Joe Vogel bietet mit seinem Buch „The Man in the Music: The Creative Life and Work of Michael Jackson“ eine tiefgehende Analyse von Michaels Kunst. Er deckt überraschende Dimensionen seiner Musik auf und zeigt das Genie hinter dem Künstler in einem neuen Licht. Der Review würdigt die Leidenschaft und Sensibilität, mit der Vogel die Innigkeit und Komplexität von Jacksons Werk aufgreift und dabei einen einzigartigen Einblick in dessen kreatives Leben und seine Bedeutung für die Welt bietet.
Eine Review von Lauren Trainor, MJ-Tribute Portrait, von Joe Vogels Buch Man In The Music
Danke, dass du Michael der Welt so zeigst, wie er für immer sein wird…The Man In The Music
Unter all den aufrichtigen Stellungnahmen und Tributes, kam eine der innigsten und aussagekräftigsten Eulogien von dem langjährigen Freund Michael Jacksons, Stevie Wonder. Wonder sah Jackson natürlich niemals performen, er wurde nie Zeuge der Veränderungen seines Erscheinungsbilds, er sah nie die Musikvideos, Kostüme oder Masken. Trotzdem kannte er Jackson auf einer viel tieferen Ebene als die meisten. Und er hörte seine Musik. Michael, sagte er immer, war ein Geschenk.
Vor ein paar Monaten bekam ich von Joe Vogel die Gelegenheit, sein neues Buch „The Man in the Music: The Creative Life and Work of Michael Jackson“ zu begutachten. Ich sagte sofort zu, denn ich wusste, dass es die erste in die Tiefe gehende Analyse von Michaels Kunst sein würde, der erste Meilenstein, um klar zu definieren, wer Michael war, und warum er so vielen Menschen so viel bedeutet. Er sagte uns, dass wir, wenn wir ihm nahe sein wollten, seiner Musik zuhören sollten, denn darin würden wir seine Seele und seine Liebe finden. Nach Juni 2009 tauchte ich in den Sound, und die Lyrics und die Emotionen dieser einmaligen Stimme ein, in dieses umfangreiche Schaffenswerk, und ich fand Trost inmitten der Konfusion und den Gefühlen über diesen tiefen Verlust.
Ich dachte, die Musik zu kennen, aber ich entdeckte, dass ich höchstens an der Oberfläche kratzte – zufrieden mit den vertrauten Klängen und der sichtbaren Qualität, die mich durch mein Leben begleitet hatte. Joe hat eine Studie über Michaels Werk angefertigt, die die verschachtelten Ebenen und die Details eines Meisters beim Erschaffen, Spielen und Zusammenarbeiten mit dem Medium, für das er geboren war, enthüllt. So wie Michael immer wieder sagte: Seine Musik war schon im Universum vorhanden, und er war nur der Kanal, durch die sie zu uns kam, von einem anderen Ort und Wesen, der diesem einen Menschen vertraute, uns – der wartenden Welt – seine perfekte, liebevolle Gabe zu überbringen.
Werfen wir einen nähren Blick auf Joes Absicht, Inspiration und Ziel, als er mit diesem 5 Jahres Werk mit Liebe zum Detail begann, in dem er die Vision des Künstlers und kreativen Genies fair bewertet und wieder herstellt. Er sagt dazu: „Ich wollte etwas Historisches und Umfassendes schreiben, aber mich dem Thema mit weniger Zynismus und mehr Neugierde annähern. Was versuchte Jackson zu vermitteln? Was beleuchtete, veränderte seine Arbeit? Was drückte sie aus, was rief sie hervor? Wie ist sie gemacht? Und welche Reaktionen wollte er hervorrufen?
Die Einleitung des Buches beschreibt Joes zahllose Quellen, die ihm ermöglichten, diese sorgfältig beschriebene Liebe zum Detail für jeden Song, jedes Albums, ausgehend von „Off The Wall“ hin zu „Invincible“ zu formulieren. In Joes Worten: „Beim Erschaffen dieses Buchs reiste ich tief in dieses beseelte Werk. Mit jedem neuen Besuch entfalteten sich neue, aufregende Entdeckungen. Ich hoffe, dass Man In The Music auch anderen ähnliche Erfahrungen ermöglicht, und als Eintrittstor in die Welt einer der größten und einzigartigsten Künstlern des vergangenen Jahrhunderts dient.“
Freiheit und Befreiung, ohne Grenzen zwischen Geschlechtern, Nationalität oder Kultur, gemischt mit unbegrenzter Imagination, Tatendrang und Talent, unterstützt durch die besten, handverlesenen Mitarbeiter, erschuf einige der großartigsten und beliebtesten Musik des 20. Jahrhunderts. Weil es wichtig ist, alles auch im Zusammenhang mit den politischen, sozialen und kulturellen Kräften zu verstehen, bezieht Joe auch viele Hintergrundinformationen und erklärende Aspekte jeder Ära mit ein. Während Michael sich persönlich und professionell entwickelt, lernen wir den Einfluss und die Auswirkungen von dem zu verstehen, was in der Welt um ihn herum geschah. Diese Schilderungen genoss ich besonders, da auch ich noch einmal nachempfinden konnte, und mir jede Dekade vorstellen konnte, und wie sie mich selbst zu der Zeit beeinflusste.
Im Sommer 1979 war ich noch am College und erinnere mich an den Disco-Wahn, aber es ist „Don’t Stop Till You Get Enough“, was eine „hörbare“ Erinnerung an Tanz und die Minuten von purer Freude hervorruft, wenn es aus dem Auto oder einem kleinen Radio schallte. Es war die grundsätzliche Reaktion auf die Musik, diese Stimme, die neu und wundervoll war. Joe nimmt uns mit in diese Zeit und an diesen Ort, und enthüllt die Sehnsucht nach der Qualität, die Michael mit dieser Veröffentlichung gelang, und dem Rest des Albums. Immer noch sehr jung und sichtlich freudig, mit seinem Talent im Einklang lebend, ist der süße kleine Junge zu einem wunderschönen jungen Mann herangewachsen und wir liebten ihn. Joe nimmt uns mit ins Innere des musikalischen Schaffensprozesses, mit dem Michael und Quincy Jones die Zukunft der Musik veränderten. Ich hörte Off The Wall noch einmal, wie mit „neuen Ohren“, ich versuchte neue, verschiedene Geräusche, Ebenen und Bedeutungen herauszuhören und zu definieren, die ich zuvor nie genügend beachtet hatte.
1982 veröffentlicht, ruft Thriller deutliche Erinnerungen an Motown 25 und die Auswirkungen von Michaels Performace hervor. Die Magie dieses Augenblicks ist sogar am TV ist schwer zu beschreiben, diese wenigen Minuten, die zum ersten Mal seit den Beatles, durch ihr sichtbares Gelingen aufregten und sprachlos machten. Auch an Beat It und The Girl Is Mine erinnere ich mich im Kontext dieser Zeit. Das eine revolutionär, das andere vertraut, so wie es McCartney während der letzten 20 Jahre gewesen war. Meine noch kleinen Kinder sangen es immer, und Michael begleitete uns so überallhin.
Jeder Song hegt die Struktur und die Mentalität des Künstlers, wie sie von seinen Kollegen beschrieben wird, wenn Joe in die musikalische Konstruktion eintaucht. wenn Billie Jean bis zum heutigen Tag die Ätherwellen schmückt, muss man es laut spielen, wirklich laut, denn seine Prägung verlangt nicht weniger als das. Joe zeigt uns das wiederum, mit detailgenauen Juwelen an Information und Reflexionen von Studio Technikern, Produzenten und befreundeten Songschreibern. Bruce Swedien war jetzt ein fester Bestandteil von Michaels Team und ist verantwortlich für einen großen Teil der musikalischen Identität jedes Tracks auf Thriller. Michael begann die neue Dekade als schillernder, neuer Prince of Pop, und verwandelte sich innerhalb von 3 – 4 Jahren in den glanzvollsten kulturellen und musikalischen Tsunami seit den Beatles. Thriller bescherte ihm 1984 8 Grammys, etablierte ihn als Retter von MTV, und zeigte Michaels Macht im Wandel des sozialen Bewusstseins und der Rassentoleranz durch die Kraft seiner Musik und seines Tanzes.
1987 zogen Gewitterwolken über Michaels Kariere auf. Joe benennt taktvoll die Vorurteile der Medien, die auf vermeintlichen personenbezogenen Exzentrizitäten basierten. Musikkritiker werden ohne Umschweife verwarnt für ihre vordergründigen und unfairen Beurteilungen nach der Veröffentlichung von Bad – ihre Kritiken zielten eher auf den Künstler ab als auf seine Kunst. Durch das ganze Buch stellt Joe großzügig verschiedene Eindrücke von Kritiken gegenüber, manche fair und andere, die sich auf irrelevante Dinge bezogen, die nichts mit der Freude von The Way You Make Me Feel oder der starken Botschaft von Man In The Mirror zu tun haben. [Er]schaut tief in Michaels Herz und Seele, sein wachsendes soziales Bewusstsein, und seine zunehmende Erkenntnis, um seine einzigartige Position, um Veränderungen zu bewirken, werden wunderbar beschrieben. Jede Aufnahme von Bad wird ausführlich besprochen, und bietet wiederum Einblick in den rastlosen Geist des Schöpfers, dem es mithilfe seiner Kollegen und Freunde gelingt, dass wir uns jung fühlen, gestärkt und inspiriert.
Der Kritiker Christopher Sunami schreibt über Smooth Criminal „Durch das Ganze gleitet Michael, manchmal bewegt er sich im Einklang, manchmal als Kontrapunkt und manchmal in einem komplexen Verhältnis zu den anderen Tänzern … Michaels Performance ist quicklebendig, wechselt von einem Augenblick zum anderen, durch Bewegungsformen, für die andere Tänzer wahrscheinlich Jahre benötigen, sie zu entwickeln und zu perfektionieren … Er tanzt nicht so sehr zur Musik, wie eine gewöhnliche Person das tun würde. Sein Tanz schwebt eher über der Musik, eine schwindelerregende Weiterentwicklung von technischer Virtuosität.“ Für diesen Autor ist dieser Kurzfilm einfach fließende Sinnlichkeit, ausgehend von einem tanzenden Mann, mit unvergleichlicher Anmut und Originalität … brillant!
Zu Dangerous, veröffentlicht 1991, sagt Joe: „Wechselweise düster, eindringlich und transzendent, wurde es nicht nur zu dem bis dahin sozial bewusstesten Album des Sängers, sondern auch das, was am persönlichsten war. Als eine umwerfende musikalische Odyssee ist Dangerous Michael Jacksons „Songs in the Key of Life“ („Songs in the Key of Life“ ist ein Album von Stevie Wonder, das 1976 veröffentlicht wurde.) Die Arbeit eines Künstlers, der sich mit der Welt um ihn herum – und in seinem Innern – auseinandersetzt wie nie zuvor.“ Joe leitet unsere Erinnerungen geschickt zu den Tagen von Guns N’ Roses, U2, REM, Madonna und Nirvana zurück. Er beschreibt den Fluss der kreativen Säfte in dem Studio, wo sich die Talente von Bill Bottrell, Brad Buxer und Matt Forger mit denen von Teddy Riley und Bruce Swedien vermischten. Buxer sagte über Michael: „Er sagte oft: Brad, kreiere mir einen Sound, der richtig weh tut.“
Joe fügt hinzu, „Michael hörte einfach in allem Musik“.

Zwischen Bad und Dangerous hatte Michael sein neues Zuhause erworben, Neverland. Er fand darin Trost und war gestärkt durch den Frieden und die Abgeschiedenheit dieses Ortes, und entwickelte seine Liebe zum Bücher lesen weiter. Joe beschreibt wunderbar, was Neverland für Michael bedeutete, was es ihm bot, und wie er seine eigene Welt kreierte und wie er begann, eine universelle Spiritualität wahrzunehmen, mit einem inklusiveren Weltbild. „Zurückgezogen auf Neverland, konnte Jackson, der jetzt 41 Jahre alt war, sich frei fühlen, um Regionen seiner Identität, seines Weltbildes und Bestimmung zu erforschen, wie nie zuvor. Wenn er nicht kreativ war, las er mit Heißhunger: alles, von den Gedichten Emersons und Wordsworths, über die Biografien von Michelangelo und Beethoven, von Freuds und Jungs Psychologie hin zu Sufi Gedichten (Jacksons persönliche Bibliothek wuchs auf mehr als 20.000 Titel an, inklusive vieler Erstausgaben seiner Lieblingsklassiker). Dancing The Dream wurde in dieser Zeit konzipiert. Sein spiritueller Berater zu der Zeit, Deepak Chopra, äußert sich zu dem „Gott Gefühl“, was Jackson in seine Performance einbrachte. Joe erklärt „… ein transzendenter, ‚ekstatischer Zustand‘, der harte Linien, Grenzen und Ideologien auflöste, und stattdessen die Einheit aller Existenz wahrnahm …“
Es ist fesselnd zu lesen, wenn Joe Dancing The Dream bespricht, so wie auch sein wunderbarer Blick auf die Kunst und Interpretation des Dangerous Covers. Genau in der Mitte des Covers ist eine Spur, die suggeriert, wenn man ihr nach innen folgt, könnte man hinter die Maske kommen und die kreative Welt und Seele von Michael Jackson betreten. Mit anderen Worten, die Maske ist nur die Oberfläche, in seiner Musik entdeckt man nicht nur seine Essence, sondern auch den eigentlichen Zweck seiner Arbeit, und der ist es, Leben und Energie in die Welt zu „pumpen“, durch den Rhythmus, die Melodien und die Worte seiner Songs.
Und die Musik? Will You Be There, Who Is It, Remember The Time, Keep The Faith … Tage nachdem Michael gestorben war, verreiste ich mit jungen Teenagern und einem Dreijährigen, wir drehten die Lautstärke hoch, öffneten die Fenster und sangen unsere Erinnerungen an Michael laut und lange heraus. Black Or White fügte unsere kleine Gruppe zusammen, als das jüngste Kind lachte und Michaels Legacy in die Zukunft klatschte. Und ich glaube, das war genau das, was er geliebt hätte.
Ende 1995 veröffentlichte Michael History: Past Present And Future Book1. Joe beginnt seine Review, in dem er dieses feststellt:
History ist Michaels persönlichstes Album. Von der leidenschaftlichen Wut von Scream bis zur schmerzlichen Verletztheit von Childhood, war diese Platte – in Michaels Worten – ein musikalisches Buch. Es umfasst all die turbulenten Emotionen und Kämpfe der vergangenen Jahre: Es war sein Protokoll, seine Leinwand, seine Widerlegung.
Joe beschreibt prägnant die Reaktionen der Kritiker auf History und den Aufruhr über die Entscheidungen zur Promotion für das neue Album. Noch wichtiger ist, dass er deutlich über Michaels schmerzhafte Erfahrungen spricht, beginnend 1993 und wie diese Erfahrungen ihn so tiefgehend betrafen. Wie immer drückte Michael seine Ernüchterung und seinen Schmerz durch seine Kunst aus. Soziale, kulturelle und individuelle Verantwortung, sowie auch die grausame Macht der Medien, werden in den Lyrics von They Don’t Care About Us, Scream und Earth Song beleuchtet. Bei DS kommt persönliche Entrüstung und Wut zum Ausdruck, und zur gleichen Zeit, in der You Are Not Alone und Stranger In Moscow von herzbrechender Entfremdung berichten, und eine Bitte sind, Michaels Heirat mit Lisa Marie und dem Glück, was er dort erlebte, zu verstehen und emotional zu unterstützen, dienen sie als ausgleichende Balance gegen all die Negativität dieser Jahre. Wie über Scream als Eröffner für das Album entschieden wurde und über Janets Erinnerungen von diesem Prozess wird humorvoll berichtet. Durch Joes Worte treffen wir einen Mann, der Demütigung, Ungerechtigkeit und Betrug auf einer globalen Bühne erlebt hat. Kreativität und Liebe waren seine Rettung. Zahlreiche detaillierte Berichte geben Auskunft darüber, wie das im Studio umgesetzt wurde.
Come Together verdrehte mir den Kopf mit der überwältigenden Interpretation der visuellen Umsetzung Michaels. Es wird gesagt, dass Michael diese Performance als Hommage an Lennon uns als Geschenk an dessen Sohn Sean in Moonwalker zeigte.
So wie Joe es beschreibt, „Fühlte Jackson, dass John Lennon in vieler Hinsicht eine verwandte Seele war, jemand, der nicht richtig in die konventionelle Gesellschaft passt, dessen Genialität trotzdem sehr unorthodox darauf basierte. Dazu passt es genau, dass Jackson Come Together nahm, ein Song, der bekanntlich alle Konventionen herausfordert, und offen Freiheit von den Einschränkungen von Sprache, Autoritäten und Ideologien umfasst.“
Mit seinem fantastischen Kurzfilm Ghosts wurde ich erst nach seinem Tod vertraut. Auch heute noch überrascht und bezaubert er mich, obwohl das, was unter dem wunderbaren Tanz und der verrückten Story liegt – die mit Stephen Spielberg geschrieben wurde – das ist, was Joe beschreibt als: „Seine beste Reaktion auf die öffentliche Wahrnehmung von ihm, als Kombination aus Spektakel, Bösewicht und Freak. Wenn Childhood sein persönlichster Song ist, wie Jackson einst sagte, ist Is It Scary der unerlässliche Kontrapunkt.“ Die Veröffentlichung von Ghosts korrespondierte mit Michaels Album Blood On The Dance Floor, worauf das eindringliche Morphine und – einer meiner Lieblinge – Is It Scary sind. Vielleicht hält Morphine momentan das Herz mehr gefangen, wegen der laufenden Ereignisse. Joe berichtet:
„Aber Morphine ist am besten zu verstehen als Experiment – sowohl klanglich als auch lyrisch – indem es die Erfahrung von physischem und psychischem Leiden und seine zeitweise Erlösung darstellt (buchstäblich in Form von narkotischen Schmerzmitteln wie Demerol und Morphine, von denen Jackson zeitweise seit Beginn der 90er abhängig war) Diese Erfahrung ist genauso brillant übertragen in die Form des Songs: Etwa in der Mitte des Tracks verstummt der grelle Beat, beschreibt symbolisch den beruhigenden Effekt der Droge. „Relax, das wird dir nicht wehtun“ singt Jackson besänftigend aus der Perspektive des Drogen/Arztes.
Jenseits der wörtlichen Bedeutung der Droge, liegt Jacksons ständiges Sehnen danach, Schmerz, Einsamkeit, Verwirrung und unbarmherzigem Druck zu entkommen. In diesem kurzen Zwischenspiel, vermittelt er wunderschön die beruhigende, verlockende, aber zeitlich begrenzte Flucht vor der Realität. Es hat etwas von Flehen, von Verzweiflung vor dem abrupten Ende, und die Zuhörer werden zurückgeworfen in die brutale Welt von Anklagen und Qual.
Michaels letztes Studioalbum Invincible, wurde im Oktober 2001 veröffentlicht. Neben Teddy Riley waren viele neue Mitarbeiter zu verschiedenen Zeiten an der Erschaffung Invincibles beteiligt, zusammen mit Rodney Jerkins. Joe zitiert Rodney: „Er war stimmlich sehr stark. Er war so aktiv dabei. Ich spreche dabei vom [Einsatz des] High Hat (Becken) bis zu allem. Die Qualität des Sounds war so wichtig für ihn. Er betrachtete alles wie unter dem Mikroskop, so in der Art: „Die mittleren Frequenzen sind zu stark …“ – er war sehr technisch. Er sagte immer „Die Melodie ist der König und er konzentrierte sich wirklich auf die Melodie.“
Joe beschreibt gründlich die jahrelange Erschaffung von Invincible, die Kräfte, die lauerten am Weg zu seiner Promotion, inklusive der Ereignisse des 11 Septembers, und den Konflikten zwischen Michael und dem damaligen Chef von Sony. Trotz des Mangels an Michaels visuellen Interpretationen durch Kurzfilme, bis auf You Rock My World, und ohne eine begleitende Tour, verkauften sich schließlich trotzdem mehr als 10 Millionen Kopien von Invincible. Es ist ein wunderschönes, bewegendes, heilsames Album, durchtränkt mit dem musikalischen Genius eines reifen, kreativen Mannes, wie es vom Autor elegant beschrieben wird. Geliebte Kinder und die Freude von Vaterschaft und Familie, zusammen mit dem immer präsenten Verlangen zu kreieren, bewirkte bei Michael ein heilendes und wiederbelebtes Vertrauen, das in Aufnahmen wie Unbreakable, Butterflies und You Are My Life ganz offensichtlich ist.
Vor ein paar Monaten versuchte ich aufzuschreiben, wie der Song Don’t Walk Away in mir tiefe, emotionale Auswirkung hat. Nachdem ich es noch einmal gehört hatte, denke ich, es ist wirklich einfach das Fühlen des Klangs, jede Silbe in jeder Note und jedem Wort, das Michael singt, ist einfach perfekt. Verlangen, Trauer, Hoffnung und Kummer – all das kommt zusammen in einer wunderschönen Melodie, die hält, was Michael verspricht … seine ist Seele in seiner Musik.
Das letzte Kapitel beschäftigt sich mit Michaels letzten Jahren. Wie Joe es beschreibt: „Hinter den Kulissen, ein wie immer zwanghaft-kreativer und ruheloser Jackson, beschreibt gegenüber Ebony, dass er genauso geschäftig sei wie eh und je. Tatsächlich schrieb er in den Jahren nach seinem Prozess 2005 dutzende neue Songs und nahm sie auf. Einige davon machte er zusammen mit kreativen Partnern, die er schon lange kannte, wie Brad Buxter und Michael Prince; andere mit Freunden wie Eddie Cascio; und manche mit aktuellen Künstlern wie Will.I.Am, Neff-U, Ne.Yo, RedOne und Akon. Man munkelte, das neue Studio-Album sei so stark wie immer, es war sein Beweis, dass er seine kreative Magie nicht verloren hatte. In seinen letzten Jahren begann er auch an einem klassischen Album zu arbeiten, mit dem Komponisten David Michael Frank, und begann mit den Vorbereitungen für sein bemerkenswertes Konzert-Spektakel, This Is It, 50 Shows im O2 Stadion in London, die das größte Comeback in der Geschichte der Pop-Musik gewesen wären.“
Joe spricht über Michaels Pläne, seine Vorbereitungen und seine völlige Vertiefung in This Is It, und von dem, was er der Welt damit vermitteln wollte. Michaels Tod und dessen Nachbeben, wird liebevoll beschrieben, wie im Memorial Sevice am 7.7.2009.
Joes Worte über Michaels guten Freund und Mentor Stevie Wonder, die am Anfang dieser Review zitiert sind, sind besonders ergreifend wegen der einmaligen Erfahrung Stevies mit Michael. Ohne all die umgebenden Dinge, die den Rest der Welt beeinflussten, hat sein ausgeprägter Hörsinn ohne Zweifel Michaels musikalische Begabung verstärkt und personifiziert [wahrgenommen]. Ohne Umweg gingen die Gefühle und Sounds, eingebettet in der Musik, direkt in Stevies Herz.
Joe schreibt von Stevies Eulogie für seinen Freund, auf Michaels Memorial:
Er sagt: „Das ist ein Augenblick, von dem ich mir wünschte, dass ich ihn nie hätte erleben müssen.“ In dem folgenden Medley – eine leidenschaftliche Kombination von Never Dreamed You’d Leave in Summer und They Won’t Go When I Go – erlaubt Wonder der Musik zugleich zu enthüllen, zu klagen und zu Zeugnis abzulegen. „No more lying friends/wanting tragic ends,“ (Keine lügenden Freunde mehr/die ein tragisches Ende wollen …) singt er in letzterem Lied, dem ein schweigendes Publikum lauscht. Es war ein tiefer Gospel-Soul, der einen sehr schweren, persönlichen, emotionalen Schmerz beschwor. Es war ein Lied über den Verlust eines Freundes, nicht einer Ikone.
Danke Joe, für dieses wunderbare Buch und deine harte Arbeit über so viele Jahre.
Danke, dass du Michael der Welt so zeigst, wie er immer sein wird … The Man In The Music.
Übersetzung: M.v.d.Linden
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