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Ralph Chacon, Kassim Abdool und Adrian McManus

by on 16. November 2015

English: https://themichaeljacksonallegations.com/2016/12/26/the-prosecutions-witnesses-ralph-chacon-kassim-abdool-and-adrian-mcmanus/

Die sogenannten “Neverland 5” waren eine Gruppe von fünf ehemaligen Angestellten Jacksons (Kassim Abdool, Ralph Chacon, Adrian McManus, Sandy Domz und Melanie Bangall), die Jackson in den 90er Jahren wegen angeblicher ungerechtfertigter Kündigungen verklagten. Drei dieser fünf Leute – Abdool, Chacon und McManus – sagten in Jacksons Prozess 2005 für die Staatsanwaltschaft aus, um deren Fall der „früheren bösen Handlungen“ zu unterstützen. Sie behaupteten, dass sie Jackson während ihrer Arbeit in Neverland (1990/1991 bis 1994) dabei beobachtetet hatten, wie er sich Kindern gegenüber unangemessen verhalten hätte. Der ehemalige Sicherheitsbedienstete Chacon behauptete, dass er einmal Zeuge davon wurde, wie Jackson Jordan Chandler sexuell belästigt habe [1]. Der ehemalige Sicherheitsbedienstete Abdool, der mit Chacon in der selben Schicht gearbeitet hatte und sich selbst als Chacons Freund beschrieb, erhob diese Behauptung nicht, unterstützte allerdings Chacons Unterstellungen, in dem er behauptete, er hätte auch ein paar der Unangebrachtheiten beobachtet, von denen Chacon behauptet hatte, sie bezeugt zu haben [2]. Das ehemalige Dienstmädchen McManus behauptete, sie hätte beobachtet, dass sich Jackson gegenüber Jordan Chandler, Brett Barnes und Macaulay Culkin unangebracht verhalten habe [3]. Keiner dieser Leute hatte zu dem Zeitpunkt, als die vermeintlichen Belästigungen und Unangebrachtheiten angeblich stattfanden, Anzeige erstattet oder auch nur erwähnt, was sie vorgeblich gesehen haben. Diese Geschichten tauchten erstmals im Frühjahr 1994 auf – mehr als ein halbes Jahr nachdem der Chandler Skandal publik wurde.

mcmanus

Adrian McManus

Tatsächlich sagte Adrian McManus im Zivilverfahren Chandlers am 7. Dezember 1993 unter Eid aus, dass sie niemals irgendein unangebrachtes Verhalten oder irgendeine Form sexuellen Verhaltens von Jackson gegenüber Jordan Chandler oder irgendeinem anderen Kind beobachtet hat. Sie sagte sogar, sie vertraue Jackson so sehr, dass sie kein Problem damit hätte, ihren Sohn mit Jackson alleine zu lassen. Als Jacksons Anwalt Thomas Mesereau sie 2005 mit ihrer eidesstattlichen Erklärung von 1993 konfrontierte, behauptete McManus einfach, sie hätte 1993 in dieser Aussage unter Eid nicht die Wahrheit gesagt. [3]

Chacon und Abdool erhoben erstmals Vorwürfe gegen Jackson, als sie von der Staatsanwaltschaft vor die beiden Grand Jurys geladen wurden, die im Frühjahr 1994 einberufen wurden, um die Unterstellungen gegen Jackson zu prüfen. Abdool erschien vor der Grand Jury in Los Angeles und Chancon erschien vor der Grand Jury in Santa Barbara. Zu diesem Zeitpunkt behaupteten sie passender Weise auch das erste Mal, dass sie sich gegenseitig anvertraut hatten, was sie angeblich beobachtet hatten, obwohl sie in derselben Schicht gearbeitet hatten und Freunde gewesen sein sollen. Davor hatten sie niemals irgendjemandem gegenüber erwähnt, irgendein Fehlverhalten Jacksons beobachtet zu haben. Tatsächlich unterschrieb Abdool am 13. Jänner 1994 eine Stellungnahme für Jacksons Vertreter, wo er aussagte, Jackson niemals dabei gesehen zu haben, irgendein Kind in einer sexuell unangebrachten Art berührt zu haben oder in irgendeiner Weise, die als sexuell ausgelegt werden könnte. [2]

Chacon und Abdool änderten ihre Geschichten und brachten erstmals Behauptungen über Unangebrachtheiten und Kindesmissbrauch zur Sprache, als Chacon vom Bezirksstaatsanwalt Thomas Sneddon und dem Kriminalbeamten Russ Birchim für den Chandler Fall befragt wurde. Zu dieser Zeit bat Chacon Birchim um Geld, um seiner Frau bei einem Umzug zu helfen. Birchim übergab das Geld und den Waffenschein, den Chacon ebenfalls verlangte. [3] Jacksons Anwalt Thomas Mesereau befragte Chacon dazu in Jacksons Prozess 2005. Zuerst sagte Chacon, er könne sich nicht daran erinnern, aber als Mesereau ihm eine Niederschrift seiner eidesstattlichen Aussage zeigte, räumte er seine frühere Aussage langsam ein und erklärte, dass es „wahrscheinlich“ passierte. Als er nach dem Kreuzverhör von Sneddon weiter befragt wurde, erinnerte sich Chacon plötzlich klar und deutlich an alles. Sneddon unterbrach ihn allerdings schnell und sagte „das ist nicht wichtig“.

F. Sie haben angegeben, dass Sie Wachtmeister oder jetzt Kommandeur Birchim um Geld gebeten hätten für Ihre Frau –

A. Jawohl.

F. – erinnern Sie sich? Können Sie sich erinnern, warum?

A. Jawohl.

F. Warum?

A. Nun, die Schwägerin meiner Frau starb gerade und –

F. Es ist schon gut. Ich ziehe die Frage zurück. Das ist okay. Es ist nicht wichtig. [1]

chacon

Ralph Chacon

Im Prozess teilte Chacon mit, dass er gegen Ende seiner Beschäftigung bei Jackson Konflikte mit den persönlichen Bodyguards des Stars (Office of Special Services (OSS)) hatte, weil sie laut ihm seine Arbeit gestört hatten. Chacon gab zu, dass er und Abdool verärgert und frustriert waren, weil sie herausgefunden hatten, dass einem neuen Sicherheitspersonal Jacksons mehr bezahlt wurde als ihnen. [1]

Im Zuge seiner Aussage wurde auch aufgedeckt, dass Chacon 1994 in finanziellen Schwierigkeiten steckte, da er wegen einer verlorenen Klage Geld bezahlen musste. Obwohl Dokumente gezeigt wurden, um das zu beweisen, behauptete Chacon, sich nicht an diese Gerichtsentscheidung erinnern zu können. [1] Jacksons Anwalt Thomas Mesereau deckte des Weiteren auf, dass Chacon Geld in Form von Kindesunterhalt schuldete und seine Miete nicht bezahlt hatte. Er prahlte allerdings vor seiner Vermieterin Linda Allen, dass er mit einer Klage gegen Jackson Millionen gewinnen würde und sogar in einem Mercedes 450 herumfahren könnte. Chacon bestritt diese Aussagen. [1]

Kurz danach wandten sich Abdool und Chacon (McManus kam später dazu) an den Zivilrechtsanwalt Michael Ring, der am 2. Dezember 1994 in ihrem Namen eine Zivilklage gegen Jackson und weitere Angestellte des Stars einbrachte und 16 Millionen Dollar Schadenersatz forderte (letztendlich klagten alle fünf Leute der „Neverland 5“ Gruppe). Sie behaupteten, dass sie während ihres Beschäftigungsverhältnisses schikaniert und eingeschüchtert wurden, was zu seelischer Belastung und verschiedenen medizinischen Problemen führte und sie „emotional schwer beschädigt“ und arbeitsunfähig machte. Sie behaupteten auch, dass sie von Jackson zu Unrecht gekündigt wurden. Jackson reichte eine Gegenklage ein und schließlich wurden Chacon und McManus für schuldig befunden, Jacksons Eigentum gestohlen zu haben. [1] [2] [3]

In dem Zivilprozess wurde über die „Neverland 5“ und deren Anwalt eine Strafe von 66.000 Dollar verhängt, weil sie während ihrer eidesstattlichen Erklärung und im Zeugenstand gelogen und Ermittlungsverstöße begangen hatten (z.B. das Verbergen von Beweisen vor Jacksons Anwälten). Richter Zel Canter, der Vorsitzende des Zivilprozesses, verließ den Richterstuhl, nachdem er erklärte, er sei angewidert. [4] Die Jury wies die Klage wegen ungerechtfertigter Kündigung gegen Jackson zurück und verurteilte die Neverland 5 dazu, ihm Schadenersatz zu zahlen. Das Gericht entschied auch, dass die Kläger für die Anwaltshonorare und Kosten im Wert von 1,4 Millionen Dollar aufkommen müssen. Bis zum Zeitpunkt ihrer Aussagen 2005 hatte keiner von ihnen Jackson Schadenersatz gezahlt. Laut seiner Zeugenaussage meldete Chacon nach dem Urteil im Zivilprozess Insolvenz an. [1] [2] [3]

Chacon leugnete im Zeugenstand während dem Prozess 2005, dass er irgendetwas über den Geldbetrag wusste, den sein Anwalt im Zivilprozess von Jackson forderte. Dokumente aus der damaligen eidesstattlichen Erklärung Chacons zeigen allerdings, dass er nicht nur von den 16 Millionen Dollar wusste, die von dem Entertainer gefordert wurden, sondern dass er sogar einmal gesagt hat, 16 Millionen Dollar seien nicht genug. Später im erneuten Kreuzverhör gab Chacon zu, dass er wusste, wie viel Geld bei der Klage verlangt wurde. In einer eidesstattlichen Aussage sagte er auch, dass Jackson für den Rest seines Lebens bezahlen sollte. [1]

Vor ihrer Klage in den 90er Jahren kontaktierten die Neverland 5 unter der Leitung ihres Anwaltes Michael Ring den Boulevardbroker Gary Morgan von der Splash News and Picture Agency, um verleumderische Geschichten über Jackson und Kinder und Jackson und seine damalige Frau Lisa Marie Presley zu verkaufen. Morgan arrangierte Interviews mit Magazinen wie The Star und Fernsehprogrammen wie Inside Edition. [1] [2] [3] Laut McManus’ Zeugenaussage von 2005 erhielten sie 32.000 Dollar oder mehr für ihre Geschichten und fast alles davon ging an Ring, um ihren Zivilprozess zu finanzieren, von dem sie sich Millionen Dollar erhofften. [3] Chacon gab zu, dass sie auch mit einem bestimmten Journalisten – Victor Gutierrez – sprachen, bevor sie sich an The Star wandten. [1] Abdool sprach ebenfalls über diesen Kontakt; er gab an, sich einmal mit Gutierrez getroffen zu haben und eine zwei- bis dreistündige Unterhaltung mit ihm gehabt zu haben. [2] McManus sagte aus, dass Gutierrez „dabei war, zu versuchen, uns mit unserer Klage zu helfen“. [3] Warum diese Verbindung bedeutsam ist, wird in dem Artikel über Victor Gutierrez und seine Rolle in den Unterstellungen gegen Michael Jackson erläutert.

kassim-abdool-image

Kassim Abdool (Link zum Bild)

Abdool behauptete im Zeugenstand, dass er, Chacon und McManus ihre Geschichten nicht diskutiert und abgestimmt hatten, bevor sie diese an Boulevardblätter verkauften. Dem wurde allerdings in Chacons Zeugenaussage widersprochen, wo dieser zugab, dass sie in Rings Büro Entwürfe für ihre Geschichten machten, die sie an die Boulevardblätter verkaufen würden. [2] [3]

Neben dem verdienten Geld gab es einen weiteren Zweck für diese Interviews und die Behauptungen der Neverland 5, Jackson in unangemessenen Situationen mit Kindern gesehen zu haben: ihn unter Druck zu setzen und zu versuchen, ihn dazu zu bringen, den Fall außergerichtlich zu begleichen. Obwohl Chacon 2005 in Jacksons Prozess behauptet hat, dass er nichts über solche Taktiken wusste, gab er zu, dass es ihn nicht überraschen würde, wenn das der Fall gewesen wäre.

FRAGE VON MR. MESEREAU: Wussten Sie zu der Zeit, als Sie, Mr. Abdool, Ms. McManus und ihr Anwalt sich an ein Boulevardblatt wandten, um eine Geschichte über Mr. Jackson zu verkaufen, ob ihr Anwalt versuchte, Geld von Mr. Jackson auszuhandeln oder nicht?

A. Nein, Sir.

F. Wissen Sie, ob ihr Anwalt versucht hatte, Mr. Jackson unter Druck zu setzen, in dem er mit schlechter Publicity drohte?

A. Nein, Sir.

F. Haben Sie jemals gehört, dass irgendetwas dergleichen vor sich ging?

A. Nein, Sir.

F. Okay. Wenn das passiert wäre, wären Sie schockiert gewesen, richtig?

A. Wahrscheinlich nicht, Sir.

F. Wahrscheinlich nicht?

A. Ich schätze nicht, nein. [1]

Eine der Beschwerden, die Chacon 1995 in der Klage gegen Jackson vorbrachte, war, dass Jackson ihm seelisches Leid zufügte, weil er „ihn die ganze Zeit anstarrte“. [1] Deshalb behauptete er, Anspruch auf Schadenersatz gehabt zu haben. Als sich seine Behauptung als falsch herausstellte, fragte ihn Jacksons Anwalt Tom Mesereau, warum er das gesagt hatte, wenn es nicht stimmte. Chacons Antwort war: „Ich schätze, einfach nur so“. [1]

Während dem Zivilprozess in den 1990er Jahren sagte eine weitere Angestellte Jacksons, Francina Orosco, aus, dass McManus sie bat zu behaupten, dass sie beobachtet hätte, wie ein männlicher Angestellte Jacksons McManus sexuell belästigt habe. Orosco sagte auch aus, dass sie McManus während ihres Beschäftigungsverhältnisses zu Hause besucht hatte, wo McManus ihr einen Raum voller Armbanduhren, Postern, Uhren, Sonnenbrillen, T-Shirts, Wäschekörben voller Kleidung Michael Jacksons und anderen Gegenständen zeigte, die sie von Neverland gestohlen hatte. Es wurde auch herausgefunden, dass McManus eine Zeichnung von Jackson gestohlen hatte, die er von Elvis Presley gemacht hatte und für 1000 Dollar an Gary Morgan von Splash verkauft hatte. [3]

Es wurde auch bekannt, dass McManus und ihr Mann in einem früheren Verfahren angewiesen wurden, jeweils 17.000 Dollar zu zahlen. In diesem Verfahren wurde ermittelt, dass sie Geld gestohlen hatten, welches minderjährigen Verwandten von McManus zustand. Sie betrogen Shane und Megan McManus, einen Neffen und eine Nichte von Adrian McManus, vorsätzlich und boshaft um ihr Geld. Sie wurden von Rosalie Hill, dem Vormund der Kinder, verklagt. Richter Richard A. St. John stellte fest, dass das Geld in dem Trust für die Unterstützung dieser beiden Kinder bereitgehalten wurde und dass McManus und ihr Mann diese Gelder vergeudeten. [3] [4]

Quellen:

[1] Ralph Chacons Zeugenaussage in Michael Jacksons Prozess 2005 (7. April 2005)

[2] Kassim Abdools Zeugenaussage in Michael Jacksons Prozess 2005 (25. April 2005)

[3] Adrian McManus’ Zeugenaussage in Michael Jacksons Prozess 2005 (7-8. April 2005)

[4] Ergänzender Schriftzsatz zur Unterstützung des Einspruchs zu dem Antrag des Bezirksstaatsanwalts für die Zulassung angeblicher früherer Vergehen (25. März 2005)
http://www.sbscpublicaccess.org/docs/ctdocs/032505suppopp1108.pdf

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