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Bin ich das Biest, das du dir vorstellst? Der kulturelle Missbrauch Michael Jacksons (von Joe Vogel)

Übersetzung des Artikels:

Am I the Beast You Visualized?: The Cultural Abuse of Michael Jackson – Von Joe Vogel

http://voiceseducation.org/content/am-i-beast-you-visualized-cultural-abuse-michael-jackson

Dieser Artikel wurde im November 2011 geschrieben/veröffentlicht, während dem Prozess von Murray. Im April beginnt Katherine Jacksons Prozess gegen AEG – Auch die Inhalte dieses Artikels werden dann wieder ganz aktuell….

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In den letzten Wochen haben wir ständig gehört, dass es nicht Michael Jackson ist, der vor Gericht steht, sondern Conrad Murray. Aber wir wissen natürlich, wie die Wirklichkeit aussieht. Das hier ist der „Prozess über Michael Jacksons Tod“. Er ist, wie es immer schon war, die Hauptfigur, das aufreizende Schauspiel. Es ist Michael Jackson, der unter dem Mikroskop liegt, während wir, wieder einmal, neugierig in seinem Haus, seinen Krankenakten und seinem Körper herumschnüffeln. Und nun, da das Publikum nach Jacksons Tod größtenteils verständnisvoller geworden ist, bleibt er doch das Objekt endloser Untersuchungen und Beurteilungen.

Spielt das denn noch eine Rolle, jetzt, da der Mensch selbst den Missbrauch nicht mehr spüren kann? Sollte es den Durchschnittsmenschen kümmern, ob eine „Berühmtheit“ wie Jackson herzlos gering schätzend behandelt wird? Projekte wie „Voices“, deren „Words and Violance“-Serie die verstörende Flugbahn unseres gesellschaftlichen Diskurs hervorhebt, sagt JA. Worte sind von Belang. Egal auf wen sie abzielen. Worte können, wie wir erst kürzlich bei jugendlichem Mobbing und Selbstmorden miterlebt haben, zu verheerenden dramatischen Ausgängen führen.

Genauso können sie auch benutzt werden, um zu beflügeln und zu heilen.

Michael With Mask

Michael Jackson wusste das. 1988 schloss er mit dem AIDS-Opfer Ryan White, einem Jungen aus Kokomo, Indiana, Freundschaft. White war aufgrund unaufhörlicher verbaler Attacken und Gewaltandrohungen gezwungen worden, die Schule zu verlassen. Jackson gab ihm, so White, das Gefühl, „normal“ zu sein. „Michael interessierte es nicht, welcher Rasse du angehörtest, welche Hautfarbe du hattest oder welche Behinderung“, erinnert sich Ryan Whites Mutter Jeanne. „Er liebte einfach alle Kinder.“
White ist einer von Tausenden von „Außenseitern“, denen Jackson sich zuwandte, mit denen er Freundschaft schloss und denen er mit Liebenswürdigkeit begegnete. Er identifizierte sich mit ihnen. Er verstand ihren Schmerz und ihre Einsamkeit. Er hatte Mitgefühl mit ihrem Kampf, in einer Welt zu leben, die sich weigerte, sie so, wie sie waren, anzunehmen, ob nun wegen einer Krankheit, ihrer physischen Erscheinung, ihrer Rasse, ihrer sexuellen Orientierung oder aus anderen Gründen.

Schon als Junge besaß Jackson dieses Einfühlungsvermögen. Hört euch den Song „Ben“ an. In der Art, wie Jackson den Song abliefert, finden sich aufrichtiger Schmerz und Mitgefühl (Sie sehen dich nicht so, wie ich dich sehe/ Ich wünschte, sie würden es versuchen). Den Song kann man als eine der ersten künstlerischen Stellungnahmen Jacksons ansehen, gesungen im Namen all derer, die ins Abseits gedrängt und missverstanden werden. Viele weitere sollten folgen.

Jacksons Außenseiterrolle begann schon während seiner Kindheit (da es nie eine Zeit gab, in der er sich als „normal“ empfand und auch nie eine Zeit, in der er so wahrgenommen wurde). Doch die Heftigkeit der Feindseligkeiten, die ihm durch sein „Anderssein“ entgegenschlugen, wurde mit der Zeit immer stärker. David Yuan behauptete in seinem 1996 geschriebenen Essay „Der berühmte Freak: Michael Jacksons grotesker Ruhm“, dass Michael Jackson der festgelegte Freak unserer Zeit sei. Keine andere öffentliche Person der Welt rief einen derartigen Level an Lächerlichmachen, extremster Musterung und „Hyper-Infrage-stellen“ hervor. Bereits 1985 wurde Jackson von der Klatschpresse als „Wako Jacko“ bezeichnet, einer Bezeichnung, die er hasste. In der Presse wurde er stets mit „bizarr“, „verrückt“ und „exzentrisch“ beschrieben. Tatsächlich wurde kaum etwas, was er Mitte der 80er sagte oder tat von den Medien anders bezeichnet.

Jackson wurde ununterbrochen wegen seiner Vitiligo-Erkrankung verspottet, von der die meisten Leute glaubten, er habe diese Krankheit nicht wirklich, bis sie schließlich im Obduktionsbericht definitiv bestätigt wurde. Er wurde wegen seiner Liebe zu Tieren, seiner Liebe zu Kindern und seiner Liebe zu unserem Planeten verspottet. Er wurde wegen seiner Ehen, seiner Kinder und seiner Neverland-Ranch verspottet. Man machte sich über seine Sexualität, seine Stimme und sein kindliches Verhalten lustig. Selbst bei Rezensionen über seine Musik konnte man nicht widerstehen, Pseudo-Psychoanalysen und persönlichen Beleidigungen den meisten Platz einzuräumen. Kann es einen Zweifel daran geben, dass diese Behandlung durch die Medien und die Kultur größtenteils missbräuchlich war?

Das Opfer dieser unmenschlichen Angriffe fühlte sich ganz sicher so. Hört euch die Texte seiner Songs an. In „Tabloid Junkie“ beschreibt er die Medien als „Parasiten“, die ihm das Leben aussaugen, während sie die allgemeine Öffentlichkeit mit stetigen Dosen von Sensationsmache betäuben und verwirren. In „Stranger In Moscow“ ist er ein Künstler im Exil, der von seinem eigenen Land, in dem er geboren wurde, aufgezehrt und wieder ausgespuckt wird. „Ich lief im Regen herum“, singt er in der Rolle eines einsamen Vagabunden, „hinter Masken/ fühle mich, als sei ich wahnsinnig“.

In „Scream“ ist er es leid, herum geschubst zu werden, er fleht: „Oh Bruder, bitte hab Gnade, denn ich halte es nicht mehr aus.“ Der Song dient jedoch auch als Medium von Stärke und Entschlossenheit (Treten sie mich nieder, muss ich wieder aufstehen). Michael und seine Schwester Janet liefern einen heftigen Schlag gegen das System, das sie sehr richtig als korrupt und ungerecht ansehen. In einem Vers singt Janet „Ihr betreibt einen Ausverkauf von Seelen und ich mache mir Gedanken um meine.“ Es ist ein herausfordernder Song darüber, sich gegen Grausamkeiten zur Wehr zu setzen, auch wenn der Schmerz und die Empörung so tief sind, dass sie nur in einem Schrei ausgedrückt werden können, der tief aus der Kehle kommt.

Scream

In zahlreichen Songs benutzt Jackson die Musik gleichsam als gebündelten Aufschrei all derer, die schlecht behandelt werden. In „They Don’t Care About Us“ legt er Zeugnis ab für all jene, die erniedrigt und ihrer Bürgerrechte beraubt wurden. „Sagt, was wurde aus meinen Rechten, bin ich unsichtbar, nur weil ihr mich ignoriert?“, singt er dort. In „Little Susie“ richtet er die Aufmerksamkeit auf die Not der Vernachlässigten und Verlassenen, indem er die Geschichte eines Mädchens erzählt, dessen Gabe unbemerkt bleibt, bis es tot am Fuße der Treppe ihres Hauses gefunden wird. („Hebt sie ganz vorsichtig hoch“, singt Jackson, „Blut ist in ihrem Haar“). Der „Earth Song“ liefert eine epische Wehklage im Namen unseres Planeten und seiner verwundbaren Einwohner (repräsentiert durch die leidenschaftlichen Ausrufe des Chors: Was wird aus uns?). Durch solche Songs (wie auch durch sein ganzes Leben und seine ganze Persönlichkeit) wurde Jackson zu einer Art globalem Repräsentanten der „Anderen“.
Die Massenmedien jedoch hielten nie sonderlich viel von Jacksons „Anderssein“, genauso wie sie nie viel von den „Anderen“ hielten, von denen er in seinen Songs sprach. Sie fanden wohl eher eine einfache, profitable Geschichte – Jackson als exzentrischer „Freak“ – und an dieser Geschichte hielten sie nahezu 30 Jahre fest und sie erhöhten stets und ständig ihren Einsatz.

Die fesselndste Reaktion Jacksons auf die öffentliche Wahrnehmung von ihm kommt wahrscheinlich in diesen drei Songs zum Ausdruck: „Ghosts“, „Is It Scary“ und „Threatened“. Hier hält Jackson der Gesellschaft den Spiegel vor, die ihn verachtet und er verlangt von ihr, in ihr eigenes groteskes Spiegelbild zu blicken. „Erschreckt dich das?“, fragt er. Die Songs, mit den sie begleitenden bildlichen Darstellungen, sind nicht nur extrem selbstbewusst, sie demonstrieren auch sein sehr scharfsinniges Verständnis der giftigen Mächte, die ihn umgeben und jagen.

In dem Kurzfilm „Ghosts“ verhöhnt der Bürgermeister (eine konservative Autoritätsperson, inspiriert von DA Tom Sneddon) von „Normal Valley“ Jacksons Charakter: „Freaky Boy! Freak! Zirkusfreak!“ Interessanterweise ist es Jackson selbst, maskiert als Bürgermeister, der diese Worte sagt und man kann spüren, wie sehr er sie verinnerlicht hat. Es sind Beleidigungen, die beschmutzen und demütigen sollen (was sicher 1993 und 2005 auch der Zweck der Jagd auf Jackson war). Für den Bürgermeister ist Jacksons Anwesenheit in der Gemeinde nicht zu tolerieren. Es ist nicht so, dass Jackson irgendwem wehgetan hätte, es ist einfach, weil er anders ist und Anderssein bedrohlich ist.
In solch künstlerischen Ausdrucksformen erkennt Jackson ganz klar, was ihm angetan worden ist. Er wurde von äußeren Mächten in eine Schublade gesteckt. Er ist ein Phantom, das sie sich in ihren eigenen Köpfen erschaffen haben, wie er in „Is It Scary“ singt. „Wenn du exzentrische Seltsamkeiten sehen willst, werde ich vor deinen Augen grotesk“. Das heißt mit anderen Worten, dass er grotesk sein wird, weil es genau das ist, „was das Publikum sehen will“. Sie wurden so konditioniert, genau das zu sehen. Später in diesem Song nimmt er die Reaktionen des Publikums vorweg, indem er fragt: „Amüsiere ich euch/oder verwirre ich euch nur/bin ich das Biest, das ihr euch vorstellt?“ Wurde er weniger als ein Mensch? Warum? Ist es seine physische Erscheinung? Seine mehrdeutige Identität? Seine ungewöhnliche Lebensgeschichte? Keine Frage, Michael Jackson war anders. Die Frage ist, warum dieses „Anderssein“ eine solch glühende Herabwürdigung und Verunglimpfung entfachte.

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Eine der bemerkenswertesten Qualitäten von Michael Jacksons Leben und Werk besteht jedoch darin, dass er sich weigerte, sein Anderssein aufzugeben. Er wird niemals „normal“, wie es, sagen wir, vom Bürgermeister von Normal Valley erwartet wird. Er passt sich keinen Erwartungen an. Lieber bleibt er sich selbst treu und stellt seine einzigartige, facettenreiche Identität zur Schau, zum Verdruss all derer, die sich wünschen, er möge in vorhersehbarere Schubladen passen. Seine Andersartigkeiten, wie Susan Fast schreibt, waren „undurchdringlich und unerschöpflich und riefen große Beunruhigung hervor. Sei doch bitte schwarz, Michael, oder weiß oder schwul oder hetero, Vater oder Mutter. Sei deinen Kindern ein Vater, aber sei doch bitte nicht selbst Kind, damit wir endlich wissen, auf wen wir unsere liberale (In)Toleranz richten sollen. Und versuch doch bitte nicht, alle gleichzeitig mit Kodes zu verwirren“.

Selbst über zwei Jahre nach seinem tragischen Tod, scheint es so zu sein, dass die Menschen immer noch nicht wissen, was sie mit Jackson anfangen sollen. Deshalb wird er einfach auf einen „Medikamentenabhängigen“ reduziert. Herzlos pflastert ein Foto seines leblosen Körpers die Nachrichtenseiten. Ein grausames, missbräuchliches Verhalten, unter dem Deckmantel „normal“. Vielleicht nutzte Jackson deshalb einen Gruselfilm als Medium, um sich zu wehren. Es war sein Weg, den Spieß umzudrehen, um symbolisch die Welt so darzustellen, wie er sie oft empfand: monströs und grotesk. Seine „Horrorstorys“ waren sicherlich nicht dafür vorgesehen, einfach nur zu unterhalten.

„Freaks werden Freaks genannt“, bemerkt Autor James Baldwin, „und sie werden behandelt, wie sie behandelt werden – in der Hauptsache abscheulich – weil sie Menschen sind, die tief in uns unsere grundlegendsten Ängste und Wünsche widerspiegeln.“ Doch so sehr Jackson zum symbolischen Magnet wurde, auf den diese kulturellen Ängste projiziert wurden, so war er doch auch ein Mensch aus Fleisch und Blut, der versuchte, sein Leben zu leben. Gegen Ende von „Is It Scary“ singt er: „Ich bin einfach nicht das, was ihr in mir sucht“, bevor er dem leidenschaftlichen Zuhörer offenbart: „Doch wenn ihr euch aufmacht/ die Wahrheit und Reinheit zu erkennen/ liegt sie hier in einem einsamen Herzen/ als lasst die Performance beginnen!“

Ironischerweise finden wir diese Wahrheit und Reinheit in der Performance seiner Kunst. Hier treibt er seine Dämonen aus, dort wo seine Qual sich in schöpferische Energie verwandelt. Hier stürzen Mauern ein und Masken fallen. Für die Außenwelt mag er in Spektakel sein, eine Karikatur, ein Freak; doch hier, in seiner Musik, offenbart er letztendlich seine Seele. Er ist ein Mensch.

Die Frage ist: Was sehen wir?

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Übersetzung: achlidsbliss – mjjackson-forever.com

Susan Fast – Anderssein, das über das Verstehen hinausging:

http://all4michael.com/2012/09/25/anderssein-das-uber-verstehen-hinausging-erinnerung-an-michael-jackson-1958-2009/

Todd Gray – Erinnerungen an Michael – “before he was king”

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Im Jahr 1979 , nach dem Abschluss der High School ging ich an die Kunstschule. Mit 17 hatte ich bereits in der Zeitschrift “Life” veröffentlicht und war auf Tour mit den Rolling Stones. Zu dieser Zeit hatte ich ein wirklich gutes Portfolio an Konzert Fotos und CBS Records (jetzt Sony) mochte meine Arbeit weil Ich “Gladys Knight and the Pips” für sie fotografiert hatte, und deren Manager mochte die Fotos und die Art, wie ich auftrat. Ich hatte keine Ahnung, dass sie auch die Jacksons managten und ziemlich schnell bekam ich den Auftrag, die Gruppe bei ihrem Auftritt bei “American Band Stand” und “Soul Train” zu fotografieren. Als ich dort auftauchte ging ich in die Garderobe und dort waren all diese Menschen, die um Michaels Aufmerksamkeit buhlten. Ich gebe zu, ich war ein wenig eingeschüchtert und dachte sofort, dass ich von dieser Situation lieber etwas Abstand haben wollte… und so zog ich mich lieber erst Mal etwas zurück, um mich aus dem Trubel um Michael herauszuhalten.

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Es war offensichtlich, dass Michael einen besondere “Aura” hatte, und jeder wurde davon angezogen, einschließlich der Platten-Bosse, den Radioleuten – einfach alle – sie folgten ihm nicht nur, sie klebten förmlich an ihm. Wieder traf ich eine bewusste Entscheidung, nicht zu diesem Kreis zu gehören, es war nicht meine “Liga”. Es war ein immer gleiches Szenario, aber Michael war pflichtbewusst und hatte sein Management-Team stets an seiner Seite, denn Michael, der eigentlich schüchtern und introvertiert war, war aber gleichzeitig in einem der öffentlichsten Berufe, so hatte er immer eine Art Schutzschild von Leuten um sich, die von ihm ablenkten und wenn jemand zu ihm wollte, musste er erst an diesen Leuten vorbei. Mike sprach immer nur wenig Worte mit leiser Stimme und wenn jemand von den Medien oder anderswo etwas von ihm wollte, flüsterte er ins Ohr eines seiner Helfer und der gab die wie auch immer lautende Antwort weiter. Michael tat dies, weil er keine direkte Konfrontation mochte und nicht die Gefühle eines anderen verletzten wollte. Dennoch war seine Stimme nicht wirklich so sanft wie die, die er oft in der Öffentlichkeit verwendet, so dass ich denke, Michael tat das auch zu seinem Schutz. Wenn ich mit ihnen (den Jacksons) unterwegs war, war Michael immer kritisch mit ihren Auftritten und redete darüber, wie sie ihre Leistungen verbessern könnten und er tat es immer mit dieser sanften Stimme. Aber denkt nichts falsches… wenn Michael sprach, hörten sie alle zu.

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War Michael nur von seiner Familie und Freunden umgeben, war er oft ausgelassen ein Spaßmacher. Manchmal rief mich mit verstellter Stimme und falschem Namen an, und bat mich, irgendetwas albernes zu tun. Er konnte eine Vielzahl von Stimmen imitieren und spielte mir viele Streiche. Einmal machte ich Bilder von ihm während er im Bett war, weil er zu spät war für ein Treffen, das wir ausgemacht hatten und er wollte nicht aufstehen. Er sagte: “Todd, ich werde dich da für noch dran kriegen!” Und das tat er. Ich hatte es längst vergessen. Viel später, während einem Auftritt sollte ich, so sagte er zu mir, an einem bestimmten Ort vor der Bühne stehen, um Fotos von ihm zu machen während er sang. (She’s out of my life) Ich tat wie mir angewiesen wurde. Kurz bevor ich an meiner Position war, ließ Michael sich plötzlich auf den Boden fallen und rief: “Ich bin so einsam, kann nicht jemand kommen und mich berühren, ich brauche euch.. ” und jede Frau an diesem Ort ist auf mich eingestürzt. Ich stand genau zwischen ihnen und der Bühne mit Michael und ich konnte nicht einmal ein Foto machen, und Michael warf mir diesen Blick zu: “jetzt hab ich dich“. Danach sagte ich zu ihm: “Du denkst, du bist clever….” und er sagte ganz unschuldig: “Was meinst du,Todd?“ Ich sagte: „Die haben mich eingeklemmt, es hat weh getan” und er antwortete: “Todd, ich plane solche Sachen nicht, irgendetwas packt mich einfach, und dann denke ich nicht nach, was ich tue.”

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Dieser Mann war wie ein Rätsel. Ich habe nie jemanden getroffen in dem sich solche Eigenschaften vereinen, wie diese reife Weisheit eines Erwachsenen und die Qualitäten eines Kindes. Michael war in vielem ein authentisch Kind. Ich konnte versuchen was ich wollte, ich konnte diese beiden polaren Gegensätze in ein und demselben Körper nicht fassen. Wir gingen ein paar mal zu Disneyland und wenn du neben ihm in einer Achterbahn sitzt, mit Michaels Geschrei, dann wurde ich genauso und ließ mein Kind raus. Ich bin ihm dafür dankbar. Er machte, dass es in Ordnung war, um ihn herum wie ein Kind zu sein, und das waren alle in seinem Lager, wir alle wurden ab und zu wieder zu Kindern. Michael erschuf diese Atmosphäre und diesen Raum und du bist darin aufgegangen, bevor du es realisieren konntest. Anfangs war ich distanziert und hatte eine professionelle Einstellung, aber ich merkte, dass er sich wohler fühlte wenn man spielerischer war und er sich dann mehr öffnete. Was sehr großartig war am Zusammensein mit Michael ist, dass ich meine Erwachsenen-Maske fallen lassen konnte und mein inneres Kind pflegen konnte.

Ich war etwas modebewusst und er fragte mich deshalb manchmal, was er anziehen sollte, oder ich ging durch seine Garderobe suchte etwas für ihn raus. Es war in jenen Momenten, dass er seine Unsicherheit mir gegenüber ausdrückte. Ich erinnere mich, dass ich ihm sagte, er solle seinen Mickey-Mouse- Hut ausziehen, aber er behielt ihn und sagte: “Oh, Todd, ich mag ihn, es ist mein Lieblingsstück.” Was die Leute vielleicht überrascht zu erfahren ist, dass Michael mit seinem Geld anfangs nicht verschwenderisch umging. Ich erinnere mich dass er eine Statue besonders toll fand und mich los schickte, um den Preis herauszufinden. Als ich zurückkam und ihn nannte sagte er, dass es ihm zu viel Geld sei. Ich konnte es nicht glauben, denn es war zu der Zeit als er wirklich das große Geld machte.

Wegen seiner Religion war er immer im Zwiespalt und darauf bedacht nicht alles im Übermaß zu haben, er akzeptiere auch nicht das Geburtstagsgeschenk, was ich ihm gekauft hatte, weil seine Religion Geburtstage nicht anerkannte. Ich konnte die Enttäuschung sehen, als er das Geschenk von mir abgelehnte. Du konntest auch nicht in Michaels Umgebung fluchen oder locker daherreden. Ich erinnere mich an eine Begebenheit, wo ich und einer der anderen Kumpel auf Tour gingen auf der Suche nach Frauen, und als wir wieder zurückkamen fragte Michael, was wir am Abend gemacht hätten. Der andere sagte: “Wir waren fischen.“ “Fischen ?” Er brauchte eine Minute, um darauf zukommen was der Kumpel sagen wollte, aber als er endlich begriff, lachten wir und es wurde zu unserem “Running Gag”, so dass er uns jedes Mal wenn wir ihn sahen fragte: “Na Jungs, wart ihr heute wieder “fischen”? “

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Als ich ihn kennen lernte unterschätze ich ihn völlig und dachte, er ist ein „Leichtgewicht”, wie ein Kind, aber ich merkte, er ist ein scharfer Denker mit hohem Intellekt. Einige Experten glauben, dass man seinen kreativen Geist fördern kann, indem man sich mit seinem inneren Kind verbindet und kulturelle Zwänge außer Acht lässt. Man bekommt dann eine bessere Verbindung zur Kreativität, weil man entspannter ist und die Ideen kommen von selbst. Michael hatte sich nie eingeschränkt und zurückgenommen und er hatte immer diesen Erneuerungs-Prozess und bekam so neue, erfrischende Ideen.

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Ich erinnere mich, ich hatte den Auftrag ein Cover für das “Time Magazine” zu machen und Michael saß in seinem Heim-Kino, hatte seine Beine auf den Stuhl gelegt und ich bemerkte, dass er zwei verschiedenfarbige Socken trug und ich sagte: “Mike, du hast zwei verschiedene Socken an.” Das war, als “Thriller” gerade richtig loslegte und Mikes Zuversicht am größten war. Er sagte: “Ich weiß, nimm das Bild auf.” Und ich sagte: “Aber Mike, sie werden über dich reden.” Und er antwortete mit hochgezogenen Augenbrauen: “Ich weiß, Todd. Mach das Bild.” Da wußte ich, ich war in dem Moment einfach nur ein Angestellter und kein Freund. In diesem Moment verstand ich, dass Michael bereits begonnen hatte, sein überlebensgroßes Image zu schaffen. Und er hatte Recht, alle sprachen darüber.

Ich war in meinem Studio in Inglewood, umgeben von Michaels Fotos um sie für ein Buch zu bearbeiten, als meine Frau herein kam und sagte, Michael sei gestorben. Dann rief mein Sohn an und brach in Tränen aus und sagte wie sehr er ihn vermisse, er sei doch mit ihm aufgewachsen. Aber mich traf es erst so richtig, als ich sein Memorial ansah, und Magic Johnson sagte, er sei ein besserer Spieler geworden – wegen Michael. Mike entzündete etwas in dir, was dich immer inspirierte besser zu werden.

http://www1.essence.com/news_entertainment/entertainment/articles/michael_jacksons_photographer_todd_gray_shares_intimate_moments_with_the_king_of_pop#ixzz0t6IRbfWy

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Michael zeigte mir sein erst kürzlich fertiggestelltes Privattheater, komplett mit Plüschsitzen aus rotem Samt. Ich dachte, sein blauer Pullover würde das Tiefrot gut ergänzen und bat ihn, Platz zu nehmen und so zu tun, als ob er einen Film sehe. ”Welchen Film?” fragte er. Ich sagte: ”Das spielt keine Rolle. Jeder Film tut’s” Doch Michael bestand darauf: ”Todd, du musst mir schon sagen welchen Film ich schaue, wenn du eine Reaktion von mir erwartest.” “Ok, wie wäre es mit einer Charlie Chaplin Komödie?” schlug ich vor. ”Welche?” fragte Michael. ‘Es gibt so viele, weißt du.” Ich hatte einen Aussetzer, zum Glück rief mein Assistent ”Modern Times.”  Michael antwortete: ”Ok, welcher Teil?” Ungeduldig sagte ich: ”Michael, es ist eine Komödie, lach einfach!” Es war schon spät und wir alle waren müde und leicht gereizt, aber Michael hatte seinen Spaß damit. ‘Nun”, begann er, ”wenn du mich zum lachen bringen willst, musst du mir einen Witz erzählen. Aber du sagtest, ich soll so tun, als würde ich einen Film schauen. Was möchtest du denn jetzt?” Schließlich gab ich auf und machte ein lächerliches Clownsgesicht, das ihn zum lachen brachte.

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Michael war anfangs sehr schüchtern und unsicher vor der Kamera. Es brauchte zwei Jahre Zusammenarbeit, um unser Verhältnis aufzubauen. Aber als es erst einmal gefestigt war, spürte ich wie entspannt er vor der Kamera wurde, er musste nicht extra posieren, er fühlte sich so entspannt, dass er einfach er selbst sein konnte, und sicher wußte, dass ich ein gutes Foto von ihm machen würde. Er vertraute mir genug, um ganz er selbst zu sein.

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Todd Gray – Michael Jackson: Fotografien 1974 – 1983

http://www.amazon.de/Michael-Jackson-Fotografien-1974-1983/dp/3941376136

Todd Gray – Michael Jackson before he was king

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Auszug aus dem Buch:

Schon sehr früh fiel mir auf, wie engagiert Michael bei der Arbeit war. Er arbeitete fast immer und schien sich selten zu entspannen. Zweifellos war er harte Arbeitszeiten gewohnt und hatte so die freie Zeit der Kindheit größtenteils verpasst. Seine Fähigkeiten reichten weit über sein verblüffendes Talent als Sänger und Tänzer hinaus. Ein großer Teil der Arbeit fand im Tonstudio statt – der Erfolg der Jacksons beruhte auch auf ihrem Perfektionismus, was ihre Produkte anging -, und Michael war unbestritten der in der Gruppe, der am konzentriertesten und härtesten arbeitete. Wenn er im Regieraum an der Technik saß und mit den Toningenieuren das Mischpult bediente, gab er seinen Brüdern geflüsterte Anweisungen zu Gesangsarrangements. Er flüsterte nicht aus Geheimniskrämerei, sondern weil er schüchtern war und seine Ideen nicht hinausschreien wollte. Mit gerade mal zwanzig Jahren traf er Entscheidungen über die Gestaltung von Albumcovers, las Verträge, gab Interviews und nahm im Studio auf – manchmal alles an einem Tag.

Im Frühjahr 1981 begannen Michael und seine Brüder mit den Proben für die Triumph-Tour, die sie in 35 nordamerikanische Städte führte. Michael, der Perfektionist, forderte das Äußerste von sich und den anderen, so als wäre jede Probe ein richtiges Konzert. Er hielt sich nie zurück und gab bei jeder Probe alles, trainierte seinen Körper und seine Stimme. Mit einem Zerstäuber wärmte er seine Stimmbänder auf, um hinter der Bühne Tonleitern zu üben. Er ging vorsichtig mit seiner Stimme um, um sicherzustellen, dass sie jederzeit absolut einsatzbereit war und er verlässlich konstante Höchstleistungen abliefern konnte. Jeder Auftritt sollte großartig sein und jede Performance eine neue Erfahrung, was nicht nur eine Herausforderung, sondern auch ein Risiko darstellte. Weil ihm so viel an den Auftritten lag, war Michael oft angespannt und nervös, bevor er auf die Bühne ging. Aber gerade die Hingabe und der Perfektionismus machten ihn zu einem unvergleichlichen Künstler.

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Wenn Michael Zeit zum Entspannen fand, blätterte er gerne in Bildbänden. Er nahm seine Lieblingsbücher mit auf Tour und kaufte unterwegs neue. Immer wenn wir eine Stadt verließen, war der Bus mit noch mehr Kartons beladen. Die Triumph-Tournee begann in Memphis ohne Kisten, nach ein paar Tagen in Dallas waren es zwei, dann kam Houston, und als wir in San Antonio waren, sah ich, wie ein ganzer Berg Bücherkisten eingeladen wurde. Er liebte besonders Bücher über das glamouröse Hollywood der Dreißigerjahre, ebenso reich illustrierte Kinderbücher und hochwertige, großformatige Bildbände. Michael verkroch sich meist ganz hinten im Bus, während die anderen vorne zusammenblieben. Auch ich zog die Ruhe vor und saß bei ihm, während er in ein Buch mit prachtvollen Hollywoodbildern aus den Dreißigerjahren vertieft war. Er betrachtete eine besonders eindrucksvolle Aufnahme und sagte: „Das ist zauberhaft. Solche Fotos macht heute niemand mehr.“ Er studierte die Posen, Augen, Make-up und Ausdruck – alles, was einem solchen Bild Glanz verleiht. Außerdem liebte er Bücher mit Bildern von Kindern aus aller Welt. Ich weiß noch, wie er im Bus einmal sagte: „Alle Kinder sind schön. Es spielt keine Rolle, woher sie kommen, sie sind alle so schön. Ich wünschte, ich könnte ein Buch über die Kinder der Welt schreiben. Ich möchte sämtliche Länder bereisen und zeigen, dass alle Menschen auf Erden schön sind. Ich will nach Indien fahren und die Armut und das Elend der Kinder dort dokumentieren, und vielleicht könnte ich helfen, ihre Lage zu verbessern. Oder Afrika, wo es so viel Hunger und Krankheiten gibt. Todd, würdest du das mit mir machen wollen?“ Ich war sprachlos, weil ich mich fragte, wie Michael je Zeit dafür finden wollte – und, weil er mich als Fotograf dafür haben wollte. Ja, sagte ich, ich wünschte, wir könnten eines Tages ein solches Projekt zusammen machen. Ich empfahl ihm die Bilder von Lewis Hine, dem einflussreichen Fotojournalisten, dessen Werk dazu beitrug, dass im frühen 20. Jahrhundert Gesetze gegen Kinderarbeit eingeführt wurden. Als er Hines Aufnahmen gesehen hatte, sagte er, das sei die Art Bilder, die ich machen sollte. „Sie sind so traurig und bewegend. Sie rühren mich zu Tränen.“ Immer mal wieder kam Michael auf die Idee unseres Buchs über die Kinder der Welt zurück, aber irgendwann war die Sache vom Tisch; ein unerfüllter Wunsch, der sich jedoch ein paar Jahre später in anderer Form in „We Are The World“ wiederfand, das dank Michaels Ko-Autorschaft und Mitwirkung Millionen für die Wohltätigkeitsorganisation USA for Africa einspielte. Es war eine typische Michael-Geste – großzügig, kreativ, bahnbrechend.

Ich begleitete Michael oft zu Konzerten, Benefizveranstaltungen und Preisverleihungen, und er liebte es, sich mit anderen Berühmtheiten fotografieren zu lassen. In Gegenwart anderer Stars war er so aufgeregt wie jeder normale Fan. Nervös fragte er mich: „Glaubst du, Soundso macht ein Bild mit mir?“ Ich lachte im Stillen und antwortete: „Michael, du bist ein viel größerer Star als Soundso … Sicherlich möchte er oder sie sich mit dir fotografieren lassen.“

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Michael war ein einzigartiger Mensch. Obwohl ich manchmal dachte, ich hätte ihn durchschaut, ist mir das nie wirklich gelungen. Heute ist mir klar, dass er etwas Ungreifbares, Unerreichbares an sich hatte. Ich weiß jetzt, dass in ihm immer das Kind verborgen blieb, das ahnte, dass das Geheimnis seiner Kreativität darin lag, seine jugendliche, liebevolle Unschuld zu bewahren. Ich hatte das Glück, viel Zeit mit ihm verbracht zu haben, und in der Zeit, als ich mit Michael und seiner Familie arbeitete, wurde ich immer mit Wärme und Güte behandelt. Ich danke Michael dafür, dass er mich mit einem Arbeitsethos vertraut gemacht hat, an dem ich bis heute festhalte. Wann immer ich müde bin und keine Lust habe, Höchstleistungen zu erbringen, frage ich mich: „Würde MJ Kompromisse schließen? Würde MJ minderwertige Arbeit abliefern?“ Die Antwort ist selbstverständlich: Nein. Dieses Wissen motiviert mich, immer weiterzumachen und mein Bestes zu geben.

Meine Fotografien von Michael zeigen ihn als den einnehmenden, bezaubernden, jugendlichen Menschen, der er war, ehe die Begleiterscheinungen seines außergewöhnlichen Ruhmes ihre Wirkung zeigten. Wenn ich heute daran zurückdenke, wird mir klar, dass das die schönste Zeit war, die Zeit, bevor er der „King of Pop“ wurde.

Dave Dave (David Rothenburg) – Erinnerungen an Michael

Dave Dave wurde 1983 von seinem Vater mit Benzin übergossen und erlitt schwerste Verbrennungen. Er freundete sich 1983 mit Michael an, der ihn über viele Jahre unterstützte. In einem Interview von 2009 berichtet Dave Dave über seine Freundschaft mit Michael.

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Tom Mesereau über Dave Dave:

“Auf seiner Beerdigung war Dave Dave (David Rothenburg) Michael hatte sich um ihn gekümmert und er (Dave Dave) redete auf der Trauerfeier darüber, welch eine liebenswürdige, ehrbare, großzügige Person Michael Jackson war. Ich habe mitbekommen, dass überall in der Welt solche Kinder waren für die er das tat. Benachteiligte und kranke Kinder. Michael hat Checks geschrieben, aber niemand hat darüber berichtet. Er hat es nicht getan, um damit bekannt zu werden, er hat es getan, weil es von seinem Herzen kam.”

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David: “Er hatte von mir gehört, mich kontaktiert und wollte mich treffen. Ich war gerade 7 Jahre alt damals. Es ging auf und ab mit meinen Operationen. Er befreundete sich mit mir und nahm mich in sein Leben auf. Er öffnete seine Arme und akzeptierte mich als guten Freund. Und über die Jahre ließ er mich nie fallen. Der Besuch von ihm in seinem Haus in Encino war noch sehr improvisiert und wurde von meiner Mutter geheimgehalten. Ich war immer ein Bewunderer von ihm – nicht wirklich ein Fan – aber ich liebte seine Musik. Eines Tages überraschte mich meine Mutter und brachte mich nach Neverland, ich ging in die Arcaden und da war überall diese Musik von Paul McCartney, “This girl is mine” und alles mögliche andere. Ich setzte mich hin und mein Lieblings Video- Spiel damals war “Pole-Position”, ich spielet also “Pole-Position” und dann tippte mich jemand auf die Schulter. Ich drehte mich um und da war Michael und in dem Moment wurde ich auch schon umarmt, und diese Umarmung endete nie, durch unsere ganze Freundschaft hindurch.  Ich glaube, dass die Leute nicht realisieren, dass Michael auch nur ein Mensch war. Über die Jahre wurde er von den Medien stigmatisiert und das war weder gut für ihn, noch für sein Umfeld. Ich glaube Michael war eine großartige Person, er hat niemals eine Seele verletzt und ich bin froh, dass ich all die Jahre sein Freund sein durfte. Ich war ein treuer Freund. Michael war immer für mich da, immer, wenn ich jemanden zum Reden brauchte. Michael unterstütze mich emotional sehr, er öffnete Neverland für mich, als ein Mittel zu Ablenkung. Eigentlich könnte man sagen, er war für mich eher der Vater, den ich nie hatte, als ein Freund.”

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Miko Brando: „Er liebte Dave von dem Tag an, wo er ihn kennenlernte. Sie wurden Freunde und Michael half ihm über all die Jahre. So ein Mensch war Michael…“

Hier das Interview im Original (LarryKing Live):

https://www.youtube.com/watch?v=En5Q4syywcw

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Noch eine Geschichte über Dave Dave und Michael:
Eines Tages rief Michael an und sagte: „Hast du Zeit, mit deiner Familie zum Essen zu kommen? Ich habe einen Freund zu Besuch, den ihr kennenlernen sollt.“ Ich wusste, dass es interessant sein würde, wenn er so etwas sagte, und man wäre hinterher froh, die Einladung angenommen zu haben. Ich sagte ihm, wir würden sehr gerne kommen. Er sagte: „ Ich muss dich zuerst noch etwas fragen. Denkst du, deine Kinder würde es verstören, jemanden zu treffen, der von einem Unfall verunstaltet ist?“ Ich sagte ihm: „Michael, ich kann dir versichern, meine Kinder werden diesen Mensch so behandeln, als hätte er keine Deformationen. Ich habe ihnen schon sehr früh beigebracht, nie etwas Verletzendes zu irgendwem zu sagen. Besonders nicht, wenn es Dinge betrifft, für die man nichts kann. Ich werde ihnen aber davon erzählen, bevor wir zu dir kommen.“ Michael sagte: „Gut, dann freue ich mich, wenn ihr zum Dinner kommt und David Rothenberg kennenlernt.“

Zu dem Zeitpunkt waren wir schon so oft auf der Ranch, dass man uns für gewöhnlich durchwinkte, und nicht mehr zum Anmelden anhielt. Auch dieser Besuch war nicht anders und nach unserer Ankunft parkten wir vor dem Haus. Obwohl ich es Michael schon oft gesagt hatte, dass es nicht nötig wäre, dass die Köche und das Hauspersonal sich immer vor dem Eingang aufstellten, standen sie auch jetzt wieder dort, um uns willkommen zu heißen. Michael bestand auf dieses Protokoll. Ich sagte zu ihm: „Ich kenne doch längst jeden beim Namen, weil ich schon so oft hier war. Ich fühle mich schuldig, dass sie ihre Arbeit unterbrechen müssen, um hier zu unserer Begrüßung zu stehen.“ Michael antwortete: „Du musst dir keine Gedanken machen. Es ist eine der Tätigkeiten, für die ich sie bezahle.“

Dieses Haus zu betreten war immer besonders. Es war ein liebevoller Anschlag auf alle Sinne. Wir gingen nach links, durch das Esszimmer. Am anderen Ende davon war ein großer Kamin, dem gegenüber sich die große Theke der Küche befand.  An diesem Abend saßen die Gäste rechts vom Kamin. Michael sah uns an und sagte: „Das ist David Rothenberg.“ Und dann stellte er uns gegenseitig vor. Die Kinder liefen herum, um im Haus zu spielen und ich, Chriss, Michael und David blieben am Tisch sitzen und unterhielten uns. Ich glaube, es gibt Bilder von David, für diejenigen, die sehen möchten, wie er aussieht, aber es genügt, wenn ich sage, dass er irgendwann in seinem Leben Verbrennungen erlitten hat.  Ich erinnere mich daran, dass er am Hinterkopf lange Haare hatte, und dass ein Mädchen, eine Cousine von Michael, damit beschäftigt war, die Haare zu einem Zopf zu flechten, während David uns von seinem Tag auf der Ranch erzählte. Als wir dann alle beim Essen waren, wandte Michael sich an ihn und fragte: „David, hast du heute etwas gemalt?“ David antwortete: „Ja, ich hab heute mein allerbestes Werk erschaffen.“ Michael sagte: „ Gut. Ich möchte, dass du jeden Tag, den du hier bist, malst. Ich möchte, dass du dich selbst ausdrückst.“ David versicherte ihm, dass er das tun würde.

Später am Abend ging ich mit Michael zum See, wo eine Staffelei aufgebaut war, und er zeigte mir ein paar von Davids Gemälden. Es waren einfache Figuren darauf, und V-förmige Vögel. Michael sagte zu mir: „Es macht nichts, wenn er kein großartiger Maler wird. Ich denke, es ist einfach wichtig für ihn, das zu tun, während er hier ist. Ich möchte, dass er beschäftigt ist.“ Ich fragte Michael: „Wie hast du David kennengelernt?“ Michael sagte: „Als er noch sehr jung war, hat ihn sein Vater mit Benzin übergossen und angezündet. Die Gründe spielen keine Rolle mehr. Und es gibt eigentlich auch keine. Jedenfalls hat er es überlebt, und ich habe all die Jahre auf ihn geachtet. Vor kurzem las ich in der Zeitung, David Rothenburg hätte versucht Selbstmord zu begehen. Er war verzweifelt darüber, dass er keinen Job bekam. Ich habe ihn herholen lassen. Einer meiner Fahrer hat ihn zur Ranch gebracht. Als er hier war, sagte ich ihm, dass ich gehört hatte, was passiert war. David sagte, es sei wahr und dass er wirklich niedergeschlagen sei, weil niemand jemand einstelle, der so aussähe, wie er. Ich sah ihn an und sagte ‚Ich würde dich einstellen. Ich möchte, dass du für mich arbeitest. Würdest du das tun?‘ David sagte, ja, das würde er. Also habe ich ihm Arbeit gegeben.“

Ich fragte Michael, ob er wirklich einen Job für ihn hatte. Er sagte: „Nein, aber ich habe einen erfunden.“ Ich fragte, was es sei, was er ihm zu tun gab. Er antwortete: „Ich gebe ihm Briefe oder Pakete und er muss sie in andere Städte transportieren, und ich sage ihm, es sei wichtig, dass sie dahinkommen. Ich habe ihn z.B. nach Los Angeles geschickt, oder nach San Diego. Ich habe ihm ein Auto gegeben, damit er überall hin kann. Er hat  vergessen, dass er für etwas gebraucht wird, und ich wollte ihm dieses Gefühl, gebraucht zu werden, zurückgeben.

Ich habe David danach nie wieder gesehen und ich habe Michael auch nicht gefragt, was aus ihm geworden ist. Ich erinnere mich an alte Geschichten aus den Nachrichten, dass David 1983, als er 6 Jahre alt war, und sein Vater im Scheidungsstreit mit seiner Mutter war, von seinem Vater angezündet wurde und dass über 90% seines Körpers verbrannt waren.

Es gibt ein Video auf YT, in dem David, der sich jetzt Dave Dave nennt (was sich anhört, wie ein Name, den Michael ihm gegeben haben könnte) mit Larry King spricht, kurz vor Michaels Beerdigung 2009. Er spricht über Michaels Freundlichkeit ihm gegenüber, die, wie David sagt, begann, als er 7 Jahre alt war, und die seine Mutter immer geheim gehalten hatte. Dave erzählte King, dass Michael ihm Neverland geöffnet hatte und ihn emotional unterstütze und zu ihm wie ein Vater war, den er nie hatte.

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Aus: Private Conversations in Neverland with Michael Jackson – Dr.William B. van Valin

http://www.amazon.de/Private-Conversations-Neverland-Michael-Jackson/dp/1481079727

Robert Hilburn erinnert sich an Michael Jackson

Als ich von Michaels Tod hörte, dachte ich daran, als ich zum letzten Mal mit ihm gesprochen hatte. Ich werde immer bedauern, dass mein letztes Gespräch mit Michael Jackson damit endete, dass er verärgert den Telefonhörer auflegte – zumindest dachte ich lange Zeit, Michaels Stimmung an diesem Tag sei zornig gewesen. Heute – je mehr ich über die Traurigkeit in seinem Leben nachdenke – begreife ich, dass er an dem Tag am Telefon eher verletzt war.

> The Jackson 5

Ich war bei der LA Times von 1970 – 2005 als Popmusik-Kritiker, aber meine Zeit mit Michael geht noch weiter zurück.  Er war bei den Jackson 5, der heißesten jungen Popband Amerikas. Ich war Freelancer bei der Times und ich sollte eine Story über sie bringen. Ich war garnicht so sehr an dieser Musik interessiert eher an Dylan und solchen Leuten, aber ich dachte, es könnte eine interessante kleine Story werden. Ich ging zu ihnen nach Hause, ungefähr abends um 20.00 Uhr. Man öffnete mir die Tür, seine älteren Brüder waren da und warteten auf unser Gespräch. Ich bemerkte, dass Michael nicht da war.  Und – ich glaube es war seine Mutter – die sagte: „Ich gehe und hole Michael, er guckt bestimmt wieder Cartoons.“ Und dann kam sie mit ihm zurück – er war einfach so niedlich, und man konnte erkennen, dass das letzte, was er an einem Abend um 20.00 tun wollte, war, sich mit mir zu unterhalten. Er sagte nicht viel, aber er musste im Zimmer bleiben. Die anderen Jungs sprachen von ihren Erfahrungen, von Gary Indiana, von Motown und all das. Schließlich, etwa um 20.45 Uhr, war das Interview zu Ende und ich wollte jedem der Gruppe noch die Hand schütteln. Und Michael rannte vor alle anderen, um mir zuerst die Hand zu geben und sagte: „Jetzt kann ich meine Cartoons weiter ansehen.“ Und sein Vater antwortete: „Ok, Michael, aber nur eine halbe Stunde.“  Er musste ja am nächsten Tag zur Schule. Er war einfach niedlich, er war so niedlich auf der Bühne und ein großartiger kleiner Sänger, ein großartiger Tänzer. Aber es gab in der Historie nur wenige Kinderstars, die auch noch als Erwachsene Stars waren – so dass ich zu dieser Zeit nie daran dachte, dass es für die Jackson 5 noch irgend ein „Leben danach“ geben könnte. Und es war auch tatsächlich so, dass die Gruppe für einen Großteil der 1970er Jahre verschwand. Ich denke, das hatte tiefe Auswirkungen auf Michael – er wurde von der ganzen Welt geliebt und dann mehr oder weniger zurückgewiesen. Und diese Ablehnung war noch viel tiefer, als ich ursprünglich dachte.

young michael jackson

 

> Motown verlassen

Keiner hätte 1974 je gedacht, dass Michael Jackson einmal der Künstler mit den meistverkauften Platten sein würde. Man hätte Wetten von 1  : 1.000.000 dagegen abschließen können. Keiner machte sich große Gedanken über Michael Jackson. Dann explodierte er, mit Off The Wall. Doch vorher mussten sie noch Motown verlassen. Motown wollte Musik produzieren, Motown wollte Musik kontrollieren, dann (solange) warst du gut. Michael wusste, dass er von Motown weg müsste und mit anderen Leuten zusammen arbeiten müsste. Er war wirklich ein cleverer (taffer) junger Mann, als er Motown verließ. Er traf Quincy Jones,  sie machten Off The Wall, es war ein riesiger Erfolg – 1981 gingen die Jacksons wieder auf Tour –und das war auch der Punkt, an dem ich wieder in ihr Leben trat. Ich flog nach St. Louis und fuhr mit ihnen im Tourbus nach Detroit. Die anderen Brüder waren so fröhlich – genau wie es 1970 in ihrem Haus war – sie sprachen über ihr Leben, aber Michael war nicht dabei.  Dieses Mal guckte er zwar keine Cartoons, sondern er saß hinten im Bus und war irgendwie nervös, ängstlich, verschüchtert…und ganz am Ende meines Interviews ging ich dann im Bus nach hinten und sprach auch mit ihm. Er war so anders als dieser 11 Jährige – jetzt war er 23 – er hatte sich so verändert. Wir alle verändern uns – aber es war so auffällig, dieser niedliche, glückliche Junge war so zurückgezogen/zurückhaltend, er sah beim Sprechen auf den Boden… Ich fragte ihn, warum er jetzt nicht in einer eigenen Wohnung lebe: „Du bist ein großer Star, warum wohnst du immer noch bei deinen Eltern“? Und er sagte etwas, an das ich mich immer erinnere:  „Oh nein, ich glaube, dann würde ich sterben. Ich wäre so einsam. Sogar zuhause bin ich einsam. Ich sitze in meinem Zimmer, und manchmal weine ich. Es ist so schwer, Freunde zu finden, und mit deiner Familie kannst du nicht immer über alles sprechen. Manchmal laufe ich nachts draußen herum, nur in der Hoffnung, jemanden um reden zu finden. Aber schließlich gehe ich einfach wieder nach Hause.“

Das sagte er – ich verstand seine Einsamkeit nicht ganz – aber es war deutlich, dass er mit dieser Sache sehr zu kämpfen hatte.

> Der Moonwalk

Auch wenn ich Michael nach diesem Interview 3 oder 4 Jahre lang nicht getroffen hatte,  war ich auf vielen Events in dieser Zeit, die sicher zu den stolzesten Tagen in seinem Leben gehörten. Vor allem das Motown 25 Special, wo Michael auf die Bühne kam und zum ersten Mal den Moonwalk zeigte. Ich saß unter den Zuschauern, und jedem blieb einfach vor Staunen die Luft weg. Ich wusste nicht, ob es ein Trick war, ich schrieb meine Notizen – aber ich wusste nicht, wie ich den Moonwalk beschreiben könnte, ich hatte keine Vorstellung davon, was das war – es war einfach magisch. Das war auch Michaels Lieblingsausdruck „magisch“. Er wollte, dass alles magisch sein sollte. Ich rief also am nächsten Tag seinen Manager an und fragte ihn: „War es ein Fließband oder irgendetwas anderes auf dieser Bühne, was sich bewegte? Was war das?“ Er sagte: „Nein, das war ganz alleine er, der sich so bewegte.“ Ich konnte es nicht wirklich glauben und dachte es wäre ein Trick gewesen, aber ich schrieb darüber einen Artikel in der Zeitung.

> Der Thriller –Moment

In der Nacht, in der er die 8 Grammys gewann war ich auch im Publikum. Es war ein klarer Triumph, er hatte seine Unabhängigkeit von Motown deutlich bewiesen, er war am Gipfel der Welt. Aber an was ich mich am besten erinnere , das faszinierendste – als ich mit ihm am Abend nach der Grammy-Verleihung sprach – also, die meisten Leute würden sich doch ein paar Tage Auszeit nehmen, etwas relaxen…aber er war schon wieder im Studio und arbeitete an einer weiteren Platte – in genau der Nacht – ist das nicht erstaunlich? Das war diese Hingabe – er war so engagiert/ehrgeizig, wirklich ein Perfektionist. Er beschwerte sich oft darüber, dass die Leute um ihn herum nicht hart genug arbeiteten. Er war manchmal frustriert deswegen.

 8 grammys michael Jackson

Der Buch-Deal

Er liebte es, mit berühmten Leuten in Verbindung zu sein, er bekam dadurch das Gefühl, ein noch größerer Star zu sein. Und mit je mehr Leuten er Kontakt hatte, desto faszinierender wäre auch er für die Öffentlichkeit, denn er war immer daran interessiert, seinen Stardome auszubauen, er wollte der größte Star sein.

Die nächste Begegnung mit Michael war, als ich mit ihm auf der Victory Tour war, ich war mehrere Wochenenden mit ihm unterwegs. Das entstand dadurch, dass er einen Vertrag mit Doubleday unterzeichnet hatte, um seine Autobiografie zu schreiben. Und der Grund, warum er das unterzeichnet hatte war, dass Jacqueline Kennedy Onassis dort Redakteurin war, was ihn beeindruckte. Aber er wollte eigentlich nicht wirklich eine Autobiografie schreiben. Ich war mit ihm unterwegs und fand heraus, dass er eigentlich einen Bildband machen wollte, er wollte viele Bilder zusammenstellen mit kurzen Texten dazu. Sie wollte ein Buch, was alles enthüllt, aber Michael dachte, dass, je weniger du über einen Mensch weißt, über einen Star, desto faszinierter ist man von ihm. Er sagte zu mir: „Elvis gab keine Interviews, Howard (?) gab keine Interviews…“ das war sein Konzept, er sah sich an, was die größten Stars getan hatten und studierte deren Leben. Wir verbrachten mehrere Wochenenden mit diesem Buch und die Frustration wurde immer grösser – er suchte die Bilder zusammen und er war so sehr dagegen irgendetwas über sich selbst preiszugeben. Ich erinnere mich daran, dass wir ein Bild heraussuchten, von einem älteren Mann, und ich fragte Michael, wer das sei. „Oh, das ist mein Großvater.“ Und ich fragte, was man dann zu dem Bild schreiben könne. „Mochtest du deinen Großvater?“  „Oh, ja, ich liebte ihn!“ „Ok, dann schreiben wir das dazu..“ „Oh nein, das ist viel zu persönlich…“ Es war wirklich sehr schwer. Letztlich kam es zum Showdown. Jacqueline Kennedy Onassis kam nach Los Angeles, in sein Haus und diskutierte mit uns das Buch, weil es nicht richtig voranging. Aber er war zu nervös, er hatte Angst, er mochte solche Gespräche nicht. Er sagte „Robert, sprich du mit ihr“ und er verschwand noch oben und blieb in seinem Schlafzimmer. Ich sprach dann mit ihr und sie sagte man müsse sich Gedanken über verschiedene Wege für dieses Buch machen. Letztlich – nachdem sie abgereist war – bekam ich einen Anruf von Michaels Anwalt und ich war dann nicht mehr an dem Buch beteiligt, sie hatten sich für einen anderen Weg entschieden, ich denke Doubleday übernahm die Regie bei dem Buch, anstatt dass er das selbst tat.

> Eine Lektion über Ablehnung

Etwas auf das er sich immer wieder bezog war diese Ablehnung/Zurückweisung in diesen Jahren Mitte der 70er, als die Jackson 5 nicht mehr populär waren.  Er war zu der Zeit 16 oder 17 Jahre alt. Einmal hatten wir ein Bild von ihm in dem Alter herausgesucht, und er hatte Akne – es war ein privates Foto, wo nichts abgedeckt war. Er dachte, seine Nase sei zu groß und er sagte „Sieh dir das an, es ist hässlich.“ Er drehte das Bild um. Er schreckte fast davor zurück. Ich sprach mit ihm darüber und er sagte, dass es manchmal so schlimm war, dass Leute zu ihnen kamen, nach Michael Ausschau hielten, mit ihm sprachen, ihn ansahen und fragten „wo ist Michael?“ Und er bekam das Gefühl, dass sie den niedlichen, kleinen Michael suchten, und nicht wahr haben wollten, dass er älter geworden war. „Wer bist du? Du bist nicht „unser“ Michael. Du hast uns „unseren“ Michael weggenommen.“ Das war sehr verstörend und verletzend für ihn, und ich glaube, dass auch das für ihn ein Grund dafür war, der größte Star zu werden, so einzigartig, und  geschützt durch den Ruhm, so dass keiner ihn mehr zurückweisen könnte.

Michael ca 1975

> Auf dem Weg zu Nr. 1

Während dieser Zeit auf der Tour, sprachen wir über Thriller und den Erfolg davon. Und er sagte: „Robert, weißt du, von dem nächsten Album werde ich doppelt so viele verkaufen, wie von Thriller.“ Ich dachte, er macht nur Spaß, aber es war ihm sehr ernst damit. Und ich denke letztlich war dieser Drang, die Nr. 1 sein zu müssen, diese Bedeutung der Charts, die fast noch wichtiger als die Qualität der Musik war, das was ihn verletzte, weil die Musik deshalb etwas von ihrer Seele verlor, sie musste kalkulierbarer sein, er musste Dinge einbringen, die so waren, dass es im Radio gespielt werden würde. Michaels Unschuld ging bei dem Prozess verloren und das war eigentlich der Anfang davon, dass es bergab ging. Es war wieder so, dass er befürchtete, sein Ruhm könne verblassen und er wurde verzweifelt über diesen Aspekt seines Lebens.

> Die Comeback-Tour

Ich dachte nicht, dass er noch einmal auf Tour gehen würde. Ich dachte nicht, dass er noch einmal eine gute Platte machen würde. Deshalb war ich sehr überrascht über diese Shows in London, und noch mehr überraschte mich, dass es 50 Termine waren. Ich wusste nicht wie er körperlich und emotional 50 Shows überstehen sollte, wenn etwas schief gehen würde. Ich bin sicher, es gab ihm Auftrieb, zu hören, dass er 50 Shows ausverkauft hatte, er sah, dass die Menschen ihn immer noch liebten – aber trotzdem musste er jeden Tag während dieser Tour-Vorbereitungen auch daran denken „Was ist wenn es nicht funktioniert? Was ist, wenn ich nicht mehr so magisch bin, wie ich einmal war? Mit 50 bin ich nicht die gleiche Person, die ich mit 25 war.“ Ich denke, das muss eine schlimme Vorstellung in seinen Gedanken gewesen sein, das Comeback zu wollen und darüber nachzudenken, was ist, wenn es nicht funktionieren wird. Es wird dann nie wieder ein Comeback geben. Es stand alles am Spiel, dort in London. Und er kam dann nicht mal bis zu diesem „Spiel“.

This Is It

> Erwachsen und doch wie ein Kind

Er fühlte sich ganz sicher wohler, wenn er mit Kindern zusammen war, als mit den meisten Erwachsenen. Nach einem der Konzerte der Victory Tour in Los Angeles, gab es eine große Party in einem der großen Hotels. Es kamen viele berühmte Gäste, Brooke Shields z.B. Aber er verbrachte den ganzen Abend in seinem Schlafzimmer und spielte mit den Kindern dieser Stars, er kam nie raus  – Brooke Shields wartete die ganze Zeit und ging schließlich. Es war diese Unschuld, die er spürte, wenn er mit Kindern zusammen war. Sie urteilten nicht über ihn, sie wiesen ihn nicht zurück, er musste sich bei ihnen keine Sorgen machen.  Er war sehr smart, taff, wenn es ums Verhandeln ging, wenn es darum ging, zu entscheiden, was gut für seine Kariere war. Er war nicht diese unschuldige Person, die keine Entscheidungen treffen konnte. Gewisse Entscheidungen konnte er treffen. Aber gesellschaftliche Verbindungen zu Erwachsenen, besonders in dieser Zeit, in den 80ern, waren sehr schwer für ihn.

> Angespanntes Verhältnis zu einem Beatle

Paul hat sich sehr aufgeregt, dass Michael den Beatles Katalog kaufte. Denn Paul machte ihn mit den finanziellen Vorteilen des Besitzes von Songrechten vertraut. Als Michael dann diese Songs von McCartney kaufte, war Paul sehr verstimmt. Aber für Michael war es eine großartige geschäftliche Investition, und es war ein Stück Geschichte, denn die Beatles waren die größte Band, die es je gab. Und wenn er das besitzen könnte – mein Gott – er war wirklich ein Geschäftsmann und es war ein großartiger Kauf, ein riesiger Wert, denn dieser Katalog ist jetzt vielleicht. eine Billion $ wert. Und er kaufte ihn für 47Mio.$. Ich war dort im Haus, weil ich eine Story darüber machte, darüber, wie das alles zustande kam, und er war einfach so glücklich darüber. Das kam im Zuge der Victory Tour, im Zuge des Thriller Albums, er war einfach begeistert. So sollte sein Leben sein.  Aber leider war es einige Zeit danach nie mehr so wie damals, ich bezweifle zumindest, dass es je nochmal so war.

> Ich habe mir nicht ausgesucht, zu singen und zu tanzen

Wenn es eine Zeit gab, wo du garantieren konntest, dass Michael glücklich war, war es, wenn er auf der Bühne war. Das war sein Heiligtum. Keiner konnte dorthin vordringen. Er wollte nicht von Leuten angestarrt werden, wenn er nicht auf der Bühne war. Er hatte dann nicht dieses Make up, nicht den Handschuh, nicht seine Kostüme – er wollte immer magisch sein und ohne all diese Dinge konnte er nicht magisch sein. Wenn er einfach die Straße entlang geht, ist er nicht die gleiche Person (wie auf der Bühne). Deshalb lebte er eher zurückgezogen.  Ich befragte ihn einmal über die Bühne und er sagte zu mir – es war 1981 im Bus nach Detroit – er sagte: „ Mein wirkliches  Ziel ist es, Gottes Bestimmung zu erfüllen. Ich habe mir nicht ausgesucht, zu singen oder zu tanzen, aber das ist meine Bestimmung und ich möchte sie besser erfüllen, wie jeder andere. Ich erinnere mich noch daran, als ich zum ersten Mal im Kindergarten sang. Ich sang Climb Every Mountain. Und alle waren so begeistert darüber. Es ist wunderschön bei diesen Shows, dass die Menschen zusammenkommen, es ist unsere eigene kleine Welt, für die eineinhalb Stunden, in denen wir versuchen zu vermitteln, dass es Hoffnung und das Gute gibt. Erst wenn du wieder aus dem Gebäude kommst, siehst du wieder all das Verrückte um dich herum.“

Und das traurige für Michael war, dass für ihn diese  eineinhalb Stunden auf der Bühne nicht ausreichend waren.

Michael Jackson on stage

 

> Das letzte Telefongespräch mit Michael

Ich hatte einen Artikel über eine Abstimmung der Plattenindustrie geschrieben, sie sollten die 30 einflussreichsten Personen im Musik Business nennen, die populärtsten Personen. Michaels Name wurde dort nicht genannt. Also, er wurde schon genannt, aber nicht in positivem Zusammenhang. Sie sagten, dass seine Karriere seit 1995 vorbei sei. Sie sagten Dinge wie, dass es zu viel Hype gab und die Leute das Vertrauen in ihn verloren hätten. Die Plattenindustrie, die Käufer hätten das Vertrauen in ihn verloren. Ich druckte diese Wort in der Zeitung ab und Michael rief mich am nächsten Tag an – ich denke jetzt, dass er dadurch verletzt war – denn er war ein sehr empfindsamer junger Mann – ich denke immer noch an ihn, als junger Mann –  Er sagte: „Warum schreibst du solche Sachen in die Zeitung, warum schreibst du diese Lügen in die Zeitung?“ Und ich sagte: „Michael, ich glaube, einige von diesen Dingen, die dort gesagt wurden, sind die Wahrheit. Es könnte für dich wichtiger sein, eine großartige Platte zu machen, als eine die Nr.1 ist, weil du dann wieder mehr Herz/Seele in deine Musik legen kannst, weil du davon etwas verloren hattest.“ Er antwortete: „Nein, Robert, das tut weh, das verletzt mich.“  Ich versuchte ihm noch mehr dazu zu sagen, ich wollte ihm aufmunternde Worte sagen, weil ich mich dabei unwohl fühlte erreicht zu haben, dass er sich schlecht fühlte, aber ich konnte nur noch einen halben Satz sagen, da legte er auf. Und das war das letzte Mal, dass ich etwas von ihm hörte.

> Die liebevollste Erinnerung an Michael

Das, an was ich mich am liebsten bei Michael erinnere ist, dass er während der Victory -Tour, trotz all der Hektik und dem vollen Terminplan noch Zeit fand, um Kinder in Krankenhäusern zu besuchen, manchmal auch Nachts. Und er ging in die Zimmer mit den Kindern die unheilbare Krankheiten hatten und er versuchte mit ihnen zu sprechen und sie aufzumuntern. Es gab dort eine so liebevolle Begebenheit, und ich erinnere mich, dass sein Manager Frank DiLeo, der als harter Geschäftsmann bekannt ist, das Zimmer verlassen musste, weil er anfing zu weinen. Ich verstand sehr  gut, warum ihm die Tränen kamen.  Aber Michael blieb dort und sprach mit diesen Kindern für viele Minuten und das war für mich der Zeitpunkt wo ich dachte, dass er der stärkste Mensch ist – das war magisch.

Michael visits hospital

>  Von Michaels Tod erfahren

Ich hatte den Tag mit anderen Dingen verbracht und ich wollte nicht Radio hören weil an dem Abend eine NBA Entscheidung fiel – ich hörte deshalb an dem Tag kein Radio, bis meine Frau kam und mir sagte, dass Radiostationen und Zeitungen versuchten, mich zu erreichen. Ich fragte warum. Und sie sagten zu mir: „Hast du nicht gehört, wer gestorben ist?“

Ich stelle mir immer die Augenblicke vor, wo er in den Krankenhäusern war,  oder den Augenblick, als man ihm sagte, dass sein Ticketverkauf so gut läuft…die Zeiten… wo er mit dieser Unschuld verbunden war, die Unschuld des jungen Mannes, den ich 1970 kennengelernt hatte, als dieser Teil von ihm am deutlichsten zu erkennen war. Und ich wünsche nur, dass es in seinem Leben viele Tage und Wochen gab, wo er diese Freude empfinden konnte.

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Übersetzung: MvdL

Michael und die Familie Agajanian – ein Interview mit J.C. Agajanian

J.C. Agajanian, Mitglied der berühmten Agajanian-Rennfahrer Familie – gibt in einem Interview in der “Hounted Saloon Radio Show” 2009 Auskunft über die Freundschaft seiner Familie mit Michael.

(J.C. Agajanian Jr., member of famous racing Agajanian family – on the Haunted Saloon radio show, 7/2009)

Übersetzt nach einem Script des Audios:

http://vindicatemj.wordpress.com/2011/08/29/jc-agajanians-stunning-interview-about-michael-jackson-he-will-never-be-replaced/

Teil 1 (kein Audio vorhanden)

J.C.Agajanian: Ich sage dir, was wir wirklich verloren haben. Ich glaube, die Welt hat ein sehr, sehr besonderes Talent verloren. Und ich denke, das sollte uns immer bewusst sein, wenn wir jetzt all die Spekulationen und den Klatsch und all das, was da kommt, hören werden. Was wirklich zählt ist, dass wir jemanden verloren haben, der nie mehr zu ersetzen ist.

Wir verbrachten 2 Wochen dort auf der Neverland Ranch mit Michael. Es war etwas ganz besonderes, und ich muss kurz die Hintergrundgeschichte dazu erklären: Es kam zustande durch einen alten Freund, aus den Ascot Tagen, Sandy Seamen, der bei LA Gear arbeitete, die Firma, die mit Michael zusammen arbeitete – so kam ich in Kontakt mit Michael. Es war so, dass meine 3 Kinder J.C., David und Amy, für LA Gear einen Werbespot drehten und sie waren am Set, als Michael seinen Spot drehte.  Michael verstand sich gut mit den Kids, und es waren viele Kinder dort am Set, als Michael den Werbespot drehte. LA Gear macht natürlich Schuhe für Kinder und Erwachsene, deshalb war es eine ganz normale Zusammenstellung. Michael war dort…und meine Frau Francie war auch mit dort, ich arbeitete an dem Abend, und sie arbeiteten auch – so könnte man das sagen. Irgendwann sagte Michael, wir müssten raus zu ihm nach Neverland kommen.

Es war eine Ranch, wunderschön und…er hatte Pferde dort…und er mochte wirklich Pferde, das ist vlt. ewas, was die, die jetzt hier zuhören garnicht über Michael wissen…er mochte (wilde) Tiere, er liebte all die exotischen Tiere, die er dort hatte. Es liefen Wildpferde dort herum, er hatte Giraffen, und als ich da war, wurde eine kleine Giraffe geboren.

Michael with Horse

Also, wir wurden nach Neverland eingeladen, und ich dachte zuerst, er sagt das nur aus Höflichkeit, aber wir verbrachten wirklich eine ganze Zeit dort, und er wollte uns Eltern dort haben, und natürlich genoss er es auch, die Kinder dort zu haben. Ja, natürlich – sobald ich das sage, sehe ich, wie hier Augenbrauen hochgezogen werden, aber es war alles andere als das. Und ich muss euch sagen, seine Ehrlichkeit in diesem Interview ist, (Anmerkung – er meint das Bashir Interview) was ihm Ärger einbrachte. Und er sagte einfach nur, was von seinem Herzen kam. Er sagte, was er wirklich fühlte und die Erwachsenen zogen die Augenbrauen hoch und verdrehten alles, und gaben dem Gesagten eine Bedeutung, die nicht seine Absicht war.

Also, dieser Ort war schlicht bewundernswert, es war wie DisneyLand, es waren 2500 acres, und vieles davon gepflegt. Es war einfach ein Ort zum Spaß haben. Er war ein sehr, sehr großzügiger Mensch. Die Kinder rannten herum, warfen ihre Jacken irgendwo auf den Boden, oder ihre Turnschuhe, und sprangen auf diesem gigantischen Trampolin herum, was am gleichen Platz war, wie der riesige Swimmingpool. Am Abend wurde alles eingesammelt, gewaschen, zusammengefaltet und lag dann wie durch Magie morgens wieder in ihren Zimmern. Die Angestellten waren einfach unglaublich. Es gab Wasserballon Kämpfe, er hatte ein Indianerdorf, wir aßen in den Tipis, es gab dort sogar Heizungen – es gab alles, was man sich nur vorstellen kann.

Es war wirklich so, dass Michaels Anwälte anfragten, ob meine Kinder im Prozess von 2005 für Michael aussagen würden, und sie waren bereit, dorthin zu fliegen. J.C. und David von San Diego aus, und Amy von hier, Hermosa Beach, aus – aber in der letzten Minute brauchten sie dann doch keine weiteren „Charakter“Zeugen mehr. Aber lasst mich eines sagen, etwas zu seinem Schlafzimmer und dem “geheimen“ Zimmer, und all dem Zeug, was da gesagt wurde. Francie und ich waren in seinem Schlafzimmer, meine Kinder waren in seinem Schlafzimmer, sein Schlafzimmer war ein Spielparadies, es gab dort Disney-Sachen, es war wie ein Wohnzimmer. Alle Kinder wollten dort eine Übernachtungsparty machen, und der „geheime“ Raum, von dem immer geredet wird, war abgeschlossen, das war, wo er zum Schlafen hinging.  Als er sagte: „Ich bin glücklich, wenn ich mein Bett mit Kindern teilen kann..“, meinte er es so, dass als er aufwuchs, hatte er kein Bett für sich allein. Alle Jackson Kinder schliefen in einem Raum. In einem eigenen Bett zu schlafen war etwas Besonderes! Und die Leute verstehen einfach nicht, dass er sagen wollte, wenn du jemand deinen Schlafplatz überlässt und du in einen anderen Raum gehst, wenn du jemand dein Bett gibst, dann teilst du das Beste, was du hast. Es ist, wie wenn man am Tisch sitzt und sagt: „Ja, nimm nur mein Steak und iss. Ich esse die Bohnen hier.““ Sie verstanden es einfach nicht, und seine Aufrichtigkeit brachte ihn in Schwierigkeiten.

(…)  Eines Abends, als wir an Michaels Esstisch saßen – einem wunderschönen Esstisch, ein wunderbares Tudor-Stil-Haus, er hatte auch einen wunderbaren Koch, der alles gewünschte kochte – und es war so, dass wir gefragt wurden, bevor wir nach Neverland kamen, was die Kinder gerne essen. Also, wir saßen an diesem Esstisch, und ich wollte ein Tischgebet vor dem Essen sprechen. Michael war sehr spirituell – das hat auch nie jemand zuvor gesagt – das soll man wohl nicht wissen, aber wir beteten am Tisch vor dem Essen, und während dem Essen sprachen wir über alles Mögliche. Und Michael bestand darauf, dass wir alles fragten, was wir wissen wollten, wenn wir etwas in den Nachrichten gesehen hatten, über Knochen vom Elefantenmensch oder über Schlafen in einer Sauerstoffkammer – über all das. „Fragt mich, fragt mich alles, was ihr wissen wollt“… Und meine Frau Francie fragte einiges. Und er sagte irgendwann während des Essens zu den Kindern: „Hört zu, Kinder, ich möchte nicht unbedingt, dass ihr in der Schule etwas über unsere Freundschaft erzählt.“ Sie sahen sich verwirrt an, sahen Michael an und fragten: „ Aber warum nicht, Michael?“ Und Michael sah sie an und sagte: „Es gibt so viele gemeine Leute da draußen, und Menschen, die gemeine Dinge über mich erzählen, und ich möchte euch nicht in die Situation bringen, mich verteidigen zu müssen.“ Er wollte nicht, dass sie ihn verteidigen müssten und in Streitereien gerieten, wo sie sagen müssten: „Nein, Michael ist wirklich ein wunderbarer Typ und sagt nicht solche schlechten Sachen über ihn.“ Er war so umsichtig, dass er den Kids sagte, sie sollen diese schöne Zeit  und die Freundschaft für sich behalten, und es nicht mit jemand teilen. Und so war er immer.

Teil 2

Er hatte nie Gelegenheit einfach Zeit für sich selbst zu haben, er wuchs auf, ohne Kindheit, wie jeder weiß. Und er arbeitete, seit er ein kleines Kind war. Und nicht zu vergessen dass Michael viele Fassetten hatte, und das, was die Leute im Fernseher sahen, nur der Celebrity Teil war, er war auch ein liebevoller Vater, das ist kein Witz, er war ein sehr liebevoller Vater, und er war auch der nette, großzügige Freund, ganz ohne Frage. Und er war sehr schüchtern, als wir das erste Mal nach Neverland kamen, hatte er seine Sonnenbrille auf und den Hut, und er war sehr zurückhaltend, uns wieder zu sehen. Aber schließlich wurde er mit dir warm. Als wir zum ersten Mal dorthin kamen, nahm er uns in seinem Golfkart mit – einem extra langen Golfkart – und zeigte uns die ganze Ranch. Als wir dahin fuhren, dachten wir, es würde uns so etwas wie eine Cowboy Ranch erwarten.. mit Dreck und Pferden und all dem… Aber es war genau das, was jetzt überall im Fernseher zu sehen ist, mit Fahrgeschäften und Kino… er zeigte uns alles. Gerade fällt mir noch etwas ein…er hatte ein Kino, das war extra für Kinder ausgestattet, für kranke Kinder, und er hatte bequeme, gepolsterte Sitze dort, etwa 35 – 45 Sitze, ein richtig großes Kino…oben war der Projektionsraum, aber hinten, hinter den Sitzen gab es zwei Schlafzimmer. Diese hatten Fenster bis zum Boden, und waren ausgestattet mit Sauerstofftanks, breiten Krankenhausbetten, die man hochstellen konnte. Und alle Kinder die zur Ranch kamen, über Make A Wish oder anderen Organisationen, konnten die aktuellen Filme dort sehen, Dinge, die sie sonst nicht hätten tun können, weil es im Kino keine Sauerstofftanks gibt. Und Michael scheute keine Kosten und er hatte auch einiges zu organisieren, um diese zwei Räume für die kranken Kinder auf seiner Ranch ein zu richten.

Gott, Es gibt so viele Geschichten, die nie in einer Zeitung zu lesen waren, es wurde nie über Michaels Großzügigkeit berichtet und darüber, wie sehr er wirklich aufrichtig Kinder liebte. Und über das, wovon wir vorher sprachen, dass er keine Kindheit hatte, er beneidete die Kinder, die draußen im Park spielten, während er im Studio probte, während er sang oder seine Tanzschritte übte.

Teil 3

Wir kannten Michael schon vor einigen Jahren, und ich wusste, er hatte ein Problem mit Schmerzmitteln, von seiner Verbrennung während dem Pepsi Werbefilm – die ein paar Jahre zurücklag – und es zog wirklich viele Schmerzen hinterher. Und ich glaube, er hatte auch emotionale Schmerzen. Er trug vieles mit sich, er hielt vieles in seinem Innern verschlossen, er hatte nicht so viele Leute, denen er vertrauen konnte.

Und…ich möchte es nicht „bewundern“ nennen, weil das ist nicht ganz das richtige Wort – aber er genoss es wirklich, mit einer Familie, wie den Agajanians zusammen zu sein, einfach eine Familie, mit Mutter, Vater und Kindern, einfach herumalbern…wo die Kinder gesagt bekamen „setz dich hin, und mach nicht so einen Lärm“… und er lachte…er genoss es einfach mit „echten“ Leuten zusammen zu sein, denn er war immer von Leuten umgeben, die entweder „Ja“-Sager waren oder daran interessiert waren, was sie von ihm bekommen könnten. Und wir waren nichts davon.

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(Neverland -Waterballoonfort)

Also, die Kinder liebten es, zu reiten. Sie gingen immer in ein Cowboycamp, hier in Kalifornien, jedes Jahr. Sie liebten es. Es war wie die kleinere Version von Tombstone. Sie lernten dort, richtig zu reiten, allesmögliche – einfach perfekt. Und dann kamen wir nach Neverland und Michael hatte Pferde und Cowboys dort, und er fragte die Kinder, ob sie reiten wollten, und natürlich sagten sie Ja. –es war während dem Essen und er sagte: „Ruft einfach den Verantwortlichen an, den „Chef Cowboy“, und sagt ihm wann ihr reiten wollt, und sie werden alles für euch vorbereiten.“ Also beschlossen die Kids, am nächsten Morgen auszureiten, und das taten sie auch. Natürlich bin ich nicht früh genug aufgestanden, es war Francie, die mit den Kindern aufstand, die sie zu den Cowboys brachte und zum Frühstück im Haupthaus.

Unsere Quartiere waren außerhalb des Haupthauses, in dem Michael wohnte, wir wohnten immer an einem kleinen See. Eine sehr schöne Umgebung. Also, ich schlief weiter, und ein oder zwei Stunden später klopfte es an meiner Tür…. Michael hatte ein vollständiges Security Team, überall gab es auch Kameras, und er konnte sehen, ob es den Kindern die dort waren, gut ging – am Pool, überall gab es Security. Manche liefen Wache über das Gelände, in voller Uniform, das ganze Anwesen war sicher und geschützt. Er hatte sogar eine eigene Feuerwehr, eigene Helikopter, Erste Hilfe. Alles in Reichweite. Es hätte keinen sichereren Ort geben können. Vieles von dem, worüber jetzt geredet wird, hätte überhaupt nicht passieren können, denn ich ging einmal in den Raum der Security, ein eigentlich geheimer Raum, privat, und es gab dort Monitore, auf denen man jeden Winkel von Neverland sehen konnte. Man war nie unbeobachtet, egal, wo man war. Die Kinder waren also mit den Cowboys und den Pferden unterwegs, ein Cowboy vorne, einer hinten, und die Kids dazwischen. Sie ritten in die Berge hinauf, wo es Bären und Wild gab. Francie war auch dabei. Sie ritten einen Pfad entlang, und eines der Pferde hatte wohl einen Bären gewittert, und erschreckte sich, und die Pferde scheuten, drehten sich um und rannten mit voller Geschwindigkeit wieder den Berg hinunter, Richtung Stall, in Sicherheit. Sie gerieten wirklich außer Kontrolle. Als sie unten am Berg ankamen, konnte J.C. sein Pferd zügeln, er war größer und stärker – die Kinder konnten alle reiten, aber die Pferde waren durchgegangen. David, der mittlere, sprang runter und rollte sich ab, und hatte nur ein paar blaue Flecken, aber war ok. Aber unsere Jüngste, Amy, wurde abgeworfen. Sie schlug am Boden auf, mit dem Kopf, und sie verlor das Bewusstsein. Francie wurde auch abgeworfen und war ohne Bewusstsein. Innerhalb von Minuten waren Notärzte vor Ort, eine Ambulanz. Und bei mir an der Tür – wie ich schon sagte – klopfte ein Security Mann, weil ich noch im Bett lag. „Mr Agajanian, es gibt einen Notfall und sie müssen sofort mitkommen.“ Ich sprang in das Auto und wir fuhren direkt zu der Stelle, und dort war jede Menge Trubel. Es wurde sich sofort um alles gekümmert. Ich fuhr mit Amy in die Stadt, und in der Ambulanz bekam sie Krämpfe, und ich hatte solche Angst um sie. Francie war auch in dem Krankenwagen, aber sie wusste garnicht, was passiert war.

Wir kamen in die Notaufnahme, und dort sagten sie uns, wir müssten in die Stadt, in ein anderes Krankenhaus. Sie fuhren uns mit einem anderen Krankenwagen zum Cottage Hospital, in der Nähe von Santa Barbara. Michaels Leute waren in dem Krankenhaus, die ganz Zeit, während wir da waren. Ich betete, und hatte Angst, Amy zu verlieren. Sie bekam einen Hirnscan, und man fand eine Schwellung, aber es war alles gut. Und Michaels Leute waren die ganze Zeit dort. Sie hatte einen Schädelbruch, und da wir Gäste auf Neverland waren, hatten Michaels Angestellte Bedenken, dass wir Neverland verklagen würden, Michael verklagen würden, und ein Anwalt rief uns an, um zu fragen, wie es uns ging. Und natürlich sagten wir: „Freunde verklagen keine Freunde wegen einem Unfall!“ Amy ging es schnell wieder besser und Michael hatte eine Limo zum Krankenhaus geschickt, er wäre gerne auch selbst gekommen, aber es würde zu einem Auflauf führen, zu viel Durcheinander verursachen, deshalb ließ er uns zum Essen zum Haus und dann wieder zurück ins Krankenhaus fahren, wo Francie dann bei Amy blieb. Michael war an dem Morgen zum Aufnahmestudio in der Stadt aufgebrochen, aber als er hörte, dass Amy einen Unfall hatte, schickte er alle Musiker nach Hause, und nahm einen Hubschrauber – was er wirklich nicht sehr gerne tat – aber er flog zurück, auch wenn er nicht ins Krankenhaus kommen konnte. Er wartete dort auf Neverland, bis er sicher war, dass mit Amy alles in Ordnung ist. Das zeigt, was er für ein Mensch war. Er brach seine Arbeit ab, und schickte all die Musiker nach Hause, damit er nach Neverland zurück konnte, weil er gehört hatte, dass meine Tochter sich dort verletzt hatte. Ich weiß, das war eine lange, ausführliche Geschichte – aber es musste einfach gesagt werden – wenn ich all die Dinge höre, die über diesen Mensch erzählt werden, der wirklich unschuldig, aufrichtig und liebevoll war, und sich wirklich sorgte, kümmerte. Ich muss einfach meine Seite der Geschichte erzählen.

Teil 4

Mein Eindruck, wie die Medien ihn behandelten?… tragisch, tragisch…so behandelten sie ihn sein ganzes Leben lang, es war eine Freakshow! Ich bitte jeden, seine Kommentare für sich zu behalten, hört nicht auf den ganzen Klatsch, die ganzen Sensationsmeldungen. Ja, Michael hatte viele Fassetten, viele Seiten, aber er war kein Kinderschänder!

Das erste Kind (Jordy Chandler) sagte, „ich kann nicht da oben stehen und über Michael lügen“. Und das war der Punkt, an dem der ganze Fall auseinanderbrach. Leute, ich hab‘ tonnenweise Geschichten, wenn ich euch das nächste mal sehe, dann erzähle ich euch wie und warum diese Gerichtsprozesse einfach „verschwanden“, und warum das erste Kind nicht in den Zeugenstand treten wollte, als sein Vater das forderte, um Lügen über Michael zu erzählen. Er sagte zu seinem Vater: „Ich kann nicht in den Zeugenstand. Mir ist egal, wieviel Geld du bekommst, mir ist diese Zukunft mit der Rekordingcompany egal,“ und daran ist der Fall zerbrochen. Und die 25Millionen Dollar an die Famile gingen an einen Trust Fond, und es war nicht so viel Geld, es war viel weniger, die Summe wurde nur künstlich aufgeblasen.

Wartet nur ab, bis ihr mit der Wahrheit konfrontiert werdet. Gerade eben, bevor ich in dieser Sendung hier angerufen habe, habe ich „Extra“ angesehen, und dort haben sie solche Dinge gezeigt, wie die, über die ich gerade eben sprach.. „Da gibt es einen mysteriösen, geheimen Raum, voll mit Kinderspielzeug..“ Das ist nur ein Haufen Schwachsinn! Es gab ein Zimmer mit Spielsachen für kranke Kinder, die dort hinkamen, und es gab Tische voller Spielsachen, womit sie spielen konnten, und es gab einen Werkraum, all das gab es. Es war ein Zimmer am zweiten Stock des Hauses und man konnte einfach hinein gehen. Und nur dieser eine Raum, über den ich vorhin sprach, das war sein privates Schlafzimmer, in das er ging, wenn die Kinder eine Übernachtungsparty machten –er ging dann, um in diesem Zimmer alleine zu schlafen. Er gab ihnen sein Bett, er lud die Kinder ein, in seinem Bett zu schlafen, aber…Er war nicht darin! Er wies darauf hin. Aber es wurde einfach verdreht, und ich bitte jeden, bitte, hört nicht auf die Lügen! Hört nicht auch den Klatsch! Hört nicht auf die ausgedachten Dinge! Auch wenn ich weiß, dass es schwierig ist, zu wissen, was reiner Sensationalismus ist, und wo doch etwas Wahres drin enthalten ist, aber wie ich schon sagte, Francie und ich sahen nicht nur Access Hollywood an, sondern auch den ganzen Rest – und sie nehmen diese Dinge, verdrehen sie und machen, dass sie verrückt und seltsam werden, und das sind sie einfach nicht. Es hatte alles seinen Grund.

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Er war nie ein schwerer (dicker) Typ, er war immer dünn.  Er war meistens Vegetarier, und er war sehr gesundheitsbewusst. Er meditierte. Er machte Übungen. Er arbeitete viel und er versuchte, sein Gewicht unten zu halten, damit er tanzen konnte. Er tat viele Dinge,  um so fit wie möglich zu bleiben. Und am Ende, als es ihm nicht so gut ging… es gab vlt. ein paar Krankheiten, die nicht entdeckt waren – aber er war immer sehr schlank.

Es gab dort alles, was Kinder mochten, von Hot Dogs über Hamburger bis zu Steaks und so weiter. Es gab keinen Alkohol auf Neverland, als ich dort war. Ich weiß, dass jemand sagte, unter dem Gameroom wäre ein Weinkeller, mit sehr guten Weinen. Er hatte das wohl für besondere Gäste. Aber es stand kein Alkohol herum, wenn du auf Neverland warst. Und er hatte zwei Köche dort, sie machten das Essen für Michael, so wie er es mochte, er aß indisch und viel vegetarisch, und Francie erinnerte mich daran, dass, als wir Hotdog saßen, er einen Tofu Hot Dog aß, oder etwas, was aussah, wie ein Hotdog, und so schmeckte, aber zu seiner Diät passte.

Und es ist schwer zu begreifen, warum er so unsicher mit seiner Erscheinung war. Vergesst nicht, er war 50 Jahre alt. Er sah sehr jung aus, und er tanzte immernoch wie ein 20 Jähriger. Und das wird herauskommen, wenn man von den Proben im Staples Center hört, für seine London Tour.

Das hier ist die einzige Sendung, die etwas von mir zu hören bekommt.Iich habe schon andere Interviews abgelehnt, und ich wollte, das ihr und die Zuhörer weltweit diese Informationen bekommen, von jemand aus erster Hand, der wirklich dort war, und den Unsinn erkennt, den all die Leute erzählen. Ja, er hatte in vielen Teilen seines Lebens nicht leicht, aber er war ein netter, großzügiger Gentleman, und so sollte man ihn in Erinnerung behalten.

Das ist die Wahrheit, und lasst das nicht in all dem Hirnrissigen verloren gehen.

Neverland Good bye

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Amy Agajanian war zu einem Gespräch bei Oprah (zur Vorbereitung auf das Interview mit Michael 1993) Sie war mit Michael bei seinem Auftritt beim Superbowl. Sie sagte, sie habe nicht gewusst, dass es so etwas großes sein würde, weil Michael ihr nur gesagt habe, sie gingen zu einem Konzert. Sie wusste nicht, was sie erwarten würde und war völlig überwältigt. Sie hatte nicht mal gewusst, dass Michael so berühmt war – bis zu diesem Moment.

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(Amy ist rechts unten von Michael, mit der Schleife im Haar und dem roten Pulli)

Aus dem Interview mit Oprah (video siehe unten):

Oprah: Man hört oft, dass Michael Jackson von Kindern umgeben ist, und über die Jahre freundete er sich mit jungen Schauspielern wie Emmanuel Lewis und Macauley Culkin an.  Aber du musstest kein Kinderstar sein, damit Michael Jackson auf dich aufmerksam wurde. Ich traf meinen nächsten Gast um ersten Mal, als ich Michaels Ranch vor ein paar Wochen besuchte, um den Promofilm zu drehen. Ihr bester Freund war zufällig der größte Star der Welt, und ich sah sie an Michaels Seite während seiner Super Bowl Performance. Amy, schön dich hier zu haben. An dem Tag, als wir dort waren und den Promofilm drehten, wollte Amy, dass wir endlich  fertig würden, damit wir raus gehen könnten um mit Michael zusammen zu spielen, ist das richtig?

Amy: (nickt)

Oprah: Wie ist er wirklich, Amy?

Amy: Er ist wie ein Kind. Er will ein Kind bleiben, aber er ist erwachsen geworden.

Oprah: Verbringst du viel Zeit mit ihm?

Amy: Wenn ich dorthin komme, verbringe ich die meiste Zeit mit ihm beim Spielen.

Oprah: Was spielt ihr?

Amy: Ich spiele auf seinen Karussells und wir spielen Verstecken.

Oprah: Und wie hast du ihn kennengelernt? Wir wollen wissen, ob wir das auch können.

Amy: Ich habe einen Werbespot mit ihm gemacht. Ich war 4 Jahre alt und wusste überhaupt nichts über ihn. Ich ging in seinen Trailer und setzte mich auf seinen Schoß und er sagte, dass wir für immer Freunde seien.

Oprah: Ihr beide?

Amy: (nickt)

Hier noch das Video mit dem Teil des Oprah- Pre Interviews mit Amy und der ganzen Familie Agajanian:

Oprah: (zur Familie Agajanian): Ich frage mich, ob eure Kindern wissen, wie glücklich sie sein können, auf der Ranch von Michael Jackson sein zu dürfen?

Francie Agajanian: Wie Amy schon sagte, am Anfang wusste sie nicht, wer Michael ist, sie war gerade 4 Jahre alt – er war einfach nur ein netter Typ, den sie kennengelernt hatte und mit dem sie befreundet war,. Die Jungs wussten wer er war, dass er ein berühmter Sänger war – aber er war einfach ein Freund, es machte so viel Spaß mit ihm zusammen zu sein, und das ist es immer noch –wir sind einfach nur seine Freunde.

Oprah: Was mich auch sehr beeindruckte auf der Ranch, als ich dort war, um den Teaser für das Interview drehen – und worüber wir auch heute Abend sprechen werden ist, dass er dort Betten in seinem Theater eingebaut hat, für kranke Kinder. Das hat mich sehr bewegt, weil wenn jemand solche Dinge baut, dann muß er sich wirklich um Kinder sorgen.

Michaels Liebe zur klassischen Musik

David Michael Frank und François Glorieux berichten über ihre Projekte mit Michael, in denen sie mit ihm, oder für ihn, an klassischer Musik arbeiteten. David M. Frank arbeitete 2009 mit Michael an einem klassischen instrumental Album, mit Stücken, die Michael komponiert hatte und die er arrangieren/orchesrtieren sollte. Francois Gloriuex arbeitete 1989 im Auftrag von Michael an der Orchestrierung seiner Hits, wie Beat it, Bad oder Liberian Girl.

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David Michael Frank über sein Treffen mit Michael 2009:

Link zum Text in englisch:  http://weblogs.baltimoresun.com/entertai…rumental_a.html

Vor vier oder fünf Monaten erhielt ich einen Anruf von Michael Jacksons langjährigem Aufnahmeleiter Michael Prince, der mir erklärte, dass Michael jemanden suchte, der die Arrangements für Orchestermusik schreiben könnte. Ich wusste, dass er vor hatte auf Tour zu gehen. Den drauffolgenden Monat und auch den nächsten rief er mich an, um mir zu sagen „Michael Jackson lässt Ihnen sagen, dass er Sie anrufen wird.“

Ende April rief mich ein anderer Michael an, Michael Jacksons persönlicher Assistent, und fragte mich, ob ich am nächsten Tag 10 Uhr kommen könne und fragte mich nach der Bauart und marke meines Wagens. Ich fuhr nach Holmby Hills. Ich fuhr am Eingangstor vor und traf dort auf einen Assistenten, der mich hereinbat. Dort traf ich eine Frau, gekleidet wie eine Hausdame und mit einem weißen Turban auf dem Kopf. Sie sagte: „Michael Jackson wird in Kürze bei Ihnen sein.“ Ungefähr zwei Minuten später kam er die Treppe runter.

Ich zögerte seine Hand zu schütteln, da ich gehört hatte, dass er wegen Keimen besorgt sei, aber er strecke sofort seine Hand aus und begrüßte mich einen sehr festen Händedruck. Er war ziemlich dünn, aber dennoch nicht zerbrechlich. Er trug einen Anzug und Hut. Er hatte vor, später noch an den Proben für die Tour teilzunehmen. Er sagte: „Sie kommen mir bekannt vor.“  Ich erzählte ihm, dass wir vor langer Zeit an einem Sammy Davis Jr. TV Tribute im Shrine Auditorium zusammengearbeitet hatten. Ich sagte ihm, dass ich ihn dort kurz getroffen hätte. Er sagte: „Ich vergesse nie ein Gesicht.“

Er erzählte mir, „Ich habe drei Projekte gleichzeitig laufen“. Das eine war die Tour, von der die ganze Welt erfahren hatte. Von den anderen beiden wusste niemand was. Eines würde ein Album mit Pop Songs werden. Dann sagte er, „Das andere, was ich aufnehmen möchte, ist ein Album mit klassischer Musik.“

Er sagte er höre immer klassische Musik, es sei seine absolute Lieblingsmusik. Ich war beeindruckt von den Stücken, die er erwähnte. Aaron Coplands, Fanfare for the Common Man und Lincoln Portrait, Westside Story von Leonard Bernstein. Ich erwähnte On the Waterfront von Bernstein. Michael erwiderte, dass er Elmer Bernsteins Filmmusik liebe und erwähnte besonders ‘To Kill a Mockingbird’ (nach dem Roman von Harper Lee – „Wer die Nachtigall stört“)

Mir fiel auf, dass die meisten klassischen Stücke, die er erwähnte, kindlich, sehr einfach und bezaubernd waren, wie Prokofievs Peter und der Wolf und Tschaikovskys Nussknacker Suite. Auch von Debussy sprach er mehrmals, besonders von Arabesque No1 und Claire de Lune. Er sprach sehr sanft, wenn er über Musik sprach, aber wenn er durch etwas sehr angeregt wurde, war er wie ausgewechselt. Er erwähnte, wie er Elmer Bernstein liebte, und als ich sagte, dass ich ‚The Magnificent Seven’ (‚Die glorreichen Sieben’) orchestriere, begann Michael das Thema sehr laut zu singen, er schmetterte es.

Er sagte: „Ich spiele Ihnen eine CD vor.“ Dann kam sein Sohn Prince Michael rein und Michael bat ihn einen CD Player zu bringen. Paris fand einen und brachte ihn mit zusammen mit Prince. Michael spielte die CD. Es war ganz zauberhafte Musik. Er sagte, „Ein Abschnitt fehlt.’ Er spielte das zweite Stück.  Und er sagte: „Aber hier fehlt auch ein Stück. Aber ich kann es für Sie summen. „Ich fragte, ob es im Haus einen Flügel gäbe und er erwiderte, dass es im Poolhaus einen gäbe. Wir machten uns auf den Weg, aber Michael ging nicht weiter, als er sah, dass der Hund draußen war, klatschnass, weil er im Pool gewesen war. Er wollte nicht, dass wir nass gespritzt wurden. Das war ziemlich witzig. Michael bat einen anderen Assistenten, den Hund solange fest zu halten, während wir zum Poolhaus gingen.

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Ich setzte mich an den Flügel und Michael summte den fehlenden Teil von einem der Stücke. Ich hatte ein kleines digitales Aufnahmegerät dabei, und fragte ihn, ob ich ihn aufnehmen könne. Er traf die perfekte Tonlage. Und ich versuchte, die richtigen Akkorde dazu zu finden, um sein Summen zu begleiten. Er sagte, „Sie haben ein sehr gutes Gespür für die Akkorde.“

Wir sprachen über noch mehr klassische Musik. Ich spielte einige Stücke von Debussy. Michael schien sehr glücklich darüber und war sehr ungezwungen. Er erwähnte wieder Leonard Bernstein und ich spielte was aus der ‘West Side Story’. Er erzählte mir, dass er Bernstein mal getroffen hätte und dass dieser ein großer Fan von ihm sei.

Wir waren wieder zurück im Haus und als wir von Zimmer zu Zimmer gingen hören wir jedesmal ‘Ich liebe dich, Daddy!’ -  ‘Ich liebe dich, Paris!’ Sie waren alle ziemlich normal und fröhlich.

Michael war sehr gespannt, die Stücke zu arrangieren und die Musik mit einem großen Orchester aufzunehmen. Ich schlug vor, dass wir bei Fox, Sony oder Warner Brothers aufnehmen könnten. Ich bat ihn, dass mich jemand anrufen und das Budget aushandeln solle und er sagte, er würde sich darum kümmern. Als ich ging, waren einige Fans vor dem Tor.

Einige Zeit später telefonierte ich mit Michael. Er fragte mich, wie weit das Projekt sei, und ich erwiderte, dass ich darauf warte, jemanden zu sprechen um den Deal festzumachen. Ich schlug vor, dass wir die Musik in London aufnehmen könnten, wo er die Show machen würde. Die Idee sagte ihm zu. Und er spielte wieder ‚Arabesque’.

Ich habe keine Vorstellung, was damit passieren wird und ich hoffe, die Familie wird helfen das zu vollenden. Ich werde das nicht eher angehen, bis ich das Gefühl habe, das die Zeit reif dafür ist.

Meine Vorstellung geht dahin, dass die Stücke sieben bis zehn Minuten lang sein werden. Jedes einzelne ist bedeutender als ein Song. Es ist ganz wunderbare Musik. Ein Stück hat einen irischen Charakter. Ich schlug vor, dass wir eine keltische Harfe einsetzen könnten. Das Stück klingt wie wunderschöne Filmmusik in sehr traditionellen Akkorden und sehr klangvollen Melodien. Eines der Stücke hörte sich ein bisschen wie eines von John Barry an, wie ‚Out of Africa’ – wie eine John Barry Partitur. Ich konnte mit meinem ‚inneren Ohr’ dramatische Streicher und Waldhörner im Gleichklang hören.

Ich erzählte Michael, dass ich vorhabe, wenn wir die Aufnahmen machen würden,  einen von Leonhard Bernsteins Taktstöcken zu benützen, die ich bei einer Auktion gekauft hatte. Ich wusste, dass würde ihm einen ziemlichen Kick geben. Ich denke, ich werde diesen Taktstock nehmen, wenn ich je diese Musik dirigieren werde.

(Übersetzung R.I.P. Michael -  mjnet)

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François Glorieux – arbeitete für Michael an klassische Arrangements von Michaels größten Hits

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http://www.michaeljacksontributeportrait…?article_id=246

“The five hours I spent with Michael Jackson in Los Angeles will certainly be the most emotional of my musical career. It was fantastic to discover so many common points: passion for music (without limits), for peace and freedom, love for animals and nature. In one word: for humanity!”

„Die fünf Stunden, die ich mit Michael Jackson in Los Angeles verbringen durfte, waren sicher die emotionalsten meiner musikalischen  Karriere. Es war fantastisch, so viele Gemeinsamkeiten zu entdecken: Die grenzenlose Leidenschaft für Musik, für Frieden und Freiheit, die Liebe für Tiere und die Natur. In einem Wort: Menschlichkeit.“

Francois Glorieux traf Michael am 2. Mai 1989, weil Michael ihn privat treffen wollte, um über klassische Musik zu sprechen. Michael fragte Francois danach, klassische Arrangements seiner größten Hits zu machen. (Aus dem Video: Michael hatte Glorieux‘ Arrangements der Beatles Songs gehört, die ihm sehr gut gefielen, und er hatte dann Branca beauftragt, mit Glorieux Kontakt auf zunehmen.) Ein Jahr später trafen sie sich wieder, und Michael war “hin und weg” von den 3 Stücken die Francois schon fertig hatte. (Bad, Liberian Girl, Smooth Criminal) sie hatten einen Plan, ein großes Klassik-Event in London zusammen zu gestalten, als Charity Veranstaltung, wenn alle Kompositionen fertig gestellt wären. Mit den Jahren änderten sich diese Planungen, aber sie blieben Freunde. Seit Michaels Tod führte Francois die klassischen Hits von Michael, die er schon fertig hatte weiter, mit dem National Symphony Orchestra (life for BBC), und als Michael starb spielte er sie in Prag, wo er zu der Zeit Konzerte gab.
Francois ist jetzt 78. Michaels Tod ist immer noch sehr emotional für ihn. Francois veröffentlichte kürzlich eine CD In Memoriam Of Michael Jackson, wo einige MJ Hits, arrangiert für Piano, und einige eigene Arbeiten, als Tribute für Michael, enthalten sind.

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Hier ein Video, in dem Francois über sein Treffen mit Michael berichtet… er ist immer noch sehr berührt davon, das versteht man auch, ohne das Holländische Interview wortwörtlich zu verstehen…  Er spielt da auch „She‘s out of my Life“ am Klavier … (was er während ihrem Treffen auch mal für Michael spielte..)

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Die Fotos von Glorieux und Michael entstanden bei dem Treffen 1989 – Michael hörte sich dort auch Glorieuxs Arrangement „Tribute to Michael Jackson“, an und sagte:

‘Francois’ orchestra is wonderful, he is an exceptional musician and I am fascinated by his work on my compositions. I have asked him to proceed with the arrangements of a large number of my successes.’

„Francois Orchester ist wundervoll, er ist ein außergewöhnlicher Musiker und ich bin fasziniert von seiner Arbeit und seinen Kompositionen. Ich habe ihn gefragt, ob er für mich einige meiner Erfolge bearbeiten möchte.“

http://www.francoisglorieux.com/friends/michael_jackson.shtml

“Music & Michael” – Interview mit Chris Apostle und Cory Rooney

Original Interview (7/2009) und Audio:

http://www.cyinterview.com/2009/07/industry-bigs-music-michael/

Chris Yandek (CY) interviewt Cory Rooney (CR) und Chris Apostle (CA) zwei Insider der Musikindustrie (Epic/ Sony) die mit Michael viele Jahre zusammen im Studio arbeiteten.

(Übersetzung in Auszügen)

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Chris Yandek: Cory, du hattest die Chance, mit Michael zusammen zu arbeiten, du hast mit ihm zusammen Songs geschrieben und produziert. Wie war euer Verhältnis zueinander?

Cory Rooney: Das hat mich schon einmal jemand gefragt, und ich sagte:“ Ich habe mein ganzes Leben und meine ganze Karriere lang darauf gewartet – und schließlich hatte ich die Chance, mit Michael zu arbeiten, ich hatte die Chance, dass Michael meine Fähigkeiten erkannte.“ Als wir dann schließlich zusammen im Studio waren, haben wir fast einen ganzen Monat damit verbracht, nur zu reden und er hat mir so viele verschiedene Dinge beigebracht. Wir haben erstmal nicht sehr viel Musik gemacht. Es war ganz anders, als ich es erwartet hätte.

Chris Yandek: Also alle möglichen Ablenkungen, aber nicht viel gearbeitet und über alles Mögliche geredet?

Cory Rooney: Ja, und es das Verhältnis änderte sich so, dass ich eher eine Art temporärer Manager war. Ich glaube, meine Stärken zu dieser Zeit lagen nicht darin, für ihn zu schreiben oder zu produzieren, sondern ein Insider für ihn zu sein, weil diese Zeit war sehr chaotisch. Er fühlte sich zu der Zeit bei Sony so, als hätte er nicht viele Verbündete oder Leute, die auf seiner Seite waren. Ich wurde zu seinem besten Vertrauten in dieser Firma.

Chris Yandek: Was hast du gelernt in der Zeit als sein Verbündeter? Wie er war? Es sieht so aus, als seien da immer Leute gewesen die ihn “aussaugen” wollten und ihm sagten, tu dieses oder jenes. Es sah so aus, als hätte er manchmal nicht die Kontrolle über ein Leben.

Cory Rooney: Ja, da triffst du es genau. Das war der Punkt. Das erste was ich über ihn lernte war, dass er immer unbedingt gefallen wollte. Er wollte unbedingt jedem alles Recht machen, dass er sich manchmal zu viele Gedanken über zu viele Dinge machte. So zum Beispiel,  wenn er ein Album fertig hatte und du seiner Musik lauschen würdest und sagst: „Michael, das ist unglaublich..“  und er: „ja, aber ich denke es ist noch nicht fertig“ – weil er immer noch 1Million Leute im Ohr hat, die ihm verschiedene Dinge aus verschiedenen Richtungen sagten.

Chris Yandek: Chris (Apostle), du warst für mehr als ein Jahrzehnt eine wichtige Person bei Sony Music Entertainment. Was hattest du mit Michael zu tun, und was hast du über ihn gelernt, in der Zeit bei Sony?

Chris Apostle: Ich hatte – anders als Cory – nicht so viel mit ihm direkt zu tun. Die Zeit die ich wirklich mit ihm verbrachte, beschränkte sich nur auf wenige Tage. Er arbeitete an einem Mix mit Jay Z, und Jay Z  hatte zu der Zeit auch schon einen Namen in dem Business. Ich erinnere mich, dass ich ins Studio kam bevor Michael da war und Jay Z schon drin war und an den Lyrics arbeitete, und ich sah ihn nie so bescheiden, wie dort. Er war regelrecht etwas aufgeregt darüber, dass er mit Michael Jackson zusammenarbeiten sollte. Das hat mich beeindruckt.

Ich bin älter als Cory, und ich bin mit Michael aufgewachsen. Was ich lernte als Innenansicht von Sony war, dass es dort viele Leute gab, Manager etc., die ihm eine Richtung vorgeben wollten, sie hatten immer Vorschläge, was er tun und lassen solle. Eine Sache, die oft bei Michael und allem was er tat vergessen wird ist, dass er IMMER an Musik arbeitete. Du hörst alles Mögliche, was so vor sich geht, aber es ist lustig, wenn du ein Interview…dieses Martin Baschir Ding – hörst und der sagt: “Ja, es ist schön, dass du wieder an Musik arbeitest” und es war äußerst rührend, als Michael antwortete: “Ich habe IMMER an Musik gearbeitet”

C.Y.: Die Kommentare, die er über Mottola machte, einige Jahre zurück. Die Kommentare, dass er nicht mit dem 2001 veröffentlichten Album zufrieden sei. Es steckten 30 Millionen Dollar darin, aber warst du überrascht als er diese sehr direkten Bemerkungen machte, als er Mottola eine Bande von allem Möglichen nannte?

C.R.: Es überraschte mich nicht. Wie ich schon sagte, es war nicht so, dass er viele Leute in dieser Firma auf seiner Seite hatte. Größtenteils denke ich, dass die Leute in dieser Firma ihm nicht die Liebe und den Respekt entgegenbrachten wie sie es hätten sollen. Sicher, sie haben 30 Mio. Dollar darein gesteckt aber zur selben Zeit waren die Angelegenheiten mit dieser Platte so gesetzt, dass Michael garnicht mehr gewinnen konnte…Verstehst du?

Sie setzten so hohe Erwartungen hinein, und er seinen ganzen Aufwand – es war wie eine „Lose-lose“ Situation, auf jeder Seite. Und sie dachten, sie könnten ihn antreiben, wie einen Esel mit einer Karotte, und sie sagten,  ‘Ok, wir wollen das Gesamtpaket von dir, du musst Platten verkaufen, du musst auf Tour gehen’. Und sie dachten, er würde „dieser Karotte“ hinterherlaufen und sagen „Oh ja, super, ich mach das alles, damit ich meinen Einsatz wieder reinhole“.

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C.A.: Ein so einflussreicher Künstler wie Michael ist nicht der erste, der seine Meinung gesagt hat, wenn er sich in  seiner „Firma“ nicht mehr wohlfühlt. Wenn Künstler auf diesem Level nicht mehr zufrieden sind, sagen sie das. Jemand wie er, der immer nur mit den Besten zu tun hat…ich denke, seine Frustrationsgrenze war überschritten. Es gibt viele Umstände, die ihn zu diesem Punkt gebracht haben.

Worüber ich sehr entsetzt bin – aber es ist nur ein Gerücht – aber ich glaube es trotzdem, ich glaube er wurde in diesem ganzen Skandal erpresst. Ich denke, irgendwann wird die Wahrheit herauskommen. Dieser Mann gab viele Millionen an andere Menschen, für Wohltätige Zwecke. Es wird nie alles bekannt werden, was er tat. Ich denke, er hat nur natürlich reagiert und ich denke, er wurde da hinein gedrängt. Wenn du die Qualität seiner Arbeit ansiehst, bis zurück zu Off The Wall…jede einzelne Platte, egal ob Dangerous oder was auch immer – all diese Platten sind perfekt, alles voller Hits.

Was ich gerne mitteilen möchte ist, dass er nicht genug Anerkennung bekommt für das, was er der Welt gegeben hat, musikalisch. Er ist sicher der größte Musiker, den wir für lange Zeit gesehen haben. Jemand wie ihn wirst du sicher nicht wieder sehen. Darüber sollte gesprochen werden, das sollte erwähnt werden.

C.Y.: In wieweit wird die Musikindustrie in ihrer Entwicklung davon betroffen sein?

C.R.: Ich glaube die Musikindustrie hat noch nicht genau genug hingesehen, um die Bedeutung Michael Jacksons auf jeden – auf uns Künstler, Produzenten und Darsteller, auf die gesamte Unterhaltungsbranche – zu erkennen. Ich denke, sie haben noch nicht genau hingesehen, da sie noch zu sehr mit ihrem eigenen Arsch beschäftigt sind. Als Michael seine Verhandlung hatte, hat niemand…..wirklich niemand innegehalten, um ihn zu unterstützen.

CR: Er ist in 10 Punkten angeklagt und niemand sagte:  “Das tut uns so leid, Michael” niemand sagte: ”Michael, wir wissen du bist unschuldig”.  Niemand veranstaltete einTribute für ihn, keiner spielte seine Musik, niemand rief zu einem Konzert für ihn auf.

(…)

C.Y: Nach ‘93, hätte er es nicht besser wissen sollen mit der Bashir Dokumentation, wo er sagte, es sei OK mit einem Kind im Bett zu übernachten? Denkst du nicht, die meisten Leute sagen es in dem Sinn richtig, dass er sich damit selbst reingeritten hat?

C.R: Lass mich dir erklären, was Michael mir dazu gesagt hat. Michael und ich sprachen darüber und er sagte: „Cory, als ich ein Kind war, wurde mir nicht allein die Kindheit vorenthalten, sondern auch Liebe. Wenn ich meinen Vater umarmen wollte, umarmte er mich nicht zurück. Wenn ich im Flugzeug Angst hatte, legte er nicht den Arm um mich und sagte, dass alles gut sei. Wenn ich Angst hatte, auf die Bühne zu gehen sagte er ”Bring deinen Arsch auf diese Bühne.” Nicht nur er, auch jeder andere Erwachsene um ihn herum…
Michael sagte zu mir: “Cory, ich werde niemals einem Kind Liebe vorenthalten und wenn es bedeuten würde dafür gekreuzigt zu werden oder ins Gefängnis zu gehen, dann ist es halt das, was sie tun müssen”.
Als er zum ersten Mal vor Gericht sollte, sagten seine Berater, es sei nicht gut und er solle das Kind ausbezahlen, und einfach weitermachen. Beim zweiten Mal sagte er: “Weißt du, das alles hat mich schuldig aussehen lassen, als hätte ich etwas zu verbergen. Diesmal wird es keine Zahlungen geben. Ich werde vor Gericht kämpfen und du wirst sehen, dass ich unschuldig bin“.

Genau an dem Tag dann, als das Urteil kam, sprach ich mit seiner Familie. Ich sah die Nachrichten, und dort sagten sie, Michael habe 45 Minuten, um zum Gericht zu kommen. Ich telefonierte mit Mitgliedern seiner Familie, in seinem Haus, und fragte „Was macht er jetzt gerade?“ Er ist oben und macht sich fertig. Dann kam er nach unten. Er sprach mit seiner Familie ein Gebet und sagte zu jedem: „Ich möchte nicht, dass ihr euch um mich sorgt, es wird alles ok. sein mit mir.“ Und dann fuhr er dorthin, er war sicher nervös und  klopfte mit den Füssen und sang ein Lied…. Aber er war nicht beunruhigt. Ich sag dir eins – ich wäre ein Wrack gewesen. Ich glaube, ich hätte im Gericht nicht einmal mehr aufstehen können.

MJ 2005

(…)

C.A.: Ich denke, er hat sich für diese Comeback Tour entschieden, und hätte eine Menge Geld damit gemacht, was ihm auch wirklich zugestanden hätte. Aber ich denke trotzdem, dass er an die Grenze getrieben wurde, von sehr mächtigen Leuten und dass er nicht fair behandelt wurde. Dieses Geschäft ist nichts ohne den Künstler. Ohne den Künstler kannst du nichts tun. Und es scheint mir, dass einige derer, die jetzt das breiteste Lächeln zeigen, das bei ihm an irgendeinem Punkt vergessen haben.

C.R.: Etwas, was schon ein paar Jahre zurückliegt, etwa 8 Jahre vielleicht. Michael sagte damals zu mir: „Cory, ich kann nicht mehr auf  Tour gehen.”  Ich fragte, warum. Er sagte: „Es wird mich umbringen.“ Das sagte er zu mir. Er sagte: „ Es wird mich umbringen. Erinnerst du dich daran, als ich mich auf mein Konzert vorbereitete und ich brach hier im Sony Studio zusammen? Das passierte – weil wenn ich mich auf eine Tour vorbereite, dehydriere ich.  Ich esse nicht, ich trinke nicht, ich schlafe nicht, ich stecke alles von mir in die Tour-Vorbereitung.“ Er sagte: „ Ich mache das nicht absichtlich. Es passiert einfach. Verstehst du? Ich bin so in die Sache vertieft, dass ich an solche Dinge garnicht mehr denke. Das letzte Mal hingen sie mir schon Infusionen an. Ich habe also beschlossen – und meine Ärzte auch- dass ich so etwas nicht mehr tun sollte.“ Er sagte, er möchte sein Invincible Album fertig machen, und fertig. Keine Tour mehr. Er wollte aber noch Alben machen. Er sagte: „Ich werde noch ewig Alben machen, ich kann nur nicht mehr touren.“

(…)
C. R.: Es gibt Zeiten, da saß ich im Studio und sage, ich kann es nicht glauben, dass ich  mit diesem Mensch zusammenarbeitete. Und so viele andere haben die Dreistigkeit, sich aufzuspielen. Und dann arbeitest du mit einem Kerl wie Michael Jackson… Er kam zu spät, er sollte um 12 Uhr im Studio sein und er erschien um viertel nach eins. Er fühlte sich so elend für das Zuspätkommen, dass er sich die ganze Session hindurch entschuldigte. Am nächsten Tag schickte er einen großen, gigantischen Korb, weil wir uns über Filme unterhalten haben und darüber wie sehr ich Filme liebe. Also schickte er mir diesen gigantischen Korb.

C. Y.: Mit all diesen verschiedenen Filmen darin?

C:.R.:  Ach du meine Güte, er enthielt wahrscheinlich 100 DVDs. Da war auch Popcorn, Süßigkeiten, alle Arten von Büchern und Filmtrivialitäten, alles Mögliche. Auf der Karte stand nochmals „Es tut mir sehr leid, deine Zeit nicht respektiert zu haben.“

C. Y.: Es ist der Gedanke der zählt. Auf jeden Fall!

C. R.: Richtig! Ich sagte Mike, um wie viel Uhr möchtest du Morgen anfangen? Er sagte: „ Cory du bist der Boss. Du sagst mir um welche Zeit. Wenn du mich um 7 Uhr morgens hier haben möchtest, werde ich um 7 Uhr morgens hier sein.“ Er sagte: „Du bist der Boss. Was auch immer du (mir) sagst.“

C. Y.: Was ich interessant an all diesen Äußerungen (über MJ) finde ist die Art, wie es die Mainstream Medien so darstellen, dass er wollte, dass die Dinge immer nach seinem Willen geschehen.

C. R.: Ganz und gar nicht. Ganz und gar nicht.

(…)
C.R.: Es sind so viele Geschichten. Es sind so viele Dinge. Michael – er liebte es dazu sitzen und Geschichten zu erzählen. Er liebte zu reden… reden… reden über Alles. Jedesmal wenn er in eine Stadt oder so kam… ich erinnere mich, wollte er in eine Buchhandlung gehen. Sie schlossen die Buchhandlung. Er ging hin, um Bücher zu kaufen. Er las sie. Und dann unterrichtete er mich über Afrika und wie wunderschön Afrika ist. Er sagte: „Weißt du, die Menschen möchten nicht das du weißt, wie schön Afrika ist, weil sie dort drüben sind, um all seine Reichtümer zu stehlen.“ Aber er sagte: „Es ist der schönste Ort, den ich je in meinem Leben gesehen habe.“ Er zeigte mir ein Bild. Es ist einfach erstaunlich.

Erinnerst du dich, Chris, an David Blaine der sich lebendig begraben hat?

C.A.: Ja. Sicher. Er pflegte auf unserem Stockwerk bei Sony rum zu hängen. Du erinnerst dich vielleicht nicht mehr, aber er hing oft da oben rum, zur der gleichen Zeit, als dein Freund “50 Cent” noch herum rannte, um uns Kaffee zu besorgen.

C.Y.: Das ist eine sehr beiläufige Geschichte, aber mach weiter.

C.R.: Also David Blaine begrub sich lebendig in der Stadt, drüben an dem Trump-Gebäude.

CY: Dem Trump National Hochhaus

C.R.: Richtig. Sobald ich Michael erzählte, was da passiert war, sagte er: „Du machst Witze?“ Ich sagte: „ Nein, wenn ich’s dir sage.“ Er wusste überhaupt nicht wer David Blaine war. Ich begann, uns Videomaterial zuschicken zu lassen und alles Mögliche, weil wir damals kein YouTube hatten. Ich fing an uns Filmmaterial schicken zu lassen, um ihm zu erklären, wer David Blaine war. Er war so fasziniert. In dieser Nacht stieg er in einen Lieferwagen und wir fuhren spät abends los, um David Blaine zu sehen. Wir gingen dorthin.
Wir sprangen aus dem Lieferwagen, er in einer Art „Teilverkleidung“ und es ahnte wirklich keiner, dass er es war. Er sprang heraus und er lief direkt da rüber und wir saßen da und er war fasziniert davon. Es war lustig. Dann lachten wir, weil er manchmal sagte: „Weißt du was? Die Hälfte der Zeit  wird sowieso geglaubt, es ist ein Double und nicht ich. Manchmal kann ich einfach herumlaufen.“

C.Y.: Du scheinst eine Menge persönlicher Gespräche mit ihm gehabt zu haben, aber hast du jemals mit ihm über Plastische Chirurgie gesprochen?

C.R.: Ja.

C.Y.: Und was erzählte er dir?

C.R.: Er sagte: „Was ist der Unterschied zwischen mir und Sylvester Stallone oder jemand anderem in Hollywood?“ Er sagte: „Meine Hautkrankheit… ich möchte nicht weiß sein. Das ist nicht, was ich versuche zu tun.“ Er sagte: „Aber ich kann nichts für meine Hautkrankheit. Ich versuchte eine Operation, um alles auszugleichen und tat Dinge wie diese. Es fiel nicht so aus, wie ich es mir wünschte, aber das ist nicht der Grund, warum ich mich in einen hellhäutigen schwarzen Mann verwandelte.“ Was seine Nase anbelangt, sagte er „Ich hasste meine Nase, genauso wie Sylvester Stallone seine hasste.“

C.A.: Was er auch schon sagte, dass sein Vater ihm das so einredete.

C.R.: Ja. Er sagte „ Ich hasste mein Kinn. Ich hasste meine Nase.“ Er sagte „ Und wenn schon?“ Warum bin es nur ich?“ Er sagte „Warum bin es nur ich ?  Ich kann dir 20 Leute in Hollywood zeigen, die eine Nasenkorrektur gemacht haben, Lippen, Botox, alle möglichen Dinge.“

C.Y.: Gibt es noch etwas, was du (mit-) teilen möchtest?

C.A.: … Ich hoffe einfach, dass der „Erdrutsch“ (hier i.S. von Triumph oder Sieg) in den nächsten Wochen herauskommen wird. Ich hoffe, dass einige Leute beginnen, über all das Gute was er tat, zu sprechen, weil… wenn du das Gute gegen das Schlechte aufwiegst… Er ist die berühmteste Person der Welt. Er ist rund um die Uhr, 6 Tage lang im TV zu sehen gewesen. Das ist einfach meine Hoffnung. Gott segne ihn und lasse ihn in Frieden ruhen und… wir werden ihn alle eines Tagen in unserem späterem Leben wieder sehen und ich bin mir sicher er tanzt und singt sich die Seele aus dem Leib.

(…)

C.R.: … Michael Jackson war für uns wie eine Christus ähnliche Figur. Zu wissen, dass dieser Mann über die letzten 15 Jahre diskreditiert, gekreuzigt, verleumdet und beschimpft worden ist. Jeder möchte lieber über etwas Negatives sprechen, z.B. dass er die Knochen des Elefantenmenschen kaufen wollte. Und wenn schon? Wissen Sie was? Ich würde sie auch kaufen.

C.A.: Ich auch.

C.R.: Ich denke das ist cool. Ich würde es auch tun. Aber weil er es war, hatten sie stets etwas Negatives anstatt Positives. Mein Herz ist gänzlich gebrochen. Meine Inspiration, das Licht der Inspiration, dass ich einmal als Kind hatte ist jetzt für mich völlig verdunkelt…. Ich weiß es nicht, weil ich nicht einer dieser Jünger oder was auch immer war, die Christus folgten und die zusehen mussten als er gekreuzigt wurde und am Kreuze hing. Aber ich bin mir sicher, auch deren Herzen waren genauso gebrochen… Und mein Herz ist gebrochen. Und weiter zu machen mit dem (Musik-) Geschäft… alles was ich sagen kann ist, dass ich glücklich bin, dass es eine Zeit im Leben gibt, in denen wir Dinge ziemlich unabhängig tun können und wir uns nicht so viel mit den Heuchlern auseinandersetzen müssen… aber wir sind umgeben von Heuchlern in diesem Geschäft. Es ist (einfach) eine Tragödie. Ich fragte mich immer, wie es sein würde wenn … Gott behüte!  Michael etwas zustößt. Ich glaube nicht, dass ich es jemals wirklich fühlen wollte. Ich fragte mich nur immer irgendwie „Du meine Güte, was würde geschehen?“ Nun, jetzt sind wir an dem Punkt. Und alles, was bisher geschah, ist so ziemlich genau so, wie ich dachte, dass es sein würde.

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C.A.: Als das geschah (Todesnachricht)… sendete ich Cory eine E-mail und einmal hatte ich seine Frau am Telefon… und das war’s. Ich hörte drei Tage nichts von Corey. Keine E-mails, keine Telefonanrufe, keine Antwort. Ich wusste, dass er trauert und ich war bestürzt darüber.

C.R.: Weil ich drei Tage weinte.

C.A.: Er rief mich am Montagmorgen an und ich denke es ist eine sehr zutreffendes Zitat: „Ok, es ist Montag. Wir müssen zurück an die Arbeit, weil Michael wieder zurück an die Arbeit gegangen wäre .“

C.R.: Und das ist die Wahrheit. Michael wäre wieder zurück an die Arbeit gegangen. Er stand es durch. Wie ich sagte, er steckte seine Beulen weg, er steckte seine Schläge weg. Er war einer der zähesten Männer, die ich jemals traf… und das ist die Wahrheit. Er war ein unverwüstlicher, zäher Bursche. Da gab es nichts zaghaftes an Michael Jackson.

C.Y.: Nun, es scheint so… dass die Medien ihr Augenmerk nicht ganz darauf richteten, wie wichtig dieser Mann insgesamt wirklich war.

C.R.: Nö.

C.A.: Nö. Nicht einmal annähernd.

C.R.: Sie kratzen noch nicht einmal an der Oberfläche.

C.Y.: Vielleicht, weil sie nicht informiert sind. Wie ihr wisst, stecken sie in diesen 24 Stunden Nachrichtenzyklus… Es kümmert sie nicht mehr. Es geht darum wie man Nachrichten veröffentlicht, wie schnell man sie veröffentlicht und wer zuhört.

C.R.: Ich denke, sie werden sich immer für diesen billigen Journalismus entscheiden anstatt zu sagen, lass uns nach Köpfen abzählen und sehen, wie vielen Kindern Michael Jackson das Leben verändert hat oder irgendetwas wohltätiges getan hat.

(..)

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