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Out Of The Mouth Of Michael – Ein besonderes Interview mit Michael von 1992

by on 22. February 2015

Out Of The Mouth Of Michael . . . August 16, 1992 | By Glenn Plaskin.

http://articles.chicagotribune.com/1992-08-16/entertainment/9203140099_1_dreams-spirituality-daily-journal

Zwischen den Auftritten seiner stürmischen Europa-Tour, stimmte Michael Jackson diesem aussergewöhnlichen Interview mit Glenn Plaskin zu. Ein Abgesandter wurde nach Deutschland geschickt, um die Fragen, nach seinem Konzert in München, persönlich an Jackson zu überreichen. Er diktierte daraufhin seine Antworten, die an seinen Literatur-Agenten in Washington weitergeleitet wurden. Die Antworten wurden abgetippt und zur Veröffentlichung an Plaskin gefaxt.

Glenn Plaskin: Mir gefällt es, dass du dich sorgst und die Aufmerksamkeit in deinem neuen Buch „Dancing The Dream“ auf ein „Kind, das in Äthiopien weint, eine Seemöwe, die in einer Öllache um ihr Überleben kämpft, einen vor Angst zitternden Teenager-Soldaten…“ lenkst. Denkst du, wir sind solchen Dingen gegenüber schon gefühllos geworden?

Michael Jackson: Nein, ich glaube nicht, dass wir angesichts solcher Tragödien gefühllos geworden sind. Wir erleben ein weltweites Aufflammen für – und eine Rückbesinnung auf – die grundliegenden menschlichen Werte und die Sorge für die Unverletzlichkeit allen Lebens auf unserem Planeten.“

Dancing-The-Dream-Dilip Metha

Dein Buch ist angefüllt mit der Lebensweisheit einer alten Seele. Siehst du dich selbst als Philosoph?

MJ: Ich sehe mich nicht als ein Philosoph. Ich glaube, ich habe, wie jeder andere auf dieser Welt, eine Bestimmung. Diese Bestimmung herauszufinden und danach zu leben bedeutet, den göttlichen Funken in uns zu entzünden.

Stammen all deine Gedichte und Essays in dem Buch aus einem Tagebuch?

MJ: Ich führe kein Tagebuch. Ideen reifen entwickeln sich in meinen Gedanken.

Du sagst immer, es sei wichtig, zu träumen. Hast du all deine Träume verwirklicht?

MJ: Nein, habe ich nicht. Ohne Träume gibt es keine Kreativität. Der Antrieb zur Kreativität entsteht aus einem Unbehagen – einen göttlichen Unbehagen, das verändern, umgestalten, die Welt mit mehr Magie erfüllen möchte. In meinem Leben steht an erster Stelle, etwas zu verändern, unbekanntes, unerforschtes Gelände zu betreten und Spuren zu hinterlassen.

Was magst du an Kindern und wie beleben sie dich, wenn du unter Belastung stehst?

Michael with Kids Bad tour

MJ: Kinder sind unschuldig und urteilen nicht. Sie beleben mich, denn sie helfen mir dabei, mein eigenes inneres Kind zu finden, ohne das ich verloren wäre. Von Kindern können wir lernen zu lieben, zu vergeben, in allem etwas Neues zu erschaffen und die Welt zu heilen.

Fühlst du dich, wenn du alleine bist, einsam oder zufrieden?

MJ: Ich weiß das Alleinsein zu erleben. Einsamkeit kann eine harte Erfahrung sein, aber Alleinsein ist Liebe und Bewusstsein für das Leben.

Du sprichst oft von Gott und Spiritualität, und du wurdest als ein Zeuge Jehova erzogen. Hältst du dich heute für religiös?

MJ: Ich denke nicht, dass ich religiös bin in dem Sinn, dass ich mich einer bestimmten Glaubenslehre verschrieben hätte. Ich würde mich als spirituell bezeichnen – insofern ich glaube, dass es einen Bereich des Bewusstseins gibt, der uns ermöglicht unsere Universalität zu erfahren. Ich lese alle Arten religiöser Literatur, denn ich glaube, dass in allen etwas Wahres enthalten ist.

In deinem Buch schreibst du in deinem Gedicht „Trust“: „Wir denken, uns von anderen zu separieren, würde uns schützen, aber das funktioniert nicht. Dadurch fühlen wir uns einsam und ungeliebt.“ Fühlst du dich als ein Gefangener deines Ruhms?

MJ: Ja. Ruhm kann dich gefangen halten. Aber das Beste daran, Michael Jackson zu sein ist, dass du mit Millionen Menschen interagieren kannst; und bei diesem Zusammenspiel tauschen wir etwas aus.

Das wäre…

MJ: Liebe. Es ist beglückend. Es ist magisch.

Bliss

Ich wette, du hättest auch ein großartiger Balletttänzer werden können. Deine Mutter sagte einmal, du konntest schon mit 5 Jahren fast jede Tanzbewegung nachahmen. Wie fühlt es sich an, wenn du auf der Bühne tanzt, und wie hart arbeitest du daran?

MJ: Ich tanze, um meine Glückseligkeit auszudrücken. Wenn ich tanze, verlasse ich mich nicht auf ein Training, ich fühle, wie der Tanz selbst sich durch mich zum Ausdruck bringt. Ich bin das Instrument zum Ausdruck der Ekstase.

Verrate uns ein paar Geheimnisse: Was isst du, und wie trainierst du?

MJ: Mein Leben ist nicht eingeengt durch besondere Diäten oder Trainingspläne! Ich habe Spass mit meinen Freunden oder alleine. Ich sehe gerne Filme an, lese Bücher, tanze – und manchmal tue ich gar nichts.

Du schreibst viel über Tiere. Was können wir von ihnen lernen?

MJ: Tiere töten nicht aus Grausamkeit, Gier oder Eifersucht. Und die meisten töten nicht ihre eigene Spezies. Wir sind die einzigen Tiere, die die Erde plündern und zerstören! Aber wir lernen und es ist noch nicht zu spät.

Wo wir gerade von Tieren sprechen… nachdem das sexy, gewalttätige Panther-Segment von Black Or White zu vielen Kontroversen geführt hat, spekulieren Amateur Psychologen, dass du enorme Wutgefühle heraus gelassen hast, über…

MJ: Wut und Zorn sind das Vorspiel für eine Veränderung des Bewusstseins. Solange die Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft uns nicht wütend machen, gibt es keine Hoffnung auf Veränderung.

Black-or-White-Set-Panther Dance

Deine Videos sind State of the Art, wie kleine Kinofilme. Würdest du gerne lange Spielfilme drehen?

MJ: Ich werde Regie führen und viele Filme produzieren; Filme, die die Magie des Lebens zeigen, die unterhalten aber die Leute auch zum nachdenken anregen.

In der Zwischenzeit, wenn du die Lieder für dein nächstes Album komponierst, kommen die Texte, oder die Musik zuerst?

MJ: „Ich höre als erstes die Musik und spüre den Tanz, die Worte kommen dann spontan.“

In deinem Essay „On Children of the World“ sagst du, so vielen Kindern wäre ihre Kindheit gestohlen worden. Hast du es als ein Kinderstar so empfunden?

MJ: Ich hatte ganz sicher keine gewöhnliche Kindheit. Aber die Magie war immer da.

Wir haben alle gesehen, wie Elizabeth Taylor sich so leidenschaftlich für Spenden und Mitgefühl für AIDS einsetzt. Welche Eigenschaft schätzt du an ihr als Freundin am meisten?

MJ: Elizabeth hat sehr viel Lebenslust. Wir müssen mit Leidenschaft leben.

Nachdem du letzten Oktober der Gastgeber für Elizabeth Taylors Hochzeit warst, träumst du davon, eines Tages selbst zu heiraten?

MJ: Ich lebe in der Gegenwart. Und das spannende am Leben ist, sich jeden Morgen in das Unbekannte zu begeben. Ich freue mich auf die Zukunft, was auch immer sie mir bringen wird.

………………………………

Übersetzung: M.v.d.L.

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From → Michael's words

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