sorgfältig, um welche Kunstwerke es sich handelte. Sie notierten es, weil es doch sein könnte, dem Künstler Kopien zu überreichen?

Prof. M. Kwiatkowski: Das alles war natürlich nur Spaß. Michael schätzte die Originale und man hatte das Gefühl, dass es ihm genügte, mit ihnen im Palast in Berührung zu kommen.

Frage: Wollte er nicht dort wohnen?

Prof. M. Kwiatkowski: Nein, obwohl ich in ihm das Interesse weckte für einen schönen barocken Palast in Otwock, der damals völlig vergessen war und in ziemlich stark vernachlässigtem Zustand. Er wollte diesen ungewöhnlichen Palast erwerben oder wenigstens ausborgen und als Residenz benutzen und in Zukunft die Ausstattung an Polen übergeben.

Frage: Hat der KOP Otwock besucht?

Prof. M. Kwiatkowski: Nein, aber er schickte seinen Boten, durch dessen Vermittlung er das von mir gesammelte fotografische Material erhielt.

Frage: Konkurrent für den Ort Otwock war der Ort Lubiąż?

Prof. M. Kwiatkowski: Lubiąż, natürlich, es hatte Michael sehr gut gefallen, jedoch unternahm er keine Schritte sich in diesem Objekt anzusiedeln

Frage: Warum?

Prof. M. Kwiatkowski: Es sah so aus, als ob ihm der Ort zu weit entfernt von Warschau war.

Frage: Wurden Jackson noch andere Objekte außer Otwóck und Lubiąż vorgestellt?

Prof. M. Kwiatkowski: Nein, zum Verkauf nicht. Ich wählte das Objekt in Otwóck aus, Michael hatte sich für den Erwerb begeistert, aber da war eine zweitrangige Angelegenheit. Das, was ihn damals am meisten interessierte, war die Erschaffung eines Vergnügungsparks in Warschau.

Frage: Denken Sie, wenn das Projekt mit dem Vergnügungspark erfolgreich gewesen wäre, hätte Jackson seine europäische Residenz in Otwóck gehabt?

Prof. M. Kwiatkowski: Ja, meiner Meinung nach würde er dort wohnen. Während des Besuchs im Stanisławoski Theater sagte er, dass er sechsmal die Erdkugel umrundete, aber Polen gefalle ihm am meisten und hier würde er wohnen wollen. Er stellte sich vor, in Otwóck zu wohnen und den Vergnügungspark zu eröffnen.

Frage: Weshalb ist es dazu nicht gekommen?

Prof. M. Kwiatkowski: Es gab eine reelle Chance, dieses Projekt zu realisieren. Sie wurde von unserer Seite verpasst. Der gute Plan traf auf den Widerstand vieler Menschen, die ihn störten, nur für die Idee des Störens.

Frage: Wie war Michael Jackson im täglichen Kontakt, welchen Eindruck hinterließ er?

Prof. M. Kwiatkowski: Den allerbesten. Er hatte sein Schlagwort. „I love you“, was er nicht nur zu den Menschen aus seiner Welt sagte. Auch nicht nur zu den Massen von hundert tausenden Personen. Dieses Schlagwort richtete er auch an seine direkten Gesprächspartner. Sogar als er mit mir sprach, unterbrach er sein Thema gelegentlich und mischte ein „I love you“ unter. Das war wie eine Beschwörung der Menschen. So wie man früher sagte „Gelobt sei Jesus Christus“ so sagte er „I love you“. Das war schön und er gewann jeden für sich.

Frage: Aufrichtiges Bekenntnis?

Prof. M. Kwiatkowski: Schwer zu sagen, jedenfalls sah es mit Bestimmtheit nicht danach aus, als ob diese Aussage von seiner Seite aus einer Arglist entstand. Das war ein Ausdruck seiner wirklichen Beziehung zu einem ausgewählten Menschen.

Frage: Gab es außer der Barockkunst ein Thema, das er gerne während seiner Unterhaltung mit Ihnen berührte?

Prof. M. Kwiatkowski: Er fragte nach der aktuellen Situation der Menschen in Polen. Auch, ob es realistisch wäre, einen Vergnügungspark zu bauen. Als das Thema Bemowa (der Bezirk, in dem der Park zuerst entstehen sollte.) wegfiel, blieb noch ein Gelände an der Weichsel, stark vernachlässigt, das ihn interessierte. Aber das klappte auch nicht, weil … na ja, unsere heimatlichen Oppositionellen.

Frage: Diejenigen, die ernste Entscheidungen treffen oder die, denen Veränderungen hinter ihrem Gartenzaun nicht nach ihrem Geschmack wären?

Prof. M. Kwiatkowski: Na ja, z.B. der Vorwurf der Frau, die eben dort mit ihrem Hund spazieren ging. Als auch das Weichselnahe Gebiet nicht mehr infrage kam, schlugen wir ein Gelände bei Wilanów vor. Michael begeisterte sich für diese Idee, die sogar der Primas schon akzeptierte. Jedoch, es protestierten ein paar Einwohner des Bezirks. Eigennutz erklimmt in Polen immer den Gipfel!

Frage: Die hauptsächliche Ursache für das Fiasko dieses Superprojektes sehen Sie demnach in den protestierenden Bewohnern in der Umgebung, verstehe ich das richtig?

Prof. M. Kwiatkowski: Nun ja, jemand sagte einmal, dass das Leben in Polen, im freien Polen, am schwersten ist. Ich selbst, wenn ich höre „Kollege!“ gehe ich auf die andere Straßenseite.

Michael mit Prof. M. Kwiatkowski – (rechts)

Frage: Vielleicht sollten Sie, um nicht erkannt zu werden, ein „I love you“ zurufen.

Prof. M. Kwiatkowski: Meine Dame, da hilft nichts, das glaube ich nicht. Nehmen wir Michael. Die Anschuldigungen betreffen den Lebensbereich in dem er am aufrichtigsten war, in dem er am meisten tun wollte.

Frage: Wir sprechen von der angeblichen Pädophilie Michaels und seine wirklichen Beziehungen zu Kindern?

Prof. M. Kwiatkowski: Ja, Michael liebte Kinder am meisten auf der Welt. Er liebte sie so, wie man sie lieben sollte. Ich war Zeuge seiner Reaktionen auf die Not der Kleinen im Waisenhaus. Ich stellte ihm eine Frage. „Woher kommt diese Liebe für Kinder?“, und er antwortete, dass man Kindern Liebe geben und an sie denken muss, weil sie die Hoffnung für die Welt sind. Erwachsene, seiner Meinung nach, deutlich weniger. Ich verstehe ihn. Diese Haltung kann man nicht verbinden mit seinem „kindisch sein“.

Frage: Vermeintlichem, wie wir auch wissen?

Prof. M. Kwiatkowski: Sie beschuldigten ihn abscheulich/ekelhaft
Das, was er inzwischen vorschlug, das war ein philosophisches Programm.

Frage: Eine tiefe Klugheit, zu einfach, als dass Komplizierte sie begreifen können?

Prof. M. Kwiatkowski: Ja, ich sah ihn, wie er mit den Kindern gesprochen hat. Ich war mit ihm zusammen im Kinderheim. In dieser Zeit wollte er mit niemandem sprechen, nur mit den Kindern. Der Dolmetscher musste ihm alles übersetzen, was dieses Kind gesagt hat und er antwortete mit unerhörter Geduld. Er strahlte vor Freude.

Frage: Kehren wir zum Thema Michael Jackson in Polen zurück?

Prof. M. Kwiatkowski: Im ersten Moment hatte ich den Eindruck, dass das ein Wahnsinn ist, lebensgierige Jugend. Schwer das irgendwie anders zu bezeichnen. Danach jedoch, als frisch gebackener Michael Fan, sah ich, was in Paris los war. Das war genau dasselbe. Junge, Alte, vor dem Hotel schrien alle die ganze Nacht „I love you“ sein Schlagwort. Er löste ungewöhnliche, positive Reaktionen auf der ganzen Welt aus. Anders als viele Künstler, die ständig Aggressionen provozieren. Er traf die Menschen geradewegs ins Herz. Aber, er selbst zeigte ihnen auch sein Herz.

Frage: Daher verwundert nicht die Hysterie, wie manche die Reaktionen Hunderttausender Leute auf seinen Tod bezeichnen wollen?

Prof. M. Kwiatkowski: Nein, keineswegs. Den Leuten wird endlich bewusst, wie sehr sie ihm geschadet haben. Dass er völlig zerschlagen war. Wahrscheinlich auch noch das, nämlich wie er wirklich war.


Eine festliche Atmosphäre – Interview mit Waldemar Dąbrowski


Waldemar Dąbrowski, 1997 Direktor der staatlichen Agentur für ausländische Investitionen und später Minister für Kultur und Direktor der Nationaloper, war einer der wenigen Polen, die Gelegenheit hatten, das wahre Gesicht Michael Jacksons kennenzulernen. Er begleitete den Superstar in der Zeit seines Besuchs in Polen. Wie erinnert er sich heute an das ungewöhnliche Abenteuer?


Frage: Das Bild Michael Jacksons, mit welcher Vorstellung von ihm kamen Sie zum Treffen und welches Bild hatten Sie von ihm nach dem Treffen.

Waldemar Dąbrowski: Ich war umgeben von der Aura seines Schaffens, weil meine Tochter ihn seit ihrer Kindheit hörte, obwohl das noch mild ausgedrückt ist, sie terrorisierte uns mit der pausenlosen Wiedergabe von Michaels Werken. Nebenbei bemerkt, jetzt nach seinem Tod, griff das heute 24-jährige Fräulein nach den Platten mit seinen Autogrammen und begoss sie mit ihren Tränen. Die aufrichtigsten und ehrlichsten, die man sich vorstellen kann. Ich selbst achtete auf die Texte Michaels, denen ich früher gar nicht speziell zuhörte, ich griff nach ihnen damals, als sie ein Mädchen war. Ich habe verstanden, dass das Poesie ist. Einst hätten wir das engagierende Poesie genannt, die Stimme von jemandem, der etwas herbeisehnt. Der etwas sehr, sehr Wichtiges will. Wenn man einen Blick auf ihn mit einem „routiniertem Auge „wirft, ein solches, welches andere bewertet, zeigt sich Exzentrik, Wunderlichkeit, ein weit von der normalen Welt entfernter Mensch, aber in seinem Fall kann man diese routinierte Meinung nicht anwenden, um ihn besser zu verstehen, muss man seine Verse lesen, seinen Liedern zuhören, in denen ist…

Frage: Der Wille, die Welt zu ändern, zum Besseren, richtig?

Waldemar Dąbrowski: … der Wille, die Welt zu ändern, aber das ist eine Welt als Kosmos betrachtet, gegenwärtig in jedem einzelnen Menschen in unserer jetzigen Gesellschaft, lokal, amerikanisch und weltweit. Es ist kein Zufall, dass hunderte Millionen Menschen Tränen vergießen über die Nachricht, dass er uns verlassen hat. Ich wundere mich über Veröffentlichungen, die meinen, dass wir es mit einer unappetitlichen Show zu tun haben. Die Trauerfeier war keine Beerdigung, das war ein Treffen von Menschen, die jemandem huldigen wollten, der ihnen wichtig war. Und so kam es, dass dort prominente Leute waren, nicht nur aus dem Showbusiness. Die Worte, die aus der politischen Sphäre flossen, aus seiner Geburtsstadt, von prominenten Künstlern unterschiedlicher Disziplinen, von amerikanischen Autoritäten der Medien und von Hunderten Millionen gewöhnlicher Menschen der ganzen Welt, die einem bestimmten Phänomen gedachten, welches den Vornamen Michael hatte und den Nachnamen Jackson.

Frage: Ihr Treffen mit dem Phänomen…?

Waldemar Dąbrowski: Ich war vorbereitet auf das Treffen mit dem Megastar. Wenn ich eine Bezeichnung gesucht hätte… offen gesagt, ich selbst formulierte sie für mich für den eigenen Gebrauch, aber gestern hörte ich sie vielfach. Das war Peter Pan. Das war ein Mensch, der in sich die Empfindlichkeit eines Kindes festigte, versorgt mit dem Bewusstsein eines reifen Menschen, der beschlossen hatte, sich unaufhörlich über die Welt zu wundern; er würde sie besser machen. Peter Pan in Anbetracht dessen, dass … er sah die Welt mit dem Herzen, und nicht nur durch die Lupe und dem Auge eines Weisen. Wir hatten es mit einem glänzendem Poeten zu tun, der sich, aus vielfacher Rücksicht, nicht der Realität ergab und es schaffte, das Herbeisehnen einer besseren Welt zu materialisieren. Viel mehr, er schaffte es, Millionen Menschen zu ermutigen, dass sie für einen Moment das fühlen, was er fühlte und was er so reichlich anderen schenkte.

Frage: Wie war er privat?

Waldemar Dąbrowski: Privat war er ein unglaublich lieber Mensch, aber auch sehr entschlossen/resolut, ohne dabei eine Erhöhung seiner Stimme zu benutzen. Er schaffte es, Dinge, die für ihn wichtig sind, auszupfänden, ob im Gespräch oder in seiner Beziehung zu seiner Equipe, am Rande des Flüstertons sprechend, schier an der Grenze des Hörbaren. Das zeugt bestimmt für die Traumata seiner Kindheit, die er eigentlich nicht hatte. Mich ergriff seine Offenheit für unsere Kultur. Sein ganzes Geschäftsprojekt sollte aus dem Aufbau eines Vergnügungsstädtchens bestehen, grundsätzlich anders als das Konzept von Disneyland. Dieses Projekt sollte tief in kulturellen Inhalten verankert sein.

Frage: Unsere Kultur?

Waldemar Dąbrowski: Auch unsere. Er entschied sich, das in Polen zu machen, weil unser Land ihn interessierte.

Frage: Der Mensch, der sich bemühte, die Menschen vor allem wie Menschen zu sehen, unabhängig von Rasse, Nation und anderen Kategorien, verliebte sich ausgerechnet in Polen und die Polen?

Waldemar Dąbrowski: Wirklich, er bemühte sich, die anderen Kategorien zu überschreiten. Sein ganzes Schaffen war zum großen Teil dieses Thema, stimmt’s?

Frage: Ich überlege, warum er gerade Polen für seine europäische Residenz auswählen wollte?

Waldemar Dąbrowski: Es ist unbestritten, dass er ebendiese Möglichkeit in Betracht zog. Wir flogen nach Lubiąż (Kloster bei Breslau) …

Frage: Na eben, weshalb hat er sich letztlich nicht in Lubiąż verliebt? Ging es wirklich um die Entfernung des Ortes von den Hauptverkehrswegen, wie das manchmal begründet wurde?

Waldemar Dąbrowski: In diesem Fall hatte die Entfernung nicht die entscheidende Bedeutung. Das war einfach ein Objekt, das sich als wohnliche Residenz nicht eignete. Imponierend, enorm, aber es eignete sich nicht für seine Bedürfnisse. Unzählige Mönchszellen, schöne Säle, Stuck, aber…sogar mit seiner Fantasie war es schwer, diesen Platz als Wohnung zu sehen. Die Lage des Objektes ist absolut märchenhaft. Als wir mit dem Helikopter über die Umgebung flogen, war er aufgeregt und neugierig auf diesen Ort, als wir dagegen die kalten Klostermauern besuchten… wirklich, keiner konnte sich vorstellen, dass man dort einfach wohnen könnte.

Frage: Wurden ihm auch andere Objekte vorgeschlagen?

Waldemar Dąbrowski: Nun ja, das war gar nicht so einfach. Unsere altertümlichen Bauten waren in jener Zeit noch in wahnsinnig vernachlässigtem Zustand, andere dienten als Sitz öffentlicher Institutionen.

Frage: Und das Bristol Gebäude?

Waldemar Dąbrowski: Bristol, als Hotel eventuell, wahrscheinlich ging es ihm darum nicht. Und als Anekdote…als ich ihm sagte, dass dieser Platz von einem großen polnischen Musiker geschaffen wurde, bekannte er erfreut, dass er ihn vielleicht kauft. Er scherzte, dass er sich solidarisch mit Paderewski fühlte, als großer Musiker.

Frage: Kann man abschließend, in zwei Sätzen, die Ursache für das Fiasko dieses Projektes nennen? Wenn man die verschiedenen Informationen zusammenstellt, denn es waren Dutzende…

Waldemar Dąbrowski: Nein, es gibt eine grundsätzliche Ursache. Aber das… eignet sich nicht, um es zu veröffentlichen. Ich möchte mich zu dem Thema nicht äußern. Jedenfalls fehlte nicht viel, dass das Projekt gelungen wäre.

Frage: Wie, es fehlte nicht viel? Können wir annehmen, dass es zur Realisierung des Projektes nicht kam, weil, übereinstimmend mit einer populären öffentlichen Version, es mit den berühmten Prozessen gegen Michael Jackson verbunden war? Ein Moment, der entschied, die Legende eines Kinderfreundes zu beschmutzen?

Waldemar Dąbrowski: Zum Teil. Für mich ist das eine ekelhafte Verleumdung. Außerdem war unsere Stadt nicht fähig, schnell genug auf seine Pläne zu reagieren. Um das Projekt herum entstanden verschiedene Bedingungen, die nicht anzunehmen waren, weder im logischen Rahmen noch im rechtlichen Rahmen.

Frage: Reden wir darüber, was Michael Jackson dazu bewegte, eine so enthusiastische Meinung über unser Land und seine Einwohner zu äußern. Er sagte: „Hier gibt es so viel Liebe“ Wann und warum kam es zu dieser Aussage?

Waldemar Dąbrowski: Ich denke, dass es zu dieser Meinung kam, lag an Michaels Erfahrungen. Vor allem, der Eindruck bei Kontakten mit dem Publikum während eines Konzertes. Es waren Hunderttausende angezündete Lampen… Ich selbst kaufte 100 und gab sie an die Kinder um mich herum weiter.

Frage: Michael war hauptsächlich von der warmen Aufnahme überrascht?

Waldemar Dąbrowski: Er war sehr berührt. Der Moment, wo er sich von einem ruhigen Menschen in den Heros der Szene verwandelt, ist phänomenal. Er hatte etwas Magisches in sich, er schaffte es auf diese Hunderttausende Personen einen Zauber zu versprühen, ihnen einen tieferen Sinn zu zeigen, eine Energie und große Emotionen. Noch ein paar Minuten vorher trank er Tee, sprach leise über bestimmte Sachen und im nächsten Moment…

Frage: …schrie er fast revolutionäre Schlagwörter ins Mikrofon.

Waldemar Dąbrowski: Aber er schrie mit seinem ganzen Leib. Richtig. Fast revolutionäre Schlagwörter, die seinen Energieüberschuss unterstützten. Er war ein Phänomen, er bekam von Gott etwas mehr als Andere.

Frage: War dieses Etwas auch in privaten Situationen zu bemerken?

Waldemar Dąbrowski: Ja. Er war Künstler, ohne Pause, sogar während eines Gesprächs, wenn er ungewöhnlich intelligente und scharfsinnige Fragen stellte, er formulierte sie so, als ob er zur selben Zeit schon seine Verse, Worte für seine Lieder schrieb. Während des Sprechens schien er gleichzeitig seinen Leib zu weiteren Tanzfiguren zu formen. Das machte nichts an der Verständigung mit ihm kaputt, es störte nicht den Sinn des Gesprächs. Man konnte sehen, dass seine Künstlernatur ein in ihm immer gegenwärtiger Wert ist, ständig suchte er die beste Ausdrucksform und machte das, wie sich zeigte, unbewusst.

Frage: Bitte erzählen Sie von den Eindrücken Michaels zur Ansicht Warschaus.

Waldemar Dąbrowski: Als wir mit dem Helikopter über Warschau flogen, erzählte ich ihm von der Geschichte dieser Stadt, sie war ihm völlig unbekannt. Es durchdrang ihn tief und er sah ein, dass es nicht viele solcher Städte auf der Welt gibt, eine Stadt, die gestorben war. Er durchlebte das sehr. Durchlebte es wirklich. Ähnlich wie der Kontakt mit dem altertümlichen Wilanów; Łażienki, wo das Konzert von Chopin stattfand und später das Treffen mit einigen Bühnenstars. Er gab ihnen damals wirklich das Gefühl seiner Sympathie, für die Kollegen und Kolleginnen aus der Branche. Es gab von seiner Seite nichts, was so etwas wie eine königliche Geste war. Die Musik Chopins kannte er ausgezeichnet und die bei uns vorgetragene nahm er als Geschenk.

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Frage: Waldemar Dąmbrowski sieht sich Bilder des Besuches Jacksons an, auf einem drückt der Künstler ein Kind an sich.

Waldemar Dąbrowski: Das ist alles wahr, er drückte sie wirklich. Ich war mit ihm im Krankenhaus und im Kinderheim. Ich sah, wie sehr ihn die Situation ergriff. In der Beziehung zu jedem einzelnen von ihnen hatte er eine große Empfindlichkeit. Das Treffen mit den Kindern war ihm genauso wichtig wie das Treffen mit Persönlichkeiten wie z.B. dem Bürgermeister.

Frage: Hatten die polnischen Kinder, dem großen Idol von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehend, den Mut Fragen zu stellen?

Waldemar Dąbrowski: Ja, sie fühlten sich bei ihm ungehemmt. Sie hatten sogar den Mut, vor ihm zu tanzen.

Frage: Hat Michael Jackson etwas während der Zeit seines Besuches kritisiert? Gab es etwas was ihm nicht gefiel?

Waldemar Dąbrowski: Nein, das bemerkte ich nicht und ich war die ganze Zeit mit ihm zusammen. Im Gegenteil, er war begeistert und dankbar. Er hatte eine solche Würde an sich, so eine Größe. Die Tage waren so voll mit Geschehnissen, Treffen, Hin- und Herfliegen, er hatte jedes Recht müde zu sein, für einen Moment in Privates zu flüchten. Er stand jedoch stets zur Verfügung, immer lächelnd. Außerdem hat er uns nicht mit übermäßig vielen Komplimenten beschenkt. Es war nicht so, dass er pausenlos „I love you, I love you, I love you”sagte. Um ehrlich zu sein, er liebte seine Fans, über alles. Ich sah, welches Vergnügen ihm der Kontakt zu ihnen bereitete…als er an den Absperrungen stand.

Frage: Ja eben, auf dem Flughafen traf er auf eine ernste Gefahr.

Waldemar Dąbrowski: Ja. Wir versuchten das zu verbergen, aber es gelang uns nicht. Sie haben ihn dort aus Liebe fast zertrampelt.

Frage: „Ich liebe Polen“, sagte er.

Waldemar Dąbrowski: Ja. Er wollte lieben. Er liebte wahrscheinlich die ganze Welt. Er war ein Bote der Liebe. Er trug in sich eine riesige Neugier auf die Welt. Polen war für ihn eine Entdeckung, er durchlebte jede gehörte Geschichte, das bezeugen die von ihm gestellten Fragen.

Frage: Auf den Bildern sehen wir ihn vor den Hintergründen eines Platzes für Autobusse, auf der Straße, in der Schule, in Krankensälen und im Aufenthaltsraum eines Kinderheimes. Es umgaben ihn keine Mengen an Sicherheitsleuten, sondern normale Leute.

Waldemar Dąbrowski: Er hatte ein großes Bedürfnis, seinem Gegenüber Herzlichkeit zu geben. Er wollte in Menschen das Gute sehen. Er hatte keine Furcht vor Leuten, er traf sich gerne mit ihnen.

Frage: Mit Maske?

Waldemar Dąbrowski: Manchmal nahm er sie ab.

Frage: Michael Jackson hatte einen großen Stab an Leuten. Weshalb entschied er sich im Kontext des Projektes Vergnügungspark privat nach Polen zu reisen?

Waldemar Dąbrowski: Weil er diesem Unterfangen einen persönlichen Charakter geben wollte. Er war wie ein Maler, der eine Ausstellung plant, wenn er nicht den Raum sieht, in dem seine Werke hängen werden…

Frage: … wobei dieser Raum nicht näher bezeichnet war…

Waldemar Dąbrowski: War er nicht, aber ich denke an einen Raum im Sinne von Kultur, Leute, die hier wohnen. Er wollte es hier mit eigenen Augen sehen, kennenlernen und verstehen, das war das Hauptziel seines Besuches von 1997.
Überall, wo immer er auftauchte, hatten wir eine festliche Atmosphäre.


Noch ein paar Bilder aus dem Buch:

http://www.polishartworld.com/en/artistGallery/id/131.html


Übersetzung aus dem Polnischen: Claire de Lune  – *Danke*


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