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Schreien, um gehört zu werden, Buch II

by on 1. February 2020

Auszug aus: Armond White – Keep On Moving, The Michael Jackson Chronicles.

Schreien, um gehört zu werden, Buch II

(For reading the original version Screaming To Be Heard, Book II” please scroll down to the end of page!)

Erster Teil: Schreien, um gehört zu werden – Buch I

Michael Jackson schreit, damit wir über die Geschichte der Popmusik nachdenken und Verleumdungen erforschen: Es gab keine Rufe nach Entschuldigung oder böse Vorwürfe, als Yoko Ono und John Lennon 1971 Woman The Nigger Of The World (Die Frau, der Nigger der Welt) herausbrachten. Schwarze hielten es für ein weiteres Zeichen weißer Gefühllosigkeit (ganz gleich von welchen Prinzipien geleitet), wohingegen Musikjournalisten es für einen drastischen, jedoch moralischen Schlag gegen Unterdrückung ansahen. Den offensichtlich strategischen Gebrauch des N-Wortes ließen sie einfach auf sich beruhen. Selbst als Patti Smith 1978 das gewagt einprägsame Rock N Roll Nigger produzierte, (1994 von Erasure remixed und wiederbelebt – PJ Harveys Produzent Flood produzierte Trent Reznors Soundtrack zu Oliver Stones Natural Born Killers), missverstand niemand Smiths gute Absichten. Smith bediente sich dabei der Freiheit des Ausdrucks, die weiße Künstler für sich einfach hinnehmen. Doch ein paar Jahre später machten schwarze Rapper die gleiche Freiheit für sich geltend und auf sie prasselte die Peitsche herab.
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Die ganze Debatte über Songs, die eine kontroverse Sprache gebrauchen, spiegelt lediglich die Absurdität unserer Zeit wider: Es erzielt weder die beste noch die provokanteste Wirkung, manche sehr direkt ausgesprochenen Gedanken sind entsetzlich beleidigend (wie
Some Girls – einige Mädchen – von den Rolling Stones oder Randy Newmans Short People – kleine Leute). Doch wenn gegen diese Redefreiheit, die die Freiheit zu beleidigen einschließt, willkürlich mit Sinn negierender Vehemenz Einspruch erhoben wird, bringt das die Balance der Zivilisation durcheinander.

All diese üblen Michael Jackson Attacken beweisen eine weitaus größere, erschreckendere politische Unterdrückung. Die Popkolumnen des San Francisco Examiner und der New York Times rügen beide Michael Jackson und warnen vor ungehörigen, zerstörerischen Mächten im ganzen Land. Sie befürchten Provokation in seiner Musik, doch wer will denn fade, farblose Popmusik? Jackson verleiht harten Erfahrungen und beunruhigenden Kenntnissen Ausdruck, in seiner gekränkten Stimme findet jede verzweifelte und drängende Sehnsucht ihren Platz. Indem sie jeglichen Ausdruck amerikanischer Unzufriedenheit als Trotzanfall lächerlich machen, unterstützen diese Schreiber die Werteverschiebung, die alle Ebenen – besonders die komfortable Spitze – des amerikanischen Lebens verdirbt. HIStory ist deshalb außergewöhnlich, weil eine Nummer Eins wie Jackson es wagt, auf so wunderbare Weise soziale Unruhen deutlich anzusprechen. In Songs von They Don’t Care About Us bis Scream macht Jackson das Unbehagen des amerikanischen Lebens, die gesamte ernstzunehmende Frage nach der verlorenen Menschlichkeit unserer Nation, zur Angelegenheit des Mainstream Bewusstseins. Journalisten mögen dies als Undank oder Getöse der Unterschicht abtun, doch ruft euch ins Gedächtnis: das ist der Ort, an dem Menschen leben! Heutzutage ist es der Ort, an dem, spirituell gesehen, die meisten von uns leben. Es ist geistlos von Kritikern, zu lamentieren, HIStory sei von persönlicher Wut motiviert – natürlich ist es das! Doch es ist wichtig zu sagen, dass Jackson diesen Groll ausweitet, dass er die Wut verrückter Spinner mit dem Zustand nationaler, universeller Rechtsverletzung in Beziehung setzt. Charakteristisch für die Ära der Hilflosigkeit besitzt Screams Unverfrorenheit auch eine unendliche Wahrheit über die Erfahrungen schwarzer Amerikaner und deren notwendigen „Fuck you“ Reflex. They Don’t Care About Us versteht die Verdrießlichkeit der heutigen Zeit. Beide Songs sind aggressive Verkaufsstrategie Versionen des Blues.

Welcher andere schwarze Künstler hat das politisch ökonomische System so erfolgreich manipuliert wie Michael Jackson? Gott weiß, er hat für dieses Privileg bezahlt! Während der Glaube an den Kapitalismus seine Psyche und sein Selbstverständnis quälte, verlieh er ihm doch enormen Einfluss. Durchschnittliche Performer mögen vom Tumult um „Antisemitismus“ zunichte gemacht worden sein, Jackson jedoch spielt das Spiel superb, er beugt sich dem Druck im richtigen Moment – als es zur ersten Pressung der HIStory Sammlerstücke kommt – erschafft einen neuen Markt für überarbeitete Versionen, UND er bewahrt sich die Integrität seiner guten Absichten.

Sein offizielles Statement vom 22. Juni ist interessant:

Das einzige Ziel, das ich mit dem Song They Don’t Care About Us verfolgte, war, Sprache zu gebrauchen, um die Widerwärtigkeit von Rassismus, Antisemitismus und Klischees zu demonstrieren. Ich hatte gehofft, meine Texte würden auf die Bigotten abzielen, nicht auf die Opfer der Bigotterie. Aufgrund der unvorhersehbaren Reaktionen von vielen Menschen auf der ganzen Welt auf einige meiner Worte, habe ich mich dazu entschlossen, den Song neu aufzunehmen und die Worte, die als feindselig empfunden wurden, zu streichen. Indem ich dies tue, erkenne ich an, dass ich einige Menschen angegriffen habe, was niemals meine Absicht war und was mir unendlich leid tut. In den letzten paar Tagen habe ich begriffen, dass diese Worte als antisemitisch betrachtet werden. Wenn ich auch den Schmerz, den ich verursacht haben mag, nicht auslöschen kann, so übernehme ich doch die volle Verantwortung für mein Handeln. Ich begreife jetzt, dass alle Worte Macht besitzen, vor allem, wenn sie dazu genutzt werden, ein Statement abzugeben. Ich hoffe inständig, dass jeder, der sich durch meine Worte angegriffen gefühlt hat, mir verzeiht, dies nicht schon früher erkannt zu haben.

Michaels Nachgiebigkeit (den Song ohne lästige Worte wieder aufzunehmen) ist eine Beruhigung der unterdrückenden Mächte, sie ist keine Kommunikation zwischen gleichwertig Leidenden. Mit dem Gebrauch der Worte „betrachtet werden“, verdeutlicht er die engstirnige Voreingenommenheit seiner Kritiker. Ihre heuchlerischen Reaktionen helfen Jackson, seinen Standpunkt zu beweisen. Diejenigen, die darauf bestehen, Popmusik zu kontrollieren, entlarven sich selbst als Gegner künstlerischer Ausdruckskraft. Dieses Wiederaufnehmen des Songs besitzt eine andere Klasse wie die schwache Ausverkaufskapitulation von Ice T nach der Cop Killer Katastrophe. Sich beugend wie die siegreiche Weide aus dem Sprichwort, erhebt Michael sich mit intakter Stimme wieder. Er kann nicht verlieren. Er ist schlau wie ein Fuchs.

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Jacksons Unbezähmbarkeit verdient den Lohn der Tugend. Nimmt er auch ausgedachte Zeilen wie „verklag mich… schlag mich“ auf, so stecken doch immer noch anspruchsvolle Vorzüge in der nicht zu vergessenen Originalversion von They Don’t Care About Us: „Jew me“ ist umgangssprachlich, „kike me” (ebenfalls ein jüdisches Schimpfwort) ist nahezu neologistisch (Anmerkung: Neologismus = Neuwortschöpfung) (wenn auch nicht ganz neu für diejenigen, die mit Gesprächen unter Juden im Show Business vertraut sind. Neu ist es einzig für die öffentliche Nomenklatur). Jacksons Text stellte den Gebrauch von Klischee dem Gebrauch von Syntax gegenüber, indem er den boshaften Ursprung von Hasssprache wiederholte und bloßstellte.

Als er das schwarze und weiße (einschließlich jüdische) Publikum ansprach, ließ er den Stachel des Vorurteils genau im richtigen, notwendigen Moment des Zurückfallens in den Rassismus zustechen (Die Avantgardisten Ono und Smith würden seinem Coup wahrscheinlich zustimmen.)

Was ist mit seinem „Adel verpflichtet“? Es wird abgemildert durch sein schwarz-jüdisches Insiderwissen. In dem Versuch, diese Betrachtungsweisen, in denen beide unterdrückte Gruppen sich in gleichem Maße misstrauen und sich aufeinander beziehen, zu schlichten, hat sich Jackson selbst leicht für Missverständnisse geöffnet, wie etwa das Leugnen der verzwickten Wahrheit. Während nun die Beispiele für den fragwürdigen Gebrauch von Worten immer grausamer werden, dürften wir wohl den Tag bereuen, an dem wir es versäumten, Jacksons unbequeme Freimütigkeit über die Entstehung von bösartigem Gerede zu beherzigen.

Kritiker und historische Verbände verderben Jacksons augenscheinliche Güte, indem sie sie mit reinem Neid besetzen. Ihre selbstsüchtigen Urteile sollte man dem Vergessen anheimstellen, doch das käme höchstwahrscheinlich dem Vergessen sozialer Ungerechtigkeit gleich – eine amerikanische Schwäche, die natürlich in unserer eigenen Sprache, unserem Slang und unserem Fluch verankert ist.

Beschimpfungen entstehen aus sozialer Unterdrückung. Das erklärt zum Teil, warum Weiße Empörung empfinden, wenn sie Rapper das Wort „Nigger“ sagen hören. (Keiner der Medienwachhunde beschwerte sich jedoch, als er hörte, wie Biggie Small Michael auf This Time Around einen „Nigga“ nannte.) Doch wenn diese Worte auf Juden angewandt aggressiv sind, dann sind sie es auch für jeden anderen; wenn diese Worte in der Kunst jedem erlaubt sind, dann müssen sie auch sonst jedem erlaubt sein. They Don’t Care About Us bringt die Komplexität kultureller Disharmonie zum Vorschein; Jacksons Song ist unter seiner Würde: die Kritik daran genauso offensichtlich wie das schlechte Gewissen. Unrealistischer als Jackson versuchte Patti Smith in naiver Art die Auswirkungen der Verunglimpfung abzumildern, indem sie deren Gebrauch unterwanderte. Smith scheiterte schließlich, doch wer sollte auch mehr über die Qualen missbilligender Sprache wissen als ein gepeinigter, schwarz-amerikanischer Sänger?

bang bang

Einige weiße Kritiker verstehen ganz einfach nicht (oder es kümmert sie einfach nicht), woher der Song They Don’t Care About Us kommt. Man könnte ihn einfach als Song über die jetzige Regierung interpretieren, doch tatsächlich geht er tiefer und weiter zurück. Sein Titel, ein Stück schwarzamerikanischer Weisheit über die Weißen, besitzt eine menschliche Tiefe, die man in Michaels Stimme und in seiner Produktion hören kann: Der Song beginnt mit einem Schulhofsingsang und geht dann über in einen ernstzunehmenden Disput. (Michael hat sich Rap angehört und begriff das stärkste und mutigste Element des Rap: die Aggressivität, seine Unterdrückung und seine Wut laut auszusprechen. Dies ist Teil des Bürger(Künstler-)rechts und muss respektiert und geschützt werden.) In They Don’t Care About Usbesingt Jackson auch eine soziale Überzeugung, die verloren ging:

Wenn Roosevelt noch lebte
Würde er das nicht zulassen
Wenn Martin Luther noch lebte
Würde er das nicht zulassen

Mit der Bezugnahme auf Franklin D. Roosevelt und Martin Luther King, Figuren der populistischen Mythologie, dafür ausgezeichnet, sozialen Wohlstand zu verkünden, ruft Jackson nach zeitgemäßer Erneuerung des sozialen Humanismus. Diese Bemerkung bezieht sich direkt auf Jacksons wortspielerische Darstellung der heutigen amerikanischen Feindseligkeit. Sein Pophumanismus erinnert an Onos und Smith weniger geerdete Zielvorstellung. In Rock N Roll Nigger rappt Smith:

Die, die gelitten haben
Verstehen Leid
Und weiten dadurch ihre Hände
Der Sturm, der Unheil bringt
Macht auch fruchtbar

Doch Smith´ poetischer Optimismus wurde fehlgeleitet. Das Beleidigungsempfinden mancher Juden (die Union, die die Bewegungen von FDR und MLR einst beispielhaft nannten), hindert sie daran, ihre Hände zu weiten. Statt sich mit Jacksons erweitertem Gespür für Schmerz zu verbinden (indem sie den hörbaren Tritt von „kike“ alle verbalen Angriffe lautmalerisch darstellen lassen), zieht die Moralpolizei einen Trennungsstrich zwischen sie. Nicht über die einfühlsame Triebfeder des Songs zu sprechen, nämlich Michaels ausgebreitete Arme, stellt jüdisches Leid über das Leid aller anderen.

Ich denke, wir alle wissen, dass diese „antisemitische“ Masche gegen den Song nicht wirklich ein Ruf nach Anstand ist, sondern lediglich ein neues Spiel einläutet. Missionierende Journalisten stehen nicht bloß auf Seiten der Macht, schließlich erreichte Jackson auch Macht, nein, sie stehen auf Seiten der Weißen. Antisemitismus Vorwürfe helfen dabei, Juden gegen Schwarze aufzubringen, während sie die Fantasie jüdischer Erfolgsmenschen, angenommen zu werden (die Fantasie des „weiß seins“), beflügeln. Durch die Dämonisierung Jacksons (und aller Schwarzen) als Gegner werden sie von ihrem verständlichen Gefühl der Angst abgelenkt.

Dies geschieht mit Hilfe einer subtil wahrnehmbaren Verschiebung von Michaels Besonderheit und ihres verursachenden Missbehagens. Jacksons Einzigartigkeit spiegelt Amerikas Werte, doch Kritiker weigern sich, eine wichtige Zeile wie „sag mir, was aus meinem Leben geworden ist“ aus They Don’t Care About Us zu interpretieren. Es sagt viel über das Gefühl der Entfremdung und des Entsetzens aus, das dann entsteht, wenn man sich ein Leben nach amerikanischen Erfolgsstandards aufbaut – ob nun als millionenschwerer Performer, als Arbeitsloser oder als seichter Journalist.

They Don’t Care About Us zeigt die Wachsamkeit eines unterdrückten Menschen. Der Antisemitismus Vorwurf jedoch ermutigt die Menschen dazu, mit dem Denken aufzuhören, statt Rassismus und Kapitalismus herauszufordern – versetze einfach in Panik und zeige mit dem Finger auf andere. Doch in gewisser Weise dient dieses frömmlerische Moralisieren einem bestimmten Zweck: Es offenbart die Abneigung der Journalisten, die keinen Platz für Kritik haben, gegen Jacksons mutige, entsetzliche Wahrheit über das amerikanische Leben. Nelson Georges (afroamerikanischer Autor und Kunstkritiker) aufgebauschtes J’accuse (Ich klage an) zeigte eine feige Vorliebe für elitäre Geringschätzung (Sich ihrer Untertanentreue im System sicher, bellen diese Kritiker natürlich, wenn Michael die Hand beißt, die sie füttert). Sie versuchen, sich vor der Hölle, die Jackson anscheinend ertragen muss, selbst zu schützen, also verbünden sie sich in Establishment Attacken gegen Popmusik.

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Die Prügel jedoch, die Michael für HIStory einstecken musste, war beispiellos. Medienklagen, wie etwa die des San Francisco Examiner, der HIStory mit kleinkarierten Tiraden von Rappern gleichsetzt, kommen daher und lassen mittelständische weiße Arbeitnehmer sagen: „Halt die Klappe und unterhalte uns!“ Sie mögen schwarze Performer eher fügsam und albern. Doch Jacksons Pipeline zu seiner Wut, der viele seit Dangerous Widerstand leisteten, ist ein Teil dessen, was ihn menschlich, ihn einen von uns sein lässt. Auf dem Album HIStory blickt (fühlt) er hinter die Hinterhältigkeit des Systems. Seine Wut brennt durch sie hindurch.

„Anger is an energy (Wut ist Energie)“, sang John Lydon, doch Popkritikern zufolge ist die nur Weißen erlaubt. Der San Francisco Examiner und die New York Times verfluchen Michael dafür, dass er wütend und nicht mehr der harmlose Eunuch der guten Zeiten ist. Dieses Image war ein Image der Kontrolle (das Image des unterworfenen, ausdruckslos gehaltenen, „romantischen“ schwarzen Performers). Scream beweist, dass er das niemals gänzlich war.

Ich habe die Verleumdungen von Journalisten wie Henry Louis Gates, Nelson George, Jon Pareles und anderen zum Teil dieser Story gemacht, da es unvermeidlich dafür ist, zu verstehen, wie Jacksons Bestreben, seine Gefühle zu äußern, die Bedeutung eines jeden Menschen zum Ausdruck bringt, der die Verwicklungen von Rasse, Medien und Moral in einer Zeit massiver Ungerechtigkeiten, in einem Land nicht enden wollender rassistischer Unterdrückung, die die Ausbeutung durch Medien beinhaltet, begreift. Es existieren feindselige, unterdrückerische Mächte, die schwarze Ausdrucksformen unterwerfen wollen und schwarze Schreiber, die da mitziehen, bringen unsere Fähigkeit zu fühlen, zu denken und zu sprechen in Gefahr. Der Neid von Journalisten lässt außer Acht, wie sehr Worte nicht nur verletzen, sondern auch eine robuste, gewissenhafte Wertschätzung und Zuspruch erfahren können. Ein leichtfertiger Schimpfname, wie eine leichtsinnige Anschuldigung, erniedrigt jeden. Jackson verleiht als Sänger und Songschreiber jedem Wort Gewicht. Er erteilt seinen Zuhörern und den Journalisten die Lehre, dass die Äußerung eines jeden Menschen bedeutsam sein und uns alle stärken muss.
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Jackson verweigert sich der Rolle des konventionellen schwarzen Performers als Pop-Amor für das soziale Bewusstsein der Hip-Hop Ära. HIStory ist eine Wehklage, aber Jackson stattet seine Themen mit reichhaltigen Melodien aus – seine Haupttitel sind angefüllt mit Crescendo (aufstrebender Gerechtigkeit). Scream , die passendste Popphrase seit Can’t Truss It (Kann dem nicht trauen), deckt einfach jedes Ressentiment ab. Es ist nicht so verdrießlich wie Leave Me Alone und stampft ausdrücklicher als Why You Wanna Trip On Me. Scream ist Jacksons stärkende Reaktion auf moralisches Chaos. Wenn er und Janet singen…

Hört auf, Druck auf mich auszuüben
Hört einfach auf damit
Hört auf, mich zu verarschen

… ist ihr Ärger nicht einfach cholerisch, er baut sich zu einer perfekt artikulierten Katharsis auf. Und wenn Jacksons einfältige Angreifer verstummt sein werden, wird die Schönheit und Komplexität von HIStory– diesem mutigen Werk der derzeit interessantesten Figur der Popmusik – fortbestehen.

Armond White – The City Sun

5. – 11. Juli 1995

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Original Version:

Screaming To Be Heard, Book II

Michael Jackson screams so we’ll consider the history of pop songs exploring obloquy: There were no calls for apology- or charges of evil- when Yoko Ono and John Lennon put out “Woman The Nigger Oh The World” in 1971. Black folks thought it another sign of white insensitivity (no matter how principled), while music journalists considered it an extreme but moral strike against oppression. They let the obviously strategic use of the n-word rest.

Even when Patti Smith made the recklessly catchy “Rock N Roll Nigger” in 1978 (remixed and revived last year by Erasure-PJ Harvey producer Flood for Trent Reznor’s soundtrack to Oliver Stone’s Natural Born Killers), no one mistook Smith’s good intention. Smith availed herself of an expressive freedom that white artists accept as a given. But a few years afterward, Black rap artists claimed that same freedom, and then the whip came down.

The whole issue of records using contentious language merely reflects these screwy times: It’s not the best effect, nor is it the most insulting- some plainly stated wack sentiments are terribly offensive (The Rolling Stone’s “Some Girls”, Randy Newman’s “Short People”). But when the freedom to speak- which includes the freedom to offend- is opposed arbitrarily, with sense-negating vehemence, it upsets the balance of civilization.

All these resent Michael Jackson-attacks prove a greater, scarier political repression. The San Fransisco Examiner and New York Times pop columnists both blame Jackson, warning of unruly, destructive forces at large in the country. They fear challenge in his music, but who wants bland, colorless pop? Jackson expresses hard experience and uneasy knowledge; in his aggrieved voice, there’s a place for everyone’s’ desperate, urgent yearning. Ridiculing any American dissatisfaction as tantrum, these writers help the derangement of values that has corrupted all levels of American living, particularly at the comfortably-employed top. HIStory is special because a kingpin like Jackson dares to enunciate social distemper so marvelously. From “They Don’t Care About Us” to “Scream”, Jackson makes the discomfort of American living, the whole serious question of our nation’s lost humanism, a matter of mainstream consciousness. Journalists may dismiss this as ingratitude or rage from the underclass, but remember, that’s where people live. These days it’s where most of us live, spiritually.

It’s insipid for reviewers to complain that HIStory’s anger is personally motivated- of course it is. But it matters that Jackson broadens it, relates it past crackpot fury to the condition of national, universal injury. Characteristic of the era’s helplessness, “Scream’s” insolence is also uncannily true to painful Black American experience and its necessary “fuck-you” reflex. “They Don’t Care About Us” gets inside modern fractiousness. Both songs are hard-sell versions of the blues.

~

What other black performer has manipulated the political- economic system as successfully as Michael Jackson? God knows he’s paid for the privilege. Even as his faith in capitalism has afflicted his psyche and self-image, it’s also given him enormous leverage. Ordinary performers might have been sunk by the “Anti-Semitism” uproar; Jackson plays the game superb; bowing to pressure at the perfect moment (when it makes the first pressing of HIStory collector’s items and creates a new market for the revised version): plus he maintains the integrity of his good intentions.

His official June 22 statement is interesting:

My sole intention with the song “They Don’t Care About Us” was to use language to demonstrate the ugliness of racism, anti-Semitism and stereotyping. I had hoped that my lyrics would target the bigots, not the victims of bigotry.

Because of the unforeseen reaction to specific words in my song by many people around the world, I have chosen to re-record it, deleting the words found offensive. In doing so, I acknowledge that I seriously offended some people which was never my intention and for that I am deeply sorry. I have come to understand over the past days that these words are considered anti-Semitic.

Although I cannot erase any hurt I may have caused, I fully accept responsibility for my action. I now realize that all words have power especially when they are chosen to make a statement. I sincerely hope that anyone offended by my words will forgive me for not recognizing this sooner.

Michael’s appeasement (re-recording the song without troublesome words) is a detente with the forces of oppression- not a communication between equal suffers. By saying “considered”, he makes clear his critic’s narrow bias. But despite it all, their hypocritical responses help Jackson prove his point. Those who insist on policing pop reveal themselves to be enemies of artistic expression. This re-recording is a different case from Ice-T’s weak, sell-out capitulation after the “Cop Killer” catastrophe. Bending like the proverbial, prevailing willow, Michael rises again, his voice intact. There’s no way he can lose. He’s freaky like a fox.

Jackson’s indomitability suggests the reward of virtue. So he’s recording make up lines “Sue me… Strike me”, there’s is still exacting virtue not to be forgotten in the original “They Don’t Care About Us”: “Jew me” is colloquial; “kike me” is almost neologistic. (Though perhaps not new to anyone privy to conversations among Jews in show business. It’s new only to “Official” nomenclature.) Jackson’s lyric juxtaposed stereotype with syntactical practice, replicating- exposing- the vicious origin of hate speech.

As he is addressing both Black and white (including Jewish) audiences, he bravely has made prejudice sting at the precise, necessary moment of rollback racism. (Avant-gardists Ono and Smith would probably acknowledge his coup.)

What about his noblesse oblige? It’s mitigated by his Black- and Jewish-insider knowledge. Trying to mediate these views, where both oppressed groups equally suspect and relate to each other, Jackson opened himself up to easy misunderstanding, i.e., denial of the complicated truth. As instances of questionable language become more ferocious, we may rue the day we failed to heed Jackson’s discomforting candor about how bad talk originates.

Critics and historical organizations adulterate Jackson’s apparent beneficence by casting it as simple meanness. Their self-serving judgements should be disremembered, but that’s probably no more likely than the obsolescence of social injustice- an American flaw that is, of course, imbedded in our proper language, our slang and our malediction.

Name-calling comes out of social obsession. That partly explains why whites get a scandalized thrill out of hearing rappers say “nigger”. (No media watchdogs complained about Biggie Smalls calling Michael “nigga” on “This Time Around”.) But if such words are offensive when about when about Jews, then they are offensive about everyone else; if such words are permitted in art for anyone, then they must be permitted for everyone. “They Don’t Care About Us” reveals the complexity of cultural disharmony; Jackson’s song is infra dig: its critique as apparent as its remorse. More fanciful than Jackson, Patti Smith naively sought to weaken the effect of denigration by subverting its use. Smith ultimately failed, but who should know more about the pain of deprecating language than a tormented Black American singer?

Plainly, some white critics don’t understand (or care) where the song “They Don’t Care About Us” comes from. It could be construed these days as simply about the government, but it’s actually deeper and older than that. Its title, a bit of Black American wisdom about white folks, has a folk-profundity that can be heard in Michael’s voice and in his production: starting with a schoolyard chant and moving on to serious disputation. (Michael’s been listening to rap and has caught on to its strongest, bravest element- the aggression to speak up and name his oppression and his anger.) It’s part of a citizen’s (artist’s) rights and is to be respected/protected. In “They Don’t Care About Us”, Jackson also sings back to a social belief that has been lost:

If Roosevelt was livin’

He wouldn’t let this be

If Martin Luther was livin’

He wouldn’t let this be

By reffering to FDR and MLK, figures in populist mythology prized for proclaiming social welfare, Jackson calls for the modern renewal of social humanism. This notion directly relates to Jackson’s name-game depiction of modern American hostility. His pop-humanism recalls Ono’s and Smith’s less grounded objective. In “Rock N Roll Nigger” Smith rapped,

Those who have suffered

Understand suffering

And thereby extend their hand

The storm that brings harm

Also makes fertile

But Smith’s poetic optimism was misguided. Some Jews’ sense of offense stops their extended hand (the union FDR’s and MLK’s movements once exemplified). Instead of connecting with Jackson’s enlarged sense of hurt (letting the aural kick of “kike” onamotopeize all verbal assault), the moral police draw a line. It elects Jewish suffering over any other by not commending on the song’s empathic drive, Michael’s extended hand.

I think we all know this “anti-Semitic” ploy against the song isn’t really a call for decency but puts another game into effect. Crusading journalists aren’t merely on the side of power- after all, Jackson’s got power- they’re on the side of white. “Anti-Semitism” accusations help put Jews against Blacks while bolstering the Jewish achiever’s fantasy of acceptance (of “whiteness”). Their understandable sense of fear is distracted by demonizing Jackson (and all Blacks) as a straw enemy.

This happens through a subtle perceptual shift toward Michael’s peculiarity and its discontents. Jackson’s singularity reflects American values, but critics refuse to interpret a crucial line like “Tell me what has become of my life” from “They Don’t Care About Us”. It says much about the sense of alienation and terror that comes from building a life according to American success standards- whether one is a millionaire performer, an unemployed citizen or a lowly journalist.

They Don’t Care About Us” offers an oppressed person’s wariness, but the “anti-Semitism” charge, instead of challenging racism and capitalism, encourages the public to stop thinking, just panic and finger point. But in a way this pious moralizing serves a purpose: Having no place in criticism, it reveals journalists’ distaste for Jackson’s brave, awful truth about American life. Nelson George’s jacked-off “J’accuse” showed a cowardly preference for easy, elitist disdain. (Secure in their allegiance to the system, these critics bark when Michael bites the hand that feeds them.) They’re trying to protect themselves from the hell it seems Jackson suffers and so join Establishment attacks on pop.

Yet, the Michael bashing for HIStory has been unprecedented. Media complaints, like The San Fransisco Examiner’s equating HIStory with the petty rants of rappers, come down to white, middle-class spokespeople saying: “Shut up and entertain us”. They prefer Black performers docile and frivolous. But Jackson’s pipeline to his anger- which many have resisted since Dangerous is part of what keeps him human, one of us. In HIStory, he sees (feels) through the system’s deviousness. His anger burns through it.

Anger is an energy”, John Lydon sang, but according to pop critics, it’s only allowed to whites. The San Fransisco Examiner, like The New York Times, curse Michael for being angry and no longer the innocuous, good-time eunuch. That image was one of control (the Black performer subdued, kept vacuous, i.e., “romantic”). “Scream” proves he hasn’t been had completely.

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I have made the obloquy of journalists like Henry Louis Gates, Nelson George, Jon Pareles and others part of this story because it is necessary to understand how Jackson’s effort to speak his feelings signifies the importance of everyone understanding the complications of race, media and ethics in a time of massive injustice, in a country of non-stop racist oppression that includes media distortion. There are hostile, repressive forces that mean to subdue Black expression, and Black writers who go along with this endanger all our ability to feel, think and speak. Journalist’s greed neglects how words not only hurt but also demand a tough, careful appreciation and reception. A careless epithet, like a careless accusation, demeans everyone. Jackson- as singer and songwriter- makes every word count. He teaches a lesson to listeners and journalists that every human utterance must be meaningful and must empower us all.

Jackson refuses the Black performer’s conventional role as a pop cupid for the hiphop-era function of social conscience. HIStory is a lament but Jackson keeps his themes richly melodic- his key songs are full of crescendos (righteousness rising). “Scream”- the most apt pop catch phrase since “Can’t Truss It”- covers just about every resentment. It isn’t petulant like “Leave Me Alone” and stomps more assertively than “Why You Wanna Trip on Me?” “Scream” is Jackson’s restorative response to moral chaos. When he and Janet sing:

Stop pressurin’ me

Just stop pressurin’ me

Stop fuckin’ with me

their Anger isn’t just choleric; it builds to perfectly articulated catharsis. And when Jackson’s stupid attackers subside, the beauty and complexity of HIStory – a bold work by today’s most interesting pop figure- will survive.

The City Sun

July 5-11, 1995

Thanks to Karin H. for the original Text ❤

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