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Amalia Amaki – Michael Jackson entdecken — TEIL II

Amalia Amaki – Michael Jackson entdecken

TEIL II

CMG: Als Michael starb bin ich sofort an den Computer gesprungen und habe nach jemandem gesucht, der diesen Raum füllte könnte. Ich weiß nicht, wie es anderen ging… Es war, als wenn eine riesige Lücke in der Atmosphäre entstand, es fehlt etwas. Es war wirklich so. Ich habe so etwas noch nie erlebt. Ich fand eine Gruppe die sich “Heal the World Foundation” nannte, aber es war nicht das, was es vorgab zu sein. Ich bin dann zu Twitter und Facebook gekommen und habe alle diese Menschen kennen gelernt, die genau so fühlten wie ich. Aber das ist nicht das Besondere. Das Besondere daran ist, dass diese Menschen Sachkenntnisse entwickelt haben oder begonnen haben, Dinge anzugehen, von denen sie bisher nur geträumt haben. Es war erstaunlich.

Aai: Weil etwas um ihn ist, das uns herausfordert, diese Dinge zu tun. Was wirklich interessant ist… ich muss ehrlich gestehen, Mike ist für mich sogar jetzt so lebendig. Ich würde gerne eine Form (dieser Lebendigkeit) sehen – ich ziehe es vor, eine menschliche Form zu haben – aber er ist für mich noch immer lebendig. Es ist schwierig, genau zu artikulieren, was ich meine. Jedenfalls, was auch immer „er war“ er „ist noch“. Ich denke, die kommenden Generationen werden herausgefordert, Dinge zu tun, an die sie normalerweise nicht einmal denken würden. Ich kenne 4-Jährige, die sagen: „Ich bin Michael Jackson“.

Ich liebe John Mayer, ich liebe, was er gesagt hat. Als er nach Mike „Übergang“ gefragt wurde, antwortete er: “Wir haben einen entscheidenden Teil unserer menschlichen DNA verloren.” Ich liebe das. Ich dachte, das ist genau auf den Punkt gebracht. Da ist eine Leere, die nicht ausreichend gefüllt werden kann. Und ich möchte glauben, dass er mit diesem Übergang wirklich unsterblich geworden ist.

CMG: Ich glaube, genau das stimmt.

Aai: Sehr sogar, also lebt er weiterhin für mich

CMG: Im seinerzeitigen Interview mit Oprah sagte er zu ihr: “Wen interessiert Sterblichkeit, ich interessiere mich für Unsterblichkeit. ” Dann hört man ihn „HIStory“ singen; er denkt bereits an sein eigenes Vermächtnis. “Erschaffe jeden Tag deine Geschichte, mit jeder Seite, die du schreibst, schreibst du dein Vermächtnis. ” Er schrieb an seinem Vermächtnis, er arbeitete an seiner Unsterblichkeit, und er hat sie erreicht. Er kann niemals sterben, denn er ist in unseren Herzen.

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Aai: Das ist wahr, so wahr. Ich unterrichte gerade einen visuellen Studienkurs, und die Hälfte des Kurses dreht sich um Michael. Ich verwende ihn als Weg – ich will nicht unbedingt Trainer sagen, aber es ist einfach der bessere Begriff – um Studenten zu trainieren. Sie sollen anzufangen, zu sehen und aufhören zu scannen, abzuschreiben, Dinge zu verwischen. Ich zeige ihnen den MJ-Faktor. Wir nehmen ein Segment z.B. „Smooth Criminal“ und wir schauen auf das Toursegment. Ich fordere sie (in dem Studienkreis) auf, herauszufinden, wie viele kulturelle Verweise sie (bezogen auf „Smooth Criminal“) finden können, die genau diese Leistung widerspiegeln. Ich bin dann immer erstaunt, wie verblüfft sie sind, wenn sie zurückkommen. Und sie kommen mit Stolz zurück. Einige haben weniger Hinweise gefunden, andere mehr. Sie erzählen, wann sie wo welchen Tanzschritt gefunden haben, in welchem Film die angedeutete Aktion zu sehen ist, der Hut, die Kleidung in alten Magazinen etc. Es ist schon erstaunlich, wenn die ganze Klasse wieder zusammen kommt und beginnt, ihre Entdeckungen auszutauschen. Ich schließe immer mit den Worten: “O.k. Sie haben einige Dinge übersehen. Wir können 50 oder 60 Zusammenhänge verzeichnen, aber Sie haben einige Dinge übersehen.“ Wir befassten uns gerade mal mit einer Performance (Short film); was glaubt ihr also, wie viel mehr man über Michael Jackson entdecken kann? Das ist ein Darsteller, über den wir nicht mal angefangen haben herauszufinden, wer dieser Mann wirklich ist. Das Problem ist, man kann es sich eigentlich nicht leisten, die Gelegenheit, „zu sehen“, zu verpassen; Teil eines anderen Aspekts davon ist die Tatsache seiner kulturellen Intelligenz; dass er nichts als selbstverständlich betrachtete, weder die Dinge, die er sah, noch, was er hörte, noch, was er fühlte. Für ihn was alles legitim, und alles bot die Möglichkeiten im Erschaffen dieses magischen Experiments, mit dem er uns von der Bühne aus fütterte. Ich glaube nicht, dass ich alles wahrgenommen habe, was ich jemals gesehen habe. Ich glaube nicht, dass ich auf dieser Seite des Vorhangs lange genug leben werde, um Gerechtigkeit (für Michael) zu schaffen in einer Analyse von allem (um die Bedeutung seiner Person ganzheitlich zu analysieren.), was er getan hat. Ich glaube nicht, dass ich so lange leben werde. Ich glaube nicht, dass ich noch so lange auf dieser Seite des Vorhangs sein werde – und das ist für mich schon eine unglaubliche Aussage im Hinblick auf eine einzige Person.

CMG: Es gibt Menschen, die das so nicht sehen oder sehen wollen. Aber z.B. „Man in the Mirror“ war ähnlich einem Evangelium (Gospel). Als wenn man direkt mit Michael verbunden wäre. Ihm zuzuhören war ähnlich, wie in einer Kirche zu sein, weil er diesen Teil von dir berührt hat. Irgendwo hält irgend jemand eine Predigt und ein paar Menschen schreien “Halleluja”. Aber am Ende der Konzerte von Michael sieht man Menschen, die sich umarmen, man sieht diese Einheit und Gesten darüber hinaus. Auch wenn die Leute dort mit Feuerzeugen oder Kerzen sind, gibt es doch ein geistiges Element dazu und das ist verblüffend. Auch, wenn ich das Lied “Keep the Faith“ höre. Michael wollte unbedingt einen Chor hinter ihm.

Aai: Von einer egoistischen Perspektive gesehen – und ich bin hier sehr egoistisch – hätte ich gerne von dieser spirituellen CD gehört, von der ich wusste, dass er daran arbeitete. Er arbeitete an einem Projekt; nicht nur mit Andrae Crouch, sondern er wollte auch einen Psalmisten mit einbeziehen. Eine Art Prophet aus Südafrika mit dem Namen Kim Clement. Ich glaube Kim sollte Keyboard und Tamburin spielen. Ich hätte mir gewünscht, mehr von diesem Projekt zu erfahren. Ich weiß, dass es in Arbeit war. Ich weiß nicht, ob die Balladen neu oder einfach unveröffentlicht waren. Also ich konnte etwas wie “Keep the Faith” als Teil davon sehen; jedenfalls es war ihm sehr ernst damit, und es war in Vorbereitung. Ich bin überzeugt, es wäre phänomenal gewesen. Ich fand immer, dass die Art symphonische Oper sehr spirituell gestützt ist. Es gibt einige unglaubliche Projekte, und hätte er noch ein paar Jahre länger gelebt, hätten wir seine Inspirationen genießen können. Manchmal bete ich dafür, dass diese Projekte fertiggestellt und irgendwo verborgen liegen, so dass wir irgendwann doch noch in den Genuss dieser Erfahrung kommen können. Ich weiß, dass das sehr egoistisch ist, aber gerade das wäre eine weitere Gelegenheit, eine weitere Dimension dieses Mannes hinter der Maske zu erforschen, weil er ein solch spirituelles Wesen war.

CMG: Und ich denke, das ist, was wir bekommen haben. Es gibt differenzierte Arten der Liebe. Es gibt die körperliche Liebe, die zeitlich begrenzt ist,manchmal nur für eine Saison. Es gibt also die Liebe auf Zeit und die Liebe aus einem Grund. Michael war hier für beides und er ist immer noch bei/mit uns. Es ist mehr als eine Jahreszeit…

AAi: Es war keine körperliche Liebe. Es war so viel höher als das. Wenn irgend jemand fähig ist… wenn du fähig bist, alles zu vergessen, was du jemals über die Liebe gewusst, gedacht oder erzählt bekommen hast – nur einen Moment lang – und dann zu fragen, “Was oder wie ist die höchste Form der Liebe? ” wäre meine Antwort darauf : „Wenn du ein Beispiel davon in Fleisch und Blut sehen willst dann schau dir Michael an. Für ihn gab es keine Agenda. Er hat nicht geliebt um geliebt zu werden, er liebte einfach. Er war Liebe.“ Er konnte nichts dafür; seine Liebe war bedingungslos, sie stand nicht zum Verkauf, sie konnte nicht manipuliert werden. Man konnte Mike zu Boden treten, sich umdrehen und ihm helfen aufzustehen, ihn um Vergebung bitten und er würde einem verzeihen und sagen „Ich liebe dich“. Er konnte nicht anders als lieben, es war seine Natur.

CMG: Und wie Beth sagt, es ist bedingungslose Liebe.

Aai: Ja, reine pure Liebe. Wirklich rein, unverdorben, und ich denke, dass es deshalb ein tendenzielles Misstrauen gibt, weil dies so selten ist. Der Durchschnittsmensch ist mit dieser Art der Liebe nicht vertraut. Wir funktionieren mehr auf eine Art Gegenseitigkeit: „OK, ich liebe dich, wenn du mich zuerst liebst. Wenn du mich liebst, liebe ich dich auch“. Wir sind gegenüber kostenlosen Geschenken sehr misstrauisch, und das ist, was er gegeben hat, kostenlose Geschenke. Er konnte nichts dafür, es floss aus ihm heraus; er konnte einfach nicht anders; das ist, was er war.

CMG: Alles um ihn war Liebe. Gerade schreibt jemand im Chatraum über das 1. Buch der Korinther, Kapitel 13, das Kapitel über die Liebe. Ja, ich glaube wirklich, dass Michael ähnlich dem war, wie in dem Kapitel beschrieben, das war nicht gespielt. Das Kapitel sagt etwas darüber aus, was wir sehen wenn wir tief in einen Spiegel schauen. Siedah hat dieses Lied (Man in the Mirror) geschrieben und viele Male fühlst du so, wie du etwas geschrieben hast. Das heißt aber nicht, dass du es nach außen so projektieren kannst, so dass die Bedeutung wirklich verstanden wird. Du hörst es in deinem Kopf. Wir haben eine Schriftstellerin hier, die versteht, wie ich das meine: weil es gerade da ist, bedeutet es nicht, dass man es wegnehmen und jemandem anderem geben kann. (Anm. Weiter unten verstehen wir, wie das gemeint ist)

Michael war bereit, alles was in ihm war, herauszuholen und es jedem zu geben. Für mich als Person, die nicht mal fähig ist, einen kleinen Brief auf eine Seite zu ziehen, ist das geradezu unglaublich. Ich denke, es ist enorm wichtig, sich zu öffnen und eigene Fähigkeiten zu teilen und weiter zu geben. Menschen haben Angst, ihre Herzen zu öffnen und die Liebe darin mit anderen zu teilen. Menschen haben genug Lebensmittel zu Hause, aber sie haben Angst zu teilen, weil es dann für sie selbst nicht ausreichend wäre…Sie sind nicht egoistisch, aber das Gefühl oder der Gedanke zu teilen ist einfach nicht vorhanden. Aber du bist anders – und alle Anwesenden in dem Chatraum glauben das auch; du hast etwas Spezielles. Wir sind alle nicht wirklich in der Lage das Gott Gegebene in uns heraus zu lassen. Gott gibt uns etwas, er gibt uns ein Geschenk, und ich zitiere eine Stelle in der Bibel, die sagt, “lass dein Geschenk heraus” Die Wenigsten sind in der Lage dieses Geschenk (seine Fähigkeiten) herauslassen/zu nutzen.

Aai: Und Michael würde auf die Frage, woher das alles kommt, antworten: “Gott hat es mir in den Schoß gelegt”. Und er würde weiter sagen – und ich liebe diese Aussage – „Manchmal habe ich ein Problem damit, meinen Namen dafür zu geben; ich habe es zwar geschrieben, aber ich bin nicht der Autor, ist kam von „oben“. Und er würde das weiterhin sagen. Ich glaube tief, dass „Man in the Mirror“ – es tut mir leid, ich kann mich gerade nicht an den Namen des Mannes erinnern, der die Musik dazu geschrieben hat; Siedah hat die Lyriks geschrieben – auf Grund einer starken und leidenschaftlichen Verbindung entstand. Ich rede von einer spezifischen Leidenschaft, die nichts mit Fleischeslust zu tun hat.

CMG: Jemand erwähnte gerade Glen Ballard Aai:

Richtig… Diese außerordentliche Leidenschaft und das tiefe Gefühl, was er (Michael) zu sagen hatte, heraus zu lassen vor allen Menschen, war so in Michael verwurzelt, dass er dieses Lied „aus ihnen (Siedah/Glen) praktisch heraus gezogen hat“. Ich denke, etwas in ihm zwang dieses Lied an die Oberfläche; zwang „es“, geschrieben zu werden. Ich glaube das wirklich. Und wenn ich an andere Lieder wie z.B. „Human Natur“ denke, das er auch nicht selbst geschrieben hat… nun, er zog diese Musik einfach an, weil es die Dinge waren, die er singen musste. Er wurde geboren, jene Lieder zu singen. Er war ein Gesandter, und genau auf diesen Aspekt der Bühnenshow will ich aufmerksam machen. Da gab es den kriegerischen Teil und es gab diesen Teil, Menschen zu dienen/zu bekehren mit jenen Liedern, diese zu singen er geboren wurde. So zog er diese Dinge an, um sie erst zu verschlingen und dann auszuspeien vor Tausenden von Menschen. Es ist ein Teil dessen, wie er die Welt verändert hat. Er veränderte die Gedanken/Ansichten der Menschen. Habt ihr jemals bemerkt, dass die unterschiedlichen menschlichen Rassen nie ein Problem für Michael waren? Auf seinem schicksalhaftem Weg gab es solche Klassifizierungen für ihn nicht; etwas in ihm/um ihn kannte dies nicht. Sie sagten, er habe die Rassentrennung gebrochen/den Rassismus besiegt, aber ich sagte, für ihn gab es keine Trennung, keine Mauer. Schon im Alter von fünf Jahren wusste er Dinge und kannte auch diese traurige Seite des Vorhangs. Sie lassen dich nicht durch ohne… nun ja, einiges erdulden zu müssen. Du bist dabei nieder gestoßen worden; aber ich bewundere wirklich die Weise, wie er aufgestanden ist. Es ist schwierig für jeden Teenager, sich durch die Pubertät zu kämpfen und mit den hormonellen Ausbrüchen fertig zu werden. Und trotzdem ging er da durch und auf die Bühne und hat dabei seine Zuschauer völlig fasziniert. Das war sicher nicht immer leicht in der westlichen Welt, in der wir so unter Einfluss des physischen Äußeren stehen. Dies als so junge Person zu tun war erstaunlich, aber es ist auch ein Zeugnis dessen, zu was du fähig bist, wenn du weißt, warum du geboren wurdest. Und ich bin überzeugt davon, dass er dies immer wusste.

man in the mirror

 

Ich verwende gerne das Beispiel wenn man ein Buch liest und weiß wie es endet. Es ist ähnlich: als wenn er das Buch gelesen hätte und wusste, dass er gewinnt. So konnte er so furchtlos wie möglich sein; von Tag zu Tag.

CMG: Ich denke an einen jungen Mann namens Joseph. Joseph hatte einen Mantel mit vielen verschiedenen Farben, die für alle Künstler interessant sein sollten. All diese verschiedenen Farben mit den verschiedenen Schattierungen. Primäre Farben haben sich in wunderbare Dinge verwandelt, aber der Neid und die Eifersucht seiner Brüder trieben ihn weg. Ich denke, das ist ihm ein kleines bisschen in seinem Leben widerfahren. Ich glaube das.

Aai: Ich denke mehr als nur ein bisschen…

CMG: Ja, ich bin ich ziemlich sicher, dass es so war. Als sich alles drehte, war es Joseph, der ihnen helfen musste. Ich denke wirklich wenn man sich diese verschiedenen Charaktere in der Bibel anschaut, „sieht“ man immer wieder Michael. Das ist erstaunlich.

Aai: Gar keine Frage; er war ein solch spirituelles Wesen und Liebe war seine Natur war. Deshalb konnte er in muslimische Länder gehen und sagen „Ich liebe dich“ und sie glaubten ihm. Er konnte zu den Asiaten sagen “Ich liebe dich” und sie glaubten ihm. Es liebte auf eine Weise, die keine Unterschiede kannte. Tatsächlich schaffte er eine multikulturelle Kongregation (Zusammenschluss) auf Grund dieser Tatsache, dass er aus reiner Liebe bestand. Es war frei, es gab keine Agenda.

CMG: Amalia, wir sind jetzt auf Facebook eine globale MJ-Familie; wir sind ein multikultureller Zusammenschluss geworden. Wir sind mehr als ein Zusammenschluss. Das ist eine Sache, die ich nie für möglich gehalten habe. Wenn ich rausgehe und über meine Hautfarbe spreche, so hat das mit Politik zu tun aber nie mit meiner globalen MJ-Familie. Es sind Dinge außerhalb. Wir sind „Eins“ in Michaels Namen geworden.

Aai: Und genau deshalb sage ich, dass er die Welt verändert hat. Er hat es getan. Wir sind die Beweise.

CMG: Beth sagt, dass er mit jüdische Menschen „BAD“ produziert hat, und ich denke, Michael war es egal, mit welcher Rasse/Nationalität/Religion er zusammen gearbeitet hat. Ich gehe mit Amalia konform, wenn sie aus Kipling’s „IF“ auszugsweise zitiert: “Wenn du den König und den Bettler ehrst….dann bist du ein Mann, mein Sohn”. (http://4umi.com/kipling/if/de) Und Michael war ein absoluter Mann! Selbst als Kind war er mit all diesen unterschiedlichen Menschen zusammen – und was besonders war, war, dass er jeden gleich behandelte.

Aai: Ja, absolut. Ein typischer Michael-Moment konnte sein, dass er jemand anschaut und sagte, “Gott, dein Make-Up ist schön. Wer hat dich geschminkt? ” Und in der nächsten Sekunde fragt er ein kleines Kind: “Hey, möchtest du hierher kommen? ” Und dann wieder im nächsten Moment spricht er über “Es gibt so viel Armut auf der Welt. Was können wir dagegen tun?“ Er ist so flexibel, weil sein zugrunde liegendes Element einfach nur ist: „Ich interessiere mich für dich/Ich sorge mich um dich“. Ich erinnere mich, dass mal irgend jemand Michael laut zurief: “Ich habe gehört, dass du nun Moslem bist?” Er war es nicht aber er suchte nach einer passenden Antwort, um dieses „richtig/falsch“ auszuschließen. „Also, ich hörte, dass du nun Moslem bist?“. Und Michael antwortete: “Ich bin ein Mensch, der sich für dich interessiert/der sich um dich sorgt.”

Es ist also diese Spontanität. So kannst du nicht sein, wenn du nicht der bist, der du vorgibst, zu sein. Du könntest dich nicht so ausdrücken, so leicht und so überzeugend. Es würde nicht funktionieren. Er konnte sich so ausdrücken, weil er es genau so meinte. Er hat gewusst, wer er war. Der Typ war sprachlos. Ich meine, da kommst du zurück und jemand sagt das zu dir. Im Wesentlichen sagte er (Michael) also, “auf welcher Seite ich stehe, ist unwichtig. Tatsache ist, ich bin hier und du bist dort…“ Schlussendlich ist die Aussage „ wir sind beide hier und ich interessiere/sorge mich für/um dich.” Es ist das Zentrum dessen, wer er war und wer er ist. Wir sehen häufig fundamentalen Stress als Schwäche an, und es braucht eine sehr starke Persönlichkeit, um das Herz auf Zunge zu tragen und trotzdem zu überleben. Genau das macht dich absolut verwundbar, aber das ist, was du bist.

Meine Mutter hatte wunderbare Sprüche, und ein Spruch, den sie immer zu sagen pflegte, war: „Egal, wie lange es die Kuh versucht, sie wird nie hüpfen können.“ Du bist, was du bist.

Und er war einfach Liebe; er konnte nicht anders. Er wusste, dass einige der Herausforderungen an ihn mit der Tatsache verbunden waren, dass er sich weigerte, diese Liebe zu verbergen. Er handelte und reagierte nicht auf die Weise, wie man meinte, dass ein Superstar handeln würde.

CMG: Ich frage mich, ob er wusste, wie sehr wir ihn liebten? Wahrscheinlich gebe ich das Zitat nicht korrekt wieder, aber Michael sagte einmal, „wenn man die Welt betritt in dem Wissen geliebt zu werden und diese mit diesem Wissen wieder verlässt, kann man mit allem, was dazwischen passiert, fertig werden“.

Dinge ändern sich. Wir haben gerade Vitiligo Welttag, und ich glaube, dass wir aus Michaels Geburtstag einen Nationalfeiertag machen werden. Sein Vermächtnis geht weiter. Du unterrichtest über ihn, du lässt Dinge zum Vorschein kommen, bist hier bei und mit uns.

Aai: Ich schreibe Bücher.

CMG: Du schreibst Bücher? Darüber freue ich mich sehr. Hallo ihr alle, Amalia schreibt an einem Buch, Es kommt im Frühjahr heraus; und es sind Gedichte und Bilder/Eindrücke. Möchtest du gerne etwas zu diesem Buch sagen? Es ist ein ganz besonderes Buch.

Aai: Es ist ein spezielles Buch. Es wurde es durch eine Reihe von erlittenen Verlusten ausgelöst. Das Buch besteht aus Gedichten, die Leuten gewidmet sind, die mich in verschiedenen Situationen meines Lebens gerettet haben. Insgesamt sind es sechzehn Menschen, die geehrt werden, und Mike ist einer davon. Es beinhaltet auch Gespräche, die ich mit jenen Leuten habe/hatte, weil ich ihnen so dankbar bin.

Jedes Gedicht mit einem Bild verbunden, und jedes Bild ist ein Eindruck/Ausdruck meiner Kunst. Es ist ein Heilungsprozess, zu dem ich durch sehr viel Leid kommen musste und eine Huldigung an die Menschen, die mir mit ihren Gesprächen geholfen haben; meine Eltern eingeschlossen. Eines der Beispiele, die ich mir an Mike genommen habe, war, was es bedeutet zu lieben.

Ich hatte einige Ideen von der Liebe und sie waren ok., aber es war nicht wirklich lieben. Es war also ein notwendiges Projekt für mich und ich habe währenddessen plötzlich begriffen, dass ich – so sehr ich meinen Vater liebte, respektierte und verehrte – niemals ein Gedicht für ihn geschrieben habe. Dieses Projekt ist also in gewisser Hinsicht ein Meilenstein für mich. Außerhalb dieses Projekts fing ich an, an meinem ersten „visuellen MJ-Ausdruck“ an zu arbeiten, welches “MJ – Visualisierung in Blau” genannt wurde. Nachdem ich begonnen hatte, daran zu arbeiten war mir klar, dass ich mehr tun muss. Es gibt da Dinge, die ich verstehe, aber nicht weiß, wie ich sie in Worte ausdrücken soll. Meine erste Sprache ist das Visuelle. Ich glaube, dass ich Dinge so visuell ausdrücken kann, wie ich es sprachlich nicht könnte. So war es eine natürliche Folge in meinem nächsten Projekt, das auszudrücken, was ich beobachtet und entdeckt hatte. Es mit meinem persönlichen Verständnis dafür auszudrücken. Es war wirklich eine Reise.

CMG: Ich finde es erstaunlich weil es egal ist, welche Sprache du sprichst. So wie du es ausdrückst, hat jeder eine eigene Sprache.

Aai: Es ist ähnlich, wie du es in deinen Gedichten ausdrückst. Du hast ein Gedicht geschrieben, aber vorher war es eine Vorstellung, ein Bild. Weißt du Catherine, deshalb denke ich, dass darin die Kunst liegt. Ich denke nicht, dass Gott dich auf eine bestimmte Reise schickt, ohne das entsprechende Equipment dazu, um diese Reise zu vollenden. Es kann gar nicht unvollständig sein; es kann nicht unfertig sein, und es kann auf keinen Fall leer sein. Also irgendwo darin ist… vielleicht musst du umdenken; eine andere Idee davon bekommen, was es bedeutet, ein visueller Künstler zu sein. Mike war ein visueller als auch ein darstellender Künstler. Schaue auf seine Arbeit, schließe die Augen, wenn du seine Musik hörst… immer wieder. Das ist es, was ich tun würde; alles in mich hinein fließen lassen, in jede einzelne Pore meines Körpers. So eröffnet sich dir eine Vorstellung, ein Bild. Es muss nicht immer eine Leinwand oder ein Foto oder etwas Dreidimensionales sein; du kannst auch Worte dieses Image schaffen lassen. Darin, denke ich, liegt die visuelle Kunst.

CMG: Ich habe es gesehen, ich habe es ganz sicher gesehen, so wahr mein Name Catherine ist. Ich konnte es sehen, aber ich wusste nicht, wie ich es verständlich ausdrücken sollte. Wir haben es immer in uns und wissen nicht, wie wir es heraus lassen sollen. Ich wusste also nicht, wie ich es ausdrücken sollte und habe für mich die beste Möglichkeit darin gesehen, es jemand anderen zu erzählen, der es für mich ausspricht. Ähnlich einem Menschen, der zwei Sprachen spricht. Ich habe mich einmal in einem Flughafen verlaufen und traf eine Dame, die sich auch verlaufen hatte; sie sprach aber spanisch. Wir haben uns also zusammen getan. Sie hatte eine Bibel, und ich hatte eine Bibel. Sie las also ihr erstes Kapitel der Bibel und ich meines. Und wir entwickelten ein Verständnis dafür, wer wir waren und was wir uns sagen wollen. Und plötzlich – ich kann nicht sagen, warum – wusste ich, dass sie mich lehren wollte, wie man “wie ist Ihr Name?” auf spanisch sagt. Sie sagte “cuál es su nombre?” Und ich hörte „wie ist die Qualität und Realität deiner Zahl?“ Das war es also, was ich hörte: “cuál es su nombre? ” Was heißt: “Wie ist Ihr Name? ” Auf irgend eine seltsame Weise passieren Dinge; Menschen können dir vermitteln, was sie meinen. Wir waren fähig, uns zu verbinden, aber ich hatte niemals Gelegenheit mich mit einem Künstler zu verbinden. Es ist wunderbar; es ist wie sprechen wollen, aber nicht die richtigen Worte finden können.

Aai: Aber du könntest es; es arbeitet für jeden. Wir nennen es „Muse“ und ich denke, jeder hat etwas oder jemanden, der unsere Muse sein könnte. Ich bin gesegnet, die Zeit erlebt zu haben, als Mike noch am Leben war, denn er war meine Muse. Und für mich lebt er weiter, denn wenn ich unmotiviert oder frustriert bin und mich irgendetwas von meiner Produktivität abhält, dann suche ich die Verbindung mit ihm.

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CMG: Du kannst ihn hören.

Aai: Das ist alles was ich brauche, um wieder in die Spur zu kommen. Etwas in mir sagt: „ok, geh an die Arbeit“; du kannst nicht auf deinem Geschenk sitzen bleiben, das geht nicht! Und wahrscheinlich treibt er so viele Menschen an. Ganz egal ob du ihn nun live gesehen hast oder nicht. Das Potential, Menschen zu bestimmten Dingen zu bewegen/hinzuziehen ist immer noch vorhanden, und ich kann das bezeugen. Viele beklagen, dass sie ihn nie live erlebt haben; nicht einmal, als er auf dem Höhepunkt seiner Karriere war, weil sie zu beschäftigt mit anderen Dingen wie Kindererziehung u.ä. waren. Ich erzähle ihnen, dass sie nichts verpasst haben, weil die Macht und der Einfluss und die Wahrheit darüber, wer und was er war, noch immer hier ist.

CMG: Amalia, Faith zitiert gerade Vincent Van Gogh: “Wenn Du eine innere Stimme hörst, die sagt „Du kannst nicht malen“, male unbedingt, und diese Stimme wird schweigen.” Oh meine Güte, welch ein schönes Zitat.

Aai: Ja das ist es. Da gibt es noch einen Künstler… also es gibt zwei Künstler, die immer im Gespräch miteinander waren und ich verwechsle gerne die Zitate, aber ich glaube dieses Zitat ist von Josef Albers (er war Maler und Farbentheoretiker) “Wenn du hörst oder fühlst, du kannst nicht, dann bedeutet das: du musst!” Etwas nicht zu tun oder zu kreieren ist also keine Option, wenn du gerade dafür geboren wurdest. Ich liebe dieses Zitat. Er (Albers) wusste, dass hier Angst der Grundgedanke ist. Meine Mutter pflegte zu sagen: „Angst ist das Feuer, das die Flamme schürt.” Also, wenn die Angst das Feuer ist, dann bringe es zum Glühen anstatt es zu löschen. Ich bringe es immer zu Michael zurück, denn er war die Motivation nicht aufzuhören oder stehen zu bleiben. Es sind wahrscheinlich die kleinen Dinge, die für ihn die größten Herausforderungen geschaffen haben; denn es gilt, diese nicht nur zu überwinden, sondern diese Überwindung auch noch geheim zu halten. Nur du kämpfst mit dem Dämon, den sonst keiner sieht. Wer kann wohl diesen Kampf mitfühlen oder verstehen? Es ist eine erstaunliche Geschichte. Wir werden wahrscheinlich niemals das volle Ausmaß seines Einflusses auf die Welt erfahren.

(Telefonate kommen herein)

Aai: Interessant sind gleichzeitig die Gespräche über “Streetwalker” und aus welchem Grund er dieses Lied wirklich mochte. Er hat dieses Lied ausgeschlossen, denn Frank DiLeo bewegte sich zu diesem Rythmus auf eine solche Art und Weise, dass Mike scherzend meinte, dass es nicht ins Album kommt, wenn die Leute sich so dazu bewegen. Es war wohl ein scherzhafter Moment für ihn; und zur gleichen Zeit erinnerte er sich an „Another Part of me“ und meinte wohl, dass dies ein besseres Lied ist; ein besserer Übergang.

Es gibt also diese Seite in ihm, die – ich will es jetzt nicht Perfektionismus nennen – ein ganz bestimmtes künstlerisches Feingefühl hatte und wusste, wann man besser auf dieses Feingefühl hört und nicht sofort der Intuition folgt.

CMG: Kommen wir auf die Idee des Schaffens zurück. Ich verstehe immer noch nicht, wie du das tust. Ich verstehe nur den Kontex von deiner Veröffentlichung. Ich weiß nichts über andere Menschen, die sich selbst als Künstler sehen, sei es Schreiben, ein Image kreieren oder was auch immer. Ich selbst kann das nicht.

Aai: Es ist keine Wahl mehr für mich. Ich würde lügen, wenn ich sage, ich fotografiere nie mehr oder mixe keine medialen Stücke mehr. Ich kann nichts dafür, es ist in mir, und ich brauche es wie die Luft zum Atmen. Wenn ich an all die wunderbaren Dinge denke, die Michael uns gegeben hat.. es war für ihn genau so notwendig wie das Atmen selbst. Es geht nicht darum, was er tat sondern wer er ist. Wenn ich also über die Kreativität auf der Bühne denke, so gab es niemals zwei gleiche Aufführungen; aber nicht, weil es nicht unmöglich gewesen wäre, das zu tun. Ich bin unter Sängern und Darstellern groß geworden; mein Vater war ein Sänger. Es gibt Menschen, die… denk an deine kirchliche Erfahrung; da gibt es Leute, die jeden Sonntag auf die gleiche Weise singen. Es ist möglich, das zu tun, aber ich habe ihn nie zweimal auf die gleiche Weise auftreten gesehen.

(Telefonat) Lana: Es gab einen Punkt an dem du sagtest, es wäre nie zu spät, mit Michael und seiner Musik in Verbindung zu kommen. Ich würde diesen Punkt gerne ausführlicher behandeln, weil ich Studenten in meinem Unterricht hatte, die nicht einmal geboren waren, als Michael noch auftrat. Aber ich sah, dass sie mit ihm verbunden waren. Seine Nachricht und sein Geist lebt weiter. Könntest du erklären, wie Menschen heute noch mit ihm in Verbindung treten können oder welche Verbindung das ist?

Aai: Gut, ich erkläre es zuerst sehr praktisch und bringe es dann auf eine spirituelle Ebene, wo es im Prinzip hingehört. Es ist wirklich ein Segen, dass wir die CDs und die DVDs haben, um diesen ersten Kontakt herzustellen; zu sehen, was er erschaffen hat; sein Aussehen, sein Auftreten auf der Bühne. Mit all dem ist es weiterhin möglich, weil es immer noch lebendig ist. Die Musik ist lebendig. Diese ganze Performance, die er auf der Bühne zusammen gestellt hat und die ich mit der Kirche verbinde, ist noch lebendig. Genau das ist, warum sogar ein drei oder vier Jahre altes Kind… Ich liebe Kinder und ich verstehe völlig, warum er sie so geliebt hat. Sie sind 3, 4, 5 und 6 Jahre alt und sie sagen nicht, dass sie sich WIE MJ bewegen können. Nein, sie sagen, sie SIND Michael Jackson. So sichern sie sich volles Eigentumsrecht an dem Ganzen, ohne den Prozess durchlaufen zu müssen, wo man ihnen sagt, “Oh, tu das nicht, du kannst nicht tanzen.” Sie hören es nicht. Sie sagen „Ich bin Michael Jackson”; sie sagen nicht “Ich tanze wie er“; sie sagen “Ich bin er. ” In dieser Art zu denken ist wesentlich kraftvoller, als zu sagen „Wie macht er das?“. Dreh es einfach um.

Weißt du was? Ich erinnere mich an ein Gespräch über Spiegel. Spiegel faszinieren mich genau so wie Masken. Auch ein Spiegel ist eine Maske, er reflektiert die Dinge, die davor stehen – verdreht. Rechts ist links und links erscheint recht. Es ist ähnlich, wenn man auf eine Fotografie schaut und sagt „Oh das bin ich”. Geh auf meine Facebook-Seite und werfe einen Blick auf mich. Schau mich an und du hast eine Idee davon, wer ich bin. Dieser Teil (diese Idee) in uns ist einfach da. Du hast es nicht erlernt und du kannst auch nicht lernen, was du schon weißt. Du verlernst dieses innere Wissen auch nicht. Du weißt es einfach. Es gibt ein Wissen in uns, das begrenzt ist, aber wir haben auch etwas in uns, das unvergänglich ist. Und was unvergänglich ist, kann nicht beherrscht werden. Und Michael hatte diese unglaublich starke Präsenz und ungeachtet der Angriffe auf dieser Seite des Vorhangs, wusste er, dass er ewig war; und weil er ewig war, wusste er. Genau das sagte er zu Oprah, aber Oprah erkannte es nicht. Sie war wahrscheinlich nicht bereit dafür; sie konnte es nicht erkennen; aber er wusste es, er weiß es. Also konnte er es projizieren. Und ich sage euch, kein anderer, niemand mit dem ich persönliche Erfahrungen in meinem Leben gemacht habe, war in der Lage gewesen ist, sich so zu strecken und zu berühren, wie er es konnte und tat.

Du kannst nicht tun, was er tat, ohne zu wissen, was er wusste. Es ist ähnlich einem Krug mit Wasser, das man auf die Straße gießt, und es verdampft. Die meisten Menschen sagen „…weg ist es….“ . Aber es ist nicht verschwunden, es verdampft und steigt in die Luft; überall ist Feuchtigkeit bis sich irgendwann eine Wolke bildet und zurück kommt. Das Wasser ist nicht verschwunden; du siehst nur den Dampf nicht. ER ist nicht gegangen.

CMG: Ich dachte gerade an die Zeit, als ich „Special Ed“ lehrte. Ich habe Wasser auf einen Penny tropfen lassen und gefragt, wie viele Wassertropfen der Penny wohl aufnehmen kann. Ich habe vergessen, wie viele Wassertropfen ein Penny auffängt, aber der Punkt war, dass sich das ganze Wasser als Rinnsal in EINER Lache verband. Sogar verschiedene Wassertropfen bilden eine Einheit. Ich hielt das immer für erstaunlich. Ich weiß, dass sie (die Schüler/Studenten) nur die zusammen kommenden Wassertropfen sahen, aber ich sah noch etwas anderes. Vielleicht sind wir ähnlich wie diese Wassertropfen.

Aai: Du bist auf dem richtigen Weg. Ich denke, deshalb war es Michael sehr wichtig, in jeder Performance “Jeden” anzusprechen. Er forderte sein Publikum auf, mit ihm zu singen: „Komm, wir sind alle Eins“ . Es ähnelt einer Konversation; es ist sehr ernst gemeint, und diese Aufrichtigkeit überflutet die Menge. Dieses Gefühl habe ich immer bekommen, wenn er rief: „Jeder, komm schon, wir sind Eins“. Ich glaube dieses „wir sind Eins“ -Konzept brachte das Publikum dazu, am Ende des Konzerts nicht gehen zu wollen. Ihnen wurde bewusst, dass er gegangen war. „Elvis hatte das Gebäude verlassen. ” Er war gegangen, aber sie wollten nicht gehen, sie wollten nicht, dass es endet, und ich denke an einem Punkt wurde ihnen bewusst: auch wenn es vorbei war, endete es nicht.

CMG: Es ist nicht vorbei.

Aai: Ist es nicht. Es ist einfach erstaunlich.

CMG: Wir sind zusammen gekommen und wir sind buchstäblich hier im Geiste von Michael Jackson. Viele der Menschen, die ich gesehen habe, malen Michael. Und viele von ihnen haben vorher nie gemalt; aber jetzt tun sie es und sie können es! Ich beobachtete die Menschen und ich sah sie wachsen; ihre künstlerische Seite erwachte durch Michaels Geist.

Aai: Nun, du weißt, dass er ein großer Künstler war, ebenso ein visueller Künstler. Und witzig, wie er war, würde er sagen: „Wenn ich kein Performer wäre, wäre ich ein berühmter Künstler.“ Die Leute würden sagen: „Ein Künstler?“. Und er würde antworten: „Nein, ein berühmter Künstler.” Die Idee dahinter ist also, egal wie es gewesen wäre, er musste groß darin sein. Damit erschließt sich mir absolut, dass es ein Wissen in ihm gab, das er respektierte. Er ehrte nicht nur sein Geschenk, er respektierte und beschützte es. Es gab auch sicher immer Gelegenheit, eine andere Person zu sein. Ich meine, sich im positivsten Sinne zu verändern/entwickeln auf Grund der eigenen Erfahrung mit Michael. Ich habe viele Geschichten darüber gehört, wie der Handschuh entstanden ist. Gut, zwei. Eine ist schön, die andere cool. Ich weiß auch, dass er dazu diente, zu verdecken; wobei ich nicht weiß, ob er die ersten Anzeichen von Vitiligo verstecken sollte. Jedenfalls hat mich immer interessiert, wie diese vielen ikonischen Dinge (an Michael) zusammen kamen bzw. welche Entscheidungen – z.B. zu einem Kleidungsstück oder zu einem Teil einer Uniform – dahinter steckten. Du meine Güte, ich kenne keine andere Person, die mit so vielen ikonischen Gegenständen bestückt war. Da gab es also einen Handschuh, dann den Filzhut, die Pailletten besetzte schwarze Jacke, den speziellen Halbschuh. Dann kamen die militärischen Uniformen, die Armbinde, der riesige Gürtel. Es gibt so viele Dinge, die Teil seiner Garderobe sind. Ich weigere mich, sie Kostüme zu nennen; es sind Uniformen. Und wenn du anfängst, sie aufzuzählen, hört es gar nicht mehr auf: die vielen mit Pailletten besetzten Socken, die Perlenarmbänder. Außerhalb der Bühne und privat trug er andere Sachen; einen anderen Filzhut, die Sonnenbrille. Es gab so viele Dinge. Es ist immer wieder erstaunlich, zurück zu blicken. Beth brachte diese Dinge in den Vordergrund und man muss aufpassen, dass man sich darin nicht verliert.

Weißt du, was so erstaunlich ist – ich weiß, ich verwende dieses Wort sehr häufig, aber würdest du mir ein anderes Wort geben, das ich benutzen soll… er würde es nicht zulassen. Er würde dir nicht erlauben, zu begrenzen, was Fakt ist. Jedenfalls diese Pailletten besetzte Jacke war die Jacke seiner Mutter. Er hätte in den Kleiderschrank seines Vaters schauen können, aber er entschied sich für ein Kleidungsstück seiner Mutter. Was ich damit sagen will…diese ganze Idee von Make-Up, das er (anfänglich) selbst zusammen gestellt hat und in das er sehr verliebt war; er hat weibliche Düfte getragen. Er mischte sie und sie sagten, das ist eigentlich für die weibliche Linie. Und er sagte: „Gut, das ist es aber, was ich will“. Jeder, der für kurze oder längere Zeit mit ihm zusammen war, erzählt, wie gut er immer gerochen hat. Eines der meisten Erinnerungen an ihn war sein Duft/sein Aroma. Er würde nicht erlauben, dies als ein Thema anzusehen. Und niemand denkt an diese Jacke als eine Frauenjacke. Es ist die Jacke “von Billie Jean”. Er verändert einfach völlig ….

billie jaen

 

CMG: Zu “BAD” gibt es folgendes Statement: „Ok. Ihr könnt jetzt aufhören, an mich mit Handschuh und Mamas Jacke zu denken. Ich bin jetzt kein kleines süßes Törtchen mehr, ich bin BAD (cool)”.

Aai: Ganz recht; „Ich bin eine Kraft, mit der zu rechnen ist“.

 

 

Weitere Videoinformation zu Amalia Amaki

http://youtu.be/25Vuto5PMQE

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Nochmals vielen Dank für die Übersetzung, liebe Tina JG

Joe Vogel: Michael Jackson – verspätete Beschuldigungen und Hexenjagd

Eine Übersetzung des Artikels: Michael Jackson, Delayed Allegations and Witch Hunts

by JOE VOGEL on MAY 17, 2013 – (Übersetzung von *Sky*)

http://www.joevogel.net/michael-jackson-…and-witch-hunts

Hexenjagd

Als Michael Jackson im Juni 2009 unerwartet starb, schrieb der damalige 26-jährige Choreograph Wade Robson – der vor kurzem Schlagzeilen machte und den Popstar der Belästigung beschuldigte – über seinen langjährigen Freund und Mentor:

Michael Jackson veränderte die Welt und für mich ganz persönlich auch mein Leben, für immer. Er ist der Grund, warum ich tanze, der Grund, warum ich Musik mache, und einer der Hauptgründe, dass ich an das Gute im Menschen glaube. Er war 20 Jahre lang ein sehr enger Freund von mir. Seine Musik, seine Moves, seine persönlichen, inspirierenden und ermunternden Worte und seine bedingungslose Liebe werden für immer in mir weiterleben. Ich werde ihn unermesslich vermissen, aber ich weiß, er hat jetzt seinen Frieden gefunden und erfreut den Himmel mit einer Melodie und einem Moonwalk. Ich liebe Dich Michael.”

- Wade Robson, Juli 2009

Solch eine Aussage raussprudeln zu hören, war keine Überraschung für diejenigen, die Robsons Hintergrundgeschichte kannten. Während Jacksons Bad World Tour im Jahr 1987, gewann der fünf-jährige Robson einen lokalen Tanz-Wettbewerb in Australien. Der Lohn war die Teilnahme an einem Backstage Meet-and-Greet mit dem King of Pop und die Möglichkeit, sein Idol am Ende des Konzerts auf die Bühne zu begleiten.

Zwei Jahre vergingen, bevor Robson Jackson wieder sah. Zu der Zeit trat Robson im Disneyland auf und Seine Mutter entschied Jacksons Sekretärin zu erreichen, um zu sehen, ob sie sich wieder treffen könnten. Jackson ließ die Familie Robson ihn im Tonstudio bei Rekord One besuchen, wo er an seinem Dangerous Album arbeitete. Er lud sie ein, auf seiner Neverland Ranch zu bleiben. Diese Gastfreundschaft war für Jackson nicht ungewöhnlich. Gleichzeitig verbrachte Jackson auch unzählige Stunden mit dem AIDS Opfer Ryan White, der in seiner Schule in Kokomo- Indiana, gemieden und gemobbt wurde. “Diese Reisen nach Kalifornien hielt mich aufrecht,” sagt Ryan White. Ähnliche positive Erfahrungen wurden von Hunderten von anderen geteilt.

Nicht lange nach ihrem Besuch in Neverland, beschloss die Familie Robson nach Kalifornien zu ziehen, um Wade und seine Schwester Chantal, mehr Möglichkeiten in der Entertainment-Industrie zu ermöglichen. In den folgenden Jahren blühte eine Freundschaft zwischen den Robsons und Jackson auf. Wade Robson war ehrgeizig und talentiert und Jackson übernahm die Rolle des Mentors, lehrte ihn die Feinheiten seines Handwerks und es kam zu einer Unterzeichnung beim MJJ Productions Label. Jackson gab ihm auch kleine Auftritte in seinen Musikvideos, darunter „Black Or White“.

Robson hatte eine erfolgreiche Karriere in der Industrie, choreografierte für Britney Spears und ‘N Sync und präsentierte später mit seiner Arbeit Shows wie ‘So You Think You Can Dance’. Im Jahr 2005 heiratete er die Hawaiianerin Amanda Rodriguez.

Noch im selben Jahr beschloss Robson – der allen Grund hatte den Zirkus, den die Michael Jackson Kindesmissbrauch Anklage 2005 mit sich brachte zu vermeiden – unter Eid über seine Erfahrungen mit dem Sänger auszusagen. Zuerst von Jacksons Anwalt Thomas Mesereau und dann unter strengen Kreuzverhör befragt, gab Robson seinen Bericht über seine Zeit mit dem Künstler. Robson wiederholte hartnäckig niemals belästigt worden zu sein, und dass niemals irgendeine andere, unangemessene sexuelle Aktivität stattgefunden hätte.

Nachdem Jackson ein paar Monate später in allen Anklagepunkten freigesprochen wurde, sprach Wade Robsons Mutter Joy von der Erleichterung in ihrer Familie über das Urteil. “Wir weinten und schrien und weinend und schrien … Wir alle glaubten schliesslich, dass die Wahrheit herauskommen würde… Ich habe immer zu Michael gesagt: “Ich wünschte, die Welt würde den Michael kennen, den wir kennen.”

Wade Robson lud Jackson später in dem Jahr zu seiner Hochzeit ein, aber Jackson beschloss nicht teilzunehmen, weil er den freudigen Anlass nicht in einen Medienzirkus verwandeln wollte.

Jackson und Robson blieben jedoch gute Freunde. Wann immer Robson gefragt wurde, fuhr er damit fort Jackson als seine größte Inspiration zu loben.

Sie trafen sich zuletzt in Las Vegas im Jahr 2008. Jackson lebte dort mit seinen drei Kindern und Robson arbeitete in einer Ausstellung in der Stadt. “Ich, meine Frau, er und seine drei Kinder hatten ein Barbecue”, erinnert sich Robson. “Es war die normalste Sache der Welt.”

Es war mehr als zwanzig Jahre her, seitdem sie sich zum ersten Mal getroffen hatten und Robson war nach eigenem Bekunden noch völlig unberührt von jeder Vergangenheit bezüglich eines Missbrauchs oder Trauma. Sein Leben und seine Karriere gediehen. Er schien auch keine Bedenken bezüglich Jacksons eigenen Kindern zu haben.

Nach ersten Berichten, behauptete Robsons Anwalt Henry Gradstein, den Grund warum sein Mandant unter Eid gelogen und weiterhin den Popstar nach seinem Tod gelobt hatte, war, weil der angebliche Missbrauch eine verdrängte Erinnerung gewesen sei. “Verdrängte Erinnerung” – Fälle bei denen ein Individuum glaubt, ein traumatisches Ereignis vergessen oder blockiert zu haben, bis es Jahre oder Jahrzehnte später wieder hochkommt – ist ein höchst umstrittenes Thema auf dem Gebiet der Psychologie. Nach Angaben der American Psychological Association, erklären klinische Psychologen, dass das Phänomen einer zurückgewonnenen Erinnerung selten ist (z. B. berichtete ein erfahrener Praktiker, dass solch ein wieder Hochkommen nur einmal in 20 Jahren der Fall war). Die überwältigende Übereinstimmung von Experten ist, dass solche “Erinnerungen” ohne weitere Beweise nicht zuverlässig sind. Dr. Richard McNally, Professor und Direktor der klinischen Ausbildung in der Abteilung für Psychologie an der Harvard University, beschreibt das Phänomen der „verspätet wiedergewonnenen Erinnerungen“ als “das bösartigste Ammenmärchen, das jemals Psychologie und Psychiatrie infiziert habe.”

In seinem Interview mit Matt Lauer in der Today Show, behauptete Robson jedoch, dass seine Erinnerungen an Missbrauch nicht unterdrückt wurden, er war einfach nicht in der Lage, sie emotional oder psychisch zu verarbeiten. Robson behauptet, dass er sich in der Zeit des Prozesses 2005 voll und ganz bewusst gewesen war, dass Jackson ein Kinderschänder war, sich aber entschied unter Eid zu lügen, weil er noch nicht wusste, was mit ihm Falsches passiert war. Robson war 22 zu der Zeit. Aber vielleicht könnte man davon ausgehen, dass er in den nächsten Monaten oder Jahren dazu kam seine Entscheidung zu bedauern und zu den Behörden zu gehen – zumindest zur Verhinderung weiterer “Opfer“… Stattdessen grillte er mit MJs Familie im Jahr 2008 und lobte ihn ohne Druck oder Notwendigkeit in den Jahren 2009, 2010, 2011, und 2012.

Es versteht sich von selbst, dass Vorwürfe von Missbrauch immer ernst genommen werden müssen. Wenn ein Individuum eine Geschichte sehr glaubwürdig und überzeugend als Erwachsener erzählt, und dann aber plötzlich ohne weitere Beweise (Briefe, Fotos, Telefongespräche, Zeugen usw.) alles ändert, um eine Forderung durchzusetzen, verdient das eine gesunde Dosis Skepsis.

Solchen Ansprüchen einfach zu glauben, kann gefährlich sein. Dies kann Leben und Ansehen zerstören, ohne dass Beweise über die Anklage vorhanden sind.

Laut Wade Robsons Anwalt Henry Gradstein, war es irgendwann im Jahr 2012, als der Choreograph einen Nervenzusammenbruch hatte und “unter dem Druck seiner Erinnerungen zusammengebrochen” sei. Mit dem mysteriösen Herausfallen aus manchen Projekten, hatte Robsons Karriere als Choreograph auch einen Abschwung gemacht. Bald darauf beschloss Robson eine Forderung gegen Jacksons Nachlass einzureichen. Robson reichte auch eine Zivilklage beim LA Bezirksgericht ein, in dem er auf eine angebliche Verbindung zu den Unternehmen von Jackson (MJJ Productions etc.) zielt. Was immer jemand aus seinen Behauptungen macht, sie werden nicht einfach zu heilen sein. Robson will offensichtlich eine Auszahlung.

In einer Erklärung rief Howard Weitzman, einer der Anwälte die Jacksons Nachlass vertreten, die Vorwürfe seien “empörend und erbärmlich… Das ist ein junger Mann, der mindestens zweimal unter Eid und in zahlreichen Interviews bezeugt hat, dass in den vergangenen 20 Jahren Michael Jackson nie etwas Unangemessenes getan, oder mit ihm gemacht hat. Jetzt, fast 4 Jahre nach Michaels Tod, habe er diesen traurigen und unglaubwürdigen Vorwurf gebracht. Wir sind zuversichtlich, dass das Gericht dies als das ansieht, was es ist. “

Jacksons Anwalt Thomas Mesereau, empfindet Robsons Forderungen als schamlos und durch Geld motiviert, da das Timing hinsichtlich der Gerichtsverhandlungen, die zwischen Jacksons Mutter und Konzert-Promoter AEG Live derzeit prozessiert werden und des enormen Zuwachs an Reichtum, den Jacksons Nachlassverwalter seit dem Tod des Sängers erzeugt haben, passt.

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Unabhängig der eigenen Ansichten über Jackson, wirft Robsons Fall ernste Fragen über die Natur und die Gültigkeit der jahrzehntelangen verzögerten Vorwürfe auf, vor allem im Zusammenhang mit Geld.

Dr. Elizabeth F. Loftus, eine renommierte Erkenntnis-Psychologin und Expertin auf dem Gebiet des menschlichen Gedächtnis, von der Universität von Washington, stellt fest, dass diese „Erinnerungen“ oft durch Vorschläge des Therapeuten ausgelöst werden. “Einige zeitgenössische Therapeuten sind dafür bekannt, Patienten lediglich auf der Grundlage einer eindrucksvollen Geschichte oder Symptome zu erzählen, dass sie auf jeden Fall eine traumatische Erfahrung haben… Steht die “Diagnose” erteinmal, fordert der Therapeut vom Patienten, die widerspenstigen Erinnerungen zu verfolgen. “

Wade Robson könnte somit sehr wohl glauben, dass er missbraucht wurde, auch wenn es nie passiert ist.

In jedem Fall sollten die Objektivität und Fairness zumindest dazu zwingen, einige Beweise vorzubringen. Robsons eigene Familienmitglieder haben Jackson wiederholt über einen Zeitraum von zwanzig Jahren verteidigt. Haben alle von ihnen bis vor wenigen Monaten nicht wahrgenommen, was passiert sein sollte?

Zahlreiche andere Personen, die als Kinder in der Nähe von Jackson waren, fahren damit fort ihn zu verteidigen ohne erkennbaren Anreiz dafür. Die jüngsten Vorwürfe haben einige Leute, die Jacksons Neverland Ranch als Kinder besucht haben, dazu veranlasst jetzt wieder zur Unterstützung des Künstlers zu sprechen, darunter Alfonso Ribeiro, Frank Cascio, Brett Barnes, und Jacksons Neffen, Taryll, TJ und Taj Jackson.

Taj Jackson

Zur Verteidigung seines Onkels (Michael Jackson), schrieb Taj Jackson ergreifend auf Twitter:

(Anmerkung: Michael Jackson ist ein Onkel väterlicherseits; Michaels Bruder, Tito Jackson, ist der Vater von Taj)

Ich werde mich nicht zurücklehnen und zulassen, dass jemand frech solche Lügen über meinen Onkel erzählt. PUNKT.

Ich schreibe diese Worte in dem Wissen, dass mein Leben nicht mehr so sein wird wie vorher, sobald ich auf “senden” drücke…..

Ich wurde von einem Onkel mütterlicherseits mißbraucht, als ich ich ein Kind war.

Mein Onkel (Michael Jackson) war ein Beschützer für mich und meine Mom. Er schrieb ihr einen Brief, den viele von euch schon gesehen haben, ihr wusstet nur nicht, worum es ging. Deshalb WEISS ich, dass Wade lügt, weil ich ein Überlebender bin.

Meine Hände zittern immer noch. Vergesst nicht, ich habe auf Neverland gelebt als Wade seine Aussage während des Verfahrens gegen meinen Onkel (Michael) gemacht hat. Ich saß da und habe mit ihm und seiner Familie zu Abend gegessen. Ich werde nicht zulassen, dass sie meines Onkels Vermächtnis beschmutzen. Ich will nicht ins Fernsehen gehen. Ich will keine Publicity, ich will nur die Wahrheit.

Ich hasse es, dass Wade mich zu diesem Schritt zwingt. Aber seit mein Onkel nicht mehr hier ist um sich selbst zu verteidigen, werde ich es tun.“

Der Brief auf den Taj Jackson verwies wurde von Jackson in den 1980er Jahren geschrieben. Er lautet:

DeeDee, bitte lies den Artikel über Kindesmissbrauch und lies ihn Taj, TJ und Taryll vor – er bringt ans Licht, wie sogar aus eigenen Verwandten Kinderschänder werden können, dass sogar Onkel und Tanten ihre Nichten und Neffen missbrauchen – bitte lies es! Love, MJ.

(Anmerkung: DeeDee ist Delores Martes Jackson, (die Mutter von Taj Jackson und Schwägerin von Michael Jackson) die im Alter von nur 39 Jahren im Swimming-Pool ihres damaligen Lebensgefährten, Donald Bohana, ertrank. Taj war zu dem Zeitpunkt 21 Jahre alt. Der Onkel, der Taj mißbrauchte, war ein Bruder von DeeDee)

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Später, mit der öffentlichen Wahrnehmung konfrontiert, dass er selbst ein Kinderschänder sei, schrieb Jackson einen Songtext zu einem unveröffentlichten Song namens “An Innocent Man” (Ein unschuldiger Mann):

If I sail to Acapulco or Cancun Mexico

Wenn ich nach Acapulco segle oder Cancun Mexico

There the law is waiting for me

Wartet dort das Gesetz auf mich

and God knows that I’m innocent

und Gott weiß, dass ich unschuldig bin

If they wont take me in Cairo

Wenn sie mich in Kairo nicht nehmen

then lord where will I go?

Gott, wohin soll ich gehen?

I’ll be (or live) a man without a country

Ich werde wie ein Mann ohne Heimat leben

long as God know’s I’m an innocent man now.

So lange Gott weiß, dass ich ein unschuldiger Mann bin.“

Als exzentrischer, reicher Mann, der sein Zuhause für Tausende von Menschen, auch für benachteiligte und kranke Kinder öffnete, war Jackson ein unbestreitbar leichtes Ziel. Aber ist es denkbar, dass von den Hunderten von Kindern, die Zeit mit ihm verbrachten, nur eine Handvoll missbraucht wurden? Ist es möglich, dass nach zwei unangemeldeten Durchsuchungen von seinen Häusern, im Jahr 1993 und erneut im Jahr 2003, die in keiner Weise Kinderpornographie oder andere übereinstimmende Beweise lieferten, der Künstler dennoch meisterhaft sein kriminelles Verhalten hätte verstecken können?

Oder haben wir, als Gesellschaft, Jacksons Anderssein und Exzentrizität mit Kriminalität verschmolzen? Im Jahr 2005, leitete Infotainments „Expertin“ Nancy Grace, Jacksons Schuld bösartig und schändlich von seinem seltsamen Aussehen und seiner kindlichen Sensibilität ab. Es war ihr unvorstellbar, wie ein erwachsener Mann so viel Zeit mit Kindern verbringen wollte, ohne Sex mit ihnen zu haben.

Ohne Zweifel werden nach Anhörung dieser neuesten Anschuldigungen, einige ebenfalls zu dem Schluss kommen, dass “da wo Rauch ist, auch Feuer ist.”

Jackson ist natürlich nicht mehr hier, um sich zu verteidigen. Die unbestätigte Tragödie die fair-denkende-Personen zumindest in Betracht ziehen müssen, ist dies: das Leben und die Karriere von einem der begabtesten und kreativsten Künstler des vergangenen Jahrhunderts wurde letztlich durch Vorwürfe, Unterstellungen, Effekthascherei und Spekulationen zerstört. Aber es gab keine konkreten Beweise und keine Zeugen und keinen Ankläger, der nicht Geld wollte.

Der Begriff “Hexenjagd” wird oft verwendet, um die moralische Panik und Hysterie zu beschreiben, die von Personen, die unser Gefühl von Normalität, Ordnung und soziale Annahmen bedrohen, verursacht werden. Sie müssen diszipliniert oder bestraft werden, damit die Menschen sich sicher fühlen, unabhängig von der tatsächlichen Schuld oder Unschuld. So zum Beispiel in den Hexenprozessen von Salem, wo Frauen profiliert und für eine Reihe von wahrgenommenen “verdächtigen” Verhaltensweisen oder Eigenschaften angeklagt und zum Tode verurteilt wurden. Oder historisch hat man ungerechter Weise afroamerikanische Männer gezielt gelyncht, wegen der Mythen und kulturell tief verwurzelt Hysterie über ihre “räuberischen” Absichten mit weißen Frauen (siehe DW Griffith The Birth of a Nation).

Im Laufe seines Lebens (und jetzt bis in den Tod), wurde Michael Jackson mit mehr frivolen Klagen konfrontiert, als jeder andere in der amerikanischen Geschichte. Während der Thriller-Ära, behaupteten Dutzende von Frauen, er sei der Vater ihrer Kinder. Erst 2010 reichte eine Frau namens Billie Jean eine 600.000.000 $ Vaterschafts Klage bei Jacksons Nachlassverwaltern ein.

Im Jahr 2010 wurde ein Teil von Jacksons FBI-Akte unter dem Freedom of Information Act (FOIA) auf Antrag der Medien, darunter des britischen Journalisten Charles Thomson, veröffentlicht. “Ein längerer Bericht”, schreibt Thomson, “zeigt, dass Jacksons Neverland Ranch im Jahr 2003 überfallen wurde und das FBI jeden Computer im Haus beschlagnahmte und auf der Suche nach belastenden Dateien oder Internet-Aktivitäten genau unter die Lupe nahm. Die einzelnen Zusammenfassungen des FBI von Jacksons Dateien enthalten Erkenntnisse für jeden der 16 Computer. In Großbuchstaben wurde über jeden dieser 16 Berichte ein Wort geschrieben – “NICHTS”.

Matt Taibbi vom Rolling Stone, ein schneidender Kulturkritiker, der keinerlei Interesse an Jacksons Vermächtnis hat, beschrieb 2005 den Prozess gegen Jackson wie folgt:

Anscheinend eine Geschichte darüber, einem Kinderschänder Gerechtigkeit zukommen zu lassen, ist der Michael Jackson Prozess stattdessen eine Parade von charakterlosen, amerikanischen Typen: Gauner, Blutsauger und talentlose Intriganten, die entweder in Arbeitslosigkeit stecken… oder in blödsinnigen Nicht-Karrieren, gieren auf jede nur erdenkliche Weise nach Geld:

Der Auslöser des Verfahrens war Bezirksstaatsanwalt Tom Sneddon, dessen metaphorische Rolle in dieser amerikanischen Reality-Show darin bestand, das durchschnittlich graue Herz von Nixons „schweigender Mehrheit“ darzustellen – die Juckreiz verursachende, bittere Mittelmäßigkeit von jemandem, der schon einmal einen Urlaub nach Paris unternommen hat. Im ersten Monat wurde uns vielleicht die kompromittierendste Studie einer Sammlung von Belastungszeugen vorgestellt, die jemals in einem amerikanischen Strafverfahren zusammengestellt wurde – bis auf den letzten Mann eine Ansammlung von verurteilten Lügnern, bezahlten Klatschweibern oder noch Schlimmeren …

In den nächsten sechs Wochen fiel praktisch jedes Stück dieses Falls im Gerichtssaal in sich zusammen und das Haupt-Drama des Prozesses wurde schnell zu einem Rennen, bei dem es darum ging zu sehen, ob es dem Staatsanwalt (Sneddon) gelingen würde, alle Zeugen in den Stand zu bringen, ohne dass einer von ihnen in Handschellen aus dem Gerichtsgebäude geführt werden müsste. Sneddons harte Vorgehensweise gegenüber Jackson, war ein genauso blinder und verzweifelter Rachefeldzug, wie George Bushs “Fall” gegen Saddam Hussein …

Jackson wurde 2005, nach zwei aufreibenden Jahren von Untersuchungen, Zeugenaussagen und Verhandlungen natürlich von allen Vorwürfen freigesprochen. Vier Jahre später, 2009, nachdem er Jahre als ein kulturell Ausgestossener lebte, als ein Vagabund, der von Land zu Land zog, starb er im Alter von fünfzig Jahren in Los Angeles. Der Silberstreif am Horizont war, dass zumindest jetzt seine vielen Schwierigkeiten ein Ende finden würden und der Fokus auf sein reiches künstlerisches Erbe zurückgehen könnte. Aber wie es scheint, wird sich der unerbittliche Strom der Gauner fortsetzen, solange viel Geld beteiligt ist.

Und in dem Gerichtshof der öffentlichen Meinung, geht die Hexenjagd auf Michael Jackson weiter.

…………………….

In diesem Link gibt es eine Auflistung sämtlicher Statements und Aussagen, die Wade Robson und seine Familie in der Zeit seit 1990 über Michael Jackson gemacht haben. Sehr interessant, schon alleine die Menge und inhaltliche Konstanz dieser Aussagen zu sehen. Leider nur auf Englisch:

http://mjjr.net/robson/#s20050505

Mehr zu den MJ- FBI Akten:

http://all4michael.com/2012/10/18/in-den-jackson-fbi-akten-gesprach-mit-charles-thomson-willa-stillwater-joie-collins-dancing-with-the-elephant-blog/

Zum Prozess von 2005:

http://all4michael.com/2013/05/13/the-truth-is-already-told-die-wahrheit-wurde-schon-langst-gesagt/

„The truth is already told“ – „Die Wahrheit wurde schon längst gesagt“

Macauley Culkin, Brett Barnes, Frank Cascio, Sean Lennon und auch Wade Robson – jeder von ihnen berichtete bereits darüber, wie seine Freundschaft mit Michael aussah, während sie als Kinder mit ihm auf Neverland waren.

Hier eine kleine Sammlung ihrer Aussagen, aus Interviews und Büchern oder Gerichtsprotokollen:

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Wade Robson – Aussage im Prozess 2005

Auszug aus: Conspiracy, Aphrodite Jones- Kapitel „Ebony and Ivory“

Er (Tom Mesereau) begann den Fall der Verteidigung mit einem jungen Mann, der Michaels Freund war, mit dem 22-jährigen Wade Robson, der im Alter von 12 Jahren anfing, Tanz zu unterrichten und im Alter von 14 Jahren begann, als Choreograph in Musik-Videos mitzuarbeiten. Wade Robson war erfolgreich. Der junge Mann war in der Musikindustrie bekannt und einer von Britney Spears persönlichen Choreographen.

Während der direkten Befragung erfuhr die Jury, dass Robson Michael Jackson im Alter von fünf Jahren traf. Damals, im Jahr 1987, lebte Robson in Australien und hatte an einem Tanzwettbewerb teilgenommen, den Jackson während seiner Bad-Tour veranstaltete. Robson sagte, er habe den Wettbewerb gewonnen und der Preis sei ein Backstage-Treffen mit Michael gewesen. Robson sagte aus, dass der Popstar von seinem Tanzstil beeindruckt gewesen sei. Er erzählte der Jury, dass Jackson ihn an diesem Abend mit auf die Bühne genommen habe und glücklich darüber gewesen sei, den 5-Jährigen mit ihm performen zu lassen.

Zwei Jahre später folgten Wade Robson und seine Mutter Jackson, in der Hoffnung, dass Jackson Wade bei seiner Karriere helfen würde. Sie trafen Jackson in einem Aufnahmestudio in Kalifornien und zeigten dem Popstar einige Videos von Wades jüngsten Tanz-Nummern.

Wade sagte aus, dass er und Michael 1989 Freunde wurden. Wade erinnerte sich, dass er und seine ganze Familie Michael auf Neverland besuchten, als er sieben Jahre alt war. Robson sagte, dass er nach dem ersten Besuch auf Neverland, mit Jackson telefonisch in Kontakt blieb und er erzählte der Jury, dass er 1991 von Australien nach Los Angeles gezogen sei, wo er mit seiner Schwester Chantal und seiner Mutter Joy lebte.

Wie oft, denken Sie, haben Sie sich auf Neverland aufgehalten?”, fragte Mesereau.

Das müsste so ungefähr bei zwanzig Mal liegen, so in etwa. Vielleicht fünfundzwanzig Mal”, sagte Robson.

Und Sie haben sich dort unterschiedlich lange aufgehalten?”

Ja. Meistens war es am Wochenende, wissen Sie. Freitag, Samstag, Sonntag.”

Was denken Sie, war der längste Zeitraum, in dem Sie sich auf Neverland aufgehalten haben?”, fragte sich Mesereau.

Wissen Sie, ich würde sagen eine Woche oder eineinhalb Wochen”, sagte Robson aus.

Betrachten Sie Michael Jackson als Freund?”

Ja.”

Sie sind sich der Anschuldigungen in diesem Prozess bewusst, nicht wahr?”

Ja.”

Und wissen Sie, jetzt, da Sie hier sitzen, dass es Beschuldigungen gegeben hat, dass Mr. Jackson Sie belästigt hat?”

Ja.”

Mr. Robson, hat Michael Sie jemals zu irgendeiner Zeit belästigt?”

Absolut nicht”, antwortete Robson.

Mr. Robson, hat Michael Jackson Sie jemals in sexueller Weise berührt?”

Niemals. Nein.”

Mr. Robson, hat Mr. Jackson jemals irgendeinen Teil Ihres Körpers in unangemessener Weise berührt?”

Die Antwort lautete nein.

Wade Robson erzählte der Jury, dass er sich mehrmals in Michaels Zimmer aufgehalten habe. Er sagte, er und Michael hätten Filme geschaut, Videospiele gespielt und hin und wieder Kissenschlachten veranstaltet. Was das Duschen mit Michael betraf, sagte Robson, dass dies niemals geschehen sei. Robson sagte, er sei mit Michael im Whirlpool gewesen und sagte aus, dass beide Badekleidung anhatten und dass nichts Unangemessenes im Whirlpool geschehen sei, weder dort noch sonst irgendwo.

Als die Staatsanwaltschaft an der Reihe war, ritt sie natürlich auf der Tatsache herum, dass Wade Robson zugegeben hatte, von der Zeit an, als er sieben Jahre alt war, mit Michael im gleichen Zimmer geschlafen zu haben. Während des Kreuzverhörs versuchte der stellvertretende Staatsanwalt Ron Zonen anzudeuten, dass Robson Gründe hätte, den Popstar zu beschützen. Er erinnerte die Jury daran, dass Jackson Wade Robson bei seiner Karriere geholfen hatte und wies darauf hin, dass Jackson den Jungen in einigen seiner Musik-Videos hatte auftreten lassen, unter anderem in “Black Or White”.

Gab es Zeiten, in denen Sie sich sogar viele Wochen am Stück auf Neverland aufhielten?”, fragte Zonen.

Nicht, dass ich wüsste”, sagte Robson aus. „Wie ich schon sagte, eine bis eineinhalb Wochen. Vielleicht waren es zwei Wochen, doch an mehr als das erinnere ich mich nicht.”

Gab es Zeitspannen, in denen Sie auf Neverland waren und mit Mr. Jackson an Tanz-Nummern arbeiteten“, wollten Zonen wissen.

Nein, ich meine, wir gammelten herum und tanzten hin und wieder ein bisschen im Studio”, sagte ihm Robson.

Gab es da je eine Gelegenheit, bei der Sie mit Mr. Jackson auf der Tanzfläche waren und er Ihnen eine Nummer zeigte und Ihnen so in den Schritt fasste, wie er sich selbst während dieser Performances in den Schritt fasste?”

Nein, das ist nicht wahr.”

Erinnern Sie sich nicht daran?”, drängte Zonen.

Nein.”

Das ist nicht passiert?”

Nein.”

Zonen versuchte, dem jungen Mann Worte in den Mund zu legen, doch Wade Robson ließ das nicht zu. Das Kreuzverhör wurde hässlich und Zonen fragte wiederholt, ob zwischen Wade und Michael irgendetwas Unangemessenes geschehen sei, doch die Antwort war stets ein ausdrückliches „Nein!”.

Für die Anwesenden im Gerichtssaal sah es so aus, als versuchte Ron Zonen den Zeugen zu hetzen und einige der Geschworenen fingen an, verärgert dreinzublicken.

Ich sage Ihnen, dass niemals irgendetwas passiert ist”, sagte Robson aus.

Mr. Robson, während Sie schliefen, hätten Sie nicht wissen können, was geschehen war, besonders nicht im Alter von sieben Jahren, oder?”, scherzte Zonen.

Ich glaube, so etwas hätte mich aufgeweckt.”

Als Robson diese Worte sagte, zuckten einige der Geschworenen mit den Achseln und sahen einander mit gespanntem Ausdruck an.

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 zu Wade Robsons aktuellen Anschuldigungen sagt Tom Mesereau:

“Er war einer der stärksten Zeugen der Verteidigung im MJ-Prozess 2005. Er wurde unter Eid vernommen und er wurde zu keiner Zeit belästigt.”

He was one of the strongest witnesses for the defense at Michael Jackson’s criminal trial in 2005. He was adamant under oath that he had never been molested at any time.”

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Macauly Culkin

Macauley Culkin:

Ich kann unsere Freundschaft beschreiben und ich kann Michaels Verbindung mit Kindern erklären, aber egal, was ich sage, du wirst es nie verstehen. Solange du nicht das mitgemacht, was Michael und ich mitgemacht haben, kannst du nicht wirklich nachvollziehen, wie es ist… Wir verstanden uns, weil wir beide „dort“ waren.

Wir hatten Kissenschlachten, wir blödelten herum, wir fuhren mit den Karussells, wir spielten in der Spiele-Arcade, was ich am liebsten tat, und denk daran, es war nicht nur ich alleine. Es waren oft auch andere Kinder dort.“

Frage: Habt ihr je im selben Bett geschlafen?

Sicher, aber es ist nicht das, was du denkst. Zuerst einmal ist es ein riesiges Bett. Es waren immer Leute dort, Angestellte, Personal, Berater, die in das Zimmer rein und raus liefen. Die Tür war immer offen, und meine Familie war immer eingeladen. Sie waren immer in der Nähe. Es war wie eine riesige Übernachtungsparty. Manchmal waren auch andere Kinder dort. Wir hatten immer Pyamas an und es passierte auch nichts, was im geringsten ungewöhnlich gewesen wäre. Es war einfach nur Spass. Ich weiß, es hört sich für jemand, der das nicht kennt, seltsam an. Rückblickend denke ich, es war etwas verrückt. Aber zu der Zeit, schien es einfach harmlos und normal. Michael ist einfach Michael, und wenn du ihn wirklich kennen würdest, wüsstest du, wie dumm diese Anschuldigungen sind.“

Ich habe all diese Geschichten gehört. All diese Beschuldigungen. Aber du musst Michael kennen. Es ist unmöglich, diese Sache zu verstehen, wenn du ihn nicht kennst. Er ist nicht, wie jeder andere. Es gibt diesen Ausdruck „jemand ist, wie ein großes Kind“. Es ist immer nur so ein Ausdruck, aber bei Michael trifft es wirklich zu. Nicht die ganze Zeit. Er kann über seine Musik sprechen, über Kunst, über Geschäftliches und dann ist er ein sehr intellektueller Erwachsener. Aber dann verändert er sich. Es ist bemerkenswert. Er wird ein Kind. Er tut nicht nur so. Ich habe immer gedacht, er ist nicht so, wie jeder andere Erwachsene, den ich kenne. Er war genauso, wie ich.“

Aus: Ian Halperin-The Final Years of Michael Jackson unmasked

I can describe our friendship and I can explain Michael’s bond with children, but no matter what I say, you can never understand. Unless you have been through what Michael and I have been through, you just can’t comprehend what it’s like… We understood each other because we’ve both been there.” We had pillow Fights, we goofed around, we rode the rides, we played ardcade games that was my favourite thing to do, keep in mind that it wasn’t just me. There were often other kids around too.“

Did they ever sleep in the same bed ?

Sure, but it’s not like what you think. First of all, it’s a huge bed. There’s always people, staff, servants, advisers, coming in and out from the room. The door is always open and my family was always invited. They were always around. It was like a giant slumber party. Sometimes there were other kids as well. We were always in Pajamas and nothing the least unusual ever happened. It was just clean fun. I know it sound weird to somebody who does’nt know that scene. Looking back, I guess it was a bit weird. But at that time, it just seemed so harmless, so normal. Michael is just Michael, and if you really knew him, you would know just how stupid the accusations are.“

I’ve heard all the stories. All the accusations. But you have to know Michael. It’s impossible to try to understand the situation if you don’t know him. He’s not like anybody else. There’s this expression about how somebody’s a big kid. It’s always just an expression, but with Michael, he is one. Not all the time. He can be talking about his music, what he calls art, or business and he’s a sophisticated adult. But then he just transforms. It’s remakable. He becomes a kid. He’s not pretending. I remember thinking that he’s not like any other adult I had ever met. He was just like me.“

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 Auszug aus: Conspiracy, Aphrodite Jones – Kapitel „The Love You Save”

Macaulay Culkin sagte aus, dass er Neverland im Alter zwischen 10 und 14 Jahren mehr als ein Dutzend Mal besucht habe. Er habe Jackson oft mit seinem jüngeren Bruder, seinen beiden Schwestern, seiner Mutter und seinem Vater besucht. Der Schauspieler sagte, dass seine Freundschaft zu Jackson lebenslang sei und er wollte die Jury wissen lassen, dass er auch später im Teenager-Alter Neverland weiterhin besuchte und Michael vor weniger als einem Jahr vor seinem Erscheinen vor Gericht besucht hatte.

Der Schauspieler erzählte, dass er mit Jackson auch Zeit an anderen Orten verbrachte und erwähnte dabei eine Wohnung in Los Angeles, die Jackson als Versteck nutzte, in der sie manchmal „rumhingen”, Filme anschauten und ungezwungen gemeinsam aßen. Macaulay erzählte der Jury, dass er es in den letzten Jahren genoss, mit Michael und seinen Kindern Zeit zu verbringen, ob er sie nun in New York, Los Angeles oder London besuchte.

Als Mesereau Fragen über die Beschuldigungen der ehemaligen Neverland-Angestellten stellte, Beschuldigungen, Michael habe den Kinderstar Macaulay Culkin unsittlich berührt, bestritt Macaulay Culkin hartnäckig, dass Jackson jemals irgendetwas Anstößiges getan oder sich ihm gegenüber jemals in irgendeiner Weise sexuell verhalten habe.

Was denken Sie über diese Beschuldigungen?”, fragte sich Mesereau.

Ich denke, sie sind absolut lächerlich”, sagte Culkin.

Wann haben Sie zum ersten Mal davon erfahren, dass die Staatsanwaltschaft behauptete, Sie seien unsittlich berührt worden?”

Irgendjemand rief mich an und sagte: ‘Du solltest CNN anschauen, denn die sagen irgendetwas über Dich’”

Und haben Sie es angesehen?”

Ja.”

Und was haben Sie erfahren?”

Ich erfuhr, dass ein ehemaliger Koch irgendetwas mit mir hätte und da war irgendetwas über ein Zimmermädchen oder so. Es war eines dieser Dinge, die ich einfach nicht glauben konnte”, sagte Culkin. „Ich konnte es erst einmal nicht glauben, dass diese Leute diese Dinge sagten, ganz zu schweigen davon, dass es veröffentlicht wurde und die Leute so etwas über mich dachten.”

Und gleichzeitig war es erstaunlich für mich”, erklärte Culkin, „dass niemand auf mich zukam und fragte, ob diese Beschuldigungen wahr waren oder nicht. Sie brachten es einfach heraus und überprüften es im Grunde genommen gar nicht. Ich meine, wo sie doch vermuteten, dass ich die Antwort kenne. Was mich aufbrachte war, sie haben nicht einmal nachgefragt.”

Wollen Sie damit sagen, dass die Staatsanwaltschaft nie versuchte, Sie zu erreichen, um Sie nach Ihrer Meinung darüber zu befragen?”, fragte Mesereau.

Nein, das haben sie nicht”, sagte Culkin aus.

Wissen Sie, dass die Staatsanwaltschaft behauptet, sie werde beweisen, dass Sie von Michael Jackson belästigt wurden.”

Bitte?”

An seinem Gesichtsausdruck sah die Jury, dass Macaulay Culkin seinen Ohren nicht trauen konnte. Er sagte aus, dass er „guten, puren Spaß” mit Michael auf Neverland hatte, dass seine Familie immer auf dem Anwesen mit eingeladen war, dass Jackson den Grundsatz einer „offenen Tür” für die Culkin-Familie hatte und dass es keine Räume gab, die tabu waren, einschließlich Michaels Schlafzimmer.

Hat Mr. Jackson Sie jemals umarmt?”, fragte Mesereau.

Natürlich”, sagte Culkin.

Haben Sie ihn jemals umarmt?”

Unbedingt.”

Hatten Sie bei diesen Umarmungen je den Verdacht, dass sie in irgendeiner Weise sexueller Natur wären?”

Nein, sie waren immer sehr ungezwungen. Es war einfach so, wie ich alle meine Freunde umarme”, sagte Culkin.

Haben Sie je gesehen, dass Michael Ihre Schwester umarmte?”

Natürlich.”

Waren Sie misstrauisch, wenn er Ihre Schwester umarmte?”

Nein.”

Macaulay Culkin erzählte der Jury, dass Jackson seine Brüder und die gesamte Familie umarmte und dass es daran nichts Verdächtiges gab. Sie alle fühlten sich Michael nah und einander zu umarmen sei eine Art, ihn zu begrüßen. Der Schauspieler sagte, er habe niemals gesehen, dass Jackson mit irgendeinem Kind etwas Ungehöriges getan hätte und sagte aus, dass er bei Jackson und Wade Robson war, als sie das Musik-Video zu “Black Or White” drehten. Culkin glaubte, er hätte Jackson auch mit Brett Barnes gesehen, Culkin erinnerte sich vage daran, mit ihm als Kind Zeit auf Neverland gewesen zu sein, als ein Haufen Leute dort “herumhing” und in Michaels Zimmer Spiele spielte.

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Sean Lennon

Sean Lennon

Ein Statement von Sean Lennon, dem Sohn von John Lennon:

Es ist lustig. Die Leute, die denken Michael sein ein Betrüger, setzen immer voraus, dass Michael die Familien der Kinder, die er belästigte, bestochen hat. Das hört man immerzu…Aber seht mich an. Ich bin eines der Kinder, mit dem er befreundet war. Ich habe mit ihm wahrscheinlich mehr Zeit verbracht, wie mit jedem anderen. Ich sah so viele Leute darüber spekulieren, ob er mich missbraucht hätte.Aber ich glaube, meine Familie ist noch reicher als er. Es wäre also ziemlich unsinnig, mich und meine Mutter zu bestechen.Es ist lächerlich. Michael ist kein Kinderschänder. Glaubt mir das. Ich kenne die Kinder, die er kannte. Ich wüsste davon, wenn dort seltsame Dinge vor sich gegangen wären.

(Stillwater, Willa (2011-04-12). M Poetica: Michael Jackson’s Art of Connection and Defiance (Kindle Locations 1494-1500). Kindle Edition.)

The statement below is from Sean Lennon, son of  John Lennon:

It’s funny,” he said. „People who think Michael’s a diddler always assume that he bought off the families of the kids he molested. You hear it all the time.… But look at me. I was one of the kids he befriended at a young age. I may have spent more time with him than almost anybody else. I’ve seen all kinds of people speculate that he abused me. But I think my family is actually richer than he is. So it would be quite a trick to buy me and my mother off. It’s ridiculous. No way is Mike a child abuser. Take it from me. I knew the kids he knew. I would have known if anything funny was going on.”

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Cascio Family

Frank Cascio

Auszug aus dem aus dem Buch “My Friend Michael”:

Er zitiert Michael:

Ich glaube nicht, dass du es wirklich begreifen kannst … ich habe die ganze Welt gegen mich, die denkt, dass ich ein Kinderbelästiger bin. Du weißt nicht, wie es sich anfühlt, falsch angeklagt zu sein und ‚Wacko Jacko‘ genannt zu werden. Tagein tagaus muss ich auf diese Bühne gehen und auftreten, muss so tun, als sei alles perfekt. Ich gebe alles, was ich habe, ich gebe die Performance, die jeder sehen will. In der Zwischenzeit sind mein Charakter und mein Ruf ständigen Angriffen ausgesetzt. Wenn ich von der Bühne herunterkomme, sehen die Leute mich an, als wäre ich ein Krimineller.“

Auszug aus dem aus dem Buch “My Friend Michael –  Kapitel “Goodbye Normal”:

Meine Mutter hatte in den Nachrichten von den Anschuldigungen gehört. In den folgenden Tagen kontaktierten meine Eltern Michael, der auf der Dangerous Tour unterwegs war. Sie erklärten ihm, dass sie zu 100 Prozent von seiner Unschuld überzeugt waren und versicherten ihm, dass sie da wären, um ihn zu unterstützen, falls er sie bräuchte.

On Tour zu sein, war für Michael immer eine mit Isoliertheit verbundene Erfahrung und eine Stunde später schickte er ein Fax. Faxe waren der Hit in jener Zeit – eine primitive Form der SMS – und meine Familie begann mehrmals am Tag Faxe mit Michael auszutauschen, um alberne Zeichnungen und kleine Nachrichten zu senden.

Zuerst sagte Michael meinen Eltern, sie sollten sich keine Sorgen um ihn machen. Er sagte, es wäre ein Fall von Erpressung und dass sie nicht glauben sollten, was sie in den Nachrichten sahen und hörten. Er brauchte nicht ins Detail gehen.

Meine Eltern kannten die Wahrheit bereits. Sie kannten und vertrauten Michael im Gegensatz zu einer Welt, die über ihn urteilte in einer Härte, die gleichermaßen ignorant wie grausam war. (…)

Die Anschuldigungen gegen Michael waren kein Faktor, den meine Eltern in ihrer Entscheidung berücksichtigten. Die Leute können das Urteilsvermögen meiner Eltern anzweifeln, die 2 Jungs schickten, um Zeit mit einem Mann zu verbringen, der wegen Missbrauchs an einem weiteren Jungen beschuldigt wurde. Aber für uns war die Idee, dass wir in irgendeiner Gefahr waren, komplett absurd. Meine Eltern wussten, dass Michael unschuldig war. Sie kannten ihn gut, seit Jahren, und für sie gehörte er zur Familie.(…)

Allen voran aber, kannten meine Eltern Michaels Herz. Sie waren sich sehr bewusst, wie verantwortungsbewusst und liebevoll Michael war und sie hatten absolutes Vertrauen zu ihm, seinen Angestellten und seinem Sicherheitspersonal.(…)

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 Tweet Frank Cascio – 8 Mai
 2013

Dementia has come at a early age for W.R.His false claims are sick & pathetic. M.J was NOT a pedophile. Please let him R.I.P

W.R. Ist schon früh von Demenz betroffen. Seine falschen Anschuldigungen sind krank und pathetisch. MJ war kein Pädophiler. Lass ihn in Frieden. @fdcascio

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Brett Barnes

Brett Barnes

Auszug aus: Conspiracy, Aphrodite Jones – Kapitel „It’s A Thriller“

Als die Verteidigung Brett Barnes als ihren nächsten Zeugen aufrief, wich alles Blut aus Tom Sneddons Gesicht und der Mann wurde weiß wie ein Geist. Der Staatsanwalt konnte nicht glauben, dass noch ein weiterer junger Mann hervortrat, um Michael Jackson zu helfen. Vielleicht spürte Tom Sneddon, dass er viele dieser Leute unter Druck gesetzt hatte. Hinter den Kulissen wurde gemunkelt, dass Leute, die die Staatsanwaltschaft unterstützten, versucht hätten, bestimmte Zeugen der Verteidigung zu kontaktieren und sich gewünscht hätten, sie vom Prozess fern zuhalten.

Insider wussten, dass die Staatsanwaltschaft versuchte, Leute ständig zu belästigen, Leute wie beispielsweise Macaulay Culkin. Mesereau war darüber informiert, dass Polizisten aus Santa Barbara an den Türen der Nachbarn von Hauptzeugen anklopften, was eine einschüchternde Wirkung gehabt haben könnte. Trotzdem tanzten Jacksons Freunde freiwillig vor Gericht an.

Brett Barnes, ein 23-jähriger Mann, der aus Australien angeflogen kam, erzählte der Jury, dass er seinen Job als Croupier in Melbourne kündigen musste, um vor Gericht in Santa Maria zu erscheinen. Brett identifizierte Michael als den Herrn hinter dem Verteidiger-Tisch und sagte, dass Michael ein guter Freund war, den er, seit er 5 Jahre alt ist, kannte.

Barnes sagte der Jury, dass er und seine Mutter, als er fünf Jahre alt war, Jackson einen Brief geschrieben und Maßnahmen getroffen hätten, den Brief auf dem Flughafen von Melbourne an einen von Jacksons Tänzern auszuhändigen. Kurze Zeit später erhielten die Barnes einen Anruf von Jackson. Barnes sagte, dass die Familie seither Freunde des Popstars waren. Barnes sagte aus, dass er Neverland 1991 zum ersten Mal besuchte, als er mit seiner ganzen Familie dort zu Besuch war.

Der junge Mann erzählte, dass er sich mit seiner Familie mindestens zehn Mal auf Neverland aufgehalten hätte. Er berichtete der Jury, dass er sich fast jedes Mal dazu entschlossen hätte, in Michaels Schlafzimmer zu schlafen. Bedenkenlos sprach Brett darüber, wie es mit Michael in seinem Schlafzimmer war, wo die Probleme und Sorgen der Erwachsenenwelt ausgesperrt werden konnten.

Wie würden Sie sein Zimmer beschreiben?”, fragte Mesereau.

Es ist groß. Es ist ziemlich cool, weil es dort viele lustige Sachen gibt, die man tun kann. Video-Spiele und solche Sachen. So kann ich es wahrscheinlich am besten beschreiben”, sagte Barnes.

Haben Sie sich jemals in Michael Jacksons Bett aufgehalten?”

Ja, das habe ich.”

Wie oft, denken Sie, war das?”

Unzählige Male.”

Hat Mr. Jackson Sie jemals belästigt?”

Absolut nicht”, sagte Barnes. „Und ich kann Ihnen hier und jetzt sagen, hätte er es getan, wäre ich jetzt nicht hier.”

Hat Mr. Jackson Sie jemals in sexueller Weise berührt?”, fragte Mesereau.

Niemals. Das hätte ich nicht geduldet”, sagte ihm Barnes.

Hat Mr. Jackson jemals einen Teil Ihres Körpers in einer Weise berührt, die Sie als unangemessen erachteten?”

Niemals. Das ist etwas, das ich niemals dulden würde.”

Brett Barnes beschrieb seine Zeit in Michaels Zimmer als Mini-Partys. Er erzählte der Jury, er erinnerte sich, dass seine Schwester gemeinsam mit Michaels Cousins und Frank, Aldo und Marie Nicole Cascio dort waren. Barnes sagte, es gab Zeiten, als auch Macaulay Culkin mit ihnen allen spielte, es seien Zeiten gewesen, an die er sich mit Vorliebe erinnerte. Barnes sprach über den großen Spaß, den er auf Neverland hatte, daran, alles Mögliche zu essen, jede Menge Cartoons anzusehen, die Karussells im Vergnügungspark zu benutzen, in den Arkaden Spiele zu spielen und auf Motorrädern über das Grundstück zu fahren.

Sind Sie sich im Klaren über irgendwelche Beschuldigungen, die gemacht wurden, Mr. Jackson habe Sie unsittlich berührt, als Sie bei ihm waren?”, fragte Mesereau.

Ja. Und ich bin sehr verärgert darüber”, sagte Barnes.

Sie sind verärgert darüber?”

Ja.”

Warum?”

Weil es die Unwahrheit ist und sie meinen Namen durch den Dreck ziehen. Und ich bin darüber wirklich, wirklich, wirklich nicht glücklich.”

Die Anwesenden im Gerichtssaal konnten sehen, dass Barnes ziemlich wütend war. Der junge Mann schätzte die falschen Beschuldigungen der Neverland-Angestellten nicht, besonders die nicht, die von Angestellten gemacht wurden, die versucht hatten, von Jackson Geld zu erpressen. Barnes war sich durchaus der kursierenden Gerüchte bewusst, die von verärgerten Angestellten verbreitet wurden, die behaupteten, gesehen zu haben, wie Brett und Michael gemeinsam duschten. Brett Barnes erzählte der Jury, dass nichts in der Art je geschehen sei und dass die Angestellten Lügen verbreiteten.

Barnes beschrieb Michael als langjährigen Freund, als jemanden, mit dem er über die Jahre in Kontakt blieb. Es war offensichtlich, dass Brett Barnes die Freundschaft mit Jackson genoss, der, wie er sagte, wie „ein Mitglied der Familie war”.

Als Ron Zonen ihn im Kreuzverhör befragte, sollte Brett Barnes näher erläutern, wie oft er Gast in Michaels Zimmer war. Barnes sagte offen, dass er immer dort schlief, er machte keinen Hehl daraus. Doch Zonen dachte, es sei belastend und wollte, dass Barnes sich schämte.

Ist es richtig, dass Sie sich buchstäblich die ganze Zeit in seinem Schlafzimmer aufhielten, ja?”, fragte Zonen.

Ja”, sagte Barnes aus.

Und während dieser Zeit hielt sich außer Ihnen und Michael Jackson niemand sonst in dem Zimmer auf, richtig?”

Nein, das ist nicht wahr.”

Können Sie uns die Namen der Leute nennen, die sich mit Ihnen in dem Zimmer aufhielten?”, wollte Zonen wissen.

Meine Schwester. Macaulay Culkin. Da waren Levon und Elijah”, erinnerte sich Barnes. „Da waren Frank, Eddie und Dominic und auch sein Sohn Prince.”

Zonen konnte es kaum glauben, als Barnes aussagte, er habe weiter in Michaels Zimmer geschlafen bis er neunzehn Jahre alt war. Brett Barnes erzählte der Jury, dass er mit Prince Michael I, der zu der Zeit drei Jahre alt war, in Michaels Zimmer war. Zonen fand, dass es unmöglich war, das zu verstehen.

(…)

Mr. Barnes, denken Sie es wäre beschämend, belästigt worden zu sein?”, fragte Zonen.

Absolut”, sagte Barnes.

In Ordnung. Und warum wäre es eine Schmach für jemanden, belästigt worden zu sein?”

Barnes versuchte, die hypothetische Frage zu beantworten, jedoch erhob Mesereau Einspruch, da die Frage nach Mutmaßung verlangte und Zonen machte weiter. Er fragte Barnes über jedes Jahr seines Lebens aus, seit er mit fünf Jahren zum ersten Mal Neverland besuchte und fragte Barnes, ob er im Alter von neun, zehn, elf, zwölf Jahren mit Jackson im gleichen Bett geschlafen habe.

Barnes sagte aus, er könnte sich nicht erinnern, wie alt er genau gewesen sei bei den Gelegenheiten, an denen er Neverland besuchte. Er erinnerte sich, dass er fast ein Jahr nach seinem ersten Besuch nach Neverland reiste und sagte aus, dass er, wann immer er dort war, in Michaels Zimmer geschlafen habe.

Schlafen Sie immer noch bei Michael Jackson?”, fragte sich Zonen.

Nein”, sagte ihm Barnes.

Wie alt waren Sie, als Sie aufhörten bei Michael Jackson zu schlafen?”

Das kann ich Ihnen nicht sagen.”

Warum schlafen Sie nicht mehr bei Michael Jackson?”

Nun, er hat jetzt selbst Kinder.”

Es war, als ob Zonen ein Vergrößerungsglas benutzte, er untersuchte die Vorgänge genauestens, bei denen Barnes das Bett mit Jackson teilte. Er drängte und drängte und versuchte, Dinge in einem negativen Licht darzustellen, doch Brett Barnes schien, man sah es an seinem Gesichtsausdruck, zu glauben, dass weder er noch Michael etwas falsch gemacht hatten.

Hatten Sie jemals eine Unterredung mit Ihrem Vater über die Angemessenheit, sein Bett mit einem 35-jährigen Mann zu teilen?”, fragte Zonen.

Nicht, dass ich wüsste”, sagte ihm Barnes.

Hatten Sie jemals ein Gespräch mit Ihrer Mutter, ob es vernünftig war, sein Bett mit einem 35-jährigen Mann zu teilen?”

Nicht, dass ich wüsste.”

Hat er Ihnen jemals eindeutig erotische Gegenstände gezeigt?”

Absolut nicht.”

Wussten Sie, dass er eindeutige erotische Gegenstände besaß?”

Nein.”

Zonen forderte Brett Barnes auf, von seinen Reisen mit Jackson zu erzählen, er sollte der Jury davon berichten, wie er mit Jackson auf dessen Tour zu exotischen Orten wie Südamerika reiste und darüber, wie er mit Jackson Städte in ganz Nordamerika bereiste. Barnes sagte aus, dass es ein Nervenkitzel gewesen sei, den Popstar auf seiner Tour zu begleiten. Barnes erzählte der Jury, dass sich Jackson um die ganze Reise gekümmert habe und für die anderen Mitglieder der Barnes-Familie gezahlt hätte, damit auch sie mitreisten.

Als Sie bei Jackson schliefen, was haben Sie da im Allgemeinen angehabt?”, fragte Zonen.

Pyjama-Hosen, T-Shirt, manchmal ein Pyjama-Oberteil”, sagte ihm Barnes.

Immer?”

Nun, immer Pyjama-Hosen, immer ein T-Shirt.”

Und Mr. Jackson?”

Genau das Gleiche.”

“Haben Sie jemals mit Michael Jackson über die Angemessenheit gesprochen, mit ihm das Bett zu teilen?”, drängte Zonen.

Nicht, dass ich wüsste.”

Hatten Sie zu keiner Zeit jemals ein Gespräch mit Michael Jackson, in dem es darum ging, ob Sie das Bett mit ihm teilen sollten oder nicht?”

Nicht, das ich wüsste.”

Zonen versuchte Barnes dazu zu bringen, zu sagen, er sei von Jackson berührt oder geküsst worden, doch das Einzige, woran Barnes sich erinnern konnte, war, dass Jackson ihm oft sagte, dass er ihn liebte. Barnes erinnerte sich daran, von Michael auf die Wange und die Stirn geküsst worden zu sein. Und das war auch schon das ganze Ausmaß.

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 Brett Barnes Tweet vom Mai 2013 (Reaktion auf die Anschuldigungen von Wade Robson)

I wish people would realise, in your last moments on this earth, all the money in the world will be of no comfort. My clear conscience will.

Ich wünschte, die Leute würden realisieren, dass in den letzten Augenblicken auf der Erde, Geld dir nichts nützt. Mein reines Gewissen schon. – Brett Barnes  https://twitter.com/IAmBrettBarnes

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EDIT:

im link auf Deutsch übersetzt: KOMPLETTE AUSSAGE IM PROZESS 2005 von Wade Robson

(im post 330, 331 und 333 dort zu finden)

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Noch ein schönes Video, in dem Emmanuel Lewis und die Familie Cascio über Michael und ihre Freundschaft erzählen….

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Die Aussagen im Buch  “Conspiracy”  sind in Zitaten Wiedergaben der Gerichtsprotokolle vom Prozess 2005, bei dem Michael Jackson in allen Punkten der Anklage für unschuldig befunden und freigesprochen wurde.

Übersetzung:

Auszüge Conspiracy: achildsbliss

Auszug Cascio: mystery

sonstige Texte: M.v.d.L.

Excerpts taken from:

http://www.amazon.de/Michael-Jackson-Conspiracy-Aphrodite-Jones/dp/0578061112

http://www.amazon.de/My-Friend-Michael-Friendship-Extraordinary/dp/0062090062/ref=sr_1_1?s=books-intl-de&ie=UTF8&qid=1368392886&sr=1-1&keywords=My+friend+Michael+cascio

read more:

http://all4michael.com/2011/04/29/mein-mentor-wade-robson-uber-michael/

Michael und Christine Decroix, „Je Ne Veux Pas La Fin De Nous – I Just Can’t Stop Lovin’ You“

Christine Decroix schrieb „Je Ne Veux Pas La Fin De Nous”, die französische Version von “I Just Can’t Stop Lovin’ You“ – hier ihre Erfahrungen mit Michael im Studio:

French Original:  http://www.mjfrance.com/michael-jackson/…ne-coco-decroix

I Just Cant Sop Loving You

Durch Freunde traf ich Quincy in LA. Wir fanden uns sympathisch und ich zog dorthin, um Englisch zu lernen. Quincy lud mich zu den Recording Sessions von BAD ein. Als ich I Just Can’t Stop Lovin’ You hörte, sagte ich zu Michael, er solle es auf französisch aufnehmen, denn die Sprache harmonisiert gut zu dieser romantischen Melodie. Quincy fragte, ob ich den Text schreiben könne. Das tat ich und Michael nahm es auf.

Wie heisst der Titel auf Französisch?

Je Ne Veux Pas La Fin De Nous - “Ich sehe kein Ende für uns”. Es ist für Französisch sprechenden Länder passend. Michael nahm auch eine Spanische Version auf, mit Ruben Blades, für Spanisch sprechende Länder. (Todo Mi Amor Eres Tu) Ich denke, danach hatte Julio Iglesias Probleme.

Ich schrieb zuerst ein paar Zeilen. Es war schwierig, ich hatte so etwas noch nie gemacht. Mein Englisch Lehrer sagte, ich solle damit aufhören. “Ich will dir hier Englisch beibringen, und du verbringst deine ganze Zeit damit, auf Französisch zu schreiben und blockierst deine Gedanken damit, so wirst du nie richtig Englisch lernen.” Ich hörte auf ihn und gab auf. Aber nach einer Zeit ermutigte mich Quincy weiterzumachen. Michael gefiel der Text und wir begannen mit der Aufnahme im Juli 1987. Danach musste er wieder auf die Bad Tour und wir beendeten das Lied imSeptember. Ich wollte noch andere Stücke für ihn schreiben, wenn ich kann. Es war die Rede davon, dass er ein Album mit 4 Französischen Songs aufnehmen wollte.

CHRISTINE DECROIX MICHAEL JACKSON

VerstehtMichael Französisch?

Ein wenig, er hat hauptsächlich ein gutes Gehör. Er wiederholt es ohne Akzent. Auf Französisch ist der Song ergreifender. Er gibt mehr, weil er mehr Aufmerksamkeit hineinlegen muss.

Was bedeutet der Text auf Französisch?

Es beginnt mit “ich schliesse meine Augen”.

Je ferme les yeux

Je me sens fiévreux

Sans toi, j’ai froid

J’aimerais t’appeler

J’aimerais prononcer

que toi, que toi

Als er es sagte, war es sofort passend. Die Musik ist sanft und seine Stimme ist sehr sexy. Dann geht es: “Ich fühle mich fiebrig, ohne dich ist mir kalt.” Mehr sage ich nicht, ich hab schon zuviel verraten.

Wie ist Michael?

Großartig. Er ist ein sehr sensibler Junge und sehr schüchtern. Wenn er dich nicht kennt, traut er sich nicht mit dir zu sprechen. Er kann dich nicht einmal ansehen. So, dass man am Anfang glaubt er wäre “mundtod”. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Am Anfang dachte ich, ich sei ihm unangenehm, und dass meine Anwesenheit ihm zuviel sei. Es war sehr seltsam. Und dann, nach und nach, als er mich ein paar Mal mit Quincy gesehen hatte, begann er mich anzusehen. Dann sagte er Hallo. Er gewöhnte sich an mich. Er muss erst Vertrauen aufbauen. Wenn das geschehen ist ist er sehr aufmerksam, er ist ständig besorgt darum, ob alles in Ordnung ist, ob es dir gut geht. Er ist der aufmerksamste Mann, den ich je getroffen habe. Und was man nicht weiß ist, dass er sehr viel Humor hat. Es war wunderbar mit ihm zu arbeiten. Es ist wirklich seltsam, dass mir das passiert ist.

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Ein Text von Christine Decroix-Sniders Facebook Seite:

https://www.facebook.com/groups/96791054321/members/

Zusammen für Michael Jackson einstehen!

Lasst uns zusammen aufstehen und die “Wölfe, die das Lamm umbrachten” anprangern. Leute wie Bashir, die ihn nicht kannten und sein Vertrauen für ihren Profit missbrauchten.

Als Freund verbrachte ich viel Zeit mit ihm im Studio, wir hatten immer Kinder dabei, und es wurde immer gelacht und gespielt zwischen den Aufnahme Sessions. Er brachte soviel Freude in das Leben so vieler Menschen. Ich bin in Belgien aufgewachsen, bei meinem Vater, der Polizeichef war und er sagte mir, ich soll immer misstrauisch sein. Und ich kann euch sagen, ich habe nie etwas bemerkt an Michael, was seltsam war. Ausser vielleicht, dass er ein Mann war, der als er jung war nie die Gelegenheit hatte, ein Kind zu sein. Er sagte mir, dass Kinder rein und unschuldig sind und dass Erwachsene immer etwas von ihm wollen. Das ist der einzige Grund, warum er sich mit Kindern wohler fühlt, sie liebten ihn einfach, weil er für sie magisch war, und er liess sie sich großartig fühlen. Er verabscheute alles vulgäre und er wäre entsetzt gewesen, wenn ich im Studio über einen dreckigen Witz gelacht hätte.

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Ewar ein Genie und schon als Kind ein riesiges Talent. Niemand kann über ihn urteilen, ohne ihn zu kennen. Wenn jemand nur eine Stunde mit ihm verbracht hätte, hätte man sich sofort in sein reines Herz verliebt. Er gab jedem in seiner Nähe das Gefühl, etwas Besonderes zu sein. Er dankte dir sogar dafür, wenn du mit ihm zusammen gearbeitet hast, er hatte keine Starallüren, er blieb immer am Boden, lebte gesund und trank keinen Alkohol. Bei meiner Geburtstagsfeier in Tokyo nahm er mir mein Glas Champagner weg und gab mir stattdessen ein Glas Wasser. Es war nicht als Spass gedacht, er sorgte sich einfach um die Menschen.

Er hatte schon 1987 Rückenprobleme aber ich sah nie, dass er Medikamente einnahm. Es ist eine Schande, seinen Tod mit AnnaNicole Smith zu vergleichen. Michael sagte einmal zu mir: “Coco (er nannte mich Coco) urteile nicht über jemand bevor du nicht 2 Monate in seinen Schuhen gelaufen bist.” Also hört auf, über ihn zu urteilen, liebt ihn, weil er euch alle geliebt hat. Aber deshalb musste er soviel erleiden und wurde eines so grauenhaften Verbrechens beschuldigt. Er hat es nicht getan, er wurde unschuldig befunden. Sie haben es Jahre lang probiert, aber sie konnten keine Beweise finden. Einmal sagte er mir auch: “Tiere töten um zu fressen, Menschen töten aus Spass” Er war ein Kind, aber ein sehr cleveres. (smart) Vor ein paar Jahren wollte ich Leute zusammenfinden, die ihn kannten, um für ihn zu sprechen, aber keiner wollte es tun, aus Angst vor den Medien. Lass uns jetzt zusammenstehen und die wahren Mörder von Michael nennen.

Ich weiß, er hat jetzt seinen Platz im Paradies. Lass uns zusammen kommen um sein Leben und seine Legacy zu ehren, einfach weil er der Größte aller Zeiten war.

Christine Decroix-Snider

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Übersetzung: M.v.d.L.

Interview mit Ton-Ingenieur Brad Sundberg – “In The Studio With Michael Jackson”

Brad Sundberg war fast zwei Jahrzehnte lang technischer Direktor/Toningenieur von Michael. Vor kurzem hat er eine Reihe von Seminaren – “In The Studio With Michael Jackson” – angekündigt, die im Juni 2013 in New York und Paris stattfinden.

Wir haben mit Brad Sundberg über Michaels Musik aber auch über seine “In The Studio With Michael Jackson”-Seminare gesprochen. Seine Antworten sind hier zu lesen.

Link zur mjjcomunity zum Original Interview:

http://www.mjjcommunity.com/forum/threads/129219-MJJC-Exclusive-Q-amp-A-with-Brad-Sundberg-Read-his-Answers

sundberg

MJJC: Was genau ist die Aufgabe eines technischen Direktors, und was beinhaltete diese Position, als du an einigen der MJ Alben mitgearbeitet hast?

Brad Sundberg: Es gibt dazu eine kurze und eine lange Antwort. Die kurze Antwort lautet: „sei für alles bereit“. Die lange Antwort geht ungefähr so: Meine Verantwortung lag darin, das, egal in welchem Studio wir arbeiteten, überall auf der Welt, es immer der Michael Jackson Qualität entsprach. Ich arbeitete eng mit Bruce Swedin zusammen (nicht nur bei MJ Alben, auch bei Quincy Jones, Barbara Streisand, unter anderen) und seine Detailgenauigkeit ist unvergleichlich. Jedes Mikrophon, jede Patch-Point Verbindung, jede Maschine und jedesGerät im Studio musste getestet werden(wenn das möglich war) und perfekt kalibriert werden. Es war nicht ungewöhnlich, dass dieser Prozess alleine schon zwei Wochen dauerte, bevor das Projekt überhaupt begann. Das lustige ist, dass nur wenige Produktions-Teams das tun, obwohl es ein wichtiger Teil davon ist, dass unsere Projekte so gut klingen.

Ausserdem war ich noch an den täglichen Aufnahmen beteiligt, richtete Mikrophone ein, Kopfhörer, ich buchte Studios, organisierte die Bänder und stellte Michaels heisses Wasser bereit wenn er sang, ich übertrug Michaels Lyrics in das CD-Begleitheft und ich kochte sogar Kaffee. Weil viele Produktions Teams am selben Projekt arbeiteten, waren das lange aber auch bereichernde Tage. Die harte Arbeit und die Hingabe war auch sehr bereichernd, weil ich das Privileg hatte, zu sehen und Teil davon zu sein, wie solche Musikgeschichte erschaffen wurde.

MJJC: Warst du Fan von Michael bevor du angefangen hast, in seinem Team zur Zeit von Captain EO zu arbeiten?

Brad Sundberg: Als ein Kind, was in den 1970ern in Santa Cruz, CA, aufwuchs, hörte ich sehr viel Musik: Pink Floyd, Steely Dan, Led Zeppelin, Van Halen, etc., aber ich mochte auch Tanzmusik wie Abba, The BeeGees, Glorya Gaynor, Blondie, Donna Summer und natürlich Michael Jackson. Ich merkte, dass ich die Songs „zerlegte“ wenn ich sie hörte, weil ich jeden Sound, jeden Hall und jeden Effekt verstehen wollte. Ich spielte das Thriller Album solange ab, bis es zerkratzt und abgenutzt war, und dann kaufte ich mir ein neues. Die Tiefe des Sound warf mich um, noch bevor ich was vom Aufnehmen verstand. Ja, ich war Fan.

MJJC: Was sind deine 3 Top Songs von Michael und warum?

Brad Sundberg: Schwere Frage – also dann:

  1. Human Nature. Diesen Song habe ich immer geliebt, und mein Freund Steven Pocaro weiß das. Wir nahmen einen Nachfolger davon auf, er heißt „Someone Put Your Hand Out“, aber er schaffte es nicht auf das Dangerous-Album.
  2. Smooth Criminal. Die Basslinie, der Groove, die verrückte Rhythmusgitarre von David Williams, Jerry Heys Hörner, wie Quincy dieses Who-Is-Who der Musiker leitete und Michael dabei an vorderster Front… es ist ein erstaunliches Werk! Ich wünschte, ihr hättet dabei sein können.
  3. Lady In My Life. Es war nie eine Single, aber was für eine Aufnahme! Vom technischen Standpunkt aus gesehen, ist es eine 5-Minütige Lehrstunde über Aufnahmetechnik. Jeder Klang ist pur und rein. Aus musikalischer Sicht bin ich eingroßer Fan von Rod Temperton. Ich habe jahrelang mit Rod zusammen gearbeitet, ein wahres Genie. Wunderschöner Song.
  4. Ich weiß, ihr wolltet nur drei wissen, aber ich bin mal großzügig. Streetwalker. Das ist wie „ the little engine that could“ (ein Buch über eine kleine blaue Eisenbahn wovon mir der deutsche Titel nicht einfällt – oder es heisst was ganz anderes…) Dieser Song hat mich jedes mal umgehauen, wenn ich ihn hörte, aber Quincy mochte ihn nicht. Ich erinnere mich daran, wie ich in der Nacht, nachdem Michael die Vocals aufgenommen hatte, aus dem Studio nach Hause fuhr, und ihn im Auto mit offenem Dach, morgens um 3 Uhr hörte. Fast sind die Lautsprecher geplatzt, und ich sang aus vollem Hals. Es ist vielleicht nicht der am besten geschriebene Song, aber dieser Groove packt dich und lässt dich nicht mehr los.

Es ist auch nicht fair, eine Liste zu haben ohne Will You Be There, Who Is It, Earth Song, Stranger In Moscow, Billie Jean, Startin’ Something, She’s Out Of My Life, Jam, etc. Ich war noch nie gut darin, mich an die Regeln zu halten.

MJJC: Du sagtest, Michael habe dich beauftragt in wirklich jede Ecke von Neverland Musik zu bringen. Welche Art Musik wurde auf Neverland gespielt? Welche Musikstücke waren auf den Playlists, die Michael für bestimmte Bereiche der Ranch erstellte?

Brad Sundberg: Ich möchte nicht zuviel erzählen, aber es gab eine Regel auf Neverland: Michael wollte nicht, dass seine Musik – trotz meinem Protest – gespielt wurde. Aber er war der Boss, deshalb hatte seine Stimme mehr Gewicht als meine. Auf dem Grundstück (um den See, dem Haupthaus, den Gäste-Units) lief eine Auswahl an klassischen Stücken und den beliebtesten Disney-Songs. Für den Vergnügungspark suchte er Stücke von Janet, Yes und Joe Satriani aus. Auch ein paar Sachen von Van Halen und Led Zeppelin wurden für besondere Karussells ausgewählt. Im Bereich hinter dem Vergnügungspark, wo die Pferde und der Streichelzoo waren, hatten wir mehr traditionelle Cowboy Musik. In den Zügen spielte auch vorwiegend klassische Musik.

MJJC: Was war allen Songs, an denen du mit Michael im Studio gearbeitet hast, dein liebster? Oder bei welchem Song war der kreative Prozess zwischen Demos und dem fertiggestellten Song so beeindruckend, dass es dich umgehauen hat?

Brad Sundberg: Auch eine schwierige Frage, weil es da so viele gibt. Ich denke, ich nehme Man In The Mirror. Ich war immer noch in meiner Lernphase im Studio, und es war eine Ehre für mich gefragt zu werden, um dabei zusein, um zu beobachten, zu lernen und beim BAD Album zu helfen. Man In The Mirror war so ein gewaltiger Song, eine Riesen-Produktion, und wir wussten alle, er war nicht aufzuhalten. Ich konnte sehen, wie die ersten Aufnahmen gemacht wurden, die verschiedenen Musiker, die ihr Talent einbrachten, die vielen Lagen der Gesangs-Harmonien, der Andre Crouch Chor und schliesslich der eindrucksvolle Lead-Gesang von Siedah und Michael. Es gab während dieser Zeit im Westlake Studio B so viel Talent, dass es überwältigend war. Bruce und Michael spielten diesen Song in voller Lautstärke, ich meine wirklich volle Lautstärke (118db), für jeden Gast, der vorbeischaute. Die Leute waren sprachlos, und manchmal in Tränen aufgelöst, wenn die letzte Note verklang.

MJJC: Kannst du uns ganz genau erzählen, wie der Demo-Prozess war? Was sagte MJ, nachdem du seine Ideen gespielt hattest und inwieweit waren die anderen – ausser MJ – daran beteiligt; hast du einfach alles gemacht, was er sagte oder war es mehr eine Kollaboration, wobei er deinen Ideen mit den Arrangements zuhörte?

Brad Sundberg: Es gab keinen einheitlichen Ablauf, wie die Demos entstanden, aber es war nicht unüblich für MJ, einen von uns zu fragen, nach einer Session mit ihm an einem neuen Song zu arbeiten. Wir hatten dann einen Keyboard Spieler bzw. Programmierer (John Barnes, Michael Boddicker, Larry Williams, Rhett Lawrence, Brad Buxer) und Michael sang uns den Groove und die Rhythmus-Tracks vor. Der Programmierer setzte Michaels Vorstellungen mit der Drum-Machine um. Dann wurden Bass und Melodie dazu gefügt. Normalerweise nahmen wir eine raue Version der Vokals auf und auch ein paar Harmonien, nur als Andeutung. Dieser ganze Prozess dauerte etwa 3 – 4 Stunden, und dann war der Song geboren. Es war sehr kooperativ und es wurden viele Ideen angenommen und aufgenommen. Nicht jede Idee wurde auch beibehalten und benutzt, aber es war schon eine Arbeit in der Gruppe, mit Ideen herumzuspielen und auszuprobieren.

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MJJC: Was würdest du als den schwierigsten Aspekt dabei beschreiben, als Teil des Produktions-Teams einem Michael Jackson Album zu arbeiten?

Brad Sundberg: SCHLAFEN! Die Stunden waren hart, weil ich normalerweise schon zwei Stunden vor allen anderen im Studio war, und auch oft noch zwei bis drei Stunden, nachdem jeder wieder gegangen war. Mein Tag begann normalerweise etwa um 9 oder 10 Uhr morgens, und dauert oft bis Nachts um 2.00 Uhr, und ich wohnte etwa 40 Minuten vom Studio entfernt. Das ist ok, ein paar Tage lang, aber versuche das mal über 10 – 14 Monate zu tun. Trotzdem habe ich es wirklich geliebt, zur Arbeit zu gehen. Wenn man erstmal im Studio war, war es klasse mit dem Team zu arbeiten. Es gab gutes Essen, tolle Studios, großartige Musik, unbeschreibliches Talent – es gibt wirklich nicht viel, worüber ich mich beschweren könnte.

MJJC: Welches Projekt hatte während der Zeit, die du mit Michael zusammen gearbeitet hast, den größten Einfluss auf deine Karriere?

Brad Sundberg: Dangerous. Es war eine Übergangszeit für mich. Ich betrieb mein eigenes Geschäft BSUN Media Systems (was ich wirklich genoss) und arbeitete gleichzeitig im Studio. Quincy war an diesem Projekt nicht beteiligt, was sich komisch anfühlte. Die Musikindustrie und die Musik, die die Leute hörten, veränderte sich, also benutzte Michael für das Projekt drei Produktions-Teams, und das war brillant. Auf technischer Ebene durchbrachen wir alle Regeln, mit noch mehr Tonspuren, mehr Studios, größeren Mixen etc. Ich glaube, beim Song Jam waren es etwa 160 Tonspuren, auf Tape-4 Maschinen, die man auf zwei Konsolen abmischen musste, gleichzeitig in zwei Studios. Es war irre, aber wir machten es wahr. Ich schätze, das beeinflusste meine Karriere (sowohl im Studio als auch ausserhalb) insofern, dass ich keine Angst habe etwas auszuprobieren, und immerzu nach Perfektion strebe.

MJJC: Wie hat Michael sich über die Jahre, und die Arbeit an Bad bis hin zu Blood On The Dancefloor, entwickelt oder verändert? Wie hat er sich verbessert?

Brad Sundberg: Während Captain EO war er fast noch ein Kind, nur 5 Jahre älter als ich. Ich kann aufrichtig sagen, dass sein Humor, sein Mass an Vertrauen, seine Hingabe an vorzügliche Leistungen und seine Liebe für das Performen und Kreieren sich nicht veränderten oder verschwanden, im Gegenteil, sie sind mit zunehmendem Alter noch mehr aufgeblüht. Ich denke, er begann bei den späteren Alben mit Songs und Sounds, wie bei Morphine und Ghosts zu experimentieren. Dunklere Themen, aber ein großartiger Groove.

MJJC: Wie arbeitete Michael an der Auswahl für die Alben, wie suchte er die Songs aus? Hast du dazu Insiderinformationen, und warum die uns bekannten Lieder ausgewählt wurden, und die anderen nicht? Und gibt es Beispiele für Songs, die es beinahe auf ein Album geschafft hätten, die wir noch nicht gehört haben, von denen du aber denkst, sie könnten heute große Hits sein?

Brad Sundberg: Die berühmte Pinnwand!! Bei jedem Album erinnere ich mich daran, dass er eine Pinnwand auf einer Staffelei in seinem Büro hatte. Jeder Songtitel war auf eine Karteikarte geschrieben und an die Wand getackert, sortiert vom stärksten bis zum schwächsten. Sie wurden auf der Wand herumgeschoben, wenn wir neue Teile hinzufügten, neue Songs aufnahmen etc. Normalerweise wurde das, abhängig vom Projekt, von Quincy/Michael/ Bruce gesteuert. Wenn die 15 Songs einmal ausgewählt waren, wurde die Pinnwand benutzt um die Reihenfolge auf dem Album auszuwählen.

Zu den Songs, die es beinahe geschafft hätten: Meine persönlichen Favoriten waren Streetwalker, Someone Put Your Hand Out, und Monkey Business.

MJJC: Erinnerst du dich an irgendwelche Songs von Michael, die bis heute unveröffentlicht sind und wenn ja, welche davon magst du am liebsten? Kannst du uns etwas zu diesen unveröffentlichten Songs erzählen?

Brad Sundberg: Sorry – ich kenne viele Songs, aber ich lasse diese Frage aus.

MJJC: Wie gut kannte Michael sich mit den Knöpfen und Dingen imStudio aus, hat er sich mehr da hineingearbeitet, nachdem du mehrere Jahre mit ihm gearbeitet hast?

Brad Sundberg: Michael war überhaupt kein Techniker. Null. Er konnte vielleicht ab und zu an einem Fader schieben, aber er stellte nicht die EQS oder den Hall ein. Abgesehen davon denke ich aber, dass das Studio sehr angenehm für ihn war, fast wie ein Zuhause. Es war ein sehr sicherer Ort und ein Ort wo er einfach arbeiten, lachen und er selbst sein konnte.

MJJC: Wie viele Instrumente konnte MJ wirklich spielen? Welche Instrumente waren das und wie gut war er? (Ehrlich)

Brad Sundberg: Er konnte Melodien auf dem Keyboard spielen, aber ich würde ihn nicht als großartigen Spieler bezeichnen. Bedenkt auch, dass du Greg Phillinganes und Randy Kerber auf Abruf hattest, dann braucht man wirklich nicht mehr viel mehr. Vor meiner Zeit spielte er die Flaschen-Sound Percussion bei „Don’t Stop“. Michaels Instrument war seine Stimme – für alles andere hatten wir jede Menge Talente.

MJJC: Aus was bestand deine Tour-Vorbereitung für eine MJ-Tour?

Brad Sundberg: Tour-Vorbereitung war die Zeit, nachdem ein Album veröffentlicht war (oder zumindest im Presswerk) und die Band mit den Proben angefangen hatte. Im wesentlichen mussten wir die Songs so bearbeiten, dass sie für Michael in den Shows leichter zu singen und zu performen waren. Darüber werde ich ausführlicher in meinen Seminaren sprechen.

MJJC: Bitte erzähle uns etwas mehr über Keep The Faith und wie du die Original-Version verwerfen musstest und in einer Session, die über die ganze Nacht ging, eine neue Version aufnehmen musstest.

Brad Sundberg: Sorry, diese Frage möchte ich jetzt auch überspringen, weil es auch etwas ist, worüber ich im Seminar spreche. Ich kann nicht zuviel preisgeben! :)

MJJC: Wir würden gerne eine Geschichte hören, die auf deiner persönlichen Erfahrung in der Zusammenarbeit mit MJ beruht. Welche hast du in Erinnerung?

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Brad Sundberg: Er war sehr neugierig, und er mochte meine Töchter. Als meine Tochter Amanda noch ein Baby war, brachte meine Frau Debbie sie mit ins Studio (während Dangerous), so dass wir uns ab und zu mal sehen konnten. Michael hockte dann mit Amanda am Boden, auf ihrer Decke, und spielte mit ihren kleinen Spielzeugfiguren. Er sagte dann immer: „Sie ist ganz in ihrer eigenen kleinen Welt.“

Ein anderes Mal lieferten wir einen dieser Züge auf die Ranch. Ich hatte darin ein riesiges Musik-System installiert, und es war einsatzbereit, als Michael den Zug zum ersten mal sah. Er war mehr wie begeistert, er lachte und grinste als wir es einschalteten. Deb und Amanda waren an diesem Tag auf der Ranch, und er hielt Amandas Hand als der Zug seine erste Fahrt über die Ranch machte. Er konnte garnicht aufhören, zu lächeln.

MJJC: Was ist deine liebste Erinnerung an Michael (als Mensch, nicht als Künstler)?

Brad Sundberg: Die Make A Wish Foundation. Als Neverland für Besucher bereit war, hatten wir Gäste aus der ganzen Welt, die Zeit mit Michael verbringen wollten. Viele dieser jungen Besucher waren Teil des Make A Wish-Programms, und sie waren schwer krank. Wenn Michael mit ihnen eine Tour über die Ranch machte, sie eine Giraffe streicheln lies oder eine Fahrt mit dem Riesenrad machte, war das viel mehr, als die meisten Menschen je tun würden. Es war ihr letzter Wunsch, und er lies ihn wahr werden. Ich erinnere mich an ihre Gesichter, an ihre dankbaren Eltern und ich wußte, dass es in ihrer Zukunft noch sehr große Trauer geben würde. Michael schenkte ihnen seine Zeit, und das war ein sehr großes Geschenk.

MJJC: Hat Michael dir Streiche gespielt? Hast du irgendwelche lustigen Geschichten, die du uns erzählen kannst?

Brad Sundberg: Nicht direkt ein Streich, aber es gibt eine lustige Erinnerung, die ich manchmal teile. Ich habe null Talent zum Tanzen, aber ich liebe trotzdem Tanzmusik. Es war ganz normal für uns, an Songs wie The Way You Make Me Feel, Jam, Bad, Streetwalker etc. zu arbeiten, und ich machte mit dem Kopf rhytmische Bewegungen zu dem Beat . Michael platzte vor Lachen und sagte: „Brad groovt!“ Ich konnte nichts dagegen tun… die Musik brachte dich dazu! Das war auch mit der Grund, warum er mich „Really, Really Brad“ nannte. Ich mochte seine Neckereien, denn er war so freundlich und unbeschwert.

MJJC: In deinen Memoiren sagst du: „Ich könnte Seiten damit füllen, über liebenswürdige Taten zu schreiben, die ich selbst gesehen habe.“ Kannst du dich an ein paar davon erinnern? Für die Fans sind solche Geschichten jedes mal herzerwärmend.

Brad Sundberg: Ich erwähnte ja schon die Make A Wish Foundation auf der Ranch, aber wir hatten auch im Studio Besuche von Fans und Freunden. Während HIStory waren ein paar Fans draussen vor dem Studio in New York, und er holte sie herein für eine Studio-Tour und sie bekamen Autogramme. Während wir mit einem Kinderchor in New York aufnahmen, sollte ich mich wie Santa Claus verkleiden und wir gaben all den Kindern Weihnachtsgeschenke. Als einer unserer Toningenieure eine größere Operation hatte, gab es im Studio ein großes Familien-Dinner zu seinen Ehren, und Michael überhäufte ihn mit Geschenken und Filmen. Aber ich betone es noch einmal, er tat diese Dinge ganz persönlich, und das macht sie alle noch viel bedeutender.

MJJC: Wie hat Michael sich nach deinem Eindruck über die Jahre verändert? (Ich meine damit nicht, sein Aussehen oder seine angebliche „Exzentrik“. Ich meine damit, ob du Änderungen an seinem Charakter feststellen konntest)

Brad Sundberg: Ich war nicht sein engster Freund, aber ich denke, ich war ein Freund, dem er vertraute. Während dieser Jahre habe ich überhaupt keine Veränderungen seines Charakters festgestellt, auch nicht an seiner kindgleichen Liebe zur Musik, zum Film, Fantasie, Architektur, Malerei, Spielen, Lachen, Natur etc. Ich erinnere mich auch, dass ich ihm niemals begegnete – weder im Studio, noch auf der Ranch, auf der Bühne oder in der Radio Music Hall – ohne dass er mich mit einer Umarmung begrüßte. Der Michael, den ich kannte, hat sich nicht verändert, auch nicht als die Welt sich veränderte.

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MJJC: Was hat dich dazu inspiriert, deine Erfahrungen mit Michael mit seinen Fans zu teilen?

Brad Sundberg: Nachdem Michael starb, las ich in einem Magazin einen Artikel darüber, wie verrückt es war, mit Michael zu arbeiten: es ging um Schimpansen und Knochen vom Elefantenmensch, Schlangen usw. Ich kannte den Autor nicht und er war auch nie im Studio oder auf der Ranch. Es bestand nur aus nichtgenannten Quellen und Tabloid-Auswurf. Ich wurde der Presse und den Leuten überdrüssig, die ein schnelles Geschäft machen wollten, indem sie schrieben, was sie wollten, ohne dass es auch nur einen Fetzen Wahrheit hinter ihren Worten gab. Ich schrieb ein paar Artikel über meine Jahre mit Michael, und sie wurden gut aufgenommen.

In Paris trat eine Gruppe Fans an mich heran und fragte, ob ich ein Seminar zusammenstellen könne, um wirklich die Jahre im Studio und auf der Ranch zu erforschen. Ich begann ein Buch zu schreiben (momentan noch in Arbeit), wo ich versuche, eine Geschichte zu rekapitulieren, die 18 Jahre meines Lebens einnahm. Um ganz ehrlich zu sein, versuche ich zu dokumentieren, wie es war mit einem der einmaligsten Entertainer unserer Zeit zusammen zu arbeiten. Keine Spekulationen, keine großen Theorien, einfach nur eine Vorstellung von jemand, vor dem ich den größten Respekt habe und den als Freund bezeichnen durfte. Es mag für die Fans sein, aber es ist auch für meine Kinder, und vielleicht auch für Michaels Kinder. Ich möchte, dass sie alle wissen, wie es war, dabei zu sein und Teil einer so beeindruckenden Reise zu sein.

MJJC: Was können die Fans sich von deinem „In The Studio With Michael Jackson“ Seminar erhoffen? Was werden die Highlights der Seminare in NYC und Paris sein?

Brad Sundberg: Ich hoffe, die obigen Antworten sind ein Hinweis darauf. Ich war Teil von etwas ganz besonderem. Ich war nichts besonderes, ich war nur Teil eines erstaunlichen Teams zu einer erstaunlichen Zeit. Die Seminare sind nicht immer genau gleich. Manchmal tauchen neue Erinnerungen auf, und neue Geschichten werden erzählt. Ich hoffe, dass man sich, wenn nach dem Seminar den Raum verlässt, so fühlt, als hätte ich sie mit einem Freund bekannt gemacht.

MJJC: Michael hat überall Fans, und auch wenn man es gerne möchte, können viele Fans nicht an den Seminaren teilnehmen, weil sie zu weit entfernt sind. Gibt es Pläne, den Inhalt davon in einem Buch zu vermitteln, oder für weitere Seminare an verschiedenen Orten der Welt?

Brad Sundberg: Ja, und ja! Das Buch ist in Arbeit, und das verrückte ist, dass dies Seminare wirklich dabei helfen, die Erinnerungen wieder aufzufrischen, deshalb möchte ich noch ein paar mehr machen, bevor das Buch fertig ist. Wir bieten dieses Jahr Seminare in New York und Paris an, haben aber auch Gruppen aus Deutschland Norwegen und England, die auch großes Interesse daran haben. Ich hoffe, in LA wird es im Januar, im Westlake Studio, wo alles begann, ein wirklich cooles Seminar geben.

MJJC: Möchtest du den Mitgliedern der MJJ Community oder den Fans im allgemeinen noch etwas sagen?

Brad Sundberg: Michael liebte seine Fans wirklich. Es wird keine Tribute Show, keinen Film und Kein Seminar geben können, was wirklich das Talent ersetzen kann, mit dem er geboren wurde. Ich war damit gesegnet, ihn zu kennen und ich liebe und ehre die Erinnerungen daran, gesehen zu haben, wie er den Moonwalk im Studio übte, oder mit Seth Tonleitern übte, oder als ich ihm von der Seite der Bühne zusah, wie er vor 100.000 kreischenden Fans stand. Ich kann sein Lachen hören, als ob er mir im Raum gegenüber sitzen würde. Er war sehr professionell, ein Perfektionist, ein Entertainer, ein Sänger, ein Tänzer, ein Daddy und ein Freund. Ich vermisse ihn, und ich weiß, ihr tut es auch. Danke, dass ich ein paar Erinnerungen mit euch teilen durfte.

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Übersetzung: M.v.d.Linden – Danke an die MJJC

>>> Mehr von Brad Sundberg: http://all4michael.com/2014/02/10/eine-unterhaltung-mit-really-really-brad-sundberg/

Michael Jackson “Goldmagazine”-Interview, 2002

19.12.2002 – Michael Jackson im Interview mit „Goldgirl“ Magdalena, für das Goldmagazine:

Original/englisch:

http://www.mj-upbeat.com/2002-GoldmagazinepublishesaninterviewofMichael..htm

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Magdalena: Siehst du dich selbst hauptsächlich als Musiker, als Entertainer oder als Unternehmer?

Michael: Wahrscheinlich als alles von dem, denn ich liebe es, zu unterhalten und ich werde es immer lieben. Ich werde gerne zum „Sklave des Rhythmus“ (slave to rhythm). Denn Tanzen bedeutet, Klang und Orchesterbegleitung zu interpretieren. Weißt du, man wird der Sound, der Bass, man wird zu all dem, was man hört. Und du setzt es mit dem Körper um. Aber ich versuche, nicht so davon eingenommen zu werden, dass ich nicht mehr über meine eigene Zukunft nachdenke. So viele großartige Entertainer waren so von ihrer Vergangenheit eingenommen und endeten einsam, traurig und kaputt. Ich habe mir immer gesagt, ich möchte nicht so enden und versuche mein bestes, um auch die geschäftliche Seite zu kennen, zu wissen, was mich unabhängig macht und mein Geld sicher anzulegen ist. Wer weiß, was Morgen sein wird? Man möchte finanziell abgesichert und unabhängig sein.

Magdalena: Möchtest du, dass man dich als großartigen Entertainer in Erinnerung behält?

Michael: Ich liebe Filme und ich liebe Kunst — aber auch ein Architekt ist ein Entertainer – der Typ, der eine Achterbahn baut ist auch ein Entertainer. Er weiß, wo er Gefälle einbauen muss und wann die Vorahnung kommt, wenn man nach oben fährt… er bringt dich dazu zu sagen: „Oh, mein Gott“, wenn du ganz oben bist, kurz bevor die Talfahrt beginnt. Es ist das Gleiche, wie eine Show oder einen Tanz zu gestalten.

Magdalena: War es je eine Last für dich, einer der bekanntesten Stars der Welt zu sein?

Michael: Es gibt keinen Ort in der Welt, an dem ich mich aufhalten kann und wo ich wirklich mein Privatleben habe. Die Sache, die mich am meisten schmerzt, ist der Umstand, dass einem das Privatleben genommen wird. Um den blöden Vergleich “es ist, als lebe man in einem Aquarium“ zu benutzen, aber genauso ist es. Ich verkleide mich … Aber die Leute kennen sie alle, es ist wirklich schwer, sehr schwer.

Magdalena: Welche Art von Verkleidungen?

Michael: Fettkostüme, Hasenzähne, Brillen, Afros, Prothesen, Make-up, alles Mögliche. Einfach nur um im Publikum sitzen zu können und zu erfahren wie das Publikum eine Show wahrnimmt. Ich möchte fühlen, wie sie sich dabei fühlen.

Magdalena: Erkennen sie dich?

Michael: Ja, manchmal. Anfangs nicht. Sie beginnen, mir in die Augen zu sehen. Ich habe diese Dinger aufgesetzt und sie schauen hinter die Brillengläser, du weißt schon, Mädchen sind sehr clever. Du kannst einen Kerl schneller täuschen, als ein Mädchen. Frauen finden das einfach heraus. Sie kennen die Art, wie du dich bewegst, wie du läufst, deine Gesten. Ich höre sie dann sagen: „Schau, wie er seine Hand bewegt“ oder „Sieh, wie er läuft“ und ich denke: „Oh, nein!“

Magdalena: Wenn du für einen Tag in London unsichtbar sein würdest, was würdest du machen?

Michael: Oh Mann! Wem ich dann eine verpassen würde? Lass mich nachdenken (lacht) … Ich glaube, ich würde einen Paparazzi der Bouevardpresse nehmen und ihm einen Arschtritt verpassen, ganz im „Moonwalkstile“. Ich würde sie gerne von diesen kleinen Motorrollern werfen, mit denen sie durch die Gegend fahren. Ich würde ihnen wirklich die Kamera aus der Hand schlagen. Sie sind so nervig. Ich würde mich zuerst um sie kümmern, ja. Sie machen einen wahnsinnig. Du entkommst ihnen nicht. Es ist schrecklich.

Magdalena: Wer hat dich beruflich am meisten inspiriert und mit wem fühlst du dich verbunden?

Michael: Wahrscheinlich Walt Disney, denn als ich klein war, wuchs ich in einer Welt von Erwachsenen auf. Ich wuchs auf der Bühne auf. Ich wuchs in Nachtclubs auf. Als ich sieben, acht Jahre alt war, hielt ich mich in Nachtclubs auf. Ich sah Stripperinnen, die all ihre Sachen auszogen. Ich sah, wie Kämpfe ausbrachen. Ich sah, wie die Leute sich mit Sachen bewarfen. Ich sah Erwachsene, die sich wie Schweine benahmen. Das ist der Grund, warum ich heute diese Clubs hasse. Ich mag es nicht in einen Club zu gehen Ich habe das schon hinter mir. Ich war da. Darum tue ich das, was ich damals nicht getan habe. Wenn du also zu mir nach Hause kommst, wirst du feststellen, dass ich Karussells, ein Kino und Tiere habe. Ich liebe Tiere – Elefanten, Giraffen, Löwen, Tiger, Bären und alle Arten von Schlangen. Ich mache all diese wunderbaren Dinge, die ich nicht machen konnte, als ich klein war, denn wir hatten so etwas nicht. Wir hatten kein Weihnachten. Wir hatten keine Übernachtungs-Partys. Wir gingen nicht in eine Schule. Wir hatten während den Touren Privatunterricht. Ich ging nicht auf eine staatliche Schule. Einmal probierten wir es zwei Wochen lang aus, aber es hat nicht funktioniert. Es war sehr schwierig. Es ist sehr schwer als berühmtes Kind aufzuwachsen. Nur wenige schaffen diesen Übergang vom Kinderstar zu einem erwachsenen Star. Es ist sehr schwierig. Ich fühle mich sehr mit Shirley Temple verbunden. Ich habe sie in San Francisco getroffen und ich saß an ihrem Tisch und habe geweint. Sie sagte: „Was ist los, Michael?“ Ich entgegnete: „Ich liebe dich. Ich möchte öfter mit dir zusammen sein.“ Sie antwortete: „Du bist einer von uns, nicht wahr?“ Und ich sagte: “Ja, das stimmt.“ Jemand fragte:„Was meinst du?“, und sie sagte:„Michael weiß, was ich meine.“ Und ich wusste ganz genau, was sie meinte – ein Kinderstar zu sein und diese Fähigkeit zu haben, einen erfolgreichen Übergang zu einem berühmten Erwachsenen zu schaffen, ist sehr schwer. Wenn du ein Kinderstar bist, möchten die Leute nicht, dass du erwachsen wirst. Sie möchten, dass du für immer klein bleibst. Sie wollen nicht, dass du auch als Erwachsener weiter arbeitest. Es ist sehr hart.

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Magdalena: Erzähl mir mehr von deinem Interesse an Themenparks – was interessiert dich daran?

Michael: Was mir an Themenparks am besten gefällt – und ich habe einen wirklichen guten Überblick darüber, denn ich bin mehrmals in der ganzen Welt umhergereist – ist, dass ich es liebe zu sehen, wie die Menschen ganz einfach mit ihren Familien zusammenkommen und Spaß haben. Es bringt sie wirklich näher zusammen. Ich gehe dahin um Spaß zu haben, aber auch um etwas zu lernen. Ich gehe außerhalb der Öffnungszeiten in die Parks, denn während sie geöffnet sind, kann ich es nicht. Sie gleichen dann etwas einer Geisterstadt.

Magdalena: Ich habe gehört, du hast einige Ideen für einen Themenpark in Las Vegas?

Michael: Ich habe verschiedene Projekte in Las Vegas und ich denke, dass ich die Demografie dort verändert habe. Denn als ich ein kleines Kind war – nicht älter als 8 Jahre – waren meine Brüder und ich in Las Vegas und zu dieser Zeit durften Kinder nicht einmal ein Kasino betreten. Also mussten wir in unseren Zimmern bleiben, uns langweilen – wir hatten nichts zu tun, während alle anderen spielten. Zu der Zeit gab es da nur einen Platz, wohin Kinder gehen konnten, er hieß „Circus Circus“. Es war ein Hotel mit dem Thema Clowns. Da gab es einen Trapezkünstler und Schimpansen, die auf kleinen Einrädern fuhren. Als ich älter wurde, spielten wir viel in Vegas – wir sind dort sehr oft aufgetreten – und ich habe darüber nachgedacht und sagte: „Es ist wirklich nicht fair, dass es hier nichts für Kinder gibt“, also habe ich begonnen für einige Hotelbesitzer ein paar Ideen zu entwickeln. Und jetzt ist es ein familienorientiertes Urlaubsreich, das kann man wirklich sagen.

Magdalena: Welche Menschen magst du am liebsten?

Michael: Ich liebe Menschen, die wirklich einen Beitrag für die Freude und das Glück dieses Planeten und der Menschheit leisten, Menschen die ein Licht ausstrahlen – von Walt Disney über Gandhi, Edison bis hin zu Martin Luther King. Das sind Menschen mit einem Licht, Menschen, die sich wirklich um die Kinder gesorgt haben, die Familien zusammen gebracht und Liebe verbreitet haben. Das versuche ich auch mit meiner Musik und meinen Songs auszudrücken. Wenn du mein Konzert besuchst, meine Shows, dann wirst du 200 000 sich wiegende Menschen sehen, die Kerzen in ihren Händen halten und sagen: „Wir möchten die Welt heilen“ und „Wir lieben dich.“ Ich habe das rund um die ganze Welt gesehen, in Russland, in Deutschland, Polen und Afrika bis hin nach Amerika. Wir sind alle gleich. Die Menschen weinen während einer Show an den gleichen Stellen. Sie werden an der gleichen Stelle wütend und ihre Leidenschaft wird auch an den gleichen Stellen geweckt.

Magdalena: War Fred Astaire dein Freund?

Michael: Ja. Fred Astaire war mein Nachbar. Ich habe ihn jeden Tag gesehen, wenn ich mit meinem kleinen Motorroller herum gefahren bin. Er erzählte mir, dass er mir als kleines Kind immer gesagt hätte:„Du wirst ein großer Star.“ Er meinte,ich sei ein bemerkenswerter Entertainer und ein großartiger Tänzer und er sagte immer:„Du bist der Beste“ und ich antwortete:„Nein, du bist der Beste.“ Ich erinnere mich daran, als ich das erste Mal den „Moonwalk“ aufgeführt hatte. Fred rief mich zu Hause an. Er schrie am Telefon, er schwärmte. Er meinte, es sei die beste Performance, die er je gesehen hatte. Ich sagte: „Ach, komm schon.“ Er antwortete: „Michael, du hast ihre Ärsche wirklich von den Stühlen gerissen. Du bist ein mordsmäßig guter Tänzer. Ein höllisch guter Tänzer.“ Ich entgegnete:„Nun, wenn du das sagst, brauche ich wohl keinen Award mehr.“ Denn ich war mit dieser Performance für den Emmy nominiert, habe ihn aber nicht bekommen, aber das war mir egal, denn Fred Astaire sagte mir, dass er meine Performance geliebt hat und das war die Auszeichnung, die mir das Meiste bedeutete.

Magdalena: Wenn du mit jemandem arbeiten könntest – egal ob mit einem schon Verstorbenem oder einem Lebenden, wer würde das sein?

Michael: Wenn ich mit wirklich jedem arbeiten könnte, dann wäre es Charlie Chaplin, den ich sehr liebe. Auch Laurence Oliver war ein Genie, wirklich. Ich glaube, mit diesen beiden. Und natürlich der König, Brando.

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Magdalena: Letztes Jahr hast du den Kurzfilm You Rock My World gedreht, mit der Unterstützung von Marlon Brando. Wie war es, mit dem Meister zu arbeiten?

Michael: Brando ist ein guter Freund von mir. Er ist mir sehr ähnlich. Er geht nicht so viel aus. Er kommt manchmal nach Neverland oder in mein Haus am Mulholland Drive, oder er reist nach Tahiti. Sein Sohn hat mehr als 20 Jahre für mich gearbeitet, und sein anderer Sohn war in meiner Klasse auf der Privatschule. Er ist einfach ein Gigant. Brando ist smart, denn wenn er mit mir arbeitet sagt er immer zu mir: „Ich weiß, welche Knöpfe ich drücken muss, um bestimmte Emotionen von dir zu bekommen.“ Er kennt mich sehr genau. Er weiß, wie er mich ärgern kann, und er sagt verschiedene Dinge, die mich dazu bringen. Er ist ein Genie. Er ist der König. Er ist der letzte dieser Generation. Er ist ein brillanter Mann, eine liebenswürdige Person. Ich liebe ihn und er ist ein sehr guter Freund von mir.

Magdalena: Du hattest einen Kurzauftritt in „Men In Black II“, hat es Spaß gemacht, da mit zu arbeiten?

Michael: Das „Men In Black II“ – Projekt hat sehr viel Spaß gemacht, denn ich habe mich als ein neuer Typ vorgestellt.

Magdalena: Seit dem Thriller-Video ist es offensichtlich, dass du ein großes Interesse an der visuellen Kunst hast.

Michael: Bei allem was ich tue, mag ich es entweder selbst Regie zu führen, oder sehr eng mit dem Regisseur zusammen zu arbeiten. Wir führen dann gemeinsam Regie und entwickeln gemeinsam die Ideen. Schaut man sich „Ghosts“ an, dann liest man dort, dass es von Michael Jackson und Stephen King gemeinsam geschrieben wurde. Wir haben es am Telefon geschrieben, Stephen und ich – er ist ein liebenswerter Kerl, er ist bewundernswert. Wir schrieben es am Telefon, einfach, indem wir miteinander geredet haben.

Magdalena: Welche Figuren aus dem Filmgeschäft bewunderst du am meisten und warum?

Michael: Ich liebe einfach Robert De Niro. Ich denke, er ist ein sehr facettenreicher Schauspieler. Er kann alles spielen, von einem Komödianten, einem Priester, einem Psychokiller über einen Idioten bis hin zu einem charmanten Onkel, einfach alles. Und natürlich (liebe ich) jeden der großartigen Tänzer.

Magdalena: Wer wäre deine ideale Hauptdarstellerin und warum?

Michael: Eine Schauspielerin? (lacht) Du und ich sollten einen Film zusammen machen. Lass uns das tun. Das würde mir gefallen.

Magdalena: Es wurde gesagt, dass du zum Mond fliegen möchtest um einen echten Moonwalk zu performen. Ist da was Wahres dran?

Michael: (lacht) Da ist was Wahres dran. Es ist kein Gerücht. So ist das.

Magdalena: Du hast Paul McCartney bei dem Kauf des Beatles-Songkatalogs überboten. Was war so besonders daran?

Michael: Nein, habe ich nicht, er hat kein Gebot dafür abgegeben. Es wurde verkauft und es gefiel mir und ich habe es gekauft, genauso, als wenn man ein Kunstwerk kauft.

Magdalena: Erzähl mir mehr von deiner Passion für Charityprojekte für Kinder. Welche Organisationen unterstützt du?

Michael: Also, ich habe eine Organisation für Kinder, die ich selbst ins Leben gerufen habe, Heal The World. Und wann immer ich ein Konzert gebe oder etwas anderes mache, was das Entertainment betrifft, gebe ich einen bestimmten Anteil an die Heal The World – Stiftung, für Waisenhäuser, Krankenhäuser, für Kinder, die eine Lunge oder eine Leber brauchen. Wir finden sie und wir zahlen für die Operation. Auf einer Tour besuche ich so viele Kranken- und Waisenhäuser, wie ich Konzerte gebe. Wir gehen zu 12-jährigen und wir nehmen Kisten über Kisten voller Spielzeug mit, einen Haufen Michael Jackson Poster und Merchandising. Sie lieben es.

Magdalena: Was möchtest du alles noch in deinem Leben erreichen?

Michael: Ich bin nie zufrieden. Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten und Dinge, die ich tun möchte. Ich habe schon sehr viel gemacht, aber ich denke, es ist noch nicht genug, aus diesem Grund stelle ich auch keinen meiner Awards und anderer Preise in meinem Haus auf. Du findest in meinem Haus keine Awards, ich räume sie alle auf den Speicher. Denn wenn man sich davon beeindrucken lässt, dann beginnt man zu denken: „Oh, Mann, ich hab schon alles erreicht.“ Aber da gibt es so viel mehr zu tun. So viele Berge, die man noch bezwingen kann.

Magdalena: Wenn eines deiner Kinder zu dir kommt und sagt: „Dad, ich möchte ein Popstar werden.“ Welchen Rat würdest du ihnen geben?

Michael: Der beste Rat, den ich ihnen geben würde ist, dass es sehr viel harte Arbeit ist und man darauf vorbereitet sein muss, denn es ist nicht nur die ganze Zeit über ein Vergnügen. Und dass man dazu eine Rhinozeros-Haut braucht, denn je größer der Star, desto größer ist das Ziel. Die Boulevard-Presse ist gemein und du brauchst ein dickes Fell, um mit dieser Art ignoranter Mentalität zurecht zu kommen. Sie machen es einfach nur um Zeitungen zu verkaufen, denn schlechte Neuigkeiten verkaufen sich, gute Neuigkeiten nicht. Sie erfinden einfach etwas. Wenn sie nichts haben, dann erfinden sie einfach etwas. Ich bin nichts von dem, wie mich die Boulevard-Presse darstellt. Nichts davon. Sie sind diejenigen, die verrückt sind. Sie sind ignorant. Ich sage immer zu meinen Fans: „Lasst uns alle Tabloid-Blätter verbrennen. Lasst uns einen riesigen Berg voller Boulevardblätter auftürmen und ihn dann niederbrennen.“ Die wirklichen Fans, die mich lieben, wissen, dass dieser Müll nicht wahr ist. Sie wissen es. Sie sind clever.

Magdalena: Wolltest du schon immer einen Film machen? Wenn deine Familie nicht so erfolgreich im Musikgeschäft wäre, hättest du dich dann schon früher in deinem Leben dem Thema gewidmet?

Michael: Ich wollte schon immer einen Film machen, aber die Tourneen kamen mir in die Quere. Das ist der Grund, warum ich einige Jahre Auszeit möchte, und mich nur dem Film widmen will. Ich würde gerne 6 großartige Filme machen und dann ein bisschen touren und dann wieder weiter Filme machen.

Magdalena: Welche Ideen hast du für einen Film?

Michael: Ich habe Ideen für Filme mit Bewegung und Tanz und Dingen, die die Menschen nie zuvor gesehen haben. Ich kann es nicht erwarten, die Leute damit zu überraschen. Das ist der Grund weshalb ich darauf brenne, eine Filmproduktionsfirma zu gründen und ich bin völlig begeistert über das, was wir mit „Neverland Pictures“ machen werden. Ich werde dann ungebunden sein und spielen, kreieren und gestalten können.

Magdalena: Erzähl mir ein bisschen von der Werwolf–Idee in deinen Filmen und in was für einem Bezug es zum Video steht?

Michael: Ich habe noch nicht das Drehbuch für „Wolfed“ gelesen – es ist einer der Filme, die wir machen werden und ich bin deshalb auch sehr aufgeregt. Ich bin so glücklich darüber mit Sammy Lee zu arbeiten. Wir machen einige großartige Filmprojekte zusammen und ich bin sehr begeistert.

Magdalena: Und „Wolfed“ wird der erste Film sein?

Michael: Soweit ich weiß, laut unsrem Plan, wird „Wolfed“ der erste Film sein. Das wird Spaß machen. Ich möchte, dass er wirklich gruselig sein wird. Rick Baker möchte alle visuellen Effekte übernehmen. Er hat sieben Oscars gewonnen und er sagte: „Michael, das war noch gar nichts.“ Das ist nichts im Vergleich zu dem, was er heute machen kann. Er hat Thriller gemacht und er meinte dazu: „Es ist nichts.“ Er kann weit darüber hinausgehen. Er hat alle Eddie Murphy- Filme gemacht… „Familie Klumps und der verrückte Professor“ und all das ganze „Men In Black“ Zeug. Er hat das alles gemacht.

Michael Jackson Gold Interview 2002

Magdalena: Sag mir, wie möchtest du den Menschen in Erinnerung bleiben?

Michael: Wie ich in Erinnerung bleiben möchte? Als ein Mensch, der hier war, um Licht in die Welt zu bringen, der den Menschen ein bisschen Eskapismus gab. Auch als Stimme für die Kinder, die nichts zu sagen haben, denn ich liebe sie. Ich lebe für die Kinder. Wenn es nicht für die Kinder wäre, hätte ich das Handtuch geworfen. Ein Baby, ein Kind – sie sind so bewundernswert. Sie sind kleine Genies, weißt du, kleine Genies. Das sind sie wirklich.

Magdalena: Genießt du es Vater zu sein?

Michael: Das ist mir das allerliebste. Ich liebe es. Ich liebe es. Ich liebe es.

Magdalena: Neulich sah ich, wie du deine Tochter hochgehoben hast, als sie schlief. Du hast sie einfach hochgehoben und ich konnte die Freude in deinem Gesicht sehen…

Michael: Oh, ich liebe sie. Die Jacksons haben viele Kinder. Ich habe viele Neffen und Nichten. Es gibt viele von uns!

Magdalena: Wie ist das Verhältnis zu deinen Brüdern und Schwestern?

Michael: Ich liebe meine Brüder und Schwestern. Wenn ich mit ihnen zusammen bin lachen wir viel. Sie sind wie eine andere Version von dir selbst. Wir können einfach lachen und kichern und über alte Zeiten reden. Wir sind nicht so oft zusammen, wie wir gerne wären. Wir sind alle sehr beschäftigt. Wir sind alle im Showbusiness. Wir haben immer etwas zu tun. Wenn ich in der Stadt bin, dann ist Janet nicht in der Stadt. Wenn wir beide hier sind, sind meine Brüder irgendwo anders. Jeder treibt sich irgendwo umher, weißt du.

Magdalena: Bist du ein Familienmensch? Was unternimmst du gerne mit deiner Familie?

Michael: Meine eigene Familie? Meine Kinder? Wir lieben es einfach beisammen zu sitzen, zu reden und gemütlich plaudern. Wir sitzen am See. Ich nehme sie jeden Tag mit auf einen Spaziergang in der Nähe meines Hauses. Wir sitzen am See und werfen Steine in das Wasser und wir reden einfach.

Magdalena: Was denkst du, ist die tiefste Form der Liebe, die man spüren kann? Und hast du sie gefühlt?

Michael: Wow, ich denke, das ist wirklich eine Ansichtssache. Hab ich die tiefste Form der Liebe gefühlt? Ich weiß nicht, was die tiefste Form der Liebe sein würde… (lange Pause) eine interessante Frage… (wiederholt die Frage mehrmals) Ich liebe meine Kinder sehr, wirklich sehr und ich schaue ihnen immer in die Augen und ich sage es ihnen. – Ich denke, das ist das Wichtigste.

Michael: „Mein wahres Ziel ist es, Gottes Bestimmung zu erfüllen.“

“My real goal is to fulfill God’s purpose.” 

Weißt du, du musst handeln und ich denke, es ist wichtig, soviel zu tun, wie du kannst. Wenn ein Mensch nur einem Kind hilft … nur einem einzigen Kind hilft… wäre schon so viel getan. Weißt du, wenn du das tun würdest, das wäre wunderbar, nur einem einzigen Menschen zu helfen, wäre wunderbar.. Es ist ein großer Schritt vorwärts, denn … es gibt viel zu tun, und Kinder auf der ganzen Welt sind in solcher Not.

Ich fühle mich so rein, wenn ich das tun kann. Ich fühle, dass Gott applaudiert, das fühle ich wirklich. Ich fühle, dass ich das getan habe, wozu ich auf dieser Erde bin. Ich bin verpflichtet, diese Dinge zu tun, das fühle ich.

Michael Jackson - “Heal The World – signature series” (1993)

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David Nordahl:

Michael wusste, und damit meine ich wirklich WUSSTE, ohne Zweifel, dass es sein persönliches Schicksal war, Kindern zu helfen. Es war seine Berufung. Er besuchte Waisenhäuser auf der ganzen Welt, er baute auch welche, er baute in Krankenhäusern eigens Kinderabteilungen, er schickte Ärzte in den Balkan und schickte sogar eine Boing737 mit medizinischer Hilfe nach Sarajevo.

Michael liebte Kinder, er lebte für sie. Sie waren das Wichtigste in seinem Leben. Sie waren für ihn tatsächlich der Sinn seines Lebens. Michael widmete seine gesamte Arbeit den Kindern, den Kindern dieser Welt und dem Kind in uns allen. Die Neverland Ranch war den Kindern gewidmet und sie befand sich ständig im Bau. Die Ähnlichkeit zu Disneyland war beabsichtigt. Michael sah es als Lebensmission an, Kindern auf der ganzen Welt zu helfen. Er bereiste die ganze Welt, um sich für Kinder einzusetzen und einen Großteil seines persönlichen Reichtums für Kinder zu spenden. Das war sein Leben und es war sein Lebensgrund. Kannst du dir vorstellen, wie es für ihn war, als man ihm vorwarf, Kindern zu schaden?“

Michael sagte immer, dass man, wenn man der Welt von den guten Dingen, die man tut, erzählt, das Gute an diesem Geschenk zunichte macht, deshalb leistete er seine humanitäre Arbeit so sehr im Geheimen. Niemand wird jemals wissen, wie viel er für diese Welt und ihre Kinder getan hat. Die Welt wird niemals wissen, was sie verloren hat, denn sie beraubten Michael seiner Arbeit und damit betrogen sie nicht nur ihn um seine Zukunft, sie haben uns alle betrogen.“

“Ich fragte ihn: “Michael, wie machst du das? Wie schaffst du es, Zeit mit diesen Kindern zu verbringen, die sterben werden, und dann von dort weg zu gehen und solch eine Performance (auf der Bühne) zu machen?” Er sagte: Wie könnte ich das nicht tun? Wenn diese Kinder mich sehen wollen. Ich weiss, ich bin nicht wichtig, aber Michael Jackson, der Superstar ist es, und wenn ich erreichen kann, dass ein Kind eine Minute länger lebt, oder eine Stunde, eine Woche, einen Monat…wäre es das nicht wert?” 

help for sarajevo

Seth Riggs:

Er war ein so erstaunlicher Mensch! Wann immer jemand Probleme hatte – er versuchte ihnen zu helfen. Ein Verrückter steckte seinen Sohn in ein Hotelzimmer und zündete den Raum an. Der Mann war verrückt. Der Junge hatte schlimme Verbrennungen. Der Vater wurde festgenommen und ins Gefängnis gebracht. Als Michael darüber in der Zeitung las, stieg er sofort in ein Flugzeug und ging in das Krankenhaus in dem der Junge war. Er war völlig mit Verband umwickelt, da war nur noch ein kleines Loch frei, an der Stelle wo der Mund war, damit er sprechen konnte. Und es gelang ihm, zu Michael zu sagen – der an seinem Bett saß – “Ich weiß nicht, was ich tun soll, was soll ich jetzt bloß machen..” Und Michael sagte zu ihm: “Hab keine Angst. Ich werde mich um dich kümmern, dein ganzes Leben lang.” Und das tat er…“ 

Elizabeth Taylor:

Deine Freundschaft und dein Sinn zu Geben, das bist ganz du. Und du machst beides auf die gleiche Weise, du machst es aufrichtig und mit ganzem Herzen und mit der gleichen Hingabe. Dein Sinn, sich zu kümmern, die Dinge, die du getan hast, worüber nur so wenig Menschen etwas wissen. Diese Dinge, die du anonym tust, so, dass nicht mal die, für die du es tust darüber Bescheid wissen, dass ist wirkliche Nächstenliebe. Das ist Nächstenliebe, die aus der Seele, aus dem Herzen kommt.(…) Du tust es, weil dein Herz es will und du willst dafür nichts zurückbekommen, das ist die allerschönste Eigenschaft, die du besitzt.“ 

Frank DiLeo:

Während der BAD-Tour gab es in der Stadt, wo die Tour gerade stattfand, ein sterbendes Kind in einem Krankenhaus. Michael war zufällig genau in diesem Krankenhaus, und tat dort, was er immer machte – Liebe geben. Das schwer kranke Kind wollte Michael treffen, und Michael ging zu diesem Kind, sprach mit ihm..und das Kind wurde munter! Es war erstaunlich! Ich konnte es nicht aushalten. Ich ging fort, in eine Ecke und weinte. Und Michael kam zu mir, legte den Arm um mich und sagte: „Du musst verstehen, Frank, DAS ist unser Job…nicht auf der Bühne zu stehen, und singen und tanzen, unser Job ist es, die Menschen glücklich zu machen.“ 

visitin children

Big Al Scanlan:

Was ein Tag auf Neverland an Eindrücken bei den kränklichen Kindern aus den Stadtzentren hinterließ, ist unbeschreiblich. Um Mr.Jackson zu helfen seinen Traum für diese Kinder wahr werden zu lassen, Teil dieser Magie und den bleibenden Erinnerungen dieser Kinder zu sein, war ein Segen. Ich muss leider sagen, dass trotz der vielen Bilder und Geschichten von Neverland, die man im Internet findet, keiner wirklich vermitteln kann wie ein Tag auf Neverland wirklich war. Das ist etwas was man selbst erleben muss….

Während meiner 15 Jahre auf Neverland, hatte ich viele lange Gespräche mit Mr. Jackson über Neverland, oft saßen wir an einem Tisch unter einer großen Eiche. Wenn man in seine Augen sah, seine Stimme hörte, blieb kein Zweifel daran, dass diese wohltätige Arbeit eines der wichtigsten Dinge seines Lebens war. Mit der Zeit, denke ich, dass die Bedeutung dieser magischen Tage mit den kranken Kindern wieder den Weg in Michaels Herz gefunden hätte. Die Briefe von Ärzten und Schwestern der Kinderkrankenhäuser, die Briefe der Eltern über die Erinnerungen ihrer Kinder an den Neverland-Trip, machen sehr deutlich, wie wichtig diese wohltätige Arbeit Mr. Jacksons durch Neverland war.“ 

kids on neverland

Brett Ratner:

Er war der meist inspirierende Mensch in meinem Leben. Sein großer Traum war es alle kranken Kinder in der Welt zu helfen. Und wenn ich sagte: Ist das nicht unmöglich? fing Michael an zu weinen. Er war sehr emotional bei Dingen, die ihn berührten. Ich denke man kann sagen er war ein reiner unschuldiger Mensch in einer Welt die niemals so unschuldig war.“ 

Kenny Ortega:

Ich war mit Michael in Osteuropa unterwegs, als wir aus dem Flugzeug stiegen fragte Michael: “Willst du ins Hotel, oder mit mir ein Kinderheim besuchen?” Es war ihm lieber ein Kinderheim zu besuchen, als ins Hotel zu gehen. Er ging in dieses Kinderheim und ich erinnere mich, dass er sich umsah und sehr still war, die Verantwortlichen waren anwesend und er sah sich alles an, und die Zustände, unter denen die Kinder dort lebten waren ziemlich erbarmungswürdig. Ich sah, wie er jemanden etwas zuflüsterte, und dann noch jemand anderem. Er ging überall herum und beschäftigte sich mit den Kindern. Später fand ich heraus, was er geflüstert hatte: “Das ganze Heim hier wird auf den Kopf gestellt, ich will hier neue Betten haben, neue Wäsche und mehr Personal, dass sich um diese Kinder hier gekümmert wird – und zwar bis morgen, sonst gehe ich nicht auf die Bühne.” 

Ich sah also, wie er in dieses Rumänische Kinderheim ging und die Zustände dort in 24 h änderte. Das ist etwas, an das ich mich immer erinnern werde. Er hatte das größte Herz von allen und hat sich wirklich, wirklich darum gesorgt, die Umstände in denen Menschen lebten, zu ändern – besonders für Kinder – das war Teil seiner Mission. Wenn er auf Tour war wollte er immer wissen, was er wo tun konnte, sodass er, wenn er ging, einen besseren Ort hinterließ, weil er dort war. Über wie viele Menschen kann man so etwas sagen?” 

Helen Darlington:

“Meine Tochter Angela war mit Kopfschmerzen in ein Krankenhaus geliefert worden, nachdem sie von einem Auto erfasst worden war. Eines Tages erzählten uns die Krankenschwestern, dass Michael Jackson zu Besuch kommen werde. Wir mussten es geheim halten, damit das Krankenhaus nicht von Fans überschüttet wurde. Es war eine große Aufregung zu spüren, als seine Assistenten jedem auf der Station T-Shirts und unterschriebene Kopien seines Bad-Albums verteilten. Danach ging er einfach umher und sprach mit den Patienten. […] Ich sagte “Hallo.” Er meinte, dass er erfreut sei, mich zu treffen. Ich war völlig baff. Er war sehr freundlich und schien schüchtern. Ich bekam den Eindruck, dass er eine tiefe Liebe für Kinder empfand, insbesondere für jene, die verletzt waren. Dann ging er in die Hocke und sagte “Hallo, Angela.” Sie konnte nicht sprechen, da sie gerade erst aus dem Koma erwacht war, aber sie begann zu lächeln. Nach diesem Tag ging es ihr zusehends besser. Ich denke an ihn als eine Inspiration. Wir hatten eine schreckliche Zeit- Angela war im Krankenhaus und ich rief bei Lifeline (Anm.: eine Art Telefonseelsorge) an, um nicht zusammenzubrechen, aber er war eine totale Inspiration für die ganze Station. Ich dachte: “Gott sei Dank, dass er ihn uns sandte.” Ihn umgab einfach eine Ausstrahlung- diese großartige Empathie für Menschen, die wieder gesund werden mussten. Heute ist Angela 25, studiert an einer Universität und ist lebensfroh. Es gab damals einen anderen Jungen auf der Station, der ungefähr 15 Jahre alt war und ein großer Fan. Nach Michaels Besuch ging es ihm ebenfalls langsam besser. Seine Mutter glaubte, es war ein Wunder. Ich glaube, dass es vielen Kinder besser ging, nachdem sie ihn getroffen hatten. Ich denke, die Menschen sollten diese Seite von Michael kennen.“ 

angela darlington

Adrian Grant:

Ich erinnere mich an eine Reise nach Budapest, 1994. Michael besuchte zusammen mit Lisa Marie-Presley eine Kinderklinik und sie verteilten dort Geschenke und Spielzeug. Ich hatte das Glück, der einzige Medienvertreter zu sein, dem es erlaubt war ihn zu begleiten. Und ich war entzückt, dabei helfen zu dürfen, die Geschenke an einige der kranken Kinder zu übergeben. Jedenfalls hat die skeptische Presse darin nicht mehr gesehen als einen PR-Gag im Rahmen seiner „Heal The World“-Tour. Aber was sie nicht geschrieben haben, das war der bewegende Moment, als Michael ein Lächeln auf die Lippen eines sterbenden Mädchens zauberte, welches zuvor wochenlang still und bewegungslos da gelegen hatte. Ihre Mutter, die ihr Tag und Nacht zur Seite stand, brach in Tränen aus, als ihre Tochter plötzlich die Hand ausstreckte, um Michaels Hand zu berühren…“  

Howard Bloom:

Michael kam einem “weltlichen” Engel sehr nahe. Ein “weltlicher” Heiliger.

Schauen Sie, ich bin ein Atheist, aber Michael war es nicht. Er glaubte, er war ein Geschenk Gottes. Er glaubte, ihm seien Talente und seltene wunderbare Eigenschaften gegeben, die bei uns zerbrechlichen menschlichen Wesen nur selten vorkommen. Er glaubte, weil Gott ihm dieses große Geschenk gemacht hatte, diese Wunder, dieses Erstaunen und die Ehrfurcht mit seinen Mitmenschen teilen zu müssen. Aber im Gegensatz zu anderen großzügigen Menschen – Bill und Melinda Gates zum Beispiel – war diese Sache bei Michael nicht nur ein “Teilzeit- Ding”. Das Bedürfnis, anderen zu geben war in jedem Atemzug, an jedem einzelnen Tag, in ihm lebendig.

Michael Jackson’s ganzes Leben war das Empfangen und Geben, und der ganze Zweck des Empfangen war, dass er geben konnte. Er arbeitete mit jeder Zelle seines Körpers, um dieses erstaunliche Geschenk an seine Mitmenschen weiter zugeben.“ 

Natasha Lang:

Was kann man über einen Mann schreiben, der soviel und von ganzem Herzen gab, und zum Glück von Millionen von Menschen in der ganzen Welt beitrug, durch seine Musik, und ganz zu schweigen von den vielen kranken Kindern, die er in Krankenhäusern vieler Länder der Welt besuchte, wo er großzügig und von Herzen Geschenke und Eintrittskarten zu seinen Shows verschenkte, und sie damit aufmunterte, was ohne Zweifel ihre Genesung unterstützt hat.

Ich bin die Mutter eines solchen Kindes. Mein Sohn und ich hatten Gelegenheit, Michael im Sydney Childrens Hospital in Randwick zu treffen, als er am 18 November 1987 Sydney besuchte. Solange ich lebe werde ich diesen Tag nicht vergessen, an dem Michael mit einer Menge Stofftiere ins Krankenhaus kam und sie großzügig an die Kinder der Kinderstation verteilte. Er ging herum und besuchte jedes Kind persönlich und sprach ganz ruhig ein paar unterstützende Worte mit ihnen, und ich werde nie die Freude der Kinder, des medizinischen Personals und der Eltern vergessen, die er an diesem Tag besuchte.

Mein Sohn ist jetzt ein erwachsener Mann und ich möchte dieses Foto mit der ganzen Welt teilen, weil es Michaels selbstlose und großzügige Natur zeigt. Mein Sohn hatte unglücklicher Weise in dieser Woche bei einem Schul-Unfall ein Auge verloren und wie Sie sich vorstellen können, war es eine wirkliche Tragödie für die ganze Familie, aber an diesem Tag brachte er uns Freude, großes Vergnügen und eine Fülle von Glück.“

natasha lang sydney

Daniele und Antonietta Parisi:

Michael mit Daniele Parisi, einem Jungen aus Latina, Italien, bei dem im Alter von 8 Jahren AIDS diagnostiziert wurde. Der Virus wurde ihm von seiner biologischen Mutter übertragen, die HIV positiv war. Daniele war großer Fan von Michael und 1997, als er 14 war, hatte er die Möglichkeit ein Konzert der History World Tour in Mailand, am 18.Juni, anzusehen. An diesem Tag besuchten er und seine Mutter auch Michael in seinem Umkleideraum, wo der Star ihn küsste und umarmte und ihnen für die mitgebrachten Geschenke dankte. Daniele und seine Adoptivmutter sahen das Konzert vom seitlichen Bühnenrand aus an, zusammen mit Debbie Rowe und Luciano Pavarotti.

Während dem Konzert brachte ein Teammitglied Daniele eine große Tasche mit Geschenken und dem Tour Programm. Gegen Ende des Konzerts, während dem Lied Heal The World, ging Michael zu Daniele, der in einem Stuhl sass und nicht selbst laufen konnte, weil er durch seine Krankheit dafür zu schwach war, kniete sich vor ihn hin und überdeckte seine Hände mit Küssen. Dann nahm er ihn auf die Arme und ging mit ihm in die Mitte der Bühne, um ein paar Fotos zu machen.

Nach diesem Erlebnis verbesserte sich Danieles Gesundheitszustand so merklich und schnell, dass die Ärzte von einem Wunder sprachen. Es war so, als hätte Michael ihm ein paar Lebensjahre geschenkt. Daniele begann wieder zu laufen – manchmal rannte er sogar – er ass besser, nahm zu, aber das wichtigste war, dass er wieder Selbstvertrauen hatte und weiter kämpfen konnte.

Leider starb Daniele zwei Jahre später an einer Hirninfektion, verursacht durch eine Grippe. Die wunderbaren Erinnerungen an Michael zusammen mit der liebevollen Betreuung durch seine Mutter, gaben ihm die Stärke, bis zum Ende zu kämpfen. 

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Brief von Antonietta Parisi an Michael (geschrieben 2005):

Liebster Michael,

Ich werde niemals vergessen, was du für meinen Sohn, Daniele, getan hast. Nachdem er dich traf, nannten die Ärzte es ein Wunder, denn für ein paar Monate war es so, als hätte er niemals AIDS gehabt. Nun, da Gerechtigkeit siegte, möchte ich einfach nur meinen Dank und mein Glück ausdrücken. Bitte, lass die Menschen dich nie wieder so behandeln. Ich weiß, du bist ein gutherziger Mensch und willst jedem helfen, aber nicht alle Menschen haben soviel Aufmerksamkeit verdient. Mein Kind ist nicht mehr hier bei uns, aber ich weiß, das er von da oben immer zu dir schaut. Er hat niemals vergessen, was du für ihn getan hast.

Gott schütze dich, Antonietta

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Michael:

Das Leben ist zu kurz und zu wertvoll um nicht zu versuchen, den Menschen zu helfen, so gut wir es können. Wenn ich nur deshalb leben würde, um Kindern zu helfen und sie zu erfreuen, wäre das genug für mich. Sie sind so erstaunliche Wesen. Wenn ich reise, verbringe ich viel Zeit damit, Kinderkrankenhäuser zu besuchen. Es macht mich so glücklich, ihnen etwas den Tag zu verschönern, einfach nur, weil ich dort hinkomme, mit ihnen spreche, zuhöre, was sie zu sagen haben, und erreiche, dass es ihnen besser geht. Es ist so traurig für Kinder, wenn sie krank werden. Mehr wie für jeden anderen. Kinder haben das einfach nicht verdient. Sie können meistens nicht einmal verstehen, was mit ihnen nicht stimmt. Es zerreisst mit das Herz. Wenn ich mit ihnen zusammen bin, will ich sie einfach nur umarmen, und möchte, dass alles wieder besser wird.

… ich denke wirklich meine Aufgabe ist es, Kindern zu helfen. Ich denke, es ist meine Berufung. Es ist mir egal wenn die Leute lachen, oder was sie sagen.

Kinder haben in der Gesellschaft nichts zu sagen und ich denke jetzt ist ihre Zeit gekommen. Von jetzt an ist es ihre Zeit. Sie müssen von der Welt wahr genommen werden und sie brauchen Entscheidungen, mit denen sie umgehen können. Und wenn ich das Licht sein kann, dieses Podest, von wo aus einfach etwas Licht auf das, was sie sind, geworfen wird und darauf, wie wichtig Kinder sind, dann ist es das, was ich tun will. Ich weiß nicht, wie Gott die Menschen auswählt, oder welche Schachzüge er mit ihnen spielt, er bringt dich in eine Position und stellt dich an deinen Platz. Manchmal fühle ich es so, so als wäre das genau mein Platz.“

 ♥ ♥ ♥

Übersetzung: M.v.d.L. und andere

Die Renaissance des 21. Jahrhunderts – Armond White, Sommer 2009

“Twenty-First Century Renaissance”

http://www.firstofthemonth.org/archives/2009/08/twentyfirst_cen.html

Armond White im September 2009:

Michael Jacksons Renaissance (veranlasst durch seinen Tod im letzten Juni im Alter von 50 Jahren) ist eines der vielversprechendsten Ereignisse der Popkultur im letzten Vierteljahrhundert. Den ganzen Sommer lang ertönte Jacksons Musik, wo immer man sich aufhielt, aus allen Autoradios, Musikanlagen und allen Ohrhörern von irgendwelchen Fremden erklang sie. Der Tag ist einfach schöner, wenn Pretty Young Thing den Sonnenschein willkommen heißt oder gegen einen Regensturm ansingt. Und doch halten sich die Hasser hartnäckig; nachdem sich die Medienaasgeier als Reaktion auf die öffentliche Trauer und die Wogen des Interesses an MJs Musik in ihrem Zynismus etwas gezügelt hatten, kehren sie nun wieder zurück zu ihren Schundgesprächen und ihren Verleumdungen. Doch die öffentliche Zuneigung zu Jackson bleibt; der Widerstand gegen die Mediengebote ist ein Beweis für demokratisches Wohlwollen und Handeln.

i want you back
Diese plötzliche Erholung von Jacksons Songkatalog rührt aus einem bemerkenswerten persönlichen Bedürfnis her: Da die Öffentlichkeit an die guten Zeiten erinnert werden möchte – angefangen bei der verblüffenden jugendlichen Energie der Jackson Five in Titeln wie I Want You Back, ABC, The Love You Save, I’ll Be There und Ben bis hin zu dem phänomenalen, allen gefallenden Thriller -Album – geht die instinktive Rettung der Popkunst bei der Öffentlichkeit tiefer als reine Nostalgie. Es stimmt, dass verschiedene Stadien in MJs Karriere unterschiedliche Ereignisse der Weltgeschichte und vor allem auch persönliche Erinnerungen begleiteten: Die Hörer können bestimmte Songs mit bestimmten Geburtstagen verbinden, mit Tänzen in der Disco, mit Hochzeiten, mit Liebschaften, gebrochenen Herzen, Konzertgängen, Fernsehsendungen usw. Doch diese Songs wieder zu spielen, nachdem im Fernsehen die Nachricht über MJs Tod kam, hat nichts mit einem nostalgischen Durchblättern eines Sammelalbums zu tun, es bedeutet, beim Blues einer Musik mit zu stampfen, die geschrieben wurde von der althergebrachten Lebensfreude und den tiefsinnigen Gefühlen eines empfindsamen Künstlers, der beseelt davon war, sich selbst neu und in einer die ganze Welt betreffenden Form auszudrücken. Diese Art populärer Kunst verbindet die gemeinschaftlichsten und aufrichtigsten Bedürfnisse der Zuhörer: Sie versteht ihre Freude und Empfindsamkeit, ihr eigenes Leben zu bejahen.
Als Reaktion auf den Internetverkehr nach Michael Jacksons Tod berichtet die New York Times:

(AOL) bezeichnete den Tag als „bahnbrechenden Moment in der Geschichte des Internets. Wir haben so etwas solchen Ausmaßes und solcher Tiefe nie vorher erlebt. Neuigkeiten über Stars spornen mit unterschiedlichem entscheidendem Verbraucherverhalten geschichtlich gesehen weltweite Gefühlsäußerungen an, die Suche nach Neuigkeiten, deren Weiterverbreitung und die Reaktionen darauf, gefolgt von Online Tributs, wurden zur modernen Art der Trauer.“

Ein paar Tage, nachdem ich mit der beängstigenden Nachricht über MJ gelebt hatte, träumte ich davon. Mitten in diesem Traum sagte ich mir selbst: „Ich träume das hier!“ Dann, ich war noch immer am Träumen, wurde ich von einer schrecklichen Einsicht ergriffen; meine Traurigkeit war schlimmer als jeder Albtraum, es war wie eine albtraumhafte Erfahrung im Wachzustand, bei der ich erkannte, dass die Welt aus dem Lot geriet. „Ein böser Albtraum, wo ich auch hingehe“, sang Donna Summer einst. In der wachen Realität einer Welt, die immer verrückter zu werden droht, war der Verlust von MJs Präsenz mehr als nur ein kulturelles Desaster. Unser Gefühls- und Sehnsuchtskompass kam uns abhanden, genau wie zu der Zeit, als Brando, James Brown, Katherine Hepburn und Norman Mailer starben. Doch sie sangen niemals Ben oder präsentierten die staunenswerte Vision des Black Or White Musikvideos. MJs Kunst trat einer gefühllosen Welt mit purem Gefühl entgegen, ebenso wie mit höchster Kreativität und zutiefst überzeugender Aufrichtigkeit. Michaels süße Klänge auf der Straße zu vernehmen, erinnert mich daran, wie wenig Süße es in letzter Zeit in der Popmusik gab.

Memorial Michael Jackson

MJs Kunst wiederzugewinnen bietet uns die Chance, sie neu und besser zu würdigen. Sie lässt uns hinter die Verwirrung und Kontroversen seiner kontinuierlichen Karriere blicken. Wir können jetzt nicht nur ihre Bedeutung einschätzen, sondern ihren Kern wieder neu erleben. Am 7. Juli beim Memorial im Staples Center in Los Angeles erschienen die Trauer und anschließende Seelenreinigung richtig, notwendig und gottesdienstähnlich. Es gab per se nur wenig Kirchenmusik, doch Balsam fand man in den heilenden Klängen von Jacksons eigener Musik. Wenn man auch verlernt hatte, wo die Wurzeln von Billy Jean lagen, das Vordringliche in Hymnen wie Man In The Mirror und Earth Song  jedoch erkannt hatte, konnte man das nicht länger nicht übersehen. Deshalb glich Berry Gordys Grabrede – „Er ist schlichtweg der größte Entertainer, den es je gab“ – unsere Ehrfurcht nicht aus. Tatsache ist, in MJs liebeaussendenden und von Wahrheit erzählenden Botschaften lag immer Gottes Wort. MJs treue Fans finden sich selbst wieder in ihren ernsthaften, gerechtfertigten Bestrebungen, Wahrheit und Liebe durch die Musik zu erhalten, die einst ihrem Leben seinen Pulsschlag verlieh und dies auch weiter tun wird.

Wir müssen nur einen Groove hören, eine beschwingte Melodie – nicht zu vergessen die bewegenden Jeremiaden (Klagelieder) und weisen Überlegungen in MJs späteren Aufnahmen – und schon hat die Kraft der Kunst, der das Leben nach seinen eigenen Bestimmungen begegnete, diese Bestimmungen durch gospelartige Ausdrucksweise und Synkope in die Höhe gehoben. Wenn die Medien damit weitermachen, Jackson zu denunzieren und Musikhasser weiter jammern, dass die Aufmerksamkeit, die dem Tod dieses legendären Künstlers gezollt wird, exzessiv sei, ist dies einzig ein Beweis für die Grausamkeit der säkularen Welt. Ob diese „Experten“ je ein Lied in ihrem Herzen trugen oder nicht, sie erscheinen einfach herzlos.
Könnte es die Herzensgüte sein, über die sich die Hasser in MJs Werk aufregen? Stört sie die Freude in ABC, Rock With You  und ja, sogar in Bad? Oder ist es die Komplexität in Songs wie Beat It, Black Or White, Scream, Stranger In Moscow oder You Are Not Alone? MJ beschrieb, besang und schilderte in tänzerischer Form die Schwierigkeiten des Lebens und er tat dies voller Anmut und Begeisterung. Die Medienkommentatoren jedoch, die so tun, als wären wichtigere Dinge vernachlässigt worden, nähern sich den Dingen nur von ihrem eigenen, beschränkten, aufgeblasenen Hochsitz aus an. Al Sharpton erinnerte MJs Kinder: „An eurem Daddy war nichts seltsam. Seltsam war das, womit euer Daddy umgehen musste. Aber er ist damit umgegangen!“ Diese merkwürdigen Medienpolitiker lassen die Komplexität, die Widersprüchlichkeit und das Mitgefühl nicht zu –alles Elemente, die es so wertvoll machen, Jacksons letzte vier Alben Dangerous, HIStory, Blood On The Dancefloor und Invincible wiederaufleben zu lassen. Reverend Sharpton hat stichhaltig bemerkt:

Michael sang seine Zyniker weg, er tanzte seine Zweifler aus dem Weg, er performte den Pessimismus weg. Als sie ihn niederschlugen, stand er wieder auf. Jedes Mal, wenn sie ihn ausgezählt hatten, kam er wieder zurück. Michael hörte niemals auf. Michael hörte niemals auf. Michael hörte niemals auf.

 mj never stopped

Sharptons eigene Gospelleidenschaft spielte auf die unbezähmbare Entschlossenheit an, die das Rückgrat schwarzer Spirituals, des Blues, des großartigen R&B, des Soul, der Popmusik, des Hip-Hop und des furchterregendsten von allen, des Beat, bildet.
Nörgelnde „Experten“ wollen diesen Beat genauso stoppen, wie das Zelebrieren Jacksons. Ihre monotone Feindseligkeit ähnelt dem Rassismus, der so viele gesellschaftliche und berufliche Institutionen antreibt. Wenn der derzeitige Präsident der Vereinigten Staaten nur ungern zugab, dass er „all dieses Zeug auf seinem IPod hat“, erscheint es entweder respektlos oder einfach ein weiteres Zugeständnis an den Willen der Medienelite zu sein. Was der Präsident der Vereinigten Staaten nicht sagte war, dass selbst ein relativ „kleines Liedchen“ wie PYTmehr war als nur irgendein „Zeug“. Hört euch an, in welcher Art Michael das romantische Flehen des R&B übernahm und wie er es sang, ihm ging es um mehr als nur um Beute oder Sex, ihm ging es um die Versinnbildlichung von Herzensgüte. Es ist die reichhaltige Fülle, die viele in der schwarzen Popmusik unterschätzen (wenn sie auch von einer weißen Intelligenzbestie wie Green Gartside bekannt gemacht wurde, der Jacksons Ästhetik zur Neuinterpretation in Scritti Politti zerlegte – Anmerkung: Scritti Politti ist eine walisische New Wave Band, die in den 80ern einigen Erfolg hatte, die Stimme des Sängers erinnert entfernt an Michael). MJs „Wooooo’s“ und „repeat after me (sprecht mir nach)“ waren sinnliche und rhetorische Bekräftigungen persönlicher und gemeinschaftlicher Liebe. Er bat die ganze Welt um Call and Response (Ruf und Antwort) und er bekam sie. PYT vereint Lebensfreude mit Kunst, es ist nur ein zusätzlicher Segen, dass man auch noch dazu tanzen kann. Wenn das unsere Demokratie nicht rechtfertigen kann, dann ersetzt MJs Bürgerechtsmoonwalk mit einem Gleichschritt.

Immer noch greift die Medienelite (die entschieden von der texanischen Kongressabgeordneten Sheila Jackson Lee in ihrer Lobrede zurechtgewiesen wurde) auf die Vorwürfe über MJs Privatleben zurück. Sie ignorieren Jacksons Kunst – und seinen Freispruch – als ob sie irgendeinen schwarzen Kriminellen verunglimpften und als ob sie jede Art von Verteidigung in Misskredit bringen wollten. Diese Musikhasser offenbaren durch ihre eigene Schamlosigkeit nur ihre eigene Unmenschlichkeit. Genau zu dem Zeitpunkt, als Jackson in den 80ern verfolgt wurde, wurde ebenfalls offensichtlich, dass seine Schmach aus der gewöhnlichen Respektlosigkeit herrührte, die die Kultur des Mainstream gegenüber der Kreativität und dem Intellekt schwarzer Künstler zeigt. Auch dies brachte Jackson dazu, schreien zu wollen. Für die Hasser ist es bequem, zu ignorieren, dass MJs Songs, die jetzt die Straßen, Einkaufshallen und Tanzclubs füllen, die Bedeutung eines siegreichen Volksentscheids haben. Diejenigen, die die Musik lieben, gewinnen MJs Werk zurück, das auf das Beste, was in ihnen steckt mit dem Besten, was er zu geben hatte, reagiert.

First of the Month

Sommer 2009

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Übersetzung: Achildsbliss

<3 Danke!

Bin ich das Biest, das du dir vorstellst? Der kulturelle Missbrauch Michael Jacksons (von Joe Vogel)

Übersetzung des Artikels:

Am I the Beast You Visualized?: The Cultural Abuse of Michael Jackson – Von Joe Vogel

http://voiceseducation.org/content/am-i-beast-you-visualized-cultural-abuse-michael-jackson

Dieser Artikel wurde im November 2011 geschrieben/veröffentlicht, während dem Prozess von Murray. Im April beginnt Katherine Jacksons Prozess gegen AEG – Auch die Inhalte dieses Artikels werden dann wieder ganz aktuell….

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In den letzten Wochen haben wir ständig gehört, dass es nicht Michael Jackson ist, der vor Gericht steht, sondern Conrad Murray. Aber wir wissen natürlich, wie die Wirklichkeit aussieht. Das hier ist der „Prozess über Michael Jacksons Tod“. Er ist, wie es immer schon war, die Hauptfigur, das aufreizende Schauspiel. Es ist Michael Jackson, der unter dem Mikroskop liegt, während wir, wieder einmal, neugierig in seinem Haus, seinen Krankenakten und seinem Körper herumschnüffeln. Und nun, da das Publikum nach Jacksons Tod größtenteils verständnisvoller geworden ist, bleibt er doch das Objekt endloser Untersuchungen und Beurteilungen.

Spielt das denn noch eine Rolle, jetzt, da der Mensch selbst den Missbrauch nicht mehr spüren kann? Sollte es den Durchschnittsmenschen kümmern, ob eine „Berühmtheit“ wie Jackson herzlos gering schätzend behandelt wird? Projekte wie „Voices“, deren „Words and Violance“-Serie die verstörende Flugbahn unseres gesellschaftlichen Diskurs hervorhebt, sagt JA. Worte sind von Belang. Egal auf wen sie abzielen. Worte können, wie wir erst kürzlich bei jugendlichem Mobbing und Selbstmorden miterlebt haben, zu verheerenden dramatischen Ausgängen führen.

Genauso können sie auch benutzt werden, um zu beflügeln und zu heilen.

Michael With Mask

Michael Jackson wusste das. 1988 schloss er mit dem AIDS-Opfer Ryan White, einem Jungen aus Kokomo, Indiana, Freundschaft. White war aufgrund unaufhörlicher verbaler Attacken und Gewaltandrohungen gezwungen worden, die Schule zu verlassen. Jackson gab ihm, so White, das Gefühl, „normal“ zu sein. „Michael interessierte es nicht, welcher Rasse du angehörtest, welche Hautfarbe du hattest oder welche Behinderung“, erinnert sich Ryan Whites Mutter Jeanne. „Er liebte einfach alle Kinder.“
White ist einer von Tausenden von „Außenseitern“, denen Jackson sich zuwandte, mit denen er Freundschaft schloss und denen er mit Liebenswürdigkeit begegnete. Er identifizierte sich mit ihnen. Er verstand ihren Schmerz und ihre Einsamkeit. Er hatte Mitgefühl mit ihrem Kampf, in einer Welt zu leben, die sich weigerte, sie so, wie sie waren, anzunehmen, ob nun wegen einer Krankheit, ihrer physischen Erscheinung, ihrer Rasse, ihrer sexuellen Orientierung oder aus anderen Gründen.

Schon als Junge besaß Jackson dieses Einfühlungsvermögen. Hört euch den Song „Ben“ an. In der Art, wie Jackson den Song abliefert, finden sich aufrichtiger Schmerz und Mitgefühl (Sie sehen dich nicht so, wie ich dich sehe/ Ich wünschte, sie würden es versuchen). Den Song kann man als eine der ersten künstlerischen Stellungnahmen Jacksons ansehen, gesungen im Namen all derer, die ins Abseits gedrängt und missverstanden werden. Viele weitere sollten folgen.

Jacksons Außenseiterrolle begann schon während seiner Kindheit (da es nie eine Zeit gab, in der er sich als „normal“ empfand und auch nie eine Zeit, in der er so wahrgenommen wurde). Doch die Heftigkeit der Feindseligkeiten, die ihm durch sein „Anderssein“ entgegenschlugen, wurde mit der Zeit immer stärker. David Yuan behauptete in seinem 1996 geschriebenen Essay „Der berühmte Freak: Michael Jacksons grotesker Ruhm“, dass Michael Jackson der festgelegte Freak unserer Zeit sei. Keine andere öffentliche Person der Welt rief einen derartigen Level an Lächerlichmachen, extremster Musterung und „Hyper-Infrage-stellen“ hervor. Bereits 1985 wurde Jackson von der Klatschpresse als „Wako Jacko“ bezeichnet, einer Bezeichnung, die er hasste. In der Presse wurde er stets mit „bizarr“, „verrückt“ und „exzentrisch“ beschrieben. Tatsächlich wurde kaum etwas, was er Mitte der 80er sagte oder tat von den Medien anders bezeichnet.

Jackson wurde ununterbrochen wegen seiner Vitiligo-Erkrankung verspottet, von der die meisten Leute glaubten, er habe diese Krankheit nicht wirklich, bis sie schließlich im Obduktionsbericht definitiv bestätigt wurde. Er wurde wegen seiner Liebe zu Tieren, seiner Liebe zu Kindern und seiner Liebe zu unserem Planeten verspottet. Er wurde wegen seiner Ehen, seiner Kinder und seiner Neverland-Ranch verspottet. Man machte sich über seine Sexualität, seine Stimme und sein kindliches Verhalten lustig. Selbst bei Rezensionen über seine Musik konnte man nicht widerstehen, Pseudo-Psychoanalysen und persönlichen Beleidigungen den meisten Platz einzuräumen. Kann es einen Zweifel daran geben, dass diese Behandlung durch die Medien und die Kultur größtenteils missbräuchlich war?

Das Opfer dieser unmenschlichen Angriffe fühlte sich ganz sicher so. Hört euch die Texte seiner Songs an. In „Tabloid Junkie“ beschreibt er die Medien als „Parasiten“, die ihm das Leben aussaugen, während sie die allgemeine Öffentlichkeit mit stetigen Dosen von Sensationsmache betäuben und verwirren. In „Stranger In Moscow“ ist er ein Künstler im Exil, der von seinem eigenen Land, in dem er geboren wurde, aufgezehrt und wieder ausgespuckt wird. „Ich lief im Regen herum“, singt er in der Rolle eines einsamen Vagabunden, „hinter Masken/ fühle mich, als sei ich wahnsinnig“.

In „Scream“ ist er es leid, herum geschubst zu werden, er fleht: „Oh Bruder, bitte hab Gnade, denn ich halte es nicht mehr aus.“ Der Song dient jedoch auch als Medium von Stärke und Entschlossenheit (Treten sie mich nieder, muss ich wieder aufstehen). Michael und seine Schwester Janet liefern einen heftigen Schlag gegen das System, das sie sehr richtig als korrupt und ungerecht ansehen. In einem Vers singt Janet „Ihr betreibt einen Ausverkauf von Seelen und ich mache mir Gedanken um meine.“ Es ist ein herausfordernder Song darüber, sich gegen Grausamkeiten zur Wehr zu setzen, auch wenn der Schmerz und die Empörung so tief sind, dass sie nur in einem Schrei ausgedrückt werden können, der tief aus der Kehle kommt.

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In zahlreichen Songs benutzt Jackson die Musik gleichsam als gebündelten Aufschrei all derer, die schlecht behandelt werden. In „They Don’t Care About Us“ legt er Zeugnis ab für all jene, die erniedrigt und ihrer Bürgerrechte beraubt wurden. „Sagt, was wurde aus meinen Rechten, bin ich unsichtbar, nur weil ihr mich ignoriert?“, singt er dort. In „Little Susie“ richtet er die Aufmerksamkeit auf die Not der Vernachlässigten und Verlassenen, indem er die Geschichte eines Mädchens erzählt, dessen Gabe unbemerkt bleibt, bis es tot am Fuße der Treppe ihres Hauses gefunden wird. („Hebt sie ganz vorsichtig hoch“, singt Jackson, „Blut ist in ihrem Haar“). Der „Earth Song“ liefert eine epische Wehklage im Namen unseres Planeten und seiner verwundbaren Einwohner (repräsentiert durch die leidenschaftlichen Ausrufe des Chors: Was wird aus uns?). Durch solche Songs (wie auch durch sein ganzes Leben und seine ganze Persönlichkeit) wurde Jackson zu einer Art globalem Repräsentanten der „Anderen“.
Die Massenmedien jedoch hielten nie sonderlich viel von Jacksons „Anderssein“, genauso wie sie nie viel von den „Anderen“ hielten, von denen er in seinen Songs sprach. Sie fanden wohl eher eine einfache, profitable Geschichte – Jackson als exzentrischer „Freak“ – und an dieser Geschichte hielten sie nahezu 30 Jahre fest und sie erhöhten stets und ständig ihren Einsatz.

Die fesselndste Reaktion Jacksons auf die öffentliche Wahrnehmung von ihm kommt wahrscheinlich in diesen drei Songs zum Ausdruck: „Ghosts“, „Is It Scary“ und „Threatened“. Hier hält Jackson der Gesellschaft den Spiegel vor, die ihn verachtet und er verlangt von ihr, in ihr eigenes groteskes Spiegelbild zu blicken. „Erschreckt dich das?“, fragt er. Die Songs, mit den sie begleitenden bildlichen Darstellungen, sind nicht nur extrem selbstbewusst, sie demonstrieren auch sein sehr scharfsinniges Verständnis der giftigen Mächte, die ihn umgeben und jagen.

In dem Kurzfilm „Ghosts“ verhöhnt der Bürgermeister (eine konservative Autoritätsperson, inspiriert von DA Tom Sneddon) von „Normal Valley“ Jacksons Charakter: „Freaky Boy! Freak! Zirkusfreak!“ Interessanterweise ist es Jackson selbst, maskiert als Bürgermeister, der diese Worte sagt und man kann spüren, wie sehr er sie verinnerlicht hat. Es sind Beleidigungen, die beschmutzen und demütigen sollen (was sicher 1993 und 2005 auch der Zweck der Jagd auf Jackson war). Für den Bürgermeister ist Jacksons Anwesenheit in der Gemeinde nicht zu tolerieren. Es ist nicht so, dass Jackson irgendwem wehgetan hätte, es ist einfach, weil er anders ist und Anderssein bedrohlich ist.
In solch künstlerischen Ausdrucksformen erkennt Jackson ganz klar, was ihm angetan worden ist. Er wurde von äußeren Mächten in eine Schublade gesteckt. Er ist ein Phantom, das sie sich in ihren eigenen Köpfen erschaffen haben, wie er in „Is It Scary“ singt. „Wenn du exzentrische Seltsamkeiten sehen willst, werde ich vor deinen Augen grotesk“. Das heißt mit anderen Worten, dass er grotesk sein wird, weil es genau das ist, „was das Publikum sehen will“. Sie wurden so konditioniert, genau das zu sehen. Später in diesem Song nimmt er die Reaktionen des Publikums vorweg, indem er fragt: „Amüsiere ich euch/oder verwirre ich euch nur/bin ich das Biest, das ihr euch vorstellt?“ Wurde er weniger als ein Mensch? Warum? Ist es seine physische Erscheinung? Seine mehrdeutige Identität? Seine ungewöhnliche Lebensgeschichte? Keine Frage, Michael Jackson war anders. Die Frage ist, warum dieses „Anderssein“ eine solch glühende Herabwürdigung und Verunglimpfung entfachte.

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Eine der bemerkenswertesten Qualitäten von Michael Jacksons Leben und Werk besteht jedoch darin, dass er sich weigerte, sein Anderssein aufzugeben. Er wird niemals „normal“, wie es, sagen wir, vom Bürgermeister von Normal Valley erwartet wird. Er passt sich keinen Erwartungen an. Lieber bleibt er sich selbst treu und stellt seine einzigartige, facettenreiche Identität zur Schau, zum Verdruss all derer, die sich wünschen, er möge in vorhersehbarere Schubladen passen. Seine Andersartigkeiten, wie Susan Fast schreibt, waren „undurchdringlich und unerschöpflich und riefen große Beunruhigung hervor. Sei doch bitte schwarz, Michael, oder weiß oder schwul oder hetero, Vater oder Mutter. Sei deinen Kindern ein Vater, aber sei doch bitte nicht selbst Kind, damit wir endlich wissen, auf wen wir unsere liberale (In)Toleranz richten sollen. Und versuch doch bitte nicht, alle gleichzeitig mit Kodes zu verwirren“.

Selbst über zwei Jahre nach seinem tragischen Tod, scheint es so zu sein, dass die Menschen immer noch nicht wissen, was sie mit Jackson anfangen sollen. Deshalb wird er einfach auf einen „Medikamentenabhängigen“ reduziert. Herzlos pflastert ein Foto seines leblosen Körpers die Nachrichtenseiten. Ein grausames, missbräuchliches Verhalten, unter dem Deckmantel „normal“. Vielleicht nutzte Jackson deshalb einen Gruselfilm als Medium, um sich zu wehren. Es war sein Weg, den Spieß umzudrehen, um symbolisch die Welt so darzustellen, wie er sie oft empfand: monströs und grotesk. Seine „Horrorstorys“ waren sicherlich nicht dafür vorgesehen, einfach nur zu unterhalten.

„Freaks werden Freaks genannt“, bemerkt Autor James Baldwin, „und sie werden behandelt, wie sie behandelt werden – in der Hauptsache abscheulich – weil sie Menschen sind, die tief in uns unsere grundlegendsten Ängste und Wünsche widerspiegeln.“ Doch so sehr Jackson zum symbolischen Magnet wurde, auf den diese kulturellen Ängste projiziert wurden, so war er doch auch ein Mensch aus Fleisch und Blut, der versuchte, sein Leben zu leben. Gegen Ende von „Is It Scary“ singt er: „Ich bin einfach nicht das, was ihr in mir sucht“, bevor er dem leidenschaftlichen Zuhörer offenbart: „Doch wenn ihr euch aufmacht/ die Wahrheit und Reinheit zu erkennen/ liegt sie hier in einem einsamen Herzen/ als lasst die Performance beginnen!“

Ironischerweise finden wir diese Wahrheit und Reinheit in der Performance seiner Kunst. Hier treibt er seine Dämonen aus, dort wo seine Qual sich in schöpferische Energie verwandelt. Hier stürzen Mauern ein und Masken fallen. Für die Außenwelt mag er in Spektakel sein, eine Karikatur, ein Freak; doch hier, in seiner Musik, offenbart er letztendlich seine Seele. Er ist ein Mensch.

Die Frage ist: Was sehen wir?

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Übersetzung: achlidsbliss – mjjackson-forever.com

Susan Fast – Anderssein, das über das Verstehen hinausging:

http://all4michael.com/2012/09/25/anderssein-das-uber-verstehen-hinausging-erinnerung-an-michael-jackson-1958-2009/

Todd Gray – Erinnerungen an Michael – “before he was king”

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Im Jahr 1979 , nach dem Abschluss der High School ging ich an die Kunstschule. Mit 17 hatte ich bereits in der Zeitschrift “Life” veröffentlicht und war auf Tour mit den Rolling Stones. Zu dieser Zeit hatte ich ein wirklich gutes Portfolio an Konzert Fotos und CBS Records (jetzt Sony) mochte meine Arbeit weil Ich “Gladys Knight and the Pips” für sie fotografiert hatte, und deren Manager mochte die Fotos und die Art, wie ich auftrat. Ich hatte keine Ahnung, dass sie auch die Jacksons managten und ziemlich schnell bekam ich den Auftrag, die Gruppe bei ihrem Auftritt bei “American Band Stand” und “Soul Train” zu fotografieren. Als ich dort auftauchte ging ich in die Garderobe und dort waren all diese Menschen, die um Michaels Aufmerksamkeit buhlten. Ich gebe zu, ich war ein wenig eingeschüchtert und dachte sofort, dass ich von dieser Situation lieber etwas Abstand haben wollte… und so zog ich mich lieber erst Mal etwas zurück, um mich aus dem Trubel um Michael herauszuhalten.

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Es war offensichtlich, dass Michael einen besondere “Aura” hatte, und jeder wurde davon angezogen, einschließlich der Platten-Bosse, den Radioleuten – einfach alle – sie folgten ihm nicht nur, sie klebten förmlich an ihm. Wieder traf ich eine bewusste Entscheidung, nicht zu diesem Kreis zu gehören, es war nicht meine “Liga”. Es war ein immer gleiches Szenario, aber Michael war pflichtbewusst und hatte sein Management-Team stets an seiner Seite, denn Michael, der eigentlich schüchtern und introvertiert war, war aber gleichzeitig in einem der öffentlichsten Berufe, so hatte er immer eine Art Schutzschild von Leuten um sich, die von ihm ablenkten und wenn jemand zu ihm wollte, musste er erst an diesen Leuten vorbei. Mike sprach immer nur wenig Worte mit leiser Stimme und wenn jemand von den Medien oder anderswo etwas von ihm wollte, flüsterte er ins Ohr eines seiner Helfer und der gab die wie auch immer lautende Antwort weiter. Michael tat dies, weil er keine direkte Konfrontation mochte und nicht die Gefühle eines anderen verletzten wollte. Dennoch war seine Stimme nicht wirklich so sanft wie die, die er oft in der Öffentlichkeit verwendet, so dass ich denke, Michael tat das auch zu seinem Schutz. Wenn ich mit ihnen (den Jacksons) unterwegs war, war Michael immer kritisch mit ihren Auftritten und redete darüber, wie sie ihre Leistungen verbessern könnten und er tat es immer mit dieser sanften Stimme. Aber denkt nichts falsches… wenn Michael sprach, hörten sie alle zu.

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War Michael nur von seiner Familie und Freunden umgeben, war er oft ausgelassen ein Spaßmacher. Manchmal rief mich mit verstellter Stimme und falschem Namen an, und bat mich, irgendetwas albernes zu tun. Er konnte eine Vielzahl von Stimmen imitieren und spielte mir viele Streiche. Einmal machte ich Bilder von ihm während er im Bett war, weil er zu spät war für ein Treffen, das wir ausgemacht hatten und er wollte nicht aufstehen. Er sagte: “Todd, ich werde dich da für noch dran kriegen!” Und das tat er. Ich hatte es längst vergessen. Viel später, während einem Auftritt sollte ich, so sagte er zu mir, an einem bestimmten Ort vor der Bühne stehen, um Fotos von ihm zu machen während er sang. (She’s out of my life) Ich tat wie mir angewiesen wurde. Kurz bevor ich an meiner Position war, ließ Michael sich plötzlich auf den Boden fallen und rief: “Ich bin so einsam, kann nicht jemand kommen und mich berühren, ich brauche euch.. ” und jede Frau an diesem Ort ist auf mich eingestürzt. Ich stand genau zwischen ihnen und der Bühne mit Michael und ich konnte nicht einmal ein Foto machen, und Michael warf mir diesen Blick zu: “jetzt hab ich dich“. Danach sagte ich zu ihm: “Du denkst, du bist clever….” und er sagte ganz unschuldig: “Was meinst du,Todd?“ Ich sagte: „Die haben mich eingeklemmt, es hat weh getan” und er antwortete: “Todd, ich plane solche Sachen nicht, irgendetwas packt mich einfach, und dann denke ich nicht nach, was ich tue.”

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Dieser Mann war wie ein Rätsel. Ich habe nie jemanden getroffen in dem sich solche Eigenschaften vereinen, wie diese reife Weisheit eines Erwachsenen und die Qualitäten eines Kindes. Michael war in vielem ein authentisch Kind. Ich konnte versuchen was ich wollte, ich konnte diese beiden polaren Gegensätze in ein und demselben Körper nicht fassen. Wir gingen ein paar mal zu Disneyland und wenn du neben ihm in einer Achterbahn sitzt, mit Michaels Geschrei, dann wurde ich genauso und ließ mein Kind raus. Ich bin ihm dafür dankbar. Er machte, dass es in Ordnung war, um ihn herum wie ein Kind zu sein, und das waren alle in seinem Lager, wir alle wurden ab und zu wieder zu Kindern. Michael erschuf diese Atmosphäre und diesen Raum und du bist darin aufgegangen, bevor du es realisieren konntest. Anfangs war ich distanziert und hatte eine professionelle Einstellung, aber ich merkte, dass er sich wohler fühlte wenn man spielerischer war und er sich dann mehr öffnete. Was sehr großartig war am Zusammensein mit Michael ist, dass ich meine Erwachsenen-Maske fallen lassen konnte und mein inneres Kind pflegen konnte.

Ich war etwas modebewusst und er fragte mich deshalb manchmal, was er anziehen sollte, oder ich ging durch seine Garderobe suchte etwas für ihn raus. Es war in jenen Momenten, dass er seine Unsicherheit mir gegenüber ausdrückte. Ich erinnere mich, dass ich ihm sagte, er solle seinen Mickey-Mouse- Hut ausziehen, aber er behielt ihn und sagte: “Oh, Todd, ich mag ihn, es ist mein Lieblingsstück.” Was die Leute vielleicht überrascht zu erfahren ist, dass Michael mit seinem Geld anfangs nicht verschwenderisch umging. Ich erinnere mich dass er eine Statue besonders toll fand und mich los schickte, um den Preis herauszufinden. Als ich zurückkam und ihn nannte sagte er, dass es ihm zu viel Geld sei. Ich konnte es nicht glauben, denn es war zu der Zeit als er wirklich das große Geld machte.

Wegen seiner Religion war er immer im Zwiespalt und darauf bedacht nicht alles im Übermaß zu haben, er akzeptiere auch nicht das Geburtstagsgeschenk, was ich ihm gekauft hatte, weil seine Religion Geburtstage nicht anerkannte. Ich konnte die Enttäuschung sehen, als er das Geschenk von mir abgelehnte. Du konntest auch nicht in Michaels Umgebung fluchen oder locker daherreden. Ich erinnere mich an eine Begebenheit, wo ich und einer der anderen Kumpel auf Tour gingen auf der Suche nach Frauen, und als wir wieder zurückkamen fragte Michael, was wir am Abend gemacht hätten. Der andere sagte: “Wir waren fischen.“ “Fischen ?” Er brauchte eine Minute, um darauf zukommen was der Kumpel sagen wollte, aber als er endlich begriff, lachten wir und es wurde zu unserem “Running Gag”, so dass er uns jedes Mal wenn wir ihn sahen fragte: “Na Jungs, wart ihr heute wieder “fischen”? “

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Als ich ihn kennen lernte unterschätze ich ihn völlig und dachte, er ist ein „Leichtgewicht”, wie ein Kind, aber ich merkte, er ist ein scharfer Denker mit hohem Intellekt. Einige Experten glauben, dass man seinen kreativen Geist fördern kann, indem man sich mit seinem inneren Kind verbindet und kulturelle Zwänge außer Acht lässt. Man bekommt dann eine bessere Verbindung zur Kreativität, weil man entspannter ist und die Ideen kommen von selbst. Michael hatte sich nie eingeschränkt und zurückgenommen und er hatte immer diesen Erneuerungs-Prozess und bekam so neue, erfrischende Ideen.

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Ich erinnere mich, ich hatte den Auftrag ein Cover für das “Time Magazine” zu machen und Michael saß in seinem Heim-Kino, hatte seine Beine auf den Stuhl gelegt und ich bemerkte, dass er zwei verschiedenfarbige Socken trug und ich sagte: “Mike, du hast zwei verschiedene Socken an.” Das war, als “Thriller” gerade richtig loslegte und Mikes Zuversicht am größten war. Er sagte: “Ich weiß, nimm das Bild auf.” Und ich sagte: “Aber Mike, sie werden über dich reden.” Und er antwortete mit hochgezogenen Augenbrauen: “Ich weiß, Todd. Mach das Bild.” Da wußte ich, ich war in dem Moment einfach nur ein Angestellter und kein Freund. In diesem Moment verstand ich, dass Michael bereits begonnen hatte, sein überlebensgroßes Image zu schaffen. Und er hatte Recht, alle sprachen darüber.

Ich war in meinem Studio in Inglewood, umgeben von Michaels Fotos um sie für ein Buch zu bearbeiten, als meine Frau herein kam und sagte, Michael sei gestorben. Dann rief mein Sohn an und brach in Tränen aus und sagte wie sehr er ihn vermisse, er sei doch mit ihm aufgewachsen. Aber mich traf es erst so richtig, als ich sein Memorial ansah, und Magic Johnson sagte, er sei ein besserer Spieler geworden – wegen Michael. Mike entzündete etwas in dir, was dich immer inspirierte besser zu werden.

http://www1.essence.com/news_entertainment/entertainment/articles/michael_jacksons_photographer_todd_gray_shares_intimate_moments_with_the_king_of_pop#ixzz0t6IRbfWy

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Michael zeigte mir sein erst kürzlich fertiggestelltes Privattheater, komplett mit Plüschsitzen aus rotem Samt. Ich dachte, sein blauer Pullover würde das Tiefrot gut ergänzen und bat ihn, Platz zu nehmen und so zu tun, als ob er einen Film sehe. ”Welchen Film?” fragte er. Ich sagte: ”Das spielt keine Rolle. Jeder Film tut’s” Doch Michael bestand darauf: ”Todd, du musst mir schon sagen welchen Film ich schaue, wenn du eine Reaktion von mir erwartest.” “Ok, wie wäre es mit einer Charlie Chaplin Komödie?” schlug ich vor. ”Welche?” fragte Michael. ‘Es gibt so viele, weißt du.” Ich hatte einen Aussetzer, zum Glück rief mein Assistent ”Modern Times.”  Michael antwortete: ”Ok, welcher Teil?” Ungeduldig sagte ich: ”Michael, es ist eine Komödie, lach einfach!” Es war schon spät und wir alle waren müde und leicht gereizt, aber Michael hatte seinen Spaß damit. ‘Nun”, begann er, ”wenn du mich zum lachen bringen willst, musst du mir einen Witz erzählen. Aber du sagtest, ich soll so tun, als würde ich einen Film schauen. Was möchtest du denn jetzt?” Schließlich gab ich auf und machte ein lächerliches Clownsgesicht, das ihn zum lachen brachte.

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Michael war anfangs sehr schüchtern und unsicher vor der Kamera. Es brauchte zwei Jahre Zusammenarbeit, um unser Verhältnis aufzubauen. Aber als es erst einmal gefestigt war, spürte ich wie entspannt er vor der Kamera wurde, er musste nicht extra posieren, er fühlte sich so entspannt, dass er einfach er selbst sein konnte, und sicher wußte, dass ich ein gutes Foto von ihm machen würde. Er vertraute mir genug, um ganz er selbst zu sein.

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Todd Gray – Michael Jackson: Fotografien 1974 – 1983

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Todd Gray – Michael Jackson before he was king

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Auszug aus dem Buch:

Schon sehr früh fiel mir auf, wie engagiert Michael bei der Arbeit war. Er arbeitete fast immer und schien sich selten zu entspannen. Zweifellos war er harte Arbeitszeiten gewohnt und hatte so die freie Zeit der Kindheit größtenteils verpasst. Seine Fähigkeiten reichten weit über sein verblüffendes Talent als Sänger und Tänzer hinaus. Ein großer Teil der Arbeit fand im Tonstudio statt – der Erfolg der Jacksons beruhte auch auf ihrem Perfektionismus, was ihre Produkte anging -, und Michael war unbestritten der in der Gruppe, der am konzentriertesten und härtesten arbeitete. Wenn er im Regieraum an der Technik saß und mit den Toningenieuren das Mischpult bediente, gab er seinen Brüdern geflüsterte Anweisungen zu Gesangsarrangements. Er flüsterte nicht aus Geheimniskrämerei, sondern weil er schüchtern war und seine Ideen nicht hinausschreien wollte. Mit gerade mal zwanzig Jahren traf er Entscheidungen über die Gestaltung von Albumcovers, las Verträge, gab Interviews und nahm im Studio auf – manchmal alles an einem Tag.

Im Frühjahr 1981 begannen Michael und seine Brüder mit den Proben für die Triumph-Tour, die sie in 35 nordamerikanische Städte führte. Michael, der Perfektionist, forderte das Äußerste von sich und den anderen, so als wäre jede Probe ein richtiges Konzert. Er hielt sich nie zurück und gab bei jeder Probe alles, trainierte seinen Körper und seine Stimme. Mit einem Zerstäuber wärmte er seine Stimmbänder auf, um hinter der Bühne Tonleitern zu üben. Er ging vorsichtig mit seiner Stimme um, um sicherzustellen, dass sie jederzeit absolut einsatzbereit war und er verlässlich konstante Höchstleistungen abliefern konnte. Jeder Auftritt sollte großartig sein und jede Performance eine neue Erfahrung, was nicht nur eine Herausforderung, sondern auch ein Risiko darstellte. Weil ihm so viel an den Auftritten lag, war Michael oft angespannt und nervös, bevor er auf die Bühne ging. Aber gerade die Hingabe und der Perfektionismus machten ihn zu einem unvergleichlichen Künstler.

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Wenn Michael Zeit zum Entspannen fand, blätterte er gerne in Bildbänden. Er nahm seine Lieblingsbücher mit auf Tour und kaufte unterwegs neue. Immer wenn wir eine Stadt verließen, war der Bus mit noch mehr Kartons beladen. Die Triumph-Tournee begann in Memphis ohne Kisten, nach ein paar Tagen in Dallas waren es zwei, dann kam Houston, und als wir in San Antonio waren, sah ich, wie ein ganzer Berg Bücherkisten eingeladen wurde. Er liebte besonders Bücher über das glamouröse Hollywood der Dreißigerjahre, ebenso reich illustrierte Kinderbücher und hochwertige, großformatige Bildbände. Michael verkroch sich meist ganz hinten im Bus, während die anderen vorne zusammenblieben. Auch ich zog die Ruhe vor und saß bei ihm, während er in ein Buch mit prachtvollen Hollywoodbildern aus den Dreißigerjahren vertieft war. Er betrachtete eine besonders eindrucksvolle Aufnahme und sagte: „Das ist zauberhaft. Solche Fotos macht heute niemand mehr.“ Er studierte die Posen, Augen, Make-up und Ausdruck – alles, was einem solchen Bild Glanz verleiht. Außerdem liebte er Bücher mit Bildern von Kindern aus aller Welt. Ich weiß noch, wie er im Bus einmal sagte: „Alle Kinder sind schön. Es spielt keine Rolle, woher sie kommen, sie sind alle so schön. Ich wünschte, ich könnte ein Buch über die Kinder der Welt schreiben. Ich möchte sämtliche Länder bereisen und zeigen, dass alle Menschen auf Erden schön sind. Ich will nach Indien fahren und die Armut und das Elend der Kinder dort dokumentieren, und vielleicht könnte ich helfen, ihre Lage zu verbessern. Oder Afrika, wo es so viel Hunger und Krankheiten gibt. Todd, würdest du das mit mir machen wollen?“ Ich war sprachlos, weil ich mich fragte, wie Michael je Zeit dafür finden wollte – und, weil er mich als Fotograf dafür haben wollte. Ja, sagte ich, ich wünschte, wir könnten eines Tages ein solches Projekt zusammen machen. Ich empfahl ihm die Bilder von Lewis Hine, dem einflussreichen Fotojournalisten, dessen Werk dazu beitrug, dass im frühen 20. Jahrhundert Gesetze gegen Kinderarbeit eingeführt wurden. Als er Hines Aufnahmen gesehen hatte, sagte er, das sei die Art Bilder, die ich machen sollte. „Sie sind so traurig und bewegend. Sie rühren mich zu Tränen.“ Immer mal wieder kam Michael auf die Idee unseres Buchs über die Kinder der Welt zurück, aber irgendwann war die Sache vom Tisch; ein unerfüllter Wunsch, der sich jedoch ein paar Jahre später in anderer Form in „We Are The World“ wiederfand, das dank Michaels Ko-Autorschaft und Mitwirkung Millionen für die Wohltätigkeitsorganisation USA for Africa einspielte. Es war eine typische Michael-Geste – großzügig, kreativ, bahnbrechend.

Ich begleitete Michael oft zu Konzerten, Benefizveranstaltungen und Preisverleihungen, und er liebte es, sich mit anderen Berühmtheiten fotografieren zu lassen. In Gegenwart anderer Stars war er so aufgeregt wie jeder normale Fan. Nervös fragte er mich: „Glaubst du, Soundso macht ein Bild mit mir?“ Ich lachte im Stillen und antwortete: „Michael, du bist ein viel größerer Star als Soundso … Sicherlich möchte er oder sie sich mit dir fotografieren lassen.“

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Michael war ein einzigartiger Mensch. Obwohl ich manchmal dachte, ich hätte ihn durchschaut, ist mir das nie wirklich gelungen. Heute ist mir klar, dass er etwas Ungreifbares, Unerreichbares an sich hatte. Ich weiß jetzt, dass in ihm immer das Kind verborgen blieb, das ahnte, dass das Geheimnis seiner Kreativität darin lag, seine jugendliche, liebevolle Unschuld zu bewahren. Ich hatte das Glück, viel Zeit mit ihm verbracht zu haben, und in der Zeit, als ich mit Michael und seiner Familie arbeitete, wurde ich immer mit Wärme und Güte behandelt. Ich danke Michael dafür, dass er mich mit einem Arbeitsethos vertraut gemacht hat, an dem ich bis heute festhalte. Wann immer ich müde bin und keine Lust habe, Höchstleistungen zu erbringen, frage ich mich: „Würde MJ Kompromisse schließen? Würde MJ minderwertige Arbeit abliefern?“ Die Antwort ist selbstverständlich: Nein. Dieses Wissen motiviert mich, immer weiterzumachen und mein Bestes zu geben.

Meine Fotografien von Michael zeigen ihn als den einnehmenden, bezaubernden, jugendlichen Menschen, der er war, ehe die Begleiterscheinungen seines außergewöhnlichen Ruhmes ihre Wirkung zeigten. Wenn ich heute daran zurückdenke, wird mir klar, dass das die schönste Zeit war, die Zeit, bevor er der „King of Pop“ wurde.

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